Elfenspiegel: Monatsplan von der Vorkultur bis zum Winter
- Vorkultur der Nemesia-strumosa-Mischung von März bis Mai, Sämlinge nach der Keimung einzeln topfen.
- Ab Mai ins Freiland; vor Mitte Mai bepflanzte Kästen bei drohendem Spätfrost schützen.
- Nemesia-Hybriden blühen von Mai bis September, die Saatgut-Mischung ab Juni.
- Regelmäßig düngen, die Menge nach Packungsangabe, Flüssigdünger nur auf feuchte Erde.
- Lässt die Blüte im Sommer nach, kräftig zurückschneiden; das kann eine zweite Blüte fördern.
- Nicht winterhart: Hitze und trockene Wurzelballen setzen ihm im Sommer zu, Frost beendet die Saison.

Beim Elfenspiegel kommt es darauf an, dass jede Arbeit in den passenden Monat fällt. Wer spät vorzieht, pflanzt spät, und wer im Hochsommer nicht zurückschneidet, verzichtet auf die Chance einer zweiten Blüte. Ich plane ihn deshalb nach Monaten und schaue jeweils nur auf die Arbeiten, die gerade anstehen.
Elfenspiegel ist der deutsche Name für Nemesia. Im Handel findest du Saatgut-Mischungen von Nemesia strumosa und Nemesia-Hybriden, und beide sind nicht winterhart. Was Sommerblumen allgemein ausmacht, steht im Kurzporträt der Sommerblumen mit Lebensdauer und Besonderheiten.
Der Jahresplan auf einen Blick
In der Tabelle steht, was bei mir Monat für Monat ansteht. Die Abschnitte darunter erklären, wie die einzelnen Schritte gehen und worauf du dabei achtest.
| Monat | Was ansteht |
|---|---|
| Januar, Februar | Saatgut sichten, ältere Samen mit einer KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt. testen, Bodenprobe fürs Beet, falls im Herbst nicht erledigt |
| März | Vorkultur beginnen; Kompost im Spätwinter oder Frühjahr ausbringen |
| April | Sämlinge einzeln topfen, hell und kühler weiterziehen, abhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten.; bei einem Saatgutangebot ist Direktsaat ab Ende April angegeben |
| Mai | auspflanzen, Mischung mit etwa 20 cm Pflanzabstand; vor Mitte Mai bepflanzte Kästen bei Spätfrost schützen; Blühbeginn der HybridenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. |
| Juni | Blühbeginn der Saatgut-Mischung; regelmäßig düngen, Wurzelballen nicht austrocknen lassen |
| Juli, August | Hitze im Blick behalten; lässt die Blüte nach, kräftig zurückschneiden; weiter düngen |
| September | letzte Blüten; einzelne Blüten für Samen stehen lassen und bei trockenem Wetter ernten |
| Oktober, November | Beet und Kästen abräumen, Bodenprobe nach der Ernte, geräumtes Beet mit einer GrüneinsaatGrüneinsaat ist die Aussaat einer Gründüngung, etwa Gelbsenf, Phacelia oder Ackerbohne, auf einem abgeernteten Beet. Die Pflanzen halten den Boden über Herbst und Winter bedeckt, schützen ihn und verbessern seine Struktur. über Winter schützen |
| Dezember | Samen kühl, dunkel und trocken lagern; Gefäße auf freie Abzugslöcher prüfen |
Neben meiner Anzuchtecke hängt der Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken, damit ich die Termine der übrigen Sommerblumen mit im Blick habe.
Frühling: vorziehen, abhärten, auspflanzen
März und April: vorziehen und topfen
Für die Nemesia-strumosa-Mischung liegt das Vorkulturfenster zwischen März und Mai. Nach der Keimung topfst du die Sämlinge einzeln, ziehst sie hell und etwas kühler weiter und gewöhnst sie vor dem Auspflanzen schrittweise ans Freiland. Keimbedingungen, Pikieren und Abhärten im Detail beschreibt der Ratgeber, wann und mit welcher Methode du Elfenspiegel aussäst.
