Adonisröschen: Welche Arten es gibt und wie du sie unterscheidest
- Frühlings-Adonisröschen: ausdauernde, gelb blühende Wildstaude mit Blüte im April und Mai, in Deutschland besonders geschützt.
- Amur-Adonisröschen: stammt aus dem Fernen Osten, blüht an hellen Plätzen schon im Februar und ist ab August eingezogen.
- Sommer-Adonisröschen: einjährig, 30 bis 40 cm hoch, Aussaat von März bis Mai oder von August bis September.
- Flammen-Adonisröschen: am Stängelgrund und am Blütenkelch behaart, das Sommer-Adonisröschen dort nicht.
- Frühlings- und Sommer-Adonisröschen enthalten herzwirksame Glykoside und sind giftig.

Hinter dem Namen Adonisröschen stecken recht verschiedene Pflanzen. Eine davon ist eine geschützte Wildstaude, die im Frühjahr gelb blüht. Andere sind einjährigEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. und kommen jedes Jahr neu aus Samen. Eine Art aus Ostasien blüht schon im Februar. Ab August ist von ihr oberirdisch nichts mehr zu sehen. Wer die falsche Art kauft, erlebt im Beet eine andere Blütezeit und einen anderen Lebenslauf als geplant. Wenn mich jemand nach Adonisröschen fragt, kläre ich deshalb zuerst, welche Art gemeint ist.
Adonisröschen ist der deutsche Name der Gattung Adonis, die zu den Hahnenfußgewächsen gehört. Für deine Auswahl zählt vor allem eine Frage: Ist die Art ausdauernd oder einjährig? Was diese Lebensläufe für Planung und Pflege bedeuten, erklärt das Kurzporträt zu Lebensläufen und Gartennamen von Stauden.
Teufelsauge ist ein zweiter deutscher Name für Adonisröschen. Adonis vernalis heißt deshalb auch Frühlings-Teufelsauge, Adonis aestivalis Sommer-Teufelsauge. Eindeutig wird es erst mit dem botanischen Namen auf Etikett oder Saatguttüte.
Adonisröschen-Arten auf einen Blick
Die Übersicht stellt fünf Arten nebeneinander. Zwei davon sind ausdauernd und blühen früh im Jahr, drei werden einjährig gezogen und blühen rot.
| Art | Lebensform und Wuchs | Blüte | Woran du sie erkennst |
|---|---|---|---|
| Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis) | ausdauernd, mit kräftigem, tief reichendem Rhizom | gelb, im April und Mai | heimische Wildstaude, in Deutschland besonders geschützt |
| Amur-Adonisröschen (Adonis amurensis) | ausdauernd, zieht im Sommer vollständig ein | gelb, an hellen Plätzen schon im Februar | stammt aus dem Fernen Osten |
| Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) | einjährig, 30 bis 40 cm hoch | meist rot | Stängelgrund und Kelch ohne Haare |
| Flammen-Adonisröschen (Adonis flammea) | einjährig | rot | Haare am Stängelgrund und am Blütenkelch |
| Herbst-Adonisröschen (Adonis annua) | einjährig | rot | Aussaat nach Angabe der Saatguttüte |
Daneben gibt es weitere Wildarten für Spezialisten, etwa das Pyrenäen-Adonisröschen.
Frühlings-Adonisröschen: die heimische Wildstaude
Das Frühlings-Adonisröschen ist eine ausdauernde Art mit gelben Blüten. Seine blühenden Triebe bildet es im April und Mai. Unter der Erde sitzt ein kräftiges, tief reichendes Rhizom. In der Natur wächst es auf kalkbegünstigten Halb- und Trockenrasen und in lichten Eichen- und Kiefernwäldern.
Licht entscheidet bei dieser Art über die Blüte. Sie reagiert empfindlich auf Beschattung und kann aufhören zu blühen, wenn Gehölze den Platz überwachsen. Weil das Frühlings-Adonisröschen zugleich als Begleitstaude für vollsonnige Pflanzungen nach dem Vorbild heimischer Steppenheiden gilt, gehört es nicht unter Sträucher, die noch wachsen. Bei einem neuen Pflanzplatz schaue ich deshalb nicht nur auf den Boden, sondern auch auf die Gehölze daneben.
