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Gurken

Gurken anbauen von der Aussaat bis zur Ernte: Standort, Boden, Gießen, Düngen, Ausgeizen, Krankheiten, Sorten und Lagerung – das Grundlagenwissen im Überblick.

38 RatgeberZuletzt aktualisiert:
Junge Gurke (Cucumis sativus) hängt an der Ranke, daneben gelbe Gurkenblüten und typische Blätter
Foto: Agung Sutrisno · Pexels License
Historische botanische Illustration von Gurke (Cucumis sativus) im Stil alter Pflanzenbuecher
Historische botanische Tafel · BHL
Gurken im November: jetzt ist die Zeit für Ernte.
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Aussaatkalender Gurken
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, Juni; Blüte: Mai, Juni, Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober, November; Pflanzung: März, April, MaiJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilPflanzung: MaiAussaatBlüteErntePflanzung

Wer einmal eine sonnenwarme Gurke direkt von der Ranke gepflückt hat, versteht, warum dieses Gemüse in fast jedem Garten wächst. Damit das klappt, brauchen Gurken vor allem drei Dinge: Wärme, Wasser und einen nährstoffreichen Boden. Auf dieser Seite habe ich das Grundlagenwissen aus all meinen Gurken-Ratgebern gebündelt – vom Standort über Aussaat, Gießen und Ausgeizen bis zu Ernte, Lagerung und Sortenwahl. Die einzelnen Ratgeber vertiefen jedes Thema; hier steht, was du für den Einstieg wirklich brauchst.

Obst oder Gemüse? Die Gurke im Kurzporträt

Die Gurke (Cucumis sativus) gehört zu den Kürbisgewächsen und ist eng mit Kürbis, Zucchini und Melone verwandt. Aus einer bitteren Wildform sind über Jahrtausende mehr als 2000 Sorten entstanden. Und wie wachsen Gurken? Als einjährige, wärmeliebende Rankpflanzen: In einer einzigen Saison bilden sie über einen Meter lange Triebe, gelbe Blüten und schließlich die Früchte – am Boden kriechend oder platzsparend an der Rankhilfe nach oben geführt.

Ist die Gurke nun Obst oder Gemüse? Botanisch gesehen ist sie eine Frucht, denn sie entsteht aus einer Blüte und trägt die Samen der Pflanze. In Küche und Handel zählt sie trotzdem zum Gemüse, weil sie herzhaft zubereitet wird – beide Antworten sind also richtig, je nachdem, wen du fragst. Ernährungsphysiologisch ist die Gurke ein leichter Genuss: Sie besteht zu rund 97 Prozent aus Wasser und ist entsprechend kalorienarm. Als erfrischende Zutat kann sie eine ausgewogene Ernährung gut ergänzen – ein Heilmittel ist sie nicht, und bei gesundheitlichen Beschwerden ersetzt kein Gemüse den ärztlichen Rat.

Standort und Boden: das Fundament

Gurken sind Sonnenkinder. Sie wollen einen vollsonnigen, warmen und möglichst windgeschützten Platz – je mehr Licht und Wärme, desto williger blühen sie und desto mehr Früchte setzen sie an. Kühle Zugluft und schattige Ecken quittieren Gurkenpflanzen dagegen mit zögerlichem Wuchs. In meinem eigenen Beet stehen die Gurken am windgeschützten Südrand, und genau dort tragen sie am zuverlässigsten.

Beim Boden gilt: locker, tiefgründig, humusreich und durchlässig. Arbeite vor der Pflanzung reichlich Kompost ein, denn Gurken zählen zu den Starkzehrern und leben von einem gut versorgten Boden. Staunässe vertragen sie nicht – schwere Böden verbesserst du mit organischem Material und einer gelockerten Pflanzstelle. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh hält die Feuchtigkeit im Boden, schützt vor Verschlämmung und füttert nebenbei das Bodenleben.

