Landnelken natürlich düngen: Kompost, Pflanzenjauche und Hausmittel mit Maß
- Nelken gelten als genügsam: Eine routinemäßige Düngung ist für sie nicht grundsätzlich nötig.
- Ob und womit du düngst, zeigt eine Bodenuntersuchung; Stickstoff musst du dort gesondert beauftragen.
- Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus, im Garten höchstens 2 bis 3 l/m² im Jahr.
- Pflanzenjauche verdünnst du zur Wurzeldüngung in der Regel 1:10 und gießt sie auf feuchten Boden an die Wurzeln.
- Holzasche gehört weder direkt in den Garten noch auf den Kompost.

Bei Landnelken liegt das Risiko eher im Zuviel als im Zuwenig. Nelken gelten als genügsam, und eine routinemäßige Düngung ist für sie nicht grundsätzlich nötig. Ich gebe meinem Nelkenbeet deshalb erst etwas, wenn ich weiß, was im Boden schon steckt. Danach entscheide ich, ob Kompost, Hornspäne oder PflanzenjauchePflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. ins Beet kommen und wohin meine Küchenreste wandern.
Landnelken sind Saatlinien und Sorten der Garten-Nelke Dianthus caryophyllus, etwa ‚Ikat‘ oder die ‚Grenadin Mischung‘. Die Art ist mehrjährig, ihre Winterhärte hängt aber von der Sorte ab. Die Bartnelke Dianthus barbatus ist eine eigene Art, und wie du die zweijährige Bartnelke vom Blattjahr bis zur Blüte düngst, steht in einem eigenen Ratgeber.
Brauchen Landnelken überhaupt Dünger?
Fischer beschreibt Nelken als genügsam und rät zu zurückhaltendem Düngen. TM Zierpflanzen nennt für sein Beet- und Kübelangebot dagegen eine Düngung alle zwei Wochen von Mai bis Juli. Auch innerhalb der Garten-Nelke gehen die Ansprüche auseinander: Die Riesen-Chabaud-Nelken-Mischung bevorzugt einen kalkhaltigen, nährstoffreichen Gartenboden.
Der Düngebedarf einer Staude ergibt sich aus ihrem Nährstoffbedarf und dem, was der Boden schon anbietet. Wenn die Empfehlungen so weit auseinanderliegen, entscheidet deshalb dein Boden und nicht die Angabe auf der Packung.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Lehmige, sandige, kalkhaltige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale, alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Kübel und im Topf ziehen.
Pflege
- Pflege
In feuchtem Klima auf Mehltau und Blattflecken achten.
- Düngung
Zurückhaltend düngen; die angebotenen Beet- und Kübelsorten von Mai bis Juli alle zwei Wochen düngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.
Organisch oder mineralisch: was natürliche Dünger anders machen
Natürliche Dünger wie Kompost oder Hornspäne wirken über das Bodenleben. Ihre Nährstoffe werden erst pflanzenverfügbar, wenn BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. sie zersetzt und mineralisiert haben. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen sie deshalb kaum etwas frei, bei feuchtwarmer Witterung unter Umständen sehr viel. Leicht lösliche mineralische Dünger wirken schneller. Wendest du sie nicht bedarfsgerecht an, kann vor allem Stickstoff ausgewaschen werden.
Organisch heißt außerdem nicht automatisch richtig dosiert. Kompost und StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. liefern neben organischer Substanz auch Nährstoffe, und du rechnest sie bei der Düngung mit. Ich bleibe im Nelkenbeet bei organischen Düngern und schreibe jede Gabe auf, damit ich sie beim nächsten Mal berücksichtigen kann.
Erst messen: Bodenuntersuchung und pH-Wert
Eine Bodenuntersuchung zeigt, welchen Dünger dein Boden nach Nährstoffart und Menge noch braucht. Die Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kali und den Kalkbedarf. Stickstoff musst du gesondert beauftragen. Liegen Phosphat, Kalium oder Magnesium in den Gehaltsklassen D oder E, setzt du die Düngung mit genau diesem Nährstoff aus. Ich nehme die Probe im Nelkenbeet getrennt von anderen Beeten, weil jede einheitlich genutzte Fläche ihre eigene MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. bekommt.
So nimmst du die Mischprobe.
- Stich 10 bis 15 Mal ein, gleichmäßig über die Fläche verteilt.
- Nimm jeweils den Oberboden bis etwa 25 bis 30 cm Tiefe.
- Mische alles gründlich und schicke davon rund 500 g ein.
- Gibst du Kompost, wiederholst du die Untersuchung alle 4 bis 5 Jahre.
