Sonnenhut bienenfreundlich: Was Echinacea Insekten und Vögeln im Gartenjahr bietet
- Echinacea purpurea ist eine Nahrungsquelle für Insekten und Nützlinge; an 'Kismet Raspberry' wurden Honigbienen und Hummeln beobachtet.
- Wie attraktiv Sonnenhut für Bienen ist, kann je nach Sorte unterschiedlich ausfallen.
- Ungefüllte Blüten wählen, denn vollständig gefüllte Blüten können ihr Pollenangebot verlieren.
- Für den Roten Sonnenhut ist eine Blütezeit von Juni bis Oktober angegeben.
- Samenstände über Winter stehen lassen: Sie dienen Vögeln als Nahrung, zurückgeschnitten wird erst im Frühjahr.
- Vor der Blüte im Frühjahr brauchen Insekten andere Pflanzen wie Krokusse und Lungenkraut.

Du willst Bienen und Hummeln ins Beet holen und den Vögeln im Winter etwas übrig lassen? Der Sonnenhut kann beides unterstützen, wenn du bei der Sorte genau hinschaust und im Herbst die Schere liegen lässt. Ich plane meine Sonnenhutgruppe deshalb über das ganze Gartenjahr: erst die Blüten für Insekten, danach die Samenstände für Vögel.
Gemeint ist hier Echinacea, vor allem der Rote Sonnenhut oder Purpur-Sonnenhut, Echinacea purpurea. Der Gartenname Sonnenhut steht auch für Rudbeckia. Er reicht deshalb nicht aus, um Pflegewerte eindeutig einer Pflanze zuzuordnen.
Ist Sonnenhut bienenfreundlich?
Ja, Echinacea purpurea ist eine Nahrungsquelle für Insekten und ebenso für NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei.. In einer Gartenleistungsprüfung wurden an der Sorte ‘Kismet Raspberry’ Honigbienen und Hummeln als Blütenbesucher beobachtet. Wie anziehend ein Sonnenhut für Bienen ist, kann sich allerdings von Sorte zu Sorte unterscheiden. Vor dem Kauf schaue ich deshalb auf die Blütenform und nicht nur auf die Farbe.
Bei Korbblütlern wie dem Sonnenhut ist die vermeintliche Einzelblüte ein BlütenstandEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe.. Er vereint zahlreiche RöhrenblütenRöhrenblüten sind die röhrenförmigen Einzelblüten im Blütenstand der Korbblütler. Sie bilden ihn allein, etwa bei Disteln, oder zusammen mit den Zungenblüten am Rand, etwa bei Astern. und häufig zusätzlich Zungenblüten. Bienen nutzen Pollen als Aufbaunahrung, Nektar liefert ihnen Energie.
Warum gefüllte Sorten weniger bieten können
Für Blütenbesucher wähle ich ungefüllte Formen. Bei gefüllten Blüten können Staub- und Fruchtblätter ihre ursprüngliche Funktion verlieren. Vollständig gefüllte Formen können dadurch ihr Pollenangebot einbüßen. Stark gefüllte Blüten bieten Insekten häufig nur sehr wenig oder gar keine Nahrung.
Die Serie ‘Kismet’ umfasst orange, himbeerfarbene und gelbe Farbvarianten. Beobachtet wurden Honigbienen und Hummeln an der himbeerfarbenen ‘Kismet Raspberry’. Weil die Bienenattraktivität bei Echinacea je nach Sorte schwanken kann, überträgst du diese Beobachtung besser nicht ungeprüft auf die anderen Farben der Serie.
Vor dem Kauf prüfe ich drei Punkte. Steht die Gattung Echinacea auf dem Etikett? Ist die Blüte ungefüllt? Gibt es im Beet einen Platz, an dem die Samenstände bis zum Frühjahr stehen bleiben dürfen?
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist tiefgründiger, gut durchlässiger, humusreicher Boden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Kübel und im Topf ziehen.
Pflege
- Pflege
Frisch ausgepflanzte Jungpflanzen mindestens bis zur Etablierung vor Schnecken schützen.
- Düngung
Geringer Düngebedarf; Düngung bevorzugt nach Bodenuntersuchung ausrichten.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze dient Nützlingen und Insekten als Nahrungsquelle. Die Pflanze eignet sich als Schnittblume.
