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Bewässerung in trockenen Sommermonaten: Gießplan, Tropftechnik, Pflanzenwahl

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für Gemüsebeete bei sommerlicher Trockenheit gelten etwa 20–25 l/m² alle 3 Tage als Orientierung.
  • Wird das Wasser knapp, gehen langlebige Gehölze vor Rasen, weil Rasen Trockenphasen meist besser regeneriert.
  • Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanze und braucht einen Filter gegen verstopfte oder verkalkte Tropfer.
  • Unterirdische Bewässerungsleitungen liegen etwa 30 cm tief und werden vor Frost entleert.
  • Wasser von herbizidhaltigen Bitumendachbahnen gehört nicht in den Garten, und Regenwasser darf nicht ins Trinkwassersystem gelangen.

Wenn es im Hochsommer wochenlang nicht regnet, reicht das Wasser selten für jedes Beet gleichzeitig. Ich lege deshalb früh fest, welche Pflanzen zuerst Wasser bekommen, wie viel sie bekommen und auf welchem Weg es an die Wurzeln gelangt. So landet das Wasser bei den Pflanzen, die es am dringendsten brauchen.

Dieser Ratgeber gilt für Sommer, in denen Trockenphasen kommen und gehen. Liegt dein Garten dauerhaft trocken, findest du Systeme und Gießstrategien dafür im Ratgeber über wassersparende Technik für dauerhaft trockene Gärten.

Der Gießplan für trockene Wochen

Ein Gießplan beantwortet zwei Fragen: wie viel Wasser je Gabe und wie oft. Die Menge richtet sich nach der Bodenart und nach dem Raum, den die Wurzeln durchziehen. Wie oft du gießt, bestimmst du anhand von Wasserverbrauch und Bodenfeuchte. Der Verbrauch hängt an Pflanzenart und Sorte, an Witterung und Substrat sowie an Sonne und Wind am Standort. Südlagen brauchen deshalb mehr Wasser als Nordhänge oder teilweise beschattete Gärten.

Orientierungswerte für die Trockenphase

Die Werte sind Orientierung und ersetzen nicht den Griff in die Erde.

Wer Orientierung Was dazugehört
Gartenbeete, durchdringend gegossen 10–20 l/m² je Wassergabe Orientierungsbereich
Gemüsebeete bei sommerlicher Trockenheit etwa 20–25 l/m² alle 3 Tage bei Hitze auf mehrere Gießgänge verteilen, damit nichts abschwemmt
Frisch gepflanzte Stauden und Gehölze etwa 2–3 Wassergaben pro Woche zum Einwachsen bei sommerlicher Trockenheit
Junge Obstbäume in der Anwachsphase etwa 50–100 l je Gießgang Ziel ist der ursprüngliche Wurzelballen
Eingewachsene Hausbäume zusätzliches Wasser vor allem bei lang anhaltender Trockenheit keine feste Menge

Wird das Wasser knapp, versorge ich zuerst die langlebigen Gehölze und erst danach den Rasen. Rasen kann Trockenphasen meist besser regenerieren. Neupflanzungen stehen bei mir ebenfalls weit oben, weil frisch gesetzte Stauden und Gehölze häufiger zusätzliche Gaben brauchen als eingewachsene Pflanzen. Bei Obstbäumen achte ich besonders in den ersten 2–3 Standjahren auf Zusatzwasser, vor allem auf leichten Böden und bei schwachen Unterlagen.

Marias Erfahrung

In trockenen Wochen notiere ich auf einem Zettel im Schuppen, wann welches Beet zuletzt Wasser bekommen hat. Vor dem nächsten Gießgang greife ich trotzdem erst in die Erde und prüfe, ob sie noch feucht ist.

Wie viel Wasser dein Boden hält

Wie lange eine Gabe vorhält, hängt an der Bodenart. Sand speichert deutlich weniger Wasser als Lehm, Ton liegt dazwischen. Sandige oder flachgründige Böden musst du häufiger gießen, die Speicherwerte je Bodenart stehen im Überblick zur Gartentechnik im Abschnitt Gießen mit Menge, Rhythmus und dem Boden als Speicher.

