Wasserlösliche Dünger für Kübelpflanzen: richtig auflösen, dosieren und ausbringen
- Die Düngermenge bestimmt die Dosierungsanweisung auf der Verpackung, nicht das Augenmaß.
- Dünger schrittweise in einem Teil des Wassers auflösen und erst danach bis zur Endmenge auffüllen.
- Eine Prozentangabe als Masse pro Volumen bezieht sich auf die fertige Lösung, nicht auf das Wasser davor.
- Düngerlösung nur auf feuchte Erde gießen, bei großer Hitze bodennah statt über die Pflanzen.
- Blattdüngung bei bedecktem Himmel oder abends, weil starke Sonne das Risiko von Salz- und Verbrennungsschäden erhöht.
Wasserlöslicher Dünger kommt mit dem Gießwasser direkt an die Wurzeln deiner Kübelpflanzen. Das ist praktisch, denn jede Gabe misst du selbst ab. Es hat aber eine Kehrseite: Düngerlösung auf trockener Erde kann die Wurzeln schädigen. Ich prüfe deshalb vor dem Düngen, ob die Erde auch weiter unten im Topf feucht ist, und setze die Lösung erst danach an.
Es geht um vier Handgriffe: den passenden Dünger wählen, ihn sauber in Wasser auflösen, die Menge bestimmen und die Lösung gießen oder sprühen.
Was wasserlöslichen Dünger von anderen Düngern unterscheidet
Pflanzenwurzeln nehmen Nährstoffe als Ionen auf, die im Bodenwasser gelöst sind. Wasserlöslicher Dünger bringt sie schon gelöst mit dem Gießwasser in den Topf. Bei umhüllten Depotdüngern verzögert dagegen eine Hüllschicht die Freisetzung. Wie schnell sie läuft, hängt von Feuchtigkeit, Temperatur und Produktformulierung ab. Aus organischer Substanz setzen Mikroorganismen die Nährstoffe frei, begünstigt durch Wärme und Bodenfeuchte. Beim DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. bestimmen also Feuchte und Temperatur das Tempo, beim Dünger aus der Gießkanne bestimmst du es mit jeder Gabe selbst.
Mineralische und flüssige Dünger können einen festgestellten Nährstoffmangel in torffreier Gefäßerde vergleichsweise schnell ausgleichen. Was gelöst ist, kann allerdings auch ausgewaschen werden. Verteilst du leicht lösliche mineralische Dünger in Gaben nach Bedarf, hilft das, die Stickstoffverluste durch AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. zu begrenzen.
Wer lieber einen Vorrat in den Topf gibt, findet im passenden Ratgeber, wie viel Langzeitdünger, Granulat und Düngesticks ein Topf bekommt.
Den passenden Dünger auswählen
Wasserlösliche Dünger gibt es als Pulver oder Salz zum Auflösen und als Flüssigkonzentrat zum Verdünnen. Die Form bestimmt den Handgriff, für die Wahl schaust du auf den Inhalt. Stickstoff unterstützt das vegetative Wachstum, Phosphor die generative Entwicklung und Kalium die Standfestigkeit. Wie viel davon deine Pflanzen brauchen, erklärt der Abschnitt über Nährstoffe und Düngerarten im Ratgeber zum Balkon- und Kübelgarten.
Bei einigen Pflanzen lohnt ein zweiter Blick auf das Etikett:
- Buchsbaum im Kübel: Er braucht neben Stickstoff weitere Nährstoffe, die ein geeigneter Buxus-Dünger mitliefert.
- Surfinien: Bei der Düngerwahl zählt auch die Eisenversorgung.
- Koniferen: Bittersalz allein versorgt sie zu einseitig und ersetzt keinen Koniferen-Volldünger.
- Balkongemüse: Braucht es während des Fruchtwachstums eine Nachdüngung, eignet sich handelsüblicher Flüssigdünger.
Für Balkonblumen mit Blühschwerpunkt zeigt ein eigener Ratgeber, welcher Blühpflanzendünger zu Geranien, Petunien, Begonien und Fuchsien passt.
Dünger in Wasser auflösen: so setzt du die Lösung an
Die Menge legt die Dosierungsanweisung auf der Verpackung fest, nicht die Größe der Gießkanne. Lies sie, bevor du etwas abmisst, und geh dann so vor:
- Miss die Düngermenge ab, die das Etikett für die geplante Endmenge an Lösung angibt.
- Fülle zuerst nur einen Teil des Wassers in die Gießkanne.
- Gib den Dünger nach und nach dazu und rühre, bis er sich gelöst hat.
- Fülle erst dann bis zur vorgesehenen Endmenge auf und rühre noch einmal durch.
