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Verdichteter Boden: Bodenverdichtung erkennen, lockern und dauerhaft verbessern

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.de Redaktion

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Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Bodenverdichtung verkleinert den Porenraum, sodass Luft, Wasser und Wurzeln schlechter durch den Boden kommen.
  • Stehendes Wasser, harte Krusten, eine Metallstange, die im feuchten Boden plötzlich auf Widerstand trifft, und seitlich abknickende Wurzeln können auf eine dichte Schicht hindeuten.
  • Gelockert wird erst, wenn der Boden abgetrocknet ist und nicht mehr an Schuhen oder Spaten haftet.
  • Der Sauzahn lockert kreuzweise, ohne die Schichten zu wenden; Ölrettich und Luzerne können leichte Verdichtungen mit ihren tiefen Wurzeln aufbrechen.
  • Danach Kompost nur flach einarbeiten, offenen Boden bedecken und Beete nicht betreten, vor allem nicht bei Nässe.
Gelb und schwarz verfärbte Blätter als Zeichen von Blattschäden
Foto: Laython Photos · Pexels License · Quelle ↗

Wenn nach einem Regen das Wasser auf dem Beet stehen bleibt und die Pflanzen unterversorgt wirken, obwohl gedüngt wurde, greife ich zuerst zum Spaten und nicht zum Dünger. Verdichteter Boden kann den Wasserabfluss behindern und dadurch Staunässe, Sauerstoffmangel und absterbende Wurzeln verursachen. Oberflächliche Verdichtung lockerst du mit einfachem Handwerkzeug, tiefer sitzende Schichten brauchen mehr Vorbereitung. Hier erfährst du, woran du verdichteten Boden erkennst, wann und wie du ihn lockerst und wie du die Struktur danach wieder aufbaust.

Was ist verdichteter Boden?

Bei der Bodenverdichtung wird der Porenraum im Boden kleiner. Dadurch leiden Luftversorgung, Wasserbewegung und Wurzelwachstum gleichzeitig. Je nach Größe dienen Bodenporen dem Wassertransport oder der Wasserspeicherung. Über sie bewegen sich Wasser und Luft, und davon hängt ab, wie gut die Wurzeln versorgt sind.

Ist der Porenraum zusammengedrückt, kommen Wasser und Luft schlechter durch. Wasser sammelt sich, weil es nicht versickert, und im Wurzelraum kann Sauerstoff fehlen. Ein stabiles Bodengefüge entsteht dagegen, wenn Ton, Humus, Bodenleben und Wurzeln zusammenwirken.

Kurz erklärt

Mit Bodengefüge ist gemeint, wie sich die Bodenteilchen zu Krümeln zusammenlagern und welche Hohlräume dazwischen frei bleiben. Ein krümeliges Gefüge lässt Wasser versickern und Luft an die Wurzeln, ein verdichtetes behindert beides.

Wie entsteht Bodenverdichtung?

Betreten und Befahren bei Nässe

Nasse Böden sind besonders verdichtungsempfindlich. Wer sie betritt oder befährt, kann Verdichtung und Gefügeschäden auslösen. Auf feuchtem Boden können Reifen schädliche Verdichtungen auch in tieferen Schichten verursachen, trockener Boden ist dagegen tragfähiger. Schwere Maschinen auf wassergesättigtem Boden können die Bodenstruktur stark schädigen. Daran solltest du denken, wenn auf deinem Grundstück schwere Fahrzeuge unterwegs waren.

Bearbeiten zur falschen Zeit

Auch wer nassen Boden umgräbt oder hackt, steht dabei auf ihm und kann so Verdichtung und Gefügeschäden verursachen. Schwere Böden bearbeitest du erst, wenn sie abgetrocknet sind und nicht mehr an Schuhen oder Spaten haften. Lockerung gehört außerdem nur dorthin, wo der Oberboden tatsächlich gestört ist, denn unnötige Eingriffe können das vorhandene Gefüge zerstören.

Starkregen auf offenem Boden

Nach Starkregen kann sich auf unbedecktem Boden eine harte Kruste bilden. Eine Mulchauflage schützt die Oberfläche vor Verschlämmung und Erosion.

