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Gartenwerkzeuge pflegen: reinigen, entrosten, schärfen und richtig lagern

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Trockene Erde nach der Arbeit abbürsten, fest haftenden Schmutz mit Wasser und Bürste lösen, dann trockenreiben.
  • Rost an der Gartenschere mit einer Metallbürste entfernen und die Klinge mit einem Öl- oder Fettfilm schützen.
  • Feder und Rollgriffachse ölen; schneidet die Schere nicht mehr frei, das Spiel zwischen Klinge und Gegenklinge einstellen.
  • Scheren und Spaten etwa alle 1–2 Jahre gründlich nachschärfen, je nach Nutzung und Verschleiß.
  • Spröde Holzstiele glattschleifen und einölen, Leinöllappen befeuchtet im geschlossenen Metallbehälter aufbewahren.
  • Lithium-Ionen-Akkus für längere Lagerung mit ungefähr 50 % Ladezustand einlagern, beschädigte Akkus nicht weiterverwenden.

Wenn du deine Gartenschere im Frühjahr aus dem Schuppen holst, sitzt auf der Klinge manchmal brauner Rost, und das Gelenk geht schwer. Das lässt sich meist beheben, ohne dass du die Schere wegwerfen musst. Ich reinige, trockne und öle meine Werkzeuge nach der Arbeit und sehe sie mir vor der Winterpause gründlich an. Wie du Rost entfernst, Klingen schärfst, Werkzeug lagerst und kleine Schäden reparierst, zeige ich dir Schritt für Schritt.

Nach der Arbeit: abbürsten, trockenreiben, nachsehen

Trockene Erde bürstest du ab, solange sie noch locker am Werkzeug sitzt. Fest haftenden Schmutz löst du mit Wasser und einer Bürste. Danach reibst du das Werkzeug trocken, denn auf feuchtem Stahl setzt Rost an. Die Klinge der Gartenschere reinigst du nach jedem Arbeitstag, auch nach einem kurzen Schnitteinsatz.

Beim Putzen prüfst du gleich mit: Sitzt der Stiel fest, läuft das Gelenk leicht, ist die Klinge noch scharf? Was dabei auffällt, setzt du vor dem nächsten Einsatz instand oder tauschst das Teil aus. Bevor du ein Werkzeug wieder benutzt, siehst du es auf sichtbare Schäden an und probierst, ob es einwandfrei funktioniert.

Marias Erfahrung

Bürste und Lappen liegen bei mir direkt neben der Schuppentür. Ich putze jedes Werkzeug ab, bevor es an seinen Platz kommt.

Pflanztisch und Anzuchtschalen gehören dazu

Auch der Pflanztisch zählt zu den Arbeitsmitteln, die du bei der Gartenpflege reinigst. Wiederverwendbare Anzuchtschalen und Töpfe befreie ich zuerst von Erdresten und wasche sie dann mit warmem Wasser, Spülmittel und Bürste. Anschließend spülst du sie mit klarem Wasser nach und lässt sie gut trocknen, bevor du wieder säst oder pflanzt. Diese Reinigung kann Infektionsquellen für Pflanzenkrankheiten verringern.

Gartenschere von Rost befreien: so gehe ich vor

Leichter Rost an der Gartenschere ist kein Grund für eine neue. Ich entferne ihn mechanisch und schütze die Klinge danach. Am liebsten erledige ich das vor der Einlagerung im Herbst.

  1. Säubern und trocknen: Bürste Erde und Pflanzenreste ab und reibe die Schere trocken.
  2. Rost abbürsten: Entferne den Rost mit einer Metallbürste, sofern die Schere dafür geeignet ist. Trag dabei Handschuhe und halte die Schere fest auf der Unterlage.
  3. Klinge schützen: Reibe die blanke Stahlklinge mit einem Öl- oder Fettfilm ein, der vor weiterer Korrosion schützt. Überschüssiges Öl wischst du mit dem Lappen ab.
  4. Gelenk ölen: Öle die Feder und, falls vorhanden, die Rollgriffachse. Öffne und schließe die Schere danach, bis sie leicht läuft.
  5. Spiel prüfen: Schneidet die Schere nicht mehr frei, prüfst du das Spiel zwischen Klinge und Gegenklinge und stellst es neu ein.

Bei hochwertigen Gartenscheren kannst du einzelne Bauteile nachkaufen und austauschen, bei manchen zum Beispiel die Feder. Bei der Astschere gehört außerdem das Nachziehen lockerer Schrauben zur Pflege.

Mythos-Check

Essig wird oft als Hausmittel gegen Rost genannt. Er kann aber Gummidichtungen spröde machen und an Kupfer oder Messing Grünspan bilden. Ich bleibe bei der Schere deshalb bei Metallbürste, Lappen und Öl.

