Genoveser Basilikum anbauen und pflegen: Anzucht, Jahrespflege, Stecklinge und Topf
- Lichtkeimer: 0–0,5 cm tief säen, höchstens dünn bedecken; keimt bei 15–22 °C in 7–25 Tagen.
- Freilandsaat Mai bis Juni, Pflanzzeit etwa Mai bis Juni; im Topf ist der Kulturstart bis Juli möglich.
- Pflanzabstand 10 bis 25 cm, pflanzweise- und sortenabhängig; im Reihenbeet 10 cm in der Reihe bei 20 cm Reihenabstand.
- Starkzehrer unter den Kräutern: Kompost zum Start, gleichmäßig feucht halten, keine üppigen Stickstoff- und Wassergaben.
- Triebspitzen oberhalb eines Blattpaares kappen; die Blüte fällt bei Basilikum in den Juli.
- Nicht freiland-winterhart, in der Regel einjährig kultiviert; Nachwuchs über Stecklinge im Wasserglas oder eigenes Saatgut.

Genoveser Basilikum sieht im Mai oft prächtig aus und steht im Juli als dünner Stängel mit Blütenständen da. Dazwischen liegen die Handgriffe, die entscheiden, ob du bis in den Oktober Blätter erntest oder bald Samen sammelst – beides kann gewollt sein. Ich ziehe mein Genoveser Basilikum jedes Jahr neu aus Samen vor und plane beim ersten Rückschnitt schon die StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. für den Nachwuchs mit ein. Dieser Artikel führt dich durch das Jahr: Anzucht, Auspflanzen, Pflege im Beet und im Topf, Vermehrung und die Frage, was im Herbst mit der Pflanze passiert.
Anzucht: Aussaat kurz gefasst und die Pflege der Sämlinge
Genoveser Basilikum ist ein Lichtkeimer: Säe ihn oberflächennah, 0–0,5 cm tief, und bedecke die Samen höchstens dünn mit Erde. Er keimt bei 15–22 °C in 7–25 Tagen; ins Freiland kommt die Saat von Mai bis Juni, drinnen ziehst du vor, wenn du früher Jungpflanzen willst. Substrat, Abdeckung, Rillen und Saatdichte im Detail stehen in dem Ratgeber dazu, wie du Genoveser Basilikum im Garten aussäst und pflanzt.
Sobald die KeimblätterKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. stehen, beginnt die Phase, in der sich kräftige von spindeligen Pflanzen trennen. Die Sämlinge brauchen jetzt viel Licht, aber keine pralle Mittagssonne hinter Glas, und eine gleichmäßig feuchte, nie nasse Erde. Befeuchte von unten, indem du die Schale kurz in Wasser stellst – so knicken die dünnen Stängel nicht um und das Laub bleibt trocken.
Pikiert wird, wenn sich die ersten echten Blätter über den Keimblättern zeigen. Ich pikiere die Sämlinge nicht einzeln, sondern zu kleinen Büscheln und setze sie dabei etwas tiefer als vorher. Fasse die Pflänzchen nur an den Keimblättern, nie am Stängel, und hebe sie mit einem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. aus der Erde. Vor dem Auspflanzen gewöhnst du die Jungpflanzen schrittweise an Außenluft und Sonne: erst schattig und windgeschützt draußen, dann länger und heller.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen der angebotenen Sorten brauchen Licht zum Keimen, deshalb nicht mit Erde bedecken.
Auspflanzen und Standort: Wo Genoveser Basilikum steht
Genoveser Basilikum will einen sonnigen, warmen und windgeschützten Platz; sonnig bis halbschattig verträgt es. Trotz seines mediterranen Rufs gehört es beim Gießen nicht zu den Trockenkünstlern, sondern will gleichmäßig feuchte Erde. Wie sich die Küchenkräuter nach Wasser- und Wärmeanspruch sortieren, liest du im Kräuter-Ratgeber unter den zwei Kräuter-Welten mediterran-trocken und frisch-feucht.
