Tithonien schützen: Krankheiten und Schädlinge erkennen und richtig eingreifen
- Junge Tithonien brauchen Schutz vor Schneckenfraß, besonders direkt nach dem Auspflanzen im Mai.
- Echter Mehltau lässt sich als weißer Belag oben vom Blatt abwischen, Falscher Mehltau sitzt nicht abwischbar auf der Unterseite.
- Welke kann Trockenstress oder beginnende Wurzelfäule bedeuten: erst die Bodenfeuchte prüfen, dann gießen.
- Abstand als System: 40 cm in der Reihe und 50 cm zwischen den Reihen verbessern die Luftzirkulation.
- Starke Düngung kann bei Tithonien übermäßiges Laubwachstum und schwache Stängel fördern.
- Chemie bleibt das letzte Mittel: Erreger sicher bestimmt, sanfte Wege ausgeschöpft, Mittel für den Haus- und Kleingarten zugelassen.

Ein grauer Flaum an den unteren Blättern, angefressene Jungpflanzen oder eine Tithonie, die trotz Gießen schlapp hängt: Dann willst du wissen, ob du eingreifen musst und womit. Ich gehe in solchen Fällen immer gleich vor. Zuerst schaue ich genau hin, dann prüfe ich Boden und Wetter, und erst danach wähle ich eine Maßnahme. Ein chemisches Mittel steht in dieser Reihenfolge ganz am Ende.
Die Mexikanische Sonnenblume (Tithonia rotundifolia) ist eine einjährige, nicht winterharte Sommerblume, die von Juli bis zum ersten Frost blüht. Das Porträt der Art und ihren Wert für Insekten beschreibt der Ratgeber, was Tithonien Bienen und anderen Insekten bieten.
Welche Probleme an Tithonien auftreten können
Eine Schwachstelle zeigt sich gleich nach dem Pflanzen: Junge Tithonien brauchen Schutz vor Schneckenfraß. Daneben können an ihnen die Krankheiten und Schädlinge auftreten, die viele Sommerblumen bei Nässe, dichtem Stand oder Hitze treffen. Dazu zählen Echter und Falscher Mehltau, GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. und Wurzelfäule bei Dauernässe. Bei den Tieren kommen neben Schnecken auch Blattläuse, Weiße Fliege, SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. und Thripse infrage.
Die Tabelle hilft dir bei der ersten Zuordnung. Jedes Symptom ist dabei ein Hinweis und noch keine Diagnose. Den artübergreifenden Rahmen findest du im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge im Sommerblumen-Überblick.
| Was du siehst | Mögliche Ursache | Erster Schritt |
|---|---|---|
| Weißer, abwischbarer Belag auf der Blattoberseite | Echter Mehltau | erkrankte Blätter entfernen, betroffene Triebe zurückschneiden |
| Nicht abwischbarer Belag unterseits, oben gelbliche bis braune Flecken | Falscher Mehltau | Befallenes entfernen, nicht auf den eigenen Kompost |
| Grauer Belag auf faulenden Teilen bei hoher Luftfeuchte | Grauschimmel | faulende Teile entfernen |
| Welke, obwohl gegossen wurde | TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. oder beginnende Wurzelfäule | Bodenfeuchte in der Tiefe prüfen |
| Fraß vom Blattrand, silbrige Schleimspuren | Schnecken | Tiere absammeln |
| Gekräuselte Blätter, Tiere an Triebspitzen und Blattunterseiten | Blattläuse | bei schwachem Befall mit Wasser abspritzen |
| Klebriger Belag auf den Blättern | Weiße Fliege | stark besetzte Blätter abpflücken |
| Gelblich-weiße Sprenkel, feine Gespinste | Spinnmilben | befallene Blätter entfernen |
| Silbrig graue Stellen, verformte Blüten | Thripse | befallene Teile entfernen |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist gut durchlässiger, mäßig nährstoffreicher Boden. Volle Sonne und Schutz vor starkem Wind; bei trockenem Wetter reichlich wässern. Kühles, bedecktes Wetter führt zu schwachem Wachstum.
- Bodenart
Lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist gut durchlässiger, mäßig nährstoffreicher Boden.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für Blumenbeete und Rabatten, Bauern- oder Kiesgärten; windgeschützt stellen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Mit milder Wärme aussäen.
- Saattiefe
Flach säen: Licht begünstigt die Keimung.
Pflege
- Pflege
Bei trockenem Wetter ausreichend gießen; nach der Blüte zurückschneiden. Junges Wachstum vor Schneckenfraß schützen.
- Düngung
Starke Düngung und sehr nährstoffreichen Boden vermeiden: Beides kann übermäßiges Laubwachstum und schwache Stängel fördern. Arme bis durchschnittlich versorgte, durchlässige Böden sind geeignet.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Blumenrabatten und Beete, Schnittblumen, Kiesgarten.
