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Rindenhumus: Für welche Pflanzen er passt und wie du mischst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Rindenhumus ist kompostierte Rinde und lockert besonders schwere Böden; als Nährstoffquelle ist er meist schwächer als Grüngutkompost.
  • Sein pH-Wert kann zwischen 4,0 und 7,0 liegen, für Rhododendron und Heidelbeere misst du deshalb die fertige Mischung.
  • Bei hohen Rindenhumusanteilen sollte der pH nicht unter 6 fallen, sonst kann Mangan Eisenmangel auslösen.
  • Erprobte torffreie Topferde: je etwa 25 % Holzfasern, Kokosmark, Rindenhumus und gütegesicherter Kompost.
  • Bei Rosen lockert Rindenhumus schweren Boden, die Rosendüngung ersetzt er nicht.
  • Phalaenopsis braucht spezielles, sehr luftiges Orchideen-Rindensubstrat und keinen Kompost.
Handvoll dunkler Kompost als organischer Dünger vor jungen Gartenpflanzen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Du hast einen Sack Rindenhumus gekauft und überlegst, ob er zum Rhododendron, zur Kübelrose oder zur Orchidee auf der Fensterbank passt. Die Antwort hängt an zwei Punkten: welchen pH-Wert die Pflanze braucht und ob der Rindenhumus ins Beet oder in ein Gefäß kommt. Ich kläre vor jeder Mischung genau diese zwei Fragen, erst dann öffne ich den Sack.

Als Nährstoffquelle plane ich Rindenhumus nicht ein. Gegenüber Grüngutkompost hat er meist geringere Nährstoffgehalte und kann Stickstoff leichter festlegen.

Für welche Pflanzen Rindenhumus passt

Rindenhumus passt dort, wo ein schwerer Boden lockerer werden soll oder eine torffreie Erde einen Torfersatz mit guter pH- und Nährstoffpufferung braucht. Säureliebenden Pflanzen hilft er nur in einer Mischung, deren pH-Wert du gemessen hast. Orchideen wie Phalaenopsis bekommen ein eigenes Rindensubstrat.

Pflanzengruppe Rolle von Rindenhumus Darauf achtest du
Gemüse- und Blumenbeete auf schwerem Boden eingearbeitet zur Lockerung jährliche Menge begrenzen
Rosen im Beet lockert schweren Lehm Rosendüngung bleibt nötig
Kübel- und Balkonpflanzen Torfersatz in torffreien Mischungen Gießen, Gewicht, Stickstoff
Rhododendron möglicher Bestandteil der Pflanzmischung pH-Wert messen, kein Gartenkompost
Kulturheidelbeeren nur in einer sauren Mischung pH 4,0 bis 5,0, kalkarmes Gießwasser
Obst- und Ziergehölze bei der Neupflanzung oberflächlich eingeharkt nur ausgereiftes Material
Gehölzbereiche, frische bis feuchte Staudenflächen nährstoffarmer Mulch mögliche Stickstoffbindung
Phalaenopsis spezielles Orchideen-Rindensubstrat statt Rindenhumus sehr geringe Salzverträglichkeit

Kurz zum Material

Rindenhumus ist kompostierte, zerkleinerte und nach Korngrößen sortierte Rinde, die als Bodenhilfsstoff und als Bestandteil von Pflanzerden dient. Beim Kompostieren werden wachstumshemmende Phenole und Gerbstoffe abgebaut, Rindenmulch besteht dagegen aus nicht entsprechend kompostierter Rinde und dient als Abdeckung. Welche Rolle Rindenhumus neben Holzfasern, Kokos und Kompost als Torfersatz spielt, steht im Grundlagenkapitel zu Erden und Substraten.

Bei RAL-gütegesichertem Rindenhumus werden unter anderem Körnung, Fremdstoffe, Stickstoffstabilisierung, pH-Wert, Salzgehalt, Nährstoffe und Schwermetalle kontrolliert. Woran du hochwertigen Rindenhumus erkennst und worauf du beim Lagern achtest, steht in einem eigenen Ratgeber.

Rosen: Rindenhumus lockert, die Düngung ersetzt er nicht

Rosen gedeihen besonders gut in lockerem, durchlässigem, humusversorgtem Lehmboden. Ist dein Boden schwer, kann eingearbeiteter Rindenhumus ihn lockern. Für Rosen im Gartenboden wird ein pH-Bereich von 6 bis 7 empfohlen. Im Zusammenhang mit Kleinstrauchrosen werden 5,5 bis 6,5 genannt.

