pH-Wert der Blumenerde: so misst du ihn und passt ihn an deine Pflanzen an
- Einen pH-Wert für alle Blumenerden gibt es nicht, er muss zur Pflanzengruppe passen.
- Rhododendren bevorzugen überwiegend pH 4,5 bis 5,5.
- Kulturheidelbeeren im Kübel brauchen saures Substrat mit etwa pH 4,0 bis 5,0 und kalkarmes Gießwasser.
- Gemessen wird in feuchtem Substrat mit einer kalibrierten Glas-Einstichelektrode, nicht mit einer einfachen Metallsonde.
- Gekalkt wird nur nach Befund, Moorbeetpflanzen bekommen keinen pauschalen Kalk.
- Die Schwefelmenge zum Ansäuern eines Substrats bestimmt eine Probesäuerung im Labor.

Dein Rhododendron steht in frischer Erde, und trotzdem werden die jungen Blätter gelb, während die Adern grün bleiben. Das kann auf einen zu hohen pH-Wert hindeuten, der Eisen für die Pflanze festlegt. Ein sicherer Befund ist das nicht, denn solche Blätter lassen sich nicht immer eindeutig von ManganmangelManganmangel ist eine Unterversorgung der Pflanze mit dem Spurenelement Mangan. Er zeigt sich zuerst an jüngeren Blättern, etwa als abgestorbene Punkte oder Streifen, und entsteht oft, weil Mangan bei hohem pH-Wert oder Trockenheit für die Wurzeln nicht verfügbar ist. unterscheiden. Ich messe deshalb zuerst den pH-Wert der Erde, bevor ich an Dünger oder Substrat etwas ändere.
Bei Blumen- und Universalerde gibt es keinen pH-Wert, der für alle Pflanzen passt. Gute Blumenerde bringt einen pH-Wert mit, der zur vorgesehenen Pflanzengruppe passt. Dazu gehören eine passende Nährstoffversorgung und eine Struktur, die ausreichend belüftet und stabil bleibt.
Was der pH-Wert in der Erde steuert
Der pH-Wert zeigt, wie sauer oder basisch eine Erde reagiert, und ein unpassender Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen. Ist er zu hoch, kann das einen Mangel an Spurennährstoffen auslösen, obwohl sie in der Erde vorhanden sind. Die Grundlagen findest du im Abschnitt pH-Wert und Kalk: erst messen, dann handeln, und was der pH-Wert im Gartenboden für das Pflanzenwachstum bedeutet, erklärt ein eigener Ratgeber.
Welcher pH-Wert passt zu welcher Pflanze?
Der passende pH-Wert hängt an der Pflanzengruppe und an der Bodenart. Ein gemeinsamer Zielbereich für alle Blühpflanzen taugt deshalb nicht. Für Pflanzen mit klaren Ansprüchen gelten diese Angaben:
| Pflanze oder Erde | pH-Angabe | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Rhododendron, gewöhnliche Sorten | überwiegend pH 4,5 bis 5,5, obere ToleranzBei Pflanzensorten bedeutet Toleranz: Die Pflanze wird von einer Krankheit oder einem Schaderreger zwar befallen, verkraftet das aber so gut, dass in der Regel keine Ertragseinbußen zu befürchten sind. bis etwa pH 6,0 | keine pauschalen Kalk- oder Kompostgaben |
| INKARHO-Rhododendron, kalktolerant | gegebenenfalls bis pH 6,5 | nur auf mittelschweren humosen Böden |
| Kulturheidelbeere im Kübel | saures Substrat mit etwa pH 4,0 bis 5,0 | kalkarmes Gießwasser |
| Gartenhortensie | leicht sauer, ohne feste Zahl | Blaufärbung hängt an saurem Boden und verfügbarem Aluminium |
| Erde mit hohem Rindenhumusanteil | pH-Werte unter 6 vermeiden | sonst kann erhöhte Manganaufnahme Eisenmangel auslösen |
| Buchsbaum | verträgt saure, neutrale und alkalische Böden | Reaktionszahl nach Ellenberg: 8 |
Welchen pH-Wert Rosenerde braucht und wie du ihn im Rosenbeet einstellst, steht im Ratgeber zur Rosenerde.
Rhododendron, Heidelbeere und Eriken: Erde, die sauer bleibt
Rhododendren, Heidelbeeren und Eriken gehören zu den säureliebenden Moorbeetpflanzen. Sie bekommen weder pauschal Kalk noch pauschal Kompost. Regelmäßige Kompostgaben können im Hausgarten bereits genug Kalzium nachliefern, sodass eine Kalkung vom Bodenbefund abhängt. Was im Gemüsebeet zusätzlichen Kalk ersparen kann, gehört also nicht ungeprüft an den Rhododendron, dessen Boden sauer bleiben soll.
