Kompost einarbeiten und dosieren: Liter pro m² für Gemüse, Obst, Stauden und Rasen
- Als Grundversorgung arbeitest du im Frühjahr jährlich 3 l reifen Kompost je m² flach ein.
- Kompost gehört nur in die oberste Bodenschicht, weil tiefer im Boden bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen können.
- Gemüse bekommt je Kultur 1 bis 3 l/m² nach Nährstoffbedarf, Stickstoff ergänzt du bei Bedarf gezielt.
- Eingewachsene Zier- und Obstgehölze erhalten im Frühjahr 2 bis 4 l/m².
- Rhododendren, Heidelbeeren und Eriken bekommen keine pauschalen Kompostgaben, Stauden magerer Standorte gar keinen Kompost.
- Den Reifezustand prüfst du mit dem Kressetest: Wächst Kresse nach 5 Tagen im Kompost schwächer als in Gartenerde, braucht er mehr Zeit.

Im Frühjahr steht bei mir die Schubkarre mit reifem Kompost am Beetrand. Bevor ich den Rechen ansetze, kläre ich zwei Fragen: Wie viel kommt auf jeden Quadratmeter, und wie tief arbeite ich ihn ein? Von beiden Antworten hängt ab, ob der Kompost deinem Beet nützt. Auch Kompost kann in zu hoher Menge Pflanzen und Umwelt belasten. Gräbst du ihn zu tief ein, können bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen.
Die kurze Antwort: Als Grundversorgung arbeitest du im Frühjahr 3 l reifen Kompost je m² flach ein und passt die Menge an Pflanzengruppe und Bodenbefund an.
Woher reifer Kompost kommt und was er im Boden bewirkt
Kompost ist verrottetes organisches Material aus Garten und Küche, das je nach Material und Rotteführung etwa 4 bis 12 Monate bis zur Reife braucht. Bokashi ist dagegen nur eine milchsäurebasierte Vorbehandlung: Bevor du das feste Material als Gartendünger nutzt, muss es noch eine Kompostierungsphase durchlaufen. Wie du Kompost anlegst, mit Standort, Material und System, erklärt der Überblick zu Düngen, Boden und Kompost.
Kompost liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe, doch ihr Gesamtgehalt ist nicht gleich sofort pflanzenverfügbar. Außerdem fördert er das Bodenleben und die Bildung stabiler Bodenaggregate, wodurch sich Wasser- und Lufthaushalt verbessern können. Welche Nährstoffe reifer Kompost liefert und wie er gegenüber anderen Düngern abschneidet, vertieft ein eigener Ratgeber.
Kompost vorbereiten: Reife prüfen und sieben
Bevor Kompost aufs Beet kommt, prüfst du seinen Reifezustand. Die Reifedauer allein reicht als Maßstab nicht, weil sie mit Material und Rotteführung stark schwankt. Prüf ihn deshalb zusätzlich mit dem KressetestDer Kressetest zeigt dir, ob dein Kompost reif ist: Du säst Kresse auf eine Kompostprobe und zum Vergleich auf Gartenerde. Werden die Kresseblätter auf dem Kompost gelb oder braun, ist er noch zu frisch.: Du säst Kresse in eine Schale mit Kompost und zum Vergleich in eine Schale mit Gartenerde. Ist der Aufwuchs im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun, braucht er weitere Reifezeit.
Ich stelle die beiden Kresseschalen nebeneinander auf dieselbe Fensterbank, gieße sie gleich und beschrifte sie mit „Kompost“ und „Gartenerde“. So vergleiche ich am Ende wirklich nur den Untergrund.
Für Rasen und Blumenbeete siebst du den Kompost ab, sodass seine Bestandteile kleiner als 10 bis 15 mm sind. Willst du nur den Boden verbessern, dürfen gröbere Bestandteile drinbleiben.
Verlass dich nicht darauf, dass dein Gartenkompost Krankheitserreger für Menschen, Tiere oder Pflanzen abtötet. Ausreichende Rottetemperaturen werden im Haufen oft nicht durchgehend erreicht. Welche Krankheits-, Schädlings- und Unkrautrisiken Kompost birgt und wie du vorbeugst, liest du im Ratgeber zu Kompostrisiken.
Kompost einarbeiten: flach in die oberste Bodenschicht
Kompost arbeitest du nur oberflächlich ein. Weiter unten im Boden fehlt Sauerstoff, und dann können pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen. So gehst du im Frühjahr vor:
- Warte, bis der Boden so weit abgetrocknet ist, dass keine Erde mehr an den Gartengeräten haftet. Feucht darf er sein, denn auf feuchtem Boden ist eine unmittelbare Nährstoffwirkung möglich.