Rosen haben unter den Ziergehölzen einen höheren Stickstoffbedarf, während Rindenhumus meist weniger Nährstoffe mitbringt als Grüngutkompost und Stickstoff sogar festlegen kann. Er verbessert also den Boden, eine bedarfsgerechte Rosendüngung ersetzt er nicht.

Beim Pflanzen ins Beet

Heb für Containerrosen ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so breit und tief ist wie der Topfballen. Auf schwerem Lehm mische ich Rindenhumus unter den Aushub und prüfe mit einer feuchten Probe in der Hand, ob die Erde danach weniger klebt. Vor der Pflanzung hilft eine Bodenuntersuchung, eine überhöhte Nährstoffversorgung zu vermeiden. Frisch gepflanzte Rosen brauchen frühestens im Folgejahr zusätzlichen Dünger, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen.

Stand an der Stelle lange eine Rose, empfiehlt sich wegen möglicher Bodenmüdigkeit ein anderer Pflanzplatz. Geht das nicht, tauschst du den Boden auf mindestens 50 × 50 × 50 cm aus.

Rosen im Kübel

Für Rosen im Kübel sollten Substrattiefe und Gefäßdurchmesser jeweils mindestens etwa 40 bis 50 cm betragen. Rosen gedeihen auch in geeigneter Balkonblumen-, Kübelpflanzen- oder Pflanzerde, auf die Bezeichnung Rosenerde kommt es weniger an als auf die Qualität der Mischung. Wichtig ist, dass die Erde ihre Struktur hält; mineralische Zuschläge wie Bims, Splitt oder Blähton unterstützen das. Welche Mischungen mit Rindenhumus für Gefäße erprobt sind, steht im Abschnitt zu Kübel- und Balkonpflanzen.

Für die Versorgung haben sich ummantelte Langzeitdünger mit einer Nährstoffabgabe über 4 bis 6 Monate bewährt. Im Winter schützt du den Wurzelbereich gegen abruptes Durchfrieren.

Rhododendron und Heidelbeere: Rindenhumus nur mit gemessenem pH-Wert

Rhododendren bevorzugen überwiegend pH 4,5 bis 5,5. Die obere Toleranz reicht bis etwa pH 6,0. Als saure organische Bestandteile zur Bodenverbesserung kommen für sie kompostierte Rinde, verrottetes Laub und Nadelerde infrage. Rindenhumus kann deshalb Teil einer Rhododendron-Pflanzmischung sein, deren pH-Wert 5,5 nicht überschreiten sollte.

Mythos-Check

Rindenhumus macht den Boden sauer? So pauschal stimmt das nicht. Er kann pH-Werte von 4,0 bis 7,0 aufweisen und ist damit nicht durchgehend sauer, Rindenkultursubstrate fangen eine pH-Absenkung sogar stärker ab als Weißtorf. Wie gütegesicherter Kompost kann Rindenhumus außerdem hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzgehalte mitbringen, eine saure Rhododendronmischung garantiert er also nicht.

Mangan: warum hohe Anteile heikel sind

Bei hohen Rindenhumusanteilen sollten pH-Werte unter 6 vermieden werden, weil eine erhöhte Manganaufnahme Eisenmangel auslösen kann. In torffreien oder torfreduzierten Substraten mit manganreichen Bestandteilen wie Rindenhumus können solche Chlorosen schon bei pH 5,0 bis 5,5 auftreten. Da die Rhododendronmischung höchstens pH 5,5 haben soll, passt ein hoher Rindenhumusanteil nicht dazu: Im Moorbeet ist Rindenhumus ein Bestandteil neben anderen und nicht die Basis der Mischung.

Kurz erklärt

Gelbe junge Blätter mit zunächst grünen Adern passen zu Eisenmangel, lassen sich aber nicht immer sicher von Manganmangel unterscheiden. Bei zu hohem Boden-pH kann Eisen festgelegt werden, in saurem Substrat mit manganreichen Zuschlägen wie Rindenhumus kann Mangan die Eisenversorgung stören. Das Blattbild ist deshalb ein Hinweis und keine Diagnose; der gemessene pH-Wert grenzt die Ursache ein.

