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Düngen bei Hitze und Trockenheit: erst gießen, dann düngen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf. Trockenheit kann deshalb Mangel auslösen, obwohl der Boden versorgt ist.
  • Erst durchdringend gießen, dann düngen: Flüssigdünger gehört nur auf bereits feuchte Erde.
  • Organische Dünger setzen in trockenem Boden wenig oder keine Nährstoffe frei. Nachlegen behebt den akuten Mangel nicht zuverlässig.
  • Blattdünger nur abends oder bei bedecktem Himmel ausbringen, in starker Sonne drohen Verbrennungsschäden.
  • Rasen erst wieder düngen, wenn er nach Regen oder Gießen sichtbar neu wächst.
  • Obst- und Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keinen zusätzlichen Stickstoff mehr.
Hände in Gartenhandschuhen bereiten den Boden in einem Gartenbeet für die Bepflanzung vor.
Foto: Greta Hoffman · Pexels License · Quelle ↗

Wenn die Erde im Balkonkasten staubt und die Blätter schlapp hängen, liegt der Griff zur Düngerflasche nahe. Bei Trockenheit behebt eine weitere Düngergabe das Problem aber nicht zuverlässig, denn Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf. Ich gieße deshalb zuerst durchdringend und entscheide erst danach, ob überhaupt gedüngt wird. So gehst du bei Blumen, Kübeln, Gemüse, Rasen und Obst vor, wenn Hitze und Trockenheit anhalten.

Warum Dünger bei Trockenheit nicht ankommt

Pflanzen nehmen Nährstoffe als gelöste Salze über die Wurzeln auf. Fehlt Wasser im Boden, können deshalb Mangelsymptome auftreten, obwohl genug Nährstoffe vorhanden sind. Gelbe Blätter in einer Hitzephase können also genauso auf Wassermangel hindeuten wie auf fehlende Nährstoffe.

Bei organischen Düngern kommt ein zweiter Engpass hinzu. Ihre Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, bevor die Wurzeln sie aufnehmen können. Bei Trockenheit, Frost oder stauender Nässe setzen organische Dünger dabei wenig oder keine Nährstoffe frei. Feucht-warme Bedingungen verstärken die Freisetzung dagegen.

Eine zweite Gabe in trockene Erde behebt den akuten Mangel deshalb nicht zuverlässig. Sie bleibt zunächst liegen und wird erst frei, wenn der Boden wieder feucht und warm ist, zusammen mit der ersten Gabe. Günstig für die Düngung sind Phasen, in denen die Wurzeln aktiv sind, weil sie Nährsalze dann besser aufnehmen.

Mythos-Check

„Gestresste Pflanzen brauchen bei Hitze eine Extraportion Dünger.“ In trockener Erde kann die Wurzel den zusätzlichen Dünger kaum aufnehmen. Ein durch Überdüngung erhöhter Salzgehalt im Boden kann die Wasseraufnahme sogar zusätzlich beeinträchtigen. Die Reihenfolge lautet deshalb: erst Wasser, dann Dünger nach Bedarf.

Trockenstress oder Nährstoffmangel? So unterscheidest du

Hängende oder vergilbte Blätter sind bei Hitze ein Hinweis, keine Diagnose. Blattvergilbung mit Blattfall kann außer auf Nährstoffmangel auch auf Wasserstress, Lichtmangel oder Temperaturschwankungen hindeuten. Bleiben die Symptome, nachdem die Erde wieder durchfeuchtet ist, lohnt der genaue Blick auf das Muster.

Was du siehst Kann hindeuten auf Einschränkung
ältere Blätter vergilben Stickstoffmangel betrifft häufig, aber nicht immer die älteren Blätter
junge Blätter hellen auf, Adern bleiben grün Eisenmangel lässt sich nicht immer eindeutig von Manganmangel unterscheiden
plötzliche Welke bei Clematis Wassermangel ebenso möglich: ungeeigneter Boden, Temperaturstress oder Pilzbefall
Blattschäden an Buchs im Kübel durch Hitze oder Frost geschädigte Wurzeln solche Wurzeln nehmen Wasser und Nährstoffe schlechter auf

Im Beet hilft eine Spatendiagnose weiter. Ich steche neben der Pflanze ein, hebe die Erde an und schaue, wie weit sie trocken ist und wo die Wurzeln sitzen. Die Spatendiagnose beurteilt neben der Feuchtigkeit auch Bodengefüge, Verdichtungen und Wurzelbild.

