Lichtkeimer aussäen: vier typische Fehler und wie du sie vermeidest
- Lichtkeimer wie Basilikum drückst du auf der Substratoberfläche an und deckst sie nicht mit Erde ab.
- Feuchte das Substrat vor dem Einfüllen an und halte die Saat danach mit der Sprühflasche feucht.
- Wiederkehrender Schimmel weist häufig auf zu viel Gießwasser oder schlechte Durchlüftung hin; rinnen Tropfen an der Abdeckung herab, öffnest du sie teilweise.
- Feines Saatgut ist nicht automatisch ein Lichtkeimer: Möhren der Sorte Nantaise 2 werden 1 bis 2 cm tief gesät.
Du hast feines Saatgut ausgesät, die Schale steht hell, und trotzdem zeigt sich kein Keimling. Bei LichtkeimernLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte. lohnt dann der Blick auf vier Fehlerquellen. Die Saat liegt unter Erde, sie hat keinen Kontakt zum Substrat, die Oberfläche ist ausgetrocknet oder auf der Erde wächst Schimmel. Ich gehe diese vier Punkte bei jeder Feinsaat durch, bevor ich die Saatguttüte öffne.
Lichtkeimer sind Arten, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Du legst sie auf die Oberfläche des Substrats, drückst sie an und deckst sie nicht mit Erde ab.
Woran erkenne ich, ob mein Saatgut ein Lichtkeimer ist?
Die Antwort steht auf der Saatguttüte. Dort liest du für jede Art, ob die Samen bedeckt werden und wie tief sie liegen sollen. Basilikum ist ein klares Beispiel: Die Samen werden auf der Substratoberfläche angedrückt und nicht abgedeckt.
Für bedecktes Saatgut gibt es eine allgemeine Orientierung: Die Erdschicht ist höchstens dreimal so stark wie der Samen. Artspezifische Ausnahmen gehen vor, und zwischen offen liegen lassen und tief säen gibt es Abstufungen. Die Tabelle zeigt, wie unterschiedlich die Angaben ausfallen.
| Saatgut | So wird bedeckt |
|---|---|
| Basilikum | auf der Oberfläche andrücken, nicht abdecken |
| Tagetes Bonita Mischung | nur dünn mit Erde bedecken, etwa 0 bis 0,5 cm tief |
| Salat in der Anzucht | nur dünn mit Substrat abdecken |
| Paprika und Chili in der Saatschale | etwa 0,5 cm tief |
| Tomate | etwa 1 cm tief |
| Möhre Nantaise 2 im Beet | 1 bis 2 cm tief |
| Sonnenblume | 2 bis 3 cm tief |
| Mark- und Zuckererbsen | 4 bis 5 cm tief |
„Feines Saatgut ist immer ein Lichtkeimer.” Das stimmt so nicht. Möhren der Sorte Nantaise 2 werden 1 bis 2 cm tief ins Beet gesät, und auch Salatsamen bekommen in der Anzucht eine dünne Decke aus Substrat.
Wie säe ich Lichtkeimer Schritt für Schritt aus?
Nimm für Lichtkeimer ein Anzuchtsubstrat, das nährstoffarm, humos und durchlässig ist. Der Salzgehalt sollte bei Aussaaterde unter 0,5 g/l liegen. Im Überblick zu Aussaat und Anzucht liest du, worin sich Aussaaterde, Pikiersubstrat und Topferde unterscheiden.
Dazu brauchst du eine Schale mit Abzugslöchern, eine Sprühflasche und ein glattes Brettchen. Dann gehst du so vor:
- Gefäß prüfen. Nimm eine Schale mit Abzugslöchern, damit überschüssiges Gießwasser ablaufen kann.
- Substrat vorfeuchten. Feuchte die Erde an, bevor du sie in die Schale füllst. Dann brauchst du nach der Saat kein kräftiges Wässern, das die Samen wegschwemmt.
- Oberfläche glätten. Streiche die Erde eben und drücke sie leicht an, damit keine Mulden bleiben.
- Locker säen. Verteile die Samen so, dass sie einzeln liegen. Sehr feines Saatgut mischst du dafür mit der doppelten Menge feinem Sand.
- Andrücken, nicht abdecken. Drücke die Saat mit dem Brettchen leicht an, damit Samen und spätere Keimwurzel Kontakt zum Substrat bekommen. Erde kommt nicht darüber.
- Besprühen. Halte die Oberfläche mit der Sprühflasche feucht. Feines Besprühen verhindert, dass die Samen ausgeschlämmt werden.
- Haube auflegen. Lege eine luft- und lichtdurchlässige Haube auf, sie hält die Aussaat feucht. Nimm sie ab, sobald der erste Keimling erscheint.
- Hell stellen. Stelle die Schale hell auf. Frisch gekeimte SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. schützt du zunächst vor praller Sonne.
Ich schreibe auf jedes Etikett neben Art und Saattag auch „offen” oder „bedeckt”. Beim Nachsäen lese ich zuerst dieses Etikett.
Welche Fehler verhindern, dass Lichtkeimer aufgehen?
Fehler 1: Die Saat ist mit Erde bedeckt
Wer aus Gewohnheit Erde über die Saat siebt, nimmt Lichtkeimern das Licht. Lies deshalb vor jeder Aussaat die Angabe auf der Tüte. Steht dort, dass die Samen nur angedrückt werden, kommt keine Erde darüber. Bei „nur dünn bedecken” ist wenig gemeint, bei der Tagetes Bonita Mischung etwa 0 bis 0,5 cm.