So pflanzt du Rhododendron

Immergrüne Rhododendren gedeihen gewöhnlich halbschattig in humosem, gleichmäßig feuchtem und zugleich luft- und wasserdurchlässigem Boden. Mische den Bodenaushub im Verhältnis 1:2 mit speziellem Rhododendronsubstrat. Gewöhnlicher Gartenkompost gehört nicht hinein, weil er wegen seines Kalkgehalts und eines typischen pH-Werts von 6,5 bis 7,5 für Moorbeetpflanzen ungeeignet ist. Kalk bleibt aus demselben Grund draußen.

Setz den Strauch eher hoch als zu tief, denn eine zu tiefe Pflanzung verursacht Luftmangel an den Wurzeln. Nach einigen Wochen deckst du den Pflanzbereich mit einer organischen Mulchschicht von 3 bis 5 cm ab. Mulch aus Nadelgehölzrinde kann den pH-Wert in der Bodenkontaktschicht senken. Gieß bevorzugt mit Regenwasser und lass den Wurzelbereich unbearbeitet, weil die feinen Wurzeln dicht unter der Oberfläche liegen.

Auf mittelschweren humosen Böden kommen Rhododendren auf kalktoleranten INKARHO-Unterlagen bis etwa pH 6,5 infrage.

Marias Erfahrung

Bevor ein Rhododendron in eine neue Mischung kommt, feuchte ich eine Probe an und messe mit einer kalibrierten Glas-Einstichelektrode. Kalibriert wird mit Pufferlösungen bei pH 4 und pH 7. Einfache Metallsonden nutze ich dafür nicht, weil sie ebenso wie sehr trockenes Substrat unzuverlässige Werte liefern können. Für den Gartenboden schicke ich etwa 500 g Erde aus dem äußeren Ballenbereich bis 30 cm Tiefe ins Labor und lasse pH-Wert, Phosphor, Kalium und Magnesium bestimmen.

Heidelbeeren im Beet und im Kübel

Kulturheidelbeeren brauchen sauren Boden mit pH 4,0 bis 5,0, also noch etwas saurer als die meisten Rhododendren. Mist und üblicher Gartenkompost sind für sie wegen des meist hohen Kalkgehalts ungeeignet. Gieß sie mit aufgefangenem Regenwasser, weil kalkhaltiges Gießwasser Chlorosen fördern kann.

Heidelbeeren wollen einen vollsonnigen, gut durchlässigen Standort und reagieren empfindlich auf Staunässe und Austrocknung. Eine etwa 5 cm dicke Mulchschicht aus gehäckseltem Nadelholz schützt die Oberfläche vor dem Austrocknen. Im Kübel gilt dasselbe: saures Substrat und kalkarmes Gießwasser, auch torffreie Erde für Heidelbeeren muss einen niedrigen pH-Wert haben. Rindenhumus kommt bei ihnen nur in eine Mischung, deren niedrigen pH-Wert du gemessen hast.

Für Eriken und Azaleen gilt dasselbe Grundprinzip wie für Rhododendron und Heidelbeere: keine Kalkung und kein gewöhnlicher Gartenkompost.

Kübel- und Balkonpflanzen: erprobte Mischungen mit Rindenhumus

In Gefäßen können Rindenhumus, Holzfasern, Substratkompost und Kokosmaterialien gemeinsam den Torf ersetzen. Gemischt werden diese Stoffe, um Luftführung, Wasserspeicherung, pH-Stabilität und Nährstoffangebot aufeinander abzustimmen. Für torffreie Qualitätserden empfiehlt sich eine Mischung aus mindestens 3 verschiedenen Torfersatzstoffen.

Einsatz Zusammensetzung Grenze
Torffreie Topferde, erprobtes Beispiel je etwa 25 % Holzfasern, Kokosmark, Rindenhumus und gütegesicherter Kompost Beispielmischung, kein Rezept für Rhododendron- oder Aussaaterde
Balkonkasten bis zu 30 % vollständig verrotteter Kompost, der Rest zu gleichen Teilen Rindenhumus, Kokosfaser und gebrochener Blähton oder Perlit enthält Kompost
Freiland-Pflanzsubstrat nach einem LWG-Rezept je ein Drittel Gartenerde, Kompost und Rindenhumus fürs Freiland gedacht
Langlebige Kübel- und Gehölzsubstrate 30 bis 40 Vol.-% Blähton als strukturstabilisierende Beimischung Ergänzung, keine vollständige Mischung

Reinen Gartenboden nimmst du für Gefäße nicht, weil er beim Wässern verschlämmen und verdichten kann.

