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Krankheiten und Schädlinge bei Landnelken: Schadbilder erkennen und gezielt handeln

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.de Redaktion

Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Grauschimmel lässt Nelkenblüten braun werden und überzieht sie mit grauem Pilzbelag.
  • Fusarium-Welke zeigt sich durch Welken bei starker Sonneneinstrahlung und einseitig vergilbende ältere Blätter.
  • Blattläuse, Thripse, Spinnmilben und Nelkenwickler verraten sich an Honigtau, Silberflecken, Sprenkeln und Gespinsten.
  • Viren lassen sich am Schadbild nicht sicher bestimmen, und chemische Mittel wirken gegen sie nicht.
Blattschaden als Hinweis auf einen Schädlings- oder Krankheitsbefall
Foto: Nothing Ahead · Pexels License · Quelle ↗

Wenn an deinen Landnelken Blüten braun werden, Knospen versponnen sind oder Triebe in der Sonne schlappmachen, kann ein Erreger oder ein Schädling dahinterstecken. Je früher du das Schadbild deutest, desto gezielter kannst du eingreifen. Ich nehme für den Blick auf meine Nelken eine Lupe mit und schaue zuerst an die Blattunterseiten, in die Knospen und an den Stängelgrund.

Die Garten- oder Landnelke ist die Art Dianthus caryophyllus, sie steht gern sonnig und ist je nach Sorte unterschiedlich winterhart. Welche Sorten es gibt, zeigt dir die Übersicht über Landnelken nach Farbe, Duft und Gartensituation. Wie sich Stauden und Zweijährige grundsätzlich unterscheiden, steht im Kurzporträt unseres Überblicks zu Stauden und Ziergräsern.

Pilzkrankheiten an Landnelken

In feuchtem Klima können Landnelken anfällig für Mehltau und Blattflecken sein. Wichtig sind außerdem Grauschimmel, Fusarium-Welke, Alternaria und Nelkenrost, die du jeweils an einem eigenen Schadbild erkennst.

Grauschimmel: braune Blütenblätter mit grauem Belag

An Nelken zeigt sich Grauschimmel, wenn Blütenblätter braun werden und darauf ein grauer Pilzbelag wächst. Feuchtes Wetter und Blüten, die lange nass bleiben, begünstigen den Befall. Schneide befallene Blüten heraus und sammle abgefallene Blütenblätter auf, denn das Entfernen befallener Pflanzenreste trägt zur Vorbeugung bei. Ebenso wichtig ist gute Luftzirkulation, damit die Pflanzen nach einem Schauer rasch abtrocknen. Ich entsorge solche Reste im Hausmüll und wische die Schere danach ab.

Marias Erfahrung

Nach längeren Regenphasen gehe ich gezielt durch die Nelken und zupfe braune Blütenblätter aus, bevor sie am Laub kleben bleiben.

Fusarium-Welke: welk in der Sonne, einseitig gelbe Blätter

Bei der Fusarium-Welke welken Nelken bei starker Sonneneinstrahlung, und ältere Blätter vergilben einseitig. Ist der Pilz in die Leitungsbahnen eingedrungen, lässt sich die Welke nicht mehr kurativ bekämpfen. Deshalb kommt es bei Fusarium auf die Vorbeugung an: ein durchlässiger Boden ohne Staunässe und genug Abstand zwischen den Pflanzen.

Prüfe vor dem Gießen die Feuchte am Wurzelballen, denn Welke kann auch von Hitze oder von Wurzeln kommen, die in Dauernässe geschädigt sind. Dann hilft zusätzliches Wasser nicht. Kümmert eine Nelke und welkt sie trotz feuchten Bodens immer wieder, nimmst du sie mitsamt Wurzelballen heraus. Ich setze an eine solche Stelle vorerst keine neue Nelke.

Alternaria-Blattflecken: violett, dann braun

Alternaria-Blattflecken an Nelken können violett beginnen und später braune Zentren bilden. Der Pilz kann auch weißliche bis aschgraue Flecken mit einem schwarzen Sporenrasen hervorrufen. Zupfe befallene Blätter ab und gieße so, dass das Laub trocken bleibt. Am besten gießt du morgens direkt an den Wurzeln, weil die Blätter dann schneller abtrocknen und die Gefahr von Blattkrankheiten sinkt.

