Kresse säen mit Kindern: Schritt für Schritt zur ersten Kressesuppe
- Dein Kind streut die Samen selbst auf feuchtes Küchenkrepp in 2 Lagen, bis noch gut die Hälfte der Unterlage zu sehen ist.
- Kresse braucht kein Einweichen und keimt in 2 bis 5 Tagen.
- Bunt wird nur die Außenseite: Gesät wird in ein sauberes Gefäß, das für Lebensmittel geeignet ist.
- Nach etwa 7 bis 10 Tagen schneidet dein Kind die Kresse mit einer sauberen Schere über der Wurzel ab.
- Kleinkinder sollten auf frische rohe Sprossen und Keimlinge verzichten, deshalb kommt die Ernte durcherhitzt in die Kressesuppe.

Dein Kind will Kresse säen, am liebsten sofort und am liebsten im Gummistiefel. Das Säen selbst ist schnell erklärt, aufpassen musst du an anderer Stelle: beim Gefäß und am Teller. Kresse ist ein Lebensmittel, deshalb zählt, worin sie wächst. Und Kleinkinder sollten frische rohe Keimlinge nicht essen, deshalb endet dieses Projekt in der Suppe und nicht auf dem Butterbrot.
Ich lege vor dem Start fest, welche Handgriffe das Kind allein macht und welche bei mir bleiben. So weiß jeder am Tisch, was dran ist.
Kresse säen mit Kindern: Wer macht welchen Handgriff?
Du brauchst eine saubere flache Schale, Küchenkrepp, Wasser, eine saubere Schere und Kressesamen. Nimm ausschließlich Samen, die ausdrücklich für die Anzucht essbarer Keimlinge vorgesehen sind. Einweichen musst du Kresse für die Anzucht auf Küchenpapier nicht, ihr könnt also gleich anfangen.
Für die Sprossenanzucht zu Hause empfiehlt das BfR abgekochtes Trinkwasser. Ich koche das Wasser vorher ab und lasse es abkühlen, bevor das Kind damit hantiert. So teile ich die Arbeit auf:
| Schritt | Das macht dein Kind | Das machst du |
|---|---|---|
| Hände waschen | wäscht die Hände gründlich mit Wasser und Seife und trocknet sie sorgfältig ab | wäschst mit, vor und nach der Arbeit mit Samen und Keimlingen |
| Unterlage legen | legt Küchenkrepp in 2 Lagen in die flache Schale | feuchtest das Krepp an |
| Säen | streut die Samen, bis noch gut die Hälfte des Krepps zu sehen ist | füllst die Samen vorher in ein Schälchen um |
| Platz suchen | sucht einen hellen Platz ohne direkte Sonne aus | prüfst, ob die Schale sicher und getrennt von anderen Lebensmitteln steht |
| Feucht halten | gießt das Wasser auf das Krepp | misst 2-mal täglich etwa 0,5 Tassen Wasser ab und gießt es sofort wieder ab |
| Beobachten | sucht die ersten Keimlinge und malt sie | schaust nach Schimmel |
| Schneiden | schneidet die Kresse mit der sauberen Schere über der Wurzel ab | hältst die Schale fest |
| Kochen | bestimmt, wie viel Kresse in den Topf kommt | stehst am Herd und erhitzt die Suppe vollständig durch |
Mehr Technik braucht der Start nicht. Die Grundlagen dahinter stehen im Ratgeber zu Keimsprossen und Microgreens, der erklärt, wie du Keimsaaten ansetzt, gießt und an den passenden Standort stellst. Gieß-, Licht- und Erntedetails für andere Unterlagen stehen in der Anleitung, wie du Kresse auf Küchenpapier, in Erde oder im Garten säst, pflegst und erntest.
Ich sage vor jedem Schritt in einem Satz an, was dran ist, und nehme dann die Hände weg. Geht etwas daneben, korrigiert das Kind selbst. Bei mir bleiben das Abgießen, die Sauberkeit und der Herd.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Im Sommer hilft etwas Schatten, vorzeitigem Schossen entgegenzuwirken.
- Bodenart
Für die Kultur ausgewachsener Pflanzen sind viele Böden geeignet; gleichmäßige Bodenfeuchte begünstigt das Wachstum.
- Bodenreaktion
Leicht saure, neutrale bis leicht alkalische Böden geeignet.
- Substrat
Feuchter Boden fördert eine gute Entwicklung.
Pflege
- Pflege
Die Pflanze ist pflegeleicht.
- Düngung
Bei kurzer Kultur zur Ernte junger Pflanzen benötigt Gartenkresse keine zusätzliche Düngung; das gilt für Beetreihen und Schalen auf der Fensterbank.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
Welche Gefäße eignen sich, wenn es bunt werden soll?
