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Stangenbohnen im Gewächshaus anbauen: Wärme, Lüften, längere Ernte

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Das Optimum für das Wachstum von Stangenbohnen liegt bei 22 bis 25 °C.
  • Während Blüte und Fruchtansatz sind Temperaturen über 28 bis 30 °C ungünstig, deshalb lüftest du an sonnigen Tagen früh.
  • Heiße Gewächshausluft entweicht am schnellsten über Dachlüftungen; ohne Dachlüftung ist eine zusätzliche Öffnung gegenüber der Tür zweckmäßig.
  • Stangenbohnen bestäuben sich selbst; bleiben Hülsen aus, prüfst du zuerst die Temperatur zur Blütezeit.
  • Tropfbewässerung und ein ausreichend lichter Bestand gehören zur Vorbeugung gegen Grauschimmel unter Glas.
  • Ein Stangenbohnensatz trägt in wärmeren Regionen Deutschlands als Richtwert etwa 30 Tage, je nach Sorte und Pflanzengesundheit; ein zweiter Satz im Juni kann die Ernte strecken.
Frisch geerntete grüne Bohnenschoten liegen auf einem Haufen
Foto: Ram Kondisetti · Pexels License · Quelle ↗

Ein Gewächshaus bietet Stangenbohnen, was ihr Standort bieten soll: Wärme, Sonne und Schutz vor Wind. Unter Glas staut sich an sonnigen Tagen aber auch Hitze, und die ist während der Blüte ungünstig. Ich führe meine Bohnen im Gewächshaus deshalb nach dem Thermometer und nicht nach dem Kalender.

In diesem Beitrag geht es um das, was unter Glas anders ist als im Gartenbeet: Platz, Temperatur, Lüften, Bestäubung, Grauschimmel und eine längere Saison. Aussaat, Boden und Pflege reiße ich nur kurz an und verweise dafür auf die passenden Beiträge.

Stangenbohnen im Gewächshaus anbauen: der richtige Platz

Stangenbohnen wollen es warm, sonnig und windgeschützt. Mit Stütze werden sie etwa 2 bis 3 m hoch und werfen entsprechend viel Schatten. Im Gewächshaus bekommen sie bei mir deshalb eine Längsseite, von der aus ihr Schatten nicht auf die übrigen Kulturen fällt. Die Rankhilfe plane ich nur so hoch, dass ich ohne Leiter ernten kann.

Unter Glas ist Platz knapp, trotzdem pflanze ich Stangenbohnen dort nicht dicht an dicht. Ein ausreichend lichter Bestand gehört im Gewächshaus zur Vorbeugung gegen Grauschimmel.

Zahl im Blick

Als Anbaubeispiel für Stangenbohnen an Stangen gilt ein Abstand von 80 × 80 cm zwischen den Stangen. In Horstsaat kommen 6 bis 8 Samen an jede Stange.

Stehen deine Bohnen im Gewächshaus in Kübeln, brauchen sie je nach Sorte Gefäße mit 20 bis 60 l Volumen. Die Gefäße sollten mindestens 40 cm tief sein und einen Wasserabzug haben. Wie du dazu eine standfeste Rankhilfe baust, steht im Beitrag über Stangenbohnen im Kübel auf dem Balkon.

Welche Nachbarn im Beet zu Bohnen passen, kannst du vorab prüfen. Solche Nachbarschaftseffekte sind allerdings schwer nachzuweisen. Eine Mischkultur kann unterstützen, garantiert aber nichts.

Aussaatkalender Stangenbohnen
GartenkalenderAussaat: April, Mai, Juni; Blüte: Juni, Juli, August; Ernte: Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberAussaatBlüteErnte

Welche Temperaturen Stangenbohnen unter Glas brauchen

Im Gewächshaus zählt weniger das Datum als die Temperatur in der jeweiligen Phase. Diese Werte behalte ich im Blick:

Phase Temperatur
Direktsaat Boden über 10 °C
Nach dem Auflaufen Luft mindestens 12 °C
Wachstum Gartenbohnen günstig bei 18 bis 25 °C, Optimum für Stangenbohnen 22 bis 25 °C
Blüte und Fruchtansatz je nach Angabe ungünstig unter 10 bis 12 °C und über 28 bis 30 °C

Das Optimum für Stangenbohnen endet bei 25 °C. Während der Blüte gelten Werte über 28 bis 30 °C schon als ungünstig. Zwischen beiden Grenzen liegt nur ein schmaler Bereich, deshalb öffne ich an sonnigen Tagen die Lüftung, bevor es im Haus heiß wird. Die untere Grenze bestimmt dagegen, wie früh du startest und wie lange im Herbst noch günstige Bedingungen für den Fruchtansatz herrschen.

