Kapuzinererbsen ernten und lagern: Probehülse, Tiefkühler, Trockenvorrat
- Die Hülsen sind dunkelviolett, die Kerne grün: Den Reifegrad prüfst du an einer geöffneten Probehülse.
- Für die Frischküche pflückst du wiederholt und jung, bevor die grünen Kerne hart werden.
- Frische Erbsen halten in der Hülse, in ein feuchtes Tuch eingeschlagen, im Kühlschrank etwa 1 bis 2 Tage.
- Was du in dieser Zeit nicht isst, enthülst, blanchierst und frierst du portionsweise ein.
- Für Trockenerbsen und Saatgut bleiben ausgewählte Hülsen an der Pflanze, bis sie eingetrocknet sind.

Bei Kapuzinererbsen hängen Erntezeitpunkt und Lagerung eng zusammen. Die grünen Kerne erntest du jung, bevor sie hart werden, und frisch gepflückt halten sie sich nur kurz. Ich entscheide deshalb schon am Beet, was direkt in die Küche geht, was in den Tiefkühler kommt und welche Hülsen für Trockenerbsen hängen bleiben. Wie du die Pflanzen bis zu diesem Punkt bringst, steht im Beitrag darüber, wie du Kapuzinererbsen von der Aussaat bis zur ersten Hülse anbaust.
Die Kapuzinererbse Blauwschokker ist eine frühreifende Schalerbse der Art Pisum sativum. Die Pflanze blüht violett, trägt dunkelviolette Hülsen mit grünen Kernen und wird 150 bis 200 cm hoch, weshalb sie eine Rankhilfe braucht. Junge grüne Kerne isst du frisch, ausgereifte Samen nutzt du als Trockenerbsen. Nicht verwechseln mit Schälerbsen: Bei ihnen wurde die Samenschale maschinell entfernt.
Woran erkennst du erntereife Kapuzinererbsen?
Die Hülsen der Blauwschokker sind dunkelviolett, die Kerne darin grün. Wie weit die Kerne sind, siehst du deshalb erst in einer geöffneten Hülse. Bevor ich eine Reihe durchpflücke, öffne ich eine Probehülse und schaue mir die Kerne an. Welcher Zustand der richtige ist, hängt davon ab, was du mit der Ernte vorhast.
Grüne Kerne für die Frischküche
Für den Frischverzehr erntest du Erbsen jung, solange die grünen Kerne noch weich sind. Sobald sie hart werden, ist der Zeitpunkt für die Frischküche vorbei. Blauwschokker gehört zu den frühreifenden Schalerbsen, deshalb schaue ich früh in der Saison in die ersten Hülsen.
Ausgereifte Kerne für Trockenerbsen
Für den Trockenvorrat wartest du, bis die Hülsen an der Pflanze eingetrocknet sind. Ganz trockene, brüchig-knackige Hülsen zeigen dir, dass die Samen vollständig ausgereift sind. Diese Kerne nutzt du als Trockenerbsen oder als Saatgut fürs nächste Jahr.
Hier unterscheidet sich Blauwschokker von Markerbsen. Vollreif getrocknete Markerbsen werden beim Kochen nicht mehr weich und taugen deshalb nicht als Ersatz für Palerbsen in der Suppe. Als Schalerbse liefert dir Blauwschokker dagegen beides: junge Kerne für die Frischküche und ausgereifte Samen für den Vorrat.
Nur nach der Farbe der Hülse ernten. Für die Frischküche zählt, ob die grünen Kerne noch weich sind, und das zeigt dir erst eine geöffnete Probehülse.
So pflückst du Kapuzinererbsen
Ich ernte morgens, weil das Erntegut dann noch kühl und prall ist. Für alles, was du danach aufbewahren willst, ist das ein günstiger Zeitpunkt. Mit einer Hand halte ich den Trieb an der Rankhilfe fest, mit der anderen pflücke ich die Hülse ab.
Pflück die Pflanzen wiederholt durch, solange du grüne Kerne für die Küche haben willst. Häufiges Ernten zarter Hülsen fördert bei Erbsen die Blüte und kann den Ertrag erhöhen. Für Trockenerbsen und Saatgut müssen Hülsen dagegen hängen bleiben, bis sie eingetrocknet sind. Weil häufiges Pflücken die Blüte fördert und Trockenerbsen an der Pflanze ausreifen müssen, teilst du deine Pflanzen nach Zweck auf. An einigen lasse ich alle Hülsen ausreifen, die übrigen pflücke ich wiederholt für die Küche.
