Beerenobst
Beerenobst anbauen: Standort, Boden, Pflanzen, Pflege, Gießen, Düngen, Pflanzenschutz, Ernte und Lagerung. Grundlagen mit Schwerpunkt Erdbeere.


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Erdbeeren pflanzen, gießen, pflücken: Von außen sieht Beerenobst nach der einfachsten Übung im Garten aus. Die Fragen kommen trotzdem jedes Jahr wieder. Wann wird gepflanzt, wann gesät? Bleibt das Laub nach der Ernte stehen oder wird es abgeschnitten? Wie viel Wasser und Dünger brauchen die Pflanzen, und was beugt faulenden Früchten vor? Auf dieser Seite habe ich das Grundlagenwissen aus meinen Beerenobst-Ratgebern gebündelt. Im Mittelpunkt steht die Erdbeere, weil die meisten Ratgeber von ihr handeln. Himbeeren, Heidelbeeren und andere Strauchbeeren kommen dort vor, wo für sie eigene Werte gelten. Die einzelnen Ratgeber vertiefen jedes Thema, hier steht das Gerüst dazu.
Die Erdbeere im Kurzporträt
Die Erdbeere (Gattung Fragaria) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Garten-Erdbeere ist eine mehrjährige, winterharte Pflanze, und der Beetplaner führt Erdbeeren als Dauerkultur. Ein Beet bleibt also mehrere Jahre am selben Platz. Mit 10 bis 30 cm Wuchshöhe und 20 bis 40 cm Wuchsbreite bleibt die Garten-Erdbeere niedrig, als Blütezeit ist Mai bis Oktober hinterlegt.
Für die Kultur zählen zwei Einstufungen aus dem Beetplaner: Die Erdbeere wurzelt flach und ist mittelzehrend. Daran richten sich Mulchen, Gießen und Düngen in den folgenden Abschnitten aus. Vermehrt wird die Garten-Erdbeere vegetativ, indem du Ausläufer abnimmst und umpflanzt. Manche Erdbeeren werden auch aus Samen gezogen, etwa die Monatserdbeere ‘Alexandria’. Angebaut wird die Garten-Erdbeere im Beet, als Beetrand oder in Gefäßen bis hin zur Ampel.
Standort: sonnig, geschützt und nicht zu windig
Erdbeeren brauchen für gesunde Pflanzen und ausreifende Früchte einen sonnigen Standort ohne zu starke Windeinwirkung, so beschreibt es die Bayerische Gartenakademie. Die art-genauen Angaben zur Garten-Erdbeere nennen ebenfalls einen sonnigen und geschützten Platz.
Beim Halbschatten gehen die Quellen auseinander. Der Beetplaner führt für Erdbeeren sonnig und halbschattig als Standort. Halbschatten ist ebenfalls möglich. Sonnig steht also in allen Angaben, Halbschatten nur in einem Teil davon.
Die zweite Standortfrage ist das Wasser im Boden. Staunasse Böden und Temperaturen über 25 °C bieten dem Erreger der Erdbeer-Rhizomfäule besonders günstige Entwicklungsbedingungen. Eine Stelle, an der nach Regen das Wasser steht, ist deshalb ein schlechter Platz für Erdbeeren. Wie du schweren Boden vorbereitest, steht im nächsten Abschnitt.
Boden: durchlässig, humos und je Beerenart mit eigenem pH-Wert
Für die Garten-Erdbeere wird ein nährstoffreicher, feuchter und gut durchlässiger Boden genannt, der Beetplaner führt Lehm als Bodenart. Beim pH-Wert eignet sich sauer bis neutral.
Schwerer Boden braucht Vorarbeit. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt für Erdbeeren, auf schweren Böden zwei bis drei Wochen vor dem Pflanzen 20 cm hohe Dämme aus humoser Erde vorzubereiten.
Andere Beerenarten haben eigene Ansprüche, auch beim pH-Wert. Für Himbeeren eignen sich nach der Gartenakademie Rheinland-Pfalz tiefgründige, humose Böden mit einem pH-Wert zwischen 5 und 6,5. Für ein Himbeer-Hügelbeet wird dort ein etwa 80 cm breiter Pflanzstreifen mit humoser Erde zu einem 30 bis 40 cm hohen Hügel aufgeschüttet. Für Kulturheidelbeeren im Kübel soll das Substrat einen pH-Wert von rund 4,0 bis 5,0 haben, so das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft.
