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Nährstoffe für Balkon- und Kübelpflanzen: Was sie leisten und wie du sie im Topf hältst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Im Topf stammt die Versorgung nur aus der eingefüllten Erde und dem, was du nachdüngst.
  • Stickstoff unterstützt das vegetative Wachstum, Phosphor die generative Entwicklung, Kalium die Standfestigkeit.
  • Magnesium, Calcium und Schwefel zählen ebenfalls zu den Hauptnährstoffen.
  • Mit steigendem pH-Wert im Substrat werden Eisen, Mangan, Kupfer, Zink und Bor schlechter verfügbar.
  • Ablaufendes Gießwasser kann gelöste Nährstoffe mitnehmen, Düngerlösung gehört nur auf feuchte Erde.
  • Eine Leitfähigkeitsmessung zeigt den Gesamtsalzgehalt, aber keine einzelnen Nährstoffgehalte.

Im Balkonkasten hat deine Pflanze nur die Erde, die du eingefüllt hast, und das, was du nachdüngst. Was die Wurzeln dort nicht finden oder was das Gießwasser unten hinausträgt, fehlt ihr. Ich schaue deshalb bei jedem Kübel auf drei Dinge, bevor ich zum Dünger greife: wie viel Wurzelraum er hat, wie viel Wasser unten abläuft und wie heiß, kalt oder windig sein Platz ist.

Zuerst geht es darum, welche Aufgaben die einzelnen Nährstoffe übernehmen. Danach folgen die Grenzen des Topfes, die Frage, was Messgeräte tatsächlich anzeigen, und Depotdünger, die ihre Nährstoffe verzögert abgeben.

Welche Nährstoffe Balkon- und Kübelpflanzen brauchen

Pflanzenwurzeln nehmen Nährstoffe als Ionen auf, die im Bodenwasser gelöst sind. Welche Stoffe dazugehören und wofür die Pflanze sie braucht, zeigt die Übersicht.

Nährstoff Gruppe Rolle oder Besonderheit
Stickstoff (N) Hauptnährstoff unterstützt das vegetative Wachstum
Phosphor (P) Hauptnährstoff unterstützt die generative Entwicklung
Kalium (K) Hauptnährstoff unterstützt die Standfestigkeit
Magnesium (Mg) Hauptnährstoff notwendig für Assimilation und Blattgrün
Schwefel (S) Hauptnährstoff benötigt für den Eiweißaufbau
Eisen (Fe) Spurennährstoff an der Photosynthese beteiligt, von Bedeutung für Enzyme der Chlorophyllsynthese
Mangan, Kupfer, Zink, Bor Spurennährstoffe mit steigendem Substrat-pH schlechter verfügbar

Calcium zählt ebenfalls zu den Hauptnährstoffen, Molybdän und Chlor gehören zu den Spurennährstoffen. Vegetativ meint das Wachstum von Blatt und Trieb, generativ die Entwicklung von Blüte und Frucht.

Stickstoff, Phosphor und Kalium im Topf

Auf Düngerpackungen tauchen die drei als Kürzel N, P und K auf. Wie viel du davon gibst, richtet sich nach der Dosierungsanweisung des jeweiligen Produkts, nicht nach Gefühl.

Beim Stickstoff hat torffreie Erde eine Eigenheit. Auch vorgedüngt kann sie durch ihre Ersatzstoffe vorübergehend zu wenig pflanzenverfügbaren Stickstoff bereitstellen. Heller werdendes Laub kann darauf hindeuten.

Weil Stickstoff das vegetative Wachstum unterstützt, bekommen Obst- und Ziergehölze nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr. Ihre Triebe sollen ausreifen, statt weiter in die Länge zu gehen.

Phosphor ist gefragt, wenn deine Pflanzen blühen und fruchten sollen, Kalium unterstützt ihre Standfestigkeit.

Magnesium, Calcium und Schwefel

Neben N, P und K zählen auch Magnesium, Calcium und Schwefel zu den Hauptnährstoffen. Liest du von Sekundärnährstoffen, sind meist diese drei gemeint. Magnesium ist für die Assimilation und die Bildung von Blattgrün notwendig, Schwefel braucht die Pflanze für den Eiweißaufbau.