Mai: auspflanzen und vor Spätfrost schützen
Ab Mai kommen die vorgezogenen und abgehärteten Pflanzen ins Freiland. Im Beet bekommt die Mischung etwa 20 cm Pflanzabstand. Die Mischung eignet sich auch für Ampeln, Töpfe und Kästen. Ein angebotener Nemesia-strumosa-Elfenspiegel wird etwa 20 bis 30 cm hoch und passt damit gut in Balkonkästen. Welches Gefäß und welche Erde du wählst, beschreibt der Ratgeber, wie du Elfenspiegel in Töpfen und Balkonkästen kultivierst.
Elfenspiegel ist nicht winterhart und verträgt auch keinen Spätfrost. Hast du Balkonkästen oder Kübel schon vor Mitte Mai bepflanzt, brauchen sie Schutz, sobald Spätfrost droht.
In einer Freilandprüfung von Beet- und Balkonpflanzen wurden Nemesia und andere Arten zu je drei bis vier Pflanzen in Töpfen mit 40 cm Durchmesser kultiviert. Das sind Prüfbedingungen und keine feste Pflanzregel.
Standort und Verwendung kurz gefasst
Elfenspiegel steht gern sonnig bis halbschattig, auf feuchtem, mäßig saurem und nicht zu nährstoffreichem Boden. Für ein Saatgutangebot wird ein magerer, luftiger und sonniger Platz genannt. Wie du Licht, Boden und Klima gegeneinander abwägst, zeigt der Ratgeber, welcher Standort nach Licht, Boden und Klima zum Elfenspiegel passt.
Wie andere Sommerblumen eignet sich der Elfenspiegel als Lückenfüller im Staudenbeet und als Folgebepflanzung nach frühblühenden Zwiebelgewächsen. Passende Nachbarn findest du im Ratgeber, mit welchen Begleitpflanzen und Farben du Elfenspiegel kombinierst. Für Balkon, Dach und Grünflächen in der Stadt lies nach, wie sich Elfenspiegel in der Stadtbegrünung einsetzen lässt.
Sommer: Blüte halten, Hitze abfangen, zurückschneiden
Im Sommer fallen die meisten Arbeiten an. Nemesia-Hybriden blühen von Mai bis September. Die Saatgut-Mischung von Nemesia strumosa setzt im Juni ein und blüht ebenfalls bis September, und zwar in mehreren Farben.
Gießen: der Wurzelballen darf nicht austrocknen
Bei Nemesia-Hybriden darf der Wurzelballen nicht austrocknen. Wie oft du gießt, hängt von Bodenart, Temperatur und Niederschlag ab, deshalb prüfe ich die Erde vorher mit dem Finger. Zeitpunkt, Menge und den Umgang mit Staunässe erklärt der Ratgeber, wie oft und wann du Elfenspiegel gießt.
Düngen: regelmäßig, nach Packung und nach Gefäß
Nemesia-Hybriden werden für eine anhaltende Blühleistung regelmäßig gedüngt. Die Menge richtest du nach der Dosierungsanweisung des Düngers, und Flüssigdünger gibst du nur auf bereits feuchte Erde. Hast du in vorgedüngte Blumenerde gepflanzt, gilt die übliche Kübelregel: zunächst 4 bis 6 Wochen ohne Zusatzdünger.
Im Gefäß sind Wurzelraum und Substratvorrat begrenzt, sodass die Erde mit dem Wachstum ausgelaugt wird. Im Beet dagegen mag der Elfenspiegel einen nicht zu nährstoffreichen Boden, und gedüngt wird dort nach der Bodenuntersuchung. Im Kasten ist das regelmäßige Nachdüngen deshalb wichtiger als im Beet. Kräftig grüne Blätter und zügiges Wachstum zeigen dir bei Pflanzen im Kasten, dass die Versorgung stimmt. Welche Dünger infrage kommen, erklärt der Ratgeber, womit und wie oft du Elfenspiegel in Beet, Kasten und Kübel düngst.
Flüssigdünger auf ausgetrocknete Erde zu gießen. Ich gieße erst mit klarem Wasser und dünge, wenn die Erde feucht ist.
Juli und August: wenn Hitze die Blüte bremst
Nemesia-Hybriden vertragen weder große Hitze noch einen ausgetrockneten Wurzelballen. In Hitzephasen achte ich deshalb am genauesten auf die Erde im Kasten. Steht dein Elfenspiegel in praller Sonne, kann ein halbschattiger Platz im nächsten Jahr eine Option sein, denn er gedeiht sonnig bis halbschattig. Auch die Sortenwahl hilft beim Planen: ‘Nesia Denim’ und ‘Sunmesia Banana Swirl’ gelten als sehr empfehlenswert und hitzetolerant.
