Blumen · Stauden & Ziergräser · Sorten

Vergissmeinnicht-Arten im Vergleich: Welche sind mehrjährig?

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Mehrjährig ist das Sumpf-Vergissmeinnicht: eine ausdauernde, wiederholt blühende Staude für nasse bis feuchte, nährstoffreiche Plätze.
  • Das Acker-Vergissmeinnicht ist einjährig.
  • Beim Wald-Vergissmeinnicht setzt die Selbstaussaat voraus, dass blühende Pflanzen bis zur Samenreife stehen bleiben.
  • Das Alpen-Vergissmeinnicht wird 5 bis 15 cm hoch und wächst von Natur aus an frischen, kalkreichen Gebirgsstandorten.
  • Neben Blau gibt es Wald-Vergissmeinnicht in Reinweiß ('Viktoria Alba') und Zartrosa ('Viktoria Rosea').
  • Wald-Vergissmeinnicht ist eine Halbschatten- bis Halblichtpflanze für humusreichen, gleichmäßig feuchten und gut durchlässigen Boden.
Ein Vergissmeinnicht mit leuchtend blauen Blüten und grünen Blättern wächst im Freiland
Foto: Hans · Pixabay Content License · Quelle ↗

Ob dein Vergissmeinnicht im nächsten Jahr wieder an derselben Stelle blüht, hängt an der Art. Eine ausdauernde Staude ist das Sumpf-Vergissmeinnicht. Das Acker-Vergissmeinnicht ist dagegen einjährig. Beim Wald-Vergissmeinnicht entscheidet die Selbstaussaat, und die setzt voraus, dass blühende Pflanzen bis zur Samenreife stehen bleiben. Ich schaue deshalb bei jeder Saatguttüte zuerst auf den Artnamen und erst danach auf die Farbe.

Welche Vergissmeinnicht-Arten gibt es?

Vergissmeinnicht ist der deutsche Name der Gattung Myosotis aus der Familie der Borretschgewächse. Ich vergleiche hier vier Arten: Wald-, Sumpf-, Alpen- und Acker-Vergissmeinnicht. Sie unterscheiden sich in Lebensdauer, Standort und Wuchshöhe, und danach richtet sich, welche Art zu deinem Platz passt.

Art Lebensdauer Standort Wuchshöhe
Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) Bestand wird über Selbstaussaat erhalten Halbschatten bis Halblicht; humusreicher, gleichmäßig feuchter, gut durchlässiger Boden Sorte ‘Blaue Kugel’ etwa 15 cm
Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides) ausdauernde, wiederholt blühende Staude nass bis feucht, nährstoffreich; am Gartenteich in der Sumpfzone –
Alpen-Vergissmeinnicht (Myosotis alpestris) – frische, kalkreiche Gebirgsstandorte 5 bis 15 cm
Acker-Vergissmeinnicht (Myosotis arvensis) einjährig – –

Die drei Hauptarten im Porträt

Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica)

Das Wald-Vergissmeinnicht ist eine Halbschatten- bis Halblichtpflanze und ökologisch als Frischezeiger eingeordnet. Im Garten wächst es gut in humusreichem Boden, der gleichmäßig feucht und zugleich gut durchlässig ist. Die Farbsorten, die ich dir weiter unten vorstelle, stammen alle von dieser Art.

Für die Mischung ‘Jewel’ kommen sonnige bis halbschattige Plätze infrage. Weil die Art gleichmäßig feuchten Boden mag, passt ein sonniger Platz dann, wenn die Erde dort nicht austrocknet. Ich setze Wald-Vergissmeinnicht deshalb dorthin, wo ich mit dem Finger auch an warmen Tagen noch feuchte Erde spüre.

Kurz erklärt

Ein Frischezeiger ist eine Pflanze, die von Natur aus auf frischen Böden wächst. Frisch heißt hier: Der Boden ist mäßig feucht, trocknet nicht aus und vernässt nicht.

Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis scorpioides)

Das Sumpf-Vergissmeinnicht ist eine ausdauernde Staude, die wiederholt blüht. Von Natur aus besiedelt es nasse bis feuchte, nährstoffreiche Standorte. Bei der Bepflanzung eines Gartenteichs gehört es in die Sumpfzone, also in den dauerhaft nassen Uferbereich.

Daraus folgt für deine Planung: Ein Vergissmeinnicht, das als Staude bleibt, braucht einen nassen bis feuchten Platz. Ich pflanze es am Teich dort, wo der Boden auch im Hochsommer nicht abtrocknet.

Alpen-Vergissmeinnicht (Myosotis alpestris)

Das Alpen-Vergissmeinnicht bleibt mit 5 bis 15 cm Wuchshöhe niedrig. Natürlicherweise wächst es auf frischen, kalkreichen Standorten im Gebirge. Im Garten stört Kalk im Boden deshalb nicht, austrocknen sollte der Platz aber nicht.