Alle drei Rezepte enthalten Kompost, und Kompost wie Rindenhumus können hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzwerte einbringen. Für Rhododendron, Azalee oder Heidelbeere im Kübel taugen sie deshalb nicht; kalkempfindliche Kübelpflanzen bekommen ein angepasstes Azaleen- oder Moorbeetpflanzensubstrat. Auch für Zitrusgewächse sind selbst gemischte komposthaltige Substrate wegen ihres häufig hohen pH-Werts oft ungeeignet.

Für Kultursubstrate außerhalb der Moorbeetkulturen gilt ein anzustrebender pH-Bereich von 5,0 bis 6,5. Mischungen mit Rindenhumus sollten eher im oberen Teil dieses Bereichs liegen.

Gießen, Gewicht und Struktur

Rindenhumus speichert weniger Wasser als Torf. Als Substratkomponente wird für ihn eine Wasserkapazität von 40 bis 55 % des Materialvolumens angegeben. Entsprechende Substrate können deshalb häufigeres Gießen erfordern. Torffreie Erde kann zugleich oben trocken und unten im Topf noch nass sein. Ich stecke darum den Finger tief ins Substrat und hebe den Topf an, bevor ich gieße.

Rindenhumus hat ungefähr die doppelte Rohdichte von Weißtorf, entsprechende Mischungen werden also schwerer. Für mehrjährige Gefäßpflanzungen eignet sich strukturstabile Kübelpflanzenerde, die Verdichtung und Vernässung im unteren Topfbereich vorbeugt. Freie Abzugslöcher sind nötig, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Stickstoff im Blick

Ausgereifter, substratfähiger Rindenhumus bindet bei weiterer Umsetzung nur noch wenig Stickstoff. Wie stark ein Produkt Stickstoff festlegt, beurteilst du trotzdem produktbezogen, und eine angepasste Stickstoffversorgung kann nötig bleiben. Bei einem hohen Holzfaseranteil im Substrat kann mehr Stickstoffdüngung nötig sein als bei der bisher verwendeten Erde. Auch vorgedüngte torffreie Erde kann Stickstoff zeitweise unzureichend bereitstellen. Einen bestätigten Mangel können mineralische oder flüssige Dünger rasch ausgleichen.

Mini-Checkliste

Abzugslöcher frei halten, mineralische Zuschläge für eine stabile Struktur einplanen, den pH-Wert der Mischung eher im oberen Teil von 5,0 bis 6,5 halten, die Feuchte unten im Topf prüfen und die Stickstoffversorgung beobachten. Kalkempfindliche Pflanzen bekommen kein komposthaltiges Rezept.

Obstgehölze und Beerenobst: Rindenhumus bei der Pflanzung

Bevor du ein Obstgehölz setzt, beseitigst du Verdichtungen im Untergrund durch Bodenlockerung. Günstig ist ein etwa 40 bis 60 cm tief gelockerter Boden, größere Gehölze können eine tiefere Vorbereitung benötigen. Bei der Vorbereitung einer Gehölzneupflanzung können 20 l Rindenhumus je m² oberflächlich eingeharkt werden. Den Wurzelballen wässerst du vor dem Einpflanzen ausreichend.

Häufiger Fehler

Frische Holzhäcksel landen im Pflanzloch. Bei jungen Obstgehölzen gehören sie weder in den Aushub noch auf die Baumscheibe, weil ihr Abbau Stickstoff bindet. Ausgereifter Rindenhumus bindet dagegen nur noch wenig Stickstoff. Entscheidend ist also der Reifegrad des Materials, nicht seine Herkunft aus Holz oder Rinde.