Im Topf prüfst du die Feuchte mit dem Finger auch unter der Oberfläche. Torffreie und torfreduzierte Erden können oben trocken sein, während tiefere Bereiche noch nass sind.

Mini-Checkliste

Bevor du bei Trockenheit düngst

  • Ist die Erde auch unter der Oberfläche feucht?
  • Ist die Pflanze im Wachstum, treibt sie also sichtbar?
  • Ist die Kübelpflanze gesund? Kranke Pflanzen regst du nicht mit zusätzlichem Dünger zum Wachstum an.
  • Hast du den Vorrat aus Erde, Kompost oder Langzeitdünger angerechnet?
  • Steht die Sonne voll auf den Blättern? Dann wartest du mit einer Blattdüngung bis zum Abend.

Erst gießen, dann düngen: so gehst du vor

Gieß bei Trockenheit durchdringend, damit das Wasser dort ankommt, wo die Wurzeln sitzen. Wie viel du brauchst, hängt von der Bodenart ab. Sandreiche Böden speichern wenig Wasser und Nährstoffe, tonreiche lassen Wasser langsamer durch und neigen eher zu Staunässe.

Zahl im Blick

Für einen durchdringenden Gießgang bei Trockenheit nennen Gartenakademien 10 bis 20 l/m² für eingewachsene Gartenpflanzen und etwa 20 bis 25 l/m² für Gemüse. Wie viel davon nötig ist, richtet sich nach der Bodenart.

Neu gepflanzte Stauden und Gehölze gießt du in trockenen Phasen häufiger als gut eingewachsene Bestände.

Dünger bringst du möglichst auf feuchten Boden aus, damit eine unmittelbare Wirkung möglich ist. Festen Gartendünger streust du so, dass er nicht auf feuchten Pflanzenteilen liegen bleibt. Ich gieße zuerst, warte, bis das Wasser eingezogen ist, und streue den Dünger dann zwischen die Pflanzen.

Einarbeiten ersetzt das Wasser nicht

Auch eingearbeiteter Dünger muss sich erst im Bodenwasser lösen, bevor die Wurzeln ihn aufnehmen können. Ob du ihn obenauf streust oder einarbeitest, die Erde muss in beiden Fällen feucht sein. Bei Hecken verteilst du organischen Dünger gleichmäßig zwischen den Gehölzen und arbeitest ihn gegebenenfalls leicht ein. Clematis hat empfindliche, flach liegende Feinwurzeln, die du bei jeder Arbeit im Wurzelbereich schonst.

Blumen bei Hitze düngen: Balkon, Kübel und Beet

Für Blumen in Kästen und Kübeln gilt bei Hitze dieselbe Reihenfolge wie im Beet: erst Wasser, dann Dünger. Flüssigdünger gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung auf der Packung.

Situation Düngen Worauf du achtest
viele Kübelpflanzen mit winterlicher Ruhephase von Ende April bis August Gabe nur auf feuchte Erde
frisch umgetopft in ausreichend vorgedüngte Blumenerde 4 bis 6 Wochen kein zusätzlicher Dünger Vorrat der Erde anrechnen
Kübel mit bedarfsgerecht eingesetztem Langzeitdünger im Sommer gewöhnlich keine Nachdüngung Kübel nicht austrocknen lassen
Pelargonien ohne Langzeitdünger alle 10 bis 14 Tage flüssiger Volldünger erst nach dem Einwurzeln und bei beginnendem Wachstum

Pelargonien gehören unter den Balkonpflanzen zu den Starkzehrern und brauchen ein entsprechend versorgtes Substrat.

Marias Erfahrung

Meine Balkonkästen gieße ich an heißen Tagen zuerst mit klarem Wasser. Den Flüssigdünger rühre ich erst für die zweite Kanne an, wenn ich mit dem Finger gefühlt habe, dass die Erde auch unten feucht ist.

