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Fruchtfolge für Hörnchenkürbis: Vorkultur, Nachkultur und 4 Jahre Pause

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Der Hörnchenkürbis (Cyclanthera pedata, Inkagurke) gehört zu den Kürbisgewächsen und ist kein Butternut.
  • Für ihn gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren; Gurke, Zucchini oder Melone zählen in dieser Zeit nicht als Wechsel.
  • Winterroggen aus dem Vorherbst gibt das Beet ab Ende April frei, rechtzeitig vor der Aussaat im Mai bis Juni.
  • Die Ernte reicht bis Oktober, danach kann noch im Oktober Winterroggen als Winterbegrünung aufs Beet.
  • Die Rankhilfe zieht mit um: am neuen Platz vor dem Pflanzen fest verankern.
Hörnchenkürbis
Foto: lubo.ivanko · Depositphotos Standard License · Quelle ↗

Mein Hörnchenkürbis klettert jeden Sommer an einem Zaun, und dort steht auch seine Rankhilfe. Die Versuchung ist groß, ihn im nächsten Frühjahr einfach wieder an dieselbe Stelle zu setzen. Für den Hörnchenkürbis gilt aber eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren. Ich plane deshalb schon im Herbst, welcher Abschnitt ihn als Nächstes trägt und was davor und danach auf dem Beet wächst.

Fruchtfolge heißt: Kulturen stehen zeitlich nacheinander auf derselben Fläche. Mischkultur kombiniert dagegen verschiedene Pflanzen gleichzeitig nebeneinander. Hier geht es um das Nacheinander, also um Vorkulturen, Nachkulturen, die Pause und das Beet nach der Ernte.

Kurz erklärt

Der Hörnchenkürbis heißt botanisch Cyclanthera pedata und ist auch als Inkagurke bekannt, eine in Peru traditionell genutzte Gemüsepflanze. Er wächst einjährig und kletternd und gehört zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Ein Butternut ist er nicht: Butternut zählt wie der Muskatkürbis zur Art Cucurbita moschata.

Mein Jahresplan für das Hörnchenkürbis-Beet

So läuft die Folge auf einem Beetabschnitt bei mir, von der Vorfrucht bis zur Pause danach.

Zeitraum Auf dem Beet Darauf achte ich
Sommer im Vorjahr Buschbohnen, gesät von Mai bis Juli, geerntet von Juli bis September können Stickstoff und einen gut durchlüfteten Boden hinterlassen
Oktober im Vorjahr Winterroggen als Winterbegrünung schützt den Boden vor Nährstoffauswaschung und Bodenabtrag
Frühjahr bis Ende April Winterroggen steht noch rechtzeitig entfernen und kompostieren
statt Roggen ab März Spinat unter Verfrühungsvlies oder Radieschen ernten, bevor sie den Hörnchenkürbis bedrängen
Mai bis Juni Hörnchenkürbis säen oder nach den letzten Frösten pflanzen Rankhilfe vorher fest verankern
Juni bis Oktober Ernte die ersten Früchte früh pflücken
Oktober Winterroggen in milden Herbsten auch bis November
die folgenden 4 Jahre Kulturen aus anderen Pflanzenfamilien kein Kürbisgewächs, also auch keine Gurke, Zucchini oder Melone

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Einen warmen, sonnigen Platz mit humosem, sehr nährstoffreichem Boden wählen, der gleichmäßig gut mit Wasser versorgt ist; eine Rankhilfe vorsehen.

Bodenart

Geeignet ist humoser, sehr nährstoffreicher Boden mit guter Wasserversorgung.

Substrat

Für die Vorkultur normale Aussaaterde verwenden und gleichmäßig feucht halten.

Anbauort

Die Pflanze eignet sich für Freiland und Kübel.

Pflege

Pflege

Eine Rankhilfe bereitstellen und den Boden gleichmäßig mit Wasser versorgen.

Düngung

Für Inkagurken im Freiland empfiehlt sich Kompost; bei Bedarf im Laufe der Vegetationszeit nachdüngen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig und klettert.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich als sommerlicher Sichtschutz und zur Begrünung von Pergolen, Rankgittern und Zäunen.

