Portulakröschen: So nutzt du den Trockenheitskünstler im sonnigen Garten
- Das Portulakröschen (Portulaca grandiflora) speichert Wasser in dickfleischigen Blättern und bevorzugt heiße, trockene Bedingungen.
- Es braucht volle Sonne und gut durchlässigen Boden, auf nährstoffarmem Sand gedeiht es.
- Nasse Böden verträgt es nicht, am liebsten steht es warm und vor Regen geschützt.
- Bis zum Auflaufen und in der Anwachsphase darf auch der Trockenheitskünstler nicht austrocknen.
- Es ist einjährig, nicht winterhart und kommt erst nach den Eisheiligen ins Freie.
- Wenn dir Insekten wichtig sind, wählst du einfach blühende statt gefüllter Mischungen.

Kennst du die Stelle im Garten, an der die Erde im Hochsommer schneller austrocknet, als du mit der Gießkanne nachkommst? Bei mir sind das der Kiesstreifen vor der Südwand und die Kübel auf der Treppe. Genau an solche Plätze setze ich Portulakröschen. Die niedrige Sommerblume speichert Wasser in dickfleischigen Blättern und bevorzugt heiße, trockene Bedingungen. Ganz ohne Wasser geht es trotzdem nicht: Keimlinge und frisch gesetzte Pflanzen brauchen Feuchtigkeit, und nasse Böden verträgt das Portulakröschen nicht.
Wie ist das Portulakröschen an Trockenheit angepasst?
Das Portulakröschen (Portulaca grandiflora) ist eine einjährige Sommerblume und nicht winterhart. Seine dickfleischigen Blätter dienen ihm als Wasserspeicher. Ähnlich ist es bei vielen Mittagsblumengewächsen, deren sukkulente Blätter ebenfalls Wasser speichern.
Als sukkulent bezeichnet man Pflanzen, die Wasser in fleischigem Gewebe speichern. Beim Portulakröschen übernehmen das die dickfleischigen Blätter.
Wasserspeicher, Sonne und magerer Boden
Zu diesen Blättern passt der Platz, den die Art bevorzugt: heiß, trocken und in voller Sonne. Der Boden sollte gut durchlässig sein, auf nährstoffarmem Sand gedeiht das Portulakröschen. Sein Düngebedarf ist niedrig. Wie du Licht, Boden und pH-Wert für Sommerblumen allgemein einschätzt, erklärt der Abschnitt Standort und Boden im Sommerblumen-Ratgeber.
Die wichtigsten Merkmale im Überblick:
| Merkmal | Portulakröschen |
|---|---|
| Wasserspeicher | dickfleischige Blätter |
| Licht | volle Sonne |
| Boden | gut durchlässig, gedeiht auf nährstoffarmem Sand |
| Nässe | nasse Böden meiden, Platz vor Regen geschützt |
| Düngebedarf | niedrig |
| Wuchshöhe | 10–20 cm |
| Wuchsbreite | 20–30 cm |
| Blütezeit | Juni bis September |
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart |
Wo die Anpassung endet
Die erste Grenze liegt am Anfang. Saatgut darf während und unmittelbar nach der Keimung nicht austrocknen, auch beim Portulakröschen nicht. Die Saat hältst du bis zum AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. unter Glas oder Folie feucht, erst danach ziehst du die Sämlinge kühler und trockener weiter. Auch nach dem Auspflanzen darf die junge Pflanze in der Anwachsphase nicht austrocknen, das gilt für trockenheitsverträgliche Arten allgemein. Auf den Wasserspeicher in den Blättern verlässt du dich also erst bei der eingewachsenen Pflanze, nicht beim Sämling und nicht beim frisch gesetzten Ballen.
Die zweite Grenze ist Nässe. Nasse Böden meidet die Art, am liebsten steht sie warm, vollsonnig und vor Regen geschützt. Als dritte Grenze kommt die Kälte dazu: Das Portulakröschen ist nicht winterhart und kommt erst nach den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr. ins Freie.
„Einen Trockenheitskünstler muss man nie gießen.“ Das stimmt so nicht. In der Anwachsphase gießt du bei Bedarf zusätzlich, weil auch trockenheitsverträgliche Pflanzen dann nicht austrocknen dürfen. Danach richtet sich das Gießen nach Bodenfeuchte und Witterung, nicht nach einem festen Rhythmus.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist gut durchlässiger Boden; gedeiht auf nährstoffarmen Sandböden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist gut durchlässiger Boden; gedeiht auf nährstoffarmen Sandböden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Pflege
- Pflege
Nasse Böden vermeiden; die Art bevorzugt heiße, trockene Bedingungen.
- Düngung
Portulakröschen haben einen niedrigen Düngebedarf und können gelegentlich gedüngt werden. Bei Stecklingsvermehrung kann Düngung das Wachstum fördern.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.
