Gemüse · Gurken · Pflege

Die richtige Bewässerung von Gurken: Optimale Methoden für eine reiche Ernte

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Gleichmäßig feuchter Boden ohne Staunässe ist entscheidend.
  • Statt einer festen Literzahl entscheidet die Fingerprobe im Wurzelbereich.
  • Morgens gießen ist optimal, damit versehentlich benetzte Blätter tagsüber trocknen.
  • Tröpfchenbewässerung liefert Wasser direkt an Wurzeln und hält Laub trocken.
  • Regenwasser ist optimal; hartes oder chlorhaltiges Leitungswasser vorher abstehen lassen.
  • Gieße immer bodennah, nie direkt auf Blüten während Blüte und Fruchtbildung.
Eine junge Gurke hängt an der Pflanze, umgeben von grünen Blättern und gelben Blüten
Foto: Agung Sutrisno · Pexels License · Quelle ↗

Gurken und ihr Durst: Erfolgreiche Bewässerung im Gemüsegarten

Gurken sind wahre Wasserschlucker im Garten. Wer sie erfolgreich kultivieren möchte, kommt am Thema Gießen nicht vorbei – dieser Ratgeber liefert dir die komplette Bewässerungs-Praxis: von der richtigen Menge über Technik und Wasserqualität bis zu den typischen Fehlern.

Gießen in fünf Sätzen

  • Regelmäßige, durchdringende Bewässerung ist entscheidend
  • Morgens gießen ist optimal
  • Staunässe unbedingt vermeiden
  • Tröpfchenbewässerung als effiziente Methode
  • Wasserbedarf variiert je nach Wachstumsphase und Wetter
Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Cucumis
Hund
Ungiftig
Katze
Ungiftig
Pferd
Ungiftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11
Aussaatkalender Gurken
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai, Juni; Aussaat: Mai, Juni; Blüte: Mai, Juni, Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September; Pflanzung: Mai, JuniJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberPflanzungPflanzung: MaiPflanzung: JuniVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Warum die richtige Bewässerung über deine Ernte entscheidet

Gurken bestehen zum größten Teil aus Wasser – kein Wunder also, dass sie einen hohen Wasserbedarf haben. Zu wenig Wasser führt zu bitteren Früchten und magerem Ertrag, zu viel Nässe begünstigt Wurzelfäule. Es geht also um die Balance: viel Feuchtigkeit, aber keine Staunässe – und das Ganze gezielt an die Wurzeln, denn nasse Blätter fördern Pilzkrankheiten.

Der Wasserbedarf von Gurken

Wie viel Wasser? Eine ehrliche Antwort

Gurken brauchen während der gesamten Wachstumsperiode eine gleichmäßige Wasserversorgung – einen festen Literwert pro Pflanze und Tag gibt es aber nicht, dafür hängt der Bedarf zu stark von Wetter, Boden und Entwicklungsstadium ab. Junge Pflanzen kommen mit wenig aus, eine tragende Pflanze kann an heißen Tagen täglich Wasser brauchen. Verlässlicher als jede Literangabe ist die Fingerprobe, mit der du die tatsächliche Bodenfeuchte prüfst. In Hitzeperioden steigt der Bedarf deutlich.

Faktoren, die den Wasserbedarf beeinflussen

Wachstumsphase: Junge Pflanzen benötigen weniger Wasser als ausgewachsene, fruchttragende Exemplare. Besonders hoch ist der Bedarf während Blüte und Fruchtbildung.

Wetter: An heißen, sonnigen Tagen verdunsten Gurken viel Wasser und brauchen entsprechend Nachschub. Bei bedecktem Himmel oder Regen sinkt der Bedarf. Auch Wind erhöht die Verdunstung spürbar.

Bodentyp: Sandige Böden halten Wasser schlechter als lehmige. In sandigem Boden gießt du häufiger, dafür in kleineren Mengen. Lehmböden speichern Wasser besser – hier reicht oft eine gründliche Bewässerung in größeren Abständen.