Häufiger Fehler

Das Alpen-Vergissmeinnicht wegen seiner Herkunft auf einen trockenen Platz setzen. Seine natürlichen Standorte im Gebirge sind frisch, der Boden dort trocknet also nicht aus.

Weitere Vergissmeinnicht-Arten

Acker-Vergissmeinnicht (Myosotis arvensis)

Das Acker-Vergissmeinnicht ist einjährig. Selbst aussäen kann sich ein Vergissmeinnicht nur, wenn blühende Pflanzen bis zur Samenreife stehen bleiben. Bei einer einjährigen Art hängt die Rückkehr an dieselbe Stelle deshalb an den Samen, die sie vorher bilden durfte.

Weitere Wildarten

In der Wildflora gibt es weitere Arten, etwa das Sand-Vergissmeinnicht (Myosotis stricta) und das Hain-Vergissmeinnicht (Myosotis nemorosa). Für Beet, Teich und Gefäß plane ich mit den vier Arten aus der Übersicht und mit den Sorten des Wald-Vergissmeinnichts.

Welches Vergissmeinnicht ist mehrjährig?

Einjährige und ausdauernde Arten stehen bei Vergissmeinnicht nebeneinander. Das Acker-Vergissmeinnicht ist einjährig, das Sumpf-Vergissmeinnicht eine ausdauernde Staude mit wiederholter Blüte. Suchst du eine Pflanze, die als Staude am Platz bleibt, wählst du das Sumpf-Vergissmeinnicht.

Mythos-Check

„Vergissmeinnicht ist mehrjährig.“ Für das Sumpf-Vergissmeinnicht stimmt das, es ist eine ausdauernde Staude. Das Acker-Vergissmeinnicht ist einjährig, und beim Wald-Vergissmeinnicht hängt der Bestand an der Selbstaussaat.

So läuft das Jahr beim Wald-Vergissmeinnicht

Beim Wald-Vergissmeinnicht ergibt sich der Ablauf aus Aussaat, Winter und Verwendung. Die Sorte ‘Indigo Compacta’ wird im Juni oder Juli gesät. Die Mischung ‘Jewel’ ist winterhart. In einer Pflanzschale lässt sich blaues Wald-Vergissmeinnicht mit gelben Narzissen ‘Tête à Tête’, gelben Stiefmütterchen und weißem Tausendschön kombinieren, also mit Frühjahrsblühern. Zusammen ergibt das einen Rhythmus über zwei Gartenjahre: Aussaat im Sommer, Überwinterung als junge Pflanze, Blüte im folgenden Frühjahr.

Damit derselbe Platz danach wieder blüht, lässt du blühende Pflanzen bis zur Samenreife stehen, denn erst dann kann sich das Wald-Vergissmeinnicht selbst aussäen. Das Sumpf-Vergissmeinnicht braucht diesen Umweg nicht, es blüht als Staude wiederholt.

Marias Erfahrung

Ich lasse an einer Beetecke ein paar blühende Wald-Vergissmeinnicht bis zur Samenreife stehen. Wo die Sämlinge danach zu dicht auflaufen, ziehe ich einzelne heraus, damit die übrigen Platz bekommen.

Welche Farben und Sorten gibt es?

Klassisch ist das blaue Wald-Vergissmeinnicht, doch Blau ist nicht die einzige Farbe. Die Sorte ‘Viktoria Alba’ blüht reinweiß, ‘Viktoria Rosea’ zartrosa. Für Töpfe und Kästen eignet sich die Mischung ‘Jewel’.

Sorte des Wald-Vergissmeinnichts Was sie auszeichnet
‘Viktoria Alba’ blüht reinweiß
‘Viktoria Rosea’ blüht zartrosa
‘Indigo Compacta’ Aussaat im Juni oder Juli, vorgezogen oder direkt ins Beet
‘Blaue Kugel’ wird etwa 15 cm hoch
Mischung ‘Jewel’ für Töpfe und Kästen, winterhart, für sonnige bis halbschattige Plätze

Stammt dein Bestand von einer Hybridsorte, können Nachkommen aus eigenen Samen deutlich von der Mutterpflanze abweichen. Das betrifft auch Sämlinge, die sich im Beet selbst aussäen, sodass eine Farbsorte dort nicht zwingend so bleibt. Wenn mir eine Farbe an einer Stelle wichtig ist, säe ich die Sorte deshalb neu aus der Tüte.

Wie hoch werden Vergissmeinnicht?

Bei der Wuchshöhe liegen das Alpen-Vergissmeinnicht und die Wald-Vergissmeinnicht-Sorte ‘Blaue Kugel’ nah beieinander. Das Alpen-Vergissmeinnicht erreicht 5 bis 15 cm. ‘Blaue Kugel’ wird etwa 15 cm hoch.

Zur Seite brauchen die Pflanzen Platz. ‘Indigo Compacta’ vereinzelst du auf etwa 20 cm Pflanzabstand. Für die Mischung ‘Jewel’ gilt ein Pflanzabstand von 20 cm. Diesen Abstand halte ich ein, weil zu dichter Stand und zu viel Stickstoff beim Wald-Vergissmeinnicht Winterschäden fördern können.

