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Bauernorchideen schneiden: Wann du ausputzt und wie du danach pflegst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Der wichtigste Schnitt ist das Ausputzen: Welke Blüten nimmst du ab, weil das bei vielen Sommerblumen die weitere Blüte fördern kann.
  • Kranke Blätter pflückst du ab, kranke Triebe schneidest du zurück und entsorgst sie über Haus- oder Biomüll.
  • Entspitzen ist kein Muss: Die Serie 'Atlantis' muss für die Kultur nicht entspitzt werden.
  • Nach dem Schnitt prüfst du die Feuchte, gießt morgens direkt an die Wurzeln und vermeidest Staunässe.
  • Gedüngt wird nach Bedarf, denn mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten.
Rosa-weiße Bauernorchideenblüten mit gelben und dunklen Zeichnungen
Foto: Hans · Pixabay Content License · Quelle ↗

Bei Bauernorchideen geht es beim Schneiden um die Blüte dieses einen Sommers. Lässt du welke Blüten hängen, setzt die Pflanze Samen an, und das kann bei vielen Sommerblumen weitere Blüten vermindern. Ich gehe deshalb während der Blütezeit mit einer kleinen Schere durchs Beet und nehme ab, was welk oder krank ist. Den Rest der Pflanze lasse ich in Ruhe.

Kurz erklärt

Die Bauernorchidee ist keine Orchidee. Die Art Schizanthus pinnatus gehört zu den Nachtschattengewächsen und wächst ein- oder zweijährig, im Garten wird sie einjährig kultiviert. Schizanthus × wisetonensis ist eine Kreuzung aus Schizanthus pinnatus und Schizanthus grahamii. Beim Schnitt unterscheidest du drei Handgriffe: Ausputzen heißt welke Blüten entfernen, Rückschnitt heißt Triebe kürzen, Entspitzen heißt die Triebspitze junger Pflanzen abknipsen.

Warum du Bauernorchideen schneidest

Bauernorchideen werden einjährig kultiviert, und die Sorte ‘Angel Wings’ blüht von Juni bis August. Jeder Schnitt zielt also auf die Blüte dieses Sommers und nicht auf eine Pflanze, die du über Jahre aufbaust. Wie Rückschnitt, Winter und Mulch bei mehrjährigen Stauden zusammenspielen, beschreibt der Überblick zur Pflege von Stauden und Ziergräsern im Jahreslauf.

Für die Bauernorchidee bleiben drei Gründe, zur Schere zu greifen. Am wichtigsten ist das Ausputzen, denn das Entfernen welker Blüten kann bei vielen Sommerblumen die weitere Blüte fördern. Dazu kommt die Gesundheit: Kranke Blätter abzupflücken und kranke Triebe zurückzuschneiden kann die Ausbreitung von Echtem Mehltau eindämmen. Bleiben noch abgeknickte Triebe nach Wind oder Regen, die du sauber herausnimmst.

Mythos-Check

Bauernorchideen musst du als Jungpflanzen entspitzen. Für die Serie ‘Atlantis’ stimmt das nicht, denn in der Kultur muss sie nicht entspitzt werden. Bei anderen Sorten richtest du dich nach der Kulturangabe auf der Saatgut-Tüte.

Welche Sorte du hast

Schau auf der Saatgut-Tüte nach, ob deine Bauernorchidee zu Schizanthus pinnatus oder zur Kreuzung Schizanthus × wisetonensis gehört. Beim Ausputzen behandelst du alle gleich, Unterschiede gibt es bei Kultur und Standort.

Sorte Art Was für Schnitt und Pflege zählt
‘Atlantis’ Schizanthus × wisetonensis muss für die Kultur nicht entspitzt werden
‘Angel Wings’ Schizanthus pinnatus einjährige Sommerblume, Blüte von Juni bis August, sonniger Standort
‘Tinkerbell’ Schizanthus pinnatus einjährig kultiviert, für Beet und Topf, sonnig bis halbschattig

Wann du schneidest

Wann du schneidest, richtest du nach der Pflanze, nicht nach dem Kalender. Blüten nimmst du ab, sobald sie welken, solange die Blütezeit läuft. Kranke Teile schneidest du heraus, wenn du sie entdeckst. Echter Mehltau an Zierpflanzen beginnt häufig mit weißen Blattflecken, die sich zu einem mehlartigen Belag ausweiten können. Solche Flecken können auf Mehltau hindeuten und sind ein Anlass, die betroffenen Blätter abzupflücken.