Anzeichen von Wassermangel

Wenn Gurken zu wenig Wasser bekommen, zeigen sie das deutlich:

  • Die Blätter werden schlaff und hängen herab
  • Die Blattränder rollen sich nach oben ein
  • Die Früchte bleiben klein und werden bitter
  • Die Pflanze bildet weniger Blüten
  • Das Wachstum stagniert

Bemerkst du diese Symptome, gieße zügig – aber nicht in der prallen Mittagssonne, sondern am frühen Morgen oder späten Abend.

Anzeichen von Überwässerung

Auch zu viel des Guten schadet:

  • Die unteren Blätter vergilben und fallen ab
  • Die Wurzeln verfaulen und riechen modrig
  • Die Pflanzen wachsen langsamer
  • Die Früchte platzen auf
  • Auf der Bodenoberfläche bilden sich Algen

Dann heißt es: Wassergaben reduzieren und für besseren Abzug sorgen, etwa durch Lockern des Bodens.

Tipp

Der Fingertest ersetzt jeden starren Gießplan. Stecke den Finger fingertief in die Erde – ist sie dort noch feucht, kannst du mit dem Gießen warten. Ist sie trocken, wird durchdringend gegossen.

Optimale Bewässerungstechniken

Gießkanne, Schlauch oder automatisches System?

Jede Methode hat ihre Stärken. Die Gießkanne erlaubt gezieltes, bodennahes Gießen, ist aber arbeitsintensiv. Der Schlauch spart Kraft, verleitet aber zu oberflächlichem Gießen und nassen Blättern. Automatische Systeme sind bequem und zuverlässig, erfordern jedoch eine Anfangsinvestition und regelmäßige Wartung.

Tröpfchenbewässerung für Gurken

Die Tröpfchenbewässerung gilt als besonders effizient: Sie liefert Wasser direkt an die Wurzeln, hält das Laub trocken und spart Wasser. Mit einer Zeitschaltuhr automatisiert, versorgt sie deine Gurken auch im Urlaub.

Ein Tröpfchensystem lässt sich relativ einfach selbst installieren: Du verlegst die Tropfschläuche entlang der Pflanzreihen und schließt sie an Wasserhahn, Regentonne mit Pumpe oder Zeitschaltuhr an. Ein Druckminderer und ein kleiner Filter schützen die feinen Tropfer vor Verstopfung – trotzdem lohnt der regelmäßige Blick, ob alle Tropfer noch gleichmäßig abgeben.

Furchen- und Oberflächenbewässerung

Bei der Furchenbewässerung ziehst du flache Rinnen zwischen den Pflanzreihen und leitest das Wasser hindurch – praktisch für größere Flächen, aber nicht besonders wassersparend. Die einfache Oberflächenbewässerung rund um die Pflanze funktioniert immer, birgt aber die Gefahr, dass Blätter nass werden.

Bewässerung von Topfgurken

Gurken im Topf trocknen deutlich schneller aus als im Beet und brauchen besondere Aufmerksamkeit. Bewährt haben sich ein Wasserspeicher im Topfboden, selbstbewässernde Töpfe oder kleine Tröpfchensysteme für Balkon und Terrasse. Überschüssiges Wasser im Untersetzer schüttest du kurz nach dem Gießen weg, sonst droht Staunässe.

Zeitpunkt und Häufigkeit der Bewässerung

Bei der Gurkenbewässerung zählt neben der Menge vor allem der richtige Zeitpunkt.

Die beste Tageszeit zum Gießen

Morgens ist die ideale Gießzeit: Die Pflanzen haben genug Zeit, das Wasser aufzunehmen, bevor die Mittagshitze einsetzt, und versehentlich benetzte Blätter trocknen tagsüber schnell ab.

Marias Erfahrung

Einmal dachte ich, ich sei besonders clever, und habe abends kräftig über die Blätter gegossen – am nächsten Morgen sahen meine Gurken aus, als hätten sie die ganze Nacht durchgefeiert. Wenn das Laub über Nacht nass bleibt, haben Pilzkrankheiten leichtes Spiel. Seitdem gieße ich konsequent morgens und nur an den Fuß der Pflanze.