Prüfe deshalb je Beerenart, welchen Boden sie braucht, und miss den pH-Wert vor dem Pflanzen. Ein eigener Ratgeber erklärt, was der pH-Wert für dein Beerenobst bedeutet.
Pflanzen und Aussäen: Termin, Abstand und Anzucht
Üblich ist die Pflanzung von Jungpflanzen, denn die Garten-Erdbeere wird vegetativ über Ausläufer vermehrt. Als Pflanzzeit für die Garten-Erdbeere ist Juli bis August hinterlegt. Direkt nach der Pflanzung werden Garten-Erdbeeren mit 0,5 bis 1 l Wasser je Pflanze angegossen.
Der Abstand ist ein System aus zwei Werten, und die Quellen liegen hier auseinander. In der Reihe nennen die art-genauen Angaben zur Garten-Erdbeere 20 bis 40 cm Pflanzabstand, der Beetplaner rechnet für Erdbeeren mit 30 cm Abstand in der Reihe. Beim Reihenabstand stehen 30 bis 60 cm in den art-genauen Angaben, der Beetplaner setzt 80 cm Reihenabstand an. Plane beide Werte zusammen und richte dich nach der Angabe zu deiner Sorte, wenn eine vorliegt.
Die Aussaat ist der zweite Weg und hat einen eigenen Kalender. Der Beetplaner nennt für Erdbeeren Januar, Februar und März als Kulturstartmonate. Dazu passt die Kulturanleitung des Herstellers für die Monatserdbeere ‘Alexandria’: Als Pillensaat wird diese Sorte von Januar bis März in Schalen vorgezogen, die Pillen bleiben unbedeckt. Bei 18 bis 22 °C braucht die Pillensaat der ‘Alexandria’ etwa 14 bis 28 Tage zum Keimen. Für die Garten-Erdbeere sind eine Saattiefe von 0 bis 0,5 cm und eine Keimdauer von 7 bis 28 Tagen hinterlegt.
Wann die Sämlinge ins Beet umziehen, sagt keiner dieser Werte. Die Pflanzzeit Juli bis August lässt sich nicht ungeprüft auf Sämlinge aus der Aussaat von Januar bis März übertragen. Halte dich dafür an die Saatgut-Tüte deiner Sorte und lies nach, wie du Erdbeerpflanzen aus Samen anziehst. Für die Planung gibt es den Aussaatkalender für Beerenobst zum Ausdrucken.
Pflege: Mulchen, Ausläufer und Laubschnitt
Die Pflege der Garten-Erdbeere besteht aus wenigen Handgriffen: überzählige Ausläufer entfernen, alte Blätter zurückschneiden und rechtzeitig mulchen.
Gemulcht wird bei Erdbeeren mit Stroh. Untergelegt wird es kurz vor bis während der Blüte, um Fruchtverschmutzung und Grauschimmelbefall zu vermindern. Ich lege das Stroh aus, sobald sich die ersten Blüten öffnen, und schiebe es dicht unter die Fruchtstände. Ein eigener Ratgeber zeigt, wie du im Beerenobstgarten mulchst.
Beim Laubschnitt unterscheidet die Bayerische Gartenakademie nach dem Erdbeertyp: Für einmaltragende Erdbeeren gilt eine andere Regel als für remontierende Erdbeeren und Monatserdbeeren.
Das Laub aller Erdbeeren nach der Ernte abschneiden. Bei einmaltragenden Erdbeeren wird das Laub nach der ersten Sommerernte etwa 5 cm über dem Boden abgeschnitten. Bei remontierenden Erdbeeren und den Monatserdbeeren ‘Rügen’ und ‘Alexandria’ bleibt das Laub im Sommer ungeschnitten. Sieh deshalb zuerst auf dem Pflanzetikett oder in der Sortenbeschreibung nach, welchen Typ du im Beet hast.
Strauchbeeren haben eigene Schnittregeln. Ein Beispiel sind Herbsthimbeeren: Bei ausschließlicher Herbsternte werden die Ruten im Winter vollständig bis auf etwa 3 cm über dem Boden zurückgeschnitten, weil an den neuen Ruten geerntet wird. Die Angabe stammt von der Gartenakademie Rheinland-Pfalz.
