Gemüse · Paprika & Chili · Anbau

Spitzpaprika pflanzen im Hausgarten: vom Pflanztag im Mai bis zum ersten Frost

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ins Beet nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn das Wetter mild ist und kein Frost mehr droht.
  • Vorher abhärten: tagsüber bei mindestens 15 °C geschützt nach draußen, zuerst ohne direkte Sonne.
  • Pflanzsystem: 30 bis 50 cm in der Reihe und zwischen den Reihen, dazu ein eigener Stab je Pflanze.
  • Gleichmäßig und direkt in den Wurzelbereich gießen, denn schwankende Wasserversorgung kann Blütenendfäule auslösen.
  • Paprika ist nicht winterhart: Haube oder Frühbeet schützen nach dem Auspflanzen, bis die Pflanzen gut angewachsen sind.
  • Vor dem ersten Herbstfrost alles ernten, denn grüne Früchte sind essbar, reifen aber nicht nach.
  • Gestaffelt zwischen Februar und April säen, damit Reservepflanzen im Haus bereitstehen.
Spitzpaprika
Foto: Oksana_Schmidt · Depositphotos Standard License · Quelle ↗

Vorgezogene Spitzpaprika ist nicht winterhart, und schon Kälte im niedrigen Plusbereich kann ihr Wachstum ins Stocken bringen. Deshalb lege ich den Pflanztag nach dem Wetter fest, nicht nach dem Kalender. Hier bekommst du die Schritte ab diesem Tag: das Setzen ins Beet, die Pflege durch den Sommer und den Schutz vor Kälte im Frühjahr und Herbst. Mit gestaffelter Aussaat hältst du dir außerdem Reservepflanzen im Haus.

Spitzpaprika ist ein Formtyp der Gemüsepaprika, so wie die fleischigen, eckigen Blocktypen. Beide gehören zur Art Capsicum annuum, deshalb gelten für Abstände, Termine und Erntezeit die Werte dieser Art.

Wann kommt Spitzpaprika ins Beet?

Ins Freiland pflanzt du Spitzpaprika gewöhnlich nach den Eisheiligen Mitte Mai. Je nach Empfehlung reicht das Fenster bis Ende Mai, immer abhängig von mildem Wetter und ausbleibendem Frost. Den Ausschlag gibt also die tatsächliche Witterung, nicht das Datum. Vor dem Pflanztag sehe ich mir darum die Vorhersage für die Nächte an.

Abhärten: schrittweise an draußen gewöhnen

Bevor die Jungpflanzen dauerhaft ins Beet ziehen, härtest du sie ab. Tagsüber dürfen sie bei mindestens 15 °C Lufttemperatur geschützt nach draußen. Zuerst stehen sie im Halbschatten, erst später in der Sonne. Damit kommt die Umstellung auf Licht und Temperatur im Freien nicht auf einmal. Abends hole ich meine Töpfe wieder ins Haus, bis der Pflanztag da ist.

Häufiger Fehler

Die Jungpflanzen wandern von der Fensterbank direkt in die pralle Sonne. Beim Abhärten stehen sie zuerst ohne direkte Sonne draußen und kommen erst später ins volle Licht. Weitere Stolpersteine aus allen Kulturphasen findest du bei den typischen Anbaufehlern mit Spitzpaprika.

Aussaatkalender Spitzpaprika
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April; Blüte: Juni, Juli, August, September; Ernte: Juni, Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberVorkulturBlüteErnte

So pflanzt du Spitzpaprika ins Beet

Platz und Fläche wählen

Spitzpaprika braucht einen sonnigen, geschützten Platz. Mit Lehm- und Sandböden kommt sie zurecht, und der pH-Wert darf neutral bis sauer sein. Im Ratgeber dazu liest du, wie du für Spitzpaprika einen warmen, geschützten Platz findest oder schaffst.

Als allgemeine Gartenregel gilt für Paprika eine Anbaupause von mindestens 3 Jahren, bevor sie wieder auf derselben Fläche wächst. Tomate, Kartoffel und Aubergine sind dabei kein Familienwechsel, denn sie gehören wie Paprika zu den Nachtschattengewächsen. Den Wechsel plane ich, indem ich meine Beete vorab im Beetplaner einteile. Welche Nachbarn zu Paprika passen, kannst du im Mischkultur-Werkzeug nachschlagen; eine Mischkultur unterstützt, garantiert aber nichts.

