Blühpflanzendünger: Was Geranien, Petunien, Begonien und Fuchsien auf dem Balkon brauchen
- Stickstoff unterstützt das vegetative Wachstum, Phosphor die generative Entwicklung und Kalium die Standfestigkeit.
- Petunien haben einen hohen, Geranien einen mittleren Nährstoffbedarf, beide vertragen viel Salz.
- Knollenbegonien und Fuchsien brauchen viele Nährstoffe, vertragen aber wenig Salz.
- Für Surfinien gehört die Eisenversorgung zur Düngerwahl.
- Düngerlösung kommt nur auf feuchte Erde, die Menge richtet sich nach der Dosieranleitung.
- Lange, lichte Triebe ohne Blüten können auf einen zu schattigen Standort hindeuten.

Wenn Petunien und Geranien mitten im Sommer weniger Knospen ansetzen, liegt der Griff zur Düngerflasche nahe. Ich lese vorher zwei Dinge genau: die Angaben auf der Packung und die Pflanze selbst. Düngerlösung auf trockener Erde kann nämlich die Wurzeln schädigen, und nicht jede blühfaule Pflanze hat Hunger. Bei Geranien, Petunien, Knollenbegonien und Fuchsien schaue ich auf zwei Punkte: wie viele Nährstoffe sie brauchen und wie viel Salz sie vertragen.
Was N, P und K auf der Packung bedeuten
Auf der Düngerpackung stehen die Gehalte an Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Ich drehe die Flasche im Laden zuerst um und lese diese Angaben, bevor ich auf die Vorderseite schaue. Stickstoff unterstützt das vegetative Wachstum, also Blätter und Triebe. Phosphor unterstützt die generative Entwicklung, zu der die Blütenbildung gehört, und Kalium die Standfestigkeit der Pflanze.
Daraus folgt für Blühpflanzen: Ein Dünger, der fast nur Stickstoff liefert, fördert vor allem das Laub. Achte deshalb darauf, dass Phosphor und Kalium ebenfalls enthalten sind, wie es bei einem VolldüngerEin Volldünger, auch NPK-Dünger genannt, enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem Produkt. Häufig sind zusätzlich Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemischt. der Fall ist.
Für deine Auswahl zählen drei Fragen: Sind N, P und K alle enthalten, braucht deine Art etwas Besonderes wie Eisen, und wie viel Salz verträgt sie?
Neben N, P und K braucht eine Pflanze weitere Nährstoffe: MagnesiumMagnesium ist ein lebensnotwendiger Pflanzennährstoff, der im Blattgrün (Chlorophyll) jedes Blattes steckt. Fehlt Magnesium, vergilben die Blätter; diese Aufhellung heißt Chlorose. für die Bildung von Blattgrün, Eisen für Enzyme der Chlorophyllsynthese. Welche Aufgaben Haupt- und SpurennährstoffeSpurennährstoffe sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in geringen Mengen aufnehmen, auf die sie aber trotzdem angewiesen sind. Dazu zählen etwa Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän. im Topf übernehmen, erklärt der Ratgeber zur Nährstoffversorgung von Balkonpflanzen.
Welcher Dünger zu Geranien, Petunien, Begonien und Fuchsien passt
In einer Vergleichstabelle für Balkonpflanzen sind die vier nach Nährstoffbedarf und Salztoleranz eingeordnet. Die letzte Spalte zeigt, was ich daraus für die Düngung ableite.
| Pflanze | Nährstoffbedarf | Salztoleranz | Was das für deinen Dünger heißt |
|---|---|---|---|
| Geranien (Pelargonien) | mittel | hoch | ohne LangzeitdüngerEin Langzeitdünger, auch Depotdünger genannt, gibt seine Nährstoffe nicht sofort, sondern verzögert über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen ab. Das gilt für entsprechend gekennzeichnete Mineraldünger und ebenso für organische Dünger.: flüssiger Volldünger im festen Rhythmus |
| Petunien | hoch | hoch | regelmäßig düngen, bei Surfinien auf Eisen achten |
| Knollenbegonien | hoch | niedrig | regelmäßig düngen, Menge genau abmessen |
| Fuchsien | hoch | niedrig | regelmäßig düngen, Menge genau abmessen |
Salztoleranz beschreibt, wie gut eine Pflanze einen erhöhten Salzgehalt im Substrat verträgt. Mineralischer Dünger löst sich als Salz im Gießwasser, und ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt. kann den Salzgehalt erhöhen. Pflanzen mit niedriger Salztoleranz reagieren deshalb empfindlicher auf eine zu hohe Düngermenge.
Geranien: Volldünger im festen Rhythmus
Pelargonien werden in Düngeempfehlungen als StarkzehrerStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. geführt. In der Vergleichstabelle liegen Geranien trotzdem eine Stufe unter Petunien, Fuchsien und Knollenbegonien. Stehen deine Pelargonien ohne Langzeitdüngervorrat im Kasten, bekommen sie nach dem Einwurzeln mit beginnendem Wachstum alle 10 bis 14 Tage flüssigen Volldünger. Ihre Salztoleranz ist hoch, die Dosieranleitung auf der Packung gilt trotzdem. Ich schreibe mir das Datum jeder Gabe auf einen Zettel an der Balkontür, damit ich den Abstand im Blick behalte.
Petunien und Surfinien: Eisen gehört dazu
Petunien brauchen viele Nährstoffe und vertragen zugleich viel Salz. Bei Surfinien kommt ein Punkt hinzu: Bei der Düngerwahl ist auch ihre Eisenversorgung zu berücksichtigen. Ich nehme für sie einen Dünger, der Eisen auf der Packung ausweist.