Ist die Konzentration einer Düngerlösung als Masse pro Volumen angegeben, entsprechen 0,1 % genau 1 g Dünger je Liter fertiger Lösung. Bezugsgröße ist die fertige Lösung, nicht das Wasser, das du zu Beginn eingefüllt hast.
Die Prozentangabe bezieht sich also auf das Volumen der fertigen Lösung. Darum stimmt die Konzentration nur, wenn du nach dem Auflösen genau bis zur Endmenge auffüllst. Schätzt du den Füllstand nur, weißt du nicht, wie stark deine Lösung ist.
An meiner Gießkanne habe ich die Füllhöhe für die Endmenge mit einem wasserfesten Stift markiert. Nach dem Auflösen fülle ich immer bis zu dieser Linie auf, statt den Füllstand zu schätzen.
Stammlösung oder frisch angesetzt?
Eine Stammlösung ist ein Konzentrat, das du vor dem Gebrauch weiter verdünnst. Die Gebrauchslösung ist die fertige Mischung in der Gießkanne, mit der du düngst.
In konzentrierten Dünger-Stammlösungen können Calcium und Sulfat als Gips ausfallen. Was ausfällt, ist nicht mehr gelöst. Ich setze deshalb keine Vorratslösung an, sondern mische die Gebrauchslösung jedes Mal frisch nach Etikett.
Welches Wasser du nimmst
Leitungswasser kannst du für Kübelpflanzen grundsätzlich verwenden, solange du seinen Kalkgehalt und die Ansprüche deiner Pflanzen beachtest. Kalkempfindliche Pflanzen gießt du vorzugsweise mit Regenwasser. Wie sich der pH-Wert im Topf entwickelt, hängt von der Stickstoffform des Düngers, der CarbonathärteDie Carbonathärte ist der Teil der Gesamthärte des Wassers, der auf Calcium- und Magnesiumcarbonat zurückgeht. Sie wirkt alkalisch und beeinflusst deshalb den pH-Wert der Topferde, wenn du mit diesem Wasser gießt. des Gießwassers und der begrenzten Pufferung des Substrats ab. Mit steigendem pH-Wert nimmt die Verfügbarkeit von Eisen, Mangan, Kupfer, Zink und Bor ab. Das Wasser, in dem du den Dünger löst, beeinflusst also über den pH-Wert mit, wie gut diese SpurennährstoffeSpurennährstoffe sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in geringen Mengen aufnehmen, auf die sie aber trotzdem angewiesen sind. Dazu zählen etwa Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän. verfügbar bleiben.
Die richtige Menge: warum das Etikett auch für hungrige Pflanzen gilt
Beim Ansetzen einer Lösung löst du Düngersalz in Wasser, und Balkonpflanzen vertragen Salz unterschiedlich gut. Die Übersicht zeigt Nährstoffbedarf und Salztoleranz einiger bekannter Arten:
| Balkonpflanze | Nährstoffbedarf | Salztoleranz |
|---|---|---|
| Knollenbegonie | hoch | niedrig |
| Fuchsie | hoch | niedrig |
| Geranie | mittel | hoch |
| Petunie | hoch | hoch |
Knollenbegonien und Fuchsien brauchen viele Nährstoffe, vertragen aber wenig Salz. Bei ihnen misst du die Etikettmenge deshalb besonders genau ab, statt wegen des hohen Bedarfs nachzulegen.
Falls du ein Leitfähigkeitsmessgerät benutzt: Es erfasst den Gesamtsalzgehalt der Lösung einschließlich der Ionen, die keine Nährstoffe sind. Welcher Nährstoff wie stark vertreten ist, zeigt es nicht.
Wann du düngst und wann du pausierst
Nach dem Umtopfen
Beim Umtopfen soll der obere Durchmesser des neuen Topfes mindestens 2 cm größer sein als beim bisherigen. Mehr zu Umtopfen und Schnitt steht im Abschnitt Pflege des Ratgebers zum Balkon- und Kübelgarten.
Für das Düngen zählt danach die neue Erde. Die meisten handelsüblichen Pflanzerden enthalten bereits eine Grunddüngung. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde ist gewöhnlich für 4 bis 6 Wochen keine weitere Düngung nötig. Torffreie Erde kann allerdings auch vorgedüngt durch ihre Ersatzstoffe vorübergehend zu wenig pflanzenverfügbaren Stickstoff liefern. Das kann sich an heller werdendem Laub zeigen. In torffreier Erde wartest du die Startphase also nicht blind ab, sondern behältst die Blattfarbe im Blick.
Die Düngesaison
Hat eine Kübelpflanze eine winterliche Ruhephase, reicht ihre Düngezeit von Ende April bis August. Danach kann sie ausreifen. Obst- und Ziergehölzen gibst du nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit die Triebe ausreifen. Kranke Kübelpflanzen bekommen erst wieder Dünger, wenn sie sich erholt haben.