Nelkenrost: erst gelbe Fleckchen, dann braune Pusteln

Nelkenrost bildet zunächst gelbliche Fleckchen auf den Blättern. Später entstehen rundliche oder längliche Pusteln mit braunem Sporenpulver. Pflücke befallene Blätter früh ab. Im Herbst räumst du alte Stängel und befallenes Laub weg, im Frühjahr putzt du neu befallene Blätter aus. Gesundes Laub darf dagegen über den Winter stehen bleiben. Bartnelken haben einen eigenen Rost; wie sich Rost und andere Erreger an Bartnelken zeigen, liest du im Beitrag zu dieser Art.

Mehltau: abwischbar oder nicht?

Ein weißer Belag, der sich vor allem auf der Blattoberseite abwischen lässt, deutet auf Echten Mehltau hin. Falscher Mehltau bildet dagegen häufig einen nicht abwischbaren, weißlichen bis grauvioletten Belag auf der Unterseite. Oben zeigen sich dann gelbe bis braune Flecken. Bei beginnendem Befall entfernst du erkrankte Blätter und schneidest befallene Triebe bis ins gesunde Gewebe zurück. Vorbeugend helfen ausreichende Pflanzabstände, gute Belichtung und eine ausgewogene Nährstoffversorgung ohne übermäßigen Stickstoff.

Mythos-Check

Schützt trockenes Wetter vor Mehltau? Nicht verlässlich. Echte Mehltaupilze können schon bei einer relativen Luftfeuchte von 70 % keimen, eine trockene Phase ist für anfällige Pflanzen deshalb keine Entwarnung.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Dianthus
Hund
Giftig
Katze
Giftig
Pferd
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Bodenart

Lehmige, sandige, kalkhaltige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Neutrale, alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Der Boden sollte gut durchlässig sein.

Anbauort

Die angebotenen Sorten lassen sich im Kübel und im Topf ziehen.

Pflege

Pflege

In feuchtem Klima auf Mehltau und Blattflecken achten.

Düngung

Zurückhaltend düngen; die angebotenen Beet- und Kübelsorten von Mai bis Juli alle zwei Wochen düngen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist mehrjährig.

Verwendung

Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.

Aussaatkalender Garten-Nelke
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April, Mai, Juni; Aussaat: Mai, Juni, Juli; Blüte: Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberVorkulturAussaatBlüte

Bakterien und Viren: wenn das Schadbild nicht eindeutig ist

Bakterielle Welke und Bakterienfäule

Bakterielle Erkrankungen sind an Nelken äußerlich schwer festzumachen. Welkende Triebspitzen, die rasch auf die ganze Pflanze übergreifen, können auf eine bakterielle Welke hindeuten. Wässrige, durchscheinende Flecken, die später dunkel werden und faulen, können auf Bakterienfäule hinweisen. Sicher ist beides nicht, denn pilzliche und bakterielle Blattflecken können sich so ähneln, dass erst eine Laboruntersuchung die Ursache klärt. Auch Wurzel- oder Stängelgrundfäulen lassen Triebe welken, besonders bei anhaltender Bodenfeuchte und schlecht durchlüftetem Boden.

Schneide welke oder faulige Triebe heraus und halte die Blätter beim Gießen trocken. Vermeide Verletzungen an den Stängeln, etwa beim Aufbinden, weil Wunden Erregern den Weg öffnen können. Halte außerdem die Schere sauber, damit du Erreger nicht von Pflanze zu Pflanze trägst.

Nelkenviren: Ringe, Mosaik, verformter Wuchs

Zu den Nelkenviren zählen etwa das Nelkenringfleckenvirus und das Nelkenmosaikvirus. Ringförmige Flecken, mosaikartige Aufhellungen, gestauchter Wuchs oder verformte Blüten können auf ein Virus hindeuten. Welches Virus dahintersteckt, lässt sich am Beet nicht sagen. Nelkenviren verursachen ähnliche Symptome und treten auch als Mischinfektion auf, also mit mehreren Viren gleichzeitig in einer Pflanze.

Chemische Pflanzenschutzmittel wirken gegen Viruskrankheiten nicht, Spritzen auf Verdacht ist deshalb keine Lösung. Lass eine verdächtige Pflanze von einer Pflanzenschutzdienststelle abklären, bevor du sie ausgräbst. Saugende Insekten und verschmutzte Schneidwerkzeuge gelten als mögliche Übertragungswege, deshalb gehören Blattlauskontrolle und saubere Scheren zur Vorsorge. Von einer verdächtigen Nelke schneide ich keine Stecklinge, denn dafür nehme ich nur Triebe gesunder Mutterpflanzen.