Gießfrequenz in den Wachstumsphasen

  • Keimung und Jungpflanzen: täglich kleine Mengen
  • Wachstumsphase: alle paar Tage gründlich wässern
  • Blüte und Fruchtbildung: häufiger gießen, aber nicht übertreiben

Anpassung an das Wetter

An heißen, trockenen Tagen musst du öfter ran, bei Regen kannst du pausieren – behalte dabei aber die tatsächliche Regenmenge im Blick, denn ein kurzer Schauer durchfeuchtet den Boden kaum. Dauerregen wiederum kann zu viel werden: Staunasse Beete brauchen eher Drainage als weitere Wassergaben.

Gießen während Blüte und Fruchtbildung

In dieser kritischen Phase brauchen Gurken besonders viel Wasser. Gieße aber nicht direkt auf die Blüten, sonst leidet die Bestäubung. Halte stattdessen den Boden rund um die Pflanzen gleichmäßig feucht.

Wasserqualität und -temperatur: Nicht jedes Nass ist gleich

Die Qualität des Gießwassers kann den Unterschied zwischen einer mickrigen und einer prächtigen Ernte ausmachen.

Was gutes Gurken-Gießwasser ausmacht

Gurken bevorzugen weiches Wasser. Hartes, kalkhaltiges Wasser kann auf Dauer den pH-Wert des Bodens anheben und die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen. Chlorhaltiges Leitungswasser lässt du am besten offen abstehen, damit das Chlor entweichen kann.

Die Wasserquellen im Vergleich

  • Regenwasser: Optimal – weich, temperiert und kostenlos. Ich gieße meine Gurken, wann immer die Tonne es hergibt, mit Regenwasser. Eine Regentonne unter dem Fallrohr, idealerweise dunkel und abgedeckt, sichert den Vorrat; mehrere verbundene Tonnen helfen über Trockenperioden.
  • Leitungswasser: Praktisch, aber oft hart oder chlorhaltig. Vor dem Gießen abstehen lassen hilft.
  • Brunnenwasser: Kann sehr gut sein, aber auch hart oder eisenhaltig. Im Zweifel testen lassen.
  • Grauwasser: Wasser vom Gemüsewaschen eignet sich als Reserve – solange es frei von Salz, Öl und Spülmittel ist und nicht heiß auf die Wurzeln kommt.

Die richtige Wassertemperatur

Eiskaltes Wasser direkt aus der Leitung kann einen Kälteschock auslösen und das Wurzelwachstum bremsen. Temperiere das Gießwasser, indem du es in Tonne oder Kanne im Garten stehen lässt – lauwarm mögen es Gurken am liebsten.

Vermeidung von Bewässerungsfehlern

Die drei Klassiker unter den Gießfehlern: zu viel des Guten, unregelmäßiges Gießen und der falsche Zeitpunkt. Gurken mögen es konstant feucht – ständiger Wechsel zwischen knochentrocken und klatschnass stresst die Pflanzen und macht die Früchte bitter.

Staunässe vermeiden

Staunässe führt zu Wurzelfäule und anderen Krankheiten. Sorge deshalb für guten Wasserabzug: Bei Topfkulturen sind Abzugslöcher Pflicht, im Beet helfen lockerer Boden und Hügel- oder Hochbeete mit natürlicherweise besserem Abzug.

Blätter trocken halten

Gieße immer direkt an der Basis der Pflanze. Mit einem feinen Gießaufsatz oder einem Tröpfchensystem gelingt das am einfachsten.

Tipp

Schneide eine alte PET-Flasche am Boden auf und vergrabe sie kopfüber neben der Pflanze. So gelangt das Wasser direkt an die Wurzeln, ohne dass die Blätter nass werden – und es versickert genau dort, wo es gebraucht wird.

Bodenmanagement: die Basis in Kürze

Ein lockerer, humusreicher Boden speichert Wasser gut und gibt es gleichmäßig an die Wurzeln ab – regelmäßige Kompostgaben und schonendes Lockern verbessern die Wasserhaltefähigkeit spürbar. Alles Weitere zu Bodenvorbereitung und Bodenpflege für Gurken findest du in unserem großen Gurken-Ratgeber. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt hält die Feuchtigkeit zusätzlich im Boden; welche Materialien sich eignen und wie du sie aufbringst, zeigt dir der Ratgeber zum Mulchen bei Gurken.