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Klingen schärfen und Werkzeug passend einsetzen

Eine scharfe Klinge schneidet sauberer und braucht weniger Kraft als eine stumpfe. Gründliches Nachschärfen ist bei Scheren und Spaten etwa alle 1–2 Jahre fällig, je nach Nutzung und tatsächlichem Verschleiß. Für Scheren und Messer nimmst du einen Schleifstein oder eine Feile. Spann die Klinge fest ein, arbeite gleichmäßig und behalte den ursprünglichen Winkel der Schneide bei. Sägen bringe ich zu einem Schärfdienst, damit die Zähne ihre Form behalten.

Zum Schneiden nimmst du das Werkzeug, das zur Aufgabe passt: dünne Zweige schneidest du mit der Gartenschere, dickere Äste mit der Astschere.

Zahl im Blick

Gartenschere: für dünnere Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser. Astschere: für Äste bis etwa 4,5 cm Durchmesser. Beide Werte sind Orientierung für die Werkzeugwahl. Gründliches Nachschärfen von Scheren und Spaten: etwa alle 1–2 Jahre, je nach Nutzung und Verschleiß.

Was Spaten, Stiele und Handgeräte brauchen

Auch das Material bestimmt die Pflege: Blankes Metall braucht Schutz vor Rost, Holz braucht Pflege gegen Sprödigkeit, Gelenke brauchen Öl. Einen Überblick, welche Werkzeuggruppen du wann im Gartenjahr brauchst, gibt ein eigener Ratgeber.

Spaten, Grabegabel und Hacke

An Grabwerkzeugen haftet vor allem Erde, und nasse Erde hält Feuchtigkeit am Metall. Trockene Reste bürstest du ab, nasse löst du mit Wasser und Bürste, dann reibst du Blatt und Zinken trocken. Rostanfällige Metallteile schützt du mit Öl oder Fett gegen Korrosion. Rost an geeigneten Werkzeugen bürstest du vor der Einlagerung mit der Metallbürste ab. Auch der Spaten braucht ein gründliches Nachschärfen, nach derselben Orientierung wie die Schere.

Holzstiele

Prüfe Holzstiele bei der Reinigung auf Risse, Splitter und festen Sitz. Wird die Oberfläche spröde und rau, schleifst du sie glatt und behandelst sie anschließend mit einem Holzpflegemittel, zum Beispiel Leinöl. Wer Stiele mit Leinöl pflegt, hat danach also Lappen in der Hand, die sich selbst entzünden können.

Achtung

Mit Leinöl getränkte Lappen können sich selbst entzünden. Bewahre sie mit Wasser befeuchtet in einem geschlossenen, nicht brennbaren Behälter aus Metall auf, bis du sie wieder brauchst.

Unkrautstecher und kleine Handgeräte

Handschaufel und Unkrautstecher pflegst du wie die großen Geräte: abbürsten, trockenreiben, Metall gegen Rost schützen. Welche Pflege ein Unkrautstecher an Klinge, Mechanik und Stiel braucht, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Heckenschere, Häcksler und andere Motorgeräte

Bei motorbetriebenen Heckenscheren richten sich Wartung und Pflege nach den Vorgaben des Herstellers. Vor Wartung oder Reinigung schaltest du den Motor aus, wartest den Messerstillstand ab und ziehst den Netz- oder Zündkerzenstecker. Funktion und Sicherheitseinrichtungen prüfst du vor jedem Einsatz. Reparaturen an diesen Geräten gehören in die Hände von Fachpersonal. Bevor du einen Gartenhäcksler reinigst, ziehst du den Netzstecker oder nimmst den entnehmbaren Akku heraus.

Richtig lagern: trocken, luftig, geschützt

Trocken und gut belüftet

Gartenwerkzeuge gehören an einen trockenen, gut belüfteten Ort, etwa in Schuppen, Garage oder Gerätehaus. Feuchtigkeit lässt Stahl rosten und Holzstiele aufquellen, trocken gehaltenes Holz ist dagegen vor Pilzbefall geschützt. In stehender Luft hält sich Feuchtigkeit länger, deshalb lüfte ich meinen Schuppen an trockenen Tagen. Stell Werkzeuge nur trockengerieben weg, sonst schließt du die Nässe mit ein.

Kondenswasser und Lagerung im Freien

Auch in geschlossenen Räumen können Temperaturunterschiede Kondenswasser auf dem Metall bilden. Ein gut isolierter Lagerraum hält solche Schwankungen klein. Fehlt ein eigener Raum, ist ein geschützter Platz unter dem Vordach eine Notlösung. Lagerst du Werkzeug im Freien, schützt du es mit einer wasserdichten Abdeckung oder in einem eigenen Geräteschrank.