Die Pflanzzeit liegt etwa im Mai bis Juni, nach den letzten Frösten. Wähle einen bewölkten Tag oder den Abend, damit die Jungpflanzen nicht direkt in die Sonne kommen, und gieße gründlich an. Der Abstand richtet sich nach deiner Pflanzweise: Büschel aus mehreren Sämlingen enger, Einzelpflanzen weiter.
Für Basilikum gelten 10 bis 25 cm Pflanzabstand – pflanzweise- und sortenabhängig, Büschel enger, Einzelpflanzen weiter. Als Reihensystem im Beet passen 10 cm in der Reihe bei 20 cm Reihenabstand; wer Einzelpflanzen setzt, bleibt am oberen Ende der Spanne.
Im Beet stellst du Genoveser Basilikum gern zu Tomaten, Gurken, Kürbis oder Melonen – diese Partner gelten als gut. Unverträglich ist es dagegen mit den mediterranen Aromatikern Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano, Majoran, Bohnenkraut und Lavendel sowie mit Minze, Zitronenmelisse und Anisminze. Mischkultur unterstützt eine gesunde Kultur, sie garantiert nichts; am gleichen Platz gilt für Basilikum eine Anbaupause von 4 Jahren.
Pflege übers Jahr: Gießen, Düngen, Schneiden
Genoveser Basilikum zählt zu den StarkzehrernStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. unter den Kräutern – zusammen mit Borretsch und Liebstöckel eine Ausnahme vom Schwachzehrer-Grundsatz. Kompost zum Start trägt weit, als Faustzahl für Gartenpflanzen reichen 3 bis 5 l je Quadratmeter und Jahr; üppige Stickstoff- und Wassergaben lassen das Kraut schneller wachsen, aber flacher schmecken und weicher werden. Gegossen wird gleichmäßig, bevor die Pflanze schlappt, morgens und an den Fuß statt über das Blatt – die Grundsätze dazu stehen im Kräuter-Ratgeber unter Gießen, Düngen und Pflegen mit Maß.
Der eigentliche Pflegehandgriff bei Basilikum ist der Schnitt. Sobald die Pflanze mehrere Blattpaare hat, kappst du die Triebspitzen oberhalb eines Blattpaares; aus den BlattachselnDie Blattachsel ist der Winkel zwischen Blattstiel und Zweig oder Stängel, also die Stelle, an der ein Blatt am Spross ansetzt. Aus ihr wachsen häufig Seitentriebe, bei Tomaten etwa die Geiztriebe. darunter können zwei neue Triebe kommen, die Pflanze verzweigt sich. Ich zwicke die Triebspitzen oberhalb eines Blattpaares ab und drehe dabei die Blätter um, um die Unterseiten anzusehen. Die Blüte fällt bei Basilikum in den Juli; wer Blätter will, kappt Knospenansätze, sobald sie sichtbar werden, denn nach der Blüte verschiebt die Pflanze ihre Kraft in Blüte und Samen.
Die Pflanze ungeschnitten hochwachsen lassen und erst zur Blüte ernten. Ein einzelner Haupttrieb liefert wenig Blattmasse und blüht früh. Kappe von Anfang an oberhalb eines Blattpaares – so bleibt die Pflanze buschig und niedrig, und du hast bei jedem Schnitt Triebspitzen für die Küche.
Ernte ist bei Basilikum Pflege: Am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist, schneidest du ganze Triebe etwa eine Handbreit über dem Boden ab und lässt einige Blätter an der Pflanze; das Erntefenster reicht von Juni bis Oktober. Trocknen gelingt wegen der Schleimstoffe schlecht, kleingeschnittene Blätter in Eiswürfeln halten sich eingefroren bis zu einem Jahr. Wie du Genoveser Basilikum erntest, verarbeitest und lagerst, behandelt ein eigener Ratgeber.
