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Wassermanagement im Garten: Bedarf prüfen, Bewässerung planen, Wasser sparen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Erst den Bedarf prüfen: Pflanzenart, Sorte, Boden, Sonne und Wind bestimmen, wie viel Wasser ein Gartenbereich braucht.
  • Pflanzen mit ähnlichem Wasserbedarf zusammensetzen, damit Bewässerung und Bodenfeuchtefühler für die ganze Gruppe passen.
  • Gießmenge messen: Die Füllzeit einer 10-Liter-Gießkanne zeigt, wie lange du mit deinem Schlauch für diese Menge gießt.
  • Bei Wasserknappheit langlebige Gehölze vor dem Rasen versorgen und lokale Anordnungen zur Wasserentnahme beachten.
  • Regenwasser nicht von herbizidhaltigen Bitumendachbahnen nutzen; eine Sicherungseinrichtung hält es aus dem Trinkwassersystem fern.

Wenn im Hochsommer die Regentonne leer ist und der Schlauch wieder läuft, gehe ich mit einem Notizblock durch den Garten. Ich schreibe auf, welche Beete, Kübel und Bäume gerade Wasser brauchen und wo Wasser ungenutzt verdunstet oder wegläuft. Genau darum geht es beim Wassermanagement: Du senkst den Verbrauch im ganzen Garten, ohne dass Gehölze, Gemüse und Kübelpflanzen darunter leiden.

Dafür setzt du an vier Stellen an: bei der Pflanzenwahl und Gestaltung, beim Boden, beim Gießen und bei der Wasserquelle. Ich fange immer beim Bedarf an, weil davon abhängt, welche Technik und welche Wasserquelle überhaupt passen.

Was dein Garten wirklich an Wasser braucht

Der Wasserbedarf hängt von Pflanzenart und Sorte ab, von Witterung und Substrat und davon, wie viel Sonne und Wind der Standort abbekommt. Sandige oder flachgründige Böden musst du häufiger gießen. Eine Südlage braucht mehr Wasser als ein Nordhang oder ein teilweise beschatteter Garten. Frisch gesetzte Stauden und Gehölze brauchen häufiger zusätzliche Wassergaben als gut eingewachsene Pflanzen, und bei Gemüse steigt der Bedarf mit der Blattentwicklung.

Behandle deshalb nicht den ganzen Garten gleich, sondern teile ihn in Bereiche ein.

Mini-Checkliste

Notiere beim Rundgang für jeden Bereich:

  • Wie viel Sonne und Wind bekommt die Stelle ab?
  • Ist der Boden sandig, flachgründig oder lehmig?
  • Was ist frisch gepflanzt und noch nicht eingewachsen?
  • Was bildet gerade Früchte?
  • Was steht in kleinen Töpfen?
  • Was wächst unter Bäumen oder Sträuchern?

So unterscheiden sich die typischen Bereiche:

Bereich Wasserbedarf Was du tun kannst
Rasen Rasen kann Trockenphasen meist besser regenerieren als langlebige Gehölze. Gebrauchsrasen im Sommer auf 5–6 cm, bei ausgeprägter Hitze auf 7–8 cm Schnitthöhe halten.
Gemüsebeet Tomaten, Gurken und Zucchini brauchen während der laufenden Fruchtbildung bis zur Ernte eine gute Versorgung. Salate und Knollenfenchel müssen bis zur Ernte gut versorgt sein. Zwiebeln in der Abreife trockener stehen lassen; bei Möhren und Roter Bete kann der Bedarf in der Abreife sinken.
Kübel und Balkon Die Erde kleiner Töpfe trocknet schneller aus als die großer Kübel. Große Gefäße wählen, für Fruchtgemüse wie Tomaten und Paprika mindestens 10 l; dunkle Gefäße schattieren, damit sich der Wurzelbereich nicht stark aufheizt; Ablauflöcher gegen Staunässe.
Junge Obstbäume In der Anwachsphase können je Gießgang etwa 50–100 l nötig sein. In den ersten 2–3 Standjahren auf Zusatzbewässerung achten, vor allem bei schwachen Unterlagen und leichten Böden; bei frisch gepflanzten Bäumen gezielt den ursprünglichen Wurzelballen wässern.
Stauden Phlox paniculata und Rittersporn haben einen hohen Wasserbedarf. Auch trockenheitsverträgliche Stauden dürfen beim Anwachsen nicht austrocknen. Unter Bäumen und Sträuchern deren Wasseraufnahme beim Gießen der Unterpflanzung mitrechnen.
Mediterrane Kräuter Mehrjährige Arten wie Lavendel, Salbei und Thymian überstehen sommerliche Trockenperioden häufig ohne zusätzliche Bewässerung. In die genügsame Zone setzen und nicht pauschal mitgießen.

Liegt dein Garten dauerhaft trocken, lies nach, welche Bewässerungssysteme an trockenen Standorten taugen und wie du sie wartest.

Wassersparend gestalten: Pflanzenwahl, Gruppen und Gefäße

Pflanzen, deren Ansprüche zum Standort passen, kommen mit weniger zusätzlichem Gießwasser aus und machen weniger Arbeit. An sonnigen, trockenen Stellen heißt das: hitze- und trockenheitsverträgliche Arten statt Prachtstauden mit hohem Wasserbedarf.

Setz Pflanzen mit ähnlichem Wasserbedarf zusammen. Ein Bodenfeuchtefühler muss auf den Bedarf der jeweiligen Kultur eingestellt sein und an einer repräsentativen Stelle im Wurzelraum messen. Steht Rittersporn direkt neben Lavendel, findest du keine Stelle, die für beide stimmt, und eine fühlergesteuerte Bewässerung gießt mindestens eine Pflanze am Bedarf vorbei. Ich lege die Beete mit hohem Bedarf nah an Regentonne und Wasserhahn und die genügsamen Pflanzungen an den Rand des Gartens. Neue Beete kannst du gleich so anlegen und deine Flächen im Beetplaner einteilen.