Gießen: anwachsen lassen und Trockenphasen überbrücken
Erdbeeren wurzeln flach, und für die Garten-Erdbeere wird ein feuchter, gut durchlässiger Boden genannt. Für zwei Phasen gibt es bei der Erdbeere Richtwerte. Die erste ist das Anwachsen: Direkt nach der Pflanzung bekommen Garten-Erdbeeren 0,5 bis 1 l Wasser je Pflanze. Die zweite liegt im Sommer: Für Erdbeer-Neupflanzungen ab Ende Juli und nach dem sommerlichen Laubschnitt für das zweite Kulturjahr empfiehlt die Bayerische Gartenakademie bei entsprechendem Wasserbedarf zwei bis drei Gießgänge pro Woche.
Für Strauchbeeren nennt dieselbe Quelle eigene Werte. Himbeeren, Heidelbeeren und Kiwibeeren erhalten bei Trockenheit ab Mitte bis Ende Mai bis zum Ernteende etwa zweimal wöchentlich jeweils 5 bis 8 l Wasser je m².
Ein kurzer Regen nach trockenen Wochen ersetzt das Gießen nicht ganz. Nach einer Trockenphase können geringe Niederschläge von 5 bis 7 l/m² bei Beerenobst durch Gießen auf insgesamt 15 l/m² ergänzt werden, so die Gartenakademie. Ein Regenmesser im Beet zeigt dir, wie viel Wasser tatsächlich gefallen ist.
Ich gieße an den Fuß der Pflanzen und prüfe vorher mit dem Finger, wie feucht die Erde unter dem Mulch ist. Der Ratgeber zur Bewässerung vertieft, wie viel Wasser Erdbeerpflanzen brauchen.
Düngen: zurückhaltend, organisch und zum passenden Zeitpunkt
Der Beetplaner stuft Erdbeeren als mittelzehrend ein, und die Empfehlung für die Garten-Erdbeere ist zurückhaltend: Auf gutem, regelmäßig gemulchtem Boden ist meist keine Zusatzdüngung nötig. Einen vermuteten Mangel klärst du gezielt ab, zum Beispiel mit der Bodenanalyse aus dem nächsten Abschnitt, statt auf Verdacht zu düngen.
Für Erdbeerbeete nennt die Bayerische Gartenakademie organische Gaben zu festen Zeitpunkten. Vor einer Erdbeer-Neupflanzung können bei passender Bodenversorgung 3 bis 5 l reifer Kompost je m² ausgebracht werden. Ebenfalls vor der Neupflanzung werden etwa 35 g Hornmehl je m² leicht eingearbeitet. Im Frühjahr ist auf leichten Böden oder bei schwachem Erdbeerbestand eine Gabe von 15 g Hornmehl je m² vorgesehen. Im Folgejahr werden nach der Erdbeerernte im Juli 30 bis 45 g Hornmehl je m² als einmalige Gabe leicht eingearbeitet.
Im Gefäß gilt eine andere Regel: Kübelpflanzen werden versorgt und ab der Bildung der ersten Blütenknospen kaliumbetont gedüngt. Der Dünge-Ratgeber zeigt im Einzelnen, wie du Erdbeeren richtig düngst.
Nachhaltig düngen: erst messen, dann anrechnen
Nachhaltig düngen heißt im Beerenbeet: nur geben, was der Boden nicht schon hat. Grundlage ist eine Bodenanalyse, die zeigt, wie dein Boden mit Phosphor, Kalium und Magnesium versorgt ist. Die folgenden Regeln stammen aus der Empfehlung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zum Düngen nach Bedarf in Haus- und Kleingärten.
Die Düngermenge richtet sich nach der Gehaltsklasse des Bodens. Bei hoher Versorgung wird die übliche Empfehlung für den betroffenen Nährstoff gekürzt, bei sehr hoher oder überhöhter Versorgung entfällt sie. Organische Gaben rechnest du an: Nährstoffbeiträge aus Kompost, Stallmist und Gründüngung werden von der zusätzlich benötigten Düngermenge abgezogen. Auch Kompost hat eine Grenze. Liegt der gemessene pH-Wert über dem Zielbereich, der für Bodenart und Beerenkultur geeignet ist, werden weder Kalk noch kalkhaltige Dünger oder Kompost ausgebracht.