- Lockere Gemüsebeete und neu zu bepflanzende Zierbeete mit dem Sauzahn kreuzweise in etwa 20 cm Abstand, ohne die Bodenschichten umzuwenden.
- Miss die Kompostmenge für das Beet in Litern ab und verteile sie gleichmäßig mit dem Rechen.
- Arbeite den Kompost mit Rechen oder Hacke flach in die oberste Bodenschicht ein.
- Betritt das Beet danach möglichst nicht, damit Porenraum und Wasserspeicherfähigkeit erhalten bleiben.
Zwischen Stauden und unter Gehölzen arbeitest du den Kompost nur leicht ein oder lässt ihn obenauf liegen. Bei Clematis schone ich die empfindlichen, flach liegenden FeinwurzelnFeinwurzeln sind die dünnen, fein verzweigten Wurzeln einer Pflanze. Sie nehmen vor allem Wasser und Nährstoffe aus dem Boden auf, während die dicken Wurzeln der Pflanze Halt geben und Stoffe weiterleiten. und harke im Wurzelbereich gar nicht.
Kompost wird beim Umgraben spatentief untergeschaufelt. Dort liegt er genau in der Zone, in der ihm Sauerstoff fehlt. Grabe deshalb nicht für den Kompost um; Umgraben zur Frostgare ist ohnehin nur dort sinnvoll, wo der Boden danach durchfrieren kann.
Kompost als Auflage und als Komposttee
Kompost obenauf statt eingearbeitet
Wo du nicht hacken willst, darf Kompost auch als Auflage liegen bleiben. Eine organische Auflage vermindert die Verdunstung von Bodenwasser und gibt Bodenorganismen Nahrung für Abbau und Humusbildung. Die Menge bemisst du dabei weiter in Litern je Quadratmeter, nicht nach Schichtdicke.
Im Gemüsebeet ist eine organische Mulchschicht von etwa 2 bis 3 cm üblich. Trägst du diese Dicke ganz aus Kompost auf, liegst du weit über der Grundgabe, die im Gemüsebeet höchstens 3 l/m² beträgt. Die Mulchdecke baust du deshalb aus anderem organischem Material auf. Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch können beim Abbau allerdings Stickstoff binden, also plane vor dem Mulchen eine ergänzende Stickstoffversorgung ein. Wie du Kompost und Mulch im Ziergarten bei Stauden, Gehölzen und Rosen kombinierst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Komposttee
KompostteeKomposttee ist ein flüssiger Auszug aus Kompost: Ein Stoffbeutel mit Kompost hängt 3 bis 24 Stunden im Gießwasser. Der Tee enthält gelöste Nährstoffe und Mikroorganismen und wird zum Düngen und Stärken gegossen oder gesprüht. ist ein flüssiger Auszug aus reifem Kompost. Setz ihn für jede Anwendung frisch an und heb keinen Rest für später auf. Ich gieße ihn auf bereits feuchte Erde direkt in den Wurzelbereich, taste mich an die Menge heran und schaue danach auf die Blätter. Die Grundversorgung im Beet übernimmt weiterhin der feste Kompost.
Wann du Kompost ausbringst
Der Haupttermin für Kompost ist das Frühjahr. Wie bei jeder Gartendüngung ist es dem Herbst vorzuziehen, weil so weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Auf leeren Beeten nimmt im Herbst keine Pflanze mehr auf, was der Boden freisetzt, und genau diese Nährstoffe sind auswaschungsgefährdet. Ein abgeerntetes Beet bedeckst du dann besser mit einer Gründüngung, die freigesetzte Nährstoffe bindet.
Achte auch aufs Wetter. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmer Witterung können dagegen starke Schübe folgen. Kompost liefert auch Stickstoff, und Obst- und Ziergehölze sollen nach Mitte Juli keinen zusätzlichen Stickstoff mehr bekommen, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Bei Gehölzen gehört die Kompostgabe deshalb ins Frühjahr.
Wie viel Kompost pro Quadratmeter: Mengen je Pflanzengruppe
Die Grundgabe von 3 l reifem Kompost je m² und Jahr deckt die Grundnährstoffe für die meisten Gartenpflanzen ab. Zusätzlichen Stickstoff ergänzt du nur nach Bedarf, und über Abweichungen nach oben oder unten entscheidet der Bodenbefund.