Himbeeren brauchen gut durchlüfteten, humosen Boden mit gleichmäßiger Wasserversorgung und einem pH-Wert von 5 bis 6,5. Erdbeeren bevorzugen lockeren, tiefgründigen, humusreichen Boden im neutralen bis schwach sauren Bereich und vertragen keine Staunässe. Auf schwerem Boden kann eingearbeiteter Rindenhumus die Lockerung unterstützen, den pH-Wert prüfst du vorher. Beerenobst hat einen höheren Kaliumbedarf, deshalb müssen Erde und Dünger in ihrer Nährstoffausstattung zur Kultur passen.

Im Kübel brauchen Obstgehölze einschließlich Beerensträuchern Gefäße ab 20 l. Größere Gefäße von 50 bis 70 l sind günstiger. Ein Loch im Kübelboden ist nötig, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Unter Zier- und Obstgehölzen im Garten eignet sich Rindenmulch als Abdeckung.

Orchideen: Rindensubstrat statt Rindenhumus

Die im Haus gepflegte Phalaenopsis braucht ein sehr luft- und wasserdurchlässiges Substrat, dafür eignen sich spezielle Orchideen-Rindensubstrate. Kompost gehört nicht in den Orchideentopf. Orchideen haben außerdem eine sehr geringe Salzverträglichkeit, und Staunässe kann bei ihnen Wurzelfäulnis verursachen. Rindenhumus kann erhöhte Kalium-, Phosphor- und Mangangehalte aufweisen und braucht bei salzempfindlichen Kulturen besondere Beachtung. Für Orchideen greife ich deshalb zum fertigen Orchideen-Rindensubstrat und nicht zum Rindenhumus aus dem Gartensack.

Ab dem Sichtbarwerden der Blütenstiele sind bei Phalaenopsis zusätzliche Düngegaben im Abstand von 2 Wochen möglich. Konzentration und Häufigkeit passt du an Größe, Wachstum und Jahreszeit an. Sehr hohe Düngergaben können Zahl und Haltbarkeit der Blüten verringern.

Zahl im Blick

Für Phalaenopsis in Zimmerkultur wird eine schwache Nachdüngung mit 0,5 bis 1 g Dünger je Liter Wasser beschrieben, am Beispiel einer Düngerformulierung 15-5-25-2.

Beete und Mulch: wo Rindenhumus sonst hilft

In Gemüse- und Blumenbeeten arbeitest du Rindenhumus ein, wenn der Boden schwer ist, denn dort wirkt er besonders lockernd. Rindenmulch gehört dagegen nicht auf Gemüsebeete, weil er wachstumshemmende Gerbstoffe enthält; im Gemüsegarten nutzt du ihn für die Wege.

Als Mulch passt nährstoffarmer Rindenhumus zu Gehölzbereichen und frischen bis feuchten Staudenflächen. Für trockene Staudenpflanzungen eignen sich mineralische Mulchstoffe. Vor dem Mulchen entfernst du vorhandene Wildkräuter und lockerst den Boden. Auch beim Mulchen mit Rindenhumus berücksichtigst du eine mögliche Stickstoffbindung.

Wie viel und wann: kurz gefasst

Für die wiederholte Bodenverbesserung gilt bei Rindenhumus die Kompostempfehlung von höchstens 2 bis 3 l je m² und Jahr im mehrjährigen Durchschnitt. Auch organische Bodenverbesserungsmittel können bei übermäßiger Zufuhr zur Überdüngung führen; wie viel Rindenhumus welcher Boden und welche Kultur braucht, steht im Dosier-Ratgeber. Wann du Rindenhumus im Jahreslauf einarbeitest, als Sommermulch nutzt oder als Frostschutz ausbringst, zeigt der Saison-Ratgeber.

Rindenhumus statt Torf

Torfabbau und die dafür nötige Entwässerung zerstören Moorlebensräume und setzen gespeicherten Kohlenstoff als Treibhausgas frei. Achte beim Erdenkauf auf die Angabe torffrei, denn als torfreduziert oder torfarm bezeichnete Erden können noch bis zu 70 % Torf enthalten; mehr dazu steht im Grundlagenkapitel zu Erden und Substraten. Wie Rindenhumus im Vergleich zu Kompost, Torf, Hornspänen und Gesteinsmehl abschneidet, zeigt ein eigener Ratgeber.