Der Sommerschnitt: kräftig, wenn die Blüte nachlässt
Lässt die Blüte der Nemesia-strumosa-Mischung im Sommer nach, schneidest du sie kräftig zurück. Bei Nemesia-Hybriden kann ein Rückschnitt nach dem ersten Blütenflor eine üppigere zweite Blüte fördern. Ich schneide mit einer sauberen, scharfen Schere und dünge danach weiter, weil regelmäßige Düngung die Blütenfülle unterstützt. Beide Blütezeiten enden im September, deshalb schneide ich, sobald der Flor nachlässt, und warte nicht bis kurz vor Saisonende.
Hast du kranke Triebe entfernt, reinigst du Schere und Handschuhe, bevor du an gesunde Pflanzen gehst. Verblühtes zupfe ich zwischen den Schnitten beim Gießen mit aus. Warum AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. bei Sommerblumen hilft, erklärt der Sommerblumen-Überblick im Abschnitt zur Pflege. Wie du Gießen, Düngen, Rückschnitt und Ausputzen nach dem Auspflanzen zusammenbringst, zeigt der Ratgeber, wie du Elfenspiegel nach dem Auspflanzen bis zur Blüte pflegst.
Ich notiere mir beim Sommerschnitt Datum und Sorte im Gartenkalender. So sehe ich im Winter, welche Pflanzen in der Hitze nachgelassen haben, und plane die Sortenwahl danach.
Herbst: das Saisonende vorbereiten
September: letzte Blüten und eigene Samen
Im September endet die Blütezeit von Hybriden und Mischung. Für eigene Samen lässt du einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen und erntest sie bei trockenem Wetter. Aus Samen von Hybriden entstehen allerdings nicht zuverlässig Pflanzen mit denselben Eigenschaften, während StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. die Eigenschaften der Mutterpflanze erhalten. Welche Methode wann passt und wie Stecklinge gelingen, steht im Ratgeber, welche Vermehrungsmethode beim Elfenspiegel wann passt.
Oktober und November: abräumen und den Boden versorgen
Weil der Elfenspiegel nicht winterhart ist, räume ich Beet und Kästen nach der Saison ab. Reste mit Falschem Mehltau kommen nicht auf den eigenen Kompost. Für das Beet ist jetzt eine gute Zeit für die Bodenprobe, denn sie wird nach der Ernte und vor der Düngung zwischen Herbst und Frühjahr genommen. Unterschiedlich genutzte Flächen wie Blumen- und Gemüsebeet untersuchst du getrennt.
Kompost bringst du nicht als pauschale Herbstgabe aus, sondern im Spätwinter oder Frühjahr, damit weniger Nitrat ausgewaschen wird. Ein geräumtes Beet schützt eine Grüneinsaat über Winter vor Abschwemmung und Nährstoffauswaschung. Ihre Wurzeln halten den Boden außerdem locker.
Winter: draußen Pause, drinnen Vorbereitung
Warum der Elfenspiegel draußen nicht durch den Winter kommt
Nemesia-Hybriden sind in mitteleuropäischen Breiten nicht winterhart, und die Saatgut-Mischung von Nemesia strumosa ist es ebenfalls nicht. Ich plane den Elfenspiegel deshalb als Saisonpflanze und starte im März wieder mit der Vorkultur.
Willst du eine Topfpflanze trotzdem ins Haus holen, kontrolliere sie vor dem Einräumen auf Schädlinge und stelle befallene Exemplare getrennt auf. Die Überwinterung bleibt ein Versuch mit offenem Ausgang.
„Im Balkonkasten ist der Elfenspiegel über Winter besser geschützt als im Beet.“ Das Gegenteil ist der Fall: In frei stehenden Gefäßen friert der Wurzelballen schneller durch als im Gartenboden.
