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Recycling-Substrate: woraus torffreie Erde besteht und wie du sie nutzt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 4 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Recycling-Substrate ersetzen Torf durch aufbereitete Reststoffe wie Substratkompost, Holzfasern, Rindenhumus und Kokosprodukte.
  • Torffreie Erde trocknet oben rasch ab, kann darunter aber noch nass sein: Feuchte immer unter der Oberfläche prüfen.
  • Das RAL-Gütezeichen für Substrate steht für regelmäßige unabhängige Kontrollen, die Torffreiheit prüfst du an der Kennzeichnung.
  • Für Aussaaterden wird ein Salzgehalt unter 0,5 g pro Liter empfohlen.
  • Ein hoher Holzfaseranteil kann eine zusätzliche Stickstoffdüngung nötig machen.
  • Torffreie Erde bald verbrauchen und bis dahin verschlossen, kühl, trocken und lichtgeschützt lagern.
Bluehender Lavendel und blaugraue Schwingel-Horste wachsen in einem Kiesbeet in voller Sonne. Dahinter verlaeuft ein heller gepflasterter Gartenweg.
Foto: MrGajowy3 Teodor · Pexels License · Quelle ↗

Du hast torffreie Erde gekauft, die Oberfläche im Topf ist schnell hell und trocken, und du greifst zur Kanne. Genau hier verhalten sich Recycling-Substrate anders als gewohnt, denn weiter unten kann die Erde noch nass sein. Ich prüfe deshalb bei torffreier Topferde mit dem Finger unter der obersten Schicht, bevor ich gieße. Hier liest du, woraus Recycling-Substrate bestehen, wie sie entstehen und wie du sie beim Kaufen, Einsetzen, Gießen, Düngen und Lagern behandelst.

Woraus bestehen Recycling-Substrate?

Recycling-Substrate sind Pflanzerden, die Torf durch aufbereitete Reststoffe ersetzen. Als Torfersatz werden Holzfasern, Rindenhumus, Substratkompost und Kokosprodukte zu Mischungen mit abgestimmten Eigenschaften kombiniert. Die Ausgangsstoffe fallen an anderer Stelle als Rest oder Nebenprodukt an:

Bestandteil Ausgangsstoff
Substratkompost kompostierter Grünschnitt aus Gärten und Parks, Bioabfälle
Holzfasern Holz aus der Forstwirtschaft
Rindenhumus aufbereitete Baumrinde
Kokosprodukte Fasern der Kokosnussschale, ein Nebenprodukt der Kokosnussverarbeitung

Gemeinsam ist torffreien Substraten eine Eigenschaft, die du beim Gießen merkst. Ihre Oberfläche trocknet rasch ab, deshalb kontrollierst du die Feuchte darunter.

Wie entstehen Recycling-Substrate?

Vom Grünschnitt bis zum fertigen Sack durchläuft das Material mehrere Arbeitsschritte:

  1. Sammeln und sortieren: Grünschnitt, Bioabfälle, Holz und Kokosfasern werden gereinigt und zerkleinert. Fremdstoffe wie Plastik und Metall werden dabei aussortiert.
  2. Kompostieren: Grünschnitt und Bioabfälle setzen in großen Mieten oder Reaktoren um, Mikroorganismen bauen sie dabei zu Humus ab. Feuchtigkeit, Temperatur und Sauerstoff werden während des Prozesses überwacht.
  3. Sieben: Aus dem reifen Kompost wird für Erdmischungen das grobe Material ausgesiebt.
  4. Mischen: Der Kompost wird nach Rezeptur mit Holzfasern, Rindenhumus oder Kokos kombiniert.
  5. Prüfen: Proben gehen ins Labor, unter anderem auf pH-Wert, Salzgehalt und Nährstoffgehalte. Für das RAL-Gütezeichen kommen regelmäßige unabhängige Kontrollen dazu.
Kurz erklärt

Reifer Kompost ist feinkrümelig, dunkelbraun und riecht nach Walderde. Zur Bodenverbesserung darf grobes Material drinbleiben, für Erdmischungen und die Rasenpflege wird es ausgesiebt.

Mit meinem eigenen Kompost gehe ich genauso vor und siebe ihn, bevor er in eine Topfmischung kommt. Tiermist kompostiere ich immer erst, bevor er in den Garten kommt.

Woran erkennst du ein gutes Recycling-Substrat?

Ich lese auf dem Sack zuerst die Zusammensetzung und danach die Kennzeichnung. Das RAL-Gütezeichen für Substrate steht für regelmäßige, unabhängige Qualitätskontrollen. Ob die Erde torffrei ist, prüfst du zusätzlich an einer eindeutigen Kennzeichnung auf der Verpackung. Bei Aussaaterde schaust du außerdem auf den Salzgehalt, empfohlen wird ein Wert unter 0,5 g pro Liter.

Mini-Checkliste

  • RAL-Gütezeichen für Substrate auf dem Sack?
  • Eindeutig als torffrei gekennzeichnet?
  • Hoher Holzfaseranteil? Dann die Stickstoffversorgung im Blick behalten.
  • Für die Aussaat: Salzgehalt unter 0,5 g pro Liter?
  • Brauchst du die Erde bald? Torffreie Erde möglichst zügig verbrauchen.

Torffrei betrifft nicht nur den Erdsack. Kompostierbare Anzuchtgefäße aus regionalen Rohstoffen sollten ebenfalls keinen Torf enthalten. Welche Materialien, Werkzeuge und Geräte deinen Gartenbedarf nachhaltiger machen, zeigt ein eigener Ratgeber.

Topf, Kübel, Beet: wo setzt du Recycling-Substrate ein?

