Blumensamen für Balkonkästen und Terrasse: Arten wählen, säen, pikieren und auspflanzen
- Für Balkonkästen passen niedrige Einjährige wie die Tagetes-Mischung ‘Sparky’, die 15 bis 25 cm hoch wird.
- Lobeliensamen drückst du nur an, das Fleißige Lieschen ist ein Lichtkeimer mit 0 bis 0,5 cm Saattiefe.
- Eine Folienabdeckung lüftest du täglich und nimmst sie ab, sobald die ersten Keimlinge erscheinen.
- Nach der Keimung stehen Sämlinge kühler, weil Wärme bei Lichtmangel lange, weiche Triebe begünstigt.
- Lobelien wie ‘Kaiser Wilhelm’ pikierst du als Tuff aus 4 bis 5 Sämlingen in einen Topf.
- Vorgezogene Sommerblumen gewöhnst du nach den Eisheiligen tagsüber schrittweise an die Bedingungen draußen.
- Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde ist gewöhnlich 4 bis 6 Wochen kein Dünger nötig.
Bei Blumen aus Samen entscheidet sich vieles schon bei der Aussaat. Lichtkeimer gehören nicht unter eine Erdschicht, und Sämlinge bilden an einem warmen, dunklen Platz lange, weiche Triebe. Ich säe einen Teil meiner Balkonblumen direkt in Kasten und Topf und ziehe den Rest auf der Fensterbank vor. Hier geht es um beides: welche Blumensamen in Balkonkasten, Ampel und Kübel passen und wie du vom Säen über das Pikieren bis zum Auspflanzen vorgehst.
Welche Blumensamen passen in den Balkonkasten?
Vor dem Kauf zählen vier Punkte: Wuchshöhe und Wuchsform, Blütezeit, Aufwand und das Licht am Platz. Ich notiere mir vorher Kastenlänge, Himmelsrichtung und die Höhe, die ich mir wünsche. Die Tabelle ordnet die Arten aus diesem Ratgeber nach Wuchs und Licht.
| Art oder Mischung | Wuchsform | Höhe | Licht | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Mischung Balkonkastenblumen (Kiepenkerl) | einjährig, niedrig | 20 bis 30 cm | sonnig bis halbschattig | mehrere Arten in einer Saat |
| Tagetes ‘Sparky’ (Sperli) | einjährig, für Töpfe | 15 bis 25 cm | sonnig bis halbschattig | Vorkultur oder Direktsaat |
| Studentenblume ‘Goldzwerg’ | kompakt | 20 bis 30 cm | sonnig bis halbschattig | blüht von Mai bis Oktober |
| Fleißiges Lieschen | einjährig kultiviert | 20 bis 40 cm | halbschattig bis schattig | Lichtkeimer, blüht von Mai bis Oktober |
| Schwarzäugige Susanne | einjährig, kletternd | etwa 2 m | sonnig | für Sichtschutzplätze |
| Blaue Passionsblume | mehrjährig, kletternd | 200 bis 300 cm im Kübel | warm und sonnig | braucht eine Rankhilfe |
Platzbedarf und Wuchsform
In schmale Kästen an der Brüstung gehören niedrige Einjährige. Die Tagetes-Mischung ‘Sparky’ wird 15 bis 25 cm hoch und eignet sich für Töpfe. Hänger wie Lobelien wachsen über den Rand nach unten, Kletterer brauchen dagegen Gitter oder Schnüre. Stark wachsende Bidens können in gemeinsamen Gefäßen Pelargonien, Fächerblumen und Hängepetunien bedrängen, deshalb setze ich sie in einen eigenen Topf.
Blütezeit und Blühdauer
Die Studentenblume ‘Goldzwerg’ blüht von Mai bis Oktober. Das Fleißige Lieschen hat dieselbe Blütezeit, und regelmäßiges, vorsichtiges Entfernen von Verblühtem soll sie verlängern. Wer schon vorher Farbe möchte, ergänzt den Balkon mit Blumenzwiebeln, dazu mehr bei den Jahreszeiten weiter unten.
