Zitruspflanzen in Europa: Wie sie kamen und wo Zitronen heute wachsen
- Im Freiland wachsen Zitronen in Europa vor allem im Mittelmeerraum, in Mitteleuropa im Kübel.
- Zitruspflanzen stammen ursprünglich aus Süd- und Ostasien und sind in Europa nicht heimisch.
- Die Zitronat-Zitrone kannte man schon in der Antike im Mittelmeerraum.
- Die Bitterorange gelangte über den islamischen Kulturraum nach Spanien, die Verbreitung der süßen Orange förderten portugiesische Seeverbindungen.
- Orangerien entwickelten sich aus hellen, beheizten Überwinterungshäusern für Orangenbäume in Mitteleuropa.
- Zitruspflanzen im Kübel brauchen einen sonnigen Platz und ein frostfreies Winterquartier.

Jeden Herbst trage ich meine Zitruskübel ins Winterquartier, während dieselben Pflanzen am Mittelmeer das ganze Jahr im Freien stehen. Der Grund für diesen Unterschied liegt in ihrer Herkunft, denn heimisch sind Zitruspflanzen in Europa nicht. Wenn du ihren Weg kennst, verstehst du, wo Zitronen heute im Garten wachsen und wo sie einen Kübel brauchen.
Wo wachsen Zitronen in Europa?
Im FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle. wachsen Zitronen in Europa vor allem rund um das Mittelmeer. Zu den Anbauländern gehören Spanien, Italien und Griechenland, dazu kommt Portugal mit der Algarve. In Italien zählt Sizilien zu den Zitrusregionen.
Wachsen Zitronen auch in Mitteleuropa?
Ja, aber als Kübelpflanzen. Zitruspflanzen eignen sich für sonnige Kübelstandorte, und weil sie frostempfindlich sind, brauchen sie ein frostfreies Winterquartier. Meine Kübel stehen deshalb im Sommer auf der Terrasse und ziehen im Herbst um.
| Region | So wachsen Zitronen dort |
|---|---|
| Mittelmeerraum, etwa Spanien, Italien, Griechenland und Portugal | im Freiland |
| Mitteleuropa | im Kübel an einem sonnigen Platz, im Winter in einem frostfreien Quartier |
Woher stammen Zitruspflanzen ursprünglich?
Zitruspflanzen stammen ursprünglich aus Süd- und Ostasien. In Europa ist keine von ihnen heimisch, auch am Mittelmeer nicht. Jede Zitrone und jede Orange, die heute in Spanien oder Italien wächst, geht auf Pflanzen zurück, die Menschen hierher gebracht haben.
„Die Zitrone ist eine Pflanze des Mittelmeers.“ So klingt es auch in Goethes Zeile „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?“. Angebaut wird sie dort, ihre ursprüngliche Heimat liegt aber in Süd- und Ostasien.
Wie kamen Zitruspflanzen nach Europa?
Zitruspflanzen kamen nicht in einem Schritt nach Europa. Jede Art nahm ihren eigenen Weg, und für drei von ihnen lässt er sich beschreiben.
Die Zitronat-Zitrone: schon in der Antike bekannt
Schon in der Antike kannte man im Mittelmeerraum die Zitronat-Zitrone. Sie trägt die Zitrone im Namen, ist aber nicht die Frucht, die du heute als Zitrone kaufst. Mit ihr beginnt die Geschichte der Zitrusfrüchte in Europa.
Die Bitterorange: über den islamischen Kulturraum nach Spanien
Die Bitterorange hat einen weiten Weg hinter sich. Sie gelangte über den islamischen Kulturraum nach Europa, und zwar von Indien über Vorderasien und Nordafrika bis nach Spanien.
Die süße Orange: verbreitet über portugiesische Seeverbindungen
Bei der süßen Orange spielte die Seefahrt eine Rolle, denn portugiesische Seeverbindungen förderten ihre Verbreitung in Europa.
| Zitrusart | Ihr Weg nach Europa |
|---|---|
| Zitronat-Zitrone | bereits in der Antike im Mittelmeerraum bekannt |
| Bitterorange | über den islamischen Kulturraum von Indien über Vorderasien und Nordafrika nach Spanien |
| Süße Orange | Verbreitung in Europa durch portugiesische Seeverbindungen gefördert |
Zwei dieser Wege führen in den Südwesten Europas: Die Bitterorange erreichte Spanien, und die süße Orange verbreitete sich über portugiesische Seeverbindungen. Beide Länder gehören bis heute zu den Anbauländern.
