Kompost als Substrat: Reife prüfen, sieben und richtig mischen
- Gartenkompost braucht je nach Material und Rotteführung etwa 4 bis 12 Monate, deshalb prüfst du die Reife zusätzlich mit dem Kressetest.
- Für Blumenerde siebst du Kompost auf etwa 10 bis 15 mm, zur Bodenverbesserung dürfen gröbere Bestandteile bleiben.
- Selbst gemischte Blumenerde enthält höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteten Kompost.
- Komposthaltige Erde kann sich beim Lagern in Salzgehalt, pH-Wert und Struktur verändern, darum mischst du sie erst bei Bedarf.
- Gartenkompost tötet Krankheitserreger nicht zuverlässig ab, und Rhododendren, Heidelbeeren und Eriken bekommen keine pauschalen Kompostgaben.

Im Frühjahr stehen bei mir die Balkonkästen leer, und im Komposter wartet dunkle, krümelige Erde. Die Versuchung ist groß, sie einfach in die Kästen zu schaufeln. Reiner Kompost ist aber kein Topfsubstrat: Selbst gemischte Blumenerde sollte höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteten Kompost enthalten. Damit aus deinem Kompost ein gutes Substrat wird, prüfst du zuerst die Reife, siebst ihn, lagerst ihn richtig und mischst ihn dann mit passenden Bestandteilen.
Substrat ist die Erde, in der eine Pflanze im Topf, im Kasten oder in der Anzuchtschale wurzelt. Kompost ist darin ein Bestandteil neben anderen, etwa Sand, Gartenerde, Holzfasern oder Rindenhumus. Im Beet arbeitest du ihn dagegen als Bodenverbesserer ein.
Herstellung in Kürze: was vor dem Sieben zählt
Guter Kompost fürs Substrat beginnt beim Aufsetzen. Für das Ausgangsmaterial gilt ein Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von etwa 25:1 bis 35:1 als günstig. Holzasche kann mit Schwermetallen und Schadstoffen belastet sein und kommt deshalb weder auf den Kompost noch ins Beet, sondern abgekühlt in den Hausmüll.
Während der Rotte braucht der Kompost Luft und soll sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm: feucht, aber nicht nass. Eine Miete kannst du nach etwa 3 Monaten umsetzen, um die Rotte zu beschleunigen. Fauliger Geruch weist auf zu viel Nässe hin, Ammoniakgeruch auf zu viel nährstoffreiches Material, dem du Laub, Stroh oder Gehölzschnitt beimischst.
Standort, Komposter oder Miete und die laufende Pflege findest du ausführlich im Ratgeber dazu, wie du Kompost anlegst, pflegst und prüfst.
Wurmkompost ist je nach Feuchtigkeit, Temperatur und Ausgangsmaterial nach etwa 3 bis 6 Monaten fertig. Bokashi ist dagegen nur eine Vorbehandlung, auf die vor dem Einsatz im Garten noch eine Kompostierung folgen muss. Die Zugabe Effektiver Mikroorganismen brachte in einem vierjährigen biologischen Feldversuch keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität.
Wann ist Kompost reif genug für Substrat?
Gartenkompost braucht je nach Material und Rotteführung etwa 4 bis 12 Monate. Diese Spanne ist zu weit, um nach dem Kalender zu gehen, deshalb prüfst du den Reifezustand. Welche Rottephasen der Kompost bis dahin durchläuft, ist ein eigenes Thema; für das Substrat zählt das Ergebnis. Auch ohne ausgeprägte Heißrotte kann im Garten durch Kaltrotte guter Kompost entstehen.
Bevor ich eine Probe nehme, schaue ich mir den Kompost an und rieche daran. Lassen sich Blätter, Stängel oder Schalen noch deutlich erkennen, lasse ich ihn weiter liegen. Riecht er faulig, ist das ein Hinweis auf zu viel Nässe, und ich lasse ihn ebenfalls liegen.