Schneiden und Spitzen schützen

Scheren und Messer lagerst du mit Klingenschutz, damit sich niemand schneidet und die Schneide nicht an anderen Werkzeugen leidet. Scheren trägst du geschlossen und gesichert. Für Spaten und Grabegabeln gibt es Schutzkappen für Blatt und Zinken. Scharfe Werkzeuge transportiere ich nie lose, sondern in einer Kiste mit Deckel.

Hängen statt liegen

Hängend aufbewahrt hat Werkzeug keinen Kontakt zum feuchten Boden, und die Schneiden schlagen nicht aneinander. Wie du deine Werkzeugausstattung zusammenstellst und geordnet aufbewahrst, zeigt der Ratgeber zur Ausstattung.

Akkus einlagern

Für eine längere Lagerung, zum Beispiel über den Winter, sollten Lithium-Ionen-Akkus ungefähr 50 % Ladezustand haben. Vor dem Einlagern sehe ich mir jeden Akku an. Ist er sichtbar beschädigt oder aufgebläht, verwendest du ihn wegen möglicher Selbstentzündung nicht weiter und entsorgst ihn sicher.

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Regelmäßig kontrollieren, Verschleißteile ersetzen

Kleine Schäden fallen beim Putzen auf, bevor sie dich bei der Arbeit aufhalten. Darauf achte ich bei der Kontrolle:

  • Rostansätze an Klingen, Blättern und Zinken
  • Risse, Splitter und Wackeln am Stiel
  • lockere Schrauben oder Nieten
  • stumpfe Klingen und verbogene Zinken
  • schwergängige Gelenke und eine verschlissene Feder
  • Dichtungen, Filter und Düsen an Schlauch, Brause und Kupplung

Dichtungen, Filter und Düsen sind Verschleißteile von Bewässerungszubehör. Wo sie zugänglich und austauschbar sind, fällt die Wartung leichter. Essig an Kupplungen und Brausen kann also genau die Dichtungen spröde machen, die dort ohnehin als Verschleißteile gelten. Für meine Gartenschere lege ich mir eine passende Ersatzfeder zurück, weil sich dieses Teil bei ihr austauschen lässt.

Werkzeugpflege im Jahreslauf

Vor der Winterpause

Vor dem Einlagern bekommt jedes Werkzeug die gründliche Runde. Stumpfe Klingen schärfe ich schon im Herbst, dann liegt die Schere zum Saisonstart bereit.

Mini-Checkliste

Werkzeuge reinigen und trockenreiben. Rost an geeigneten Metallteilen abbürsten. Klingen, Blätter und Zinken mit Öl oder Fett schützen. Feder und Gelenke ölen. Spröde Holzstiele glattschleifen und einölen. Schläuche, Brausen und anderes wasserführendes Zubehör entleeren und frostgeschützt lagern. Akkus auf Schäden prüfen und mit ungefähr 50 % Ladezustand einlagern.

Zum Saisonstart

Vor dem ersten Einsatz im Frühjahr prüfst du jedes Werkzeug auf sichtbare Schäden und einwandfreie Funktion. Achte auf Rost, der sich im Lager gebildet hat, auf Risse im Holz und auf Stiele, die sich bewegen. Gelenke ölst du nach und bewegst sie, bis sie leicht laufen. Was jetzt kaputt ist, reparierst oder ersetzt du vor dem ersten Arbeitstag im Beet.

Reparieren statt wegwerfen

Stiele erneuern

Ein lockerer Stiel wird vor dem nächsten Einsatz instand gesetzt oder ausgetauscht, denn ein Kopf, der sich löst, kann dich verletzen. Ist das Holz gerissen oder gesplittert, ersetze ich den Stiel, statt den Schaden zu überschleifen. Beim Tausch prüfst du gleich die Länge. Für Spaten und Grabegabeln gelten etwa 70–75 cm Stiellänge als Ausgangspunkt, angepasst an deine Körpergröße. Bei Harken und Hacken liegt der Ausgangspunkt bei etwa 150 cm, damit du aufrecht arbeiten kannst.

Rost an Spaten und Hacke entfernst du genauso wie an der Schere: abbürsten, trocken halten, mit Öl oder Fett schützen.

