Gartenwerkzeuge pflegen: reinigen, entrosten, schärfen und richtig lagern
- Trockene Erde nach der Arbeit abbürsten, fest haftenden Schmutz mit Wasser und Bürste lösen, dann trockenreiben.
- Rost an der Gartenschere mit einer Metallbürste entfernen und die Klinge mit einem Öl- oder Fettfilm schützen.
- Feder und Rollgriffachse ölen; schneidet die Schere nicht mehr frei, das Spiel zwischen Klinge und Gegenklinge einstellen.
- Scheren und Spaten etwa alle 1–2 Jahre gründlich nachschärfen, je nach Nutzung und Verschleiß.
- Spröde Holzstiele glattschleifen und einölen, Leinöllappen befeuchtet im geschlossenen Metallbehälter aufbewahren.
- Lithium-Ionen-Akkus für längere Lagerung mit ungefähr 50 % Ladezustand einlagern, beschädigte Akkus nicht weiterverwenden.
Wenn du deine Gartenschere im Frühjahr aus dem Schuppen holst, sitzt auf der Klinge manchmal brauner Rost, und das Gelenk geht schwer. Das lässt sich meist beheben, ohne dass du die Schere wegwerfen musst. Ich reinige, trockne und öle meine Werkzeuge nach der Arbeit und sehe sie mir vor der Winterpause gründlich an. Wie du Rost entfernst, Klingen schärfst, Werkzeug lagerst und kleine Schäden reparierst, zeige ich dir Schritt für Schritt.
Nach der Arbeit: abbürsten, trockenreiben, nachsehen
Trockene Erde bürstest du ab, solange sie noch locker am Werkzeug sitzt. Fest haftenden Schmutz löst du mit Wasser und einer Bürste. Danach reibst du das Werkzeug trocken, denn auf feuchtem Stahl setzt Rost an. Die Klinge der Gartenschere reinigst du nach jedem Arbeitstag, auch nach einem kurzen Schnitteinsatz.
Beim Putzen prüfst du gleich mit: Sitzt der Stiel fest, läuft das Gelenk leicht, ist die Klinge noch scharf? Was dabei auffällt, setzt du vor dem nächsten Einsatz instand oder tauschst das Teil aus. Bevor du ein Werkzeug wieder benutzt, siehst du es auf sichtbare Schäden an und probierst, ob es einwandfrei funktioniert.
Bürste und Lappen liegen bei mir direkt neben der Schuppentür. Ich putze jedes Werkzeug ab, bevor es an seinen Platz kommt.
Pflanztisch und Anzuchtschalen gehören dazu
Auch der Pflanztisch zählt zu den Arbeitsmitteln, die du bei der Gartenpflege reinigst. Wiederverwendbare Anzuchtschalen und Töpfe befreie ich zuerst von Erdresten und wasche sie dann mit warmem Wasser, Spülmittel und Bürste. Anschließend spülst du sie mit klarem Wasser nach und lässt sie gut trocknen, bevor du wieder säst oder pflanzt. Diese Reinigung kann Infektionsquellen für Pflanzenkrankheiten verringern.
Gartenschere von Rost befreien: so gehe ich vor
Leichter Rost an der Gartenschere ist kein Grund für eine neue. Ich entferne ihn mechanisch und schütze die Klinge danach. Am liebsten erledige ich das vor der Einlagerung im Herbst.
- Säubern und trocknen: Bürste Erde und Pflanzenreste ab und reibe die Schere trocken.
- Rost abbürsten: Entferne den Rost mit einer Metallbürste, sofern die Schere dafür geeignet ist. Trag dabei Handschuhe und halte die Schere fest auf der Unterlage.
- Klinge schützen: Reibe die blanke Stahlklinge mit einem Öl- oder Fettfilm ein, der vor weiterer Korrosion schützt. Überschüssiges Öl wischst du mit dem Lappen ab.
- Gelenk ölen: Öle die Feder und, falls vorhanden, die Rollgriffachse. Öffne und schließe die Schere danach, bis sie leicht läuft.
- Spiel prüfen: Schneidet die Schere nicht mehr frei, prüfst du das Spiel zwischen Klinge und Gegenklinge und stellst es neu ein.
Bei hochwertigen Gartenscheren kannst du einzelne Bauteile nachkaufen und austauschen, bei manchen zum Beispiel die Feder. Bei der Astschere gehört außerdem das Nachziehen lockerer Schrauben zur Pflege.
Essig wird oft als Hausmittel gegen Rost genannt. Er kann aber Gummidichtungen spröde machen und an Kupfer oder Messing Grünspan bilden. Ich bleibe bei der Schere deshalb bei Metallbürste, Lappen und Öl.
