Obst · Obst & Obstgehölze · Anbau

Obstbäume in der Permakultur: Unterpflanzung, Gilden und Zonen planen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Beobachte die Fläche möglichst über alle Jahreszeiten und vergleiche mehrere Varianten, bevor du Arten und Sorten festlegst.
  • Zonen ordnen den Garten nach Pflegewegen: Kübelobst und Spaliere ans Haus, großkronige Hochstämme nach hinten.
  • Bei jungen Bäumen beginnt die Unterpflanzung am Rand der bewuchsfreien Baumscheibe und nicht am Stamm.
  • Im lichten Waldgarten stehen die kleineren Bäume auf der Südseite, der Abstand richtet sich nach den Endhöhen.
  • Eine Gilde schließt den Nährstoffkreislauf nicht allein, denn mit jeder Ernte verlassen Nährstoffe den Garten.

Ein Obstbaum steht viele Jahre am selben Platz, und alles, was du unter ihn pflanzt, teilt sich mit ihm Wasser, Licht und Nährstoffe. Sitzt die Unterpflanzung zu früh und zu dicht am Stamm, kann sie dem jungen Baum Wasser nehmen, statt ihn zu unterstützen. Ich zeichne deshalb erst den Plan und hole danach den Spaten.

In der Permakultur ordnest du Obstbäume in drei Planungsschritten. Zonen legen fest, wo ein Baum steht, und Gilden beschreiben, was um ihn herum wächst. Schichten regeln, wie hohe und niedrige Pflanzen sich das Licht teilen.

Was heißt Permakultur im Obstgarten?

Permakultur plant den Garten nach dem Vorbild natürlicher Lebensgemeinschaften. Jede Pflanze bekommt einen Platz, an dem sie mehr als eine Aufgabe erfüllt. Der Obstbaum liefert Früchte, spendet Schatten und gibt mit seiner Größe vor, was neben ihm noch wachsen kann.

Erwarte von den Pflanzpartnern Unterstützung und keine Garantie. Was eine Mischkultur an einem Standort bringt, zeigt sich unter anderen Bedingungen nicht unbedingt genauso. Plane deshalb so, dass dein Baum auch ohne den erhofften Zusatznutzen gut versorgt ist.

Kurz erklärt

Eine Gilde ist eine Pflanzengemeinschaft rund um einen Obstbaum. Jede Art übernimmt darin eine Aufgabe, zum Beispiel den Boden bedecken, Blüten für Insekten liefern oder Stickstoff sammeln.

Wie fange ich die Planung an?

Beobachte die Fläche möglichst während aller Jahreszeiten, bevor du etwas festlegst. Dazu gehört der Sonnenverlauf im Sommer und im Winter, weil der Schatten von Haus und Nachbarbäumen übers Jahr wandert. Ich gehe meinen Garten zu jeder Jahreszeit ab und trage Schatten, nasse Stellen und meine üblichen Wege in eine Skizze ein.

Danach vergleichst du mehrere räumliche Varianten miteinander. Arten und Sorten legst du erst im Detail fest, wenn die Anordnung steht. Für die Flächen zwischen den Bäumen hilft dir der Beetplaner, in dem du deine Beete anordnest.

Häufiger Fehler

Erst die Sorte kaufen und danach einen Platz suchen. Lege zuerst die Anordnung fest und wähle dann Art, Sorte und Unterlage, die zu diesem Platz passen.

Zwei Angaben brauchst du für jede Variante. Die erste ist die Endgröße, denn bei veredelten Obstbäumen bestimmt die Unterlage wesentlich, wie groß der Baum später wird. Die zweite ist der Befruchter: Apfel- und Birnbäume brauchen in der Regel eine passende andere Sorte, die auch in der Nachbarschaft stehen kann.

Mini-Checkliste

Sonnenverlauf im Sommer und im Winter notiert. Oft genutzte Wege eingezeichnet. Mehrere Varianten verglichen. Unterlage und Endgröße für jeden Baum geklärt. Befruchtersorte für Apfel und Birne eingeplant.