Bei Calcium gibt es eine Besonderheit, wenn du Nährsalze selbst ansetzt: In konzentrierten Stammlösungen kann es zusammen mit Sulfat als Gips ausfallen.

Dass Stickstoff allein nicht reicht, zeigt der Buchsbaum. Im Kübel braucht er neben Stickstoff weitere Nährstoffe, die ein geeigneter Buxus-Dünger mitliefert. Wie du dabei auch seinen Magnesiumbedarf deckst, steht im Ratgeber, wie du Buchsbäume im Kübel düngst.

Häufiger Fehler

Bei verfärbten Nadeln allein zu Bittersalz greifen. Eine alleinige Bittersalzgabe versorgt Koniferen zu einseitig und ersetzt keinen Koniferen-Volldünger. Ähnliche Schäden können unterschiedliche Ursachen haben, deshalb sollte die Düngung bei Nadelverfärbungen auf einer Laboruntersuchung samt pH-Wert beruhen.

Spurennährstoffe und der pH-Wert

Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor, Molybdän und Chlor sind Spurennährstoffe. Eisen ist an der Photosynthese beteiligt und für Enzyme der Chlorophyllsynthese von Bedeutung. Ob die Wurzeln an diese Stoffe herankommen, hängt auch am pH-Wert: Mit steigendem Substrat-pH nimmt die Verfügbarkeit von Eisen, Mangan, Kupfer, Zink und Bor ab.

Das hat Folgen für die Erde bei Surfinien. Für sie ist bei der Düngerwahl auch die Eisenversorgung zu berücksichtigen, und komposthaltige Eigenmischungen können für sie wegen ihres erhöhten pH-Wertes ungeeignet sein. Eisen aus dem Dünger wird schlechter verfügbar, wenn die Erde den pH-Wert anhebt. Nimm für Surfinien deshalb keine komposthaltige Eigenmischung.

Wie sich der pH-Wert im Topf entwickelt, hängt zusammen von der Stickstoffform des Düngers, der Carbonathärte des Gießwassers und der begrenzten Pufferung des Substrats ab. Kalkempfindliche Pflanzen gießt du vorzugsweise mit Regenwasser. Mehr dazu steht im Ratgeber, wie du den pH-Wert im Substrat misst und regulierst.

Was die Versorgung im Topf erschwert

Im Gefäß setzen drei Dinge der Versorgung Grenzen: der begrenzte Wurzelraum, das Wasser, das unten abläuft, und ein Standort, an dem Sonne, Kälte und Wind direkt auf den Topf treffen.

Begrenzter Wurzelraum

Die meisten handelsüblichen Pflanzerden bringen eine Grunddüngung mit. Im Topf ist dieser Vorrat aber auf die Erde begrenzt, die hineinpasst. Zur Einordnung: Für eine hochwachsende Stabtomate, die bis zum Herbst Früchte trägt, gelten 35 bis 40 Liter Substrat als optimal.

Mythos-Check

„Im engen Topf blüht die Schmucklilie besser.“ Ein absichtlich extrem enger Topf ist für Schmucklilien keine sinnvolle Blühstrategie. Ausreichender Wurzelraum verbessert ihre Wasser- und Nährstoffversorgung.

Wie viel Reserve die Erde hält, hängt an ihren Bestandteilen. Vermiculit kann als Tonmineral Nährstoffkationen puffern. Perlit und Blähton bringen viel Luft in die Mischung, ihre Nährstoffpufferung ist aber gering. Steckt viel davon in deiner Erde, hängt die Pflanze also stärker an dem, was du nachdüngst.

Substrate mit hohem Holz- oder Kokosfaseranteil sind leicht und gut durchlüftet, speichern aber weniger Wasser. In solcher Erde kontrollierst du die Feuchte häufiger. Auch die Wurzeln selbst zählen: Beim Buchsbaum im Kübel können geschädigte Wurzeln die Wasser- und Nährstoffaufnahme stören und dadurch Blattschäden verursachen.

