pH-Wert bei Zitruspflanzen: richtig messen, einstellen und stabil halten
- Für Zitruspflanzen im Kübel wird ein Substrat-pH von 5,5–6,5 empfohlen.
- Als regelmäßige Pflegekontrolle ist eine pH-Messung alle 2 Jahre vorgesehen.
- Notiere zu jedem Messwert die Messlösung, denn Wasser, Calciumchlorid und Kaliumchlorid liefern unterschiedliche Ergebnisse.
- Hydrogencarbonat im Gießwasser kann den Substrat-pH erhöhen, kompostreiche Kübelsubstrate können hohe pH-Werte aufweisen.
- Ändere immer nur eine Sache und miss danach wieder.

Die jungen Blätter deines Zitronenbaums werden hell, du düngst nach, und am Neuaustrieb ändert sich nichts. Dahinter kann ein pH-Wert stecken, der nicht zu Zitrus passt. Er beeinflusst, welche Nährstoffe die Wurzeln überhaupt aufnehmen können. Ich messe deshalb zuerst das SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt., bevor ich an der Düngung etwas ändere.
Welchen pH-Wert braucht ein Zitronenbaum im Kübel?
Für Zitruspflanzen im Kübel wird ein Substrat-pH von 5,5–6,5 empfohlen. Die Empfehlung gilt für den Zitronenbaum ebenso wie für Orange oder Clementine. Diesen niedrigen pH-Wert braucht Zitrus auch dann, wenn die Erde torffrei ist.
Substrat-pH für Zitruspflanzen im Kübel: 5,5–6,5. Als regelmäßige Pflegekontrolle ist eine pH-Messung alle 2 Jahre vorgesehen.
Niedrig heißt bei Zitrus nicht: je saurer, desto besser. Das zeigt der Vergleich mit einer Kultur, die wirklich saures Substrat verlangt.
| Kultur im Kübel | Substrat-pH |
|---|---|
| Zitruspflanzen | 5,5–6,5 |
| Kulturheidelbeeren | etwa 4,0–5,0 |
Kulturheidelbeeren brauchen ein saures Substrat, die Empfehlung für Zitrus liegt darüber, und die beiden Bereiche überschneiden sich nicht. Erde, die für Heidelbeeren eingestellt ist, liegt für deinen Zitronenbaum also unter dem empfohlenen Bereich.
Warum entscheidet der pH-Wert über die Nährstoffaufnahme mit?
Der pH-Wert beeinflusst, welche Nährstoffe im Substrat für die Wurzeln verfügbar sind. Liegt er ungünstig, kann die Pflanze einen Nährstoff schlecht aufnehmen, obwohl er im Kübel vorhanden ist. Bei einem zu hohen Wert kann das zum Beispiel Eisen betreffen. Eisen gehört wie Mangan, Zink und Bor zu den Spurennährstoffen. Eisen, Mangan und Zink braucht die Pflanze unter anderem für den Aufbau von ChlorophyllChlorophyll, auch Blattgrün genannt, ist der grüne Farbstoff in den Blättern. Im Sommer überdeckt es gelbe und rötliche Blattfarbstoffe; wird es im Herbst abgebaut, verfärbt sich das Laub. und Eiweiß.
Eisenmangel zeigt sich bei Zitruspflanzen zuerst am jungen Laub. Die Blattfläche hellt zwischen den Adern auf, während die Adern zunächst grün bleiben. Dieses BlattbildDas Blattbild ist das sichtbare Erscheinungsbild der Blätter: Farbe, Flecken und das Muster von Verfärbungen. Es hilft dir einzuschätzen, ob einer Pflanze Nährstoffe fehlen oder ob eher eine Krankheit dahintersteckt. ist ein Hinweis und noch keine Diagnose, denn Eisen- und ManganmangelManganmangel ist eine Unterversorgung der Pflanze mit dem Spurenelement Mangan. Er zeigt sich zuerst an jüngeren Blättern, etwa als abgestorbene Punkte oder Streifen, und entsteht oft, weil Mangan bei hohem pH-Wert oder Trockenheit für die Wurzeln nicht verfügbar ist. lassen sich an solchen Blättern mit bloßem Auge nicht immer unterscheiden. Hellen dagegen zuerst die älteren Blätter gleichmäßig auf, die Adern eingeschlossen, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten.
Eine BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe. kann einen vorübergehenden Engpass bei SpurenelementenSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. überbrücken, wenn deren Aufnahme aus dem Boden eingeschränkt ist. Die ungünstigen Bodenbedingungen korrigiert sie nicht, und im Kübel ist dieser Boden das Substrat. Weil sich Eisenmangel zuerst am Neuaustrieb zeigt und Spritzen allein die Ursache im Substrat nicht behebt, ist heller Neuaustrieb für mich der Anlass zu messen.