Ob die Grundgabe zu deinem Boden passt, zeigt eine Bodenanalyse. Die Probe nimmst du im späten Herbst vor der Bodenbearbeitung oder im zeitigen Frühjahr, in beiden Fällen vor der Düngung. Wie du die Mischprobe ziehst und was Humus und Bodenleben damit zu tun haben, erklärt der Überblick zu Düngen, Boden und Kompost.
| Bereich | Kompostmenge | Zeitpunkt und Bedingung |
|---|---|---|
| Gartenboden allgemein | 3 l/m² jährlich | im Frühjahr flach einarbeiten; der Bodenbefund entscheidet über Abweichungen |
| Gemüse | 1 bis 3 l/m² je Kultur, nach Nährstoffbedarf | als Grundgabe im Frühjahr höchstens 3 l/m²; Stickstoff bedarfsgerecht ergänzen |
| Ziergarten | 2 l/m² jährlich | bei Phosphat-Gehaltsstufe C höchstens 3 l/m² im Jahr, weitere Phosphatgaben entfallen |
| Stauden | 1 bis 2 l/m² jährlich | Menge nach Wuchsstärke wählen |
| Prachtstauden | 3 l/m² | im Frühjahr leicht einarbeiten, sofern keine stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumvorräte dagegen sprechen |
| Rosen | etwa 3 l/m² | im März und April |
| Eingewachsene Zier- und Obstgehölze | 2 bis 4 l/m² jährlich | im Frühjahr |
| Rasen | etwa 2 l/m² | abgesiebt ausbringen |
| Polster-, Wild- und trockenheitsliebende mediterrane Stauden magerer Standorte | kein Kompost | eine Kompostgabe ist dort nicht sinnvoll |
| Rhododendren, Heidelbeeren, Eriken | keine pauschale Kompostgabe | saures Bodenmilieu erhalten |
Kompost liefert selbst Phosphat, und ein Phosphatüberschuss kann die Verfügbarkeit von Eisen und Zink vermindern. Zeigt dein Befund hohe Phosphatwerte, prüfst du deshalb auch die Kompostmenge und nicht nur den Dünger aus der Packung.
Gemüse: Kompost für die Grundnährstoffe, Stickstoff nach Bedarf
Im Gemüsebeet deckt eine Grundgabe von 3 l/m² den Phosphatbedarf und weitgehend den Kaliumbedarf. Ausreichend verfügbaren Stickstoff liefert sie aber nicht automatisch. Wie viel du ergänzt, hängt von der Kultur ab: Tomaten gelten als Starkzehrer, Rote Bete als MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate. und Erbsen als Schwachzehrer. Mit dem Beetplaner berücksichtigst du die Zehrer-Einstufung deiner Beete schon bei der Planung.
Braucht Gemüse auf einem phosphat- und kaliumreichen Beet mit jährlich 3 l Kompost je m² zusätzlichen Stickstoff, gelten diese Horndüngermengen als Orientierung:
- Feldsalat, Radieschen, Kopfsalat, Erbsen, Bohnen, Zwiebeln: bis zu 50 g je m², zur Saat oder Pflanzung leicht eingearbeitet
- Eissalat, Möhren, Endivien, Rettich, Spinat, Rote Bete, Gurken: bis zu 100 g je m², zur Saat oder Pflanzung leicht eingearbeitet
- Tomaten: bis zu 150 g je m², zur Hälfte bei der Pflanzung und zur Hälfte etwa 3 bis 4 Wochen danach
Liefert der Bodenhumus viel Stickstoff nach, düngst du entsprechend weniger oder lässt die Gabe ganz weg. HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. bringst du im Gemüsegarten auch bei Herbstkulturen nicht später als Ende August aus.
Frischen Kompost gibst du nicht zu Wurzelgemüse, Zwiebeln oder Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann. Bei Feldsalat und Radieschen im Spätsommer kann eine Stickstoffdüngung meist entfallen. Welche Anforderungen Kompost im Gemüseanbau an Nährstoffe, pH-Wert und Reife erfüllen muss, vertieft der Ratgeber zum Gemüsebeet.