Zu wenig organische Substanz

Humus und Bodenleben halten das Gefüge zusammen. Wird überwiegend mineralisch gedüngt, braucht der Boden zusätzlich organische Substanz, damit seine Struktur langfristig erhalten bleibt.

Woran erkennst du verdichteten Boden?

Kein einzelnes Zeichen beweist eine Verdichtung. Erst mehrere Hinweise zusammen und ein Blick in den Boden ergeben ein verlässliches Bild.

Zeichen an der Oberfläche

  • Wasser bleibt nach Regen oder Gießen stehen, weil es nicht versickert.
  • Nach Starkregen bildet sich eine harte Kruste.
  • Aussaaten tun sich schwer, wenn die Oberfläche vor dem Auflaufen hart verkrustet.
  • Im Rasen breitet sich Moos aus. Moos kann durch Verdichtung begünstigt werden, aber ebenso durch Schatten oder Nährstoffmangel.

Zeichen an den Pflanzen

Pflanzen zeigen eine Verdichtung nicht eindeutig. Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können Symptome hervorrufen, die einem Nährstoffmangel ähneln. Auch die Phosphataufnahme kann bei Bodenverdichtung gestört sein, obwohl genug Phosphat im Boden steckt. Staut sich Wasser über einer verdichteten Schicht, kann Sauerstoffmangel Wurzelfäulnis auslösen und die Nährstoffaufnahme stoppen.

Organische Dünger setzen bei Staunässe kaum Nährstoffe frei und können bei feuchtwarmer Witterung später starke Schübe liefern. Eine zusätzliche Gabe auf nassem, verdichtetem Boden behebt das akute Problem deshalb nicht zuverlässig, sie kann aber später zu viel auf einmal freisetzen. Woran du ein Zuviel erkennst, zeigt der Ratgeber, wie du Überdüngung im Gemüsebeet vermeidest.

Die Probe mit der Metallstange

Für den ersten Überblick nehme ich eine spitze Metallstange und drücke sie an mehreren Stellen in den Boden. Ich mache die Probe nur, wenn der Boden feucht ist. Trifft die Stange in einer bestimmten Tiefe plötzlich auf Widerstand, kann dort eine undurchlässige Schicht liegen. Dabei vergleiche ich die Beetmitte mit dem Rand und den Stellen neben dem Weg.

Die Spatenprobe

Eine Spatenprobe zeigt dir Bodengefüge, Verdichtungen, Feuchtigkeit und Wurzelbild auf einen Blick. So gehst du vor:

  1. Wähle den Zeitpunkt so, dass der Boden abgetrocknet ist und nicht mehr am Spaten haftet.
  2. Stich rund um eine Bodenscheibe senkrecht ein und hebe sie im Ganzen heraus.
  3. Brich die Scheibe mit den Händen auf. Zerfällt sie in Krümel, ist das Gefüge locker; bleibt sie als fester Block zusammen, kann das auf Verdichtung hindeuten.
  4. Sieh dir die Wurzeln an. Knicken sie um etwa 90 Grad seitlich ab, kann darunter eine undurchlässige Schicht liegen.
  5. Achte auf die Feuchte. Ist eine Zone deutlich nasser als der Boden darüber, kann sich dort Wasser über einer dichten Schicht stauen.
  6. Such nach Regenwurmgängen. Sie unterstützen Durchlüftung und Wasserversickerung.
Marias Erfahrung

Ich lege die ausgestochene Scheibe neben die Grube und fotografiere sie mit Datum. Im nächsten Jahr steche ich an derselben Stelle wieder aus und lege beide Bilder nebeneinander.

Die Fingerprobe zur Bodenart

Nimm eine feuchte Bodenprobe zwischen die Finger. Zerfällt sie körnig, hat der Boden einen hohen Sandanteil; klebt sie und lässt sich gut formen, ist er tonreich. Tonreiche Böden lassen Wasser langsamer durch und neigen eher zu Staunässe, sandreiche speichern wenig Wasser und Nährstoffe. Auf tonreichem Boden kommt deshalb beides zusammen: Er lässt Wasser ohnehin langsamer durch, und eine verdichtete Schicht behindert die Versickerung zusätzlich, sodass dort eher Wasser stehen bleibt.