Zu viel Wasser schadet ebenfalls. Vernässte Kübelpflanzen, deren Wurzeln noch nicht verfault sind, gießt und düngst du erst wieder, wenn die Erde abgetrocknet ist und sie sich erholt haben. Jedes direkt bepflanzte Gefäß braucht einen Ablauf, durch den überschüssiges Wasser entweichen kann. Kleine Holzkeile unter dem Kübel halten Abstand zur Stellfläche, sodass das Wasser abfließen kann.

Im Beet kannst du öfter blühende Gartenrosen während oder kurz nach der Hauptblüte ab Mitte bis Ende Juni bedarfsgerecht nachdüngen. Fällt diese Gabe in eine Trockenphase, gießt du das Beet vorher durchdringend.

Blattdüngung bei Hitze: abends und mit Probe

Eine Düngung über das Blatt kann einen akuten Nährstoffmangel vorübergehend lindern. Die Aufnahme kann je nach Nährstoff und Pflanzenart wenige Stunden bis mehrere Tage dauern. Bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung. Fein zerstäubt tropft die Lösung weniger schnell ab.

Achtung

In starker Sonne trocknet die Düngerlösung auf dem Blatt ein. Die Salzkonzentration steigt dabei und kann Verbrennungsschäden verursachen. Sprüh deshalb nur abends oder bei bedecktem Himmel.

Blattdüngung ersetzt keine ausreichende Versorgung mit Hauptnährstoffen über die Wurzeln, und die Wurzeln nehmen Nährsalze nur aus feuchter Erde auf. Bei anhaltender Trockenheit überbrückt das Sprühen also höchstens eine Lücke, bis du den Boden wieder durchfeuchtet hast. Ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, kann eine Blatt- oder Ganzpflanzenanalyse nachweisen und so die Entscheidung für eine gezielte Blattdüngung stützen.

Welcher Dünger bei Trockenheit passt

Mineralische Dünger enthalten meist leicht lösliche Nährstoffe und können einen kurzfristigen Bedarf rasch decken, sobald die Erde feucht ist. Organische Dünger brauchen dafür feucht-warme Bedingungen und helfen in einer akuten Trockenphase wenig. Wie sich organische und mineralische Dünger grundsätzlich unterscheiden, steht im Abschnitt Düngerarten und Düngerformen unserer Übersicht zu Düngen, Boden und Kompost.

Bei umhüllten Depotdüngern hängt die Freisetzung von Temperatur und Feuchtigkeit ab, im Kübel wirken auch sie nur mit Wasser. Bei hoher Bevorratung können sie den Salzgehalt zeitweise über den Optimalbereich heben. Die Wirkungsdauer steht auf der Verpackung.

Pflanzenjauche verdünnst du zur Wurzeldüngung im Verhältnis 1:10 mit Wasser und gibst sie wie jeden Dünger auf feuchte Erde. Für Menge und Wiederholung gibt es keine allgemeingültige Vorgabe, weil Pflanzenbedarf und Bodenvorräte verschieden sind. Den Ansatz beschreibt dieselbe Übersicht im Abschnitt zu natürlichen Düngemethoden.

Gemüse in trockenen Wochen

Im Gemüsebeet hängt der Bedarf von der Kultur ab. Tomaten brauchen mehr Stickstoff als Erbsen und Bohnen. Welche Kultur im Beet viel verlangt, ordnest du mit der Zehrer-Einstufung im Beetplaner ein.

Warme, ausreichend feuchte und humusreiche Gartenböden liefern im Sommer häufig schon genug Nährstoffe nach. Hast du ein solches Beet durchdringend gegossen, prüfst du erst, ob die Pflanzen überhaupt Bedarf zeigen. Bei Feldsalat und Radieschen im Spätsommer kannst du auf eine zusätzliche Düngung verzichten.

Blütenendfäule bei Tomaten kann durch einen gestörten Calciumtransport entstehen, ausgelöst durch Trockenheit oder durch hohe Konzentrationen anderer Nährsalze. Wer dagegen in trockene Erde nachdüngt, riskiert also die zweite Ursache, statt die erste zu beheben.

