Pflaumentomaten ausgeizen: Busch oder Stab, Rispen und Ernte
- Pflaumentomaten gibt es in beiden Wuchstypen: Buschsorten werden nicht ausgegeizt, rankende Sorten wie jede Stabtomate.
- Bei rankenden Pflaumentomaten werden die Geiztriebe aus den Blattachseln entfernt, sobald sie etwa 5 cm lang sind.
- Volle Rispen mit vielen festen Früchten brauchen Halt – Rispenhaken oder Schlaufe, bevor der Stiel knickt.
- Reife Pflaumentomaten halten sich bei Zimmertemperatur ein bis zwei Wochen; der Kühlschrank kostet Aroma.

Pflaumentomaten: feste Früchte, zwei Wuchstypen
Pflaumentomaten erkennst du an der Frucht: länglich-oval, mit festem Fruchtfleisch, wenig Saft und wenigen Kernen – die Tomate für Soße, Ofenblech und zum Trocknen. Beim AusgeizenAusgeizen ist das Entfernen der Geiztriebe, also der Seitentriebe, die bei Tomaten in den Blattachseln wachsen. Ohne Ausgeizen bildet die Pflanze sehr viel Blattmasse und trägt später Früchte. hilft die Fruchtform allerdings nicht weiter, denn Pflaumentomaten gibt es in beiden Wuchstypen: als kompakte Buschtomaten und als rankende Stabtomaten. Wer die falsche Regel auf die eigene Sorte anwendet, verliert entweder Ernte oder den Überblick.
Dieser Beitrag zeigt, wie du den Wuchstyp deiner Pflaumentomate erkennst, was bei rankenden Sorten zu tun ist und was bei buschigen nicht, wie du die typisch vollen Rispen stützt und wann die festen Früchte reif sind. Die Grundlagen des Ausgeizens gibt es nur als Anriss; alles zu Aussaat, Standort, Gießen und Düngen steht im Beitrag darüber, wie du Pflaumentomaten von der Aussaat bis zur Ernte pflegst.
Busch oder Stab: erst die Tüte lesen
Buschtomaten – die determinierten Sorten – bleiben mit rund 50 bis 100 cm kompakt, verzweigen sich von selbst und schließen ihr Wachstum nach einer bestimmten Zahl von Fruchtständen ab; die Seitentriebe tragen bei ihnen die Ernte, deshalb werden sie nicht ausgegeizt. Stabtomaten wachsen die ganze Saison weiter, brauchen eine Stütze und werden ausgegeizt. Auf der Saatguttüte steht der Typ meist dabei: „Buschtomate“ oder „determinant“ gegenüber „Stabtomate“ oder „indeterminant“. Fehlt die Angabe, verrät es die Pflanze im Frühsommer – breit und unten verzweigt mit Blüten an vielen Trieben ist Busch, ein Haupttrieb nach oben mit Rispen daran ist Stab. Was die Wuchstypen für Abstand, Stütze und Pflege bedeuten, trägt der Tomaten-Ratgeber im Abschnitt darüber, was Stabtomaten und Buschtomaten unterscheidet.
„Determiniert“ heißt begrenzt: Die Pflanze beendet ihr Höhenwachstum nach einigen Rispen und verzweigt sich stattdessen – das ist die Buschtomate. „Indeterminiert“ heißt unbegrenzt: Der Haupttrieb wächst weiter, solange die Saison es zulässt – das ist die Stabtomate. Beide Begriffe stehen so auf vielen Saatguttüten, oft abgekürzt als „det.“ und „indet.“.
Buschige Pflaumentomaten brauchen keine Schere, aber Halt: Voll behangen legen sie sich um, und Früchte auf der Erde faulen oder werden von Schnecken angefressen. Ein Stab, ein Tomatenkäfig oder ein Rankgitter hält die Triebe oben; entfernt werden nur vergilbte und am Boden liegende Blätter.
Rankende Pflaumentomaten ausgeizen: der Anriss
Rankende Pflaumentomaten ziehst du wie jede Stabtomate: ein Haupttrieb am Stab, die GeiztriebeAls Geiztriebe bezeichnet man bei Tomaten die Seitentriebe. Bei Stabtomaten, deren Haupttrieb immer weiter wächst, brichst du sie beim Ausgeizen regelmäßig aus. in den BlattachselnDie Blattachsel ist der Winkel zwischen Blattstiel und Zweig oder Stängel, also die Stelle, an der ein Blatt am Spross ansetzt. Aus ihr wachsen häufig Seitentriebe, bei Tomaten etwa die Geiztriebe. werden entfernt, sobald sie etwa 5 cm lang sind, seitlich mit den Fingern ausgebrochen, solange sie weich sind. Die Blütenrispen bleiben selbstverständlich stehen – und bei Pflaumentomaten sind sie oft dicht mit Früchten besetzt, sodass ein Geiztrieb direkt neben einer jungen Rispe genau angeschaut wird, bevor du zugreifst. Ich schaue bei Pflaumentomaten vor jedem Griff zweimal hin, weil die jungen Rispen dort dem Geiztrieb ähnlicher sehen als bei großfrüchtigen Sorten. Warum Stabtomaten überhaupt ausgegeizt werden und wann die Schere mehr schadet als nützt, erklärt der Beitrag darüber, warum Tomaten ausgegeizt werden und bei welchen Sorten; jeden Handgriff mit Fingern und Schere zeigt die Anleitung dazu, wie du Stabtomaten Schritt für Schritt ausgeizt.