Aussaatkalender Hörnchenkürbis
GartenkalenderVorkultur: April; Aussaat: Mai, Juni; Blüte: Juni, Juli, August, September; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: MaiJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: AprilAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MaiVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

4 Jahre Pause: warum drei Jahre beim Hörnchenkürbis nicht reichen

Kürbis gilt als nicht selbstverträglich, und auch nach anderen Kürbisgewächsen sollte er nicht stehen. Im Ölkürbis-Erwerbsanbau nehmen mit steigendem Kürbisanteil in der Fruchtfolge die Fruchtfäuleerreger im Boden zu, und die Erträge sinken. Die allgemeinen Regeln zu Vor- und Nachkulturen und Anbaupausen für Kürbis im Gemüsegarten findest du in einem eigenen Beitrag.

Eine Pause von 3 Jahren wird für Ölkürbis im Erwerbsanbau empfohlen. Für den Hörnchenkürbis gilt dagegen eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren, und die plane ich auch ein. Zum Vergleich die Werte für verwandte Kulturen:

Kultur Pause auf demselben Beet
Hörnchenkürbis (Cyclanthera pedata) 4 Jahre
Kürbis allgemein 4 Jahre
Moschus-Kürbis wie Butternut 5 Jahre
Zucchini frühestens nach 2 Jahren bis zu einem vierjährigen Fruchtwechsel mit Kürbisgewächsen
Ölkürbis im Erwerbsanbau 3 Jahre

Der Hörnchenkürbis gehört zu den Kürbisgewächsen, und Kürbis, Zucchini, Gurke und Melone ersetzen einander nicht als Fruchtwechsel. Eine Gurke oder Zucchini in den Pausenjahren bringt dem Beet also keinen Wechsel. Dafür brauchst du Kulturen aus anderen Pflanzenfamilien.

Häufiger Fehler

Den Hörnchenkürbis jedes Jahr an denselben Zaun setzen, weil die Rankhilfe dort schon steht. Plane lieber mehrere Abschnitte, zwischen denen er von Jahr zu Jahr wandert.

Fruchtwechsel am Zaun: in Abschnitten planen

Der Hörnchenkürbis eignet sich als sommerlicher Sichtschutz an Zäunen, Rankgittern und Pergolen. Er wird ab 200 cm hoch und braucht dafür eine Rankhilfe. Den Fruchtwechsel kannst du auch auf einzelne Reihen oder abgegrenzte Beetabschnitte beziehen. Ich teile meinen Zaun deshalb in Abschnitte und notiere, in welchem Jahr der Hörnchenkürbis wo stand. So bekommt jeder Abschnitt nach ihm die volle Pause, bevor er wieder an der Reihe ist.

Im Abschnitt stehen die Pflanzen mit 40 cm Abstand in der Reihe. Der Reihenabstand beträgt ebenfalls 40 cm, gezogen wird an der Rankhilfe.

Wenn der Hörnchenkürbis umzieht, zieht die Rankhilfe mit. Verankere sie am neuen Platz fest, bevor du pflanzt, damit ein späterer Aufbau die Wurzeln nicht verletzt. Bemiss sie so, dass sie die Last der Pflanzen und den Wind trägt. Der Hörnchenkürbis ist einjährig, und Holz eignet sich für kurzlebige Begrünungen. Eine Rankhilfe aus Holz oder ein flächiges Flechtwerk aus biegsamen Weiden- oder Hartriegelzweigen passt deshalb gut zu ihm. Abschnitte und Jahre trage ich im Beetplaner ein, dort sehe ich die Pause auf einen Blick.

Marias Erfahrung

An jedem Zaunabschnitt steckt bei mir ein Holzschild mit dem Jahr, in dem dort zuletzt ein Kürbisgewächs stand. Im Herbst gehe ich die Schilder ab und wähle für das nächste Jahr den Abschnitt mit der längsten Pause.

Vorkulturen: was vor dem Hörnchenkürbis aufs Beet passt

Der Hörnchenkürbis braucht sein Beet erst spät im Frühjahr. Gesät wird er von Mai bis Juni. Er ist frostempfindlich, deshalb kommen vorgezogene Pflanzen erst nach den letzten Frösten ins Freie. Für das Vorziehen im Topf werden 2 bis 3 Wochen vor dem Auspflanzen empfohlen. Die Termine für Kürbisgewächse habe ich im Aussaatkalender für Kürbis und Zucchini zum Ausdrucken an der Schuppentür hängen.