An die Pflanzen, deren Hülsen ausreifen sollen, binde ich zu Beginn der Ernte ein farbiges Band. Beim Durchpflücken sehe ich dann sofort, wo ich nichts abnehme.
Wie du die hohen Ranken bis zur Ernte stützt und versorgst, liest du im Beitrag darüber, wie du Kapuzinererbsen an der Rankhilfe pflegst und gießt.
Nach dem Pflücken: sortieren und auslösen
Bevor die Ernte in Kühlschrank, Tiefkühler oder Vorratsglas wandert, sortiere ich sie durch. Fraß, feines Gespinst und Kot in der Hülse können auf Raupen des Erbsenwicklers hindeuten. Rundliche, tief reichende Bohrlöcher in einzelnen Kernen können dagegen von Larven des Erbsenkäfers stammen. Solche Hülsen und Kerne sortierst du aus, ebenso Hülsen mit Fäulnisflecken.
Befallenes Material entsorgst du über den Haus- oder Biomüll. Ein Gartenkompost erreicht die Temperaturen zum Abtöten von Erregern möglicherweise nicht. Eine Bekämpfung des Erbsenwicklers ist bei Gemüseerbsen im Hausgarten normalerweise nicht erforderlich. Ich sortiere befallene Hülsen aus und verarbeite die übrigen wie geplant.
Die Kerne löse ich erst aus, wenn ich sie verarbeite, denn für den Kühlschrank bleiben die Erbsen in der Hülse.
Beim Auslösen frischer Erbsen beträgt der Schälverlust etwa 60 %. Aus 1 kg Hülsen bleiben rechnerisch ungefähr 400 g Kerne. Mit diesem Verhältnis schätzt du ab, wie viele Hülsen du für eine Portion im Tiefkühler pflücken musst.
Kühlen, einfrieren, trocknen: die Lagerwege im Überblick
Welcher Weg passt, hängt davon ab, in welchem Zustand du erntest.
| Lagerweg | Was du lagerst | So bereitest du vor | Haltbarkeit und Kontrolle |
|---|---|---|---|
| Kühlschrank | frische Erbsen in der Hülse | in ein feuchtes Tuch einschlagen | etwa 1 bis 2 Tage |
| Tiefkühler | ausgelöste grüne Kerne | waschen, blanchierenBlanchieren heißt, gewaschenes und klein geschnittenes Gemüse für wenige Minuten in sprudelnd kochendes Wasser zu geben und sofort in Eiswasser abzukühlen. So bereitest du die meisten Gemüsesorten auf das Einfrieren vor., in Eiswasser abkühlen, abtropfen, portionsweise verpacken | bei −18 °C als Orientierung 9 bis 15 Monate |
| Vorratsglas | ausgereifte Kerne aus eingetrockneten Hülsen | nachtrocknen, dann kühl, trocken, lichtgeschützt und fest verschlossen lagern | regelmäßig auf Vorratsschädlinge kontrollieren, ältere Kerne zuerst verbrauchen |
| Saatgut | ausgereifte Samen gesunder Pflanzen | in der Hülse 2 bis 3 Wochen trocken nachlagern | kühl und trocken gelagert etwa 3 bis 4 Jahre verwendbar |
Kurz lagern im Kühlschrank
In der Hülse und in ein feuchtes Tuch eingeschlagen bleiben frische Erbsen im Kühlschrank etwa 1 bis 2 Tage frisch. Wiederholtes Pflücken bringt immer neue kleine Mengen, die nur so kurz halten. Was ich in dieser Frist nicht esse, friere ich deshalb ein.
Einfrieren: grüne Kerne auf Vorrat
So gehe ich beim Einfrieren vor:
- Hülsen öffnen, Kerne auslösen und waschen.
- Die Kerne in kochendes Wasser geben und blanchieren.
- Sofort in Eiswasser abkühlen, damit der Garprozess stoppt.
- Gut abtropfen lassen.
- Portionsweise und mit möglichst wenig eingeschlossener Luft in Gefrierbeutel oder Gefrierdosen füllen.
- Mit Inhalt, Menge und Einfrierdatum beschriften.