So machst du den Kressetest
Der KressetestDer Kressetest zeigt dir, ob dein Kompost reif ist: Du säst Kresse auf eine Kompostprobe und zum Vergleich auf Gartenerde. Werden die Kresseblätter auf dem Kompost gelb oder braun, ist er noch zu frisch. vergleicht, wie Kresse in deinem Kompost und in normaler Gartenerde aufläuft.
- Fülle eine flache Schale mit Kompost und eine zweite mit Gartenerde aus dem Beet.
- Säe Kresse in beide Schalen gleich dicht und höchstens 0,5 cm tief.
- Stell beide Schalen nebeneinander an einen sonnigen oder halbschattigen Platz und halte sie feucht, denn Kresse braucht feuchten Boden.
- Dünge keine der beiden Schalen. Kresse kommt in der kurzen Kultur ohne zusätzliche Düngung aus, so vergleichst du nur Kompost und Gartenerde.
- Vergleiche nach 5 Tagen: Ist der Aufwuchs im Kompost schwächer oder gelblich-braun, braucht er weitere Reifezeit.
Kresse keimt in 2 bis 5 Tagen. Zum Vergleichstermin steht deshalb in der Regel in beiden Schalen Aufwuchs, und Unterschiede in Dichte und Farbe fallen direkt auf. Fällt der Kompost durch, lässt du ihn weiterreifen und testest erneut.
Ich beschrifte beide Schalen mit Komposter und Datum und teste jede Charge getrennt. Gieße ich, dann immer beide Schalen im selben Gang mit derselben Kanne.
Reif heißt nicht keimfrei. Ein Gartenkompost erreicht ausreichende Rottetemperaturen oft nicht durchgehend und macht Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen deshalb nicht zuverlässig unschädlich. Im Inneren eines ausreichend großen, gut geführten Komposts gelten zwar 60 bis 70 °C als günstige Rottebedingungen, eine einzelne Messung beweist aber keine Hygienisierung.
Frischen Kompost gibst du nicht zu Wurzelgemüse, Zwiebeln oder Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann. Was Kompost fürs Gemüsebeet sonst mitbringen sollte, erklärt der Ratgeber dazu, welche Anforderungen Kompost im Gemüseanbau erfüllen muss.
Kompost sieben: welche Körnung wofür?
Die Maschenweite richtet sich danach, wohin der Kompost soll. Für Erde im Topf brauchst du feines Material, im Beet darf es gröber sein.
| Verwendung | Siebung |
|---|---|
| Bestandteil von Blumenerde | etwa 10 bis 15 mm |
| Rasen und Blumenbeete | Bestandteile kleiner als 10 bis 15 mm |
| Bodenverbesserung im Beet | gröbere Bestandteile dürfen bleiben |
Ich siebe an einem trockenen Tag über der Schubkarre und werfe den Kompost mit der Schaufel gegen ein schräg gestelltes Durchwurfsieb. Was durchfällt, kommt in eine eigene Kiste für Substrat. Für kleine Mengen nehme ich ein Handsieb über dem Eimer.
Den Siebrest musst du nicht wegwerfen. Er kommt bei mir zurück in den nächsten Kompostansatz, wo locker geschichtetes grobes Material die luftdurchlässige Basis bildet. Unter Gehölzen kannst du ihn auch als Mulch verteilen. Besteht er überwiegend aus Holzstücken, gilt dasselbe wie für Holzhäcksel: Beim Abbau kann er Stickstoff binden, und das berücksichtigst du bei der Düngung.
Fertigen Kompost lagern: worauf es ankommt
Gesiebten Kompost lagere ich abgedeckt im Halbschatten, geschützt vor extremer Sonne, Dauerregen und Wind. Auch fertiger Kompost soll Luft bekommen und feucht, aber nicht nass bleiben.
Heikler ist fertig gemischte Erde. Lagert komposthaltige Blumenerde lange, kann ihr Salzgehalt steigen, ihr pH-Wert sich verändern und ihre Struktur an Stabilität verlieren. Aussaaterde sollte unter 0,5 g/l Salz enthalten. Weil der Salzgehalt beim Lagern steigen kann, mische ich Anzuchterde erst, wenn die Aussaat ansteht.