Was bringt das Portulakröschen einem trockenen Garten?
Seinen Platz hat das Portulakröschen dort, wo es heiß, vollsonnig und durchlässig ist. Beim Düngen macht es wenig Arbeit: Für das Saatgutangebot Einfache Mischung ist auf trockenen, mageren Standorten keine Düngung vorgesehen. Verwendet wird es als Beet- und Balkonpflanze, auch Kübel und Topf eignen sich.
Lückenfüller und Fläche im sonnigen Beet
Sommerblumen eignen sich als Lückenfüller im Staudenbeet und als Folgebepflanzung nach frühblühenden Zwiebelgewächsen. Ich plane Portulakröschen für solche Lücken ein, wenn sie in der vollen Sonne liegen und der Boden dort schnell abtrocknet. Wo diese Stellen liegen, erkennst du, wenn du deine Beetfläche im Beetplaner skizzierst. Für ganze Flächen zeigt ein eigener Ratgeber, wie du Portulakröschen als Bodendecker in Beet, Steingarten und am Hang einsetzt.
Einjährige Sommerblume oder Staude?
Für eine dauerhafte Bepflanzung trockener Plätze kommt eine Staude wie Delosperma cooperi infrage. Eingewachsen ist sie sehr trockenheitsverträglich, nasse Winter können ihre Überwinterung aber gefährden. Beim Portulakröschen stellt sich diese Frage nicht, weil es einjährig ist und jedes Jahr neu gesät wird. Dafür kostet es dich in jeder Saison eine neue Aussaat oder Pflanzung.
Ähnliche Ansprüche wie das Portulakröschen hat die einjährige Mittagsblume Dorotheanthus bellidiformis: volle Sonne und trockener, sandiger, magerer Boden ohne Staunässe. Auch Mittagsgold (Gazania) gilt als trockentolerant und braucht volle Sonne, im Schatten schließen sich seine Blüten.
Taugt das Portulakröschen für heiße, trockene Sommer?
Wenn du deinen Garten auf heiße, trockene Sommer einstellen willst, fängst du bei der Pflanzenwahl an. Sie richtet sich nach dem Standort, und hitze- und trockenheitsverträgliche Pflanzen können dort den Bewässerungsbedarf senken. Das Portulakröschen gehört an die heißen, vollsonnigen Plätze mit durchlässigem Boden.
Was es leisten kann und was nicht
Eine Lösung für jeden Platz ist das Portulakröschen nicht. Wo sich nach Regen Wasser staut, setzt du es besser nicht hin, denn nasse Böden meidet es. Als einjährige, nicht winterharte Pflanze belegt es einen Platz außerdem nur für eine Saison.
Die Einjährigkeit hat auch eine praktische Seite: Einjährige Sommerblumenflächen säst du jedes Jahr neu ein. Damit entscheidest du jedes Jahr neu, welche heißen Ecken das Portulakröschen bekommt, und richtest dich nach dem, was du im letzten Sommer beobachtet hast. Den Aussaattermin hältst du im druckbaren Aussaatkalender für Sommerblumen fest.
Wasser sparen im Trockenbeet
Ich gieße meine Trockenecke morgens und direkt an den Wurzeln, mit Wasser aus der Regentonne. Gesammeltes Regenwasser aus Regentonnen oder Zisternen kannst du zum Gießen im Garten nutzen. Wenn ein Beet Wasser braucht, gießt du seltener und dafür durchdringend. In geeigneten Staudenbereichen daneben kann mineralischer Mulch aus Ziegelsplitt oder Kies den Boden bedecken.
Kompost und GründüngungGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet. erhöhen den HumusgehaltHumus ist die tote organische Substanz im Boden. Er entsteht, wenn Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenteile, tote Tiere und Pilze zersetzen; der Humusgehalt gibt an, wie viel davon ein Boden enthält. und damit die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. Das ist ein Weg für Beete mit durstigeren Pflanzen. Das Portulakröschen selbst gedeiht auf nährstoffarmem Sand.
So stellst du ein sonniges Beet auf trockene Sommer ein.
- Heiße, vollsonnige und durchlässige Plätze mit trockenheitsverträglichen Arten wie dem Portulakröschen bepflanzen.
- Stellen, an denen sich nach Regen Wasser staut, für das Portulakröschen meiden.
- Regenwasser in Regentonne oder Zisterne sammeln.
- Morgens und direkt im Wurzelbereich gießen, bei Bedarf seltener und dafür durchdringend.
- Neu gesetzte Pflanzen in der Anwachsphase nicht austrocknen lassen.
Was haben Insekten vom Portulakröschen?