Ein Keimglas brauchst du für Kresse nicht. Kresse gehört wie Senf und Rucola zu den schleimbildenden Samen, und die eignen sich für eine feuchte Unterlage besser als für das Sprossenglas. Bei Gartenkresse darf diese Unterlage feuchtes Küchenpapier oder Watte sein. Zusammen heißt das: Ein flaches Gefäß mit feuchter Unterlage genügt, und damit wird die Gefäßwahl zum Bastelteil des Projekts.
Eine Regel gilt für jede Idee: Innen bleibt das Gefäß sauber und für Lebensmittel geeignet, bunt wird nur die Außenseite. Achte auf das Glas-Gabel-Symbol, es steht auf Materialien, die für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet sind. Spüle das Innengefäß vorher gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel und spüle mit klarem Wasser nach.
- Frisur-Tasse: Dein Kind klebt außen ein Gesicht aus Papier auf, innen liegt feuchte Watte. Die Kresse wächst als Haarschopf.
- Lastwagen-Garten: Auf der Ladefläche eines Spielzeuglasters steht eine kleine saubere Schale mit Küchenkrepp. Der Laster ist Kulisse, gesät wird nur in die Schale.
- Familien-Eierbecher: Jeder bekommt einen Eierbecher mit Namensschild. Dein Kind sät für alle und vergleicht die Becher.
- Kresse-Teller: Ein flacher Teller mit Watte ist die Fläche für Buchstaben und Bilder.
Bei hohen Gefäßen wie der Tasse kippst du überschüssiges Wasser nach dem Befeuchten vorsichtig ab, denn die Unterlage soll feucht sein, nicht nass. Für den ersten Versuch nehme ich die flache Schale, weil sich das Wasser dort leicht abgießen lässt.
Die Kresse wird direkt in den Gummistiefel, die bemalte Dose oder das Spielzeugauto gesät. Solche Dinge sind oft nicht für den Kontakt mit Lebensmitteln gedacht. Nutze sie als Hülle und stelle ein sauberes, lebensmittelgeeignetes Gefäß hinein.
Kresse-Kunst: Wie sät dein Kind Buchstaben und Herzen?
Für Kresse-Kunst legst du eine flache Schale mit Watte aus und feuchtest sie an. Dein Kind sät die Samen frei zu Formen oder nutzt Schablonen und Keksausstecher. Der Ausstecher liegt dabei auf der Watte, dein Kind streut hinein, und du hebst ihn danach gerade nach oben ab. Für den Anfang reicht eine klare Form, zum Beispiel der Anfangsbuchstabe des Namens. Die Watte hältst du fortlaufend feucht.
Am Fenster kommt eine Beobachtung dazu: Kressestängel können sich beim Wachsen zur Lichtseite ausrichten. Lass dein Kind die Schale drehen und nachsehen, ob die Stängel der Scheibe folgen. Wer daraus einen richtigen Versuch machen will, liest weiter, welche Kresse-Experimente zu Licht und Wachstum sich für Kinder eignen und wie sie ihre Beobachtungen festhalten.
Was passiert in der Wartezeit?
Kresse keimt in 2 bis 5 Tagen. Sag das deinem Kind vorher, damit es in den ersten Tagen nicht enttäuscht vor der Schale steht. Beim Befeuchten kann es malen, was sich seit dem letzten Mal verändert hat.
Die Wartezeit passt gut für die Frage, wovon Kresse ohne Erde wächst. Der Keimling ernährt sich zunächst vom Nährstoffvorrat im Samen. Bei der kurzen Kresseanzucht auf Watte oder Küchenpapier reicht dieser Vorrat für das Wachstum aus. Deshalb braucht die Schale weder Erde noch Dünger. Deinem Kind kannst du es so sagen: Im Samenkorn steckt der Proviant für die ersten Tage. Für die grünen Blättchen brauchen die Keimlinge dann Licht.
Weißer Flaum: Wurzeln oder Schimmel?
Zeigt sich an den Keimlingen weißer Flaum, schau genau hin. Junge Faserwurzeln können weiß und pelzig-flaumig aussehen und werden deshalb mit Schimmel verwechselt. Ist es Schimmel, dann ist die Kresseanzucht nicht mehr zum Verzehr geeignet und wird vollständig entsorgt. Kochen macht verschimmelte Lebensmittel nicht wieder sicher. Solange du unsicher bist, kommt aus dieser Schale nichts in den Topf.
Ernte und erstes Rezept: Warum Kressesuppe?
Schneiden: der Handgriff für dein Kind
Grünsprossen auf Watte oder Küchenkrepp schneidest du nach etwa 7 bis 10 Tagen über der Wurzel ab. Gib deinem Kind eine saubere Schere und halte die Schale fest, während es büschelweise schneidet. Verwendet wird die Kresse möglichst sofort. Bei mir steht die Suppe deshalb schon auf dem Herd, bevor geschnitten wird.