Hinweis Was dahinterstecken kann So prüfst du nach
Wasser bleibt nach Regen stehen unzureichende Versickerung, möglicherweise eine dichte Schicht Metallstange, danach Spatenprobe
Harte Kruste nach Starkregen verschlämmte Oberfläche nach dem Abtrocknen flach hacken und mit dem Spaten prüfen, ob es tiefer weitergeht
Moos im Rasen Verdichtung, Schatten oder Nährstoffmangel Standort und Boden ansehen; Moos allein belegt keinen Kalkbedarf
Pflanzen wirken unterversorgt Nährstoffmangel, Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden oder Verdichtung Wurzelbild ansehen, bevor du nachdüngst
Wurzeln knicken um etwa 90 Grad seitlich ab undurchlässige Bodenschicht Tiefe der Schicht mit der Metallstange eingrenzen
Jetzt dran

Geh nach dem nächsten kräftigen Regen eine Runde über die Wege und merk dir, wo Wasser steht oder eine Kruste entsteht. An diesen Stellen steckst du vom Weg aus die Metallstange in den feuchten Boden. Die Spatenprobe folgt, sobald der Boden abgetrocknet ist.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Lockern?

Gelockert wird nur abgetrockneter Boden. Haftet keine Erde mehr an Schuhen, Spaten oder Hacke, kannst du anfangen. Beetflächen betrittst du im Frühjahr möglichst nicht und arbeitest vom Weg aus, so weit du reichst. So bleiben Porenstruktur und Wasserspeicherfähigkeit erhalten.

Häufiger Fehler

An den ersten warmen Tagen ins noch nasse Beet steigen, um es für die Aussaat vorzubereiten. Dabei können genau die Verdichtungen und Gefügeschäden entstehen, die du beheben willst. Warte, bis die Erde nicht mehr am Spaten klebt.

Verdichteten Boden lockern: so gehst du vor

Krusten und Oberboden flach lockern

Eine Kruste nach Starkregen hackst du nach dem Abtrocknen flach auf, bis etwa 3 cm tief. Während der Saison bleibt die Pflege oberflächlich, in etwa 3 bis 10 cm Tiefe. Ein Handkultivator lockert flach, bereitet das Saatbett vor und holt Unkraut zwischen den Pflanzen heraus. Flaches Hacken unterbricht außerdem die wasserleitenden Kapillaren, sodass weniger Wasser aus dem Boden verdunstet.

Beete mit dem Sauzahn lockern

Für Gemüsebeete und neu zu bepflanzende Zierbeete nehme ich im Frühjahr den Sauzahn. Ich ziehe ihn in Bahnen mit etwa 20 cm Abstand durch das Beet und anschließend quer dazu. So lockerst du den Boden, ohne die Bodenschichten umzuwenden. Eine geringere Bodenstörung kann größere und vielfältigere Bestände an Bodenorganismen fördern, auch an Regenwürmern.

Tiefer sitzende Verdichtung mit der Grabegabel

Liegt die dichte Schicht tiefer, als der Sauzahn reicht, arbeite ich mit der Grabegabel. Ich steche sie senkrecht ein, drücke den Stiel ein Stück nach hinten, bis der Boden aufbricht, und ziehe sie heraus, ohne die Scholle umzudrehen. Danach setze ich eine Gabelbreite weiter neu an. Gelockert wird nur dort, wo Metallstange und Spatenprobe eine gestörte Schicht gezeigt haben.

Vor der Pflanzung von Gehölzen müssen Verdichtungen im Untergrund durch Bodenlockerung beseitigt werden.

Zahl im Blick

Vor einer Gehölzpflanzung ist ein etwa 40 bis 60 cm tief gelockerter Boden günstig, größere Gehölze können eine tiefere Vorbereitung brauchen. Verdichteten Boden für Rosen lockerst du vor dem Pflanzen mindestens 40 bis 50 cm tief.

Mythos-Check

„Jedes Jahr umgraben hält den Boden locker.“ Unnötige Eingriffe können das Bodengefüge zerstören. Umgraben zur Frostgare lohnt sich nur dort, wo der Boden im Winter auch durchfriert. Der Sauzahn lockert, ohne die Schichten zu wenden.