Pflegeaufwand
Der Aufwand beginnt bei der Aussaat. Feine Samen brauchen eine feinkrümelige Oberfläche, Mischungen eine gleichmäßige Feuchte über die ganze Keimzeit. Im Sommer unterscheidet sich dann vor allem der Wasserbedarf. Im Vergleich der LWG brauchten Echter Lavendel und interspezifische Pelargonien weniger Wasser als Calibrachoa, Fächerblume und Mehliger Salbei. Portulakröschen eignen sich für vollsonnige Plätze und vertragen es, wenn das Gießen gelegentlich ausfällt.
Standort: Sonne oder Schatten
Prüfe vor dem Kauf die Lichtangabe der Sorte: Tagetes stehen sonnig bis halbschattig, das Fleißige Lieschen halbschattig bis schattig. Wie Sonne, Wind und Temperatur im Gefäß wirken, erklärt der Abschnitt Standort und Klima im Balkon- und Kübelgarten. Blüh-, Kletter- und Hängepflanzen für sonnige und schattige Balkone vergleicht die Übersicht bewährter Pflanzen für Balkon und Terrasse.
Einjährige Blumen aus Samen: Werte und Porträts
Einjährige säst du jedes Jahr neu. Die Tabelle fasst die Aussaatwerte zusammen, die Porträts darunter ergänzen die Handgriffe. Kompakte Gemüse-, Kräuter- und Blumensorten und die Frage, wann sich Aussaat statt Jungpflanzen lohnt, behandelt ein eigener Ratgeber.
| Art | Aussaat | Saattiefe | Keimtemperatur | Keimdauer |
|---|---|---|---|---|
| Mischung Balkonkastenblumen | April bis Juni | 0,5 bis 1 cm | 15 bis 20 °C | 7 bis 21 Tage |
| Tagetes ‘Sparky’ | Vorkultur März bis Mai, Direktsaat im Mai | 0 bis 0,5 cm | 18 bis 24 °C | 7 bis 14 Tage |
| Fleißiges Lieschen | Januar bis April | 0 bis 0,5 cm, Lichtkeimer | Minimum 18 bis 20 °C, Maximum 22 bis 25 °C | 7 bis 21 Tage |
Mischung für den Balkonkasten
Die einjährige Mischung Balkonkastenblumen von Kiepenkerl bleibt mit 20 bis 30 cm niedrig. Sie passt an sonnige bis halbschattige Gefäßstandorte und wird von April bis Juni gesät. Eine Packung reicht für 2 bis 4 m² Aussaatfläche. Die Keimdauer reicht von 7 bis 21 Tagen, und feucht bleibt die Aussaat, bis alle Mischungspartner aufgelaufen sind. Wer nach den ersten Keimlingen mit dem Gießen nachlässt, gefährdet also die Partner, die sich mehr Zeit lassen.
Tagetes
Tagetes patula, die Studentenblume, gibt es in kompakten Mischungen für Töpfe. Die Mischung ‘Sparky’ von Sperli ziehst du von März bis Mai vor oder säst sie im Mai direkt. Ihre Samen kommen 0 bis 0,5 cm tief in die Erde. Zum Keimen braucht sie mindestens 18 °C. Nach 7 bis 14 Tagen zeigen sich die Keimlinge. Die Sorte ‘Goldzwerg’ bleibt mit 20 bis 30 cm Wuchshöhe kompakt und steht sonnig bis halbschattig.
Fleißiges Lieschen
Das Fleißige Lieschen füllt halbschattige bis schattige Kästen und braucht gleichmäßig feuchte Erde. Es wird 20 bis 40 cm hoch. Botanisch ist es eine mehrjährige krautige Pflanze, kultiviert wird es aber überwiegend einjährig, und winterhart ist es nicht. Die Samen sind Lichtkeimer, deshalb drückst du sie an und bedeckst sie kaum. Gesät wird von Januar bis April. Mit 84 bis 112 Tagen Kulturdauer und dem frühen Ende der Aussaatzeit ist das Lieschen ein Fall für die Fensterbank, nicht für die Direktsaat im Mai.