Obstbäume, Beerensträucher und Erdbeeren
Bei Obstgehölzen rechnest du je Pflanze oder je BaumscheibeDie Baumscheibe ist die Bodenfläche rund um den Stamm eines Baums oder Strauchs, die du frei von Gras und Unkraut hältst oder mulchst. So nehmen Gräser und Unkraut dem Gehölz weniger Wasser und Nährstoffe weg. statt je Quadratmeter.
| Pflanze | Kompost | Ergänzung |
|---|---|---|
| Junge Obstbäume und Beerensträucher in den ersten Standjahren, auf organisch vorbereitetem Boden | jährlich 1 bis 1,5 l reifer Kompost je Pflanze | ergänzt um 10 g Hornmehl als Stickstoffquelle |
| Kleinkronige Kern- und Steinobstbäume im Vollertrag | jährlich 4 l Kompost je Baum auf einer Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser, bei passender Bodenversorgung | Stickstoff bedarfsgerecht ergänzen; bei Apfel und Birne 70 bis 100 g Hornmehl je Baum, Ende März bis Anfang April leicht eingearbeitet |
| Etablierte Strauchbeeren im Gartenboden | jährlich 2 bis 3 l reifer Kompost je Baumscheibe | Stickstoff ergänzen; bei Johannisbeere, Himbeere und Brombeere sind Ende März bis Anfang April 100 g Hornmehl je Strauch möglich |
| Erdbeerbeet | 3 bis 5 l Kompost je m² vor der Pflanzung, leicht eingearbeitet | bei einmaltragenden Sorten liegt die wichtige Stickstoffgabe nach der Ernte im Juli |
Zusätzlicher Volldünger neben Kompost oder verrottetem Mist kann bei Obstgehölzen zu Überdüngung und einseitiger Nährstoffanreicherung führen. Zu viel Stickstoff kann starkes Triebwachstum auf Kosten von Blüten und Früchten auslösen und Frostschäden an unausgereiftem Holz verursachen. Steht ein kleinkroniger Obstbaum im Rasen, vermindert eine Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser die Konkurrenz der Gräser um Wasser und Nährstoffe.
Stauden, Rosen und Ziergehölze
Bei Prachtstauden arbeitest du den Kompost im Frühjahr leicht ein. Starkwachsende Stauden wie Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen können zur Kompostgabe zusätzlich bis zu 50 g Hornmehl je m² erhalten. Polsterstauden, Wildstauden und trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf mageren Standorten lässt du ohne Kompost. Frisch gepflanzte Rosen düngst du frühestens im folgenden Jahr, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen.
Rasen
Den abgesiebten Kompost verteile ich mit der Schaufel über die Rasenfläche und ziehe ihn mit dem Rücken des Rechens zwischen die Halme. Normal genutzter Hausrasen braucht keine generelle Herbstdüngung, deshalb bekommt auch er seine Gabe im Frühjahr.
Kompost in besonderen Gartenbereichen
Kübel und Balkonkasten
Selbst gemischte Blumenerde sollte höchstens etwa 30 % besonders gut durchgerotteten Kompost enthalten. Siebe ihn dafür auf etwa 10 bis 15 mm ab. Misch komposthaltige Erde lieber frisch an, denn bei langer Lagerung können der Salzgehalt steigen, der pH-Wert sich verändern und die StrukturstabilitätStrukturstabilität beschreibt, wie dauerhaft eine Blumenerde oder ein Substrat locker bleibt. Strukturstabile Erde gibt den Wurzeln Halt, ohne mit der Zeit zusammenzusacken oder zu verdichten. abnehmen.
Kompostreiche torffreie Substrate können viel Phosphor und Kalium enthalten und bei Holzfaseranteilen zugleich an pflanzenverfügbarem Stickstoff verarmen. Behalte dort deshalb die Stickstoffversorgung im Blick. Jedes Gefäß braucht außerdem einen funktionierenden Wasserablauf, damit überschüssiges Gießwasser abfließt und keine Staunässe entsteht.
Für eine torffreie Anzuchterde mischst du zwei Teile Quarzsand, einen Teil reifen, eher nährstoffarmen Kompost und einen Teil Gartenerde.
Hochbeet
Im Hochbeet wächst Gemüse wie im Bodenbeet, deshalb dosiere ich dort nach denselben Werten je Kultur und ergänze Stickstoff nach Zehrer-Gruppe. Mehr Kompost als im Bodenbeet gebe ich dort nicht.
Gewächshaus
Unter Glas fehlt der Regen, der Salze verdünnt, sodass salzhaltiges Gießwasser sie im Boden langfristig anreichern kann. Schlangengurken im Kleingewächshaus reagieren empfindlich auf hohe Salzgehalte und Chlorid. Ich dosiere Kompost im Gewächshaus deshalb nicht höher als im Freiland und rechne seine Nährstoffe auf jede weitere Düngung an.