Wann du gießt

Ich gieße in Trockenphasen am liebsten morgens, weil benetzte Blätter danach abtrocknen und Pilzkrankheiten so weniger begünstigt werden. Abends geht es auch, solange die Pflanzen vor der Nacht noch abtrocknen können.

Mythos-Check

Wassertropfen wirken auf Blättern nicht wie ein Brennglas. Gießt du in der Mittagssonne, entstehen bei den meisten Pflanzen keine Verbrennungsflecken. Hängen die Blätter mittags, prüf trotzdem zuerst, ob die Erde wirklich trocken ist.

Menge messen statt schätzen

Beim Gießen mit Schlauch, Brause oder Regner misst du die Menge, die tatsächlich ausgebracht wird. Die Orientierungswerte stehen in Litern je Quadratmeter, und wie viel dein Schlauch liefert, weißt du erst nach einer Messung. Ohne Messung bleibt jede Gabe aus dem Schlauch also eine Schätzung.

Tipp

Stoppe, wie lange dein Schlauch braucht, um eine 10-Liter-Gießkanne zu füllen. Mit dieser Füllzeit rechnest du aus, wie lange du für die geplante Menge auf einem Beet gießen musst.

Tropfbewässerung: Wasser gezielt an die Pflanze

In trockenen Wochen versorge ich Beete und Kübel über Tropfschläuche. Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanze. Überkopfberegnung ist dagegen windanfällig, kann das Wasser ungenau verteilen und benetzt auch die Blätter. Regner haben ihren Platz deshalb vor allem auf Rasenflächen.

Tropfer können verstopfen oder verkalken, deshalb braucht jede Tropfanlage einen Filter. Dichtungen, Filter und Düsen sind Verschleißteile. Eine Anlage, deren Teile zugänglich und austauschbar sind, lässt sich leichter warten.

Zahl im Blick

Die Bayerische Gartenakademie beschreibt für Haus- und Kleingarten Tropfschläuche, deren Tropfstellen typischerweise 30–40 cm auseinanderliegen. Jede Tropfstelle gibt je nach Ausführung 1–4 l pro Stunde ab. Typisch sind 0,5–2 bar Betriebsdruck, der nötige Wert hängt aber vom System ab. Maßgeblich ist deshalb die Angabe des Herstellers deiner Anlage.

Weil sich die Gießhäufigkeit an der Bodenfeuchte bemisst, passt ein Feuchtefühler gut zur Tropfanlage: Er kann die automatische Bewässerung sperren, solange die Erde noch feucht ist. Für einzelne Kübel gibt es Tonfühler, die die Wasserabgabe ohne Strom oder Batterie nach der Bodenfeuchte steuern. Mit einem Fühler je Gefäß stellst du jedes Gefäß nach seinem eigenen Bedarf ein.

Eine neue automatische Tropfbewässerung lasse ich mehrere Wochen unter Beobachtung laufen und stelle sie nach, bevor sie allein arbeitet.

Mini-Checkliste

Bevor deine Tropfanlage in trockenen Wochen unbeaufsichtigt läuft:

  • Anlage frühzeitig installiert
  • Filter eingebaut und frei
  • Betriebsdruck nach Herstellerangabe eingestellt
  • Testlauf gemacht, Wassergaben passen
  • Schlauchverbindungen sitzen sicher
  • mehrere Wochen beobachtet und nachgestellt

Was der Garten bei Hitze und vor der Urlaubsreise sonst noch braucht, beschreibt der Ratgeber zur Gartenpflege bei Sommerhitze. Ob Tropfschlauch, Regner oder Gießkanne zu deiner Gartengröße und deinem Budget passt, klärt der Ratgeber zur Wahl des passenden Bewässerungssystems.

Unterflurbewässerung: Leitungen im Boden

Bei einer unterirdischen Anlage liegen die Leitungen im Boden, sodass du mähen und hacken kannst, ohne über Schläuche zu steigen. Für trockene Wochen gilt hier dasselbe wie beim Tropfschlauch: Gesteuert über einen Bodenfeuchtefühler, kann auch sie bei noch feuchter Erde pausieren.