Schädlinge an Landnelken: von Blattläusen bis Nelkenwickler

Schädlinge an Nelken hinterlassen oft deutliche Spuren: klebrige Triebe, silbrige Flecken, Gespinste oder Knospen, die nicht aufgehen. Diese Spuren führen dich häufig schneller zum Verursacher als die Suche nach dem Tier selbst.

Blattläuse

Blattläuse saugen an Blättern und jungen Trieben. Dabei hinterlassen sie klebrigen Honigtau, auf dem sich Rußtaupilze ansiedeln können. Bei schwachem Befall genügt es häufig, die Läuse mit einem Wasserstrahl abzuspritzen.

Tipp

Spritze Blattläuse am Morgen ab. Dann trocknen Blätter und Triebe über den Tag wieder ab, und die Gefahr von Blattkrankheiten bleibt gering.

Thripse

Thrips tabaci kann an Zierpflanzen silbrige Blattflecken mit Kotspuren verursachen. Auch verfärbte und verformte Blütenblätter können auf Thripse hindeuten. Die Tiere selbst sind sehr klein und leicht zu übersehen. Ich klopfe verdächtige Blüten über einem hellen Blatt Papier aus, um sie sichtbar zu machen.

Spinnmilben

Spinnmilben verursachen zunächst weißlich gelbe Sprenkel auf den Blättern. Später färbt sich das Laub bronzefarben, und feine Gespinste werden sichtbar. Die Milben sitzen überwiegend auf den Blattunterseiten und werden im Freiland vor allem in trockenen, warmen Sommerperioden zum Problem. Weil sie winzig sind und unten sitzen, fällt dir oft zuerst die Sprenkelung oben auf, den Verursacher findest du erst beim Umdrehen des Blattes.

Zahl im Blick

Erwachsene Spinnmilben an Zierpflanzen sind nur etwa 0,5 bis 0,7 mm groß. Mit einer Lupe erkennst du sie auf der Blattunterseite als winzige Punkte, die sich bewegen.

Mittelmeer-Nelkenwickler

Die Raupen des Mittelmeer-Nelkenwicklers können Blätter und Knospen verspinnen. Ihr Fraß und die Gespinste können das Öffnen der Blüten behindern. Brich versponnene Knospen und Triebspitzen aus und sammle die Raupen ab, sobald du sie entdeckst. Ich öffne verdächtige Knospen vorsichtig mit den Fingern, um nachzusehen, ob darin eine Raupe sitzt.

Schnecken

Schnecken fressen vor allem an jungen Nelken und zarten Trieben. Stellst du einen Schneckenzaun auf, sammelst du auch innerhalb der Umzäunung weiter regelmäßig Schnecken ab, denn nur dann schützt er das Beet zuverlässig.

Achtung

Weinbergschnecken stehen unter Schutz. Bekämpfe sie nicht gezielt und lass sie beim Absammeln an ihrem Platz.

Wurzelläuse

Wurzelläuse saugen unterirdisch an den feinen Wurzeln und können so die ganze Pflanze schwächen. Oft fallen sie erst auf, wenn eine Nelke kümmert oder welkt und du sie ausgräbst. Schau dir deshalb beim Umpflanzen den Wurzelballen genau an.

Schadbilder deuten: so gehst du beim Kontrollgang vor

Die Tabelle ordnet typische Schadbilder einer möglichen Ursache zu. Sie ersetzt keine Diagnose, zeigt dir aber, wo du genauer hinschauen solltest.

Was du siehst Möglicher Hinweis auf Wo du nachschaust
Braune Blütenblätter mit grauem Belag Grauschimmel Blüten, abgefallene Blütenblätter
Welken bei starker Sonne, ältere Blätter einseitig gelb Fusarium-Welke ganze Pflanze, Feuchte am Wurzelballen
Violette Flecken mit braunem Zentrum oder aschgraue Flecken mit schwarzem Sporenrasen Alternaria-Blattflecken Blätter
Gelbliche Fleckchen, später Pusteln mit braunem Sporenpulver Nelkenrost Blätter und Stängel
Weißer, abwischbarer Belag oben Echter Mehltau Blattoberseite
Nicht abwischbarer, grauvioletter Belag unten, gelbe bis braune Flecken oben Falscher Mehltau Blattunterseite
Wässrige, später dunkle und faulige Flecken möglicherweise Bakterienfäule Blätter, Stängel
Ringflecken, Mosaik, gestauchter Wuchs möglicherweise ein Virus ganze Pflanze
Klebriger Belag, schwarzer Rußtau Blattläuse Triebspitzen, junge Blätter
Silbrige Flecken mit Kotspuren, verformte Blütenblätter Thripse Blätter, Blüten
Gelblich weiße Sprenkel, später Bronzeton, feine Gespinste Spinnmilben Blattunterseiten
Versponnene Knospen und Blätter Raupen des Mittelmeer-Nelkenwicklers Knospen, Triebspitzen
Fraß an jungen Pflanzen, Schleimspuren Schnecken bodennahe Triebe