Motorhacke und Bodenfräse

Ob sich ein motorisiertes Gerät lohnt, hängt von Einsatzhäufigkeit, Flächengröße sowie Reinigungs-, Wartungs- und Reparaturaufwand ab. Im Gemüsebeet greife ich zu Sauzahn und Grabegabel.

Achtung

Eine Bodenfräse kann Wurzelunkräuter wie Quecke durch Zerteilen vermehren. Ausdauernde Wurzelunkräuter schwächst du vorher, indem du sie wiederholt tief ausstichst.

Gründüngung: Wurzeln als Helfer

Ölrettich und Luzerne können mit ihren tiefen Wurzeln leichte Bodenverdichtungen aufbrechen. Eine harte, tiefer sitzende Schicht lockere ich deshalb zuerst mit der Grabegabel und säe danach. Gründüngung durchwurzelt und lockert den Boden, beschattet ihn und bewahrt verbliebene Nährstoffe vor Auswaschung. Überwinternde Grüneinsaaten halten den Boden durchwurzelt und schützen ihn vor Abschwemmung.

Später mähst du den Bestand und lässt ihn als Mulch liegen oder arbeitest ihn flach ein. Bis zur nächsten Aussaat oder Pflanzung sollten dann meist 2 bis 3 Wochen vergehen. Saatmengen und Kulturdauer stehen im Abschnitt zu Mulchen, Gründüngung und natürlichen Düngemethoden im Überblick Düngen, Boden und Kompost.

Ölrettich gehört wie Kohl zu den Kreuzblütlern. Für Kreuzblütler ist im Gemüsebeet eine Anbaupause von 3 bis 5 Jahren vorgesehen. Soll auf dem Beet bald Kohl stehen, wählst du deshalb eine Gründüngung aus einer anderen Pflanzenfamilie. Wie du Anbaupausen und Zehrer-Einstufung bei der Beetplanung berücksichtigst, zeigt dir der Beetplaner.

Nach dem Lockern: Bodenstruktur dauerhaft verbessern

Lockern öffnet den Boden. Stabil wird das Gefüge durch organische Substanz, Bodenleben und Wurzeln.

Kompost flach einarbeiten

Kompost lockert schwere Böden und fördert das Bodenleben sowie die Bildung stabiler Bodenkrümel. Dadurch können sich Wasser- und Lufthaushalt verbessern. Arbeite ihn nur oberflächlich ein, denn tiefer im Boden können bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen. Weil in einer verdichteten Schicht Sauerstoff fehlen kann, gehört Kompost dort nicht hinein, sondern flach in die obere Bodenschicht.

Als allgemeine Grundversorgung gelten jährlich 3 l reifer Kompost je m² im Frühjahr, flach eingearbeitet. Über Abweichungen entscheidet die Bodenanalyse. Wie du Kompost prüfst und dosierst, behandelt der Überblick zu Düngen, Boden und Kompost ausführlich. Wie du den Boden im Gemüsegarten mit organischen, mineralischen und biologischen Mitteln verbesserst, vertieft ein eigener Ratgeber.

Rindenhumus und Sand für schwere Böden

Rindenhumus ist kompostierte Rinde und nicht dasselbe wie Rindenmulch. Er lässt sich in Gemüse- und Blumenbeete einarbeiten und lockert besonders schwere Böden. Rechne dabei mit einer möglichen Stickstoffbindung. Gewaschener Sand ohne Feinanteile kann die Durchlässigkeit schwerer Gartenböden verbessern.

Material Wofür Orientierung
Rindenhumus lockert besonders schwere Böden höchstens 2 bis 3 l/m² und Jahr im mehrjährigen Durchschnitt; mögliche Stickstoffbindung beachten
Gewaschener Sand ohne Feinanteile verbessert die Durchlässigkeit schwerer Gartenböden 2 bis 5 l/m² einarbeiten; weitere Gaben nach Bodenzustand

Calciumionen verbinden Ton- und Humusteilchen zu stabilen Krümeln. Trotzdem kalkst du nicht auf Verdacht: Eine Kalkung ist nur sinnvoll, wenn der gemessene pH-Wert für die Bodenart zu niedrig ist, und ein aktiveres Bodenleben kann danach Humus schneller abbauen. Bodenprobe, pH-Bereiche und Kalkmengen behandelt der Abschnitt pH-Wert und Kalk im selben Überblick.