Warum entstanden die Orangerien?
Weiter nördlich wurde der Winter zum Problem. In Mitteleuropa ließen sich Orangenbäume nur kultivieren, wenn sie den Winter in einem hellen, beheizten Überwinterungshaus verbrachten. Aus diesen Häusern entwickelten sich die Orangerien.
Eine Orangerie ist aus dem Überwinterungshaus für Orangenbäume hervorgegangen. Zwei Eigenschaften waren dafür nötig: Das Haus musste hell sein, und es musste sich heizen lassen.
Warum galten Orangenbäume als Statussymbol?
An europäischen Fürstenhöfen waren Orangenbäume mehr als Obstgehölze, denn sie dienten als Zeichen von Macht und Reichtum. Das passt zum Aufwand: Ein Baum, der in Mitteleuropa ein helles, beheiztes Haus für den Winter braucht, zeigt jedem Gast, was sein Besitzer aufbringen kann. Zu den bekannten Beispielen gehören die Orangerien von Versailles, Schönbrunn und Herrenhausen.
Was hat die Orangerie mit deinem Zitruskübel zu tun?
Dein Winterquartier erfüllt dieselbe Aufgabe wie die Orangerie. Orangenbäume brauchten in Mitteleuropa helle, beheizte Überwinterungshäuser, und frostempfindliche mediterrane Obstgehölze benötigen bis heute ein frostfreies Winterquartier. An der Aufgabe hat sich also nichts geändert: Die Pflanzen sollen durch den Winter kommen, ohne Frost abzubekommen.
Heimische Obstgehölze wie Apfel und Birne haben es leichter, denn sie überwintern im Kübel mit geschütztem WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. im Freien.
Was brauchen Zitruspflanzen heute im Kübel?
Den Sommer über stehen Zitruspflanzen an einem sonnigen Kübelstandort. Gieße regelmäßig und achte darauf, dass keine StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt. entsteht. In der Wachstumsphase von März bis Oktober brauchen die Pflanzen außerdem eine regelmäßige Nährstoffversorgung. Wie viel Dünger es sein darf, steht in der Dosierungsanweisung des Produkts, das du verwendest.
| Bereich | Das gilt für Zitruspflanzen im Kübel |
|---|---|
| Sommerplatz | sonniger Kübelstandort |
| Winter | frostfreies Winterquartier |
| Wasser | regelmäßig gießen, Staunässe vermeiden |
| Nährstoffe | regelmäßige Versorgung in der Wachstumsphase von März bis Oktober |
| pH-WertDer pH-Wert gibt an, wie sauer oder alkalisch etwas ist, etwa Gartenboden, Blumenerde, Gießwasser oder Kompost. Die Skala reicht von 0 bis 14; der Wert 7 gilt als neutral, niedrigere Werte sind sauer, höhere alkalisch. des SubstratsSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. | 5,5–6,5 |
| pH-Kontrolle | alle 2 Jahre |
Beim Substrat kommt es auf den pH-Wert an. Zitruspflanzen benötigen auch in torffreier Erde einen niedrigen pH-Wert, kompostreiche Kübelsubstrate können aber hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzgehalte aufweisen. Deshalb gehört die pH-Kontrolle bei Zitrus im Kübel zur regelmäßigen Pflege.
Ich messe den pH-Wert in meinen Zitruskübeln alle 2 Jahre nach und schreibe den Wert auf das Etikett am Kübel. Beim nächsten Messen sehe ich dann, ob er sich verschoben hat.
Welches Gefäß und welche Mischung sich grundsätzlich eignen, steht im Überblick dazu, was Obst im Kübel an Gefäß und Substrat braucht.
Orangen und Clementinen früh pflücken und im Haus nachreifen lassen. Beide reifen nach der Ernte nicht nach. Lass sie deshalb am Baum, bis sie reif sind.