Krankheiten und Schädlinge: vorbeugen statt eingreifen
Pflanzen, die mit viel Stickstoff und Wasser mastig gewachsen sind, sind anfälliger – dieser Grundsatz steht ebenfalls im Kräuter-Ratgeber. Gelbe, welkende Blätter trotz feuchter Erde können auf Wurzelfäule oder eine Welkekrankheit hindeuten, dunkle wässrige Flecken auf eine Blattfleckenkrankheit, feine Gespinste blattunterseits auf SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall.. Vorbeugen kannst du mit ausreichendem Abstand, trockenem Laub, Gießen am Morgen an den Fuß, dem Entfernen welker Blätter und der Anbaupause von 4 Jahren; leichten Blattlausbefall kann ein kräftiger Wasserstrahl bremsen.
Vermehrung: Stecklinge und eigenes Saatgut
Für Stecklinge nutzt du, was beim Schnitt ohnehin anfällt: Triebspitzen ohne Knospen, von denen du die unteren Blätter abstreifst. Ich schneide die Stecklinge unterhalb eines Blattpaares, streife die unteren Blätter ab und stelle sie ins Wasserglas an ein helles Fenster ohne pralle Sonne. Wechsle das Wasser, sobald es trüb wird, und topfe die Stecklinge, sobald Wurzeln sichtbar sind, in kleine Töpfe mit lockerer Erde. Anschließend behandelst du sie wie pikierte Sämlinge: hell, gleichmäßig feucht, vor dem Auspflanzen abhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten..
Setze im Sommer laufend Stecklinge nach. Aus einer Pflanze wird so ein Vorrat an jungen Pflanzen für Topf und Beet, ohne dass du erneut säen musst – und junge, ungeblühte Pflanzen liefern die Blätter, die du für die Küche willst.
Wer eigenes Saatgut möchte, lässt einige BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. nach der Juli-Blüte stehen und ausreifen, bis sie braun und trocken sind. Schneide sie ab, lass sie in einer Papiertüte nachtrocknen und reibe die Samen aus; Spelzen und Blütenreste siebst du aus. Das Saatgut lagerst du trocken, dunkel und kühl, beschriftet mit Sorte und Jahr. Gekauftes Basilikumsaatgut hat eine Keimrate von 80 %, und als Saatdichte gelten 30 Korn je laufenden Meter Reihe – an diesen Werten kannst du dich auch bei der Aussaat deiner eigenen Ernte orientieren, indem du etwas dichter säst und später ausdünnst.
Topfkultur und Saisonende: Balkon, Fensterbank, Herbst
Im Topf steht Genoveser Basilikum sonnig und warm, das Gefäß braucht ein Abzugsloch, und der Untersetzer wird geleert, damit keine Staunässe steht. Als Kulturstart eignen sich Mai, Juni und Juli, du kannst also bis in den Hochsommer nachsetzen. Ich gieße Topfbasilikum morgens am Fuß der Pflanze und fühle vorher mit dem Finger, ob die Erde oben abgetrocknet ist. Weil der Nährstoffvorrat im Topf begrenzt ist und Basilikum starkzehrend ist, düngst du im Laufe der Saison nach; hellere Blätter und stockendes Wachstum können auf Nährstoffmangel hindeuten. Was auf Balkon und Terrasse sonst zählt, steht im Ratgeber dazu, wie Genoveser Basilikum im Topf üppig wächst.
Mit dem ersten Frost ist die Freilandsaison vorbei: Basilikum ist nicht freiland-winterhart und wird hierzulande in der Regel einjährig kultiviert, auch wenn es je nach Kulturform mehrjährig leben kann. Wer eine Topfpflanze weiterkultivieren will, braucht dafür einen hellen, frostfreien Platz. Der einfachere Weg für die nächste Saison sind Stecklinge im Wasserglas oder das eigene Saatgut aus dem Sommer – und eine neue Aussaat, wenn es im Mai wieder warm wird.