Helle Blätter können auch andere Gründe haben. Staunässe im Wurzelraum kann durch Sauerstoffmangel Fäulnis auslösen und die Nährstoffaufnahme stoppen. Vor jeder Messung prüfe ich deshalb, ob das Wasser frei aus dem Kübel abläuft.
Die HauptnährstoffeHauptnährstoffe sind die Nährstoffe, die Pflanzen in größeren Mengen brauchen: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Beim Düngen im Garten stehen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium im Vordergrund. sind ein eigenes Thema: Lies dazu, welche Aufgaben Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium und Calcium bei Zitruspflanzen haben. Die Grundlagen stehen im Überblick dazu, wie du bei Obstgehölzen Nährstoffmangel und Überdüngung erst prüfst und dann behandelst.
Wie misst du den pH-Wert im Kübel?
Zum Messen eignen sich Teststreifen, ein Flüssigindikator oder ein Messgerät mit pH-Elektrode. Für einen einzelnen Zitronenbaum reichen Teststreifen. Ich arbeite mit einer Elektrode, weil ich mehrere Kübel miteinander vergleiche.
Eine pH-Elektrode misst nur zuverlässig, wenn du sie vorher kalibrierst. Dazu dienen geeignete Pufferlösungen, zum Beispiel pH 4 und pH 7.
Wie gehst du bei der Messung vor?
Bei mir läuft jede Messung gleich ab:
- Probe nehmen. Ich entnehme an mehreren Stellen des Kübels Substrat aus dem durchwurzelten Bereich und mische es.
- Ansetzen. Das Laborverfahren mischt Substrat und Messlösung im Volumenverhältnis 1:2,5. An dieses Verhältnis halte ich mich auch zu Hause, damit meine Werte vergleichbar bleiben. Meine Probe setze ich mit Wasser an und schreibe das dazu.
- Messen. Ich tauche die kalibrierte Elektrode ein und lese den Wert ab. Mit Teststreifen vergleichst du stattdessen die Farbe mit der Skala.
- Notieren. Datum, Messwert und Messlösung schreibe ich auf ein Etikett am Kübel.
Warum gehört die Messlösung zum Messwert?
Ein Substrat-pH sagt nur etwas aus, wenn die Messlösung dabeisteht. Messungen in Wasser, in Calciumchlorid und in Kaliumchlorid liefern unterschiedliche Ergebnisse. Vergleiche deshalb nur Werte, die mit derselben Lösung entstanden sind.
Die Empfehlung hat feste Grenzen, die Messlösung verschiebt aber das Ergebnis; ein Wert knapp an der Grenze kann also je nach Verfahren innerhalb oder außerhalb liegen. Bei einem Laborbefund ist die Messlösung angegeben, bei einem Messset steht sie in der Anleitung.
Wie oft solltest du messen?
Als regelmäßige Pflegekontrolle ist bei Zitruspflanzen im Kübel eine pH-Messung alle 2 Jahre vorgesehen. Dazwischen messe ich aus Anlass: wenn der Neuaustrieb aufhellt, wenn ich das Gießwasser wechsle und wenn ich neue Erde verwende.
Wie ordnest du den Messwert ein?
| Messwert | Einordnung | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| 5,5–6,5 | im empfohlenen Bereich | nichts verändern, Wert notieren |
| über 6,5 | über der Empfehlung | Messung wiederholen, dann Gießwasser und Substrat prüfen |
| unter 5,5 | unter der Empfehlung | Messung wiederholen, dann Substrat und Gießwasser prüfen |
Ein einzelner Wert außerhalb des Bereichs ist noch kein Grund einzugreifen. Ich wiederhole die Messung mit derselben Messlösung und sehe mir dabei das junge Laub an. Bestätigt die zweite Messung den Wert, suche ich zuerst die Ursache und gebe erst danach etwas zu.
Gießwasser, Substrat und Dünger auf einmal umstellen. Danach weißt du nicht, was den pH-Wert bewegt hat. Ändere eine Sache, miss wieder und entscheide dann über die nächste.
Was tust du, wenn der pH-Wert zu hoch ist?
Bei einem zu hohen Wert sehe ich mir zuerst das Gießwasser an. Hydrogencarbonat im Gießwasser kann den Substrat-pH erhöhen. Wie stark das ausfällt, hängt von der Pufferung des Substrats ab, deshalb reagiert nicht jeder Kübel gleich. Die Karbonathärte deines Leitungswassers nennt dir der Wasserversorger.