Pilzkrankheiten erkennen und eindämmen
Echter und Falscher Mehltau
Echter Mehltau zeigt sich zunächst durch weiße Flecken, die zu einem mehlartigen Belag zusammenwachsen. Der Belag sitzt auf der Blattoberseite, lässt sich abwischen und wird später bräunlich. Er kann auch bei trockenwarmer Witterung auftreten, nicht nur in nassen Wochen. Falscher Mehltau sieht anders aus: Auf der Blattunterseite liegt ein Belag, der sich nicht abwischen lässt, und oben erscheinen gelbliche bis braune Flecken.
Mit dem Wischtest trennst du die beiden Krankheiten direkt im Beet. Ich drehe dafür ein unteres Blatt um und streiche mit dem Finger über den Belag. Geht er oben ab, spricht das für Echten Mehltau, sitzt er fest auf der Unterseite, eher für Falschen.
Bei beginnendem Echtem Mehltau entfernst du die erkrankten Blätter und schneidest betroffene Triebe zurück. Das kann die Ausbreitung eindämmen. Material mit Falschem Mehltau kommt ebenfalls weg, aber nicht auf den eigenen Kompost. Ausreichender Pflanzabstand, gute Belichtung und Durchlüftung unterstützen die Vorbeugung gegen Echten Mehltau. Dazu gehört auch, eine Stickstoffüberdüngung zu vermeiden.
Gegen Ende der Saison gilt ein gewisser Befall mit Echtem Mehltau an Sommerblumen als tolerierbar. Die Tithonie ist einjährig und endet ohnehin mit dem ersten Frost. Ein später Mehltau trifft also eine Pflanze, deren Saison gerade ausläuft, und mir reicht dann das Entfernen der am stärksten befallenen Blätter. Wie du die Blüte bis dahin hältst, zeigt der Ratgeber, wie du Tithonien im Spätsommer bis in den Herbst blühen lässt.
„Wer abends gießt, holt sich Mehltau.“ Der Verzicht auf abendliches Gießen gilt bei Echtem Mehltau an Sommerblumen als Maßnahme mit nicht gesicherter Wirkung. Ich gieße meine Tithonien trotzdem morgens direkt am Boden, weil Pflanzen und Boden dann tagsüber abtrocknen können.
Grauschimmel bei hoher Luftfeuchte
Grauschimmel bildet bei hoher Luftfeuchtigkeit einen grauen Belag auf faulenden Pflanzenteilen. Diese Teile entfernst du, um den Befall einzudämmen. Ein sehr dichter Bestand begünstigt bei Beet- und Balkonpflanzen die Ausbreitung des Pilzes. Bei Balkonpflanzen können außerdem vom Wind geknickte Blätter und Blütenstiele zur Befallsstelle werden. Tithonien brauchen ohnehin einen Platz mit Schutz vor starkem Wind. Geknickte Teile schneide ich trotzdem ab, sobald ich sie entdecke.
Welke trotz Gießen: Trockenheit oder Wurzelfäule?
Welke Blätter können zwei gegensätzliche Ursachen haben: Trockenstress oder eine beginnende Wurzelfäule. Prüfe deshalb die Bodenfeuchte, bevor du zur Gießkanne greifst. Tithonien brauchen bei trockenem Wetter ausreichend Wasser, zugleich aber einen gut durchlässigen Boden. Wer eine welke Pflanze auf Verdacht gießt, kann also genau das Problem verstärken, das hinter der Welke steckt. Ein hoher Tonanteil verringert die Wasserdurchlässigkeit des Bodens und begünstigt Staunässe. Auf schwerem Boden prüfe ich die Feuchte deshalb nicht nur an der Oberfläche, sondern tiefer im Wurzelbereich.
Die Tithonie hängt schlapp, also wird nachgegossen. Ist die Erde in der Tiefe noch nass, kann eine beginnende Wurzelfäule dahinterstecken, und weitere Wassergaben können die Lage verschärfen.
Schädlinge an Tithonien im Steckbrief
Bei Sommerschnittblumen, zu denen die Tithonie zählt, gehören das Absammeln von Schädlingen und das Entfernen erkrankter Pflanzenteile zu den empfohlenen mechanischen Maßnahmen. Mit diesen beiden Handgriffen beginne ich bei jedem der folgenden Schädlinge.
Schnecken an jungen Pflanzen
Vorgezogene Tithonien kommen im Mai ins Beet, und ihr junges Wachstum braucht Schutz vor Schneckenfraß. Die heikle Phase beginnt damit direkt nach dem Auspflanzen. Fraß vom Blattrand und silbrige Schleimspuren sprechen für Schnecken. Auch eingetrocknete Schleimspuren neben Fraßschäden sind bei Sommerblumen ein Hinweis.