Zonen: Welcher Obstbaum gehört wohin?

Das Zonen-Prinzip ordnet den Garten nach Pflegewegen. Was du häufig betreust, steht nah an den Orten, an denen du dich regelmäßig aufhältst, damit die Wege kurz bleiben. Die Permakultur zählt diese Zonen vom Haus nach außen durch.

Frage dich bei jedem Obstgehölz, wie oft du hinmusst. Kübelobst gießt du durchdringend, wenn die oberen 3–5 cm des Substrats trocken sind, und das prüfst du mit dem Finger. Kleine Obstbaumformen und Wandspaliere deckst du bei drohendem Spätfrost mit Vlies ab. Bei jungen Bäumen kontrollierst du außerdem mehrmals im Jahr Anbindung und Verbissschutz.

Apfelbäume auf schwachen Unterlagen wie M9 brauchen zeitlebens eine Stütze, weil sie nicht standfest genug sind. Die schwachen Apfelunterlagen eignen sich für Buschbäume, Spindelbüsche und kleine Spaliere. Diese kleinen Apfelbäume brauchen also dauerhaft eine Stütze, und kleine Baumformen kannst du bei Spätfrost abdecken. Beides spricht für einen Platz nah am Haus.

Lage im Garten Was dort steht Was du einplanst
Am Haus, an Terrasse und Hauswand Kübelobst, Wandspalier Gießkontrolle am Substrat, Vlies bei drohendem Spätfrost
An Wegen, die du oft gehst Apfelspindeln auf M9 oder gegebenenfalls M26, Beerensträucher im Hausgarten 2 m Abstand in der Reihe und 3,5 m Reihenabstand für die Spindeln, dazu eine Stütze auf Lebenszeit
Im hinteren Garten Apfelhochstämme auf Sämlingsunterlagen im Hausgarten 10 m Abstand in der Reihe und 10 m Reihenabstand
Am Rand Windschutzhecke, Wildobst wie Aronia und Kornelkirsche Schutz vor Wind und eine späte Ernte

Die Abstände empfiehlt die Fachstelle für Obst und Beeren am INFORAMA für den Hausgarten. Die Werte gelten für genau diese Baumform und Unterlage und nicht für Obstbäume allgemein.

Hast du wenig Platz, besteht dein Obstgarten vielleicht nur aus der Lage am Haus. Für kleinwüchsige Obstgehölze im Kübel sind mindestens 20 l Gefäßvolumen vorgesehen. Vorzugsweise nimmst du 50–70 l.

Soll ein Baum vor allem den Sitzplatz beschatten, planst du ihn als Gestaltungselement. Dazu passt der Ratgeber, welche Obstbäume sich als Schattenspender eignen und was das Nachbarrecht dabei bedeutet.

Unterpflanzung von Obstbäumen in der Permakultur: So baust du eine Gilde auf

Für die Unterpflanzung von Obstbäumen gilt in der Permakultur eine feste Reihenfolge: erst die Aufgabe, dann die Pflanze, dann der Abstand zum Stamm. Überlege zuerst, was dem Baum an diesem Platz fehlt, und suche danach die Arten aus.

Welche Aufgaben übernehmen die Pflanzen?

Aufgabe Beispiele Was du dazu wissen musst
Stickstoff sammeln Leguminosen wie Lupinen Die Symbiose mit Knöllchenbakterien kann den Boden zusätzlich mit Stickstoff anreichern. Die Bakterien gehen sie nur mit jeweils passenden Leguminosenarten ein.
Gegenspieler von Schädlingen fördern mehrjährige Blühstreifen Blühstreifen bieten natürlichen Gegenspielern Schutz und Nahrung.
Boden bedecken Erdbeeren, niedrige Kräuter Jede Bodendecke braucht selbst Wasser. Bei jungen Bäumen zählt deshalb der Abstand zum Stamm.
Zweite Ernte liefern Johannis- und Stachelbeeren, Rhabarber Auch diese Pflanzen brauchen Wasser und Nährstoffe, Rhabarber ist ein Starkzehrer.