Grüne Mark- und Palerbsen werden etwa 2 Minuten blanchiert. An diesem Wert orientiere ich mich auch bei den grünen Kernen der Blauwschokker. Tiefgekühlte HülsenfrüchteHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. halten sich als Orientierung 9 bis 15 Monate. Dieser Wert gilt für eine Lagertemperatur von −18 °C. Zum Kochen nimmst du die Kerne direkt gefroren aus dem Tiefkühler. So vermeidest du unnötige Auftauverluste.
Trocknen: Kerne für den Vorratsschrank
Für Trockenerbsen pflücke ich die eingetrockneten Hülsen an einem trockenen Tag. Danach lasse ich sie an einem luftigen Ort nachtrocknen und löse erst dann die Kerne aus. Getrocknete Hülsenfrüchte musst du vor Feuchtigkeit schützen, sonst quellen sie auf und verderben schnell. Lagere die Kerne deshalb kühl, trocken und lichtgeschützt in fest schließenden Gläsern und kontrolliere sie regelmäßig auf Vorratsschädlinge.
Mit zunehmendem Lageralter quellen getrocknete Hülsenfrüchte schlechter und brauchen beim Kochen länger, bis sie weich sind. Ich beschrifte die Gläser deshalb mit dem Erntejahr und brauche die älteren Kerne zuerst auf.
Einkochen gehört bei mir nicht zur Vorratshaltung von Kapuzinererbsen, ich friere ein und trockne. Kochst du Gemüse selbst ein, denk an das Botulismus-Risiko. Botulinumtoxin lässt sich in selbst eingemachten Lebensmitteln nicht zuverlässig an Aussehen, Geruch oder Geschmack erkennen. Aufgetriebene Gläser entsorgst du ungeöffnet.
Saatgut für die nächste Saison
Für eigenes Saatgut suchst du gesunde, ertragreiche Pflanzen aus, deren Erbsen dir geschmeckt haben. Nimm Samen nur von samenfesten Pflanzen, weil Nachkommen von F1-HybridenF1-Hybriden sind Sorten, deren Saatgut aus der gezielten Kreuzung zweier ausgewählter Elternlinien stammt. Die Pflanzen dieser ersten Nachkommengeneration (F1) wachsen häufig sehr einheitlich, ihre eigenen Samen bringen die Sorte aber nicht zuverlässig wieder hervor. die Eigenschaften der Mutterpflanze nicht zuverlässig besitzen. Die Hülsen dieser Pflanzen bleiben bis zur raschelnd trockenen Reife hängen. Geerntet werden sie bei trockenem Wetter, wenn sie trocken und brüchig sind.
Anschließend lagern die Hülsen 2 bis 3 Wochen trocken nach, bevor du die Samen auslöst. Trocken genug sind die Samen, wenn sie sich nicht mehr mit dem Fingernagel einritzen lassen. Beschrifte jede Portion mit Sortenname und Erntedatum und bewahre sie trocken, kühl und dunkel auf. Bei guter Lagerung bleibt Erbsensaatgut etwa 3 bis 4 Jahre verwendbar. Wie es mit den eigenen Samen weitergeht, liest du im Beitrag darüber, wann und wie du Kapuzinererbsen aussäst.
Und in der Küche?
Junge grüne Kerne kannst du wie andere Erbsen in Maßen roh essen, weil Erbsen vergleichsweise wenig Lektine enthalten. Was für Hülsenfrüchte gegart, roh und gekeimt gilt, fasst der Küchenteil im Ratgeber zu Bohnen, Erbsen und Hülsenfrüchten zusammen. Rezepte für frische und getrocknete Kerne findest du bei den Rezeptideen rund um Kapuzinererbsen.
Nach der letzten Ernte
Nach der Ernte können die Erbsenwurzeln im Boden bleiben, damit der gebundene StickstoffStickstoff (N) ist ein Hauptnährstoff der Pflanzen und vor allem für das Wachstum von Trieben und Blättern nötig. Er ist Baustein von Eiweiß und steckt im Erbgut und im Blattgrün (Chlorophyll). der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. zugutekommen kann. Erbsen selbst kommen erst nach einer FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 5 Jahren wieder auf dasselbe Beet. Was bis dahin auf der Fläche wächst, planst du mit dem Beetplaner für deine Fruchtfolge.