Auswaschung: was das Gießwasser mitnimmt

Ein Gefäß braucht Ablauflöcher, damit sich an regenreichen Tagen kein Wasser staut. Beim Gießen feuchtest du das Substrat bis zum Topfboden durch. Beides ist richtig und hat doch eine Kehrseite. Wurzeln nehmen Nährstoffe gelöst auf, und was gelöst ist, kann ablaufendes Wasser auch aus dem Topf tragen. Bei leicht löslichen mineralischen Düngern verteilst du die Gaben deshalb nach Bedarf, um Stickstoffverluste durch Auswaschung zu begrenzen.

Nach starkem Regen leerst du die Untersetzer der meisten Kübelpflanzen zügig aus, denn Kübel dürfen nicht dauerhaft im Wasser stehen.

Düngerlösung gibst du nur auf feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche trocken wirken, während es weiter unten noch feucht ist. Ich hebe den Kübel deshalb vor dem Düngen kurz an und fühle mit dem Finger tiefer in der Erde nach. Ist sie durchgetrocknet, gieße ich zuerst mit klarem Wasser vor und gebe die Düngerlösung danach.

Hitze, Kälte und Wind

Schwarze Töpfe können sich in der Sonne stark erwärmen. Bei Tomaten kann das die Wurzeln am Topfrand schädigen, deshalb beschattest du die Gefäße bei stauender Hitze. Fruchtgemüse in kleinen Balkongefäßen braucht an heißen Tagen tägliche Bewässerung und eine laufende Kontrolle der Substratfeuchte.

Achtung

Bei großer Hitze und langen Trockenphasen gießt du schwach konzentrierte Düngerlösung auf vorher angefeuchtete Erde und nicht über die Pflanzen. Wenn du über das Blatt düngst, dann bei bedecktem Himmel oder am Abend, weil starke Sonne das Risiko für Salz- und Verbrennungsschäden erhöht.

Kälte trifft den Topf ebenfalls stärker als das Beet. Auch winterharte Pflanzen sind im Kübel frostempfindlicher als ausgepflanzt, weil das Substrat schneller durchfriert. Pelargonien legen bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C keine neuen Blüten an. Bleiben ihre Blüten in einer kühlen Phase aus, schau zuerst auf die Temperatur und dann auf den Dünger.

Auch Dünger reagieren auf Temperatur. Organische Dünger setzen ihre Nährstoffe über Mikroorganismen frei, und Wärme und Bodenfeuchte begünstigen das. Stellst du in einer kühlen Phase einen Mangel in torffreier Erde fest, ist organischer Dünger deshalb nicht der schnelle Weg. Mineralische und flüssige Dünger können einen festgestellten Mangel in torffreier Gefäßerde vergleichsweise schnell ausgleichen.

Wind zählt beim Gemüse im Gefäß neben Art, Sorte, Wetter, Substrat und Sonne zu den Faktoren, von denen der Wasserbedarf abhängt. Beim Buchsbaum können Sonne und starke Winde bei trockenem Boden Verbrennungen verursachen. An einem windigen Platz prüfst du vor dem Düngen besonders genau, ob die Erde feucht ist. Hohe Kübelpflanzen brauchen dort standfeste Gefäße, damit kräftiger Wind sie nicht umwirft.

Messgeräte und Sensoren: was sie über die Versorgung verraten

Messgeräte und Sensoren können die Versorgung im Topf sichtbarer machen. Sie helfen dir aber nur, wenn du weißt, was sie tatsächlich messen.

Leitfähigkeit: Salzgehalt statt Nährstoffliste

Zeigt dir ein Gerät einen Nährstoffwert an, lohnt der Blick ins Datenblatt. Steckt eine Leitfähigkeitsmessung dahinter, kurz EC, gilt eine klare Grenze.

Mythos-Check

„Der Messwert zeigt, welcher Nährstoff fehlt.“ Eine Leitfähigkeitsmessung erfasst den Gesamtsalzgehalt, und dazu gehören auch Ionen, die keine Nährstoffe sind. Einzelne Nährstoffgehalte bestimmt sie nicht.