Moorbeet und Böden mit hohem pH-Wert
Kompost kann durch basisch wirksame Bestandteile einer Bodenversauerung entgegenwirken und den pH-Wert anheben. Rhododendren, Heidelbeeren und Eriken brauchen aber ein saures Bodenmilieu und bekommen deshalb keine pauschalen Kompostgaben. Liegt der Boden-pH schon über dem Zielbereich für Boden und Kultur, bringst du weder Kompost noch kalkhaltige Dünger aus.
Umgekehrt können regelmäßige Kompostgaben von etwa 3 l/m² im Jahr im Hausgarten schon genug Kalzium nachliefern. Ob du zusätzlich kalkst, entscheidet trotzdem der Bodenbefund, denn Kompost ersetzt keine Bodenprobe.
Naturteich und Blumenwiese
Im naturnahen Teich hat Kompost nichts verloren: Dort eignet sich eine etwa 10 cm starke Schicht aus nährstoffarmem, gewaschenem Sand und Kies ohne organische Beimischungen. Für ein reines Sumpfbeet kann dagegen lehmige Gartenerde mit kompostierter Rinde geeignet sein. Eine artenreiche Blumenwiese pflegst du ohne regelmäßige Rasendüngung und magerst sie durch Abräumen des Mähguts aus. Kompost würde ihr also genau die Nährstoffe zurückgeben, die du ihr entziehst.
Typische Fehler beim Dosieren und Ausbringen
Viel hilft viel
„Kompost ist Naturdünger, davon kann man nicht zu viel geben.“ Das stimmt nicht: Auch organische Dünger lassen sich in einer pflanzenbaulich oder ökologisch zu hohen Menge ausbringen. Ob dein Beet mehr als die Grundgabe braucht, zeigt der Bodenbefund und nicht der Vorrat im Komposter.
Nährstoffe aus Kompost zählen mit, wenn du weitere Düngergaben bemisst. Die Mengenangabe auf einer Düngerpackung setzt eine optimale Bodenversorgung voraus, deshalb passt du sie an, wenn das Beet schon Kompost bekommen hat.
Als Faustregel gegen Überdüngung braucht die vollständige Eigenverwertung häuslicher Bioabfälle ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied. Viel Stickstoff im Boden kann außerdem die Nitratanreicherung in Gemüse fördern; das spricht für bedarfsgerechtes Düngen, nicht gegen Gemüse. Mehr zu Auswaschung und Überdüngung steht im Überblick zu Düngen, Boden und Kompost, und bei knapper Fläche hilft die Abwägung, ob Gartensäcke oder ein eigener Kompost besser zu dir passen.
Bei Trockenheit Kompost nachlegen
Frost, Trockenheit und Staunässe hemmen die NährstofffreisetzungNährstofffreisetzung ist die Abgabe von Nährstoffen aus Dünger, Kompost oder Humus in eine Form, die Pflanzen aufnehmen können. Wie schnell sie abläuft, hängt von der Düngerart, vom Boden sowie von Feuchtigkeit und Temperatur ab. organischer Dünger, sodass eine weitere Gabe das akute Problem nicht zuverlässig behebt. Wurzeln nehmen Nährsalze in Wasser gelöst auf, und Trockenheit kann deshalb Mangelsymptome auslösen, obwohl Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Sehen deine Pflanzen im trockenen Sommer blass aus, prüfst du also zuerst die Wasserversorgung und erst danach die Düngung.
Holzasche mit ausbringen
Holzasche kann mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein. Sie gehört deshalb weder als Dünger ins Beet noch auf den Kompost, sondern abgekühlt in den Hausmüll, ohne dass du dabei Staub aufwirbelst.
Tipps für die Praxis
Abmessen statt schätzen
Ich fülle den Kompost in einen Eimer mit Literskala und verteile ihn Quadratmeter für Quadratmeter. Die Beetfläche messe ich vorher mit dem Zollstock aus. Für jedes Beet notiere ich Datum und Literzahl, damit ich die Gabe bei der nächsten Düngung anrechnen kann.
Schwere Böden zusätzlich lockern
Auf schweren Gartenböden kannst du zur besseren Durchlässigkeit 2 bis 5 l gewaschenen Sand ohne Feinanteile je m² einarbeiten. Ob du das später wiederholst, hängt vom Bodenzustand ab.
Bevor der Kompost aufs Beet geht
- Kressetest im Vergleich mit Gartenerde unauffällig
- Bodenbefund mit pH-Wert und Phosphat bekannt
- Boden abgetrocknet, keine Erde mehr am Gerät
- Menge für das Beet in Litern abgemessen
- Keine Moorbeetpflanzen und kein magerer Standort auf der Fläche