Was der Sonnenhut Tieren im Gartenjahr bietet
Der Nutzen des Sonnenhuts endet nicht mit der Blüte. Jede Phase bietet Tieren etwas anderes, und zu jeder gehört ein eigener Handgriff.
| Zeitraum | Angebot für Tiere | Dein Handgriff |
|---|---|---|
| Blütezeit, beim Roten Sonnenhut Juni bis Oktober | Blütennahrung für Honigbienen, Hummeln und weitere Insekten | ungefüllte Sorten pflanzen, im Sommer Verblühtes ausputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung., späte Blüten ausreifen lassen |
| Herbst | reifende Samenstände, Stängel und Laub | Samenstände stehen lassen, nur Blätter mit Pilzbefall entfernen |
| Winter | Samenstände als Vogelnahrung, dürre Stängel als Unterschlupf für Insekten | nicht zurückschneiden |
| Spätwinter bis zeitiges Frühjahr | Stängel, die stehen bleiben, bieten weiter Unterschlupf | zurückschneiden und einen Teil der dürren Stängel stehen lassen |
Für den Roten Sonnenhut ist eine Blütezeit von Juni bis Oktober angegeben. Die Sorte ‘Roter Leuchtstern’ blüht an sonnigen Standorten von Juli bis Oktober. Wann das Blütenangebot für Insekten beginnt, hängt also auch von der Sorte ab.
Sonnenhut in der Nahrungskette des Gartens
Blüten für Bienen, Hummeln und Nützlinge
Am Anfang steht die Blüte. Echinacea purpurea ist eine Nahrungsquelle für Insekten und ebenso für Nützlinge. Ich gehe im Sommer regelmäßig an meiner Sonnenhutgruppe entlang und notiere, auf welchen Sorten Bienen und Hummeln landen.
Samen für Vögel
Nach der Blüte reifen die Samenstände. Bei ‘Roter Leuchtstern’ bleiben sie als Winterschmuck und Vogelnahrung stehen und werden erst im Frühjahr zurückgeschnitten. So verschiebt sich der Nutzen der Pflanze im Herbst und Winter von den Insekten zu den Vögeln.
Nistplätze gehören dazu
Blütennahrung allein reicht Wildbienen nicht. Je nach Art nisten sie in offenen oder spärlich bewachsenen Bodenstellen, in Hohlräumen oder in Pflanzenstängeln. Ein insektenfreundlicher Garten braucht deshalb neben Blüten auch Nist- und Überwinterungsplätze wie Stein- und Holzhaufen oder Totholz. Neben meiner Sonnenhutgruppe lasse ich eine kleine Bodenstelle unbepflanzt und schichte daneben einen Holzhaufen auf.
Winterwert: Samenstände und Stängel stehen lassen
Im Herbst räumen viele ihr Beet gründlich auf. Beim Sonnenhut wartest du damit besser. Abgestorbene Stängel und Blätter von Stauden bilden einen natürlichen Winterschutz und bleiben deshalb im Herbst stehen. Die Samenstände dienen Vögeln als Nahrung, dürre Stängel bieten Insekten Unterschlupf.
Gesundes altes Staudenlaub darf bis April oder Mai stehen bleiben. Blätter mit Pilzbefall entfernst du dagegen schon im Herbst. Zurückgeschnitten wird im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr. Einen Teil der dürren Stängel kannst du sogar ganzjährig stehen lassen, damit Insekten weiter Unterschlupf finden.
Ausputzen oder Samen reifen lassen?
Hier treffen zwei Ziele aufeinander. Bei ‘Roter Leuchtstern’ verlängert regelmäßiges Entfernen verblühter Blüten die Blütezeit. Die Samenstände sind aber zugleich Vogelnahrung für den Winter. Wer bis in den Herbst jede welke Blüte abschneidet, verlängert also die Insektensaison und nimmt den Vögeln die Samenstände. Ich putze deshalb im Sommer aus und lasse die späten Blütenköpfe ausreifen.
Das Staudenbeet im Herbst bodennah abräumen. Damit verschwinden die Samenstände als Vogelnahrung, die Stängel als Unterschlupf für Insekten und der natürliche Winterschutz der Staude.
