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Kompost-Kalender: Welche Pflege dein Kompost in welcher Jahreszeit braucht

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Im Frühjahr prüfst du den Reifezustand und arbeitest reifen Kompost nur flach ins Beet ein.
  • Gartenkompost braucht je nach Material und Rotteführung etwa 4 bis 12 Monate bis zur Reife.
  • Eine Kompostmiete kannst du nach etwa 3 Monaten umsetzen, wenn die Rotte schneller gehen soll.
  • Im Sommer lässt du Rasenschnitt anwelken und mischst ihn mit trockenem Strukturmaterial.
  • Herbstlaub lagerst du neben dem Kompost und schichtest es im Winter in dünnen Lagen mit Küchenabfällen.
  • Holzasche gehört weder auf den Kompost noch aufs Beet, sondern abgekühlt in den Hausmüll.
Komposter im Garten mit Küchen- und Gartenabfällen
Foto: Eva Bronzini · Pexels License · Quelle ↗

Wer seinen Kompost pflegen will, muss vor allem wissen, was in welcher Jahreszeit anfällt und wie es auf den Haufen kommt. Frischer Rasenschnitt kann im Sommer zu einer nassen, faulenden Masse verdichten. Im Herbst fällt das Laub in großen Mengen an, und im Winter brauchst du trockenes Material, um Küchenabfälle abzudecken. Meinen Kompost-Kalender habe ich als Liste nach Jahreszeiten innen an die Schuppentür gehängt und arbeite ihn beim Rundgang durch den Garten ab.

Kompost pflegen übers Jahr: die Übersicht

Die Tabelle zeigt das ganze Jahr, die Abschnitte darunter die Handgriffe dazu.

Jahreszeit Was anfällt Was du am Kompost tust
Frühjahr Gehölz- und Staudenschnitt, erster Rasenschnitt Reifezustand prüfen, reifen Kompost flach einarbeiten, neue Miete auf grober Basis aufsetzen
Sommer Rasenschnitt, Gemüsereste, Küchenabfälle Rasenschnitt anwelken lassen und mit Strukturmaterial mischen, Feuchte prüfen, Küchenabfälle abdecken
Herbst Laub, Staudenschnitt, Gehölzschnitt Laub neben dem Kompost lagern, Holziges häckseln, reifen Kompost sieben und bis zum Frühjahr getrennt aufheben
Winter Küchenabfälle, Asche aus dem Ofen Küchenabfälle in dünnen Lagen mit Laub und Gehölzhäcksel schichten, Holzasche in den Hausmüll geben

Was steht im Frühjahr am Kompost an?

Ist der Kompost vom Vorjahr reif?

Bevor Kompost aufs Beet kommt, prüfe ich den Reifezustand. Gartenkompost braucht je nach Material und Rotteführung etwa 4 bis 12 Monate, das Datum allein reicht als Maßstab also nicht. Für den Kressetest säst du Kresse in Kompost und zum Vergleich in Gartenerde. Wächst sie im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun, braucht er weitere Reifezeit. Wie du Kompost pflegst, prüfst und verwendest, fasst der Überblick zu Düngen, Boden und Kompost zusammen.

Wie kommt der reife Kompost ins Beet?

Reifen Kompost arbeite ich nur flach ein, weil tiefer im Boden bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen können. Als allgemeine Grundversorgung gelten jährlich 3 l reifer Kompost je m² Gartenboden, über Abweichungen entscheidet die Bodenanalyse. Welche Kompostmenge zu welchem Beet passt, rechnet der Ratgeber zum Anwenden und Dosieren vor.

Fällt bei dir viel Bioabfall an, prüfe, ob dein Garten ihn aufnehmen kann. Für die vollständige Eigenverwertung häuslicher Bioabfälle gelten ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied als Faustregel gegen Überdüngung. Warum zu viel Kompost dem Garten schaden kann, erklärt der Überblick zu Düngen, Boden und Kompost im Abschnitt Mangel und Überdüngung.

Neu aufsetzen oder umsetzen?

Beim Frühjahrsschnitt an Gehölzen und Stauden fällt grobes Material an. Ich häcksle einen Teil davon für eine neue Miete, denn etwa 20 cm locker geschichtetes grobes Material bilden ihre luftdurchlässige Basis. Den Platz wählst du auf offenem, ebenem Boden, geschützt vor extremer Sonne, Dauerregen und Wind. Welches System zu deinem Garten passt, behandelt derselbe Überblick im Abschnitt Kompost anlegen.

Umsetzen ist kein Pflichttermin. Eine Kompostmiete kannst du nach etwa 3 Monaten umsetzen, wenn die Rotte schneller gehen soll. Hast du die Materialien beim Aufsetzen sorgfältig vorgemischt, kann das Umsetzen ganz entfallen.

Marias Erfahrung

Beim Aufsetzen stecke ich ein Holzschild mit dem Datum in jede Miete. Im Frühjahr lese ich daran ab, wie lange ein Haufen schon steht.