Gurken reagieren empfindlich auf Chlorid und hohe Salzkonzentrationen. Während der mehrwöchigen Ernte können bedarfsgerechte Gaben wasserlöslicher Dünger ihre Versorgung mit Stickstoff und Kalium unterstützen, gegeben auf feuchte Erde. Bei Balkongemüse kann während des Fruchtwachstums eine zusätzliche Flüssigdüngung nötig werden.

Wie du Jungpflanzen von der Keimung bis zum Auspflanzen versorgst, ohne sie zu überdüngen, steht in einem eigenen Ratgeber.

Rasen bei Hitze: erst wachsen lassen, dann düngen

Bei großer Hitze und Trockenheit düngst du Rasen erst, wenn er wieder ausreichend befeuchtet ist und sichtbar neu wächst. Nach einer bedarfsgerechten Frühjahrsversorgung mit Rasendepotdünger kann die nächste Düngung Ende Juni oder Anfang Juli folgen. Fällt dieser Termin in eine Hitzephase, verschiebst du ihn, bis die Halme nach Regen oder Gießen wieder wachsen. Ich lasse den Streuer im Schuppen, bis ich beim Mähen frisch nachgewachsene Halme sehe.

Kaliumunterversorgter Rasen kann von Mitte Oktober bis Ende November eine Kaliumgabe erhalten.

Obstgehölze und Beeren in trockenen Sommern

Obst- und Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit die Triebe ausreifen. Zu viel Stickstoff kann bei Obstbäumen und Beerensträuchern starkes Triebwachstum auslösen, auf Kosten von Blüten und Früchten. Am unausgereiften Holz können dann Frostschäden entstehen.

Hast du eine Gabe wegen der Trockenheit verschoben, holst du sie deshalb nicht nach Mitte Juli nach. Sonst förderst du Triebe, die nicht mehr ausreifen und im Winter Frostschäden nehmen können.

Neben Kompost oder verrottetem Mist kann zusätzlicher Volldünger bei Obstgehölzen zu Überdüngung und einseitiger Nährstoffanreicherung führen. Bei Obstgehölzen im Kübel stellst du die Düngung ab August ein. Ein Loch im Kübelboden muss sein, damit überschüssiges Gießwasser ablaufen kann.

Bei einmaltragenden Erdbeeren liegt die wichtige Stickstoffgabe nach der Ernte im Juli. Ist der Boden dann trocken, gießt du vorher durchdringend. Wie du die Düngung an Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter anpasst, zeigt ein eigener Ratgeber.

Überdüngung bei Trockenheit vermeiden

Ein durch Überdüngung erhöhter Salzgehalt im Boden kann die Wasseraufnahme der Pflanzen beeinträchtigen. In einer Trockenphase kann das den Wassermangel verschärfen, statt ihn zu lindern. Auch organische Dünger lassen sich in einer zu hohen Menge ausbringen.

Bei der Bemessung zählen alle Quellen mit: die im Boden gemessenen Vorräte, Kompost, Mist und andere Dünger. Bei Topfpflanzen rechnest du die Grunddüngung der Erde an. Zeigt eine Bodenanalyse Versorgungsstufe E, kann die Düngung mit dem betreffenden Nährstoff vorübergehend ganz ausgesetzt werden. Was die Pflanze nicht aufnimmt, kann ausgewaschen werden.

Zeigen Topfpflanzen Salzschäden durch Überdüngung, stellst du die Düngung ein. Gegebenenfalls topfst du um und tauschst dabei einen Teil der alten Erde aus.

Häufiger Fehler

Die Blätter werden in der Hitze gelb, also gibt es noch eine Portion Dünger. Ist die Erde trocken, kann die Vergilbung auf Wasserstress hindeuten. Zusätzlicher Dünger behebt das dann nicht zuverlässig und kann bei Überdosierung den Salzgehalt erhöhen.