Klingen schärfen und Werkzeug passend einsetzen
Eine scharfe Klinge schneidet sauberer und braucht weniger Kraft als eine stumpfe. Gründliches Nachschärfen ist bei Scheren und Spaten etwa alle 1–2 Jahre fällig, je nach Nutzung und tatsächlichem Verschleiß. Für Scheren und Messer nimmst du einen Schleifstein oder eine Feile. Spann die Klinge fest ein, arbeite gleichmäßig und behalte den ursprünglichen Winkel der Schneide bei. Sägen bringe ich zu einem Schärfdienst, damit die Zähne ihre Form behalten.
Zum Schneiden nimmst du das Werkzeug, das zur Aufgabe passt: dünne Zweige schneidest du mit der Gartenschere, dickere Äste mit der Astschere.
Gartenschere: für dünnere Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser. Astschere: für Äste bis etwa 4,5 cm Durchmesser. Beide Werte sind Orientierung für die Werkzeugwahl. Gründliches Nachschärfen von Scheren und Spaten: etwa alle 1–2 Jahre, je nach Nutzung und Verschleiß.
Was Spaten, Stiele und Handgeräte brauchen
Auch das Material bestimmt die Pflege: Blankes Metall braucht Schutz vor Rost, Holz braucht Pflege gegen Sprödigkeit, Gelenke brauchen Öl. Einen Überblick, welche Werkzeuggruppen du wann im Gartenjahr brauchst, gibt ein eigener Ratgeber.
Spaten, Grabegabel und Hacke
An Grabwerkzeugen haftet vor allem Erde, und nasse Erde hält Feuchtigkeit am Metall. Trockene Reste bürstest du ab, nasse löst du mit Wasser und Bürste, dann reibst du Blatt und Zinken trocken. Rostanfällige Metallteile schützt du mit Öl oder Fett gegen Korrosion. Rost an geeigneten Werkzeugen bürstest du vor der Einlagerung mit der Metallbürste ab. Auch der Spaten braucht ein gründliches Nachschärfen, nach derselben Orientierung wie die Schere.
Holzstiele
Prüfe Holzstiele bei der Reinigung auf Risse, Splitter und festen Sitz. Wird die Oberfläche spröde und rau, schleifst du sie glatt und behandelst sie anschließend mit einem Holzpflegemittel, zum Beispiel Leinöl. Wer Stiele mit Leinöl pflegt, hat danach also Lappen in der Hand, die sich selbst entzünden können.
Mit Leinöl getränkte Lappen können sich selbst entzünden. Bewahre sie mit Wasser befeuchtet in einem geschlossenen, nicht brennbaren Behälter aus Metall auf, bis du sie wieder brauchst.
Unkrautstecher und kleine Handgeräte
Handschaufel und Unkrautstecher pflegst du wie die großen Geräte: abbürsten, trockenreiben, Metall gegen Rost schützen. Welche Pflege ein Unkrautstecher an Klinge, Mechanik und Stiel braucht, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Heckenschere, Häcksler und andere Motorgeräte
Bei motorbetriebenen Heckenscheren richten sich Wartung und Pflege nach den Vorgaben des Herstellers. Vor Wartung oder Reinigung schaltest du den Motor aus, wartest den Messerstillstand ab und ziehst den Netz- oder Zündkerzenstecker. Funktion und Sicherheitseinrichtungen prüfst du vor jedem Einsatz. Reparaturen an diesen Geräten gehören in die Hände von Fachpersonal. Bevor du einen Gartenhäcksler reinigst, ziehst du den Netzstecker oder nimmst den entnehmbaren Akku heraus.
Richtig lagern: trocken, luftig, geschützt
Trocken und gut belüftet
Gartenwerkzeuge gehören an einen trockenen, gut belüfteten Ort, etwa in Schuppen, Garage oder Gerätehaus. Feuchtigkeit lässt Stahl rosten und Holzstiele aufquellen, trocken gehaltenes Holz ist dagegen vor Pilzbefall geschützt. In stehender Luft hält sich Feuchtigkeit länger, deshalb lüfte ich meinen Schuppen an trockenen Tagen. Stell Werkzeuge nur trockengerieben weg, sonst schließt du die Nässe mit ein.
Kondenswasser und Lagerung im Freien
Auch in geschlossenen Räumen können Temperaturunterschiede Kondenswasser auf dem Metall bilden. Ein gut isolierter Lagerraum hält solche Schwankungen klein. Fehlt ein eigener Raum, ist ein geschützter Platz unter dem Vordach eine Notlösung. Lagerst du Werkzeug im Freien, schützt du es mit einer wasserdichten Abdeckung oder in einem eigenen Geräteschrank.
Schneiden und Spitzen schützen
Scheren und Messer lagerst du mit Klingenschutz, damit sich niemand schneidet und die Schneide nicht an anderen Werkzeugen leidet. Scheren trägst du geschlossen und gesichert. Für Spaten und Grabegabeln gibt es Schutzkappen für Blatt und Zinken. Scharfe Werkzeuge transportiere ich nie lose, sondern in einer Kiste mit Deckel.