Mythos-Check

Springt der Haufen im Frühjahr nur mit Kompoststarter wieder an? Bei locker gemischten Garten- und Küchenabfällen sind Kompostzusätze normalerweise entbehrlich. Auch Kalk hilft einem verdichteten Haufen nicht weiter, denn er beseitigt keinen Sauerstoffmangel.

Was ist im Sommer am Kompost zu tun?

Wie kommt Rasenschnitt auf den Kompost?

Im Sommer fällt Rasenschnitt an, sooft du mähst. Ich lasse ihn erst auf der Fläche anwelken und mische ihn dann mit lockerem, trockenem Strukturmaterial wie Laub, Stroh oder Gehölzhäcksel. Für das Ausgangsmaterial gilt ein Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von etwa 25:1 bis 35:1 als günstig. Wie du Grünes und Braunes danach kombinierst, steht im Überblick zu Düngen, Boden und Kompost beim Anlegen des Komposts.

Häufiger Fehler

Den vollen Fangkorb des Rasenmähers direkt auf den Haufen kippen. Frischer Rasenschnitt ohne trockenes Strukturmaterial verdichtet zu einer nassen, faulenden Masse.

Was verrät der Geruch?

Riecht der Haufen nach Ammoniak, spricht das für einen Überschuss an nährstoffreichem Material. Dann mische ich Laub, Stroh oder Gehölzschnitt unter. Fauliger Geruch weist dagegen darauf hin, dass der Kompost zu nass ist.

Wohin mit Küchenabfällen im Sommer?

Obst- und Gemüsereste lasse ich nicht offen obenauf liegen. Ich bedecke sie mit trockenen Gartenabfällen oder mit reifem Kompost, damit sich weniger Fliegen einstellen.

Wie bleibt der Haufen in Trockenphasen feucht genug?

Kompost soll gut durchlüftet und feucht, aber nicht nass sein. Drückst du Material aus dem Inneren in der Faust zusammen, fühlt es sich im richtigen Zustand an wie ein ausgedrückter Schwamm. Stockt die Rotte wegen Trockenheit, setze ich um und befeuchte das Material dabei. Wie du Belüftung, Feuchte und Umsetzen am bestehenden Haufen steuerst, beschreibt der Ratgeber zur Komposthaufen-Pflege.

Was gehört im Herbst auf den Kompost, und was nicht?

Wohin mit dem vielen Laub?

Im Herbst fällt das Laub in großen Mengen an. Ich kippe es nicht komplett auf den Haufen, sondern lagere es in einer eigenen Ecke neben dem Komposter. Aus diesem Vorrat nehme ich im Winter Lage um Lage, wenn Küchenabfälle abzudecken sind.

Stauden- und Gehölzschnitt verwerten

Abgeschnittene Stauden und Zweige liefern Strukturmaterial für die kalte Jahreszeit. Holzige Teile häcksle ich, damit ich sie später als Gehölzhäcksel zwischen Laub und Küchenabfälle schichten kann.

Achtung

Ein warmer Haufen ist kein Beleg für keimfreien Kompost. Im Inneren eines ausreichend großen, gut geführten Komposts gelten 60 bis 70 °C als günstige Rottebedingungen, eine einzelne Messung beweist aber keine Hygienisierung. Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen tötet Gartenkompost nicht zuverlässig ab, weil ausreichende Rottetemperaturen oft nicht durchgehend erreicht werden. Sichtbar kranke Pflanzenteile vom Herbstschnitt lege ich deshalb nicht auf meinen Haufen.

Reifen Kompost sieben und bis zum Frühjahr aufheben

Im Herbst siebe ich den reifen Teil des Komposts ab. Für Rasen und Blumenbeete empfiehlt sich abgesiebter Kompost mit Bestandteilen kleiner als 10 bis 15 mm. Zur Bodenverbesserung dürfen gröbere Bestandteile drin bleiben, und Unzersetztes wandert zurück auf den Haufen.

Kompost liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe. Auf leeren Beeten nimmt im Herbst keine Pflanze mehr auf, was daraus frei wird, deshalb ist es auswaschungsgefährdet. Den gesiebten Kompost lasse ich darum bis zum Frühjahr liegen und arbeite ihn erst dann flach ein. Bei ausreichendem Platz erleichtern 3 Komposter die Trennung von frischem Material, laufender Rotte und reifem Kompost.

Bodenprobe im späten Herbst

Ob dein Beet im Frühjahr von der Grundgabe abweichen sollte, zeigt eine Bodenprobe. Du kannst sie im späten Herbst vor der Bodenbearbeitung nehmen, in jedem Fall vor der Düngung. Einstiche in Kompostnähe sparst du dabei aus, ebenso Wege und Ränder.

Was passiert am Kompost im Winter?

Küchenabfälle mit dem Laubvorrat schichten

Im Garten fällt im Winter wenig an, in der Küche dagegen weiterhin Abfall. Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz und Eierschalen eignen sich für einen gemischten Gartenkompost. Ich bringe sie in dünnen Lagen auf und kombiniere sie mit Laub aus dem Herbstvorrat und mit Gehölzhäcksel.