Sammle die Tiere zuerst ab. Gegen erneute Zuwanderung kann ein Schneckenzaun helfen, einzelne gefährdete Pflanzen kann ein Schneckenkragen schützen. Eine zu dicke Mulchschicht bietet Schnecken Unterschlupf. Rund um junge Tithonien lege ich deshalb keine dicke Mulchdecke aus.
Nach dem Auspflanzen gehe ich in der Abenddämmerung mit der Taschenlampe durch die jungen Tithonien. Dabei schaue ich unter die unteren Blätter und an den Stängelfuß.
Blattläuse an Triebspitzen
Blattläuse sitzen an Zierpflanzen häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen. Befallene Blätter und Triebe können sich kräuseln oder verkrüppeln. Schau zuerst, ob sich an der Kolonie schon Nützlinge zeigen. Marienkäfer sowie die Larven von Florfliegen und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. gehören zu den natürlichen Feinden der Blattläuse. Bei schwachem Befall genügt häufig das Abspritzen mit einem Wasserstrahl.
Weiße Fliege und klebriger Honigtau
Bei der Weißen Fliege entsteht der Hauptschaden durch klebrigen HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn. auf den Blättern. Im Freiland pflückst du die am stärksten besetzten Blätter ab und entsorgst sie. Größere Blätter lassen sich mit Wasser abwaschen.
Spinnmilben in heißen Wochen
Spinnmilben verursachen an Zierpflanzen gelblich-weiße Sprenkel auf den Blättern, teils mit feinen Gespinsten. An Petunien und Pelargonien treten sie vor allem bei trockenem, heißem Wetter auf. In heißen Wochen drehe ich deshalb auch an meinen Tithonien Blätter um und suche nach Sprenkeln. Befallene Blätter entferne ich.
Spinnmilben sind etwa 0,5 mm groß. Ich suche deshalb zuerst nach Sprenkeln und Gespinsten und nehme für die Tiere selbst eine Lupe.
Thripse an Blättern und Blüten
Thripse hinterlassen mit ihren Saugschäden silbrig graue Stellen. Bei starkem Blütenbefall können sich die Blüten verformen. Befallene Pflanzenteile entfernst du wie bei den anderen Schädlingen.
Mangel, Wetter oder Krankheit: so grenzt du ab
Nicht jede Verfärbung stammt von einem Erreger. Gelbe ältere Blätter können bei Beet- und Balkonpflanzen durch Wasser-, Licht-, Temperatur-, Salz- oder Nährstoffstress entstehen. Auch das Wetter wirkt mit, denn kühles, bedecktes Wetter kann bei Tithonien zu schwachem Wachstum führen. Die folgenden Blattbilder können auf einen Mangel hindeuten, sicher bestimmen lässt er sich damit nicht.
| BlattbildDas Blattbild ist das sichtbare Erscheinungsbild der Blätter: Farbe, Flecken und das Muster von Verfärbungen. Es hilft dir einzuschätzen, ob einer Pflanze Nährstoffe fehlen oder ob eher eine Krankheit dahintersteckt. | Kann hindeuten auf | Vorbehalt |
|---|---|---|
| Helles Laub, gehemmtes Wachstum, zuerst gelbe ältere Blätter | allgemeinen Nährstoffmangel oder Stickstoffmangel | beide lassen sich am Aussehen kaum unterscheiden |
| Aufhellungen an älteren Blättern, Adern zunächst grün | Magnesiummangel | Hinweis, kein Befund |
| Vergilbung zwischen grünen Adern an jungen Blättern | Eisenmangel | nicht immer von anderem Spurennährstoffmangel zu trennen |
| Braune Ränder an älteren bis mittelalten Blättern | Kaliummangel | ähnelt Trocken- und SalzschädenSalzschäden sind Schäden an Pflanzen durch zu viel Salz im Boden oder Substrat, etwa nach zu hohen Düngergaben oder durch Streusalz. Typisch sind Blätter, die vom Rand her braun werden, und ein gehemmtes Wachstum. |
Die Düngung von Gartenbeeten richtet sich nach der Bodenuntersuchung. Bei der Tithonie kommt hinzu, dass starke Düngung und sehr nährstoffreicher Boden übermäßiges Laubwachstum und schwache Stängel fördern können. Eine Gabe auf bloßen Mangelverdacht kann ihr also eher schaden als helfen.
Wenn die Ursache unklar bleibt
Blattflecken an krautigen Gartenpflanzen können von Schaderregern stammen oder nichtparasitäre Ursachen haben. Bleibt die Ursache unklar, braucht es eine fachliche Diagnose. Eine Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst kann klären, was dahintersteckt und welche Maßnahme passt. Das gilt auch beim Verdacht auf Viren oder Bakterien, denn solche Ursachen lassen sich mit bloßem Auge kaum sicher von anderen trennen. Bis zum Befund schneide ich auffällige Triebe ab und arbeite an dieser Pflanze zuletzt. Werkzeug und Handschuhe reinige ich danach, bevor ich gesunde Pflanzen anfasse.