Fortgeschrittene Bewässerungstechniken

Moderne Technik kann die Bewässerung deiner Gurken spürbar erleichtern.

Bodenfeuchtigkeitssensoren

Feuchtigkeitssensoren zeigen dir an, wann wirklich gegossen werden muss, und verhindern so Über- wie Unterwässerung. Es gibt einfache Stecksensoren für den Hobbygarten und vernetzte Systeme für größere Flächen.

Automatisierte Systeme

Automatische Bewässerung arbeitet nach Zeitplan oder in Kombination mit Feuchtigkeitssensoren und versorgt deine Gurken auch bei Abwesenheit zuverlässig. Komfortabel sind Systeme mit Magnetventilen, die sich per App steuern lassen und die Bewässerung an Wetterdaten anpassen.

Bewässerung im Gewächshaus

Im geschützten Anbau kommt kein Regen an – die Wasserversorgung liegt komplett bei dir, lässt sich dafür aber präzise steuern. Tröpfchensysteme spielen hier ihre Stärken voll aus, und in Kombination mit Lüftung und Klimaführung entsteht ein optimales Wachstumsklima. Wie du Temperatur, Luftfeuchte und Bewässerung unter Glas zusammenspielen lässt, liest du im Ratgeber Gurken im Gewächshaus.

Wassereffiziente Anbaumethoden

Neben der Gießtechnik senken auch Anbauentscheidungen den Wasserbedarf.

Vertikaler Anbau

Am Spalier gezogene Gurken lassen sich gezielter bewässern, die bessere Luftzirkulation lässt Blätter schneller abtrocknen, und die Früchte liegen nicht auf feuchter Erde – das beugt Fäulnis vor.

Mischkultur und Beschattung

Mischkulturen mit Partnern wie Dill, Zwiebeln oder Salat beschatten den Boden und können so die Verdunstung senken – ein garantierter Effekt auf Schutz oder Ertrag ist damit nicht verbunden. An extrem heißen Tagen bremst eine leichte Beschattung – etwa ein Schattiernetz oder höhere Nachbarpflanzen – den Hitzestress und unnötigen Wasserverlust.

Windschutz

Wind trocknet Boden und Blätter aus und treibt den Wasserbedarf in die Höhe. Hecken, Zäune oder Windschutznetze helfen – die Luft sollte aber weiter zirkulieren können, damit Pilzkrankheiten keine Chance haben.

Bewässerung und Pflanzengesundheit

Gleichmäßig versorgte Gurken sind widerstandsfähiger gegen Krankheiten, denn ein ausgeglichener Wasserhaushalt stärkt das Gewebe. Der wichtigste Beitrag der Bewässerung zur Pflanzengesundheit bleibt aber: Blätter trocken halten, denn Pilze mögen es feucht. Gieße morgens und bodennah, dann trocknet alles rasch ab. Zu viel Nässe lockt außerdem Schnecken an. Mehr zur laufenden Pflege – vom Ausgeizen bis zur Problem-Diagnose – findest du im Ratgeber zur richtigen Pflege von Gurkenpflanzen.

Saisonale Anpassung: Gießen im Jahresverlauf

Frühling: behutsamer Start

Junge Gurkenpflänzchen gießt du vorsichtig – lieber öfter und wenig, denn zu viel Wasser schadet den empfindlichen Wurzeln. Ein Regenmesser hilft dir, den natürlichen Niederschlag einzukalkulieren.

Sommer: Hochbetrieb

Jetzt ist der Bedarf am höchsten. Morgens ist die beste Gießzeit, an extrem heißen Tagen darfst du abends nachlegen – bodennah, damit das Laub trocken in die Nacht geht. Tonkegel oder eingegrabene Tonkrüge zwischen den Pflanzen geben Wasser langsam und gleichmäßig ab.

Herbst: langsam zurückfahren

Mit kürzeren Tagen sinkt der Wasserbedarf deutlich. Jetzt gilt: weniger ist mehr, sonst werden die letzten Früchte wässrig. Der Fingertest entscheidet, ob überhaupt gegossen wird.

Winter: Gießpause

Gurken (Cucumis sativus) sind einjährig – spätestens mit dem ersten Frost endet die Saison und damit auch das Gießen. Nutze die Pause, um Regentonnen, Schläuche und Tröpfchensysteme zu leeren, zu reinigen und frostsicher einzulagern.