Gezielt düngen kannst du Rhododendren erst, wenn du pH-Wert sowie Phosphor-, Kalium- und Magnesiumgehalt des Bodens kennst. Die Probe dafür nimmst du aus dem äußeren Wurzelbereich. Meine Kulturheidelbeeren im Kübel stehen in saurem Substrat, und ich gieße sie mit kalkarmem Wasser.
Hortensien: Blau hängt nicht am pH-Wert allein
Gartenhortensien mögen einen leicht sauren, lehmig-humosen Boden, der Wasser speichert. Ob sich geeignete Sorten blau färben, hängt an saurem Boden und verfügbarem Aluminium. Phosphat kann dieses Aluminium im Substrat festlegen. Kompostreiche torffreie Erden können viel Phosphor enthalten. In einer solchen Erde kann die Blaufärbung einer Topfhortensie deshalb leiden, selbst wenn der pH-Wert passt.
Kalkverträgliche Pflanzen: Beispiel Buchsbaum
Der geeignete Bereich hängt hier an der Art und an der Bodenart. Ein Beispiel ist der Buchsbaum: Er wächst auf sauren, neutralen und alkalischen Böden.
Die Reaktionszahl nach Ellenberg ist eine Zeigerzahl zum Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht.. Sie reicht von 1 für stark sauer bis 9 für basisch und kalkreich. Der Buchsbaum hat die Reaktionszahl 8.
Weil Buchs saure bis alkalische Böden verträgt, schaue ich bei Blattschäden am Kübelbuchs zuerst nach den Wurzeln. Hitze oder Frost können sie schädigen, sodass er Wasser und Nährstoffe schlechter aufnimmt.
pH-Wert in Blumenerde richtig messen
Im Topf misst du direkt im Substrat. Dafür brauchst du eine geeignete, kalibrierte Glas-Einstichelektrode. Einfache Metallsonden können unzuverlässige Ergebnisse liefern, und sehr trockenes Substrat ebenso.
So gehst du vor:
- Feuchte prüfen: Fühl mit dem Finger unterhalb der Oberfläche, wie feucht die Erde ist.
- Trockene Erde anfeuchten: In sehr trockenem Substrat misst du nicht, sondern feuchtest es vorher gleichmäßig an.
- Elektrode kalibrieren: Kalibriere das Gerät nach seiner Gebrauchsanweisung, bevor du misst.
- Einstechen und ablesen: Schieb die Elektrode in die feuchte Zone im Wurzelraum und lies den Wert ab.
- Wert notieren: Schreib Wert, Pflanze und Datum auf, damit du spätere Messungen vergleichen kannst.
Torffreie Erde kann oben schon trocken sein, während sie tiefer im Topf noch nass ist. Da sehr trockenes Substrat unzuverlässige Werte liefert, gehört die Elektrode in die feuchte Zone darunter und nicht in die oberste Schicht.
Nach jeder Messung stecke ich ein Etikett in den Topf, auf dem Wert, Datum und Erde stehen. Beim nächsten Messen lese ich zuerst das Etikett und vergleiche.
Mit einer einfachen Metallsonde messen und danach gleich Erde ansäuern oder kalken. Solche Sonden können unzuverlässige Werte liefern. Bevor du die Erde veränderst, brauchst du einen Wert von einer kalibrierten Glaselektrode.
Wann sich eine Messung lohnt
Miss den pH-Wert deiner Blumenerde, wenn
- du länger gelagerte Erde wieder verwenden willst,
- junge Blätter gelb werden und die Adern grün bleiben,
- du ein Substrat mit SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft. angesäuert hast,
- du Rhododendren gezielt düngen willst.
Gelbe Blätter allein beweisen kein pH-Problem. Vergilbung mit Blattfall kann auch auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. hindeuten. Bei Trockenheit können Mangelsymptome auftreten, obwohl Nährstoffe in der Erde sind, denn Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf.
Im Gartenbeet: Mischprobe fürs Labor
Im Beet nimmst du eine MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. aus mehreren Einstichen und schickst sie zur Standard-Bodenuntersuchung, die neben dem pH-Wert auch Phosphor und Kalium erfasst. Einstiche, Tiefe und Probenmenge stehen im Grundlagenratgeber im Abschnitt Boden kennen: Humus, Bodenleben und Bodenanalyse. Wie du den pH-Wert im Gartenboden misst und korrigierst, zeigt der Ratgeber zum Boden-pH.
pH-Wert anheben, wenn die Erde zu sauer ist
Erst messen, dann handeln: Gekalkt wird nur nach Befund. Moorbeetpflanzen sind davon ausgenommen, sie bekommen keinen pauschalen Kalk.
Im Topf: lieber gleich passende Erde
Im Topf ist frische Erde mit passendem pH-Wert der direkte Weg. Ich topfe die Pflanze dazu in eine Erde um, die für ihre Pflanzengruppe gedacht ist. Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Blumenerde braucht eine Kübelpflanze in den ersten 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Prüf dabei auch den Wasserablauf, denn ohne ihn staut sich überschüssiges Gießwasser im Gefäß.