Warum die Ernte in den Topf kommt
Viele denken bei Kresse zuerst ans Butterbrot. Für die Kinderküche nehme ich ein warmes Gericht. Zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen sollten Sprossen nur vollständig durcherhitzt gegessen werden, und das gilt auch für selbst gezogene. Kleinkinder sollten auf frische rohe Sprossen und Keimlinge verzichten, ebenso Schwangere, ältere Menschen und Menschen mit geschwächter Immunabwehr.
Der Grund liegt in der Anzucht selbst. Samen sind landwirtschaftliches Ausgangsmaterial und damit nicht steril. Dazu kommt, dass die Feuchtigkeit und Wärme der Anzucht auch die Vermehrung von Mikroorganismen begünstigen. Eine saubere eigene Anzucht ersetzt das Erhitzen deshalb nicht. Gründliches Waschen kann die Keimbelastung verringern, verlass dich aber nicht darauf: Krankheitserreger entfernt es nicht zuverlässig vollständig.
Durcherhitzt heißt: Gegen bakterielle Krankheitserreger müssen an allen Stellen der Suppe mindestens 70 °C erreicht werden, und zwar für mindestens 2 Minuten. Miss mit einem Küchenthermometer nach, statt zu schätzen. Streue danach keine rohe Kresse mehr auf den Teller.
So kocht ihr die Kressesuppe zusammen
- Du kochst eine einfache Kartoffelsuppe, die dein Kind schon kennt.
- Dein Kind wäscht die Hände und bestimmt, wie viel von der Ernte in den Topf soll.
- Es schneidet diese Menge, sammelt sie in einem Schälchen und wäscht sich danach wieder die Hände.
- Du gibst die Kresse in den Topf und erhitzt die Suppe vollständig durch.
Kressekeimlinge schmecken scharf-würzig, die Menge ist also Geschmackssache. Isst ein Kleinkind mit, pürierst du die Suppe. Kleinkinder sollten auf rohe Keimlinge verzichten, und kleine oder harte Lebensmittel werden für sie zerkleinert oder püriert, um Verschlucken vorzubeugen. Eine durcherhitzte, pürierte Kressesuppe deckt beide Punkte in einem Topf ab.
Was sagst du deinem Kind über Nährstoffe?
Rohe Gartenkresse enthält unter anderem Vitamin C, Calcium und Eisen, sie bleibt aber ein Lebensmittel und kein Heilmittel. Deinem Kind erklärst du es spielerisch so: Kresse ist das Grün auf einem bunten Teller, und bunt wird der Teller erst mit vielen verschiedenen Sachen. Die Zahlen dazu ordnet der Abschnitt zu Küche und Nährwerten im Ratgeber zu Keimsprossen und Microgreens ein.
Wie geht es nach der ersten Ernte weiter?
Wer regelmäßig Kresse ernten will, sät in kurzen Abständen neu aus. Übertrage deinem Kind die NachsaatNachsaat heißt, Lücken in einem bestehenden Pflanzenbestand nachträglich mit frischem Saatgut zu schließen, ohne die Fläche komplett neu anzulegen. Im Garten betrifft das etwa lückigen Rasen oder Wiesenflächen. und hängt dafür den Aussaatkalender für Keimsprossen und Microgreens zum Ausdrucken neben die Schale.
Im Haus kannst du Gartenkresse ganzjährig an einem hellen Standort ziehen, das Projekt hängt also nicht an der Jahreszeit. Für die Aussaat im Beet gilt dagegen die Zeit von April bis September. Was sich draußen von Saison zu Saison ändert, zeigt der Ratgeber, wie du Kresse durch alle vier Jahreszeiten anbaust.
Will dein Kind danach ein eigenes Stück Garten, könnt ihr ein kleines Kinderbeet im Beetplaner anlegen. Dort wächst Kresse über das Keimlingsstadium hinaus. Lies vorher nach, worin sich Kresse-Keimlinge von ausgewachsener Kresse unterscheiden.
Will dein Kind als Nächstes andere Samen keimen lassen, bleibt die Saatgut-Regel vom Anfang: nur Samen, die ausdrücklich für essbare Keimlinge vorgesehen sind. Tomate, Paprika und Aubergine scheiden aus, denn wegen giftiger Inhaltsstoffe sind sie keine geeigneten Pflanzen für essbare Sprossen oder Microgreens. Dasselbe gilt für grüne Gartenbohnen, ihre Keimlinge sind nicht zum Verzehr geeignet. Bei Saaten- und Sprossenmischungen achtest du auf enthaltene Allergene wie Senf, Soja, Sesam, Lupinen und glutenhaltiges Getreide.
Lass dein Kind das Gefäß aussuchen und außen gestalten. Du spülst inzwischen das Innengefäß und stellst Krepp, Samen und abgekochtes Wasser bereit. Ist die Außenseite trocken, wird gesät.