Überdüngung kann den Salzgehalt im Substrat erhöhen, und genau diesen Gesamtsalzgehalt erfasst die Leitfähigkeit. Ein auffällig hoher Wert ist deshalb ein Anlass, deine Düngung zu prüfen. Welcher einzelne Nährstoff zu viel oder zu wenig da ist, verrät er dir nicht. Selbst bei Nährlösungen verhindert eine Steuerung allein über EC- und pH-Werte bei längerem Umlauf keine Über- oder Unterversorgung mit einzelnen Nährstoffen.

pH-Messung

Auch pH-Werte brauchen Sorgfalt. Wasser-, Calciumchlorid- und Kaliumchloridextrakte können unterschiedliche Werte liefern, deshalb gehört zu jedem Wert die Angabe der Messlösung. Ich nehme jeden Messwert als Anlass, mir Erde, Wurzeln und Blätter anzusehen, bevor ich dünge.

Mini-Checkliste

Bevor du einem Messwert folgst:

  • pH-Elektrode mit geeigneten Pufferlösungen kalibrieren, zum Beispiel bei pH 4 und pH 7.
  • Zu jedem pH-Wert die Messlösung notieren.
  • Einen EC-Wert als Gesamtsalzgehalt lesen, nicht als Liste einzelner Nährstoffe.
  • Vor der Düngergabe prüfen, ob die Erde feucht ist.

Feuchte im Blick: Sensoren und Tropfbewässerung

Für die Nährstoffe zählt die Feuchte, weil Düngerlösung nur auf feuchte Erde gehört. Dafür gibt es einfache Technik: Ein feuchteabhängiger Tonkegelsensor kann ein Schlauchventil ohne Strom und Batterie öffnen und es schließen, sobald die Erde ausreichend feucht ist.

Für viele oder größere Kübel und längere Abwesenheit eignet sich eine Tröpfchenbewässerung. Sie braucht einen Filter, weil die Tropfer verstopfen oder verkalken können. Beim Auslitern misst du, wie viel Wasser in welcher Zeit herauskommt, und stimmst die Laufzeiten darauf ab. Installiere eine Automatik frühzeitig vor der Abwesenheit und teste Einstellung und festen Schlauchsitz. Hängt sie an der Trinkwasserleitung, empfiehlt sich ein Systemtrenner zum Schutz des Trinkwassernetzes.

Neue Düngemittel: Depotdünger und selbst angesetzte Lösungen

Bei umhüllten mineralischen Depotdüngern verzögert eine Hüllschicht die Freisetzung der Nährstoffe. Wie schnell sie freigeben, hängt von Feuchtigkeit, Temperatur und der jeweiligen Formulierung ab. Ein Depotdünger richtet sich also nicht nach dem Kalender, sondern nach den Bedingungen im Topf.

Langzeitdünger mischst du gleichmäßig ins Pflanzsubstrat. Gibst du ihn nachträglich, verteilst du ihn auf der Oberfläche, bedeckst ihn mit Erde und gießt von oben. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen in den ersten 4 bis 6 Wochen keine zusätzliche Düngung. Den Start mit Langzeitdünger und erster Flüssiggabe beschreibt der Ratgeber, wie du frisch gepflanzte Balkonpflanzen durch die Anwuchsphase düngst.

Für starkzehrende Pelargonien ohne Langzeitdüngervorrat gilt nach dem Einwurzeln mit beginnendem Wachstum ein Rhythmus von 10 bis 14 Tagen mit flüssigem Volldünger. Steckt ein Depotdünger in der Erde, trifft die Voraussetzung dafür nicht zu. Du übernimmst den Rhythmus dann nicht ungeprüft.

Marias Erfahrung

Ich notiere mir für jeden Kasten, wann ich gepflanzt habe, ob ein Depotdünger in der Erde steckt und wann ich zuletzt flüssig gedüngt habe. Diese Notiz lese ich, bevor ich Dünger ins Gießwasser gebe.

Wer Nährsalze selbst zu einer Lösung ansetzt, muss Prozentangaben in Gramm übersetzen können.

Zahl im Blick

Ist eine Düngerlösung als Masse pro Volumen angegeben, entsprechen 0,1 % genau 1 g Dünger je Liter fertiger Lösung. Beim Ansetzen einer Stammlösung löst du das Salz schrittweise auf und füllst erst danach bis zum vorgesehenen Endvolumen auf.

Rhythmus, Pflanzengruppe und Düngerart kurz eingeordnet

Für Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase reicht die Düngezeit von Ende April bis August, damit sie danach ausreifen können. Den Ablauf über die ganze Saison samt Winter findest du im Ratgeber, wie oft und bis wann du Balkonpflanzen im Jahreslauf düngst.