Pilzsymptome erkennen

Pilze verraten sich meist durch etwas, das auf dem Gewebe wächst: einen Belag, Pusteln oder einen Sporenrasen. Reibe einen weißen Belag vorsichtig mit dem Finger an. Lässt er sich oben abwischen, deutet das auf Echten Mehltau hin, bleibt er unterseits haften, eher auf Falschen Mehltau. Rost erkennst du an Pusteln mit braunem Sporenpulver, Alternaria eher an Flecken, die violett beginnen und braune Zentren bekommen. Welkt eine Nelke in der Sonne, obwohl der Boden feucht ist, und vergilben ältere Blätter einseitig, kann das auf Fusarium hindeuten.

Anzeichen bakterieller und viraler Infektionen

Bei Bakterien und Viren suchst du vergeblich nach einem Pilzrasen, du siehst Veränderungen am Gewebe selbst. Wässrige, später dunkle und faulige Flecken oder rasches Welken einzelner Triebe können auf Bakterien hindeuten. Ringflecken, Mosaikmuster, Stauchung und verformte Blüten passen eher zu einem Virus. Weil sich bakterielle und pilzliche Flecken äußerlich ähneln können und Nelkenviren ähnliche Bilder erzeugen, gehört ein solcher Verdacht zur Pflanzenschutzdienststelle.

Häufiger Fehler

Auf Verdacht spritzen. Gegen Viren wirken chemische Mittel nicht, und ob ein Fleck von einem Pilz oder von Bakterien stammt, zeigt oft erst das Labor. Kläre deshalb zuerst die Ursache.

Schädlingsbefall aufspüren

Schädlinge findest du über ihre Spuren und dann über das Tier. Klebriger Honigtau oder schwarzer Rußtau führen dich zu Blattläusen an den Triebspitzen. Silbrige Flecken mit Kotspuren sprechen eher für Thripse, gelblich weiße Sprenkel mit feinen Gespinsten eher für Spinnmilben. Beides prüfst du mit der Lupe auf den Blattunterseiten und in den Blüten. Versponnene Knospen öffnest du, um nach Raupen des Mittelmeer-Nelkenwicklers zu suchen.

Mini-Checkliste

In dieser Reihenfolge gehe ich meine Nelken durch.

  • Knospen: versponnen, angefressen oder verformt?
  • Blüten: braune Blütenblätter mit grauem Belag, silbrige oder verformte Blütenblätter?
  • Triebspitzen: Läuse, Honigtau oder Rußtau?
  • Blattunterseiten: Sprenkel, Gespinste, Pusteln oder Belag?
  • Stängelgrund und Boden: welke Triebe, Fäulnis oder Staunässe?

Krankheit oder Schädling?

Bei Schädlingen findest du das Tier oder seine Spuren wie Honigtau, Kot und Gespinste; Krankheiten zeigen sich als Belag, Pustel, Fleck oder Welke. Bleibt das Bild unklar, kann eine Pflanzenschutzdienststelle die Ursache abklären. Wie du Schäden an Stauden allgemein einordnest, erklärt der Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen in unserem Überblick zu Stauden und Ziergräsern.

Vorbeugen: was Landnelken gesund hält

Standort und Boden

Landnelken bevorzugen einen sonnigen Platz und einen feuchten, gut durchlässigen, grobkörnigen Boden mit hohem Humusanteil. Staunässe vermeidest du, weil sie im Wurzelbereich Sauerstoffmangel verursacht und Wurzelfäulen begünstigt. Wie du Licht, Boden und pH-Wert für Stauden einschätzt, beschreibt der Abschnitt zu Standort und Boden im Stauden-Überblick.

Pflanzabstand

Gib den Pflanzen Luft, damit Laub und Blüten nach Regen rasch abtrocknen. Frei im Beet wachsende Landnelken setzt du mit 20 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen bleiben 30 cm frei; wie das in deinem Beet aussieht, kannst du im Beetplaner mit Reihen und Abständen durchspielen.