Knoblauch, Ringelblumen und Lavendel stehen in vielen Gilden-Plänen. Diesen Pflanzen wird nachgesagt, Schädlinge vom Baum fernzuhalten. Verlass dich darauf nicht und pflanze sie als Ergänzung, nicht als Schutzmaßnahme. Welche Art zu welchem Baum passt, steht im Ratgeber dazu, welche Begleitpflanzen sich mit welcher Obstart vertragen. Einzelne Pflanzpartner kannst du vorab im Mischkultur-Werkzeug auf gute und schlechte Nachbarn prüfen.

Wie nah darf die Unterpflanzung an den Stamm?

Junge Obstbäume brauchen den Boden um den Stamm zunächst für sich. Vor allem jungen oder schwachwurzelnden Bäumen hilft bei Trockenheit eine bewuchsfreie Baumscheibe von 1–2 m Durchmesser. Bei jungen Streuobstbäumen unterstützt es das Anwachsen, wenn die Baumscheibe mindestens 5 Jahre bewuchsfrei bleibt. Beides zusammen heißt: In den ersten Jahren beginnt deine Gilde am Rand der Baumscheibe und nicht am Stamm.

Ich lasse die Scheibe bei jungen Bäumen frei und setze die ersten Begleiter als Ring außen herum.

Welche Beeren und Stauden passen in die Gilde?

Johannis- und Stachelbeeren bilden die Strauchschicht neben dem Baum, und Johannisbeeren vertragen auch leichten Halbschatten.

Rhabarber verträgt leichten Schatten, kräftige Stiele bringt er aber an einem sonnigen Platz. Während des Wachstums braucht er ausreichend Wasser, außerdem begünstigen Schattenlagen Blattflecken. Gib ihm deshalb den sonnigen Rand der Gilde und einen Platz, den er langfristig behalten kann. Verwendet werden nur die Stiele, Blätter und Blattansätze entfernst du vor der Zubereitung.

Heidelbeeren brauchen im Boden einen pH-Wert von 4,5–5,0. Für Kern- und Steinobst liegt der Bereich auf mittelschweren Böden bei 6,0–6,5. Auf einem solchen Boden passen beide nicht in dieselbe Gilde, und die Heidelbeere bekommt besser einen eigenen Kübel mit saurem Substrat.

Am Rand ist Platz für Wildobst. Aronia ist selbstfruchtbar, eine einzelne Pflanze kann also Früchte bilden. Beim zweihäusigen Sanddorn brauchst du für den Fruchtansatz männliche und weibliche Pflanzen. Kornelkirschen vertragen Trockenheit und bevorzugen kalkhaltige Böden. Die Ernte reicht mit diesen Arten bis in den Herbst: Aroniabeeren pflückst du je nach Reife ab Mitte August bis Oktober, Kornelkirschen im September und Oktober.

Schichten: Wie kommt genug Licht nach unten?

Mehrschichtiger Anbau nutzt die Fläche in mehreren Höhen. Ein Waldgarten kann hohe und niedrige Obstbäume mit Beerensträuchern, Kletterpflanzen, Bodendeckern und unterirdisch genutzten Pflanzen kombinieren.

Schicht Beispiel Planungshinweis
Hohe Obstbäume Apfelhochstamm auf Sämlingsunterlage stehen von Süden gesehen hinter den kleineren Bäumen
Niedrige Obstbäume Buschbaum, Spindelbusch gehören auf die Südseite
Beerensträucher Johannisbeere, Stachelbeere als Busch erzogen mit etwa 1–1,3 m Abstand
Kletterpflanzen Kiwibeere bekommt ein eigenes Gerüst am Rand
Stauden Rhabarber Pflanzabstand 150 cm, Reihenabstand 130 cm, sonniger Platz
Bodendecker Erdbeeren bei jungen Bäumen außerhalb der Baumscheibe
Unterirdisch genutzte Pflanzen Knoblauch an einem Platz, an dem du zum Ernten graben kannst

Für einen lichten essbaren Waldgarten ordnest du die kleineren Bäume auf der Südseite an. Die hohen Bäume werfen ihren Schatten dann nicht auf die niedrigen.