Für die Garten-Nelke eignet sich ein sonniger Platz mit gut durchlässigem, neutralem bis alkalischem Boden. Kalk streust du trotzdem nur, wenn der gemessene pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig ist. Liegt er oberhalb des passenden Zielbereichs, verzichtest du auf Kalk und kalkhaltige Dünger. Regelmäßig ausgebrachter Kompost liefert ebenfalls Kalzium und kann den pH-Wert anheben. Über pH 7,0 wiederum kann die Verfügbarkeit von Eisen stark eingeschränkt sein. Wer zum Kompost noch auf Verdacht kalkt, riskiert also Mangelsymptome trotz vorhandener Eisenvorräte im Boden.
Einen schnellen Anhaltspunkt gibt ein pH-Streifentest. Dafür vermengst du zerkleinerte Gartenerde mit destilliertem Wasser und liest nach kurzer Einwirkzeit die Farbe ab.
Kompost: nur bei Bedarf
Bei genügsamen Nelken gebe ich Kompost nur, wenn die Bodenprobe dafür spricht. Im Garten soll die jährliche Gabe 2 bis 3 l/m² nicht überschreiten, und du bringst sie im Spätwinter oder Frühjahr aus statt im Herbst. Wie du Kompost ansetzt und warum er Phosphat anreichern kann, erklärt der Abschnitt Düngen im Überblick zu Stauden und Ziergräsern.
Hornspäne und Mist: gezielt bei Stickstoffbedarf
Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl sind stickstoffbetonte organische Dünger. Sie enthalten typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff. Freigesetzt wird er erst durch mikrobiellen Abbau, also langsamer als aus mineralischen Düngern. Die Menge richtet sich nach Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und Produktangabe, und Nährstoffe aus Kompost rechnest du mit. Ich greife bei Nelken erst zu Hornspänen, wenn eine Untersuchung mit Stickstoffbestimmung dafür spricht.
Tiermist kompostierst du, bevor er in den Garten kommt. Frischer Mist gehört also nicht direkt ans Nelkenbeet.
Aus einer Düngeempfehlung in g/m² errechnest du die Düngermenge so: Bedarf des Nährstoffs mal 100, geteilt durch seinen Gehalt im Dünger in Prozent. Den Gehalt findest du in der Produktangabe.
Pflanzenjauche: das Hausmittel aus dem eigenen Garten
BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. und andere Pflanzenjauchen kannst du als flüssigen Dünger an Landnelken geben. Zur Wurzeldüngung verdünnst du sie in der Regel im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Die Mischung gießt du rund um die Pflanze an die Wurzeln. Allgemeingültige Angaben zu Menge und Abständen gibt es nicht, weil Pflanzenbedarf und vorhandene Bodennährstoffe zählen. Ich schaue mir bei meinen Nelken deshalb Wuchs und Boden an, bevor ich nachlege.
Gießen und flüssig düngen zusammen
Wurzeln nehmen Nährsalze als im Wasser gelöste Ionen auf. Die Aufnahme braucht deshalb ausreichend Bodenfeuchte, auch bei flüssigem Dünger. Gib Dünger möglichst auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Pflanzenteile. Bei großer Hitze oder längerer Trockenheit kommt Flüssigdünger niedrig konzentriert auf vorher angefeuchteten Boden, nie über die Blätter. Ich gieße bei trockenem Boden zuerst mit klarem Wasser und gebe die verdünnte Jauche danach in den Wurzelbereich.
Trockenheit wie Staunässe können die Nährstoffaufnahme stören und dadurch Mangelsymptome hervorrufen. Bevor du bei solchen Anzeichen nachdüngst, prüfst du deshalb die Feuchte im Wurzelraum. Dafür nimmst du eine Bodenscholle heraus und beurteilst sie nach Farbe und Gefühl.
Blattdüngung: höchstens eine Ergänzung
Blattdünger kann die Bodendüngung ergänzen, ersetzt sie aber in der Regel nicht. Als alleinige Versorgung mit HauptnährstoffenHauptnährstoffe sind die Nährstoffe, die Pflanzen in größeren Mengen brauchen: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Beim Düngen im Garten stehen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium im Vordergrund. wäre er zu aufwendig, weil dafür viele Behandlungen nötig wären. Wenn du über das Blatt düngst, dann bei bedecktem Himmel oder abends. Starke Sonne kann die Lösung sonst konzentrieren und Blätter schädigen. Bei empfindlichen Pflanzen spritzt du vorher zur Probe, und eine feine Zerstäubung vermindert zu schnelles Abtropfen.
Abends benetztes Laub trocknet allerdings langsamer ab als morgens gegossenes, was die Gefahr von Blattkrankheiten erhöht. In feuchtem Klima kann die Garten-Nelke zudem anfällig für Mehltau und Blattflecken sein. Bei Landnelken spricht deshalb viel dafür, Nährstoffe über den Boden zu geben. Ich gieße Jauche bei meinen Nelken nur an die Wurzeln.