Später kneifst du junge Triebspitzen aus, damit sich die Pflanze kompakt verzweigt. Im Kübel braucht das Lieschen mäßige Düngung, etwa alle zwei Wochen mit wasserlöslichem Dünger.
Lobelie (Männertreu)
Männertreu ist Lobelia erinus. Verwechsle es beim Kauf nicht mit Duftsteinrich, auch Steinkraut genannt, denn das ist Lobularia maritima. Bei der Sorte ‘Kaiser Wilhelm’ drückst du die Samen in der Vorkultur nur an und bedeckst sie nicht mit Erde. Pikiert werden jeweils 4 bis 5 Sämlinge gemeinsam als Tuff in einen Topf.
Hängende, kletternde und mehrjährige Blumen aus Samen
Hänger für Ampel und Brüstung
Lobelien und Hängepetunien lassen ihre Triebe über den Rand fallen und füllen Ampeln und Brüstungskästen. Achte beim Samenkauf auf den Gattungsnamen: Calibrachoa, das Zauberglöckchen, und Petunia sind verschiedene Gattungen. Beide sollten auch auf dem Etikett getrennt bezeichnet sein.
In einer Sortenprüfung der LWG wurden Ampeln von 35 cm Größe mit jeweils 3 Petunien bepflanzt. Das ist ein Prüfbeispiel und keine feste Regel für jede Ampel.
Einjährige Kletterer
Schwarzäugige Susanne, Prunkwinden, Duftwicken und Glockenrebe eignen sich als einjährige Kletterpflanzen für sonnige Sichtschutzplätze. Weil sie einjährig sind, säst du sie jedes Jahr neu. Die Schwarzäugige Susanne (Thunbergia alata) erreicht etwa 2 m Kletterhöhe. Gitter oder Schnüre stehen deshalb schon, bevor die Jungpflanzen in den Kübel kommen.
Rankgitter, Ampeln und wandgebundene Pflanzsysteme wie ein Palettengarten holen zusätzliche Pflanzfläche in die Höhe. Vertikale Begrünung lässt sich mit Kletterpflanzen oder mit Pflanzsystemen an der Wand gestalten, die Systeme selbst gehören zu den Grundlagen im Ratgeber zum Balkon- und Kübelgarten.
Blaue Passionsblume
Die Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea) ist eine mehrjährige Kletterpflanze für den Kübel. Sie erreicht dort 200 bis 300 cm und braucht eine Rankhilfe. Für eine reiche Blüte stellst du sie warm und sonnig, das Substrat ist humos, gut durchlässig und schwach sauer. Vorziehen kannst du sie bei geeigneten Bedingungen das ganze Jahr im Haus. Die Samen bedeckst du dünn mit Erde, die Saattiefe liegt bei 0 bis 0,5 cm.
Als Keimtemperatur gelten 20 bis 25 °C. Dann keimen die Samen nach ungefähr 14 bis 28 Tagen. Prüfe den botanischen Namen auf der Tüte, denn Passiflora edulis ist die Maracuja. Sie braucht bei derselben Wärme ungefähr 30 bis 60 Tage. Wer die beiden verwechselt, gibt eine Maracuja-Aussaat womöglich auf, obwohl ihre Keimzeit noch gar nicht vorbei ist. Kühl überwintert braucht die Blaue Passionsblume ein ausreichend helles Quartier um 10 °C.
Schmucklilie
Auch Schmucklilien (Agapanthus africanus) lassen sich säen, sie verlangen aber Geduld. Sie keimen bei 20 °C. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 28 bis 42 Tage. Schmucklilien bevorzugen leichtes, poröses, sehr gut durchlässiges Substrat mit reichlich Laubhumus. Bei der Anzucht im Topf düngst du gelegentlich flüssig, damit die Sämlinge keinen Nährstoffmangel entwickeln. Ein absichtlich extrem enger Topf ist keine sinnvolle Blühstrategie, denn ausreichender Wurzelraum verbessert die Wasser- und Nährstoffversorgung.
Wann säst du Balkonblumen?
Der Termin hängt an Art und Methode. Vorgezogen wird früher im Jahr, direkt gesät erst, wenn die Art es draußen verträgt.
