Recycling-Substrate: woraus torffreie Erde besteht und wie du sie nutzt
- Recycling-Substrate ersetzen Torf durch aufbereitete Reststoffe wie Substratkompost, Holzfasern, Rindenhumus und Kokosprodukte.
- Torffreie Erde trocknet oben rasch ab, kann darunter aber noch nass sein: Feuchte immer unter der Oberfläche prüfen.
- Das RAL-Gütezeichen für Substrate steht für regelmäßige unabhängige Kontrollen, die Torffreiheit prüfst du an der Kennzeichnung.
- Für Aussaaterden wird ein Salzgehalt unter 0,5 g pro Liter empfohlen.
- Ein hoher Holzfaseranteil kann eine zusätzliche Stickstoffdüngung nötig machen.
- Torffreie Erde bald verbrauchen und bis dahin verschlossen, kühl, trocken und lichtgeschützt lagern.

Du hast torffreie Erde gekauft, die Oberfläche im Topf ist schnell hell und trocken, und du greifst zur Kanne. Genau hier verhalten sich Recycling-Substrate anders als gewohnt, denn weiter unten kann die Erde noch nass sein. Ich prüfe deshalb bei torffreier Topferde mit dem Finger unter der obersten Schicht, bevor ich gieße. Hier liest du, woraus Recycling-Substrate bestehen, wie sie entstehen und wie du sie beim Kaufen, Einsetzen, Gießen, Düngen und Lagern behandelst.
Woraus bestehen Recycling-Substrate?
Recycling-Substrate sind Pflanzerden, die Torf durch aufbereitete Reststoffe ersetzen. Als Torfersatz werden Holzfasern, RindenhumusRindenhumus ist feine, kompostierte Rinde. Du arbeitest ihn leicht in die Beeterde ein, um dem Boden organische Substanz und Nährstoffe zuzuführen – anders als Rindenmulch, der als Abdeckung obenauf liegt., Substratkompost und Kokosprodukte zu Mischungen mit abgestimmten Eigenschaften kombiniert. Die Ausgangsstoffe fallen an anderer Stelle als Rest oder Nebenprodukt an:
| Bestandteil | Ausgangsstoff |
|---|---|
| Substratkompost | kompostierter Grünschnitt aus Gärten und Parks, Bioabfälle |
| Holzfasern | Holz aus der Forstwirtschaft |
| Rindenhumus | aufbereitete Baumrinde |
| Kokosprodukte | Fasern der Kokosnussschale, ein Nebenprodukt der Kokosnussverarbeitung |
Gemeinsam ist torffreien SubstratenSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. eine Eigenschaft, die du beim Gießen merkst. Ihre Oberfläche trocknet rasch ab, deshalb kontrollierst du die Feuchte darunter.
Wie entstehen Recycling-Substrate?
Vom Grünschnitt bis zum fertigen Sack durchläuft das Material mehrere Arbeitsschritte:
- Sammeln und sortieren: Grünschnitt, Bioabfälle, Holz und KokosfasernKokosfasern sind die Fasern aus der Umhüllung der Kokosnuss, die bei deren Verarbeitung anfallen. Als torffreier Bestandteil von Blumen- und Pflanzerden sorgen sie für viel Luft im Substrat, halten aber weniger Wasser als Torf. werden gereinigt und zerkleinert. Fremdstoffe wie Plastik und Metall werden dabei aussortiert.
- Kompostieren: Grünschnitt und Bioabfälle setzen in großen Mieten oder Reaktoren um, Mikroorganismen bauen sie dabei zu HumusHumus ist die tote organische Substanz im Boden. Er entsteht, wenn Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenteile, tote Tiere und Pilze zersetzen; der Humusgehalt gibt an, wie viel davon ein Boden enthält. ab. Feuchtigkeit, Temperatur und Sauerstoff werden während des Prozesses überwacht.
- Sieben: Aus dem reifen Kompost wird für Erdmischungen das grobe Material ausgesiebt.
- Mischen: Der Kompost wird nach Rezeptur mit Holzfasern, Rindenhumus oder Kokos kombiniert.
- Prüfen: Proben gehen ins Labor, unter anderem auf pH-WertDer pH-Wert gibt an, wie sauer oder alkalisch etwas ist, etwa Gartenboden, Blumenerde, Gießwasser oder Kompost. Die Skala reicht von 0 bis 14; der Wert 7 gilt als neutral, niedrigere Werte sind sauer, höhere alkalisch., Salzgehalt und Nährstoffgehalte. Für das RAL-Gütezeichen kommen regelmäßige unabhängige Kontrollen dazu.
Reifer Kompost ist feinkrümelig, dunkelbraun und riecht nach Walderde. Zur Bodenverbesserung darf grobes Material drinbleiben, für Erdmischungen und die Rasenpflege wird es ausgesiebt.
Mit meinem eigenen Kompost gehe ich genauso vor und siebe ihn, bevor er in eine Topfmischung kommt. Tiermist kompostiere ich immer erst, bevor er in den Garten kommt.
