Nährstoffversorgung für Zitruspflanzen: Was N, P, K, Mg und Ca leisten
- Stickstoff unterstützt Eiweißbildung und Wachstum; im Überschuss fördert er Triebe zulasten von Blüten und Früchten.
- Phosphat ist an Wurzel-, Blüten- und Fruchtbildung beteiligt, Kalium an der Bildung von Zucker, Stärke und Fett.
- Magnesium braucht die Pflanze für Photosynthese und Blattgrün, Calcium für Zellwände, Zellteilung und Zellstreckung.
- Kompostreiche Kübelsubstrate können hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzgehalte aufweisen, Zitrus braucht aber einen niedrigen pH-Wert.
- Eisendünger hilft nur, wenn wirklich Eisen fehlt: Prüfe zuerst den pH-Wert des Substrats.
- Als Orientierung werden Obstgehölze im Kübel in der Hauptwachstumszeit bis Ende Juni alle 2–3 Wochen flüssig gedüngt, dosiert nach Produktangabe.

Deine Zitrone schiebt lange, weiche Triebe und setzt kaum Blüten an? Oder das Laub hellt auf, obwohl du düngst? Beides kann an der Nährstoffversorgung liegen. Im ersten Fall ist womöglich zu viel Stickstoff im Topf, im zweiten kommt ein Nährstoff nicht in der Pflanze an. Ich lese deshalb bei jedem Dünger zuerst die Zahlenreihe auf dem Etikett, bevor ich die Gießkanne fülle.
In größerer Menge braucht die Pflanze fünf Nährstoffe: Stickstoff, Phosphor, Kalium, MagnesiumMagnesium ist ein lebensnotwendiger Pflanzennährstoff, der im Blattgrün (Chlorophyll) jedes Blattes steckt. Fehlt Magnesium, vergilben die Blätter; diese Aufhellung heißt Chlorose. und Calcium. Zitruspflanzen stehen bei uns im Kübel, weil sie als frostempfindliche mediterrane Obstgehölze ein frostfreies Winterquartier brauchen. Im Topf ist der Wurzelraum begrenzt, und Überschüsse können sich dort als Salz ansammeln. Deshalb kommt es bei der Zitrone darauf an, welcher Nährstoff gerade fehlt und welcher schon reichlich vorhanden ist.
Was die fünf Nährstoffe in der Zitruspflanze leisten
Jeder der fünf hat eine eigene Aufgabe, und bei jedem gibt es im Zitruskübel etwas, worauf du achten solltest.
| Nährstoff | Aufgabe in der Pflanze | Worauf du bei Zitrus im Kübel achtest |
|---|---|---|
| Stickstoff (N) | unterstützt Eiweißbildung und Wachstum | Überschuss fördert Triebe zulasten von Blüten und Früchten |
| Phosphor (P) | als Phosphat an Wurzel-, Blüten- und Fruchtbildung beteiligt | kompostreiche Erde kann schon viel davon enthalten |
| Kalium (K) | wirkt an der Bildung von Zucker, Stärke und Fett mit | kann in kompostreicher Erde hoch liegen, eine späte Gabe ersetzt kein Winterquartier |
| Magnesium (Mg) | nötig für PhotosynthesePhotosynthese ist der Vorgang, bei dem grüne Pflanzen mithilfe von Sonnenlicht aus Wasser und Kohlenstoffdioxid Zucker und Stärke herstellen. Als Nebenprodukt entsteht Sauerstoff, den sie an die Luft abgeben. und Blattgrün | viel Kalium oder Calcium kann die Aufnahme behindern |
| Calcium (Ca) | Bestandteil der Zellwände, nötig für Zellteilung und Zellstreckung | Kalk hebt den pH-Wert, Zitrus braucht ihn niedrig |
Die Zahlenreihe auf dem Düngeretikett nennt Gehalte in Prozent. NPK 12-12-17-2 bedeutet 12 % Stickstoff, 12 % Phosphoroxid (P₂O₅), 17 % KaliumoxidKaliumoxid (K2O) ist die chemische Form, in der der Kaliumgehalt von Düngern und Bodenproben angegeben wird. Die Angabe bezieht sich auf die Verbindung aus Kalium und Sauerstoff, nicht auf reines Kalium. (K₂O) und 2 % Magnesiumoxid (MgO). Das ist ein Lesebeispiel und keine Empfehlung für Zitrus.
Stickstoff: Wachstum, aber nicht auf Kosten der Blüte
Stickstoff unterstützt die Eiweißbildung und das Wachstum. Jeder neue Trieb deiner Zitrone braucht ihn. Zu viel Stickstoff fördert bei Obstgehölzen allerdings die Triebe zulasten der Blüten- und Fruchtbildung. Obstgehölze werden deshalb nur mäßig mit Stickstoff versorgt, und daran halte ich mich auch bei der Zitrone im Kübel.
Im Kübel gibst du Stickstoff über einen flüssigen Dünger, dessen erste Zahl auf dem Etikett den Stickstoffgehalt nennt. Die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung des Produkts. Aufgeteilte Gaben helfen, eine Überversorgung zu vermeiden. Ich verteile den Dünger deshalb auf mehrere Termine und sehe mir vor jeder Gabe den Neuaustrieb an.