Wann der Fachbetrieb ran muss

Manche Schäden gehören nicht auf die eigene Werkbank:

  • verbogene Metallteile, die sich nicht sauber richten lassen
  • gebrochene Schweißnähte
  • Reparaturen an motorbetriebenen Heckenscheren
  • alles, was die Sicherheit des Werkzeugs beeinträchtigt

Sicher schärfen und reparieren

Beim Schleifen und Reparieren trage ich feste Schuhe, Handschuhe und eine Schutzbrille. Die Klinge spanne ich fest ein, damit sie nicht wegrutscht. Kinder halten Abstand, solange geschärft, geschnitten oder gehackt wird. Bei einer schweren Verletzung durch ein Gartenwerkzeug wählst du sofort den Notruf 112.

Woran du langlebiges Werkzeug erkennst

Wie lange ein Werkzeug hält, hängt nicht nur an der Pflege, sondern auch an Material und Verarbeitung. Woran du Qualität, Material und Ergonomie beim Werkzeugkauf erkennst, erklärt der Überblick zu Werkzeug, Bewässerung und Anzucht-Technik. Ob sich teures Gartenwerkzeug lohnt und wann die günstige Variante reicht, klärt ein eigener Vergleich.

Häufige Fragen

Wie oft sollten Gartenwerkzeuge gereinigt werden?
Handwerkzeuge reinigst du nach Abschluss der Arbeiten und prüfst sie dabei gleich auf lockere Stiele, schwergängige Gelenke und stumpfe Klingen. Die Klinge einer Gartenhandschere säuberst du nach jedem Arbeitstag. Trockene Erde bürstest du ab, fest haftenden Schmutz löst du mit Wasser und Bürste und reibst das Werkzeug danach trocken.
Wie wird Rostschutz bei Gartenwerkzeugen richtig angewendet?
Entferne vorhandenen Rost an dafür geeigneten Metallwerkzeugen mechanisch mit einer Metallbürste, am besten vor der Einlagerung. Danach schützt ein Öl- oder Fettfilm die Stahlklinge vor weiterer Korrosion, aufgetragen auf das saubere und trockengeriebene Werkzeug. Bei der Gartenschere ölst du zusätzlich die Feder und, falls vorhanden, die Rollgriffachse. Essig ist dafür keine gute Wahl, weil er Gummidichtungen spröde machen und an Kupfer oder Messing Grünspan bilden kann.
Worin unterscheiden sich Spaten und andere Grabwerkzeuge bei der Pflege?
An Spaten, Schaufeln und Hacken haftet vor allem Erde: Trockene Reste bürstest du ab, fest sitzende löst du mit Wasser und Bürste und reibst das Metall danach trocken. Rostanfällige Blätter und Zinken schützt du mit Öl oder Fett. Den Holzstiel prüfst du auf Schäden und festen Sitz, eine spröde Oberfläche schleifst du glatt und ölst sie ein. Wie Scheren brauchen auch Spaten etwa alle 1–2 Jahre ein gründliches Nachschärfen, je nach Nutzung und Verschleiß.
Wie werden Holzgriffe richtig gepflegt und wann sollten sie ersetzt werden?
Kontrolliere Holzstiele bei der Reinigung auf Risse, Splitter und festen Sitz. Eine spröde Oberfläche schleifst du glatt und behandelst sie anschließend mit einem Holzpflegemittel. Mit Leinöl getränkte Lappen können sich selbst entzünden, deshalb bewahrst du sie mit Wasser befeuchtet in einem geschlossenen Metallbehälter auf. Ist ein Stiel locker oder beschädigt, setzt du ihn vor dem nächsten Einsatz instand oder tauschst ihn aus.
Welche Schritte sind bei der Winterlagerung von Gartenwerkzeugen zu beachten?
Reinige und trockne die Werkzeuge, entferne Rost an geeigneten Metallteilen mit der Metallbürste und schütze die Klingen mit einem Öl- oder Fettfilm. Lagere sie an einem trockenen, gut belüfteten Ort, Scheren und Messer mit Klingenschutz. Schläuche, Brausen und anderes wasserführendes Zubehör entleerst du und lagerst es frostgeschützt. Lithium-Ionen-Akkus sollten ungefähr 50 % Ladezustand haben, beschädigte oder aufgeblähte Akkus verwendest du nicht weiter.
Zu welcher Jahreszeit sollte die Werkzeugpflege intensiviert werden?
Die gründliche Pflege gehört vor die Winterpause: Dann entfernst du Rost, schützt Klingen mit Öl oder Fett, ölst Gelenke und behandelst spröde Holzstiele. Vor dem ersten Einsatz im Frühjahr prüfst du jedes Werkzeug auf sichtbare Schäden und einwandfreie Funktion. Während der Saison reinigst du die Werkzeuge nach der Arbeit und achtest dabei auf lockere Stiele, schwergängige Gelenke und stumpfe Klingen.
Zuletzt geprüft:
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