Gießen und Düngen

Gieße morgens direkt im Wurzelbereich, damit die Blätter schnell abtrocknen und die Gefahr von Blattkrankheiten sinkt. Eine routinemäßige Düngung ist für Nelken nicht grundsätzlich nötig, und mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten. Wie du Landnelken durchs Jahr gießt, düngst und schneidest, zeigt der Pflegebeitrag.

Sauberkeit im Beet

Entferne befallene Blätter und abgefallene Blütenblätter, bevor sie im Beet liegen bleiben; gesundes Laub darf über den Winter stehen. Reinige Werkzeuge, Schuhe und Pflanzstäbe, wenn sie mit kranker Erde in Berührung gekommen sind, damit du Erreger nicht verschleppst. Was im Lauf des Jahres ansteht, findest du im Abschnitt zur Pflege im Jahreslauf des Stauden-Überblicks.

Pflanzengesundheit stärken

Kräftige Nelken sind vor allem eine Frage von Standort, Abstand und maßvoller Versorgung. Das Zurückschneiden verwelkter Nelkentriebe schafft Platz für neue Blüten. Die Grundregeln für gesunde Stauden fasst der Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen im Stauden-Überblick zusammen.

Biologisch und von Hand gegensteuern

Viele Eingriffe an Landnelken kommen ohne Mittel aus. Du brauchst Hände, eine Schere und einen genauen Blick.

Abspritzen, absammeln, ausschneiden

Bei schwachem Blattlausbefall spritzt du die Läuse mit einem Wasserstrahl ab. Raupen des Mittelmeer-Nelkenwicklers und Schnecken sammelst du ab, versponnene Knospen brichst du aus. Befallene Blüten und Blätter schneidest du heraus, bei Mehltau bis ins gesunde Gewebe. Diese Handgriffe kannst du jederzeit wiederholen und brauchst dafür kein Mittel. Ich habe für den Kontrollgang eine kleine Schere, einen Eimer für Schnittgut und eine Lupe in einem Korb beisammen.

Nützlinge im Garten halten

Marienkäfer und ihre Larven fressen Blattläuse, Igel fressen auch Schnecken, und Meisen suchen nach Raupen. Halten kannst du solche Helfer vor allem mit Strukturen. Ein Teil der dürren Staudenstängel kann ganzjährig stehen bleiben und Insekten Unterschlupf bieten. Auch die Zwischenräume von Gräsern dienen Nützlingen als Winterquartier, wenn die Halme über den Winter stehen bleiben. Offene Bodenstellen sowie Stein- und Holzhaufen bieten zusätzliche Nist- und Überwinterungsplätze.

Nützlinge können einen Befall bremsen, eine Garantie gegen Schädlinge sind sie nicht. Ich lasse an einer Beetecke die dürren Stängel bis zum Frühjahr stehen.

Hausmittel: was ihnen nachgesagt wird

Schmierseifenlösung und Rapsöl werden oft gegen Blattläuse und Spinnmilben genannt, weil sie die weichhäutigen Tiere überziehen sollen. Brennnesseljauche gilt in vielen Gärten als Kräftigung. Knoblauchsud wird eine Wirkung gegen Pilze nachgesagt, und Kaffeesatz soll Schnecken fernhalten. Verlassen solltest du dich auf keines davon, und auch Hausmittel können empfindliche Blätter schädigen. Für Pflanzenjauchen gibt es zudem keine allgemeingültigen Angaben zu Menge und Häufigkeit, weil Pflanzenbedarf und Nährstoffe im Boden mitspielen.

Mischkultur als Ergänzung

Tagetes und Knoblauch sagt man nach, dass sie als Nachbarn Schädlinge fernhalten. Mischkultur kann ein Beet vielfältiger machen und unterstützen, eine Garantie gegen Befall ist sie nicht. Achte bei jedem Nachbarn darauf, dass er ähnliche Ansprüche an Boden, Feuchte, Nährstoffe und Licht hat, denn solche Pflanzgemeinschaften werden stabiler und pflegeleichter. Welche Nachbarn zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer für Pflanzpartner.

Chemie und integrierter Pflanzenschutz: erst als letzte Stufe

Integrierter Pflanzenschutz heißt bei Landnelken: vorbeugen, regelmäßig kontrollieren und zuerst von Hand eingreifen. Wie diese Stufenfolge aus Vorbeugen, Kontrollieren und Absammeln im Staudenbeet aufgebaut ist, beschreibt unser Überblick zu Stauden und Ziergräsern.

