Kohlrabi: gute Nachbarn in der Mischkultur und wie du das Beet planst
- Mögliche Mischkulturpartner für Kohlrabi sind Salat, Bohnen, Sellerie und Gurken.
- Vor dem Kohlrabi passen Frühkartoffeln, Spinat, Erbsen, Bohnen und Porree als Vorfrüchte auf das Beet.
- Radieschen, Rettich, Rucola und Senf sind Kreuzblütler und zählen zur Anbaupause des Kohls.
- Plane für Kohlrabi 20 bis 50 cm in der Reihe und 25 bis 50 cm zwischen den Reihen.
- Ob Zwiebeln die Kohlfliege fernhalten, ist schwer nachzuweisen; ein Kulturschutznetz kann ihre Eiablage verhindern.
- Kohlrabi ist ein Mittelzehrer, und für den Stickstoff reicht Kompost allein bei Gemüse nicht.

Kohlrabi steht nur kurz im Beet: Im Hausgarten kann er etwa 6 bis 8 Wochen nach dem Pflanzen reif für die Ernte sein. Bis dahin bleibt zwischen den jungen Pflanzen Boden frei, den du mit passenden Nachbarn nutzen kannst. Ich plane dafür zuerst die Abstände und das Netz und erst danach die Partner. Viele Nachbarlisten versprechen nämlich mehr, als sich nachweisen lässt.
Gute Nachbarn für Kohlrabi auf einen Blick
Zu Kohlrabi passen als mögliche Partner im selben Beet Salat, Bohnen, Sellerie und Gurken. Dazu kommen zeitliche Nachbarn, die vor ihm auf demselben Beet wachsen. Verwandte aus der Familie der Kreuzblütler ergänzen ihn dagegen nicht, weil sie zur selben Anbaupause zählen.
| Pflanze | Rolle im Beet | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Salat | Partner im selben Beet | kurzlebige Kultur rechtzeitig ernten |
| Bohnen | Partner im selben Beet, auch VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. | als Vorfrucht hinterlassen sie Stickstoff im Boden |
| Sellerie | Partner im selben Beet | eigene Reihe einplanen |
| Gurken | Partner im selben Beet | eigene Reihe einplanen |
| Frühkartoffeln, Spinat, Erbsen, Porree | Vorfrucht | stehen vor dem Kohlrabi auf dem Beet |
| Radieschen, Rettich, Rucola, Senf | keine Ergänzung | Kreuzblütler, zählen zur Kohl-Anbaupause |
| andere Kohlarten | keine Ergänzung | gleiche Familie, gleiche Anbaupause |
Mischkultur heißt, dass verschiedene Gemüsearten gleichzeitig auf einem Beet wachsen und sich Platz, Wasser und Nährstoffe teilen.
Nimm jede Nachbarliste als Vorschlag und nicht als Wirkungsversprechen. Das gilt für die Tabelle oben genauso wie für längere Listen aus Büchern und Foren.
Weitere Gemüsekombinationen schlägst du im Mischkultur-Tool für dein Gemüsebeet nach.
Was Mischkultur beim Kohlrabi leisten kann
Ob sich Gemüsearten gegenseitig fördern, lässt sich schwer nachweisen. Auch was Gärtnerinnen und Gärtner darüber berichten, widerspricht sich teilweise. Eine Liste guter Nachbarn begründet deshalb kein verlässliches Versprechen für Wuchs oder Gesundheit.
Zwei Dinge bringt die Mischkultur trotzdem: Du nutzt Fläche und Zeit, die sonst frei blieben. Und ungefüllte Blüten von Kräutern oder Blumen am Beetrand bieten Nützlingen Nahrung. Mischkultur unterstützt den Kohlrabi also, sie garantiert aber nichts.
Zwiebeln und Knoblauch sollen mit ihrem Geruch die KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. vom Kohlrabi fernhalten. Ob das im Beet wirkt, ist schwer nachzuweisen, und eine Schutzgarantie ist es nicht. Ähnlich steht es um Kräuter und Blumen, denen eine abschreckende Wirkung nachgesagt wird. Ein Kulturschutznetz kann die Eiablage der Kohlfliege dagegen verhindern, wenn es dicht schließt.