Küchenreste und Hausmittel: was ins Nelkenbeet gehört
Als Hausmittel für Nelken hört man von Holzasche, Bananenschalen, Kaffeesatz oder Bittersalz. Magnesium ist Bestandteil des Chlorophylls, Kalium reguliert den Zellinnendruck und damit den Wasserhaushalt der Pflanze. Ob deinem Boden davon etwas fehlt, zeigt erst die Bodenuntersuchung. Bei hohen Werten düngst du den betreffenden Nährstoff gar nicht, und ein Hausmittel auf Verdacht kann den Vorrat weiter erhöhen.
Kaffeesatz, Bananenschalen und andere Küchenreste kommen bei mir auf den Kompost und nicht direkt ans Nelkenbeet. Der Kompost wiederum landet nur im Beet, wenn die Bodenprobe dafür spricht.
Holzasche als Kaliumquelle ins Nelkenbeet streuen. Holzasche gehört auch aus naturbelassenem Holz weder direkt in den Garten noch auf den Kompost. Größere Anteile können dort Schwermetalle anreichern.
Phosphor gilt vielen als Blühdünger. Er dient aber dem Energiehaushalt, der Erbsubstanz und den Zellmembranen und ist kein pauschaler Blühverstärker. Auch Kompost kann den Boden bereits mit Phosphat überversorgen.
Bodenleben und Mulch: langsame Nährstoffquellen
Bodenlebewesen machen Nährstoffe aus abgestorbenen Pflanzenresten im Humus für Pflanzen verfügbar. Wärme und Bodenfeuchte beschleunigen diese Freisetzung gemeinsam. Gründüngung, Kompost, Mulch und eine bodenschonende Bearbeitung können das Bodenleben fördern und zum Humusaufbau beitragen. In Blumen- und Staudenbeeten passt Gründüngung vor allem auf größere, vorübergehend freie Flächen oder zur Vorbereitung einer Neuanlage.
Effektiven Mikroorganismen wird nachgesagt, das Bodenleben anzukurbeln. In einem Gewächshausversuch mit Herbststauden brachte eine EM-Behandlung jedoch keinen einheitlichen Vorteil für Wuchs, Bewurzelung und Pflanzengesundheit.
Organischer Mulch hält die Bodenfeuchte und unterstützt das Bodenleben, roher Rindenmulch kann beim Abbau aber vorübergehend Stickstoff binden. Welche Mulchschicht zu Landnelken passt, erklärt der Ratgeber, wie du Landnelken mit Mulch und gezieltem Gießen wassersparend versorgst. Die Grundlagen zum Mulchen stehen im Stauden-Überblick unter Pflege im Jahreslauf.
Landnelken im Topf natürlich versorgen
Die Garten-Nelke eignet sich auch für Kübel und Töpfe. Ein größeres Erdvolumen kann dort mehr Wasser und Nährstoffe speichern als ein kleines Gefäß. Für selbst gemischte Balkonkastenerde kann vollständig verrotteter Kompost bis zu 30 % ausmachen. Fertige torffreie Erden sind meist vorgedüngt, ihre Ersatzstoffe können die Stickstoffverfügbarkeit aber einschränken. Die Nachdüngung passt du deshalb an die Stickstoffversorgung an, die tatsächlich verfügbar ist. Ich schaue bei Nelken in torffreier Erde auf Blattfarbe und Zuwachs, bevor ich flüssig nachdünge.
Im Winter düngst du überwinternde Kübelpflanzen grundsätzlich nicht. Landnelken im Topf überwinterst du kühl und frostfrei.
Wann düngen und wann aufhören
Stickstoff gibst du nur während der VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. und ab dem Spätsommer nicht mehr, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Zu späte oder zu reichliche Düngung erhöht bei Stauden die Gefährdung im Winter, und die Winterhärte von Landnelken hängt ohnehin von der Sorte ab. Wann im Jahr du Nelken düngst und woran du ein Zuviel erkennst, erklärt der Ratgeber zum Nelkendüngen im Garten.
Mehr Blüten ohne zusätzlichen Dünger
Für eine lange Blüte hilft auch das AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung.. Bei der Landnelke ‚Ikat‘ verlängert regelmäßiges Entfernen verwelkter Blüten die Blüte. Das Zurückschneiden verwelkter Nelkentriebe schafft Platz für neue Blüten, denn bei vielen Sommerblumen und Stauden kann die Samenbildung weitere Blüten vermindern. Ich nehme die Schere mit, wenn ich durchs Beet gehe, und schneide Verblühtes gleich ab. Wie du Landnelken durch das Jahr pflegst, vom Gießen bis zum Winterschutz, steht im Pflege-Ratgeber für Landnelken.