Organische Stickstoffquellen wie HornspäneHornspäne sind ein organischer Stickstoffdünger und die gröbste Form der Horndünger. Mikroorganismen müssen sie im Boden erst abbauen; wegen der groben Körnung geben sie ihren Stickstoff langsamer frei als das feiner vermahlene Hornmehl. enthalten typischerweise 10–14 % Stickstoff. Verfügbar wird er aber nur unter passenden Bedingungen, denn bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen organische Dünger keine oder nur wenige Nährstoffe frei. Steht deine Zitrone zu trocken oder zu nass, behebt zusätzliches Düngen die Ursache also nicht.
Hellen zuerst die älteren Blätter auf, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten. Wie du die einzelnen Mangelbilder an Zitrus auseinanderhältst und behebst, zeigt der Ratgeber zu Mangelerscheinungen.
Phosphor: für Wurzeln, Blüten und Früchte
Phosphat ist an der Wurzel-, Blüten- und Fruchtbildung beteiligt. Auf dem Etikett steht Phosphor als Phosphoroxid, abgekürzt P₂O₅, an zweiter Stelle der Zahlenreihe.
Ob du Phosphor nachlegen musst, hängt von der Erde ab. Kompostreiche Kübelsubstrate können hohe Phosphorgehalte aufweisen. Kommt dann noch ein phosphatbetonter Mehrnährstoffdünger dazu, addiert sich beides. Bei sehr hoher Phosphatversorgung und gleichzeitigem Kaliummangel ergänzt du deshalb gezielt den fehlenden Nährstoff, statt pauschal einen Mehrnährstoffdünger zu geben.
Zu viel Phosphor kann die Aufnahme von Eisen und Zink behindern. Vergilbt deine Zitrone trotz Düngung, sieh dir deshalb auch die Phosphorzahl deines Düngers an. Dunkelgrüne bis violett verfärbte Blätter können dagegen auf Phosphormangel hindeuten.
Kalium: beteiligt an Zucker, Stärke und Fett
Kalium wirkt an der Bildung von Zucker, Stärke und Fett mit. Damit ist es an dem beteiligt, was die Zitrone in ihren Früchten einlagert. Auf dem Etikett findest du es als Kaliumoxid, abgekürzt K₂O, an dritter Stelle.
Den Bedarf deckt im Kübel der Mehrnährstoffdünger. Auch Kompost im Substrat bringt reichlich Kalium mit, die Zahlen dazu stehen weiter unten. Zu viel Kalium kann die Aufnahme von Magnesium und Calcium behindern und die Salzlast im Topf erhöhen. Braune, eingerollte Ränder an älteren Blättern können auf Kaliummangel hindeuten.
Macht Kalium im Herbst die Zitrone winterfest? Kalium wird nachgesagt, Pflanzen widerstandsfähiger gegen Kälte zu machen. Zitrus bleibt trotzdem ein frostempfindliches mediterranes Obstgehölz und braucht ein frostfreies Winterquartier. Obstgehölze im Kübel bekommen außerdem ab August keinen Dünger mehr. Eine späte Kaliumgabe ersetzt das Winterquartier also nicht.
Magnesium und Calcium: Blattgrün und Zellwände
Magnesium
Magnesium braucht die Pflanze für die Photosynthese und die Bildung von Blattgrün. Zitruspflanzen sind immergrün, ihr Laub arbeitet also länger als einen Sommer. Auf dem Etikett steht Magnesium als Magnesiumoxid, abgekürzt MgO, an vierter Stelle.
Viel Kalium oder viel Calcium kann die Aufnahme von Magnesium behindern. Bevor du Magnesium nachlegst, schau deshalb auf die Kaliumzahl deines Düngers und auf den Kompostanteil der Erde. Gelbe Flächen zwischen den Adern älterer Blätter können auf Magnesiummangel hindeuten.
Calcium
Calcium ist Bestandteil der Zellwände und wird für Zellteilung und Zellstreckung gebraucht. Es betrifft damit alles, was gerade wächst: Wurzelspitzen, junge Blätter und Früchte. Absterbende Wurzelspitzen und junge Blätter sowie aufreißende Früchte können auf Calciummangel hindeuten.
In der Zahlenreihe aus dem Beispiel oben kommt Calcium nicht vor. Kalk bringt Calcium mit, hebt aber den pH-Wert, und Zitrus braucht einen niedrigen pH-Wert. Kalke deshalb nicht pauschal, sondern erst, wenn eine pH-Messung einen zu sauren Wert zeigt. Welche Calciumquelle zu deinem Substrat passt, hängt also am pH-Wert.
Eisendünger für Zitruspflanzen: erst den pH-Wert prüfen
Neben den fünf Nährstoffen braucht Zitrus SpurenelementeSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe., vor allem Eisen und Mangan. Vergilben junge Blätter zwischen grün bleibenden Adern, kann das auf Eisenmangel hindeuten. Eisendünger hilft aber nur, wenn tatsächlich Eisen fehlt; welche Spurenelemente Zitrus braucht und in welcher Form du sie gibst, steht im Ratgeber zu Spurenelementen.