Ist doch Erde übrig geblieben, mischst du sie unter frische Erde, statt sie pur zu verwenden. Sichtbare Pilze auf gelagerter Erde können Zersetzer abgestorbener organischer Bestandteile sein und bedeuten nicht automatisch, dass die Pflanzen darin erkranken. Alte Topferde aus Gefäßen mit wurzelfaulen Pflanzen verwendest du dagegen nicht wieder.
Kompost im Substrat mischen: Anteile und Rezepte
Erde und Dünger wählst du nach den Ansprüchen der Pflanze, die darin wachsen soll. Gute Blumenerde bleibt ausreichend belüftet und strukturstabil und hat eine Nährstoffversorgung und einen pH-Wert, die zur Pflanzengruppe passen. Kompost ist dafür ein Baustein, kein fertiges Rezept.
| Einsatz | Mischung oder Grenze | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Selbst gemischte Blumenerde | höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteter Kompost | Kompost auf etwa 10 bis 15 mm sieben |
| Torffreie Anzuchterde | 2 Teile Quarzsand, 1 Teil reifer, eher nährstoffarmer Kompost, 1 Teil Gartenerde | Aussaaterde unter 0,5 g/l Salz |
| Torffreie Beispielmischung | jeweils ungefähr 25 % Holzfasern, KokosmarkKokosmark sind die feinen Bestandteile zwischen den Fasern der Kokosnusshülle. Der Reststoff aus der Kokosverarbeitung wird als Torfersatz in torffreien Erden verwendet, weil er ähnlich viel Wasser hält und ähnlich luftig ist wie Torf., Rindenhumus und gütegesicherter Kompost | kein Rezept für Rhododendron- oder Aussaaterde |
| Pelargonien, die im Regen stehen | leichtes Substrat mit höchstens 30 % Kompost | Staunässe kann die Wurzeln faulen lassen |
| Rhododendren, Heidelbeeren, Eriken | keine pauschalen Kompostgaben | saures Milieu erhalten |
Für Aussaaterde liegt der Salzgehalt unter 0,5 g/l, für PikiererdePikiererde ist ein humoses, nur schwach gedüngtes Substrat, in das du Sämlinge beim Pikieren einzeln umsetzt. Sie kommt nach der Aussaat zum Einsatz, wenn die Jungpflanzen aus der Aussaatschale in eigene Töpfe wandern. bei bis zu 1,5 g/l und für Topferde in Kübeln und Blumenkästen bei 2,5 bis 3 g/l. In die Anzuchterde gehört nur reifer, eher nährstoffarmer Kompost.
Anzucht- und Pikiererde mit Kompost
Pikiererde soll leicht, gut durchlüftet, feucht und nährstoffarm sein und frei von Schädlingen und Krankheitskeimen. Die Keimfreiheit kann Gartenkompost nicht garantieren, weil er Krankheitserreger nicht zuverlässig abtötet. Für Anzuchterde nehme ich deshalb nur Kompost, in dem keine erkrankten Pflanzenteile gelandet sind, und siebe ihn auf etwa 10 bis 15 mm.
Torffreie Mischungen für Kübel und Kästen
Neben Holzfasern, Rindenhumus, KokosfasernKokosfasern sind die Fasern aus der Umhüllung der Kokosnuss, die bei deren Verarbeitung anfallen. Als torffreier Bestandteil von Blumen- und Pflanzerden sorgen sie für viel Luft im Substrat, halten aber weniger Wasser als Torf. und Kokosmark kann auch Substratkompost Torf in Mischungen ersetzen. Torffreie Substrate kombinieren solche Ersatzstoffe, damit Luft-, Wasser- und Nährstoffhaushalt zusammenpassen. Die erprobte Beispielmischung aus der Tabelle nennt dabei ausdrücklich gütegesicherten Kompost.