Die Gehaltsklasse ordnet das Ergebnis einer Bodenanalyse ein. Bei hoher Bodenversorgung der Gehaltsklasse D wird die übliche Düngeempfehlung für den betroffenen Nährstoff, also Phosphor, Kalium oder Magnesium, mit dem Faktor 0,5 korrigiert. Bei sehr hoher oder überhöhter Bodenversorgung der Gehaltsklasse E oder F beträgt der Düngefaktor für diesen Nährstoff 0.
Für das Erdbeerbeet passt das zur Empfehlung aus dem Abschnitt Düngen: Kompost vor der Neupflanzung ist an eine passende Bodenversorgung gebunden. Der Ratgeber zum Thema zeigt, wie nachhaltige Düngung im Beerenbeet aussieht.
Krankheiten und Schädlinge: vorbeugen, kontrollieren, absammeln
Pflanzenschutz im Beerenbeet folgt einer Reihenfolge: vorbeugen über Standort und befallsfreie Jungpflanzen, dann zur passenden Zeit kontrollieren, dann mechanisch eingreifen. Mittel und Dosierungen gehören nicht auf eine Übersichtsseite.
Bei zwei Krankheiten der Erdbeere sind die Bedingungen beschrieben, die den Erreger begünstigen. Grauschimmelsporen finden an Erdbeeren bei 15 bis 20 °C Lufttemperatur und hoher Luftfeuchtigkeit besonders gute Keimbedingungen. Dem Erreger der Erdbeer-Rhizomfäule bieten staunasse Böden und Temperaturen über 25 °C besonders günstige Entwicklungsbedingungen. Beide Angaben stammen von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft.
Für die Schädlinge der Erdbeere nennt dieselbe Quelle Zeitfenster. Der Erdbeerblütenstecher beginnt ab 18 °C mit der Eiablage, weshalb die Knospen kurz vor Blühbeginn auf Käfer kontrolliert werden. Erdbeermilben vermehren sich besonders stark im Juli und August. Der Gefurchte Dickmaulrüssler schlüpft an Erdbeeren überwiegend von Anfang Juli bis Anfang August. Gegen Milben und Dickmaulrüssler ist dieselbe Vorbeugung genannt: befallsfreie Jungpflanzen.
An Strauchbeeren kommen weitere Schädlinge dazu. Himbeerkäfer werden nach der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen ab dem ersten Auftreten Ende April bis Anfang Mai bevorzugt frühmorgens von den Ruten auf untergelegte Tücher abgeklopft und abgesammelt. Zum Schutz gefährdeter Beerenkulturen vor Kirschessigfliegen eignen sich nach der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft Netze mit 0,8 mm Maschenweite, die vor dem Einwandern der Fliegen angebracht werden. Als Zeitpunkt nennt die Bayerische Gartenakademie: Bei gefährdeten Beerensträuchern werden Insektenschutznetze etwa drei bis vier Wochen vor der Fruchtreife dicht schließend aufgelegt.
Schadbilder beschreibt diese Übersicht nicht. Der Fachratgeber zeigt, woran du Krankheiten und Schädlinge an Erdbeerpflanzen erkennst.
Topf, Ampel und Kübel: Beerenobst auf Balkon und Terrasse
Die Garten-Erdbeere lässt sich in Gefäßen kultivieren, Ampeln eingeschlossen, und passt damit auch auf Balkon und Terrasse. Als Substrat im Gefäß eignet sich torffreie Universalerde.
Bei der Versorgung unterscheidet sich das Gefäß vom Beet. Im Beet ist auf gutem, regelmäßig gemulchtem Boden meist keine Zusatzdüngung nötig. Kübelpflanzen werden dagegen versorgt und ab der Bildung der ersten Blütenknospen kaliumbetont gedüngt.
Für das Gießen von Obststräuchern im Kübel beschreibt das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft eine einfache Probe: Sind die oberen 3 bis 5 cm des Substrats trocken, wird gründlich gewässert, und das Wasser muss frei ablaufen können. Ein Abzugsloch im Topfboden ist dafür die Voraussetzung. Wer Kulturheidelbeeren im Kübel zieht, braucht außerdem das saure Substrat aus dem Abschnitt zum Boden.
Der Ratgeber zur Topfkultur zeigt, was Erdbeeren im Topf auf Balkon und Terrasse brauchen.