Nachhaltig gießen: Wasser ist kostbar

Regenwasser sammeln ist der größte Hebel: Es ist weich, kostenlos und schont Trinkwasserreserven. Ich sammle inzwischen fast mein gesamtes Gießwasser in verbundenen Regentonnen und komme damit durch die meisten Trockenphasen. Dazu kommen die Klassiker der Wasserspar-Gärtnerei: Mulchen gegen Verdunstung, Tröpfchenbewässerung für gezielte Gaben und ein humusreicher, lebendiger Boden, der Wasser wie ein Schwamm hält. Auf Dünger im Gießwasser über den tatsächlichen Bedarf hinaus verzichtest du besser – das schont Bodenleben und Grundwasser.

Gurken-Bewässerung: Mehr als nur Wasser marsch!

Die Bewässerung von Gurken ist komplex, aber lohnend. Jeder Garten ist anders, jede Sorte hat ihre Eigenheiten – mit dem Fingertest, der richtigen Tageszeit und trockenem Laub hast du die drei wichtigsten Werkzeuge in der Hand. Mit der Zeit entwickelst du ein Gespür für den Durst deiner Pflanzen, und der Anblick praller, knackiger Früchte entschädigt für jede Gießrunde. Also: ran an die Gurken und viel Freude beim Gießen!