Willst du die vorhandene Erde behalten, nimm kohlensauren Kalk. Er enthält typischerweise 75 bis 95 % Calciumcarbonat und wirkt vergleichsweise langsam und mild. Misch ihn gleichmäßig unter, taste dich heran und miss nach dem Einwurzeln erneut.
Holzasche gehört weder ins Beet noch in den Topf, auch nicht, um den pH-Wert anzuheben. Wegen möglicher Schwermetall- und Schadstoffbelastungen taugt sie weder als Dünger noch als Kompostzutat. Abgekühlt kommt sie in den Hausmüll, ohne dass du dabei Staub aufwirbelst.
Im Gartenbeet: Kalk nur nach Befund
Im Beet hängt der anzustrebende pH-Bereich an Bodenart und Humusgehalt; für lehmige Gartenböden liegt er bei 5,5 bis 7,0, Moorbeetpflanzen ausgenommen. Gekalkt wird dort nur bei nachgewiesen zu niedrigem pH-Wert, mit kohlensaurem Kalk im zeitigen Frühjahr. Die Bereiche für Sand und Ton, die Kalkmengen und den Abstand zwischen zwei Kalkungen findest du im Grundlagenabschnitt zu pH-Wert und Kalk.
pH-Wert senken, wenn die Erde zu basisch ist
Säureliebende Topfpflanzen: gleich in saure Erde
Für Rhododendron und Heidelbeere im Topf nehme ich eine saure Spezialerde, statt Universalerde anzusäuern. Wie der pH-Wert in Spezialerden auf die Nährstoffaufnahme wirkt, erklärt der Ratgeber zu Spezialerden. Bei Rhododendronerde zählt der pH-Wert auch dann, wenn sie torffrei ist oder du sie selbst mischst.
RindenhumusRindenhumus ist feine, kompostierte Rinde. Du arbeitest ihn leicht in die Beeterde ein, um dem Boden organische Substanz und Nährstoffe zuzuführen – anders als Rindenmulch, der als Abdeckung obenauf liegt. ist kompostierte, zerkleinerte und nach Korngrößen sortierte Rinde, kein bloßer Rindenmulch. Bei hohen Rindenhumusanteilen solltest du pH-Werte unter 6 vermeiden, weil erhöhte Manganaufnahme dann Eisenmangel auslösen kann. Rhododendren bevorzugen aber überwiegend pH 4,5 bis 5,5. Eine torffreie Rhododendronerde lässt sich also nicht einfach mit viel Rindenhumus mischen. Die erprobte torffreie Mischung aus jeweils ungefähr 25 % Holzfasern, KokosmarkKokosmark sind die feinen Bestandteile zwischen den Fasern der Kokosnusshülle. Der Reststoff aus der Kokosverarbeitung wird als Torfersatz in torffreien Erden verwendet, weil er ähnlich viel Wasser hält und ähnlich luftig ist wie Torf., Rindenhumus und gütegesichertem Kompost ist eine Beispielmischung und kein Rezept für Rhododendronerde.
Beim Kauf zählt das genaue Wort: Als torfreduziert oder torfarm bezeichnete Blumenerden können noch bis zu 70 % Torf enthalten. Welchen pH-Wert Torf-, Kokos- und mineralische Substrate mitbringen, steht im Ratgeber zu Pflanzsubstraten.
Schwefel: Menge nur aus dem Labor
Schwefel senkt den pH-Wert eines Substrats. Wie viel du brauchst, muss eine Probesäuerung im Labor bestimmen, eine Schätzung reicht dafür nicht.
In schwefelbehandelten Substraten können weiches Gießwasser und ammoniumbetonte Düngung einen weiteren starken pH-Abfall auslösen. Miss den Verlauf nach der Behandlung deshalb nach.
Was den pH-Wert im Topf mit der Zeit verschiebt
Auch passende Erde bleibt nicht unverändert. Länger gelagerte Blumenerde kann sich in Salzgehalt, pH-Wert und Struktur verändern. Angebrochene Säcke messe ich, bevor ich die Erde wieder verwende, und mische sie dann unter frische Erde.
Auch der Dünger zählt: Ammoniumsulfat wirkt versauernd, Kalksalpeter kann den pH-Wert erhöhen. Ein Dünger, der für eine andere Pflanzengruppe benannt ist, kann trotzdem passen, wenn Nährstoffverhältnis und pH-Wirkung zum Bedarf deiner Pflanze stimmen. Bei Kulturheidelbeeren im Kübel kommt das Gießwasser dazu, das kalkarm sein sollte.
Wie die Bestandteile der Pflanzerde den pH-Wert prägen und wie du ihn langfristig stabil hältst, erklärt der Ratgeber zur Pflanzerde.