Ernte: Erntefenster und Reifezeichen
Als Erntemonate für die Erdbeere nennt der Beetplaner Mai, Juni und Juli, und auch die art-genaue Erntezeit der Garten-Erdbeere reicht von Mai bis Juli. Wann es im einzelnen Beet losgeht, hängt an Sorte und Anbauweise. Geschützter Anbau kann die Ernte verfrühen. Bei Frigopflanzen, also kühl gelagerten Erdbeer-Jungpflanzen, beginnt die Ernte je nach Pflanztermin acht bis zehn Wochen nach der Pflanzung.
Gepflückt wird nach dem Aussehen der Frucht. Bei rotfrüchtigen Erdbeersorten sind vollständig rote, glänzende Früchte mit frischen grünen Kelchblättern geeignete Reife- und Frischezeichen. Beschrieben ist dieses Zeichen ausdrücklich für rotfrüchtige Sorten.
Ich pflücke Erdbeeren mit Kelch und einem Stück Stiel und lege sie flach in eine Schale. Der Ernte-Ratgeber vertieft, wie du Erdbeeren erntest und lagerst.
Lagern und sicher essen: kühl, kurz und ohne Schimmel
Erdbeeren sind keine Lagerware. Einwandfreie Erdbeeren halten sich mit Stiel und Kelchblättern, ungewaschen und abgedeckt, an einem kühlen Ort oder im Gemüsefach bis zu zwei Tage. Beschädigte oder schimmelige Früchte sortierst du vorher aus. Ich gehe die Schale gleich nach dem Pflücken durch und nehme jede gedrückte Frucht heraus, bevor der Rest ins Gemüsefach kommt.
Schimmelige Erdbeeren werden vollständig entsorgt. Es reicht nicht aus, die sichtbare Schimmelstelle wegzuschneiden.
Für Beeren insgesamt gelten weitere Sicherheitshinweise. Tiefkühlbeeren sollten vor dem Verzehr auf etwa 90 °C erhitzt werden, um auch hitzeresistente Viren zu inaktivieren, so das Bundesinstitut für Risikobewertung. Schwarze Holunderbeeren dürfen nicht roh gegessen werden, weil die Samen reifer Früchte und unreife Früchte Sambunigrin enthalten, aus dem im Körper Blausäure entstehen kann. Bei Menschen mit Birkenpollenallergie können auch Erdbeeren allergische Kreuzreaktionen auslösen. Dieser Hinweis gilt für diese Gruppe und ist keine Aussage über alle Beeren. Fragen dazu gehören in die Arztpraxis.
Sorten und Typen: einmaltragend, remontierend, Monatserdbeere
Bei Erdbeeren lohnt zuerst die Frage nach dem Typ, weil die Pflege daran hängt. Unterschieden werden einmaltragende Erdbeeren, remontierende Erdbeeren, die auch mehrmalstragend heißen, und Monatserdbeeren wie ‘Rügen’ und ‘Alexandria’. Der Typ entscheidet zum Beispiel über den Laubschnitt im Sommer, wie im Abschnitt zur Pflege beschrieben.
Sorten unterscheiden sich außerdem in der Reifezeit. Im Sortenvergleich der LVWO Weinsberg für den Hausgarten dient die frühe Sorte ‘Rumba’ als Bezug. Die späte Sorte ‘Florence’ ist dort etwa 12 Tage nach ‘Rumba’ eingeordnet, die sehr späte Sorte ‘Malwina’ etwa 21 Tage nach ‘Rumba’. Mit der Sortenwahl verschiebt sich also die Reifezeit. Für die remontierende Sorte ‘Mara des Bois’ reicht das mögliche Erntefenster von Mai bis Oktober.
Einzelne Sorten mit ihren Eigenschaften stellt die Sortenübersicht vor. Dort liest du, welche Erdbeersorten sich für den Hausgarten eignen.
Fruchtfolge und Mischkultur
Erdbeeren sind eine Dauerkultur, aber irgendwann wird das Beet neu angelegt. Für die Zeit danach nennen die Quellen übereinstimmend eine Anbaupause von 4 Jahren: Der Beetplaner rechnet für Erdbeeren damit, und die art-genaue Fruchtwechselpause der Garten-Erdbeere beträgt ebenfalls 4 Jahre. Neue Erdbeeren kommen in dieser Zeit also auf eine andere Fläche.