Hängen statt liegen
Hängend aufbewahrt hat Werkzeug keinen Kontakt zum feuchten Boden, und die Schneiden schlagen nicht aneinander. Wie du deine Werkzeugausstattung zusammenstellst und geordnet aufbewahrst, zeigt der Ratgeber zur Ausstattung.
Akkus einlagern
Für eine längere Lagerung, zum Beispiel über den Winter, sollten Lithium-Ionen-Akkus ungefähr 50 % Ladezustand haben. Vor dem Einlagern sehe ich mir jeden Akku an. Ist er sichtbar beschädigt oder aufgebläht, verwendest du ihn wegen möglicher Selbstentzündung nicht weiter und entsorgst ihn sicher.
Regelmäßig kontrollieren, Verschleißteile ersetzen
Kleine Schäden fallen beim Putzen auf, bevor sie dich bei der Arbeit aufhalten. Darauf achte ich bei der Kontrolle:
- Rostansätze an Klingen, Blättern und Zinken
- Risse, Splitter und Wackeln am Stiel
- lockere Schrauben oder Nieten
- stumpfe Klingen und verbogene Zinken
- schwergängige Gelenke und eine verschlissene Feder
- Dichtungen, Filter und Düsen an Schlauch, Brause und Kupplung
Dichtungen, Filter und Düsen sind Verschleißteile von Bewässerungszubehör. Wo sie zugänglich und austauschbar sind, fällt die Wartung leichter. Essig an Kupplungen und Brausen kann also genau die Dichtungen spröde machen, die dort ohnehin als Verschleißteile gelten. Für meine Gartenschere lege ich mir eine passende Ersatzfeder zurück, weil sich dieses Teil bei ihr austauschen lässt.
Werkzeugpflege im Jahreslauf
Vor der Winterpause
Vor dem Einlagern bekommt jedes Werkzeug die gründliche Runde. Stumpfe Klingen schärfe ich schon im Herbst, dann liegt die Schere zum Saisonstart bereit.
Werkzeuge reinigen und trockenreiben. Rost an geeigneten Metallteilen abbürsten. Klingen, Blätter und Zinken mit Öl oder Fett schützen. Feder und Gelenke ölen. Spröde Holzstiele glattschleifen und einölen. Schläuche, Brausen und anderes wasserführendes Zubehör entleeren und frostgeschützt lagern. Akkus auf Schäden prüfen und mit ungefähr 50 % Ladezustand einlagern.
Zum Saisonstart
Vor dem ersten Einsatz im Frühjahr prüfst du jedes Werkzeug auf sichtbare Schäden und einwandfreie Funktion. Achte auf Rost, der sich im Lager gebildet hat, auf Risse im Holz und auf Stiele, die sich bewegen. Gelenke ölst du nach und bewegst sie, bis sie leicht laufen. Was jetzt kaputt ist, reparierst oder ersetzt du vor dem ersten Arbeitstag im Beet.
Reparieren statt wegwerfen
Stiele erneuern
Ein lockerer Stiel wird vor dem nächsten Einsatz instand gesetzt oder ausgetauscht, denn ein Kopf, der sich löst, kann dich verletzen. Ist das Holz gerissen oder gesplittert, ersetze ich den Stiel, statt den Schaden zu überschleifen. Beim Tausch prüfst du gleich die Länge. Für Spaten und Grabegabeln gelten etwa 70–75 cm Stiellänge als Ausgangspunkt, angepasst an deine Körpergröße. Bei Harken und Hacken liegt der Ausgangspunkt bei etwa 150 cm, damit du aufrecht arbeiten kannst.
Rost an Spaten und Hacke entfernst du genauso wie an der Schere: abbürsten, trocken halten, mit Öl oder Fett schützen.
Wann der Fachbetrieb ran muss
Manche Schäden gehören nicht auf die eigene Werkbank:
- verbogene Metallteile, die sich nicht sauber richten lassen
- gebrochene Schweißnähte
- Reparaturen an motorbetriebenen Heckenscheren
- alles, was die Sicherheit des Werkzeugs beeinträchtigt
Sicher schärfen und reparieren
Beim Schleifen und Reparieren trage ich feste Schuhe, Handschuhe und eine Schutzbrille. Die Klinge spanne ich fest ein, damit sie nicht wegrutscht. Kinder halten Abstand, solange geschärft, geschnitten oder gehackt wird. Bei einer schweren Verletzung durch ein Gartenwerkzeug wählst du sofort den Notruf 112.
Woran du langlebiges Werkzeug erkennst
Wie lange ein Werkzeug hält, hängt nicht nur an der Pflege, sondern auch an Material und Verarbeitung. Woran du Qualität, Material und Ergonomie beim Werkzeugkauf erkennst, erklärt der Überblick zu Werkzeug, Bewässerung und Anzucht-Technik. Ob sich teures Gartenwerkzeug lohnt und wann die günstige Variante reicht, klärt ein eigener Vergleich.