Beim Stickstoffbedarf zählen Tomaten zur hohen, Möhren und Spinat zur mittleren und Radieschen, Erbsen und Bohnen zur niedrigen Bedarfsgruppe. Unter den Kübelpflanzen gehört Oleander zu den stark, die Schmucklilie zu den mittelstark und die Olive zu den schwach zehrenden. Rhythmen für Pelargonien, Obstgehölze und Kübeltomaten stehen im Ratgeber zum Balkon- und Kübelgarten, im Teil dazu, wie du im Kübel nach Startvorrat, Rhythmus und Pflanzengruppe düngst.

Bei Balkonblumen zählt neben dem Bedarf auch die Salztoleranz. Zur Orientierung haben Knollenbegonien und Fuchsien hohen Nährstoffbedarf bei niedriger Salztoleranz, Petunien hohen und Geranien mittleren Bedarf bei jeweils hoher Salztoleranz. Die passende Düngerwahl erklärt der Ratgeber, welcher Blühpflanzendünger zu Geranien, Petunien, Begonien und Fuchsien passt.

Kompost enthält je Liter durchschnittlich 3 bis 7 g Gesamtstickstoff, je nach Zusammensetzung. Im ersten Jahr nach der Gabe stehen davon nur etwa 10 bis 30 % zur Verfügung. Mineralische, flüssige und organische Dünger im Vergleich findest du im Ratgeber zum Balkon- und Kübelgarten unter Nährstoffe und Düngerarten.

Gesiebt kannst du Kompost dem Balkonkastensubstrat mit einem Anteil von höchstens 30 % beimischen; für Heidelbeeren und andere Moorbeetpflanzen eignet er sich wegen seiner Kalkwirkung nicht. Festes Bokashi-Ferment muss vor der Verwendung als Dünger weiter kompostiert werden und darf nicht direkt an Pflanzen gelangen. Bei selbst angesetzter Pflanzenjauche schwankt der Nährstoffgehalt mit Pflanzenart, Entwicklungszustand und Erntezeit.

Mangel, Überdüngung und Pflegefehler erkennen

Blattbilder sind Hinweise, keine Diagnosen. Schlaffe, welke Blätter etwa können Trockenstress anzeigen, aber ebenso beginnende Wurzelfäule. Welcher Nährstoffmangel hinter welchem Blattbild stecken kann und was ihn begünstigt, erklärt der Ratgeber, wie du Nährstoffmangel bei Kübelpflanzen erkennst.

Braune Blattränder zusammen mit braunen Wurzeln und weißem Substratbelag können bei Zimmerpflanzen auf einen durch Überdüngung erhöhten Salzgehalt hinweisen. Mehr dazu steht im Ratgeber zum Balkon- und Kübelgarten unter Nährstoffmangel und Überdüngung.

Kranke Kübelpflanzen düngst du erst wieder, wenn sie sich erholt haben. Blühfaule Pflanzen mit langen, lichten Trieben können an einem für ihre Art zu schattigen Platz stehen, dann prüfst du zuerst den Standort.

Beim Umtopfen soll der neue Topf oben mindestens 2 cm mehr Durchmesser haben als der bisherige. Den Ballen setzt du so ein, dass seine Oberkante etwa 3 cm unter dem Topfrand liegt. Umtopfen und Schnitt behandelt der Ratgeber zum Balkon- und Kübelgarten im Abschnitt Pflege.