Fehler 2: Die Samen liegen lose auf
Ohne Erdschicht hält nichts die Samen am Substrat. Drücke die Saat deshalb leicht an, damit Samen und spätere Keimwurzel Bodenkontakt bekommen. Offen liegende Samen brauchen diesen Kontakt, und Blumen- und Gartenerde darf gröber strukturiert sein als AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an.. Auf grober Erde kann feines Saatgut deshalb leicht hohl liegen. Ich siebe für Lichtkeimer die oberste Schicht der Aussaaterde durch und drücke sie vor der Saat glatt.
Fehler 3: Die Oberfläche trocknet aus
Aussaatsubstrat soll gleichmäßig feucht bleiben, ohne nass zu sein. Bei Lichtkeimern betrifft das zuerst die oberste Schicht, denn dort liegen die Samen. Bei torffreien oder torfreduzierten Substraten kann die Oberfläche schon trocken sein, während es unten im Gefäß noch nass ist. Für offen liegende Samen heißt das: Besprühe die Oberfläche. Prüfe mit dem Finger, wie feucht es darunter ist, bevor du mehr Wasser gibst. Ich fülle die Sprühflasche mit Wasser, das Raumtemperatur hat.
Nach der Saat mit der Gießkanne angießen. Der Strahl kann offen liegende Samen wegschwemmen. Feuchte das Substrat vor dem Einfüllen an und arbeite danach mit der Sprühflasche.
Fehler 4: Schimmel auf der Anzuchterde
Ein weißlicher Belag auf der Erde sagt zuerst etwas über die Bedingungen in der Schale. Wiederkehrender Schimmel auf Blumenerde weist häufig auf zu viel Gießwasser oder schlechte Durchlüftung hin. Zugleich hält die Haube die Aussaat feucht. Der Deckel, der die Saat vor dem Austrocknen schützt, kann also ohne Lüften den Schimmel begünstigen.
So gehst du vor:
- Lüften. Rinnen Wassertropfen an der Abdeckung herab, öffnest du sie teilweise, damit die Luft zirkuliert. Im Mini-Gewächshaus zeigen dir ein Minimum-Maximum-Thermometer und ein HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist., wie das Klima unter der Abdeckung ist.
- Weniger Wasser geben. Prüfe vor dem Sprühen mit dem Finger. Die Erde soll gleichmäßig feucht und niemals nass sein.
- Wasser ablaufen lassen. Lass die Schale nicht dauerhaft im Wasser stehen, damit nach dem Gießen wieder Luft an die Wurzeln kommt.
- Sauber neu starten. Reinige die Schale vor der nächsten Aussaat, das verringert mögliche Infektionsquellen. Erde aus Gefäßen mit abgestorbenen oder kranken Pflanzen verwendest du nicht noch einmal.
- Erde richtig lagern. Angebrochene Erdsäcke verschließt du gut und lagerst sie kühl und schattig.
Bei der Tomatenanzucht unter einer transparenten Abdeckung wird täglich gelüftet, um Schimmel vorzubeugen. Ich übernehme das für meine Lichtkeimer-Schalen. Diese Schritte senken das Risiko, eine schimmelfreie Schale garantieren sie nicht.
Kippen Sämlinge um und ist der WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt. verbräunt und eingeschnürt, kann das auf eine Auflaufkrankheit hinweisen. Befallene Sämlinge nimmst du aus der Schale. Wie du solchen Krankheiten vorbeugst, steht im Überblick zu Aussaat und Anzucht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Die Saat geht trotzdem nicht auf: Was kann noch dahinterstecken?
Stimmen Bedeckung, Kontakt, Feuchte und Luft, kommen Ursachen infrage, die nichts mit der Lichtkeimer-Technik zu tun haben.
- Zu warm. KeimtemperaturenDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. sind Artwerte. Bei Salat kann eine Keimtemperatur über 20 °C die Keimung hemmen.
- Zu früh aufgegeben. Manche Arten brauchen länger. Der Bio-Lavendel von SPERLI keimt innerhalb von 14 bis 21 Tagen. Der Wert gilt für 18 bis 22 °C.
- Kälte fehlt. Einige Stauden keimen erst nach einer Kältephase. Diese Stratifikation wirkt nur auf bereits gequollene Samen, und ihre Dauer hängt von der Art ab. Maßgeblich ist die Anleitung zu deinem Saatgut.
- Saatgut zu alt. Eine Probeaussaat mit genau abgezählten Samen zeigt, ob älteres Saatgut noch ausreichend keimt.
- Falscher Ort. Für Basilikum beginnt die Freilandaussaat frühestens Mitte Mai, vorher bleibt es bei der Schale im Haus. Wenn du später direkt ins Beet säst, kannst du die Reihen vorab im Beetplaner einteilen.
Diese Punkte vertieft der Überblick zu Aussaat und Anzucht in den Abschnitten Keimbedingungen, Saatgut sowie VorkulturVorkultur heißt meist, dass du Gemüse im Haus oder geschützt aus Samen vorziehst und es später als abgehärtete Jungpflanze ins Freiland setzt. In Anbauplänen meint das Wort auch eine schnelle Kultur, die vor der Hauptkultur auf dem Beet steht. oder DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest..