Warum gehört Holzasche nicht auf den Kompost?

Wer mit Holz heizt, hat im Winter Asche übrig. Holzasche gehört weder auf den Kompost noch als Dünger aufs Beet, weil sie mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein kann. Abgekühlt kommt sie in den Hausmüll, und zwar ohne Staub aufzuwirbeln.

Wurmkiste und Bokashi in der kalten Zeit

Kompostierst du in einer Wurmkiste, kommt es im Winter auf den Standort an. Kompostwürmer arbeiten bei 15 bis 25 °C unter günstigen Temperaturbedingungen. Bokashi fermentiert Küchenabfälle luftdicht verschlossen im Eimer, und das feste Material braucht danach noch eine Kompostierungsphase, bevor es als Gartendünger dient. Beide Verfahren stellt der Überblick zu Düngen, Boden und Kompost im Abschnitt zum Pflegen, Prüfen und Verwenden vor.

Häufige Fragen

Welche Arbeiten stehen am Kompost in welcher Jahreszeit an?
Im Frühjahr prüfst du den Reifezustand, arbeitest reifen Kompost flach in die Beete ein und setzt neues Material auf einer groben, luftdurchlässigen Basis auf. Im Sommer lässt du Rasenschnitt anwelken, mischst ihn mit trockenem Strukturmaterial und kontrollierst die Feuchte. Im Herbst lagerst du Laub neben dem Kompost und siebst den reifen Kompost ab. Im Winter schichtest du Küchenabfälle in dünnen Lagen mit dem Laubvorrat und Gehölzhäckseln.
Welche Materialien eignen sich für den Kompost im Garten?
Obst- und Gemüseabfälle, Kaffeesatz und Eierschalen eignen sich ebenso wie Laub, Stroh, Gehölzschnitt und angewelkter Rasenschnitt. Für das Ausgangsmaterial gilt ein Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von etwa 25:1 bis 35:1 als günstig, deshalb mischst du nährstoffreiches Grünzeug mit trockenem Strukturmaterial. Holzasche gehört nicht dazu, weil sie mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein kann; abgekühlt kommt sie in den Hausmüll.
Wie halte ich Feuchtigkeit und Temperatur im Kompost richtig?
Kompost soll gut durchlüftet und feucht, aber nicht nass sein und sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm. Fauliger Geruch deutet auf zu viel Nässe hin, und stockt die Rotte wegen Trockenheit, hilft Umsetzen mit Befeuchten. Im Inneren eines ausreichend großen, gut geführten Komposts gelten 60 bis 70 °C als günstig, doch auch durch Kaltrotte kann guter Kompost entstehen. Krankheitserreger tötet Gartenkompost dabei nicht zuverlässig ab, weil ausreichende Rottetemperaturen oft nicht durchgehend erreicht werden.
Wie erkenne ich, ob mein Kompost reif ist?
Gartenkompost braucht je nach Material und Rotteführung etwa 4 bis 12 Monate, deshalb prüfst du den Reifezustand zusätzlich. Beim Kressetest säst du Kresse in eine Probe Kompost und zum Vergleich in Gartenerde. Wächst sie im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun, braucht er noch weitere Reifezeit.
Wann setze ich den Kompost um, und wie fein siebe ich ihn?
Umsetzen ist kein Pflichttermin: Eine Kompostmiete kannst du nach etwa 3 Monaten umsetzen, wenn die Rotte schneller gehen soll. Bei sorgfältig vorgemischtem Material kann das Umsetzen ganz entfallen. Für Rasen und Blumenbeete empfiehlt sich abgesiebter Kompost mit Bestandteilen kleiner als 10 bis 15 mm, zur Bodenverbesserung dürfen gröbere Teile drin bleiben.
Darf ich im Winter Küchenabfälle auf den Kompost geben?
Ja, Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz und Eierschalen eignen sich auch im Winter für einen gemischten Gartenkompost. Dazu schichtest du sie in dünnen Lagen mit Herbstlaub, das du neben dem Kompost bevorratet hast, und mit Gehölzhäckseln. Offen liegende Küchenabfälle deckst du mit trockenen Gartenabfällen oder reifem Kompost ab, damit sich weniger Fliegen einstellen.
Welche Alternativen gibt es zum offenen Komposthaufen?
Ohne Garten kommt die Wurmkiste infrage, denn Kompostwürmer arbeiten bei 15 bis 25 °C unter günstigen Bedingungen. Je nach Feuchtigkeit, Temperatur und Ausgangsmaterial ist Wurmkompost nach etwa 3 bis 6 Monaten fertig. Bokashi fermentiert Küchenabfälle luftdicht verschlossen im Eimer, danach muss das feste Material noch eine Kompostierungsphase durchlaufen, bevor es als Gartendünger dient. Geschlossene Komposter brauchen wenig Platz und schützen kleine Abfallmengen vor rascher Austrocknung, verlangen aber eine besonders sorgfältige Belüftung.
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