Die Ursache kann auch im Substrat liegen: Zitrus braucht einen niedrigen pH-Wert, und kompostreiche Kübelsubstrate können einen hohen mitbringen. Bei zu hohem pH-Wert nimmt die Pflanze Eisen schlecht auf, obwohl es vorhanden ist. Ich messe deshalb zuerst und dünge erst danach; wie du den pH-Wert für Zitrus misst und einstellst, ist der erste Schritt.
So deckst du den Bedarf im Kübel
Kläre vor dem Düngen, was schon im Topf ist. Frisch umgetopft in vorgedüngte Erde braucht die Pflanze gewöhnlich 4–6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Danach deckt ein Mehrnährstoffdünger den Bedarf an Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium, dosiert nach der Anweisung des Produkts. Dünger gehört dabei auf feuchte Erde und nicht auf feuchte Blätter.
Ich schreibe die Zahlenreihe meines Düngers und das Umtopfdatum auf ein Stecketikett im Kübel. Vor dem Düngen lese ich beides nach.
Was Kompost im Substrat mitbringt
Gartenkompost ist kein neutraler Zuschlag, sondern selbst ein Dünger. Im Durchschnitt enthält er diese Mengen:
| Nährstoff | Durchschnitt je Liter Gartenkompost |
|---|---|
| verfügbarer Stickstoff | 0,75 g |
| Phosphat als P₂O₅ | 4 g |
| Kalium als K₂O | 9 g |
| Magnesium als MgO | 2 g |
Kompost liefert also vor allem Kalium und Phosphat und nur wenig verfügbaren Stickstoff. Der Stickstoff im Kompost wird zudem nur langsam frei: Jährlich werden nur rund 3–5 % des enthaltenen Gesamtstickstoffs mineralisiert und damit pflanzenverfügbar.
Stickstoff mit immer mehr Kompost decken wollen. Kompost liefert wenig verfügbaren Stickstoff, aber viel Kalium und Phosphat. Kompostreiche Kübelsubstrate können außerdem hohe pH- und Salzgehalte aufweisen, während Zitrus einen niedrigen pH-Wert braucht. Mehr Kompost kann die Lage im Zitruskübel deshalb verschlechtern.
Wie oft düngen?
Als Orientierung werden Obstgehölze im Kübel während der Hauptwachstumszeit bis Ende Juni alle 2–3 Wochen flüssig gedüngt, die Menge nach der Dosierung des Produkts. Ab August bekommen Obstgehölze im Kübel keinen Dünger mehr. Wie du Zitrus durch das Jahr düngst und welchen Dünger du dafür wählst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Organisch oder mineralisch?
Organische Dünger geben Nährstoffe je nach Witterung frei, ummantelte mineralische DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. schrittweise durch ihre Hüllschicht. Überversorgen kannst du deine Zitrone mit beiden, auch mit organischem Dünger. Wie du Obstgehölze mit Kompost und Hornmehl düngst und welche Termine dafür gelten, steht im Überblick zu Obst und Obstgehölzen.
Wenn der Dünger nicht ankommt
Staunässe und Gießen
Nährstoffe nimmt die Zitrone über die Wurzeln auf, und die vertragen keine Staunässe. Der Kübel braucht deshalb ein offenes Wasserabzugsloch, und gegossen wird durchdringend, wenn die oberen 3–5 cm des Substrats trocken sind. Wie Zitruserde Wasser speichert und trotzdem abziehen lässt, ist ein eigenes Thema; die Grundregeln zum durchdringenden Gießen nach Bedarf stehen im Überblick zu Obstgehölzen.
Zu viel Dünger
Ein weißlicher Belag auf der Erde und braune Blattränder können auf zu viel Dünger hindeuten. Braune Blattränder werden aber auch dem Kaliummangel zugeschrieben, deshalb rechne ich erst nach, was ich zuletzt gegeben habe. Bei ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt. kannst du den Ballen langsam mit Wasser durchspülen, sofern es ungehindert ablaufen kann. Nach dem Grundsatz „erst prüfen, dann handeln“ geht auch der Überblick zu Obstgehölzen bei Nährstoffmangel und Überdüngung vor.
Blattdüngung als Überbrückung
BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe. kann vorübergehende Engpässe bei Spurenelementen überbrücken, wenn die Aufnahme aus dem Substrat eingeschränkt ist. Die Korrektur ungünstiger Bodenbedingungen ersetzt sie nicht, im Kübel also etwa die eines zu hohen pH-Werts. Calciumhaltige Blattdünger dürfen außerdem nicht mit phosphat- oder sulfathaltigen gemischt werden; wann und wie du Blattdünger bei Zitrus ausbringst, liest du im Ratgeber zur Blattdüngung.
Stehen neben der Zitrone weitere mediterrane Kübelpflanzen, hilft dir der Überblick dazu, wie du Zitrus und andere mediterrane Kübelpflanzen mit Nährstoffen versorgst.