Wie lange ein Bestand stehen kann, ist für ein Verfahren beziffert: die Erdbeerwiese, bei der die Pflanzen flächig statt in Reihen wachsen. Mit geeigneten Sorten wie ‘Florika’ oder ‘Spadeka’ kann eine Erdbeerwiese nach der Bayerischen Gartenakademie sechs bis acht Jahre kultiviert werden.
Als gute Mischkulturpartner für Erdbeeren führt die Mischkultur-Matrix Zwiebeln, Borretsch, Prunkbohnen und Spinat. Als unverträglicher Nachbar steht dort die Pimpinelle, auch Kleiner Wiesenknopf genannt. Mischkultur kann unterstützen, eine Zusage ist sie nicht. Eine geplante Kombination prüfst du im Mischkultur-Planer.
Zum Vertiefen: die Beerenobst-Ratgeber
Das war das Fundament – für jedes Thema findest du hier den vertiefenden Ratgeber:
- Pflege & Düngen: Bewässerung von Erdbeerpflanzen, Beerensträucher richtig düngen für optimale Ernte, Mulchen im Beerenobstgarten, alle 11 Ratgeber zu Pflege & Düngen ↓
- Sorten & Auswahl: die besten Erdbeersorten für den Hausgarten
- Anzucht & Aussaat: Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Anzucht von Erdbeerpflanzen aus Samen, Bodenvorbereitung für Erdbeeren
- Krankheiten & Schädlinge: Krankheiten und Schädlinge bei Erdbeerpflanzen erkennen und bekämpfen, Biologischer Pflanzenschutz im Beerenobstgarten
- Rezepte & Verwendung: Erdbeer-Rezepte für die ganze Familie
- Wissen & Sonstiges: Erdbeeren und Bienen
- Ernten & Lagern: Ernte und Lagerung von Erdbeeren
- Planen und drucken: der Beetplaner, der Aussaatkalender zum Ausdrucken, der Mischkultur-Planer
Anzucht & Aussaat
6 Ratgeber
Erdbeeren aussäen: Wann, wie warm und was tun, wenn nichts keimt
Boden für Erdbeeren vorbereiten: von der Bodenprobe bis zum Damm
Erdbeeren aus Samen ziehen: Schritt für Schritt von der Schale bis ins Beet
Bio-Erdbeeren anbauen: robuste Sorten, Nützlinge, Mischkultur und Zertifizierung
Erdbeeranbau im Klimawandel: So passt du dein Beet an Hitze, Trockenheit und Starkregen an
Erdbeeren im Topf: Sorten, Erde und Winterschutz für Balkon und Terrasse
Pflege & Düngen
11 Ratgeber
Mulchen im Beerenobstgarten: Material, Schichtdicke und Zeitpunkt je Beerenart
Beerendünger richtig einsetzen: Auswahl, Zeitpunkt und Gießen
pH-Wert für Beerenobst: Zielwerte je Art, richtig messen und für Heidelbeeren senken
Beerensträucher düngen: dein Saisonplan mit Mengen je Strauchart
Erdbeeren düngen: der Plan von der Pflanzung bis nach der Ernte
Brauchen Erdbeeren viel Wasser? Gießen nach Phase, Regen und Boden
Kompost für Beerenobst: ansetzen, Reife prüfen und was Heidelbeeren brauchen
Beeren nachhaltig düngen: Boden aufbauen, Auswaschung vermeiden
Beerenerde selber machen: die richtige Erde für jede Beerenart in Beet und Kübel
Erdbeeren pflanzen und pflegen: dein Erdbeerbeet durchs ganze Jahr
Beerendüngung und Fruchtqualität: wann düngen und warum zu viel Stickstoff schadet
Ernten & Lagern
1 RatgeberSorten & Auswahl
1 RatgeberKrankheiten & Schädlinge
2 RatgeberRezepte & Verwendung
1 RatgeberWissen & Sonstiges
3 Ratgeber
Häufige Fragen
Wann pflanze ich Erdbeeren?
Wie viel Wasser brauchen Erdbeeren?
Muss ich Erdbeeren düngen?
Schneide ich das Laub der Erdbeeren nach der Ernte ab?
Wann lege ich Stroh unter die Erdbeeren?
Wie lange halten sich frische Erdbeeren?
Klingt im Wind ein Wiegenlied,
Sonne warm herniedersieht,
Seine Aehren senkt das Korn,
Rothe Beere schwillt am Dorn,
Schwer von Segen ist die Flur –
Junge Frau, was sinnst du nur?