Den Abstand leitest du aus den Endhöhen ab. Als Planungsregel für einen lichten Waldgarten mit Unterpflanzung stehen zwei Bäume mindestens so weit auseinander, wie beide ausgewachsen zusammen hoch werden. Die Endhöhe hängt bei veredelten Bäumen wesentlich von der Unterlage ab, und der Abstand folgt der Endhöhe. Die Unterlage entscheidet damit auch, wie viele Bäume auf deine Fläche passen.

Licht für die Unterpflanzung holst du über den Abstand und nicht über einen starken Schnitt. Bei Apfelbäumen erhöht ein zu starkes Auslichten der Krone das Sonnenbrandrisiko der Früchte, weil schützende Blätter fehlen.

Marias Erfahrung

Ich stecke jeden geplanten Baum mit einem Stab ab und spanne Schnüre für die Abstände. Danach gehe ich die Fläche mit der Schubkarre ab und sehe, ob ich später noch an jeden Stamm komme.

Nährstoffe und Wasser: Was leistet der Kreislauf?

Leguminosen können als natürliche Stickstofflieferanten den Nährstoffkreislauf ergänzen. Mit jeder Ernte verlassen aber Nährstoffe den Garten, und Apfel und Birne brauchen neben Stickstoff auch Phosphor, Kalium und Magnesium. Eine Gilde allein schließt den Kreislauf also nicht.

Mythos-Check

„Ein Permakultur-Obstgarten versorgt sich selbst.” So stimmt das nicht. Selbst ökologische Obstbaubetriebe können auf ergänzende Nährstoffzufuhr angewiesen sein, weil die Ernte Nährstoffe aus dem Kreislauf nimmt.

Den Ausgleich schaffst du mit Kompost. Für Obstbäume und Beerensträucher in den ersten Standjahren werden jährlich 1–1,5 l reifer Kompost je Pflanze empfohlen, das deckt den Bedarf an Phosphor und Kalium. Den Kompost harkst du vorzugsweise zum Austrieb im Frühjahr oberflächennah ein und vergräbst ihn nicht.

Mehr ist dabei nicht besser. Obstbäume und Obststräucher versorgst du nur mäßig mit Stickstoff, weil ein Überschuss die Triebe zulasten von Blüten und Früchten fördert. Auch organische Dünger können im Hausgarten eine Überversorgung verursachen.

Laub und gesundes Schnittgut bleiben als Kompost im Garten. Kranke Pflanzenteile gehören nicht auf einen kleinen Gartenkompost, weil die Rottewärme die Erreger dort meist nicht zuverlässig abtötet. Verschimmeltes Fallobst entsorgst du und verarbeitest es nicht mehr, denn Erhitzen beseitigt mögliche Mykotoxine nicht zuverlässig.

Wie plane ich das Wasser ein?

Plane zuerst die Speicher und danach die Verteilung. Zisternen können Regenwasser ganzjährig speichern, oberirdische Regentonnen entleerst du vor dem Frost. Dünne Schichten organischen Mulchs halten die Bodenfeuchte länger und verringern die Wasserkonkurrenz durch Beikräuter.

Zahl im Blick

Als Orientierung für Trockenphasen dient eine wöchentliche Gabe von etwa 10–15 l je kleinem Obstbaum oder Beerenstrauch und etwa 50 l je großkronigem älterem Baum. Daran schätzt du ab, was dein Regenwasserspeicher für eine trockene Woche vorhalten muss.