Rindenhumus ist kompostierte, zerkleinerte und nach Korngrößen sortierte Rinde und damit etwas anderes als Rindenmulch. Er hat ungefähr die doppelte Rohdichte von Weißtorf, die Mischung wird also schwerer. Bei hohen Rindenhumusanteilen vermeidest du pH-Werte unter 6, weil eine erhöhte Manganaufnahme einen Eisenmangel auslösen kann. Mehr StrukturstabilitätStrukturstabilität beschreibt, wie dauerhaft eine Blumenerde oder ein Substrat locker bleibt. Strukturstabile Erde gibt den Wurzeln Halt, ohne mit der Zeit zusammenzusacken oder zu verdichten. in Kübelpflanzenerde bringen mineralische Bestandteile wie Splitt, Bims, Blähton oder geeignete Granulate.
Kompostreiche torffreie Substrate können viel Phosphor und Kalium enthalten. Mit Holzfasern im Mix können sie gleichzeitig an pflanzenverfügbarem Stickstoff verarmen, weil Mikroorganismen ihn binden. In den HOT-Reallaboren verbesserte eine an Gefäß und Substrat angepasste Nährstoffgabe die Versorgung gegenüber einer Düngung, die allein am Gießwasser hing. Hornspäne oder Hornmehl für torffreie Gefäßsubstrate mischst du schon vor dem Pflanzen unter. Was der Kompost an Nährstoffen mitbringt, rechnest du bei jeder weiteren Düngung an. Ein eigener Ratgeber erklärt, welche Nährstoffe reifer Kompost liefert und wie er im Vergleich zu anderen Düngern abschneidet.
Jedes Gefäß braucht einen funktionierenden Wasserablauf, damit überschüssiges Gießwasser abfließt und keine Staunässe entsteht. Für Fruchtgemüse auf Balkon und Terrasse sollte es mindestens 10 l Substrat fassen.
Torffreie Substrate können oben schon trocken sein, während es weiter unten im Gefäß noch nass ist. Ich prüfe deshalb vor dem Gießen mit dem Finger auch unter der Oberfläche.
Wo Kompost nicht ins Substrat gehört
Kompost kann mit seinen basisch wirksamen Bestandteilen den pH-Wert anheben. Rhododendren bevorzugen überwiegend pH 4,5 bis 5,5. Ihre angegebene obere ToleranzBei Pflanzensorten bedeutet Toleranz: Die Pflanze wird von einer Krankheit oder einem Schaderreger zwar befallen, verkraftet das aber so gut, dass in der Regel keine Ertragseinbußen zu befürchten sind. reicht bis etwa pH 6,0. Kulturheidelbeeren im Kübel brauchen ein saures Substrat mit etwa pH 4,0 bis 5,0. Für Rhododendren, Heidelbeeren und Eriken sind pauschale Kompostgaben nicht angezeigt.
Bei blauen Hortensien kann Phosphat das Aluminium im Substrat festlegen und so die Blaufärbung beeinträchtigen. Kompostreiche Substrate können viel Phosphor enthalten, für blau blühende Kübelhortensien sind sie deshalb eine schlechte Wahl.
Qualität prüfen: woran du gutes Kompostsubstrat erkennst
Beim eigenen Kompost hast du drei Prüfungen schon hinter dir: Geruch, Kressetest und Siebung. Für pH-Wert und Salzgehalt brauchst du Messgeräte.
Für eine direkte pH-Messung im Substrat brauchst du eine geeignete, kalibrierte Glas-Einstichelektrode. Einfache Metallsonden und sehr trockenes Substrat können unzuverlässige Werte liefern, deshalb feuchte ich die Probe vor dem Messen an. Die elektrische LeitfähigkeitDie Leitfähigkeit, oft als EC-Wert angegeben, ist ein Messwert für die Menge gelöster Salze, etwa Düngesalze, in Erde oder Wasser. Gemessen wird, wie gut die Probe Strom leitet: Je mehr Salze gelöst sind, desto höher der Wert. zeigt dir den Gesamtsalzgehalt einer Lösung, verrät aber nicht, welche einzelnen Nährstoffe darin stecken.