Für die Grunddüngung im Frühjahr werden höchstens 3 Liter Kompost je Quadratmeter Gartenboden empfohlen.

Abstand und Stütze als System

Spitzpaprika pflanzt du als System: Abstand in der Reihe, Abstand zwischen den Reihen und eine Stütze für jede Pflanze.

Pflanzsystem für Capsicum annuum Wert
Abstand in der Reihe 30 bis 50 cm
Abstand zwischen den Reihen 30 bis 50 cm
Stütze ein eigener Stab je Pflanze
Wuchshöhe 40 bis 100 cm
Wuchsbreite 30 bis 50 cm

Nässe begünstigt im Freiland Grauschimmel an den Früchten. Ein ausreichender Pflanzabstand lässt Gießwasser schneller abtrocknen. Enger Stand nimmt dir deshalb eine einfache Vorbeugung gegen Grauschimmel.

Wie hoch Spitzpaprika werden kann, zeigt die milde Sorte Zlata, die sich auch für Kübel eignet. Die Sorte erreicht etwa 80 bis 100 cm Wuchshöhe, und so eine Pflanze braucht ihren Stab.

Am Pflanztag

Für das Kleingewächshaus wird empfohlen, Paprika so tief zu setzen, wie sie zuvor im Anzuchtgefäß stand. Im Beet halte ich es genauso. Den Stab stecke ich ins Pflanzloch, bevor die Pflanze hineinkommt. Angegossen wird direkt am Pflanzenfuß, weil das Wasser dort gezielt ankommt und das Risiko von Schadpilzen sinkt.

Mini-Checkliste

Bevor die erste Spitzpaprika ins Beet kommt

  • Die Jungpflanzen sind abgehärtet.
  • Das Wetter ist mild, und für die Nächte ist kein Frost mehr angesagt.
  • Auf der Fläche stand mindestens 3 Jahre keine Paprika.
  • Die Abstände sind abgesteckt, und für jede Pflanze liegt ein Stab bereit.
  • Haube oder Frühbeet stehen griffbereit.

Wie pflegst du Spitzpaprika im Beet durch den Sommer?

Anbinden, wenn die Pflanze höher wird

Ab wann du stützt, hängt von der Anleitung ab. Für die Hausanzucht wird etwa 30 cm Pflanzenhöhe genannt. Im Kleingewächshaus liegt der Hinweis bei etwa 45 cm. Im Beet steckt der Stab bei mir seit dem Pflanztag, und ich binde an, sobald sich die Pflanze zur Seite neigt. Paprika im Freiland lässt sich an einem oder mehreren Holz- oder Kunststoffstäben stützen.

Marias Erfahrung

Beim Anbinden lege ich die Schlaufe locker um Trieb und Stab und drehe dabei ein paar Blätter um. So habe ich die Blattunterseiten im Blick, ohne einen eigenen Kontrollgang einzuplanen.

Schneiden musst du nicht, die erste Blüte prüfst du

Paprika wächst ohne Schnitt buschig. Jeder Trieb schließt mit einer Blüte ab, und darunter entstehen neue Triebe. Anders ist es mit der ersten Blüte: Bei großfrüchtiger Gemüsepaprika ist vorgesehen, sie zu entfernen, damit die Pflanze weiter wächst. Bei kleinfrüchtigen Peperoni und Chilis ist das nicht nötig. Bei meinen Spitzpaprika entscheide ich das nach der Fruchtgröße, die in der Sortenbeschreibung steht.

Gießen, Mulchen, Düngen

Gieß gleichmäßig und vorzugsweise morgens, und zwar direkt in den Wurzelbereich, damit das Laub trocken bleibt. Schwankt die Wasserversorgung, kann das den Calciumtransport zur Frucht stören und Blütenendfäule auslösen, selbst wenn der Boden genug Calcium enthält. Eine Mulchdecke auf dem Beet hemmt die Verdunstung und vermindert, dass sich der Boden aufheizt. In bereits angereichertem Gartenboden kann regelmäßige Zusatzdüngung entbehrlich sein. Wie du Wassergaben und Nährstoffe an Boden und Wetter anpasst, liest du im Ratgeber zu Wasser und Dünger für Spitzpaprika.