Marias Erfahrung

Ich hänge ein Min-Max-Thermometer auf Blütenhöhe zwischen die Bohnen und nicht an die Tür. Abends lese ich ab, wie warm es tagsüber im Laub wurde und wie tief die Temperatur gefallen ist.

Lüften gegen Hitze und feuchte Luft

Heiße Gewächshausluft entweicht am schnellsten über Dachlüftungen. Hat dein Haus keine, ist eine zusätzliche Öffnung gegenüber der Tür zweckmäßig, damit die Luft quer durchziehen kann. Lüften bringt zugleich feuchte Luft nach draußen, die sich im geschlossenen Haus sammelt.

Mit der Luftfeuchte arbeite ich ohne festen Prozentwert. Ich schaue auf Scheiben und Laub: Sind die Scheiben morgens beschlagen und bleiben die Blätter lange nass, lüfte ich früher und länger. Gegossen wird bei mir morgens, damit die Oberfläche bis zum Abend abtrocknen kann.

Mini-Checkliste

Thermometer auf Blütenhöhe ablesen. Dachlüftung zuerst öffnen. Ohne Dachlüftung eine zusätzliche Öffnung gegenüber der Tür schaffen. Beschlagene Scheiben am Morgen als Zeichen für feuchte Luft nehmen.

Bestäubung: Stangenbohnen erledigen das selbst

Mythos-Check

„Im geschlossenen Gewächshaus fehlen die Bienen, also setzen die Bohnen nicht an.“ Stangenbohnen sichern ihren Fruchtansatz durch Selbstbestäubung. Hummeln einsetzen oder Ranken schütteln musst du deshalb nicht.

Was du für den Fruchtansatz tun kannst, betrifft die Temperatur. Stangenbohnen blühen von Juni bis September, in dieser Zeit behalte ich die Lüftung besonders im Blick. Weil sich die Blüten selbst bestäuben, sind fehlende Insekten nicht die naheliegende Erklärung, wenn kaum Hülsen ansetzen. Ich schaue dann zuerst aufs Thermometer, denn Werte über 28 bis 30 °C sind während Blüte und Fruchtansatz ungünstig. Ein sicherer Befund ist das nicht, denn auch andere Ursachen können hinter ausbleibenden Hülsen stecken.

Grauschimmel vorbeugen und den Bestand licht halten

Gegen Grauschimmel bei Stangenbohnen unter Glas setze ich auf zwei Dinge: Tropfbewässerung und einen ausreichend lichten Bestand. Beides zielt darauf, dass Laub und Hülsen nicht lange nass bleiben. Ein grauer, pelziger Belag auf Blättern, Blüten oder Hülsen kann auf Grauschimmel hindeuten. Ähnliche Bilder können aber auch andere Ursachen haben.

Einen Formschnitt nach festem Schema mache ich bei Stangenbohnen nicht, ich lichte aus. Vergilbte Blätter im unteren Bereich nehme ich heraus. Triebe, die sich zwischen zwei Rankhilfen verheddern, führe ich an ihre eigene zurück. Befallene Blätter und Hülsen schneide ich ab und bringe sie aus dem Haus.

Häufiger Fehler

Die Bohnen mit dem Schlauch von oben abbrausen. In feuchter Gewächshausluft trocknet nasses Laub langsamer ab. Gieß stattdessen über eine Tropfleitung an den Fuß der Pflanzen.

Früher starten, länger ernten: die Saison unter Glas

Als Startmonate der Kultur gelten bei Stangenbohnen April und Mai, die Aussaatzeit reicht von Mai bis Juni. Im Gewächshaus nutze ich den frühen Rand und ziehe die Bohnen in Töpfen vor. Gartenbohnen lassen sich etwa zwei Wochen vor dem geplanten Auspflanzen vorziehen. Dafür nehme ich etwa 10 cm große Töpfe mit Anzuchterde. In jeden Topf kommen 5 Samen, und bis zur Keimung halte ich die Erde gut feucht.