Chemische Mittel kommen erst als letzte Stufe infrage, und gegen Viren oder eine Fusarium-Welke in den Leitungsbahnen helfen sie nicht. Greifst du doch zu einem Mittel, dann nur mit Zulassung für Haus- und Kleingarten, nach Gebrauchsanweisung, mit Schutzkleidung, unter Beachtung der Wartezeit und mit fachgerechter Entsorgung der Reste. Bedenke, dass ein Spritzmittel auch Nützlinge treffen kann.

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Häufige Fragen

Was sind die häufigsten Krankheiten bei Landnelken?
An Landnelken solltest du vor allem auf Pilzkrankheiten achten: Grauschimmel, Fusarium-Welke, Alternaria-Blattflecken und Nelkenrost. In feuchtem Klima können außerdem Mehltau und weitere Blattflecken auftreten. Daneben können Bakterien und Viren Nelken schädigen, wobei sich Viruskrankheiten am Schadbild allein nicht sicher unterscheiden lassen.
Wie erkennt man Grauschimmel bei Dianthus caryophyllus?
An Landnelken zeigt sich Grauschimmel durch Blütenblätter, die braun werden und einen grauen Pilzbelag tragen. Feuchtes Wetter und Blüten, die lange nass bleiben, begünstigen den Befall. Entferne befallene Blüten und abgefallene Blütenblätter und sorge für gute Luftzirkulation, denn beides trägt zur Vorbeugung bei.
Welche Schädlinge befallen Landnelken am häufigsten?
Zu den Schädlingen an Landnelken gehören Blattläuse, Thripse, Spinnmilben und die Raupen des Mittelmeer-Nelkenwicklers, an jungen Pflanzen auch Schnecken. Blattläuse hinterlassen klebrigen Honigtau, Thripse silbrige Flecken mit Kotspuren und Spinnmilben gelblich weiße Sprenkel mit feinen Gespinsten. Die Raupen des Mittelmeer-Nelkenwicklers verspinnen Blätter und Knospen, sodass sich die Blüten nicht richtig öffnen können.
Was macht Landnelken anfällig für Pilzinfektionen?
Anhaltende Bodenfeuchte und Staunässe können Wurzel- und Stängelgrundfäulen begünstigen, weil den Wurzeln Sauerstoff fehlt. Nasses Laub nach abendlichem Gießen und ein dichter, schlecht durchlüfteter Stand können Blattkrankheiten fördern. Auch mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten.
Wie unterscheiden sich bakterielle von viralen Erkrankungen bei Nelken?
Wässrige, später dunkle und faulige Flecken oder rasches Welken können auf Bakterien hindeuten, Ringflecken, Mosaikmuster und verformter Wuchs eher auf ein Virus. Sicher ist das am Beet nicht, denn pilzliche und bakterielle Blattflecken können sich so ähneln, dass erst eine Laboruntersuchung die Ursache klärt. Nelkenviren erzeugen zudem ähnliche Symptome und treten auch als Mischinfektion auf. Bei Verdacht lässt du die Pflanze von einer Pflanzenschutzdienststelle abklären, denn gegen Viruskrankheiten wirken chemische Pflanzenschutzmittel nicht.
Welche Rolle spielt die richtige Bewässerung bei der Vorbeugung von Nelkenkrankheiten?
Gieße Landnelken möglichst morgens und direkt im Wurzelbereich, damit die Blätter schnell abtrocknen und die Gefahr von Blattkrankheiten sinkt. Gieße lieber seltener, aber durchdringend, solange der Untergrund noch leicht feucht ist. Staunässe vermeidest du, weil sie im Wurzelbereich Sauerstoffmangel verursacht und Wurzelfäulen begünstigt.
Wie erkennt man den Unterschied zwischen Krankheits- und Schädlingsschäden?
Bei Schädlingen findest du meist die Tiere selbst oder ihre Spuren, etwa Honigtau, Kotspuren, Fraßstellen oder feine Gespinste. Krankheiten zeigen sich dagegen als Belag, Pustel, Fleck oder Welke ohne sichtbaren Verursacher. Schau mit einer Lupe auch auf die Blattunterseiten, denn Spinnmilben sitzen überwiegend dort. Bleibt das Bild unklar, kann eine Pflanzenschutzdienststelle die Ursache abklären.
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