Winterroggen eignet sich für Winterbeete, die erst ab Ende April wieder gebraucht werden, und der Hörnchenkürbis wird ab Mai gesät. Ein Roggen aus dem Vorherbst passt also ohne Engpass vor ihn. Im Frühjahr entfernst du die Winterbegrünung und kompostierst sie.

Statt Roggen kann eine schnelle Frühkultur den Platz nutzen. Spinat, Anfang März unter Verfrühungsvlies gesät, lässt sich bis Mitte Mai ernten. Mitte März gesäte Radieschen sind je nach Witterung Ende April bis Anfang Mai erntereif. Ernte solche Zwischenkulturen, bevor sie die länger stehende Hauptkultur durch Platzkonkurrenz bedrängen.

Im Vorjahr: Bohnen und Gründüngung

Eine vorangegangene Gründüngung eignet sich als Vorbereitung einer Fläche für Kürbis, und beim Hörnchenkürbis halte ich es genauso. Buschbohnen können als Vorfrucht Stickstoff und einen gut durchlüfteten Boden für die folgende Kultur hinterlassen. Die Buschbohne „Saxa“ wird von Mai bis Juli direkt gesät und von Juli bis September geerntet. Danach ist im Oktober Platz für den Winterroggen.

Nimmst du Leguminosen als Gründüngung, binden diese zusätzlichen Luftstickstoff. Für die Folgekultur zählt er erst, wenn sich die Pflanzenmasse zersetzt hat.

Von Tagetes erwarte ich keinen Rundumschutz. Tagetes patula kann im mindestens dreimonatigen Zwischenfruchtanbau Pratylenchus-Nematoden unterdrücken, gegen sämtliche Nematoden schützt sie nicht.

Im Freiland bekommt der Hörnchenkürbis Kompost, im Laufe der Saison düngst du bei Bedarf nach. Er braucht einen humosen, sehr nährstoffreichen Boden mit gleichmäßiger Wasserversorgung. Die Details, welche Nährstoffe der Hörnchenkürbis braucht und wie du ihn düngst, stehen in einem eigenen Beitrag.

Nachkulturen: was nach der Ernte kommt

Geerntet wird der Hörnchenkürbis von Juni bis Oktober. Die ersten Früchte pflückst du früh, damit die Pflanze weitere ausbildet. Weil er frostempfindlich ist, räume ich das Beet ab, bevor Frost die Pflanzen trifft.

Die Erntezeit reicht bis Oktober, und Winterroggen lässt sich noch im Oktober auf frei gewordene Beete säen. Das Beet muss nach dem Hörnchenkürbis also nicht unbedeckt in den Winter gehen. In milden Herbsten kann der Roggen auch bis in den November hinein gesät werden. Eine lebende Winterbegrünung schützt den Boden vor Nährstoffauswaschung und Bodenabtrag.

Steht im nächsten Jahr Mais auf dem Beet, beachte die Verwandtschaft von Winterroggen und Mais. Senf, Ölrettich und Raps nehme ich als Gründüngung nicht, wenn in meiner Folge viel Kohl, Rettich oder Radieschen steht.

Kohl als zweite Kultur im selben Jahr klappt nicht. Brokkoli und Blumenkohl für die Herbsternte werden schon Anfang bis Mitte Juli gepflanzt, also bevor die Hörnchenkürbis-Ernte vorbei ist.

In den Pausenjahren danach wächst dort eine Kultur aus einer anderen Pflanzenfamilie. Wie Salat als kurze Vorkultur und Wintergetreide nach der Herbsternte beim Hokkaido zusammenpassen, liest du bei der Fruchtfolge für Hokkaido-Kürbis.

Wer gleichzeitig neben dem Hörnchenkürbis wachsen darf, ist eine eigene Frage. Kürbisgewächse sollen bei der Planung auch nicht direkt nebeneinander stehen, und positive Nachbarschaftseffekte sind schwer nachzuweisen. Welche Nachbarn neben den Hörnchenkürbis passen, prüfst du im Mischkultur-Werkzeug.