Phase Handgriff
Jungpflanze Entspitzen ist bei ‘Atlantis’ nicht nötig
Blütezeit, bei ‘Angel Wings’ Juni bis August welke Blüten abnehmen
Befall, etwa weiße Blattflecken kranke Blätter abpflücken, kranke Triebe zurückschneiden
Saisonende ausgewählte Blüten bis zur Samenreife stehen lassen, wenn du Saatgut willst

Gegen Ende der Saison entscheidest du, ob du Saatgut ernten willst. Für die Samengewinnung bleiben ausgewählte verblühte Blüten bis zur Samenreife an der Pflanze. Bei vielen Sommerblumen kann Samenbildung weitere Blüten vermindern, und für Saatgut müssen Blüten stehen bleiben. Wer ernten will, wägt also bei jeder Blüte zwischen Nachblüte und Samen ab. Bei Hybridsorten können die Nachkommen aus selbst geernteten Samen deutlich von der Mutterpflanze abweichen. Wie du die Bauernorchidee über Samenernte oder Überwinterung ins nächste Jahr bringst, beschreibt der Ratgeber zu Anbau und Pflege.

Tipp

Binde einen Wollfaden an die Blüten, die für Saatgut stehen bleiben sollen. So schneidest du sie beim Ausputzen nicht aus Versehen mit ab.

Welches Werkzeug du brauchst

Für Bauernorchideen reicht eine kleine, scharfe Schere, welke Einzelblüten knipst du auch mit den Fingern ab. Achte vor allem darauf, dass die Schere sauber ist. Werkzeug, das mit krankheitsbelasteter Erde verschmutzt ist, reinigst du, damit du die Verschleppung von Schaderregern begrenzt. Nach kranken Trieben wische ich die Klinge ab, bevor ich die nächste Pflanze anfasse.

Marias Erfahrung

Beim Ausputzen stelle ich einen Eimer für gesunde Reste und eine Tüte für kranke Teile neben das Beet. Den Eimer leere ich auf den Kompost, die Tüte kommt in den Hausmüll.

So schneidest du Bauernorchideen Schritt für Schritt

Ich arbeite jede Pflanze in derselben Reihenfolge ab: erst kranke Teile, dann Verblühtes, zum Schluss abgeknickte Triebe.

  1. Hinschauen. Geh die Pflanze durch und such welke Blüten, fleckige Blätter und abgeknickte Triebe, auch an Blattunterseiten und Triebspitzen.
  2. Kranke Teile zuerst. Pflück kranke Blätter ab und schneide befallene Triebe zurück, bis du im gesund aussehenden Gewebe bist. Danach reinigst du die Schere.
  3. Welke Blüten abnehmen. Schneide den welken Blütenstand über dem nächsten gesunden Blatt ab, einzelne welke Blüten knipst du ab.
  4. Abgeknickte Triebe kürzen. Einen abgeknickten Trieb schneidest du unterhalb der Knickstelle über einem Blatt ab.
  5. Gesundes stehen lassen. Gesunde, blühende Triebe bleiben, wie sie sind, denn ein Formschnitt ist nicht das Ziel.
  6. Samenträger schonen. Blüten, die du für Saatgut markiert hast, lässt du bis zur Samenreife an der Pflanze.

Schneide nur, was welk, krank oder abgeknickt ist. Alles andere bleibt an der Pflanze.

Typische Schnittfehler

Welke Blüten stehen lassen. Wer nicht ausputzt, lässt den wichtigsten Handgriff aus. Stehen bleiben sollten nur die Blüten, die du bewusst für Saatgut markiert hast.

Blühende Triebe einkürzen. Wer gesunde, blühende Triebe kürzt, schneidet die Blüten und Knospen daran mit ab. Halte dich deshalb an Welkes, Krankes und Abgeknicktes.

Für ein zweites Jahr schneiden. Ein kräftiger Herbstschnitt als Vorbereitung auf das nächste Jahr passt nicht zu einer Sommerblume, die einjährig kultiviert wird. Am Saisonende entscheidest du nur noch, ob du Saatgut stehen lässt.