Komposthaltige Eigenmischungen können für Surfinien wegen ihres erhöhten pH-Werts ungeeignet sein, und mit steigendem pH nimmt die Verfügbarkeit von Eisen ab. Das Eisen aus dem Dünger kommt in einer solchen Mischung also womöglich schlechter bei der Pflanze an. Wie du den pH-Wert misst und einordnest, steht im Ratgeber darüber, wie der pH-Wert die Nährstoffaufnahme beeinflusst.
Knollenbegonien und Fuchsien: viel Bedarf, wenig Salztoleranz
Knollenbegonien und Fuchsien haben einen hohen Nährstoffbedarf, aber eine niedrige Salztoleranz. Sie brauchen also regelmäßig Dünger, doch jede Gabe über der Dosieranleitung trifft sie stärker als Petunien oder Geranien. Ich messe die Menge für diese beiden mit dem Messbecher ab und gebe die Lösung nur auf Erde, die ich vorher angefeuchtet habe. Die Einordnung gilt für Knollenbegonien, andere Begonien sind darin nicht erfasst.
Und das Fleißige Lieschen?
Für das Fleißige Lieschen ist eine mäßige Düngung empfehlenswert. Im Kübel versorgst du es etwa alle zwei Wochen mit wasserlöslichem Dünger.
So bringst du Blühdünger richtig aus
Die Menge richtet sich nach der Dosieranleitung auf der Packung. Ich halte mich daran und runde nicht auf, auch wenn eine Pflanze schwach wirkt. Düngerlösung gehört nur auf feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen.
Die Düngerlösung kommt auf einen ausgetrockneten Balkonkasten. Auf trockener Erde kann sie die Wurzeln schädigen. Gieß den Kasten zuerst mit klarem Wasser an und dünge erst danach.
Bei großer Hitze und langen Trockenphasen nimmst du eine schwach konzentrierte Düngerlösung. Sie kommt auf die vorher angefeuchtete Erde und nicht über Blätter und Blüten. Kranke Pflanzen düngst du erst wieder, wenn sie sich erholt haben.
Bei leicht löslichen mineralischen Düngern helfen bedarfsgerecht verteilte Gaben, Stickstoffverluste durch AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. zu begrenzen. Verteile den Dünger deshalb über die Saison, statt ihn auf einmal zu geben. Wenn du Pulver selbst auflöst, findest du die Schritte im Ratgeber, wie du wasserlösliche Dünger anrührst und ausbringst.
Ich rühre die Düngerlösung in einer eigenen, beschrifteten Kanne an. Frisch umgetopfte und kranke Pflanzen gieße ich aus einer zweiten Kanne mit klarem Wasser.
Wie oft und bis wann
In ihrer Wachstumszeit können Balkonblumen wöchentlich Flüssigdünger über das Gießwasser bekommen, die Produktdosierung gilt dabei. Für Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase reicht die Düngezeit von Ende April bis August, damit sie danach ausreifen können. Den Ablauf über die ganze Saison zeigt der Ratgeber, wie du Balkonpflanzen im Jahresverlauf düngst.
Vorgedüngte Erde und Langzeitdünger
Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde ist gewöhnlich für 4 bis 6 Wochen keine weitere Düngung nötig. Wie es danach weitergeht, steht im Ratgeber, wie du frisch gepflanzte Balkonpflanzen düngst. Wie viel Langzeitdünger ein Topf bekommt, erklärt der Ratgeber zur Menge von Langzeitdünger, Granulat und Düngesticks.
Flüssig, fest oder organisch?
Mineralische und flüssige Dünger können einen festgestellten Nährstoffmangel in torffreier Gefäßerde vergleichsweise schnell ausgleichen. Aus organischen Düngern setzen Mikroorganismen die Nährstoffe frei, Wärme und Bodenfeuchte begünstigen das. Wie sich die Düngerarten unterscheiden, zeigt der Abschnitt Nährstoffe und Düngerarten im Überblick zum Balkon- und Kübelgarten.
Wenn die Blüte trotz Dünger ausbleibt
Bleibt die Blüte aus, dünge ich nicht sofort nach. Zuerst schaue ich mir die Triebe, den Standort und die Temperaturen der letzten Nächte an.
Blühfaule Pflanzen mit langen, lichten Trieben können an einem Standort stehen, der für ihre Art zu schattig ist. Pelargonien legen außerdem bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C keine neuen Blüten an. Beide Ursachen liegen bei Licht und Temperatur, mehr Dünger behebt sie nicht.
Bei Schmucklilien spielt der Wurzelraum mit. Sie gehören zu den mittelstark zehrenden Kübelpflanzen.
Schmucklilien blühen angeblich nur im extrem engen Topf. Ausreichender Wurzelraum verbessert bei ihnen aber die Wasser- und Nährstoffversorgung. Ein absichtlich extrem enger Topf ist deshalb keine sinnvolle Blühstrategie.
Bei Zimmerpflanzen können braune Blattränder zusammen mit braunen Wurzeln und weißem Substratbelag auf einen durch Überdüngung erhöhten Salzgehalt hinweisen. Vergilbung mit anschließendem Blattfall kann dort neben Nährstoffmangel auch von Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. kommen. Wie du solche Zeichen einordnest, beschreibt der Grundlagenteil zum Balkon- und Kübelgarten im Abschnitt Nährstoffmangel und Überdüngung.