Hinsehen statt abwarten

Beim Pflanzenschutz im Hausgarten gehst du in Stufen vor: Erst beugst du über Standort und Abstand vor, dann kontrollierst du, und erst danach greifst du mechanisch ein. Kontrollieren heißt vor allem, regelmäßig hinzusehen, gerade auf der Blattunterseite. Grauschimmel wird an Paprika durch Temperaturen um 20 °C, hohe Luftfeuchte und wenig Licht begünstigt. Saubere Arbeitsgeräte gehören zur Vorbeugung, deshalb wische ich Schere und Messer ab, bevor ich an die Pflanzen gehe.

Wie schützt du Spitzpaprika vor Frost?

Achtung

Paprika ist nicht winterhart. Schon Kälte im niedrigen Plusbereich kann Wachstumsstockungen auslösen, also bevor überhaupt Frost auftritt.

Kälte nach dem Auspflanzen

Gegen späte Kälte schützt du die Pflanzen zuerst über den Pflanztermin. Nach dem Auspflanzen kommen Haube oder Frühbeet über die Pflanzen und bleiben, bis sie gut angewachsen sind. Wer einen Folientunnel hat, kann Paprika auch dort in guten Gartenboden setzen. Stockt das Wachstum nach kühlen Nächten, kann das auf eine Kältereaktion hindeuten. Falls eine kalte Nacht die Beetpflanzen doch erwischt, stehen bei mir noch Jungpflanzen aus einem späteren Satz im Haus.

Vor dem ersten Herbstfrost

Bei Capsicum annuum reicht die Erntezeit bis in den Oktober. Kündigt die Vorhersage den ersten Frost an, ernte ich alle Früchte, auch die grünen. Grüne Gemüsepaprika ist essbar, aber unreifer und herber als ausgereifte. Nachreifen wird sie nicht, denn Gemüsepaprika zählt zu den nicht nachreifenden Früchten. Wer süße, ausgefärbte Früchte möchte, lässt sie deshalb am Strauch, solange das Wetter es zulässt. Den Rest holst du vor dem Frost grün herein.

Wie verlängerst du die Saison?

Gestaffelt aussäen

Paprika und Chili kannst du wegen der langen Anzuchtphase schon im Februar im Haus aussäen. Als Startmonate für die Kultur von Capsicum annuum gelten Februar bis April. Ich verteile meine Aussaat auf mehrere Sätze in diesen Monaten, statt alles an einem Tag zu säen. Ein späterer Satz steht dann noch im Haus, wenn die ersten Pflanzen schon im Beet wachsen. Als Anhaltspunkt bis zur ersten Ernte gelten etwa 6 Wochen ab dem Pflanzen. Ein später gepflanzter Satz beginnt seine Ernte also entsprechend später, und die ersten Früchte verteilen sich über einen längeren Zeitraum.

Zahl im Blick

Für Balkon-Jungpflanzen rechnet die Anzucht mit mindestens 10 Wochen bis zur Pflanzung, für das Kleingewächshaus mit etwa 60 Tagen. Die gesamte Kulturdauer von Capsicum annuum liegt bei 84 bis 180 Tagen.

Die Termine für jeden Satz trage ich in den Aussaatkalender für Paprika und Chili zum Ausdrucken ein. Die Samen brauchen Wärme zum Keimen, und bei Capsicum annuum dauert die Keimung 7 bis 14 Tage. Wie du aussäst, pikierst und die Sämlinge bis zum Pflanztag bringst, liest du im Ratgeber zur Anzucht von Spitzpaprika aus Samen.

Früher starten unter Glas

Unter Glas kannst du früher pflanzen als im Beet. Im beheizbaren Kleingewächshaus liegt der Pflanztermin für Capsicum annuum etwa Mitte April. Im unbeheizten Haus ist es Anfang bis Mitte Mai. Gelüftet wird dort ab 28 °C.

Ernte, Lagerung und Küche im Überblick

Die Erntezeit von Capsicum annuum reicht von Juni bis Oktober. Woran du reife Früchte erkennst und wie du sie sauber abnimmst, liest du im Ratgeber zur Erntereife von Spitzpaprika.

Frische Paprika lagerst du kühl bei etwa 10 bis 12 °C, weil stärkere Kühlung Qualitätsverluste und Kälteschäden begünstigen kann. Bei Zimmertemperatur halten sich die Früchte etwa 2 bis 3 Tage. Mehr zu Kühlschrank und Lagerplatz steht im Abschnitt über das Lagern von Paprika und Chili.

