Hokkaido-Kürbis in der Fruchtfolge: Spinat und Salat davor, Winterroggen danach
- Kürbis folgt weder auf Kürbis noch direkt auf Zucchini, Gurke, Melone oder andere Kürbisgewächse; für Kürbis werden 4 Jahre Anbaupause empfohlen.
- Spinat, Anfang März unter Verfrühungsvlies gesät, kann bis Mitte Mai geerntet werden und räumt das Beet für den Hokkaido.
- Pflück- und Schnittsalate sind ohne Gewächshaus oder Frühbeet frühestens Ende April bis Anfang Mai erntereif.
- Nach der Hokkaido-Ernte kannst du noch im Oktober Winterroggen säen, er schützt den Boden vor Nährstoffauswaschung und Bodenabtrag.
- Winterroggen ist mit Mais verwandt, das beachtest du, wenn Mais in deiner Fruchtfolge steht.

Bis dein Hokkaido nach den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr. ins Beet darf, liegt die Fläche im Frühjahr frei. Nach der Ernte im Herbst ist sie wieder leer. Ich nutze beide Lücken: vorher eine kurze Vorkultur aus Spinat oder Salat, nachher Winterroggen. So bringt das Kürbisbeet im Frühjahr eine zusätzliche Ernte und geht begrünt in den Winter.
Damit das klappt, müssen die Termine zueinander passen. Über die Jahre gilt außerdem eine feste Pause für Kürbis.
Die Grundregel: Kürbis folgt nicht auf Kürbis
Kürbisse sollten weder auf Kürbisse noch direkt auf Zucchini, Gurke, Melone oder andere KürbisgewächseKürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind eine Pflanzenfamilie, aus der vor allem Gurken, Melonen, Wassermelonen und Kürbisse samt Zucchini angebaut werden. Typisch sind frostempfindliche, meist rankende Arten, die männliche und weibliche Blüten getrennt an derselben Pflanze tragen. folgen. Für Kürbis wird eine Anbaupause von 4 Jahren empfohlen, das gilt auch für deinen Hokkaido. Welche Vor- und Nachfrüchte darüber hinaus passen, erklärt der Abschnitt zu Fruchtfolge und Mischkultur im Ratgeber für Kürbis und Zucchini.
So sieht das Hokkaido-Jahr auf einem Beet aus
Die Tabelle zeigt, in welcher Reihenfolge Vorkultur, Hokkaido und Winterroggen auf derselben Fläche stehen.
| Zeitpunkt | Was im Beet passiert | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Anfang März | Spinat säen | unter Verfrühungsvlies |
| ab März | Salatrauke ‘Ruca’ direkt säen | erste Blätter unter günstigen Bedingungen nach etwa 3 bis 4 Wochen |
| Mitte März | Radieschen säen | je nach Witterung erntereif Ende April bis Anfang Mai |
| Mitte bis Ende April | Hokkaido im Haus vorziehen | das Beet bleibt frei für die Vorkultur |
| Ende April bis Anfang Mai | Pflück- und Schnittsalate ernten | ohne Gewächshaus oder FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. frühestens ab dann |
| bis Mitte Mai | Spinat ernten, Beet räumen | Kompost oberflächlich einarbeiten |
| Mai, nach den Eisheiligen | Hokkaido pflanzen | nur, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind |
| Herbst, vor dem ersten Frost | Hokkaido ernten | Stiel verfärbt und verkorkt, Stiel bleibt an der Frucht |
| Oktober | Winterroggen säen | bei milder Herbstwitterung auch bis November |
| Frühjahr danach | Roggen entfernen | kompostieren oder als Mulch nutzen, Beet ab Ende April frei für eine Kultur, die kein Kürbisgewächs ist |
Die Aussaattermine für Kürbis und Zucchini findest du gesammelt im druckbaren Aussaatkalender für Kürbis und Zucchini.
Vor dem Hokkaido: Spinat und Salat als kurze Vorkultur
Vorgezogene Kürbisse pflanzt du im Mai nach den Eisheiligen, sofern keine Fröste mehr zu erwarten sind. Für die Hokkaido-Sorte ‘Uchiki Kuri’ werden Pflanzung und Direktsaat ab Mitte Mai genannt. Bis dahin hat das Beet Zeit für eine schnelle Blattkultur.
Spinat räumt das Beet rechtzeitig
Ich säe Spinat Anfang März unter Verfrühungsvlies auf die Fläche, die später der Hokkaido bekommt. Als frühe Lückenkultur kann er so bis Mitte Mai geerntet werden. Weil der Spinat dann abgeerntet ist und Kürbisse erst nach den Eisheiligen ins Beet kommen, ist die Fläche frei, wenn der Hokkaido einzieht.
Salat und Rauke: früh erntereif
Pflück- und Schnittsalate wachsen schnell. Ohne Gewächshaus oder Frühbeet beginnt ihre Ernte trotzdem frühestens Ende April bis Anfang Mai. Salatrauke der Sorte ‘Ruca’ kannst du ab März direkt ins Beet säen. Unter günstigen Bedingungen liefert sie nach etwa 3 bis 4 Wochen erste Blätter.
Steht beim Pflanzen noch Salat, setze ich die Kürbisse in die Lücken und ernte den Salat ab, bevor er sie bedrängt. Kurzlebige ZwischenkulturenEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. müssen geerntet sein, bevor sie der länger stehenden HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. durch Platzkonkurrenz zusetzen.
Radieschen vor dem Pflanzen ziehen
Radieschen aus einer Aussaat Mitte März passen ebenfalls in dieses Zeitfenster. Ich ziehe sie vollständig, bevor ich den Hokkaido setze. Beim Ernten von Wurzelgemüse können nämlich FeinwurzelnFeinwurzeln sind die dünnen, fein verzweigten Wurzeln einer Pflanze. Sie nehmen vor allem Wasser und Nährstoffe aus dem Boden auf, während die dicken Wurzeln der Pflanze Halt geben und Stoffe weiterleiten. unmittelbar benachbarter jüngerer Pflanzen verletzt werden.