Für den Einbau werden ausreichend große PE-HD-Leitungen von etwa ¾–1 Zoll empfohlen. Gemeint ist die Rohrdimension, kein Schlauchmaß. Die Leitungen kommen etwa 30 cm tief in den Boden und werden vor dem Frost entleert.

Achtung

Beim Anschluss einer unterirdischen Anlage an die Trinkwasserinstallation beurteilt ein Fachunternehmen, welche Sicherungseinrichtung das Trinkwasser schützt. Das entscheidest du nicht selbst.

Wie du eine automatische Anlage Schritt für Schritt planst, einbaust und wartest, steht im Ratgeber dazu.

Gießkanne, Brause und smarte Steuerung kurz eingeordnet

Gießstäbe und Brausen eignen sich, wenn du einzelne Pflanzen gezielt wässerst, etwa beim Angießen von Setzlingen. Für smarte Steuerungen gilt in Trockenphasen dieselbe Regel wie beim Gießen per Hand: Sie sollen sich an der Bodenfeuchte ausrichten. Wie viel, wann und womit du grundsätzlich gießt, erklärt der Ratgeber zum richtigen Bewässern im Garten.

Woher das Wasser im Sommer kommt

Ich fülle meine Gießkannen in trockenen Wochen zuerst aus der Regentonne. Wie du Regenwasser sammelst, speicherst und verteilst, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Bevor Dachwasser ins Beet kommt, schau aufs Dach. Wasser von herbizidhaltigen Bitumendachbahnen nimmst du nicht zum Gießen. Von Kupfer- und Zinkdächern kann es umweltschädliche Metallverbindungen enthalten, einzelne Rinnen und Fallrohre aus diesen Metallen sind dagegen in der Regel unproblematisch. Eine Regenwasseranlage muss mit einer geeigneten Sicherungseinrichtung verhindern, dass Regenwasser ins Trinkwassersystem gelangt.

Grauwasser aus Bad, Dusche oder Waschmaschine kommt nur ins Beet, wenn es vorher in einer dafür vorgesehenen Grauwasseranlage gereinigt wurde.

In trockenen Sommern können lokale Anordnungen zur Wasserentnahme gelten. Halte dich an sie und an die Hinweise deines Wasserversorgers. Schränkt eine Anordnung die Entnahme ein, gilt die Rangfolge aus deinem Gießplan: Gehölze vor Rasen.

Mulch und Boden: Feuchtigkeit im Beet halten

Mulch gehört zu den Maßnahmen, mit denen du direkt auf dem Boden Wasser sparst. Organischen Mulch trage ich im Gemüsebeet etwa 2–3 cm dick auf, feinen Rasenschnitt nur dünn. Damit beginne ich erst bei etwa 10 cm Pflanzenhöhe, Saatrillen und Jungpflanzen bleiben frei. Wie du mit Mulch, Bodenpflege und Gestaltung im ganzen Garten Wasser sparst, beschreibt der Ratgeber zum Wassermanagement im Garten, die Grundlagen stehen im Überblick zur Gartentechnik im Abschnitt Wasser sparen.

Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen

Am wenigsten gießt du dort, wo die Pflanzen zum Standort passen. Eine standortgerechte Bepflanzung mit hitze- und trockenheitsverträglichen Arten verringert den Bewässerungsbedarf und den Pflegeaufwand. Mehrjährige mediterrane Kräuter wie Lavendel, Salbei und Thymian überstehen sommerliche Trockenperioden häufig ohne zusätzliches Wasser. Phlox paniculata und Rittersporn gehören dagegen zu den Stauden mit hohem Wasserbedarf.

Ich setze Pflanzen mit ähnlichem Wasserbedarf zusammen, damit ich in trockenen Wochen gezielt die durstigen Gruppen erreiche. Unter Bäumen und Sträuchern rechne ich deren Wasseraufnahme mit ein, wenn ich die Unterpflanzung gieße.

Häufiger Fehler

Eine trockenheitsverträgliche Staude gleich nach dem Pflanzen sich selbst überlassen. In der Anwachsphase darf auch sie nicht austrocknen, also gieß sie bei Bedarf, bis sie eingewachsen ist.

Wie du einen Garten von Anfang an so anlegst und bepflanzt, dass er wenig Pflege braucht, beschreibt der Ratgeber zum pflegeleichten Garten.