Gieße möglichst morgens und bodennah, damit vor allem der Wurzelraum Wasser bekommt und das Laub wenig benetzt wird. Ich steche vor dem nächsten Gießen mit dem Spaten nach, wie tief der Boden feucht ist. Welke Blätter allein sagen dir das nicht, denn sie treten bei Wassermangel und bei geschädigten Wurzeln in nassem Boden auf. Auch eine automatische Bewässerung prüfst du regelmäßig an der tatsächlichen Bodenfeuchte und stellst sie bei Wetteränderungen nach.

Praxisbeispiele: Was zeigen Planungen und Versuche?

Parzelle Mülacker: Obst, Wasser und Windschutz in einem Plan

Die dokumentierte Planung der Parzelle Mülacker verbindet eine Obstanlage mit einem Wasserspeicherteich, Windschutzhecken und weiteren Anbauflächen. Die Bäume sind dort ein Teil des Plans und nicht der ganze Plan. Für deinen Garten heißt das: Lege Wasserspeicher und Windschutz fest, bevor du die Baumstandorte einzeichnest.

EcoOrchard: Blühstreifen neben Apfelbäumen

Im europäischen EcoOrchard-Freilandversuch standen Blühstreifen neben Apfelbäumen. Die Fruchtschäden durch die Mehlige Apfelblattlaus fielen an diesen Bäumen um 15 % geringer aus als in den Kontrollparzellen. Die Schäden gingen also zurück, verschwunden sind sie nicht.

LWG-Versuch: Untersaat unter jungen Apfelbäumen

In einem LWG-Versuch wuchsen Untersaaten unter jungen Apfelbäumen auf leichten lehmigen Sandböden. Die geprüften Saaten waren dort ungeeignet, weil die Wasserkonkurrenz zu hoch war.

Der Nutzen kam im einen Versuch von Blühstreifen neben den Bäumen, das Problem im anderen von Saaten unter ihnen. Setze Blühpflanzen bei jungen Bäumen deshalb neben die Baumscheibe und nicht hinein. Beide Ergebnisse gelten für ihre Versuchsbedingungen, an deinem Standort kann die Wirkung anders ausfallen.

Standort, Pflanzung, Pflege: die Grundlagen in Kürze

Für den einzelnen Baum gelten in der Permakultur dieselben Grundlagen wie in jedem Obstgarten. Die Werte dazu stehen in den Grundlagen für Obstgehölze, von Standort und Boden bis zu Krankheiten und Schädlingen. Hier folgen nur die Punkte, die deine Planung berühren.

Standort: Prüfe Wärme, Humus und pH-Wert des Platzes, bevor ein Baum in den Plan kommt. Lass den Boden untersuchen, bevor du düngst, denn erst die Analyse zeigt, wie gut er versorgt ist. Die Richtwerte findest du dort im Abschnitt zu Standort und Boden.

Pflanzung: Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume, Zwetschge und Mirabelle pflanzt du im Herbst ab Mitte Oktober, junge Aprikosen und Pfirsiche vorzugsweise im Frühjahr. Die Veredelungsstelle bleibt mindestens 10 cm über dem Boden. Den ganzen Ablauf zeigt die Anleitung, wie du Obstgehölze Schritt für Schritt setzt, von der Pflanzgrube bis zum Angießen.

Pflege: Die Baumscheibe junger Bäume mulchst du mit angewelktem Grasschnitt und nicht mit frischen Holzhäckseln, weil deren Zersetzung verfügbaren Stickstoff entziehen kann. Ab September räumst du den Mulch dort wieder ab, damit Wühlmäuse darunter keinen Schutz finden. Fruchtbehang und die übrigen Arbeiten stehen im Abschnitt zur Pflege im Jahreslauf.

Krankheiten und Schädlinge: Im Hausgarten steht das Vorbeugen vorn, zum Beispiel beugen luftige Kronen und das Entfernen des befallenen Vorjahreslaubs dem Apfelschorf vor. Musst du eingreifen, beginnst du mit mechanischen Maßnahmen. Wie du vorbeugst, kontrollierst und eingreifst, steht im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen.