Vorbeugen: Platz, Abstand und Wasser
Tithonien brauchen volle Sonne, Schutz vor starkem Wind und einen gut durchlässigen, mäßig nährstoffreichen Boden. Wie du Licht und Boden für Sommerblumen einschätzt, beschreibt der Sommerblumen-Überblick im Abschnitt zu Standort und Boden. Alles zur Kultur bis zur Blüte zeigt der Ratgeber, wie du Tithonien von der Vorkultur bis zur Blüte kultivierst.
Für die Luft im Bestand zählt der Abstand. Ausreichender Pflanzabstand verbessert die Luftzirkulation und das Abtrocknen der Blätter, sodass das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten sinkt. In der Reihe setze ich Tithonien mit 40 cm Abstand. Zwischen den Reihen lasse ich 50 cm frei. Wenn du das Beet vorher im Beetplaner skizzierst, siehst du früh, ob der Platz reicht.
Gegossen wird bei Trockenheit ausreichend, vorzugsweise morgens im Wurzelbereich und ohne das Laub zu benetzen. Wie das an heißen, trockenen Plätzen wassersparend gelingt, zeigt der Ratgeber, wie du Tithonien in trockenen Sommern versorgst.
Tithonien sind nicht winterhart und kommen vorgezogen im Mai ins Freiland. Einen Zeitplan für Aussaat und Pflanzung bietet dir der Aussaatkalender für Sommerblumen. Was beim frostfreien Auspflanzen gilt, fasst der Sommerblumen-Überblick im Abschnitt zur Vorkultur auf der Fensterbank zusammen.
Manche Partnerpflanzen können Schädlingen mit ihren arteigenen Duftstoffen das Auffinden der Wirtspflanze erschweren. Eine Garantie gegen Befall ist Mischkultur nicht. Welche Nachbarn zusammenpassen, kannst du mit dem Mischkultur-Planer prüfen.
Wann ein chemisches Mittel vertretbar ist
Erst die sanften Wege
Absammeln, Abspritzen und das Entfernen befallener Teile sind die ersten Schritte; wie du zusätzlich Nützlinge förderst, zeigt der Ratgeber, mit welchen natürlichen Methoden du Schädlinge an Tithonien abwehrst. Selbst angesetzten PflanzenjauchenPflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. wird oft eine stärkende Wirkung nachgesagt. Deren Nährstoffgehalte schwanken aber mit Pflanzenart, Pflanzenzustand und Erntezeitpunkt, und eine allgemein gültige Menge oder Häufigkeit gibt es nicht.
Drei Bedingungen vor jedem Mittel
Im Biogarten sind zugelassene Präparate in der Praxis nur selten nötig. Infrage kommen sie erst, wenn ein Schaderreger zuverlässig bestimmt ist und sanftere Methoden versagt haben. Dazu kommt die Frage, wie viel Befall die Pflanze verkraftet. Blattflecken an Sommerblumen sind meist nicht bekämpfungswürdig, weil die Toleranzschwelle hoch ist; befallene Blätter entfernst du sofort.
Ist der Erreger sicher bestimmt, notfalls über eine Pflanzenprobe? Haben Absammeln, Abspritzen und das Entfernen befallener Teile nicht gereicht? Liegt der Befall über dem, was die Pflanze verkraftet? Erst wenn alle drei Antworten Ja lauten, denke ich überhaupt über ein Mittel nach.
Die Tithonie gilt als nützlingsfreundlich und blüht bis zum ersten Frost. Der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz schont im Garten auch nützliche Insekten. Ein Mittel an einer blühenden Tithonie kann also genau die Insekten treffen, die sie anlockt.
Der Rahmen, wenn es doch sein muss
Kommt ein Mittel trotzdem infrage, gelten feste Regeln, die für jeden Hausgarten verbindlich sind.
Ohne Sachkundenachweis darfst du im Haus- und Kleingarten nur Pflanzenschutzmittel anwenden, die für nichtberufliche Anwender zugelassen und entsprechend gekennzeichnet sind. Auch dann gilt das Mittel nur in seinen zugelassenen Anwendungsgebieten, und die Anwendungsbestimmungen der Gebrauchsanweisung sind einzuhalten. Trage lange Hose und ein langärmeliges Oberteil aus möglichst dickem Material. Wartezeit und Entsorgung von Resten regelt die Gebrauchsanweisung, und wenn Kinder im Garten sind, gehört das Mittel kindersicher unter Verschluss.