Amur-Adonisröschen: der Februarblüher aus Ostasien
Das Amur-Adonisröschen stammt aus dem Fernen Osten. Sein Verbreitungsgebiet umfasst die Mandschurei, Korea und Japan und reicht bis Sachalin. An offenen, hellen Plätzen kann es schon im Februar in voller Blüte stehen. Damit blüht es deutlich vor dem Frühlings-Adonisröschen.
Nach der Blüte zieht die Art ein. Die Blätter beginnen im Juni zu welken. Ab August sind sie vollständig eingezogen. Vermehren lässt sich das Amur-Adonisröschen durch Teilung im Sommer, also gerade dann, wenn vom Laub immer weniger zu sehen ist. Wer teilen will, merkt sich den Platz darum schon zur Blüte. Was im Lauf des Jahres sonst ansteht, zeigt der Pflegekalender für Adonisröschen von der Blüte bis zur Sommerruhe.
Im Spätsommer wirkt die Stelle eines Amur-Adonisröschens leer, weil die Pflanze ab August vollständig eingezogen ist. Wer dort nachpflanzt, kann die ruhende Pflanze beschädigen. Ich stecke deshalb zur Blütezeit einen Stab neben jedes Exemplar.
Sommer-Adonisröschen: das einjährige Teufelsauge
Das Sommer-Adonisröschen ist einjährig und wird 30 bis 40 cm hoch. Seine Blüten sind meist rot. Im Garten bevorzugt es sonnige Lagen mit kalkhaltigem Boden. Staunässe verträgt es nicht, deshalb meidest du verdichtete Stellen, an denen Wasser stehen bleibt.
Für die Aussaat gibt es zwei Zeitfenster im Jahr. Die Daten dazu stehen im Kasten.
Das Sommer-Adonisröschen säst du von März bis Mai oder von August bis September. Es keimt bei 12 bis 18 °C.
Flammen- und Herbst-Adonisröschen: die roten Verwandten
Das Flammen-Adonisröschen wird ebenfalls einjährig gezogen und blüht rot. Vom Sommer-Adonisröschen unterscheidest du es an den Haaren. Das Flammen-Adonisröschen trägt sie am Stängelgrund und am Blütenkelch, dem Sommer-Adonisröschen fehlen sie dort.
Zum Bestimmen nehme ich eine Lupe mit ins Beet. Ich schaue mir zuerst den Stängelgrund an und danach den Kelch unter der Blüte. Erst dann schreibe ich den Artnamen aufs Etikett.
Das Herbst-Adonisröschen, botanisch Adonis annua, ist eine weitere einjährige Art mit roten Blüten. Für Aussaattermin und Blühbeginn hältst du dich an die Angaben auf der Saatguttüte.
Aussaat im Vergleich: Frühlings- und Sommer-Adonisröschen
Wer Adonisröschen aus Samen zieht, merkt den Unterschied der Arten schon vor dem ersten Blatt. Die Tabelle stellt die Kulturdaten der beiden Arten nebeneinander.
| Angabe | Frühlings-Adonisröschen | Sommer-Adonisröschen |
|---|---|---|
| Lebensform | ausdauernd | einjährig |
| SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. | 1 bis 2 cm | 0,5 bis 1 cm |
| Keimdauer | 70 bis 84 Tage | 7 bis 14 Tage |
| Abstand | Pflanzabstand 30 cm | 10 cm in der Reihe, 10 bis 20 cm zwischen den Reihen |
| Düngung im Garten | keine zusätzliche nötig | keine zusätzliche nötig |
Das Aussaatsubstrat muss während QuellungQuellung ist die Wasseraufnahme eines trockenen Samens und der erste Schritt der Keimung. Der Same schwillt dabei an, bis der innere Druck die Samenschale öffnet und die Keimwurzel austreten kann. und Keimung ständig feucht bleiben. Beim Frühlings-Adonisröschen heißt das: Du hältst eine Saatschale über 70 bis 84 Tage gleichmäßig feucht. Ich beschrifte solche Schalen mit dem Aussaatdatum, damit ich die Wartezeit im Blick behalte.
Oft liest man, Adonisröschen seien LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte. und würden nur angedrückt. Für Frühlings- und Sommer-Adonisröschen sind jedoch Saattiefen angegeben, die Samen kommen also unter eine Erdschicht. Wie tief, steht in der Tabelle darüber.