Mulch und Bodenleben

Eine Mulchauflage schützt die Oberfläche vor Verschlämmung und Erosion und vermindert die Verdunstung. Bodenorganismen bauen organischen Mulch ab, setzen dabei Nährstoffe frei und fördern die Krümelstruktur. Schleimstoffe von Bodenmikroorganismen können Bodenkrümel zusätzlich stabilisieren. Vor dem Mulchen entfernst du Wildkräuter und lockerst den Boden auf.

Eine früh aufgebrachte Mulchschicht verzögert im Frühjahr, dass der Boden abtrocknet und sich erwärmt. Auf schwerem, nassem Boden lockerst du deshalb zuerst, sobald er abgetrocknet ist, und mulchst erst danach. Eine feuchte Mulchdecke kann außerdem Nacktschnecken begünstigen. Welche Schichtdicke im Gemüsebeet üblich ist, steht im bereits verlinkten Abschnitt zu Mulchen und Gründüngung.

Verdichtung vorbeugen: Wege, Gießen, bedeckter Boden

Beete betrittst du möglichst nicht, damit Porenraum und Wasserspeicherfähigkeit erhalten bleiben. Lege sie so an, dass du jede Stelle vom Weg aus erreichst. Wasserdurchlässige Gartenwege und begrünte Rasengittersteine begrenzen zusätzlich die Versiegelung des Bodens. Rindenmulch kannst du auf Gartenwegen verwenden, ins Gemüsebeet gehört er wegen wachstumshemmender Gerbstoffe nicht.

Mit Fahrzeugen und schweren Geräten wartest du, bis der Boden abgetrocknet und tragfähig ist. Bei Wasserbedarf können Beete im Sommer etwa 20 bis 25 l/m² bekommen, verteilt auf mehrere Durchgänge, damit das Wasser einsickern kann. Offenen Boden lässt du möglichst kurz unbedeckt: Mulch, Gründüngung und kurze Brachzeiten vermindern ungeschützte Bodenphasen. Wie du den Gartenboden vor Verdichtung, Erosion und Überdüngung schützt, steht im Ratgeber zum Bodenschutz.

Mini-Checkliste

Beete nur vom Weg aus bearbeiten · nassen Boden weder betreten noch befahren · Krusten nach dem Abtrocknen flach hacken · Kompost flach statt tief einarbeiten · offenen Boden mit Mulch oder Gründüngung bedecken

Sonderfälle: Rasen, Gefäße, Flachwurzler, Gemüse

Verdichteter Rasen

Moos im Rasen kann auf Verdichtung hindeuten, ebenso aber auf Schatten oder Nährstoffmangel. Einen Kalkbedarf beweist es nicht. Oberflächliche Verdichtung im Rasen lässt sich durch Aerifizieren mit anschließendem Besanden verbessern, eine tiefgründige Verdichtung beseitigt das nicht. Bei zu lehmigen Rasentragschichten setzt du beim Aerifizieren Hohlstacheln ein und füllst die Löcher mit Sand. Steht eine Neuanlage an, arbeitest du nur bei ausreichend trockenem Boden und verbesserst lehmigen Boden vorher mit Sand.

Kübel, Balkonkasten und Hochbeet

Reiner Gartenboden eignet sich schlecht als Gefäßfüllung, weil er beim Wässern verschlämmen und verdichten kann. Für mehrjährige Pflanzungen beugt strukturstabile Kübelpflanzenerde Verdichtung und Vernässung im unteren Gefäßbereich vor. Im Hochbeet können verrottende organische Unterfüllungen zusammensacken und verdichten, sodass ihre Drainagewirkung nachlässt.

Rhododendron und andere Flachwurzler

Im Wurzelbereich von Rhododendren unterbleibt jede Bodenbearbeitung, weil ihre feinen Wurzeln direkt unter der Oberfläche liegen. Auch Clematis hat empfindliche, flach liegende Feinwurzeln, die du bei Arbeiten im Wurzelbereich schonst. Warum Rhododendronerde verdichtet und wie du sie dauerhaft pflegst, liest du im Ratgeber zur Rhododendronerde.