Beim RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. im zeitigen Frühjahr lasse ich am Rand der Sonnenhutgruppe einen Teil der dürren Stängel stehen. Diese Stängel markiere ich mit einem Stab, damit sie beim nächsten Aufräumen nicht versehentlich fallen.
Was der Sonnenhut im Frühjahr nicht leisten kann
Für das ganze Gartenjahr reicht der Sonnenhut allein nicht. Zurückgeschnitten wird er im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr, seine Blüte beginnt beim Roten Sonnenhut aber erst im Juni. Dazwischen bietet er keine Blütennahrung, und diese Lücke füllen andere Pflanzen.
Ein zeitlich gestaffeltes Angebot entsteht, wenn du Frühjahrs-, Sommer- und Herbstblüher kombinierst. Im Frühjahr helfen zum Beispiel Krokusse und Lungenkraut, im Spätsommer und Herbst ergänzen ungefüllte Dahlien und Astern. Frühjahrsblühende Zwiebelpflanzen überbrücken im Staudenbeet zudem die Zeit zwischen Rückschnitt und neuem Austrieb.
Welche Begleiter zum Sonnenhut passen, etwa Rutenhirse und Indianernesseln, zeigt der Ratgeber zu Sonnenhut im naturnahen Garten und in der Blumenwiese. Farben und Wuchsformen stimmst du mit den Ideen für harmonische Sonnenhut-Kombinationen im Beet ab. Deine Blühfolge über das Jahr kannst du im Beetplaner skizzieren.
Standort, Aussaat und Pflege in Kürze
Für die Artenvielfalt genügen hier die Eckpunkte. Die Details stehen in eigenen Ratgebern.
Herkunft und Sorten
Der Purpur-Sonnenhut stammt aus den zentralen und östlichen USA, wo er in Prärien und lichten Wäldern wächst. Welche Sorten es gibt und wie sie sich in Farbe, Wuchs und Verwendung unterscheiden, zeigt die Übersicht über die Sonnenhut-Vielfalt. Wie du Sorten nach Wuchshöhe im Beet gruppierst, erklärt der Beitrag zu Sonnenhut-Sorten im Staudenbeet.
Standort
Echinacea purpurea bevorzugt einen sonnigen Platz mit frischem, nährstoffreichem Boden und kommt auch an absonnigen Stellen zurecht. Hohe Sorten brauchen einen windgeschützten Platz oder eine Stütze. Licht, Bodenfeuchte und pH-Werte erklärt der Stauden-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.
Aussaat und Pflanzung
Sonnenhut ist ein LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte., die Samen werden nur knapp mit Erde bedeckt. Nach einer Vorkultur blühen die Jungpflanzen des Purpur-Sonnenhuts im zweiten Jahr ab Juni. Wie du Sonnenhutsamen richtig aussäst und die Jungpflanzen danach richtig pflanzt und durch die Saison bringst, steht in eigenen Anleitungen; die Termine findest du im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser.
Pflege, Schnecken und Läuse
Der Rote Sonnenhut hat einen geringen Düngebedarf, eine Düngung richtest du am besten nach einer Bodenuntersuchung aus. Frisch gepflanzte Jungpflanzen schützt du bis zur Etablierung vor Schnecken, und bei schwachem Blattlausbefall an Zierpflanzen genügt häufig ein Wasserstrahl. Mehr dazu findest du in den Pflegetipps für Sonnenhut durch das Jahr sowie im Stauden-Ratgeber unter Pflege im Jahreslauf und unter Krankheiten und Schädlinge.
Vermehrung
Sämlinge des Roten Sonnenhuts fallen nicht sortenecht aus. Wenn ich Samen sammle, nehme ich nur einen Teil der Samenstände ab und lasse den Rest für die Vögel stehen. Teilen, StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. und SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. beschreibt der Stauden-Ratgeber in einem eigenen Abschnitt.
Sonnenhut als Heilpflanze
Echinacea ist auch als Heilpflanze bekannt. Im Garten behandle ich den Sonnenhut als Zierstaude, und nachgesagte Heilwirkungen ersetzen keinen ärztlichen Rat. Sicherheitshinweise zu Gartenstauden sammelt der Stauden-Ratgeber im Abschnitt Giftige Stauden.