Artenvielfalt: Blühende Unterpflanzung, Totholz und Nistplätze machen den Obstgarten zum Lebensraum für Tiere. Das ist ein eigenes Thema im Ratgeber dazu, wie Obstbäume die Artenvielfalt fördern und wie du deinen Obstgarten tierfreundlich gestaltest.

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Häufige Fragen

Was versteht man unter Permakultur und welche Rolle spielen Obstbäume dabei?
Permakultur plant einen Garten nach dem Vorbild natürlicher Lebensgemeinschaften, der Begriff verbindet die englischen Wörter permanent und agriculture. Obstbäume sind darin langlebige Elemente, um die du Sträucher, Stauden und Bodendecker anordnest. Vor der Planung beobachtest du die Fläche möglichst über alle Jahreszeiten, auch den Sonnenverlauf im Sommer und im Winter.
Was sind Guild-Systeme und wie funktionieren sie bei Obstbäumen?
Eine Guild, auf Deutsch Gilde, ist eine Pflanzengemeinschaft rund um einen Obstbaum, in der jede Art eine Aufgabe übernimmt. Leguminosen können den Boden über ihre Symbiose mit Knöllchenbakterien mit Stickstoff anreichern, und mehrjährige Blühstreifen bieten Gegenspielern von Schädlingen Schutz und Nahrung. Bei jungen Bäumen bleibt die Baumscheibe zunächst bewuchsfrei, die Gilde beginnt deshalb an ihrem Rand. Die Vorteile fallen je nach Standort unterschiedlich aus.
Wie wird das Zonen-System in der Obstbaum-Permakultur angewendet?
Das Zonen-System ordnet den Garten nach Pflegewegen: Was du häufig betreust, steht nah an den Orten, an denen du dich regelmäßig aufhältst. Kübelobst und Wandspaliere gehören deshalb ans Haus, kleine Baumformen an oft genutzte Wege. Großkronige Hochstämme stehen weiter außen, weil sie viel Platz brauchen.
Warum ist mehrschichtiger Anbau bei Obstbäumen so wichtig?
Mehrschichtiger Anbau nutzt eine Fläche in mehreren Höhen: Ein Waldgarten kann hohe und niedrige Obstbäume mit Beerensträuchern, Kletterpflanzen, Bodendeckern und unterirdisch genutzten Pflanzen kombinieren. Damit unten genug Licht ankommt, stehen die kleineren Bäume auf der Südseite. Als Planungsregel für einen lichten Waldgarten mit Unterpflanzung gilt ein Baumabstand, der mindestens der Summe beider ausgewachsenen Baumhöhen entspricht.
Wie plant man die Bewässerung für einen nachhaltigen Obstgarten?
Plane zuerst die Speicher: Zisternen können Regenwasser ganzjährig speichern, oberirdische Regentonnen werden vor Frost entleert. Gegossen wird möglichst morgens und bodennah, damit vor allem der Wurzelraum versorgt wird. Prüfe vor erneutem Gießen mit einer Spatenprobe, wie feucht der Boden ist, denn welke Blätter treten bei Wassermangel und bei geschädigten Wurzeln in nassem Boden auf. Dünne Schichten organischen Mulchs halten die Bodenfeuchte länger.
Ist es wahr, dass Obstbäume keine Pflege brauchen?
Nein, auch in einer Permakultur brauchen Obstbäume Pflege. Frisch gepflanzte Gehölze benötigen in den ersten Standjahren Aufmerksamkeit bei der Wasserversorgung, und bei jungen Bäumen prüfst du Anbindung und Verbissschutz mehrmals im Jahr. Apfelbäume auf schwachen Unterlagen wie M9 brauchen zeitlebens eine Stütze. Mit der Ernte verlassen außerdem Nährstoffe den Garten, die eine Unterpflanzung allein nicht ersetzt.
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