Im Topf und im Kübel arbeitest du mit fertiger Mischung aus dem Sack. Bei Kräutern wählst du das Gefäß schon beim Pflanzen nach ihrer endgültigen Größe. Für eine hochwachsende Stabtomate bis zur Herbsternte gelten 35 bis 40 l Substratvolumen als optimal. Für einen Pflanzturm nimmst du strukturstabiles Kübelpflanzensubstrat und drückst es beim Befüllen schichtweise an.

Ins Gemüsebeet kommt Kompost zur Bodenverbesserung, dort darf das grobe Material drinbleiben. Gemüsebeete können im Frühjahr bei passendem Bodenbefund 3 l Kompost je m² erhalten, und diese Gabe zählt bei weiteren Düngergaben als Nährstoffquelle mit. Wie du Boden und Düngung im Gemüsegarten planst, zeigt der Ratgeber zur Gartenplanung.

Wie gießt du torffreie Substrate richtig?

Prüf die Feuchte unter der Oberfläche, bevor du gießt. Bei torffreien Substraten kann die Oberfläche schon trocken sein, während es weiter unten noch nass ist. Auch hängende Blätter sind kein eindeutiges Signal, denn Welke kann durch Trockenheit ebenso entstehen wie durch Staunässe. Wer nach der trockenen Oberfläche gießt, kann eine welke Pflanze in solcher Erde also noch weiter vernässen. Im Kübel bleibt das Abzugsloch frei, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann und keine Staunässe entsteht.

Marias Erfahrung

Ich stecke einen Finger bis unter die oberste Schicht, bevor ich zur Kanne greife. Fühlt sich die Erde dort noch feucht an, lasse ich die Kanne stehen.

Brauchen Recycling-Substrate zusätzlichen Dünger?

Ein hoher Holzfaseranteil im Substrat kann eine zusätzliche Stickstoffdüngung erforderlich machen. Mangelähnliche Blattverfärbungen bedeuten aber nicht automatisch, dass Stickstoff fehlt. Solche Verfärbungen können auch entstehen, wenn Kälte, ein ungünstiger pH-Wert, Trockenheit oder Vernässung die Nährstoffverfügbarkeit einschränken. Da torffreie Erde unter der trockenen Oberfläche noch nass sein kann, prüfst du bei Verfärbungen zuerst die Feuchte, bevor du nachdüngst. Ich notiere mir, welche Erde in welchem Topf steckt, damit ich bei Verfärbungen die Zusammensetzung nachschlagen kann.

Wie lagerst du torffreie Erde?

Torffreie Blumenerde verwendest du möglichst bald. Bis dahin bleibt der Sack gut verschlossen und liegt kühl, trocken und lichtgeschützt. Ich kaufe sie deshalb erst, wenn Aussaat oder Umtopfen anstehen, und rolle angebrochene Säcke oben fest zu.

Häufige Fragen

Was sind Recycling-Substrate und wie unterscheiden sie sich von herkömmlichen Substraten?
Recycling-Substrate sind Pflanzerden, die Torf durch aufbereitete Reststoffe ersetzen, etwa durch Substratkompost aus Grünschnitt, Holzfasern, Rindenhumus und Kokosprodukte. Diese Bestandteile werden zu Mischungen mit abgestimmten Eigenschaften kombiniert. Im Alltag zeigt sich der Unterschied vor allem beim Gießen: Die Oberfläche trocknet rasch ab, während das Substrat weiter unten noch nass sein kann.
Wie werden nachhaltige Substrate aus Bioabfällen hergestellt?
Grünschnitt, Bioabfälle, Holz und Kokosfasern werden gereinigt, von Fremdstoffen wie Plastik und Metall befreit und zerkleinert. Grünschnitt und Bioabfälle kompostieren anschließend in Mieten oder Reaktoren, wobei Feuchtigkeit, Temperatur und Sauerstoff überwacht werden. Danach wird der reife Kompost gesiebt, nach Rezeptur mit Holzfasern, Rindenhumus oder Kokos gemischt und im Labor unter anderem auf pH-Wert, Salzgehalt und Nährstoffe geprüft.
Was bedeutet das RAL-Gütezeichen bei recycelten Substraten?
Das RAL-Gütezeichen für Substrate steht für regelmäßige, unabhängige Qualitätskontrollen. Ob eine Erde torffrei ist, prüfst du zusätzlich an einer eindeutigen Kennzeichnung auf der Verpackung. Bei Aussaaterde lohnt außerdem der Blick auf den Salzgehalt, empfohlen ist ein Wert unter 0,5 g pro Liter.
Welche Bewässerungsstrategie eignet sich am besten für ressourcenschonende Substrate?
Gieß torffreie Substrate nach der Feuchte unter der Oberfläche, nicht nach ihrem Aussehen. Oben können sie schon trocken sein, während es weiter unten noch nass ist, deshalb prüfst du mit dem Finger tiefer im Topf. Welke Blätter können auf Trockenheit hinweisen, ebenso aber auf Staunässe. Ein freies Abzugsloch im Kübel lässt überschüssiges Wasser ablaufen.
Wie mischt man Recycling-Substrate optimal für verschiedene Pflanzenarten?
Fertige Recycling-Substrate kombinieren Holzfasern, Rindenhumus, Substratkompost und Kokosprodukte bereits zu Mischungen mit abgestimmten Eigenschaften. Mischst du eigenen Kompost unter, nimm nur reifen, feinkrümeligen Kompost und sieb das grobe Material vorher aus. Tiermist gehört nur kompostiert in eine Mischung. Ein hoher Holzfaseranteil kann zusätzlichen Stickstoff nötig machen, und für Aussaaterden wird ein Salzgehalt unter 0,5 g pro Liter empfohlen.
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