Wer Platz und eine stabile Stütze hat, lässt einen kräftigen Geiztrieb unterhalb der ersten Blütenrispe als zweiten Haupttrieb stehen und bindet ihn an einen eigenen Stab; danach werden beide Triebe gleich konsequent ausgegeizt. Für Pflaumentomaten mit ihren mittelgroßen, festen Früchten ist das ein guter Kompromiss zwischen Ertrag und Übersicht – die Last je Rispe ist geringer als bei Fleischtomaten, und zwei Triebe tragen mehr Rispen als einer. Gegen Ende der Saison kappst du bei rankenden Sorten den Haupttrieb ein Blatt über der letzten Rispe, die noch ausreifen kann; bei Buschsorten entfällt das, sie hören von selbst auf.
Den zweiten Trieb immer unterhalb der ersten Blütenrispe wählen – dort sind die Geiztriebe am kräftigsten – und ihm von Anfang an einen eigenen Stab geben, statt ihn am selben Stab mitzubinden. So bleiben beide Triebe luftig, und du kommst beim Ausgeizen an jede Blattachsel heran.
Volle Rispen stützen
Pflaumentomaten setzen oft viele Früchte an einer Rispe an, und obwohl jede einzelne Frucht leichter ist als eine Fleischtomate, wiegt eine voll besetzte Rispe am Ende beachtlich. Knickt der Rispenstiel unter der Last ab, ist die Versorgung unterbrochen, und die Früchte bleiben klein oder faulen an der Knickstelle. Deshalb bekommt jede Rispe, die schwer wird, einen eigenen Halt, solange die Früchte noch klein sind: einen Rispenhaken oder eine Schlaufe aus weichem Material, mit der der Rispenstiel am Stab hängt, oder eine Schnur vom Stab zur Rispe. Das Anbinden des Haupttriebs selbst – locker, in weiten Schlingen, mit weichem Material – trägt der Tomaten-Ratgeber im Abschnitt zum Stützen und Aufbinden.
Meine rankenden Pflaumentomaten ziehe ich zweitriebig, und jede Rispe bekommt eine Schlaufe aus altem Strumpfstoff, sobald die Früchte daumendick sind. Bei den Buschsorten im FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle. lasse ich die Schere in der Tasche und spanne stattdessen ein Rankgitter, an das ich die Triebe locker anlehne.
Ernte und Lagerung: die festen Früchte
Reif sind Pflaumentomaten, wenn die Frucht durchgefärbt ist, auf leichten Druck etwas nachgibt und sich leicht vom Stiel löst; bei vielen Sorten löst sich die ganze Rispe. Weil das Fruchtfleisch fest ist, vertragen sie das Pflücken und Lagern besser als saftige Salattomaten. Bei Zimmertemperatur halten sich reife Pflaumentomaten ein bis zwei Wochen, am besten nebeneinander mit dem Stielansatz nach unten; der Kühlschrank kostet Aroma. Noch grüne Früchte reifen an einem warmen, hellen Platz nach – wichtig vor dem ersten Frost, wenn du die letzten Rispen samt Trieb ins Haus holst. Ich ernte meine Pflaumentomaten für die Soße erst, wenn sie tiefrot und weich sind, weil sie mir dann am besten schmecken.
In der Küche spielen Pflaumentomaten ihre Stärke aus: Wenig Saft und feste Wände machen sie zur Tomate für Soßen, für das Ofenblech und zum Trocknen. Wer sie einkocht, hält sich an die Regeln des Bundesinstituts für Risikobewertung, nicht an freie Rezepte – das Einkochen von Tomaten ist ein eigenes Kapitel mit eigenen Sicherheitsregeln. Wie du Tomaten nachreifen lässt und lagerst, trägt der Tomaten-Ratgeber im Abschnitt zum Ernten, Nachreifen und Lagern.
Fazit: Tüte lesen, Rispen sichern, reif ernten
Pflaumentomaten ausgeizen heißt zuerst: den Wuchstyp kennen. Buschsorten wachsen ohne Schere und brauchen nur Halt, rankende Sorten werden ein- oder zweitriebig gezogen und regelmäßig von ihren Geiztrieben befreit. Beiden gemeinsam sind volle Rispen, die rechtzeitig einen Haken oder eine Schlaufe bekommen, und feste Früchte, die reif geerntet und bei Zimmertemperatur gelagert am besten schmecken.