Ist das Leitungswasser hart, gieße ich meine Zitruspflanzen mit gesammeltem Regenwasser. Eine Zisterne kann Regenwasser ganzjährig speichern. Zitruspflanzen brauchen regelmäßig Wasser, eine oberirdische Regentonne wird aber vor dem Frost entleert; mit der Tonne allein fehlt dir Regenwasser also in der kalten Zeit.
Der zweite Blick gilt dem Substrat. Kompostreiche Kübelsubstrate können hohe pH-Werte aufweisen, und Zitrus braucht den niedrigen pH-Wert auch in torffreier Erde. Liegt die Erde selbst über der Empfehlung, tausche ich sie gegen ein Substrat im empfohlenen Bereich. Zusammensetzung und Umtopfen gehören zu der Frage, wie Zitruserde Wasser speichert und trotzdem durchlässig bleibt.
Gezielt ansäuern lässt sich ein Substrat auch. Eine Menge, die für jeden Kübel passt, gibt es dafür nicht, weil jedes Substrat anders gepuffert ist. Halte dich an die Anleitung des Mittels und miss nach, bevor du nachlegst. Kaffeesatz gilt als ansäuerndes Hausmittel; ob er in deinem Kübel etwas bewegt, zeigt dir nur die Kontrollmessung.
Eisenchelate eignen sich nicht in jedem pH-Bereich gleich. EDTA wird dem sauren Bereich unter pH 6 zugeordnet, EDDHA dem neutralen bis alkalischen Bereich bis pH 10. Welches Chelat ein Eisendünger enthält, steht auf dem Etikett.
Was tust du, wenn der pH-Wert zu niedrig ist?
Liegt der Wert unter der Empfehlung, prüfe ich dieselben beiden Punkte. Hydrogencarbonat im Gießwasser kann den Substrat-pH erhöhen; hast du bisher mit Regenwasser gegossen, kannst du deshalb auf Leitungswasser umstellen und nachmessen. Ist das Substrat selbst zu sauer eingestellt, etwa weil es für Heidelbeeren gedacht war, tausche ich es aus.
Die übliche Maßnahme gegen zu saure Erde ist das Kalken. Im Kübel trifft Kalk auf wenig Substrat, und jedes Substrat ist anders gepuffert. Richte dich nach der Anleitung des Kalks und miss nach, bevor du nachlegst.
Holzasche hebt den pH-Wert, also gehört sie in den Zitruskübel? Davon rate ich ab. Der Schadstoffgehalt von Holzasche lässt sich nicht verlässlich abschätzen, deshalb wird sie vorsorglich nicht zur Düngung im Garten empfohlen.
Wie hältst du den pH-Wert dauerhaft stabil?
Stabil bleibt der pH-Wert, wenn sich an Gießwasser und Substrat wenig ändert. Beides kannst du selbst festlegen.
Gießwasser kennen. Ich weiß bei jedem Kübel, womit ich gieße, und notiere jeden Wechsel. Die Routinekontrolle steht nur alle 2 Jahre an, und Hydrogencarbonat im Gießwasser kann den Substrat-pH in dieser Zeit erhöhen. Zwischen zwei Messungen achte ich deshalb auf das junge Laub und messe außer der Reihe, wenn es zwischen den Adern aufhellt.
An jedem meiner Zitruskübel hängt ein Etikett mit Datum, Messwert und Messlösung. Wechsle ich das Gießwasser oder die Erde, schreibe ich das dazu. Bei der nächsten Messung sehe ich so, was sich seit der letzten geändert hat.
Neue Erde vorher messen. Ein stark durchwurzelter Ballen, dessen Wurzeln aus den Bodenlöchern wachsen, zeigt Umtopfbedarf an. Frische Erde bringt ihren eigenen pH-Wert mit, deshalb messe ich sie vor dem Einfüllen.
Düngen nach Anleitung, nicht auf Verdacht. Zitruspflanzen brauchen in ihrer Wachstumsphase von März bis Oktober regelmäßig Nährstoffe, und die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung des Produkts. SpurennährstoffeSpurennährstoffe sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in geringen Mengen aufnehmen, auf die sie aber trotzdem angewiesen sind. Dazu zählen etwa Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän. gebe ich nicht vorbeugend dazu, denn bei Bor liegt die ausreichende Versorgung besonders nah am schädlichen Überschuss. Den Ablauf findest du im Ratgeber dazu, wie du Zitrus- und Mediterranpflanzen im Jahreslauf düngst; die Grundlagen zu Nährstoffbedarf und Düngen stehen im Überblick zu Obstgehölzen.