Boden und Mulch: was dauerhaft hilft

Humus- und Tonpartikel können gelöste Stoffe im Boden binden und tragen so zu seiner Speicherfunktion bei. Humus ernährt zudem Bodenorganismen, und über Regenwurmgänge unterstützt das Bodenleben Durchlüftung und Wasserversickerung. Wie du den Boden im Gemüsegarten vorbereitest und pflegst, damit die Düngung wirkt, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Organischer Mulch vermindert die Verdunstung von Bodenwasser und liefert Bodenorganismen Nahrung. Gründüngung, möglichst kurze Brachzeiten und Mulch können außerdem Nährstoffverluste und ungeschützte Bodenphasen vermindern. Schichtdicke und Mulchbeginn behandelt die Übersicht zu Düngen, Boden und Kompost im Abschnitt zu Mulchen, Gründüngung und natürlichen Düngemethoden.

Häufige Fragen

Wie wirkt sich Trockenheit auf die Nährstoffaufnahme von Pflanzen aus?
Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf. Ist der Boden trocken, können deshalb Mangelsymptome auftreten, obwohl genug Nährstoffe im Boden stecken. Organische Dünger setzen bei Trockenheit zudem wenig oder keine Nährstoffe frei. Bei trockener Erde steht darum das Gießen vor jeder weiteren Düngergabe.
Welche Dünger eignen sich am besten für die Düngung in Trockenzeiten?
Bei Trockenheit zählt zuerst feuchte Erde, denn ohne Wasser kann die Wurzel keinen Dünger aufnehmen. Mineralische Dünger enthalten meist leicht lösliche Nährstoffe und können einen kurzfristigen Bedarf rasch decken. Organische Dünger setzen bei Trockenheit wenig frei und wirken erst wieder stärker, wenn der Boden feucht und warm ist. Flüssigdünger gibst du immer auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen.
Was ist bei der Blattdüngung in Trockenperioden zu beachten?
Bring Blattdünger abends oder bei bedecktem Himmel aus, weil die Lösung in starker Sonne eintrocknet und die steigende Salzkonzentration die Blätter verbrennen kann. Bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung. Fein zerstäubt tropft die Lösung weniger schnell ab. Blattdüngung kann einen akuten Mangel vorübergehend lindern, ersetzt aber nicht die Versorgung mit Hauptnährstoffen über die Wurzeln.
Worin unterscheiden sich organische und mineralische Dünger bei Trockenheit?
Organisch gebundene Nährstoffe müssen erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen können, und bei Trockenheit wird dabei wenig oder nichts freigesetzt. Mineralische Dünger enthalten meist leicht lösliche Nährstoffe und können einen kurzfristigen Bedarf rasch decken, sobald die Erde feucht ist. Ein durch Überdüngung erhöhter Salzgehalt kann die Wasseraufnahme der Pflanzen zusätzlich erschweren. Überdosieren lassen sich beide Düngerarten, auch die organischen.
Wie unterscheidet sich die Langzeitdüngung von der klassischen Düngung in trockenen Zeiten?
Bei umhüllten Depotdüngern verzögert eine Hüllschicht die Freisetzung, und wie viel frei wird, hängt von Temperatur und Feuchtigkeit ab. Auch im Kübel wirken sie nur in Verbindung mit Wasser, gedüngte Kübelpflanzen sollen deshalb nicht austrocknen. Bei hoher Bevorratung können Depotdünger den Salzgehalt zeitweise über den Optimalbereich heben. Ist der Langzeitdünger bedarfsgerecht bemessen, brauchen Kübelpflanzen im Sommer gewöhnlich keine zusätzliche Nachdüngung.
Wie kombiniert man Bewässerung und Düngung optimal bei Wassermangel?
Gieß zuerst durchdringend, je nach Bodenart mit 10 bis 20 l/m², und dünge erst die feuchte Erde. Flüssigdünger gibst du nur auf bereits feuchte Erde, damit hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln nicht schädigen. Festen Gartendünger streust du auf feuchten Boden, ohne dass er auf feuchten Pflanzenteilen liegen bleibt. Bei torffreien Topferden prüfst du die Feuchte auch unter der Oberfläche, weil sie oben trocken und unten noch nass sein können.
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