Gurken säen und pflanzen

Die Aussaatzeit für Gurken reicht von März bis Juni. Früh im Jahr ziehst du die Pflanzen geschützt vor – auf der Fensterbank oder im Gewächshaus –, ins Freiland dürfen Gurken erst, wenn keine Spätfröste mehr drohen. Als Faustregel hat sich das Warten auf die Eisheiligen bewährt. Gepflanzt wird im Frühjahr in gut erwärmten Boden; im Gewächshaus beginnt die Saison entsprechend früher, und auch der Kübel auf Balkon oder Terrasse trägt bei guter Versorgung erstaunlich reich.

Ob Gewächshaus oder Freiland, entscheidet auch die Sorte: Lange Salatgurken gedeihen am besten unter Glas mit gleichmäßiger Wärme, robuste Einlege- und Landgurken kommen direkt ins Freilandbeet.

Häufiger Fehler

Zu früh ausgepflanzt. Gurken sind ausgesprochen kälteempfindlich – schon wenige kalte Nächte lassen junge Pflanzen im Wachstum stocken. Wer bis nach den letzten Frösten wartet, überholt mit seinen Pflanzen fast immer die verfrühte Konkurrenz.

Gießen und Düngen: was Gurken wirklich brauchen

Weil die Früchte fast nur aus Wasser bestehen, entscheidet eine gleichmäßige Wasserversorgung über die Ernte. Trockenphasen und schwankende Feuchte bestrafen Gurken mit verformten oder bitteren Früchten. Ich gieße meine Gurken grundsätzlich morgens – so trocknen die Blätter über den Tag ab, und Pilzkrankheiten haben es deutlich schwerer. Gieße direkt in den Wurzelbereich statt über die Blätter; welche Methoden sich dafür bewährt haben, zeigt der Ratgeber zur richtigen Bewässerung von Gurken.

Als Starkzehrer brauchen Gurken über die ganze Saison Nachschub: Kompost bei der Pflanzung, danach regelmäßige organische Gaben – etwa Kompost oder verdünnte Pflanzenjauche. Die Mulchschicht aus dem Boden-Kapitel arbeitet hier gleich doppelt, weil sie Feuchtigkeit hält und beim Verrotten Nährstoffe nachliefert.

Tipp

Gieße mit abgestandenem, temperiertem Wasser statt eiskalt aus der Leitung. Gurkenwurzeln reagieren empfindlich auf Kälteschocks – eine gefüllte Gießkanne, die neben dem Beet vorwärmt, ist die einfachste Lösung.

Pflege: Ausgeizen, Aufbinden und Schneiden

Damit die Kraft in die Früchte fließt, werden viele Gurkensorten ausgegeizt: Die Seitentriebe in den Blattachseln werden entfernt, solange sie jung sind. Beim Ausgeizen arbeite ich am liebsten mit den Fingern statt mit der Schere, denn weiche Triebe lassen sich sauber ausbrechen, ohne große Wunden zu hinterlassen. Das Aufbinden an Schnur, Spalier oder Rankgitter verbessert zusätzlich die Luftzirkulation, hält die Früchte sauber und macht die Ernte bequemer. Wie du dabei Schritt für Schritt vorgehst, erklärt die Anleitung zum Ausgeizen, Aufbinden und Schneiden von Gurken.

Krankheiten und Schädlinge: vorbeugen statt behandeln

Gurken reagieren empfindlich auf Pilze und Viren. Am häufigsten treten Echter und Falscher Mehltau auf – erkennbar an weißem, pudrigem Belag beziehungsweise fleckigen Blättern –, dazu das Gurkenmosaikvirus, das helle Flecken und Verkrüppelungen verursacht und befallene Pflanzen unbrauchbar macht. Die beste Strategie ist Vorbeugung: ausreichender Pflanzabstand und gute Belüftung, morgens gießen und die Blätter trocken halten, kranke Pflanzenteile früh entfernen. Bei anfälligen Standorten helfen resistente Sorten – oder das Veredeln auf eine robuste Unterlage wie den Feigenblattkürbis, das die Pflanze von unten her widerstandsfähig macht.