Abstände: So bekommt jeder Nachbar seinen Platz
Beim Kohlrabi planst du den Abstand in der Reihe nie ohne den Reihenabstand. Ich plane das Beet vom Kohlrabi aus und setze die Partner danach in eigene Reihen.
In der Reihe planst du für Kohlrabi 20 bis 50 cm ein, zwischen den Reihen 25 bis 50 cm. Er wird 30 bis 60 cm hoch. Ab der Pflanzung rechnest du mit etwa 6 bis 8 Wochen, bis er erntereif sein kann.
Bevor eine kurzlebige ZwischenkulturEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. die länger stehende HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. bedrängt, erntest du sie ab. Weil Kohlrabi selbst früh erntereif sein kann, passt zwischen seine Pflanzen nur, was noch schneller fertig ist. Alle anderen Partner bekommen eigene Reihen neben dem Kohlrabi. Die Reihenfolge der Partner legst du vorab im Beetplaner für dein Gemüsebeet fest.
Abstände für den Kohlrabi zuerst festlegen. Partner in eigene Reihen daneben planen. Zwischen die Kohlrabipflanzen nur setzen, was vor ihm fertig ist. Kohlrabireihen so legen, dass ein Netz sie gemeinsam abdeckt. Keine Kreuzblütler als Lückenfüller auf Beeten in der Anbaupause säen.
Mischkultur im Hochbeet
Hochbeeterde wird schneller warm und trocknet deshalb auch schneller aus. Steht das Beet dicht, verbraucht es bei Sommerhitze besonders viel Wasser. Wer im Hochbeet mit Partnern plant, rechnet also mit mehr Gießarbeit. Worauf du dort sonst achtest, steht im Beitrag über Kohlrabi im Hochbeet mit seinen Besonderheiten.
Düngung im gemischten Beet
Beim Nährstoffbedarf zählt Kohlrabi zur Gruppe der MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate.. Wie viel er bekommt, entscheidest du nach dem Zustand deines Bodens und nicht nach festem Schema. Im Frühjahr bekommt das Beet als Grundgabe höchstens 3 l Kompost je m². Den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt Kompost allein allerdings nicht. Den fehlenden Stickstoff ergänzt du nach Bedarf, Hornspäne eignen sich dafür als organischer Dünger. Ist dein Boden schwierig, lässt du vor einer gezielten Nachdüngung eine Bodenuntersuchung machen.
Ich verteile den Kompost im Frühjahr auf das ganze Beet. Über zusätzlichen Stickstoff entscheide ich erst, wenn ich sehe, wie die Pflanzen wachsen.
Bohnen neben dem Kohlrabi sollen ihn mit Stickstoff versorgen, sodass du kaum düngen musst. Hülsenfrüchte hinterlassen zwar Stickstoff im Boden, das gilt aber für sie als Vorfrucht vor Kohl. Ob eine Bohnenreihe den Kohlrabi während der gemeinsamen Zeit mitversorgt, lässt sich nicht verlässlich sagen. Plane die Düngung deshalb für den Kohlrabi selbst.
Gießen und Düngen im Detail zeigt der Beitrag, wie du Kohlrabi bewässerst und düngst.
Schädlinge im gemischten Beet
Von April an kontrollierst du Saaten und Jungpflanzen regelmäßig, weil dann meist die überwinterten KohlerdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. auftauchen. Liegt ein Kulturschutznetz über dem Kohlrabi, kann es verhindern, dass Kohlfliegen und Schadschmetterlinge dort Eier ablegen. Auflegen solltest du es gleich nach der Pflanzung, und die Ränder bleiben bis zur Ernte dicht zu.
Das Netz bleibt also von der Pflanzung bis zur Ernte zu, während eine Zwischenkultur darunter vorher geerntet werden muss. Jeder Partner unter dem Netz zwingt dich deshalb, es zwischendurch zu öffnen.