Häufiger Fehler

Kranke Triebe landen mit dem übrigen Schnittgut auf dem Kompost. Befallene Pflanzenteile gehören in den Haus- oder Biomüll, weil im Gartenkompost möglicherweise keine ausreichenden Temperaturen entstehen, um Erreger abzutöten.

Pflege nach dem Rückschnitt

Nach dem Schnitt kümmerst du dich um drei Dinge: die Feuchte ohne Staunässe, Nährstoffe nach Bedarf und einen Blick auf neue Schäden.

Gießen: erst prüfen, dann morgens an die Wurzeln

Prüf vor dem Gießen die Feuchte auch unter der Oberfläche, statt nur nach der trockenen Krume zu entscheiden. Ich stecke dafür einen Finger in die Erde. Gegossen wird möglichst morgens und direkt im Wurzelbereich, ohne die Blätter zu benetzen. Wird morgens gegossen, trocknen die Blätter schneller ab, und gegenüber abendlicher Blattbenässung sinkt die Gefahr von Blattkrankheiten.

Staunässe vermeidest du, denn länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Im Topf braucht das Gefäß dafür freie Abzugslöcher. Als allgemeines Prüfkriterium bei Kübelpflanzen gilt eine 1 bis 2 cm tief abgetrocknete obere Substratschicht. In torffreier Erde prüfst du zusätzlich unten im Topf oder über das Gewicht, weil eine trockene Oberfläche Nässe darunter verdecken kann. Was im Gefäß sonst zählt, erklärt der Ratgeber dazu, wie Bauernorchideen auf dem Balkon reich blühen.

Düngen: nach Bedarf statt nach Termin

Schizanthus × wisetonensis braucht nährstoffreichen, feuchten Boden. Ob du nach dem Schnitt nachdüngst, entscheidest du nach dem Bedarf der Pflanze und dem Nährstoffangebot im Boden. Hell- bis gelbgrüne ältere Blätter und gebremstes Wachstum können auf Stickstoffmangel hindeuten. In Töpfen mit torffreier Erde schaust du genauer hin: Solche Erden sind meist vorgedüngt, können aber durch ihre Ersatzstoffe die Stickstoffverfügbarkeit einschränken.

Dünger gibst du auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Pflanzenteile. Bei großer Hitze oder längerer Trockenheit kommt Flüssigdünger niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchteten Boden, nicht über die Blätter. Überdüngen solltest du vermeiden, denn mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten.

Kontrolle nach dem Schnitt

Nach dem Schnitt schaust du dir auch Blattunterseiten und Triebspitzen an, denn dort sitzen Blattläuse häufig in Kolonien. Bei schwachem Befall reicht es meist, die Läuse mit einem Wasserstrahl abzuspritzen. Was hinter Flecken, Belägen oder Kümmerwuchs stecken kann, erklärt der Ratgeber, wie du Krankheiten und Schädlinge an Bauernorchideen erkennst.

Blüten für die Vase schneiden

Für ein kleines Glas schneidest du Blütenstiele möglichst morgens oder abends bei trockenem Wetter und stellst sie sofort kühl ins Wasser. Zur Erstversorgung kommen sie 2 Stunden an einen kühlen, schattigen Platz, bis unter die Blüten im Wasser. Vor dem Einstellen schneidest du die Stielenden mit einem scharfen Messer schräg an und entfernst Blätter, die ins Wasser ragen würden. Das Vasenwasser wechselst du alle 2 bis 3 Tage und schneidest die Stiele dabei frisch an.

Standort, Aussaat und Jahreslauf im Überblick

Bauernorchideen wachsen in normaler, durchlässiger Erde ohne Staunässe. Schizanthus × wisetonensis braucht zusätzlich nährstoffreichen, feuchten Boden an einem windgeschützten Platz. Wie Licht, Windschutz und Boden zusammenpassen, erklärt der Ratgeber dazu, welcher Platz Bauernorchideen reich blühen lässt.

Vorgezogen wird im Haus, bei ‘Angel Wings’ von Februar bis April. Die Samen werden dünn bedeckt, und ins Beet kommen die Jungpflanzen nach dem Abhärten erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Keimphase, Pikieren und Abhärten beschreibt die Anleitung, wie du Bauernorchideen Schritt für Schritt aussäst, die Termine zeigt der Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken.