Bei den Schädlingen führen drei Plagegeister die Liste an. Blattläuse sitzen in Kolonien an Triebspitzen und Blattunterseiten, schwächen die Pflanze durch ihr Saugen und übertragen dabei Viren wie das Gurkenmosaikvirus – ein kräftiger Wasserstrahl, Schmierseifenlösung und Nützlinge wie der Marienkäfer halten sie in Schach. Spinnmilben verraten sich durch hell gesprenkelte Blätter und feine Gespinste; sie lieben trockene, warme Luft, vor allem im Gewächshaus, und lassen sich mit erhöhter Luftfeuchte und Raubmilben eindämmen. Schnecken schließlich haben es auf junge Gurkenpflanzen abgesehen und können Setzlinge über Nacht kahlfressen – absammeln, ein Schneckenzaun und der Trick, erst kräftige Jungpflanzen auszupflanzen, schützen am zuverlässigsten. Wie du einen Befall dauerhaft ohne Chemie in den Griff bekommst, vertieft der Ratgeber zur natürlichen Schädlingsbekämpfung im Themenblock „Gesunde Pflanzen” am Ende dieser Seite.

Passt dazu

Welche Krankheiten Gurken am häufigsten treffen – und was dann hilft: Symptome sicher erkennen und reagieren, bevor sich ein Befall ausbreitet.

Gurken ernten und lagern

Geerntet wird je nach Anbauform von Juni bis in den November hinein. Pflücke regelmäßig durch, denn jede abgenommene Frucht regt die Pflanze zu neuem Ansatz an – hängen gelassene Riesen bremsen dagegen den Nachschub. Jung geerntete Gurken sind zarter und feiner im Geschmack. Meine wichtigste Ernteregel lautet deshalb: lieber einen Tag zu früh pflücken als zwei zu spät. Für die Lagerung mögen Gurken es kühl, aber nicht eiskalt – und nicht direkt neben nachreifendem Obst wie Äpfeln oder Tomaten, dessen Reifegas sie schneller altern lässt. Noch ein Hinweis für die Küche: Schmeckt eine Gurke ungewöhnlich bitter, koste nicht weiter. Unter Stress können auch moderne Sorten wieder Bitterstoffe bilden, die den Magen reizen können – im Zweifel gehört so eine Frucht auf den Kompost.

Gurkensorten: von der Salatgurke bis zur Snackgurke

Gurkensorten werden nach ihrer Verwendung eingeteilt: lange Salat- und Schlangengurken für den Frischverzehr, kleine feste Einlegegurken fürs Glas, dickfleischige Schälgurken für Senfgurken und handliche Snackgurken zum Naschen zwischendurch. Dazu kommen Exoten wie die Mexikanische Minigurke und bizarr geformte Ziergurken für Herbstdeko und Floristik. Zwei Begriffe helfen bei der Auswahl: Bitterfreie Sorten bilden auch bei Stress keine Bitterstoffe, und rein weibliche (parthenokarpe) Sorten setzen Früchte ganz ohne Bestäubung an – ideal fürs Gewächshaus. Welcher Gurkentyp wozu passt und worauf du bei Resistenzen achten solltest, schlüsselt die Warenkunde über Einlege-, Salat- und Snackgurken im Detail auf.

Fruchtfolge und Mischkultur

Gurken sollten nicht Jahr für Jahr an derselben Stelle stehen und auch nicht direkt auf andere Kürbisgewächse wie Zucchini oder Kürbis folgen – sie zehren an denselben Nährstoffen und teilen sich viele Krankheiten. Gönne dem Beet deshalb eine mehrjährige Anbaupause, bevor dort wieder Gurken wachsen. In der Mischkultur ist Dill ein bewährter Beetpartner, der ganz nebenbei die passende Würze für eingelegte Gurken liefert.