Ich lege die Kohlrabireihen nebeneinander, damit ein Netz sie gemeinsam abdeckt. Salat und die übrigen Partner setze ich in eigene Reihen daneben, damit ich zum Ernten nicht unter das Netz muss.
Befallsbilder und Gegenmaßnahmen findest du im Beitrag über Schädlinge am Kohlrabi und ihre natürliche Abwehr.
Kreuzblütler sind Verwandte, keine Partner
Kohlrabi ist eine Kohlform und gehört damit zu den Kreuzblütlern. Auch Radieschen, Rettich, Rucola und Senf zählen dazu, ebenso die Gründüngungen Ölrettich und Raps. Weil verwandte Arten die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. begünstigen können, rechnest du sie alle in die Anbaupause des Kohls ein. Auf denselben Platz gehört vorbeugend erst nach 3 bis 5 Jahren wieder ein Kreuzblütler. Phacelia dagegen hat unter den gängigen Gemüsearten keine Verwandten und passt deshalb als Gründüngung vor Kohl.
Radieschen landen als schneller Lückenfüller auf dem Beet, auf dem im Vorjahr Kohlrabi stand. Damit steht dort erneut ein Kreuzblütler, und die Anbaupause beginnt von vorn. Säst du Radieschen zu Kohlrabi, dann auf dem Kohlbeet des laufenden Jahres.
Wie Kohl allgemein in Anbaupausen und Beetnachbarschaften eingeplant wird, fasst der Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur im Kohl-Ratgeber zusammen.
Welkt ein Kohlrabi und zeigt Wucherungen an den Wurzeln, kann das auf Kohlhernie hindeuten. Weil sich der Erreger mit DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. bis zu 20 Jahre im Boden hält, entsorgst du befallene Pflanzen samt Wurzeln im Restmüll statt auf dem Kompost. Mehr zur Vorbeugung findest du dort im Abschnitt Krankheiten.
Zeitliche Nachbarn: vor und nach dem Kohlrabi
Vor dem Kohlrabi passen Frühkartoffeln, Spinat, Erbsen, Bohnen und Porree auf dasselbe Beet. Soll er im Herbst geerntet werden, säst du spätestens Mitte Juli und pflanzt spätestens Mitte August. Ist das Beet früh genug frei, folgt Feldsalat, den du zwischen Anfang August und Mitte September säst. Wie du Vorfrüchte, Nachfolger und Satztermine aufeinander abstimmst, zeigt der Beitrag über Kohlrabi in der Fruchtfolge mit Vor- und Nachkulturen.
Standort, Aussaat, Pflege und Ernte in Kürze
Standort und Boden
Sonnig, aber nicht zu heiß mag es der Kohlrabi, und frühe Sätze setzt du auf Boden, der sich leicht erwärmt. Fruchtbare, gut durchlässige Erde passt zu ihm, und für den pH-Wert gilt eine Empfehlung um 7. Mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.
Aussaat und Pflanzung
Die Aussaat läuft von April bis Juli, frühe Sätze ziehst du geschützt vor. Die Keimblätter bleiben beim Pflanzen über der Erde, du setzt ihn also flach. Alle Termine stehen im druckbaren Aussaatkalender für Kohl.
Gießen und Pflege
Während des Wachstums vermeidest du Wassermangel, damit sich die Knolle gut ausbildet. Wie viel Wasser das Beet braucht, hängt von den Kulturen, vom Wetter, vom Boden sowie von Sonne und Wind ab. Wo kein Mulch liegt, hackst du flach, denn das hält Beikräuter zurück und senkt die Verdunstung.
Ernte, Sorten und Küche
Für frühe Sätze unter Glas oder Folie gibt es schossfeste Sorten wie Lanro. Die Sprossknolle isst du roh oder gegart. Erntezeichen, Lagerung und Küchentipps findest du in der ausführlichen Anleitung zum Kohlrabi-Anbau.