Für den Vorrat kannst du Spitzpaprika einkochen und auf andere Weise haltbar machen. Paprika in Öl ist dagegen kein Vorrat, weil sie ein Botulismusrisiko bergen kann. Sie gehört in den Kühlschrank und wird spätestens am Folgetag gegessen.

Roh schmeckt Gemüsepaprika als Snack oder im Salat, gegart passt sie in Gemüsegerichte und kommt gefüllt auf den Tisch. Nährwerte und Hinweise zum sicheren Verarbeiten findest du im selben Paprika-Ratgeber unter Küche und Nährwerte.

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Häufige Fragen

Ab welchem Monat kann mit der Aussaat von Spitzpaprika begonnen werden?
Spitzpaprika gehört zur Art Capsicum annuum und braucht eine lange Anzucht, deshalb kannst du sie schon im Februar im Haus aussäen. Als Startmonate für die Kultur gelten Februar bis April. Die Samen brauchen Wärme, und die Keimung dauert bei Capsicum annuum 7 bis 14 Tage. Ins Freiland kommen die Jungpflanzen gewöhnlich nach den Eisheiligen Mitte Mai.
Welche Standortanforderungen haben Spitzpaprika im Gemüsegarten?
Spitzpaprika braucht einen sonnigen, geschützten Platz. Mit Lehm- und Sandböden kommt sie zurecht, und der pH-Wert darf neutral bis sauer sein. Auf derselben Fläche sollte als allgemeine Gartenregel mindestens 3 Jahre keine Paprika gestanden haben.
Wie unterscheidet sich der Anbau von Spitzpaprika von anderen Paprikasorten?
Für den Anbau gelten bei Spitzpaprika die Werte der Art Capsicum annuum, zu der auch die eckige Blockpaprika gehört. Im Beet stehen die Pflanzen 30 bis 50 cm auseinander, zwischen den Reihen bleibt derselbe Abstand, und jede Pflanze bekommt einen eigenen Stab. Ein Unterschied kann bei der ersten Blüte liegen: Bei großfrüchtiger Gemüsepaprika ist ihr Entfernen vorgesehen, bei kleinfrüchtigen Peperoni und Chilis ist es nicht nötig. Wuchshöhe und Fruchtgröße entnimmst du der Sortenbeschreibung.
Wie kann die Bewässerung bei Spitzpaprika optimal gestaltet werden?
Gieße gleichmäßig, vorzugsweise morgens und direkt in den Wurzelbereich, damit das Laub trocken bleibt. Schwankende Wasserversorgung kann den Calciumtransport zur Frucht stören und Blütenendfäule auslösen. Eine feste Gießhäufigkeit gibt es nicht, weil Boden und Witterung den Bedarf bestimmen. Bei heißer, trockener Witterung gelten im Gemüsebeet etwa 20 bis 25 l Wasser je m² pro durchdringender Bewässerung als Orientierung.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Ernte von Spitzpaprika?
Bei Capsicum annuum, zu der Spitzpaprika gehört, reicht die Erntezeit von Juni bis Oktober. Als Anhaltspunkt bis zur ersten Ernte gelten etwa 6 Wochen ab dem Pflanzen, wobei diese Faustregel weder Sorte noch Farbreife festlegt. Du kannst die Früchte grün ernten oder warten, bis sie sortentypisch ausgefärbt sind. Ausgereifte Früchte entwickeln mehr Zucker und schmecken süßer.
Wie lange können Spitzpaprika nach der Ernte gelagert werden?
Bei Zimmertemperatur halten sich frische Paprika etwa 2 bis 3 Tage. Für die Lagerung empfiehlt sich ein kühler Platz bei etwa 10 bis 12 °C, weil stärkere Kühlung Qualitätsverluste und Kälteschäden begünstigen kann. Für den Kühlschrank reichen die Hinweise von 1 bis 3 Tagen mit raschem Verbrauch bis etwa 1 Woche im Gemüsefach. Das ist eine Orientierung für den Haushalt, keine Haltbarkeitszusage.
Was ist der Unterschied zwischen zugespitzten Paprika und Gemüsepaprika?
Gemüsepaprika ist der Oberbegriff, und Spitzpaprika ist einer ihrer Formtypen. Daneben gehören die fleischigen, eckigen Blocktypen zur Gemüsepaprika. Alle zählen zur Art Capsicum annuum, deren Früchte botanisch Beeren sind, auch wenn man sie umgangssprachlich Schoten nennt.
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