Im Garten werden Bauernorchideen einjährig kultiviert, obwohl die Art Schizanthus pinnatus botanisch ein- oder zweijährig wächst. Welche Arbeiten von der Vorkultur bis zum Saisonende anstehen, zeigt der Überblick, was bei der Bauernorchidee Monat für Monat zu tun ist.

Ideen für die Pflanzung zwischen anderen Blumen findest du im Ratgeber, wie Bauernorchideen einen Naturgarten bereichern.

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Häufige Fragen

Was ist eine Bauernorchidee und wie lautet ihr botanischer Name?
Die Bauernorchidee heißt botanisch Schizanthus pinnatus und gehört zu den Nachtschattengewächsen, eine Orchidee ist sie also nicht. Daneben gibt es Schizanthus × wisetonensis, eine Kreuzung aus Schizanthus pinnatus und Schizanthus grahamii. Im Garten wird die Bauernorchidee einjährig als Sommerblume kultiviert.
Wie führt man den Rückschnitt bei Bauernorchideen richtig durch?
Der wichtigste Schnitt ist das Ausputzen, denn das Entfernen welker Blüten kann bei vielen Sommerblumen die weitere Blüte fördern. Kranke Blätter pflückst du ab und schneidest kranke Triebe zurück, was etwa die Ausbreitung von Echtem Mehltau eindämmen kann. Ein Entspitzen ist nicht nötig, die Serie 'Atlantis' muss für die Kultur nicht entspitzt werden. Befallene Schnittreste gehören in den Haus- oder Biomüll statt auf den Kompost.
Welche Pflege benötigen Bauernorchideen für optimales Wachstum?
Je nach Sorte brauchen Bauernorchideen einen sonnigen bis halbschattigen Platz und durchlässige Erde ohne Staunässe. Schizanthus × wisetonensis will zusätzlich nährstoffreichen, feuchten Boden an einem windgeschützten Ort. Gieß möglichst morgens direkt im Wurzelbereich, ohne die Blätter zu benetzen, und prüf vorher die Feuchte unter der Oberfläche. Welke Blüten nimmst du ab, weil das bei vielen Sommerblumen die weitere Blüte fördern kann.
Welche besonderen Sorten von Bauernorchideen gibt es?
Zu Schizanthus pinnatus gehören zum Beispiel die Sorten 'Angel Wings' und 'Tinkerbell'. 'Angel Wings' wird für sonnige Plätze empfohlen und blüht von Juni bis August, 'Tinkerbell' eignet sich für Beet und Topf. Zur Kreuzung Schizanthus × wisetonensis gehört die Serie 'Atlantis', die für die Kultur nicht entspitzt werden muss.
Stimmt es, dass Bauernorchideen nur einjährig kultiviert werden können?
Üblich ist die einjährige Kultur: 'Angel Wings' gilt als einjährige Sommerblume, und auch 'Tinkerbell' wird einjährig kultiviert. Botanisch wächst die Art Schizanthus pinnatus allerdings ein- oder zweijährig. Ausgepflanzt wird in jedem Fall erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht.
Warum brauchen Bauernorchideen eine gute Drainage?
Bauernorchideen wachsen in normaler, durchlässiger Erde, Staunässe solltest du vermeiden. Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Im Topf sorgen freie Abzugslöcher dafür, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Wie erkennt man Wurzelfäule bei Bauernorchideen frühzeitig?
Kümmert oder welkt eine Bauernorchidee, schau dir die Wurzeln an: Braune, faule oder vermorschte Wurzeln können auf eine Wurzelkrankheit hindeuten. Schlapp werden Topfpflanzen aber auch bei Hitze oder wenn ihre Wurzeln durch Dauernässe geschädigt sind. Prüf deshalb die Feuchte im Substrat, bevor du zusätzlich gießt.
Welche Schritte sind bei der Aussaat von Bauernorchideen zu beachten?
Bauernorchideen werden im Haus vorgezogen, die Sorte 'Angel Wings' von Februar bis April. Ihre Samen werden dünn mit Erde oder Vermiculit bedeckt und unter einer dunklen, belüfteten Abdeckung bei 18 bis 20 °C ausgesät. Nach der Keimung stehen die Jungpflanzen hell und etwas kühler. Ausgepflanzt wird nach dem Abhärten erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht.
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