Zum Vertiefen: die wichtigsten Gurken-Ratgeber

Das war das Fundament – für jedes Thema findest du hier den passenden vertiefenden Ratgeber:

Anzucht & Aussaat

16 Ratgeber

Pflege & Düngen

7 Ratgeber

Schneiden & Formen

3 Ratgeber

Ernten & Lagern

1 Ratgeber

Sorten & Auswahl

2 Ratgeber

Vermehren

1 Ratgeber

Krankheiten & Schädlinge

4 Ratgeber

Rezepte & Verwendung

3 Ratgeber

Wissen & Sonstiges

1 Ratgeber
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Häufige Fragen

Bis wann kannst du Gurken aussäen?
Die Aussaatzeit für Gurken reicht von März bis Juni. Früh im Jahr ziehst du die Pflanzen geschützt vor, auf der Fensterbank oder im Gewächshaus. Ins Freiland dürfen Gurken erst, wenn keine Spätfröste mehr drohen; als Faustregel hat sich das Warten auf die Eisheiligen bewährt. Die Samen legst du 2 cm tief. Bei einer Keimtemperatur von 20-25 °C beträgt die Keimdauer 7-14 Tage.
Wachsen Gurken besser im Gewächshaus oder im Freiland?
Beides ist möglich, und die Sorte entscheidet mit. Lange Salatgurken gedeihen am besten unter Glas mit gleichmäßiger Wärme, robuste Einlege- und Landgurken kommen direkt ins Freilandbeet. Rein weibliche, also parthenokarpe Sorten setzen Früchte ganz ohne Bestäubung an und sind ideal fürs Gewächshaus, in dem die Saison früher beginnt. Achte dort auf Spinnmilben, die trockene, warme Luft lieben; mit erhöhter Luftfeuchte und Raubmilben lassen sie sich eindämmen.
Wie viel Wasser brauchen Gurken?
Der Wasserbedarf von Gurken ist hoch, und vor allem brauchen sie eine gleichmäßige Wasserversorgung, denn ihre Früchte bestehen zu rund 97 Prozent aus Wasser. Trockenphasen und schwankende Feuchte führen zu verformten oder bitteren Früchten, Staunässe vertragen sie aber nicht. Gieße morgens direkt in den Wurzelbereich statt über die Blätter, am besten mit abgestandenem, temperiertem Wasser, denn Gurkenwurzeln reagieren empfindlich auf Kälteschocks.
Wie düngst du Gurken richtig?
Gurken sind Starkzehrer und brauchen über die ganze Saison Nachschub. Arbeite vor der Pflanzung reichlich Kompost in den Boden ein. Danach versorgst du sie mit regelmäßigen organischen Gaben, etwa Kompost oder verdünnter Pflanzenjauche. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh arbeitet doppelt, weil sie die Feuchtigkeit im Boden hält und beim Verrotten Nährstoffe nachliefert. Nebenbei füttert sie das Bodenleben.
Wann und wie geizt du Gurken aus?
Viele Gurkensorten werden ausgegeizt, damit die Kraft in die Früchte fließt. Dabei entfernst du die Seitentriebe in den Blattachseln, solange sie jung sind. Nimm dafür am besten die Finger statt der Schere, denn weiche Triebe lassen sich sauber ausbrechen, ohne große Wunden zu hinterlassen. Bindest du die Pflanzen zusätzlich an Schnur, Spalier oder Rankgitter auf, verbessert das die Luftzirkulation, hält die Früchte sauber und macht die Ernte bequemer.
Kannst du Gurken zu früh ernten?
Bei Gurken gilt: lieber einen Tag zu früh pflücken als zwei zu spät. Jung geerntete Gurken sind zarter und feiner im Geschmack. Pflücke regelmäßig durch, denn jede abgenommene Frucht regt die Pflanze zu neuem Ansatz an, während hängen gelassene Riesen den Nachschub bremsen. Schmeckt eine Gurke ungewöhnlich bitter, koste nicht weiter, denn die Bitterstoffe können den Magen reizen. Im Zweifel gehört so eine Frucht auf den Kompost.

… vielleicht besänge ich auch, welche Pflege die üppigen Gärten schmückt,
und die zweimal blühenden Rosengärten von Paestum,
und wie die Endivien sich freuen an den Bächen, aus denen sie trinken,
und die vom Sellerie grünen Ufer, und wie, sich durchs Gras windend,
die Gurke bauchig anschwillt; […]

Vergil (Publius Vergilius Maro), Georgica (Vom Landbau), Buch 4 (29 v. Chr.) · Übers. samen.de · Beleg
Zuletzt geprüft: Quellen: Kategorietext samen.de (Fachredaktion), Kultur-Steckbrief samen.de (Sortimentsdaten)