Einfach oder gefüllt: Die Blütenform zählt
Wenn dein Trockenbeet auch Insekten etwas bieten soll, schau zuerst auf die Blütenform. Portulakröschen gibt es mit einfachen und mit gefüllten Blüten. Ungefüllte Blüten erleichtern Insekten den Zugang zu Nektar und Pollen. Gefüllte Zuchtformen sind dagegen häufig steril und bieten dann keine Nahrung für Bienen.
Eine gefüllte Portulakröschen-Mischung aus dem Handel wird als nicht nützlingsfreundlich eingestuft. Ganz schematisch ist die Sache aber nicht, denn auch gefüllt blühende Zierpflanzen können noch zugänglichen Pollen oder Nektar bilden. Die Füllung allein bestimmt den Bienenwert nicht sicher. Für ein insektenfreundliches Beet greifst du trotzdem zur einfach blühenden Mischung: Sie hat die zugänglichere Blütenform, und für eine gefüllte Mischung liegt die Einstufung als nicht nützlingsfreundlich bereits vor.
Blüten über die ganze Saison
Ein bienenfreundlicher Garten kombiniert unterschiedliche Blütenpflanzen zu einem möglichst durchgehenden Nahrungsangebot. Das Portulakröschen blüht von Juni bis September und füllt damit einen Teil des Sommers. Krokusse und Traubenhyazinthen ergänzen solche Sommerpflanzungen um Blüten im zeitigen Frühjahr. Im Oktober bringen Myrten-Astern noch einmal ein Blütenangebot für Bienen.
Nistplätze und heimische Arten
Wildbienen brauchen neben Blüten auch Nistplätze. Besonnte, unbewachsene und dauerhaft ungestörte Bodenstellen bieten bodennistenden Arten Nistmöglichkeiten. Eine solche Stelle lässt du neben dem Beet frei und hackst sie nicht. Einige spezialisierte Wildbienen sind auf bestimmte heimische Pflanzen angewiesen. Ergänze dein Trockenbeet deshalb um heimische Arten regionaler Herkunft. Auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtest du in einem insektenfreundlichen Garten.
Am Terrassenrand säe ich einfach blühende Portulakröschen. Daneben lasse ich einen schmalen Streifen sonnigen, offenen Boden liegen, den ich weder hacke noch bepflanze. Im Gartenbuch notiere ich, wann in diesem Teil des Gartens was blüht.
Aussaat, Pflege und Verwendung: das Wichtigste in Kürze
Aussaat und Auspflanzen
Portulakröschen ist ein LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte. und keimt bei 18 bis 22 °C. Beim Saatgutangebot Einfache Mischung ersparen dir drei bis fünf Samen je Topf das PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat.. Wann du säst und wie du vorgehst, zeigt der Ratgeber, wie du Portulakröschen aussäst und die Sämlinge zur Blüte bringst.
Gießen und Blütezeit
Eingewachsene Portulakröschen gießt du nach Bedarf: Bodenfeuchte und Witterung entscheiden, nicht ein fester Tagesabstand. Wie oft und wie viel in Beet, Topf und bei Wetterextremen, steht im Ratgeber, wie du Portulakröschen richtig gießt. Verblühtes zu entfernen kann bei Sommerblumen weitere Blüten fördern, und wie du so die Blütezeit des Portulakröschens verlängerst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Steingarten und Trockenmauer
Magere, durchlässige Plätze zwischen Steinen kommen den Ansprüchen des Portulakröschens entgegen. In Trockenmauern bepflanzt du nur die Stoßfugen, die Lagerfugen bleiben aus Stabilitätsgründen frei. Wie du Fugen und Substrat vorbereitest, erklärt der Ratgeber, wie du Steingärten und Trockenmauern mit Portulakröschen bepflanzt.
Balkonkasten und Kübel
Im Gefäß braucht das Portulakröschen Abzugslöcher, und zu feuchtes Substrat mischst du mit Sand. Je kleiner das Gefäß, desto schneller trocknet die Erde darin aus. Allgemeines zur Topfkultur von Sommerblumen steht im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Topf, Überwintern und StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze..
Sorten und Vermehrung
Portulakröschen gibt es einfach und gefüllt blühend in Weiß, Gelb, Rosa, Rot und Pink, einen Überblick gibt der Ratgeber zu Sorten und Farben des Portulakröschens. Samen von HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können Nachkommen bringen, die anders aussehen als die Mutterpflanze. Wie du dein Gartenjahr mit Portulakröschen vom Auspflanzen bis zur Stecklingsvermehrung planst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Krankheiten und gute Nachbarn
Welkt ein Portulakröschen im Topf, prüfst du zuerst die Erdfeuchte, denn auch Dauernässe und abgestorbene Wurzeln können Welke verursachen. Wie du vorbeugst und von Hand eingreifst, steht im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge. Als Nachbarn passen Lavendel, Thymian und Rosmarin, die mit Trockenheit gut zurechtkommen, und Kombinationen prüfst du mit dem Mischkultur-Werkzeug.