- Fleißiges Lieschen: Aussaat von Januar bis April, vorgezogen auf der Fensterbank.
- Tagetes ‘Sparky’: Vorkultur von März bis Mai, Direktsaat im Mai.
- Mischung Balkonkastenblumen: Aussaat von April bis Juni.
- Blaue Passionsblume: bei geeigneten Bedingungen das ganze Jahr im Haus.
Vorgezogene Sommerblumen ziehen erst nach den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr. dauerhaft nach draußen. Wie du sie vorher abhärtest, steht beim Auspflanzen. Ich beschrifte jede Schale mit Art und Aussaattag, so sehe ich später, ob die angegebene Keimdauer schon verstrichen ist.
Gefäße und Erde für die Aussaat
Kasten, Topf und Ampel
Ein gewöhnlicher Balkonkasten braucht ein Wasserabzugsloch, und das bleibt offen, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Bei torffreier Erde prüfst du schon vor dem Befüllen, ob die Löcher vorhanden sind. Passende Untersetzer fangen überlaufendes Gießwasser auf, damit es nicht auf den Balkon darunter oder an die Fassade läuft.
Unglasierter Ton verdunstet Wasser durch die poröse Wand. Kunststoff ist leicht und verringert die Verdunstung und damit den Gießbedarf. Metallgefäße können sich stark erhitzen und passen deshalb vor allem an schattige Plätze. Die Zentimeterangabe eines runden Topfes bezeichnet seinen oberen Durchmesser. Ein größeres Erdvolumen hält mehr Wasser vor, Gefäße mit Wasserspeicher können dagegen vernässen, wenn die Pflanzen wenig verbrauchen oder es lange regnet.
Gebrauchte Kästen und Anzuchtschalen befreist du vor der neuen Aussaat von Erde. Dann wäschst du sie mit warmem Wasser und etwas Spülmittel, spülst klar nach und lässt sie trocknen.
Kästen an der Außenseite des Gebäudes brauchen geeignete Halterungen, Töpfe auf Brüstung oder Fenstersims sicherst du. Rechne beim Gewicht mit der eingefüllten Erde im nassen Zustand nach dem Gießen. Bevor große Pflanztröge auf den Balkon kommen, klärst du die zulässige Last.
Anzuchterde und Pflanzerde
Für die Aussaat nimmst du nährstoffarme, fein strukturierte Erde. Feine Samen brauchen eine feinkrümelige AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an., und für die Vorkultur von Blumen soll das Substrat feucht und durchlässig sein. In Kasten und Topf kommt später Pflanzerde, die meisten handelsüblichen Pflanzerden enthalten schon eine GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen.. Bei torffreier Erde empfiehlt sich eine transparent deklarierte Mischung aus mindestens 3 Torfersatzstoffen. Torffreie Mischungen und das Wiederaufbereiten gebrauchter Erde vertieft der Abschnitt Erde und Substrat im Ratgeber zum Balkon- und Kübelgarten.
Direktsaat in Topf und Balkonkasten
Direkt in den Kasten säst du Arten, bei denen die Aussaat draußen vorgesehen ist, etwa die Tagetes-Mischung ‘Sparky’ im Mai. So gehe ich vor:
- Kasten reinigen und die Abzugslöcher prüfen.
- Erde einfüllen und die Oberfläche feinkrümelig glätten.
- Samen in der Tiefe säen, die für die Art angegeben ist, bei ‘Sparky’ sind das 0 bis 0,5 cm.
- Mit einer feinen Brause angießen und die Erde gleichmäßig feucht halten.
- Beim AuslichtenAuslichten ist ein Schnitt, bei dem einzelne Triebe ganz herausgenommen werden, statt alle einzukürzen. Bei Sträuchern schneidest du dafür ältere, kranke oder zu schwache Triebe direkt über dem Boden ab. nach dem Pflanzabstand richten, für ‘Sparky’ sind 25 cm von Pflanze zu Pflanze angegeben.
Ich gieße frische Saaten immer mit einer feinen Brause, damit die Samen an ihrem Platz liegen bleiben.