Häufige Fragen

Welche Hauptnährstoffe benötigen Balkonpflanzen für gesundes Wachstum?
Zu den Hauptnährstoffen zählen Stickstoff, Phosphor und Kalium sowie Magnesium, Calcium und Schwefel. Stickstoff unterstützt das vegetative Wachstum von Blatt und Trieb, Phosphor die generative Entwicklung, Kalium die Standfestigkeit. Magnesium ist für die Assimilation und die Bildung von Blattgrün notwendig, Schwefel für den Eiweißaufbau. Dazu kommen Spurennährstoffe wie Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor, Molybdän und Chlor.
Wie oft sollte man Kübelpflanzen düngen?
Das hängt von der Pflanzengruppe und vom Startvorrat in der Erde ab. Starkzehrende Pelargonien ohne Langzeitdüngervorrat bekommen nach dem Einwurzeln mit beginnendem Wachstum alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger. Für Obstgehölze im Kübel gilt während der Hauptwachstumszeit bis Ende Juni eine Gabe flüssigen Obstbaumdüngers alle 2 bis 3 Wochen. Die Menge richtet sich immer nach der Dosierungsanweisung des jeweiligen Produkts.
Was unterscheidet Flüssigdünger von Langzeitdünger bei Balkonpflanzen?
Flüssigdünger gibst du mit dem Gießwasser auf feuchte Erde, und flüssige Dünger können einen festgestellten Nährstoffmangel in torffreier Gefäßerde vergleichsweise schnell ausgleichen. Bei umhüllten Depotdüngern verzögert eine Hüllschicht die Freisetzung, deren Tempo von Feuchtigkeit, Temperatur und Formulierung abhängt. Langzeitdünger mischst du beim Pflanzen gleichmäßig ins Substrat; nachträglich verteilst du ihn auf der Oberfläche, deckst ihn mit Erde ab und gießt von oben.
Wie kann man bei Balkonpflanzen eine Überdüngung vermeiden?
Halte dich an die Dosierungsanweisung des Produkts und gib Düngerlösung nur auf feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde brauchen Kübelpflanzen in den ersten 4 bis 6 Wochen keine zusätzliche Düngung. Kranke Pflanzen düngst du erst nach ihrer Erholung wieder. Braune Blattränder zusammen mit braunen Wurzeln und weißem Substratbelag können bei Zimmerpflanzen auf einen durch Überdüngung erhöhten Salzgehalt hinweisen.
Welche Rolle spielt der pH-Wert der Topferde bei der Nährstoffaufnahme?
Mit steigendem pH-Wert im Substrat nimmt die Verfügbarkeit von Eisen, Mangan, Kupfer, Zink und Bor ab. Wie sich der pH-Wert im Topf entwickelt, hängt von der Stickstoffform des Düngers, der Carbonathärte des Gießwassers und der begrenzten Pufferung des Substrats ab. Manche Pflanzen brauchen ausdrücklich saures Substrat, Kulturheidelbeeren im Kübel etwa einen pH-Wert von ungefähr 4,0 bis 5,0.
Worin unterscheiden sich organische und mineralische Dünger für Topfpflanzen?
Organische Dünger setzen ihre Nährstoffe über Mikroorganismen frei, und Wärme und Bodenfeuchte begünstigen diese Freisetzung. Bei Kompost stehen im ersten Jahr nach der Gabe nur etwa 10 bis 30 % des enthaltenen Gesamtstickstoffs zur Verfügung. Mineralische Dünger können einen festgestellten Nährstoffmangel in torffreier Gefäßerde vergleichsweise schnell ausgleichen. Sind sie leicht löslich, begrenzen bedarfsgerecht verteilte Gaben die Stickstoffverluste durch Auswaschung.
Wie beeinflusst die Wurzelentwicklung die Nährstoffaufnahme bei Topfpflanzen?
Wurzeln nehmen Nährstoffe als im Bodenwasser gelöste Ionen auf, im Topf also aus dem Substrat, das dort vorhanden ist. Ausreichender Wurzelraum verbessert zum Beispiel bei Schmucklilien die Wasser- und Nährstoffversorgung. Geschädigte Wurzeln können die Aufnahme dagegen stören und beim Buchsbaum im Kübel dadurch Blattschäden verursachen. Beim Umtopfen soll der obere Durchmesser des neuen Topfes mindestens 2 cm größer sein als beim bisherigen.
Welche Nährstoffe braucht eine Pflanze für Blattgrün und Photosynthese?
Magnesium ist für die Assimilation und die Bildung von Blattgrün notwendig. Eisen ist an der Photosynthese beteiligt und für Enzyme der Chlorophyllsynthese von Bedeutung. Weil Eisen mit steigendem pH-Wert im Substrat schlechter verfügbar wird, gehört bei der Eisenversorgung auch der pH-Wert der Erde in den Blick.
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