Wie oft je Pflanzengruppe
Der Rhythmus hängt an der Pflanze: Das Fleißige Lieschen im Kübel wird mäßig gedüngt, etwa alle zwei Wochen mit wasserlöslichem Dünger. Für Obstgehölze im Kübel gilt in der Hauptwachstumszeit bis Ende Juni die Empfehlung, alle 2 bis 3 Wochen flüssigen Obstbaumdünger zu geben. Die Rhythmen weiterer Gruppen beschreibt der Abschnitt Düngen im Kübel im Ratgeber zum Balkon- und Kübelgarten.
Gießdüngung: so kommt die Lösung an die Wurzel
Düngerlösung gehört bei Kübelpflanzen nur auf feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche trocken sein, während der untere Topfbereich noch feucht ist. Prüfe deshalb die Feuchte weiter unten im Substrat, auch das Gewicht des Gefäßes hilft dabei. Ich stecke dafür den Finger tief in die Erde und hebe kleinere Töpfe kurz an. Ist ein Ballen ganz ausgetrocknet, tauchst du ihn, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen, und düngst erst danach.
Dünger in einen schlappen Topf gießen, ohne die Erde zu prüfen. Schlaffe, welke Blätter können Trockenstress anzeigen, aber auch beginnende Wurzelfäule. Ist der Ballen trocken, bekommt er zuerst klares Wasser. Ist er nass und die Pflanze trotzdem schlapp, wartest du mit dem Dünger, denn kranke Kübelpflanzen werden erst nach ihrer Erholung gedüngt.
Die Lösung gießt du bodennah, am besten morgens. So bleibt das Laub weitgehend trocken, und die Gefahr von Pilzkrankheiten sinkt. Bei großer Hitze und langen Trockenphasen kommt eine schwach konzentrierte Düngerlösung auf vorher angefeuchtete Erde, nicht über die Pflanzen. Auf dem Balkon achtest du zusätzlich darauf, dass kein Gießwasser an der Fassade herunterläuft oder auf den Balkon darunter tropft.
Damit sich kein Wasser staut, braucht jedes Gefäß Ablauflöcher, und Kübel dürfen nicht dauerhaft im Wasser stehen. Nach starkem Regen leerst du die Untersetzer der meisten Kübelpflanzen zügig. Mehr dazu steht im Abschnitt Gefäß und DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. des Ratgebers zum Balkon- und Kübelgarten.
Dosierung vom Etikett abgelesen. Dünger in einem Teil des Wassers gelöst und bis zur Endmenge aufgefüllt. Erde auch weiter unten feucht. Lösung bodennah gegossen, nicht über das Laub.
Blattdüngung: wann Sprühen passt
Bei der BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe. sprühst du die Düngerlösung auf die Blätter, statt sie in den Topf zu gießen. Sprühe vorzugsweise bei bedecktem Himmel oder abends, denn starke Sonne erhöht das Risiko von Salz- und Verbrennungsschäden. Die Konzentration liest du auch hier in der Dosierungsanweisung des Produkts ab. Nennt die Verpackung keine Menge für die Blattdüngung, fehlt dir die Grundlage zum Sprühen, und du bleibst beim Gießen.
Bei großer Hitze gehört Düngerlösung nicht über die Pflanzen, und starke Sonne macht das Sprühen riskant. An heißen, sonnigen Tagen fällt die Blattdüngung damit aus, die Lösung kommt dann bodennah in den Topf. Ich gieße meinen Dünger deshalb fast immer und nehme die Sprühflasche nur an trüben Tagen oder abends zur Hand.
Wenn die Pflanze trotz Dünger schwächelt
Bei Zimmerpflanzen kann Blattvergilbung mit anschließendem Blattfall nicht nur von Nährstoffmangel kommen, sondern auch von Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten.. Braune Blattränder zusammen mit braunen Wurzeln und weißem Belag auf dem Substrat können dort auf einen durch Überdüngung erhöhten Salzgehalt hinweisen. Beim Einordnen helfen dir der Abschnitt Nährstoffmangel und Überdüngung im Ratgeber zum Balkon- und Kübelgarten und der Ratgeber, woran du Nährstoffmangel an Kübelpflanzen erkennst.
Pflanzenjauche und torffreie Erde
Selbst angesetzte PflanzenjauchePflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. ist eine flüssige Alternative zum gekauften Dünger. Ihr Nährstoffgehalt schwankt mit Pflanzenart, Entwicklungszustand und Erntezeit, sodass du sie nicht so genau dosierst wie einen Dünger mit Etikett. Torffreie Erde und das Aufbereiten gebrauchter Erde behandelt der Abschnitt Erde und Substrat im Ratgeber zum Balkon- und Kübelgarten.