Häufige Fragen

Für welche Pflanzen eignet sich Rindenhumus?
Eingearbeitet lockert Rindenhumus besonders schwere Böden, etwa in Gemüse- und Blumenbeeten, im Rosenbeet und bei der Vorbereitung von Gehölzneupflanzungen. In torffreien Kübel- und Balkonerden ist er ein Bestandteil neben Holzfasern, Kokos und Kompost. In Rhododendron-Pflanzmischungen kann er mitwirken, garantiert aber keinen sauren pH-Wert, deshalb misst du die fertige Mischung. Für Phalaenopsis-Orchideen nimmst du spezielles Orchideen-Rindensubstrat.
Was ist Rindenhumus und wie unterscheidet er sich von Rindenmulch?
Rindenhumus ist kompostierte, zerkleinerte und nach Korngrößen sortierte Rinde, die als Bodenhilfsstoff und als Bestandteil von Pflanzerden dient. Beim Kompostieren werden wachstumshemmende Phenole und Gerbstoffe abgebaut. Rindenmulch besteht dagegen aus nicht entsprechend kompostierter Rinde und dient als Abdeckmaterial. Auf Gemüsebeete gehört Rindenmulch wegen seiner wachstumshemmenden Gerbstoffe nicht, Rindenhumus kann dort eingearbeitet werden.
Ist es richtig, dass Rindenhumus den Pflanzen Stickstoff entzieht?
Ausgereifter, substratfähiger Rindenhumus bindet bei weiterer Umsetzung nur noch wenig Stickstoff. Ganz ausschließen lässt sich eine Festlegung nicht, denn gegenüber Grüngutkompost legt Rindenhumus Stickstoff leichter fest, und wie stark, hängt vom Produkt ab. Plane deshalb eine angepasste Stickstoffversorgung ein, besonders in torffreien Mischungen mit Holzfasern. Nicht entsprechend kompostierter Rindenmulch kann beim Abbau ebenfalls Stickstoff binden.
Welche Rolle spielt Rindenhumus bei der pH-Wert-Regulierung des Bodens?
Rindenhumus kann pH-Werte von 4,0 bis 7,0 aufweisen und ist damit nicht durchgehend sauer. Er bietet eine gute pH- und Nährstoffpufferung, eine saure Mischung für Rhododendron oder Heidelbeere garantiert er aber nicht. Bei hohen Rindenhumusanteilen sollten pH-Werte unter 6 vermieden werden. Sonst kann eine erhöhte Manganaufnahme Eisenmangel auslösen.
Welche Mischungsverhältnisse eignen sich für verschiedene Topfpflanzen?
Ein erprobtes Beispiel für torffreie Topferde besteht aus je etwa 25 % Holzfasern, Kokosmark, Rindenhumus und gütegesichertem Kompost. Für Balkonkästen wird bis zu 30 % vollständig verrotteter Kompost genannt, der Rest besteht zu gleichen Teilen aus Rindenhumus, Kokosfaser und gebrochenem Blähton oder Perlit. Kalkempfindliche Kübelpflanzen wie Rhododendron, Azalee und Heidelbeere brauchen stattdessen ein angepasstes saures Moorbeetsubstrat. Phalaenopsis-Orchideen wachsen in speziellem, sehr luftigem Orchideen-Rindensubstrat ohne Kompost.
Welche Dosierung von Rindenhumus wird für die Bodenverbesserung empfohlen?
Für die wiederholte Bodenverbesserung gilt bei Rindenhumus die Kompostempfehlung von höchstens 2 bis 3 l je m² und Jahr im mehrjährigen Durchschnitt. Bei der Vorbereitung einer Gehölzneupflanzung können 20 l Rindenhumus je m² oberflächlich eingeharkt werden. Auch organische Bodenverbesserungsmittel können bei übermäßiger Zufuhr zur Überdüngung führen.
Wie unterscheidet sich Rindenhumus von Torf bei der Verwendung im Garten?
Rindenhumus speichert weniger Wasser als Torf, als Substratkomponente wird für ihn eine Wasserkapazität von 40 bis 55 % des Materialvolumens angegeben. Entsprechende Substrate können deshalb häufigeres Gießen erfordern und werden schwerer, weil Rindenhumus ungefähr die doppelte Rohdichte von Weißtorf hat. Dafür bietet er eine gute Nährstoff- und pH-Pufferung. Torfabbau zerstört dagegen Moorlebensräume und setzt gespeicherten Kohlenstoff als Treibhausgas frei.
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