Gemüse auf schwerem Boden

Lange Möhren brauchen tiefgründigen, steinfreien Boden. Auf ungünstigen Böden kann eine Kultur auf gut 20 cm hohen Dämmen eine Alternative sein. Buschbohnen gedeihen besonders gut auf lockeren, gut durchlüfteten Böden ohne Nässe und Verdichtung. Eingewurzelte Möhren, Pastinaken und Wurzelpetersilie können auf unverdichteten Böden tiefere Wasservorräte erschließen. Da Verdichtung das Wurzelwachstum beeinträchtigt, kann ihnen auf dichtem Boden dieser Vorrat fehlen, und Trockenphasen setzen ihnen dann stärker zu.

Häufige Fragen

Was ist Bodenverdichtung und wie entsteht sie?
Bei der Bodenverdichtung wird der Porenraum zwischen den Bodenteilchen zusammengedrückt, sodass Luftversorgung, Wasserbewegung und Wurzelwachstum leiden. Sie entsteht zum Beispiel, wenn nasse Böden betreten oder befahren werden, weil sie dann besonders verdichtungsempfindlich sind. Auf feuchtem Boden können Reifen auch tiefere Schichten verdichten, und nach Starkregen kann sich auf offenem Boden eine harte Kruste bilden.
Woran erkenne ich verdichteten Boden im Garten?
Hinweise sind Wasser, das nach Regen nicht versickert, harte Krusten und Pflanzen, die wie unterversorgt aussehen, obwohl gedüngt wurde. Eine spitze Metallstange, die im feuchten Boden plötzlich auf Widerstand trifft, und Wurzeln, die um etwa 90 Grad seitlich abknicken, können eine undurchlässige Schicht anzeigen. Sicherer wird das Bild mit einer Spatenprobe, bei der du Bodengefüge, Feuchte und Wurzelbild direkt ansiehst.
Wie lockere ich verdichteten Boden am besten?
Warte, bis der Boden abgetrocknet ist und nicht mehr an Schuhen oder Spaten haftet. Eine Kruste hackst du flach auf, ein Beet lockerst du mit dem Sauzahn in kreuzenden Bahnen, ohne die Bodenschichten zu wenden. Danach können flach eingearbeiteter Kompost und eine Gründüngung helfen, denn Ölrettich und Luzerne können leichte Verdichtungen mit ihren tiefen Wurzeln aufbrechen.
Wie verdichten schwere Geräte und Fahrzeuge den Gartenboden?
Entscheidend ist die Bodenfeuchte: Nasse Böden sind besonders verdichtungsempfindlich, während trockener Boden mehr Last trägt. Reifen können auf feuchtem Boden schädliche Verdichtungen bis in tiefere Schichten verursachen, und schwere Maschinen auf wassergesättigtem Boden können die Bodenstruktur stark schädigen. Fahre und arbeite deshalb nur auf abgetrocknetem Boden und lass Beete möglichst ganz unbefahren.
Muss ich verdichteten Lehmboden anders behandeln als Sandboden?
Ja, denn tonreiche Böden lassen Wasser langsamer durch und neigen eher zu Staunässe, während sandreiche Böden wenig Wasser und Nährstoffe speichern. Schweren Boden bearbeitest du nur abgetrocknet und lockerst ihn mit Kompost, Rindenhumus oder gewaschenem Sand ohne Feinanteile, von dem 2 bis 5 Liter je Quadratmeter eingearbeitet werden können. Bei Sandboden verbessert Kompost vor allem die Wasser- und Nährstoffspeicherung.
Hilft jährliches Umgraben gegen verdichteten Boden?
Nicht pauschal, denn unnötige Eingriffe können das vorhandene Bodengefüge zerstören. Lockere deshalb nur Stellen, an denen der Oberboden tatsächlich gestört ist, zum Beispiel mit dem Sauzahn, der die Schichten nicht wendet. Umgraben zur Frostgare lohnt sich nur dort, wo der Boden im Winter auch durchfriert, und eine geringere Bodenstörung kann mehr Regenwürmer und andere Bodenorganismen fördern.
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