Welcher Platz passt zu welcher Art?

Wald-Vergissmeinnicht sucht Halbschatten und frischen, humusreichen Boden. Sumpf-Vergissmeinnicht braucht nassen Grund in der Sumpfzone, Alpen-Vergissmeinnicht einen Platz nach dem Vorbild seiner frischen, kalkreichen Gebirgsstandorte. Welche Arten und Partner in schattige Bereiche passen, liest du im Ratgeber, wie du schattige Gartenbereiche mit Vergissmeinnicht gestaltest.

Wie säst du Vergissmeinnicht?

Die Samen von ‘Indigo Compacta’ drückst du bei der Aussaat nur an und bedeckst sie nicht mit Erde. Wie du danach gießt, vereinzelst und ob du düngst, erklärt die Anleitung, wie du Vergissmeinnicht säst und pflegst. Den Termin trägst du dir in den Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser ein.

Wo setzt du Vergissmeinnicht im Garten ein?

Milchstern eignet sich als Pflanzpartner, und in einer Frühjahrspflanzung stehen niedrige Pflanzen vor höheren. Farbkonzepte und weitere Kombinationen findest du im Ratgeber, welche Farbkonzepte und Pflanzpartner mit Vergissmeinnicht gelingen.

Vergissmeinnicht im insektenfreundlichen Garten

Eine insektenfreundliche Staudenpflanzung sollte Blüten vom frühen Frühjahr bis zum Spätherbst bieten. Das Wald-Vergissmeinnicht übernimmt darin einen Teil des Frühjahrs. Wie du Stauden in Gruppen und in passender Dichte zusammenstellst, zeigt der Überblick, wie du Stauden und Ziergräser gestaltest und kombinierst.

SORTENEMPFEHLUNG
Beliebt im Shopaus dem samen.de Shop
Kiepenkerl Nature niedrigwachsender Kräuterrasen
Kiepenkerl Nature niedrigwachsender Kräuterrasen
Zum Shop
ReNatura Blumenwiese
ReNatura Blumenwiese
Zum Shop
Kiepenkerl Blumenmischung Schattenblumen
Kiepenkerl Blumenmischung Schattenblumen
Zum Shop
Kiepenkerl Ziergräser Ikebana Mischung
Kiepenkerl Ziergräser Ikebana Mischung
Zum Shop

Häufige Fragen

Worin unterscheiden sich Wald-Vergissmeinnicht und Sumpf-Vergissmeinnicht?
Das Sumpf-Vergissmeinnicht ist eine ausdauernde, wiederholt blühende Staude für nasse bis feuchte, nährstoffreiche Plätze. Am Gartenteich gehört es in die Sumpfzone. Das Wald-Vergissmeinnicht ist eine Halbschatten- bis Halblichtpflanze für humusreichen, gleichmäßig feuchten und gut durchlässigen Boden. Sein Bestand kann sich über Selbstaussaat erhalten, wenn du blühende Pflanzen bis zur Samenreife stehen lässt.
Wie unterscheidet sich das Alpen-Vergissmeinnicht von anderen Vergissmeinnicht-Arten?
Das Alpen-Vergissmeinnicht bleibt mit 5 bis 15 cm Wuchshöhe niedrig. Von Natur aus wächst es an frischen, kalkreichen Standorten im Gebirge. Das Sumpf-Vergissmeinnicht besiedelt dagegen nasse bis feuchte Plätze, das Wald-Vergissmeinnicht ist eine Halbschatten- bis Halblichtpflanze. Im Garten wählst du für das Alpen-Vergissmeinnicht deshalb einen Platz, an dem der Boden nicht austrocknet und Kalk nicht stört.
Welche Lebenszyklen haben verschiedene Vergissmeinnicht-Arten?
Das Acker-Vergissmeinnicht ist einjährig. Das Sumpf-Vergissmeinnicht ist eine ausdauernde Staude, die wiederholt blüht, und damit die Art für dauerhafte Pflanzungen an nassen bis feuchten Plätzen. Beim Wald-Vergissmeinnicht säst du Sorten wie 'Indigo Compacta' im Juni oder Juli und setzt die Pflanzen mit Frühjahrsblühern zusammen. Damit es sich selbst aussät, lässt du blühende Pflanzen bis zur Samenreife stehen.
Wie wirkt sich die Selbstaussaat bei Vergissmeinnicht auf die Gartenplanung aus?
Damit sich Vergissmeinnicht selbst aussät, müssen blühende Pflanzen bis zur Samenreife stehen bleiben. Plane dafür Stellen ein, an denen verblühte Pflanzen stehen bleiben dürfen. Möchtest du an einem Platz keine Sämlinge, kann das rechtzeitige Entfernen verwelkter Blüten die Selbstaussaat verhindern. Stammt der Bestand von einer Hybridsorte, können die Nachkommen deutlich von der Mutterpflanze abweichen.
Zuletzt geprüft:
↑