Dezember bis Februar: Saatgut, Erde und Gefäße vorbereiten
Die Winterarbeit findet am Tisch und im Schuppen statt. Selbst geerntete Samen trocknest du auf Papier nach, trennst sie von Pflanzenresten und lagerst sie beschriftet kühl, dunkel und trocken. Vollständig getrocknete Samen bewahre ich luftdicht auf, geschützt vor Feuchtigkeit und Wärme.
Bei älteren Samen mache ich im Januar eine Keimprobe. Die Samen liegen dafür auf feuchtem, nicht nassem Küchenpapier, das ich gegen Austrocknung abdecke. Kästen und Töpfe prüfe ich auf freie Abzugslöcher, damit an regenreichen Tagen keine Staunässe entsteht. Für die Vorkultur im März lege ich saubere Gefäße mit Wasserabzug und frische Aussaaterde bereit. Die Aussaaterde sollte einen Salzgehalt unter 0,5 g je Liter haben.
Hast du im Herbst keine Bodenprobe genommen, holst du sie vor der ersten Düngung nach. Als allgemeine Faustzahl für Kompost gelten etwa 3 l je m² im Jahr, die keine artspezifische Düngeberechnung ersetzt. Zeigt die Bodenprobe stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, gibst du weniger Kompost.
Samen beschriftet und trocken gelagert, Keimprobe bei älteren Samen gemacht, Abzugslöcher der Kästen frei, saubere Gefäße und frische Aussaaterde bereit, Bodenprobe fürs Beet erledigt, hitzetolerante Sorten für die nächste Saison notiert.
Häufige Probleme im Jahreslauf
Welke Blätter trotz Gießen
Welke Blätter können von TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. kommen, aber auch von beginnender Wurzelfäule durch Staunässe. Prüfe deshalb erst die Feuchte im Substrat, bevor du weiter gießt. Ist die Erde nass, kontrollierst du die Abzugslöcher und leerst Untersetzer nach Regen.
Gelbe Blätter
Werden vor allem ältere Blätter hell bis gelb und wächst die Pflanze kaum weiter, kann das auf allgemeinen Nährstoffmangel oder Stickstoffmangel hindeuten. Am Aussehen allein lässt sich beides kaum unterscheiden, deshalb düngst du nach Packungsangabe und beobachtest den Neuaustrieb. Vergilben dagegen junge Blätter, während die Adern grün bleiben, kann Eisenmangel dahinterstecken. Von anderem Spurennährstoffmangel lässt sich das allerdings nicht immer eindeutig unterscheiden.
Hoher Kalkgehalt oder Staunässe können die Eisenverfügbarkeit einschränken, obwohl genug Eisen im Boden ist. Weil der Elfenspiegel zudem mäßig sauren Boden mag, prüfst du bei gelben jungen Blättern zuerst den pH-Wert per Bodenuntersuchung.
Braune Blattränder
Braune Ränder an älteren Blättern können auf Kaliummangel hinweisen, ähneln aber Trocken- oder SalzschädenSalzschäden sind Schäden an Pflanzen durch zu viel Salz im Boden oder Substrat, etwa nach zu hohen Düngergaben oder durch Streusalz. Typisch sind Blätter, die vom Rand her braun werden, und ein gehemmtes Wachstum.. Hohe Salzbelastung durch Überdüngung kann besonders in Gefäßen Wurzeln absterben lassen und braune Blattränder verursachen. Liegt Überdüngung nahe, wäschst du die Salze mit langsam fließendem Wasser und freiem Ablauf aus oder tauschst die Erde im Gefäß aus. Gedüngt wird erst wieder, wenn sich die Pflanze erholt hat.
Die Blüte lässt im Hochsommer nach
Prüfe zuerst, ob der Wurzelballen ausgetrocknet ist, denn Hitze und trockene Ballen vertragen Nemesia-Hybriden schlecht. Danach folgt der kräftige Rückschnitt, wie im Sommerkapitel beschrieben, und die regelmäßige Düngung läuft weiter.
Blattläuse und Mehltau
Bei schwachem Blattlausbefall an Zierpflanzen genügt häufig ein Wasserstrahl. Ein abwischbarer weißer Belag auf der Blattoberseite kann auf Echten Mehltau hindeuten, und befallene Pflanzenteile entfernst du. Wie du bei Sommerblumen vorbeugst und von Hand eingreifst, steht im Sommerblumen-Überblick im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.