Auf der Anzuchtbank achte ich auf viel Licht. Zu wenig Licht bei zu warmer Anzucht führt zu bleichen, dünnen und weich gewachsenen Jungpflanzen. Ausgepflanzt wird erst, wenn die Luft im Haus nicht mehr unter 12 °C fällt.

Zahl im Blick

Gartenbohnen keimen bei 12 °C in etwa 30 Tagen, bei 20 °C in etwa 11 Tagen. Wer in ein kühles Haus sät, wartet deutlich länger auf die Keimlinge.

Für einen Stangenbohnensatz in wärmeren Regionen Deutschlands gelten etwa 30 Tage Erntedauer als Richtwert, abhängig von Sorte und Pflanzengesundheit. Weil die Aussaatzeit bis in den Juni reicht, lege ich später einen zweiten Satz nach. Plane dabei ein, dass die Kulturdauer von Stangenbohnen bei 65 bis 112 Tagen liegt. Zusätzlich mische ich Reifezeiten: Cobra zählt zu den frühen Stangenbohnen, Neckarkönigin hat eine mittlere Erntereife.

Die übliche Erntezeit reicht von Juli bis September. Wie lange es im Herbst unter Glas weitergeht, entscheidet die Temperatur. Während Blüte und Fruchtansatz gelten Werte unter 10 bis 12 °C als ungünstig. Im Herbst lese ich deshalb vor allem den Tiefstwert am Thermometer ab.

Wie Region und Sorte den Termin für die Aussaat verschieben, steht im Beitrag zum richtigen Aussaatzeitpunkt für Stangenbohnen. Alle Termine für Bohnen und Erbsen auf einem Blatt liefert der Aussaatkalender für Hülsenfrüchte zum Ausdrucken.

Aussaat, Boden und Pflege im Gewächshaus in Kürze

Die folgenden Schritte reiße ich hier nur an. Die artübergreifenden Grundlagen zu Boden, Rankhilfen, Gießen, Düngen und Krankheiten bei Hülsenfrüchten findest du im Überblick über Bohnen und Erbsen.

Aussaat und Rankhilfe

Säst du direkt, stellst du die Kletterhilfen vorher auf. Die Samen kommen 2 bis 4 cm tief in die Erde, und junge Triebe führst du bei Bedarf entgegen dem Uhrzeigersinn um ihre Rankhilfe. Die Schritte von der Saat bis zum Anleiten stehen im Beitrag darüber, wie du Stangenbohnen säst, pflegst und erntest.

Boden und Fruchtwechsel

Stangenbohnen mögen tiefgründigen, lockeren und humusreichen Boden, schwere Böden sind weniger geeignet. Vor dem nächsten Bohnenanbau auf demselben Beet sollten nach Bohnen oder anderen Hülsenfrüchten mindestens 4 Jahre Pause liegen. Bei wenigen Gewächshausbeeten hilft es, die Folge über mehrere Jahre im Beetplaner festzuhalten.

Gießen und Düngen

Wegen ihrer großen Blattmasse brauchen Stangenbohnen ausreichend Wasser, und wann du nachgießt, entscheidet der Griff in die Erde. Als Schwachzehrer brauchen Bohnen auf ausreichend versorgtem Boden keine zusätzliche Düngung. Reine Stickstoffdüngung lässt du weg, frischen Stallmist und Jauche gibst du nicht unmittelbar zur Kultur, und auf die Kaliumversorgung achtest du.

Krankheiten und Schädlinge

Die Erreger der Fettfleckenkrankheit vermehren sich bei etwa 20 °C gut. Das liegt mitten im günstigen Bereich für Gartenbohnen. Gesundes Saatgut und das Entfernen erkrankter Pflanzen gehören deshalb auch unter Glas zur Vorbeugung. Blattläuse an Bohnen kannst du von Hand zerdrücken und ihre natürlichen Gegenspieler fördern.

Ernten: Brechprobe statt Kalender

Grüne Stangenbohnen sind pflückreif, wenn die Hülsen glatt brechen und die Bruchstellen grün und saftig sind. Die Samen darin sind dann höchstens etwa 8 bis 10 mm groß. Wie Ernte und Pflege im Gartenbeet ablaufen, beschreibt der Beitrag über Stangenbohnen im naturnahen Gartenanbau.

Samen und Hülsen grüner Gartenbohnen enthalten Phasin, deshalb dürfen sie nicht roh gegessen werden. Gare sie ausreichend durch. Sanftes Dünsten oder Dämpfen ist dabei keine verlässliche allgemeine Regel.