Vorziehen und Pikieren auf der Fensterbank
Für die Vorkultur füllst du eine Aussaatschale mit feuchter, durchlässiger Anzuchterde und säst nach der Tiefe, die für die Art angegeben ist. Eine luft- und lichtdurchlässige Abdeckung erhöht die Luftfeuchtigkeit über der Aussaat. Eine Folie lüftest du täglich, und sobald die ersten Keimlinge erscheinen, nimmst du die Abdeckung ganz ab.
Feine Samen zu tief säen. Die Lobelie ‘Kaiser Wilhelm’ wird nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt. Das Fleißige Lieschen ist ein Lichtkeimer und kommt 0 bis 0,5 cm tief in die Erde.
Halte dich bei der Wärme an die Keimtemperatur der Art. Ein Minimum-Maximum-Thermometer zeigt dir den Temperaturverlauf, ein HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist. die Luftfeuchtigkeit. Nach der Keimung stehen die Jungpflanzen kühler, weil Wärme bei Lichtmangel lange, weiche Triebe begünstigt. Reicht das Fensterlicht nicht, kannst du mit Pflanzenlicht ergänzen. Dabei zählen Lichtmenge, Lichtqualität und Beleuchtungsdauer zusammen.
Pikiert wird, sobald die Sämlinge ihre ersten echten Blätter entwickelt haben. Du fasst sie vorsichtig an den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. und setzt sie etwas tiefer in die neue Erde. Lobelien wie ‘Kaiser Wilhelm’ pikierst du als Tuff aus 4 bis 5 Sämlingen in einen Topf.
Ich lockere die Sämlinge mit einem Holzstäbchen und fasse sie nur an einem Keimblatt, nie am Stängel. Lobelien hebe ich als kleine Gruppe heraus und setze sie zusammen in einen Topf.
Sämlinge pflegen: Gießen, Düngen, Schutz
Gießen
Halte die Erde der Sämlinge gleichmäßig feucht, ohne dass Wasser im Gefäß steht. Gieße bodennah und am Morgen, so bleibt das Laub weitgehend trocken und die Gefahr von Pilzkrankheiten sinkt. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche trocken wirken, während es unten noch feucht ist. Ich hebe die Töpfe deshalb vor dem Gießen an und prüfe bei größeren Töpfen die Erde mit dem Finger weiter unten.
Welke Sämlinge sofort gießen. Schlaffe, welke Blätter können TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. anzeigen, aber auch beginnende Wurzelfäule, und torffreie Erde ist unten oft noch feucht, wenn sie oben trocken wirkt. Ein welker Sämling in solcher Erde bekommt deshalb erst Wasser, wenn du auch in der Tiefe Trockenheit gefühlt hast.
Düngen
Anzuchterde ist nährstoffarm. Setzt du Jungpflanzen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde, ist gewöhnlich 4 bis 6 Wochen keine weitere Düngung nötig. Danach schaust du auf die Blätter: Auch vorgedüngte torffreie Erde kann zeitweise zu wenig pflanzenverfügbaren Stickstoff liefern, und heller werdendes Laub kann darauf hindeuten. Düngerlösung gibst du nur auf feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung auf der Packung. Zu hohe Salzkonzentrationen im Substrat können Wurzeln schädigen und braune Blattränder verursachen. Kranke Pflanzen düngst du erst wieder, wenn sie sich erholt haben.
Schutz vor Witterung und Schädlingen
Gegen Kälte schützt vor allem der richtige Zeitpunkt: Vorgezogene Sommerblumen bleiben bis nach den Eisheiligen nicht dauerhaft draußen. Wie Hitze im Gefäß, kühle Phasen und Wind wirken, beschreibt der Abschnitt Standort und Klima im Ratgeber zum Balkon- und Kübelgarten.
Bei Schädlingen setze ich auf Kontrolle: Beim Gießen sehe ich mir auch die Blattunterseiten der Sämlinge an. Findest du Befall, greifst du mechanisch ein und stellst betroffene Töpfe von den übrigen weg. Natürliche Schädlingsabwehr im Balkongarten behandelt der Abschnitt Schädlinge im selben Ratgeber.