Das Beet nach der Ernte nachbereiten

Nach dem letzten Pflücken gehe ich in dieser Reihenfolge vor:

  1. Ich löse die abgestorbenen Triebe aus der Rankhilfe und räume die Pflanzenreste vom Beet.
  2. Die Holzrankhilfe kontrolliere ich, sobald sie frei liegt, und bessere sie bei Bedarf aus. Pflanzenschädliche Holzschutzmittel kommen nicht daran.
  3. Dann säe ich den Winterroggen, damit der Boden über den Winter bedeckt ist.
  4. Zum Schluss trage ich Jahr, Abschnitt und Kultur in meinen Plan ein.

Im Frühjahr ziehe ich den Roggen heraus und kompostiere ihn. Organischer Mulch kommt bei wärmeliebenden Kulturen wie Kürbis erst ab Mai oder Juni aufs Beet, weil er den Boden beschattet und kühlt. Der Hörnchenkürbis braucht einen warmen Platz, also mulche ich sein Beet auch erst dann.

Ob Kalk oder Dünger nötig ist, zeigt eine Bodenuntersuchung, die für Gemüsebeete alle 4 bis 5 Jahre üblich ist. Für die meisten kultivierten Kürbisgewächse gilt ein pH von 5,5 bis 7,0 als günstig, Arten und Sorten können davon abweichen. Mehr dazu, wie du Standort und Boden für Kürbis und Zucchini vorbereitest, findest du im Kürbis-Ratgeber.

Vorbeugung gegen Krankheiten und Schädlinge beginnt bei Standort- und Sortenwahl, Fruchtwechsel, Bodenpflege und bedarfsgerechter Düngung. Dazu hat derselbe Ratgeber einen eigenen Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen.

Jetzt dran

Ist dein Hörnchenkürbis abgeerntet, säe noch im Oktober Winterroggen auf das Beet. Schreib dir gleich dazu, welcher Zaunabschnitt im nächsten Jahr an der Reihe ist.

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Häufige Fragen

Was ist ein Hörnchenkürbis und welche Besonderheiten hat er im Anbau?
Der Hörnchenkürbis heißt botanisch Cyclanthera pedata und ist auch als Inkagurke bekannt. Er wächst einjährig und kletternd, braucht eine Rankhilfe und einen warmen, sonnigen Platz mit humosem, sehr nährstoffreichem Boden. Weil er frostempfindlich ist, kommt er erst nach den letzten Frösten ins Freie. Ein Butternut ist er nicht, der gehört als Moschus-Kürbis zu Cucurbita moschata.
Warum ist eine durchdachte Fruchtfolge beim Gemüseanbau so wichtig?
Bei der Fruchtfolge wechseln Kulturen zeitlich nacheinander auf derselben Fläche. Kürbis gilt als nicht selbstverträglich und sollte auch nicht nach anderen Kürbisgewächsen stehen. Im Ölkürbis-Erwerbsanbau nehmen mit steigendem Kürbisanteil in der Fruchtfolge Fruchtfäuleerreger im Boden zu. Für den Hörnchenkürbis gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren.
Reicht beim Hörnchenkürbis eine dreijährige Fruchtfolge?
Nein, für den Hörnchenkürbis gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren. Eine Pause von 3 Jahren wird für Ölkürbis im Erwerbsanbau empfohlen. In den Pausenjahren wachsen auf dem Beet Kulturen aus anderen Familien, etwa Buschbohnen oder Winterroggen, aber keine Gurke, Zucchini oder Melone.
Worin unterscheiden sich Hörnchenkürbis und andere Kürbisgewächse im Anbau?
Der Hörnchenkürbis gehört zur Gattung Cyclanthera, Garten-, Riesen- und Moschus-Kürbis dagegen zur Gattung Cucurbita. Er klettert und wird an einer Rankhilfe gezogen, mit 40 cm Abstand in der Reihe und ebenso viel zwischen den Reihen. In der Fruchtfolge zählt er trotzdem zu den Kürbisgewächsen, und die ersetzen einander nicht als Fruchtwechsel.
Wann ist der richtige Erntezeitpunkt für Hörnchenkürbisse im Garten?
Die Erntezeit des Hörnchenkürbis reicht von Juni bis Oktober. Die ersten Früchte pflückst du früh, damit die Pflanze weitere ausbildet. Weil er frostempfindlich ist, räume ich das Beet vor dem Frost ab und säe noch im Oktober Winterroggen nach.
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