Wie du vom Samen über die SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. zur etablierten Pflanze kommst, beschreibt der Ratgeber zur Vermehrung von Adonisröschen aus Samen. Deine Saattermine planst du mit dem Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken.
Sorten und gefüllte Formen
Neben den Wildarten gibt es Gartenformen, etwa ‘Pleniflora’ mit dicht gefüllten gelben Blüten. Beim Kauf lese ich zuerst den vollständigen botanischen Namen. Der deutsche Name allein deckt mehrere Arten mit verschiedenem Lebenslauf ab. Sammelst du selbst Samen, rechne damit: Nachkommen aus Samen von HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können deutlich von der Mutterpflanze abweichen.
Vor dem Kauf prüfe ich vier Punkte.
- Botanischen Namen lesen: vernalis, amurensis, aestivalis, flammea oder annua.
- Lebenslauf klären: ausdauernd oder einjährig.
- Blütezeit mit dem übrigen Beet abgleichen.
- Pflanzen aus Gärtnerei oder Saatgut beziehen, nie vom Naturstandort.
Schutzstatus und Insekten
Das Frühlings-Adonisröschen ist in Deutschland besonders geschützt und wird in der Roten Liste als gefährdet geführt. Überwachsen Bäume oder Sträucher seinen Standort, kann die Blüte ausbleiben und der Bestand zurückgehen. Gartenpflanzen holst du dir deshalb aus der Gärtnerei oder ziehst sie aus Saatgut, statt am Naturstandort zu graben.
Für Insekten ist das Frühlings-Adonisröschen eine Pollenpflanze. Es besitzt keine Nektarien, Bienen, Käfer und Fliegen besuchen es wegen des Pollens. Bei gefüllten Gartenformen ist dieses Angebot fraglich, denn vollständig gefüllte Blüten können ihr Pollenangebot verlieren. Ameisen verbreiten die Früchtchen, weil diese ein nährstoffreiches Gewebeanhängsel tragen. Wie du Adonisröschen insektenfreundlich einsetzt, zeigt der Ratgeber über Adonisröschen als Nahrungsquelle für Insekten.
Name, Heilkunde und Gift: kurz eingeordnet
Der Name führt in die griechische Mythologie. In einer überlieferten Adonis-Erzählung lässt Aphrodite nach seinem Tod aus seiner Wunde eine blutrote Blume wachsen. Mehr dazu liest du im Beitrag über die Rolle der Adonisröschen in Mythologie, Volksheilkunde und Forschung.
Frühlings- und Sommer-Adonisröschen enthalten herzwirksame Steroidglykoside, beim Frühlings-Adonisröschen sind alle Pflanzenteile giftig. Iss keine Pflanzenteile und nutze sie nie zur Selbstmedikation; bei Vergiftungsverdacht hilft ein Giftinformationszentrum oder ärztliche Hilfe, Erbrechen löst du nicht aus. Heu mit Sommer-Adonisröschen kann Pferde tödlich vergiften, mehr zum sicheren Umgang steht im Ratgeber zur giftigen Seite der Adonisröschen.
Pflege, Standort und Gestaltung: kurz eingeordnet
Frühlings- und Sommer-Adonisröschen brauchen im Garten keine zusätzliche Düngung. Was beim Gießen, Schneiden und Überwintern zählt, erklären die Hinweise zur Pflege von Adonisröschen im Garten. Die artübergreifenden Grundlagen zu RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen., Winterschutz und MulchMulch ist eine Schicht, mit der du offenen Gartenboden bedeckst, meist aus organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh oder Laub. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht und hemmt Unkraut. findest du im Stauden-Überblick im Abschnitt zur Pflege im Jahreslauf.
Beim Boden haben Frühlings- und Sommer-Adonisröschen eines gemeinsam: Wasser darf nicht stehen. Für das Frühlings-Adonisröschen reichen die Angaben von frischen bis zu eher trockenen Böden, gut bis sehr gut durchlässig müssen sie in jedem Fall sein. Welcher Gartenbereich mit welchem Licht passt, beschreibt der Ratgeber zum richtigen Platz für Adonisröschen.
Welche Gartenkonzepte zu den Arten passen, zeigt der Ratgeber über Adonisröschen in der Gartengestaltung. Pflanzplätze und Nachbarn legst du im Beetplaner fest.