Abhärten, Auspflanzen und Umtopfen
Vor dem dauerhaften Auspflanzen nach den Eisheiligen gewöhnst du vorgezogene Sommerblumen tagsüber schrittweise an die Bedingungen draußen. Danach setzt du sie in Kasten oder Topf, gießt sie gut an und stellst sie zunächst geschützt.
| Art | Abstand in der Reihe | Reihenabstand | Wuchs |
|---|---|---|---|
| Fleißiges Lieschen | 20 cm | 20 bis 30 cm | 20 bis 40 cm hoch, 20 bis 30 cm breit |
| Tagetes ‘Sparky’ | 25 cm | nicht angegeben | 15 bis 25 cm hoch |
Mehrjährige wie Passionsblume oder Schmucklilie bleiben im Kübel und brauchen irgendwann einen neuen Topf. Ein dicht durchwurzelter Ballen, an dem kaum noch Erde zu sehen ist, zeigt den Umtopfbedarf an. Der neue Topf hat oben mindestens 2 cm mehr Durchmesser als der bisherige. Greif dabei nicht zum übergroßen Topf, denn er kann bei reichlichem Gießen Wurzelfäule begünstigen. Den Ballen setzt du so ein, dass seine Oberkante etwa 3 cm unter dem Topfrand liegt.
Bio-Saatgut: worauf du achtest
Ich greife beim Samenkauf gern zu Bio-Saatgut, vor allem bei Blüten, die auf dem Teller landen sollen. Für essbare Blüten gelten zwei Bedingungen: Die Art muss sicher bestimmt sein, und die Pflanzen dürfen nicht mit chemischen Mitteln behandelt worden sein. Ziehst du solche Blüten selbst aus Samen und pflegst sie ohne Mittel, kennst du also beides von der Aussaat an. Beim Erdsack lohnt ein zweiter Blick, denn die Kennzeichnung als Bio-Erde garantiert keine Torffreiheit. Das RAL-Gütezeichen für Substrate steht für regelmäßige, unabhängige Qualitätskontrollen.
Gestaltung, Jahreszeiten, Winter und Bewässerung
Blumen lassen sich mit Kräutern und Gemüse kombinieren: Schnittlauch, Kapuzinerkresse und Kohlrabi teilen sich zum Beispiel einen Balkonkasten, und Schnittlauchblüten bieten Bienen Nahrung. Gegenseitige Schutzwirkungen von Nachbarn sind oft widersprüchlich belegt, zu enger Stand nimmt dagegen Licht und Luft. Ob deine geplanten Nachbarn zusammenpassen, kannst du im Planer für Mischkultur nachsehen.
Frühlingsblühende Blumenzwiebeln pflanzt du im Oktober in große Töpfe. Für den Herbst bringen niedrige Astern, Heidegewächse und Purpurglöckchen Blüten- und Blattschmuck in die Gefäße. Mit welchen Pflanzen dein Balkon in allen vier Jahreszeiten bunt und grün bleibt, zeigt ein eigener Ratgeber.
Auch winterharte Pflanzen sind im Kübel frostempfindlicher als ausgepflanzt, weil das Substrat schneller durchfriert. Viele frostempfindliche Kübelpflanzen überwintern in einem hellen, luftigen Quartier bei 5 bis 10 °C. Schutzmaßnahmen und Werte je Art erklärt der Abschnitt Überwintern im Ratgeber zum Balkon- und Kübelgarten.
Für viele oder größere Kübel und längere Abwesenheit eignet sich eine TröpfchenbewässerungBei der Tröpfchenbewässerung gelangt das Wasser langsam aus einzelnen Tropfstellen in Schläuchen oder Tropfern direkt in den Wurzelbereich der Pflanzen. Dabei geht nur wenig Wasser durch Verdunstung verloren.. Kalkempfindliche Pflanzen gießt du vorzugsweise mit Regenwasser. Wie du die Bewässerung planst und einstellst, steht dort im Abschnitt Gießen.