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Häufige Fragen

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Aussaat von Stangenbohnen im Gewächshaus?
Als Startmonate der Kultur gelten bei Stangenbohnen April und Mai, die Aussaatzeit reicht von Mai bis Juni. Im Gewächshaus richtest du dich nach dem Thermometer: Für die Direktsaat sollte der Boden über 10 °C warm sein. Nach dem Auflaufen brauchen die jungen Pflanzen Lufttemperaturen von mindestens 12 °C.
Wie funktioniert die Saisonverlängerung bei Stangenbohnen im Gewächshaus?
Du startest mit einer Vorkultur in Töpfen und säst innerhalb der Aussaatzeit von Mai bis Juni einen zweiten Satz nach. Für einen Stangenbohnensatz in wärmeren Regionen Deutschlands gelten etwa 30 Tage Erntedauer als Richtwert, abhängig von Sorte und Pflanzengesundheit. Das Ende bestimmt die Temperatur, denn während Blüte und Fruchtansatz sind Werte unter 10 bis 12 °C ungünstig.
Welche Rolle spielt die Luftfeuchtigkeit bei der Klimasteuerung für Bohnenpflanzen?
Zur Vorbeugung gegen Grauschimmel werden bei Stangenbohnen unter Glas Tropfbewässerung und ein ausreichend lichter Bestand empfohlen, beides hält Laub und Hülsen trockener. Dazu lüftest du: Heiße Luft entweicht am schnellsten über Dachlüftungen, ohne Dachlüftung ist eine Öffnung gegenüber der Tür zweckmäßig. Beschlagen die Scheiben morgens und bleibt das Laub lange nass, lüftest du früher.
Worin unterscheidet sich der Gewächshausanbau von Stangenbohnen vom Freilandanbau?
Unter Glas bekommen Stangenbohnen Wärme und Windschutz, beides passt zu ihren Standortansprüchen. Dafür musst du Hitze abführen, weil Temperaturen über 28 bis 30 °C während Blüte und Fruchtansatz ungünstig sind. Zur Vorbeugung gegen Grauschimmel gießt du über eine Tropfleitung und hältst den Bestand licht. Um die Bestäubung musst du dich nicht kümmern, denn Stangenbohnen bestäuben sich selbst.
Wie unterscheiden sich Stangenbohnen von Buschbohnen im Gewächshausanbau?
Stangenbohnen wachsen mit Stütze etwa 2 bis 3 m hoch und nutzen so die Höhe des Hauses. Kompakte Buschbohnen erreichen etwa 50 bis 60 cm und brauchen keine Stütze. Für einen Stangenbohnensatz in wärmeren Regionen Deutschlands gelten etwa 30 Tage Erntedauer als Richtwert, abhängig von Sorte und Pflanzengesundheit. Bei Buschbohnen liegt die geschätzte Erntedauer je Satz dort je nach Saattermin und Sorte bei etwa 7 bis 14 Tagen.
Welche Stangenbohnensorten eignen sich für den Gewächshausanbau?
Ich wähle vor allem nach Reifezeit, damit sich der Erntebeginn verteilt. Cobra zählt zu den frühen Stangenbohnen, Neckarkönigin hat eine mittlere Erntereife. Wer Farbe mag, bekommt mit einer auf Wuchs und Reife abgestimmten Mischung aus Neckarkönigin, Neckargold und Blauhilde grüne, gelbe und violette Hülsen.
Wie bereitet man den Boden im Gewächshaus für Stangenbohnenanbau vor?
Stangenbohnen mögen tiefgründigen, lockeren und humusreichen Boden, der nicht verkrustet; schwere Böden sind weniger geeignet. Frischen Stallmist oder Jauche gibst du nicht unmittelbar zur Bohnenkultur. Vor dem nächsten Bohnenanbau auf demselben Beet sollten nach Bohnen oder anderen Hülsenfrüchten mindestens 4 Jahre Pause liegen.
Ist es wahr, dass Rankbohnen im Gewächshaus weniger Nährstoffe benötigen?
Bohnen gehören zu den Schwachzehrern und brauchen auf ausreichend versorgtem Boden keine zusätzliche Düngung, das gilt auch unter Glas. Auf reine Stickstoffdüngung verzichtest du. Auf die Kaliumversorgung achtest du dagegen.
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