Wenn Pflanzen trotz Gießen welken

Welke kann auf Wassermangel hindeuten, aber auch auf Wurzelschäden durch anhaltende Überwässerung. Prüf deshalb die Bodenfeuchte, bevor du nachgießt. Welche Fehler beim Bewässern oft passieren und wie du sie vermeidest, zeigt der Ratgeber zu typischen Gießfehlern.

Kübel und Gemüse in der Trockenphase

Große Kübel und Hochbeete musst du seltener gießen als eine Sammlung kleiner Töpfe, deren Erde schneller austrocknet. Fruchtgemüse wie Tomaten, Gurken und Zucchini brauchen bis zur Ernte eine gute Wasserversorgung, Zwiebeln stehen in der Abreife lieber trockener. Wie du Beete mit sehr unterschiedlichem Wasserbedarf nebeneinander versorgst, beschreibt der Ratgeber zur Bewässerung bei großer Pflanzenvielfalt.

Häufige Fragen

Wie erstellt man einen effektiven Bewässerungsplan für den Garten?
Leg zuerst fest, wer bei knappem Wasser Vorrang hat: Neupflanzungen und langlebige Gehölze gehen vor Rasen, weil Rasen Trockenphasen meist besser regeneriert. Für das durchdringende Gießen von Beeten dienen 10–20 l/m² je Wassergabe als Orientierungsbereich. Die Menge richtest du nach Bodenart und Wurzelraum, die Häufigkeit nach Wasserverbrauch und Bodenfeuchte. Miss dabei, wie viel Wasser dein Schlauch oder Regner tatsächlich ausbringt.
Wie funktioniert eine Tropfbewässerung und welche Vorteile bietet sie?
Tropfschläuche oder einzelne Tropfer geben das Wasser gezielt an der Pflanze ab, statt wie eine Überkopfberegnung auch die Blätter zu benetzen. Bei typischen Tropfschläuchen für den Hausgarten liegen die Tropfstellen 30–40 cm auseinander. Weil Tropfer verstopfen oder verkalken können, braucht jede Anlage einen Filter. Den nötigen Betriebsdruck nennt der Hersteller, denn er hängt vom jeweiligen System ab.
Worin unterscheiden sich Oberflächenbewässerung und Unterflurbewässerung?
Bei der Oberflächenbewässerung kommt das Wasser von oben, etwa aus Gießkanne, Schlauch oder Regner, und eine Überkopfberegnung ist dabei windanfällig. Bei der Unterflurbewässerung liegen die Leitungen etwa 30 cm tief im Boden und werden vor Frost entleert. Empfohlen werden dafür ausreichend große PE-HD-Leitungen von etwa ¾–1 Zoll. Beim Anschluss an die Trinkwasserinstallation muss ein Fachunternehmen beurteilen, welche Sicherungseinrichtung sie schützt.
Welche konkreten Bewässerungstechniken werden für Trockenperioden empfohlen?
Für Beete und Kübel eignet sich Tropfbewässerung, weil sie das Wasser gezielt an die Pflanze bringt, Regner versorgen vor allem Rasenflächen. Ein Bodenfeuchtefühler kann eine automatische Anlage sperren, solange die Erde noch feucht ist. Gieß bevorzugt morgens, damit benetzte Blätter abtrocknen können. Dazu kommen organischer Mulch, im Gemüsebeet etwa 2–3 cm dick, und eine standortgerechte Bepflanzung mit trockenheitsverträglichen Arten, die den Bewässerungsbedarf verringert.
Welche technischen Aspekte sind bei der Gartenautomatisierung wichtig?
Eine automatische Tropfbewässerung braucht einen Filter gegen verstopfte Tropfer und den Betriebsdruck, den der Hersteller für das jeweilige System angibt. Ein Bodenfeuchtesensor kann die Anlage am tatsächlichen Wasserbedarf des Bodens ausrichten. Eine neu installierte Anlage beobachtest du mehrere Wochen und stellst sie nach, bevor sie unbeaufsichtigt läuft. Vor dem Winter wird alles Wasserführende entleert und frostgeschützt gelagert.
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