Bei gekaufter Erde hilft die Kennzeichnung. Das RAL-Gütezeichen steht für eine regelmäßige unabhängige Prüfung, unter anderem von pH-Wert, Nährstoffversorgung, Unkrautsamenfreiheit und Substratstruktur. Für Torffreiheit zählen die Angaben „torffrei“ oder „ohne Torf“, ein Bio-Siegel allein belegt sie nicht. Als torfreduziert oder torfarm bezeichnete Erden können noch bis zu 70 % Torf enthalten. Torfabbau und die dafür nötige Entwässerung zerstören Moorlebensräume und setzen gespeicherten KohlenstoffKohlenstoff ist ein chemisches Element und der Hauptbestandteil des Humus. Pflanzen holen ihn als Kohlendioxid aus der Luft und bilden daraus bei der Photosynthese Zucker. als Treibhausgas frei.
Bevor Kompost ins Substrat geht, hakst du diese Punkte ab:
- Kressetest: Aufwuchs im Kompost nach 5 Tagen weder schwächer noch gelblich-braun
- Geruch: weder faulig noch nach Ammoniak
- Siebung: für Substrat etwa 10 bis 15 mm
- pH-Wert: mit kalibrierter Glas-Einstichelektrode an feuchter Probe gemessen
- Gekaufte Erde: „torffrei“ oder „ohne Torf“ auf dem Sack, RAL-Gütezeichen als Hinweis auf unabhängige Prüfung
Kompost als Bodenverbesserer im Beet
Im Beet brauchst du keine feine Körnung, gröbere Bestandteile dürfen bleiben. Kompost fördert das Bodenleben und die Bildung stabiler Bodenaggregate, wodurch sich Wasser- und Lufthaushalt verbessern können. Als allgemeine Grundversorgung arbeitest du im Frühjahr jährlich 3 l reifen Kompost je m² flach ein, über Abweichungen entscheidet die Bodenanalyse. Tiefer vergraben solltest du ihn nicht, weil bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen können. Liegt der pH-Wert schon über dem Zielbereich für Boden und Kultur, bringst du keinen Kompost aus.
Regelmäßige Gaben von etwa 3 l/m² im Jahr können im Hausgarten genug Kalzium nachliefern, ob du zusätzlich kalkst, entscheidet trotzdem der Bodenbefund. Damit sich Nährstoffe nicht übermäßig anreichern, gilt als Faustregel eine mit Kompost gedüngte Fläche von ungefähr 50 bis 70 m² je Haushaltsmitglied. Mengen für Gemüse, Stauden, Gehölze und Rasen findest du im Ratgeber dazu, wie du Kompost richtig anwendest und dosierst.
Rechtliches: was für Kompost aus dem Hausgarten gilt
Kompost aus dem eigenen Garten unterliegt nicht der Bioabfallverordnung, denn Haus-, Nutz- und Kleingärten sind von ihrem Anwendungsbereich ausgenommen. Das Düngemittel- und das Pflanzenschutzrecht bleiben davon unberührt. Die Düngeverordnung regelt vorrangig die Düngung landwirtschaftlich genutzter Flächen und erfasst andere Flächen nur, wo sie das ausdrücklich bestimmt.
Liegt dein Garten in einem Wasserschutzgebiet, können örtliche Schutzverordnungen oder behördliche Entscheidungen bestimmte Handlungen verbieten oder einschränken. Frag in diesem Fall bei der zuständigen Behörde nach, was dort gilt.
Kaufst du Kompost, Erde oder Dünger für einen Biogarten, lohnt der Blick auf die Kennzeichnung. Die Aufnahme in die Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau bestätigt die geprüfte Verwendbarkeit, aber keine geprüfte Düngewirksamkeit. Ein konkretes Produkt suchst du in deren Datenbank über den Produkt- oder Firmennamen. Biotaugliche Düngemittel dürfen nicht mit dem EU-Bio-Logo gekennzeichnet werden. Die Betriebsmittelzertifizierung nach dem GGBM-Standard umfasst Dokumentenprüfung, Produktanalysen und Inspektionen der Herstellungsstätten. Folgeinspektionen finden je nach Risikoklasse alle 1 bis 3 Jahre statt.