Woran erkennst du ein gutes Recycling-Substrat?
Ich lese auf dem Sack zuerst die Zusammensetzung und danach die Kennzeichnung. Das RAL-Gütezeichen für Substrate steht für regelmäßige, unabhängige Qualitätskontrollen. Ob die Erde torffrei ist, prüfst du zusätzlich an einer eindeutigen Kennzeichnung auf der Verpackung. Bei Aussaaterde schaust du außerdem auf den Salzgehalt, empfohlen wird ein Wert unter 0,5 g pro Liter.
- RAL-Gütezeichen für Substrate auf dem Sack?
- Eindeutig als torffrei gekennzeichnet?
- Hoher Holzfaseranteil? Dann die Stickstoffversorgung im Blick behalten.
- Für die Aussaat: Salzgehalt unter 0,5 g pro Liter?
- Brauchst du die Erde bald? Torffreie Erde möglichst zügig verbrauchen.
Torffrei betrifft nicht nur den Erdsack. Kompostierbare Anzuchtgefäße aus regionalen Rohstoffen sollten ebenfalls keinen Torf enthalten. Welche Materialien, Werkzeuge und Geräte deinen Gartenbedarf nachhaltiger machen, zeigt ein eigener Ratgeber.
Topf, Kübel, Beet: wo setzt du Recycling-Substrate ein?
Im Topf und im Kübel arbeitest du mit fertiger Mischung aus dem Sack. Bei Kräutern wählst du das Gefäß schon beim Pflanzen nach ihrer endgültigen Größe. Für eine hochwachsende Stabtomate bis zur Herbsternte gelten 35 bis 40 l Substratvolumen als optimal. Für einen Pflanzturm nimmst du strukturstabiles Kübelpflanzensubstrat und drückst es beim Befüllen schichtweise an.
Ins Gemüsebeet kommt Kompost zur Bodenverbesserung, dort darf das grobe Material drinbleiben. Gemüsebeete können im Frühjahr bei passendem Bodenbefund 3 l Kompost je m² erhalten, und diese Gabe zählt bei weiteren Düngergaben als Nährstoffquelle mit. Wie du Boden und Düngung im Gemüsegarten planst, zeigt der Ratgeber zur Gartenplanung.
Wie gießt du torffreie Substrate richtig?
Prüf die Feuchte unter der Oberfläche, bevor du gießt. Bei torffreien Substraten kann die Oberfläche schon trocken sein, während es weiter unten noch nass ist. Auch hängende Blätter sind kein eindeutiges Signal, denn Welke kann durch Trockenheit ebenso entstehen wie durch Staunässe. Wer nach der trockenen Oberfläche gießt, kann eine welke Pflanze in solcher Erde also noch weiter vernässen. Im Kübel bleibt das Abzugsloch frei, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann und keine Staunässe entsteht.
Ich stecke einen Finger bis unter die oberste Schicht, bevor ich zur Kanne greife. Fühlt sich die Erde dort noch feucht an, lasse ich die Kanne stehen.
Brauchen Recycling-Substrate zusätzlichen Dünger?
Ein hoher Holzfaseranteil im Substrat kann eine zusätzliche Stickstoffdüngung erforderlich machen. Mangelähnliche Blattverfärbungen bedeuten aber nicht automatisch, dass StickstoffStickstoff (N) ist ein Hauptnährstoff der Pflanzen und vor allem für das Wachstum von Trieben und Blättern nötig. Er ist Baustein von Eiweiß und steckt im Erbgut und im Blattgrün (Chlorophyll). fehlt. Solche Verfärbungen können auch entstehen, wenn Kälte, ein ungünstiger pH-Wert, Trockenheit oder VernässungVernässung bedeutet, dass ein Boden zeitweise oder anhaltend so viel Wasser enthält, dass ihm Luft fehlt. Sie ist der Oberbegriff für Nässe durch Grundwasser, Stauwasser, Haftwasser oder Hangwasser; Staunässe ist eine dieser Formen. die NährstoffverfügbarkeitNährstoffverfügbarkeit beschreibt, wie viel von den Nährstoffen im Boden eine Pflanze tatsächlich über die Wurzeln aufnehmen kann. Nährstoffe können vorhanden, aber fest gebunden sein, etwa wenn der Säuregrad (pH-Wert) nicht passt; dann kommt die Pflanze nicht heran. einschränken. Da torffreie Erde unter der trockenen Oberfläche noch nass sein kann, prüfst du bei Verfärbungen zuerst die Feuchte, bevor du nachdüngst. Ich notiere mir, welche Erde in welchem Topf steckt, damit ich bei Verfärbungen die Zusammensetzung nachschlagen kann.
Wie lagerst du torffreie Erde?
Torffreie Blumenerde verwendest du möglichst bald. Bis dahin bleibt der Sack gut verschlossen und liegt kühl, trocken und lichtgeschützt. Ich kaufe sie deshalb erst, wenn Aussaat oder Umtopfen anstehen, und rolle angebrochene Säcke oben fest zu.