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Häufige Fragen

Wie viel Wasser braucht eine Gurkenpflanze pro Tag?
Einen festen Literwert pro Pflanze und Tag gibt es nicht – der Bedarf hängt zu stark von Wetter, Boden und Entwicklungsstadium ab. Junge Pflanzen brauchen deutlich weniger als ausgewachsene Exemplare; am durstigsten sind Gurken während Blüte und Fruchtbildung, und an heißen Tagen kann eine tragende Pflanze täglich Wasser brauchen. Verlässlicher als jede Zahl ist deshalb die Fingerprobe: Stecke den Finger fingertief in die Erde – ist sie dort noch feucht, kannst du mit dem Gießen warten; ist sie trocken, gieße durchdringend und halte die Feuchte gleichmäßig. Wenn du dennoch mit Literangaben rechnest, beziehe sie immer auf die Beetfläche und nicht auf die einzelne Pflanze – sonst gießt du schnell am Bedarf vorbei. Hängende Blätter und eingerollte Blattränder zeigen dir, dass Wasser fehlt.
Wie oft muss man Gurken gießen?
Das hängt von Wachstumsphase, Wetter und Boden ab. Keimlinge und Jungpflanzen bekommen täglich kleine Mengen, in der Wachstumsphase reicht meist alle paar Tage eine gründliche Wassergabe, während Blüte und Fruchtbildung gießt du häufiger. In Hitzeperioden kann tägliches Gießen nötig sein, bei kühlem, bedecktem Wetter deutlich seltener. Sandiger Boden verlangt häufigere, kleinere Gaben, lehmiger Boden speichert Wasser länger. Wichtiger als ein starrer Rhythmus ist der Fingertest: Gieße erst, wenn die Erde fingertief angetrocknet ist – dann aber durchdringend, damit die Wurzeln in die Tiefe wachsen.
Kann man Gurken zu viel gießen?
Ja, Überwässerung schadet Gurken genauso wie Trockenheit. Typische Anzeichen: Die unteren Blätter vergilben und fallen ab, die Pflanzen wachsen langsamer, Früchte platzen auf, auf der Bodenoberfläche bilden sich Algen, und im schlimmsten Fall faulen die Wurzeln und riechen modrig. Besonders gefährlich ist Staunässe, weil dauerhaft nasse Wurzeln keinen Sauerstoff mehr bekommen. Wenn du diese Symptome bemerkst, reduziere die Wassergaben, lockere den Boden für besseren Wasserabzug und gieße erst wieder, wenn die obere Erdschicht angetrocknet ist. Ziel ist eine gleichmäßige Bodenfeuchte ohne Extreme in beide Richtungen.
Was passiert, wenn man Gurken zu wenig gießt?
Wassermangel zeigt sich schnell und deutlich: Die Blätter werden schlaff und hängen herab, die Blattränder rollen sich nach oben ein, das Wachstum stockt und die Pflanze bildet weniger Blüten. Besonders ärgerlich für die Ernte: Die Früchte bleiben klein und werden bitter, denn Trockenstress fördert die Bildung von Bitterstoffen. Bei ersten Anzeichen solltest du zügig gießen – aber nicht in der prallen Mittagssonne, sondern besser am frühen Morgen oder Abend, und dann durchdringend statt nur oberflächlich. Nach längerer Trockenheit nimmt harter Boden Wasser schlecht auf; gieße dann langsam und in mehreren Durchgängen.
Warum sollte man Gurken morgens gießen?
Morgens ist der beste Zeitpunkt, weil die Pflanzen das Wasser aufnehmen können, bevor die Mittagshitze einsetzt, und weil versehentlich benetzte Blätter tagsüber schnell abtrocknen. Bleiben Blätter über Nacht nass, finden Pilzsporen ideale Bedingungen – Mehltau und andere Pilzkrankheiten breiten sich dann leicht aus. Gieße deshalb grundsätzlich bodennah direkt an den Wurzelbereich und halte das Laub trocken. Eine gute Luftzirkulation durch ausreichend Pflanzabstand hilft beim Abtrocknen, und eine Mulchschicht verhindert, dass Spritzwasser vom Boden auf die Blätter gelangt. Abends gießen ist die zweitbeste Wahl – dann aber besonders darauf achten, dass die Blätter trocken bleiben.
Welche Bewässerungstechnik eignet sich am besten für Gurken?
Die Tröpfchenbewässerung gilt als beste Technik für Gurken: Sie bringt das Wasser direkt zu den Wurzeln, hält die Blätter trocken, spart Wasser und lässt sich mit einer Zeitschaltuhr automatisieren. Die Gießkanne erlaubt gezieltes, bodennahes Gießen, kostet aber Zeit und Kraft. Der Schlauch ist bequem, verleitet jedoch zu oberflächlichem Gießen und nassen Blättern. Für Topfkulturen sind selbstbewässernde Gefäße oder kleine Tröpfchensysteme praktisch. Welche Methode passt, hängt von Gartengröße, Zeit und Budget ab – wichtig ist bei allen Techniken dasselbe: morgens gießen, durchdringend wässern und das Laub trocken halten.
Was bringt Tröpfchenbewässerung gegenüber dem Gießen mit der Kanne?
Tröpfchenbewässerung gibt das Wasser langsam und gezielt an die Wurzelzone ab, während Kanne oder Schlauch es stoßweise oberflächlich verteilen. Das spart spürbar Wasser, weil kaum etwas verdunstet oder daneben läuft. Die Blätter bleiben trocken, was Pilzkrankheiten vorbeugt, und die gleichmäßige Wasserabgabe erspart den Pflanzen den Stress ständiger Wechsel zwischen trocken und nass. Mit einer Zeitschaltuhr läuft das System auch im Urlaub zuverlässig weiter. Dafür kostet die Anschaffung etwas, und du musst Tropfer gelegentlich auf Verstopfungen prüfen. Manuelles Gießen bleibt flexibler und du siehst deine Pflanzen dabei täglich – eine Kombination aus beidem ist für viele Gärten die beste Lösung.
Welche Rolle spielen Wasserqualität und Wassertemperatur beim Gurkengießen?
Gurken bevorzugen weiches, möglichst abgestandenes Wasser. Regenwasser ist ideal, weil es weich und kalkarm ist. Hartes, kalkhaltiges Leitungswasser kann auf Dauer den pH-Wert des Bodens anheben und die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen; chlorhaltiges Wasser lässt du am besten offen abstehen, damit das Chlor entweichen kann. Brunnenwasser kann sehr hart oder eisenhaltig sein – im Zweifel testen lassen. Bei der Temperatur gilt, dass eiskaltes Wasser direkt aus der Leitung einen Kälteschock auslösen und das Wurzelwachstum bremsen kann. Temperiere das Gießwasser deshalb, etwa in einer Regentonne oder Gießkanne, die im Garten steht – lauwarm ist für Gurken angenehmer als eiskalt.
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