Zwischen Vorkultur und Pflanzung
Nach dem Abräumen arbeite ich Kompost oberflächlich ein. Für ein Kürbisbeet werden 3 Liter Kompost je Quadratmeter empfohlen. Alles Weitere zu Nährstoffbedarf und Düngeplan des Hokkaido steht in einem eigenen Beitrag.
Ich ziehe den Hokkaido im Haus vor, damit die Vorkultur bis zum Pflanztermin stehen bleiben kann. Den Termin richte ich nach der aktuellen Temperatur, weil Kürbis schon bei niedrigen Plusgraden im Wachstum stocken kann. Vorziehen, Abhärten und Pflanzen beschreibt die Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Hokkaido-Anbau.
Nach der Herbsternte: Winterroggen als Bodenschutz
Den Hokkaido erntest du wie andere Lagerkürbisse, wenn sich der Stiel verfärbt und verkorkt. Er kommt vor dem ersten Frost vom Beet, und der Stiel bleibt an der Frucht. Vlies schützt Kürbisse in herbstlichen Frostnächten meist nicht zuverlässig genug.
Danach säe ich Winterroggen auf das geräumte Beet. Er lässt sich noch im Oktober als Gründüngung säen. Bei milder Herbstwitterung wird auch eine Aussaat bis November genannt. Als lebende Winterbegrünung schützt er den Boden vor Nährstoffauswaschung und Bodenabtrag.
Weil der Hokkaido vor dem ersten Frost vom Beet kommt und Roggen sich noch im Oktober säen lässt, muss das Kürbisbeet nicht kahl in den Winter gehen.
Kohl für die Herbsternte passt dagegen nicht in diese Lücke. Brokkoli und Blumenkohl für den Herbst werden schon Anfang bis Mitte Juli gepflanzt, wenn der Hokkaido noch wächst.
Senf oder Ölrettich als Wintergründüngung säen, obwohl in deiner Fruchtfolge viel Kohl, Rettich oder Radieschen stehen. In solchen Fruchtfolgen sollten Senf, Ölrettich und Raps möglichst nicht als Gründüngung dienen, ich nehme dann Winterroggen.
Winterroggen ist mit Mais verwandt. Stand beim Hokkaido Mais als Partner oder soll im nächsten Jahr Mais auf das Beet, bezieh diese Verwandtschaft in deine Fruchtfolge ein.
Im Frühjahr: Roggen räumen, Beet neu belegen
Im Frühjahr entferne ich den Roggen und bringe ihn auf den Kompost. Winterroggen eignet sich für Beete, die du erst ab Ende April wieder für eine andere Kultur brauchst. Ein Kürbisgewächs kommt dann nicht auf diese Fläche, der Hokkaido zieht für die Anbaupause auf ein anderes Beet.
Du kannst den Roggen auch als Mulch nutzen. Legst du ihn unter Kürbisse auf einem anderen Beet, bring ihn erst ab Mai oder Juni aus, weil organischer Mulch den Boden beschattet und kühlt.
Fruchtfolge oder Mischkultur: zwei Arten von Partnern
Fruchtfolge ordnet Kulturen zeitlich nacheinander auf derselben Fläche an, Mischkultur kombiniert Pflanzen gleichzeitig nebeneinander. Im selben Sommer können Kürbisse mit Mais und Bohnen kombiniert werden, eine Wirkungsgarantie folgt daraus aber nicht. Wie du ein Mischkulturbeet mit Hokkaido, Mais und Buschbohnen anlegst, zeigt ein eigener Beitrag, weitere Nachbarn prüfst du im Mischkultur-Werkzeug.
Was außerdem zur Hokkaido-Fruchtfolge gehört
Vorfrüchte im Jahr davor
Auch eine vorangegangene Gründüngung eignet sich, um eine Fläche für den Kürbis vorzubereiten. Buschbohnen können als VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. Stickstoff und einen gut durchlüfteten Boden hinterlassen. Wie Gründüngung, Kompost und natürlicher Pflanzenschutz zusammenpassen, zeigt der Beitrag zum biologischen Anbau von Hokkaido-Kürbis.
Boden und Standort
Kürbisse gedeihen sonnig auf humosem, nährstoffreichem und gut durchlässigem Boden. Als Richtwert gelten mindestens sechs Stunden direkte Sonne am Tag. Wie du Bodenstruktur, pH-Wert und Humus für den Hokkaido verbesserst, steht in einem eigenen Beitrag.
Krankheiten, Schädlinge und Planung
Biologischer Pflanzenschutz beginnt mit Standort- und Sortenwahl, Fruchtwechsel, Bodenpflege und bedarfsgerechter Düngung. Aus dem Ölkürbisanbau ist bekannt, dass Fruchtfäuleerreger im Boden zunehmen, je höher der Kürbisanteil in der Fruchtfolge ist. Typische Krankheiten und Schädlinge behandelt der Kürbis-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Den Wechsel plane ich pro Beetabschnitt. Auch im kleinen Garten lässt sich der Fruchtwechsel auf einzelne Reihen oder abgegrenzte Abschnitte beziehen. Im Beetplaner kannst du festhalten, wo der Hokkaido in welchem Jahr stand.
Ziehst du neben dem Hokkaido auch Hörnchenkürbis, gehört er ebenfalls zu den Kürbisgewächsen. Für ihn wird eine FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 4 Jahren genannt. Welche Vor- und Nachkulturen zum Hörnchenkürbis passen, steht in einem eigenen Beitrag.