Marias Erfahrung

Ich zeichne meinen Garten grob auf ein Blatt und male die Bereiche in drei Farben aus: viel, mittel und wenig Wasser. Das Blatt hängt im Schuppen neben dem Wasserhahn, damit ich beim Gießen sehe, welche Ecken ich auslasse.

Verkleinerst du intensiv gepflegte Rasenflächen, sinkt der Wasserbedarf im Garten. Ein Sonnenschirm über Garten- oder Kübelpflanzen kann ihren Wasserbedarf ebenfalls senken. Weil auch der Wind den Bedarf mitbestimmt, stelle ich Kübel mit hohem Wasserbedarf nicht in die zugigste Ecke der Terrasse.

Häufiger Fehler

Viele kleine Töpfe statt weniger großer Gefäße. Die Erde in kleinen Töpfen trocknet schneller aus, große Kübel und Hochbeete musst du seltener gießen. Große Gefäße speichern mehr Wasser und erlauben längere Gießabstände. Beim Hochbeet gibt es eine Einschränkung: Es erwärmt sich schneller und kann dadurch auch schneller austrocknen.

Bewässerung, Boden und Regenwasser: die Bausteine kurz erklärt

Gießen und Bewässerungstechnik

Gieß bevorzugt früh am Morgen und direkt auf den Boden, weil der Boden dann noch kühl ist und weniger Wasser verdunstet. Für durchdringendes Wässern von Gartenbeeten dienen 10–20 l/m² je Wassergabe als Orientierung. Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanze und kann gegenüber flächiger Beregnung Wasser sparen, braucht aber einen Filter gegen verstopfte Tropfer. Regner versorgen vor allem Rasenflächen, sind aber windanfällig und benetzen auch die Blätter. Menge, Rhythmus und Systeme vom Tropfschlauch bis zur unterirdischen Leitung erklärt der Überblick zu Gießen, Bewässerungssystemen und automatischer Bewässerung.

Boden und Mulch

Lehmboden hält deutlich mehr Wasser als Sandboden, und Kompost oder Gründüngung verbessern über den Humus die Wasseraufnahme und Speicherung. Organischer Mulch kommt im Gemüsebeet normalerweise etwa 2–3 cm dick auf, feiner Rasenschnitt nur dünn. Welche Mulchmaterialien sich eignen, zeigt der Ratgeber, wie du mit einfachen Schritten im Garten Wasser sparst.

Regenwasser und Grauwasser

Regenwasser ist weich und eignet sich deshalb besonders zum Gießen kalkempfindlicher Pflanzen. Die Größe des Speichers richtest du nach dem örtlichen Niederschlag, der nutzbaren Dachfläche und deinem Bewässerungsbedarf. Wie du Regenwasser sammelst, filterst und im Garten verteilst, erklärt ein eigener Ratgeber. Grauwasser aus Baden, Duschen oder Waschen nutzt du nur, wenn es vorher in einer dafür vorgesehenen Grauwasseranlage gereinigt wurde.

Messen statt schätzen: So behältst du den Verbrauch im Blick

Sparen kannst du nur, wenn du weißt, wie viel Wasser du ausbringst. Miss deshalb beim Gießen mit Schlauch, Brause oder Regner die tatsächlich abgegebene Menge. Dafür stoppst du, wie lange dein Schlauch eine 10-Liter-Gießkanne füllt. So weißt du, wie lange du für diese Menge gießen musst. Ich stoppe die Zeit mit dem Handy und schreibe sie mit wasserfestem Stift auf den Schlauchwagen. Nach dem Gießen gräbst du an einer Stelle vorsichtig nach und prüfst, ob der Boden 15 bis 20 cm tief durchfeuchtet ist.

Schlappe Blätter können auf Wassermangel hindeuten, aber auch auf Wurzelschäden durch anhaltende Überwässerung. Prüf deshalb erst die Bodenfeuchte, bevor du nachgießt. Das gilt besonders für Topfpflanzen, die auch unter Dauernässe oder Hitze welken können. Menge, Zeitpunkt und Methode für die einzelnen Pflanzen vertieft der Ratgeber, wie du deinen Garten richtig bewässerst.

Eine automatische Bewässerung kann mehr Wasser verbrauchen als sparsame Handbewässerung, weil sie die Pflanzen durchdringender versorgt. Ein Bodenfeuchtefühler kann sie sperren, solange die Erde noch feucht ist. Eine neu installierte Tropfbewässerung beobachtest du mehrere Wochen und stellst sie bei Bedarf nach, bevor sie unbeaufsichtigt läuft.

Wenn das Wasser knapp wird: Wer zuerst Wasser bekommt

Halte dich an lokale Anordnungen zur Wasserentnahme und an die Hinweise deines Wasserversorgers. Reicht das Wasser nicht für alles, versorgst du langlebige Gehölze vor dem Rasen, weil Rasen Trockenphasen meist besser regenerieren kann. Ebenfalls Vorrang haben Neupflanzungen, weil frisch gesetzte Stauden und Gehölze häufiger zusätzliches Wasser brauchen. Bei Fruchtgemüse wie Tomaten, Paprika, Gurken und Zucchini verringert zu wenig Wasser den Ertrag.

Bei neu gepflanzten Hausbäumen dauert die Phase regelmäßiger ergänzender Bewässerung etwa die ersten 3–5 Jahre. Eingewachsene Hausbäume brauchen zusätzliches Wasser vor allem in lang anhaltenden Trockenperioden. Wenn der Versorger zum Sparen aufruft, gieße ich zuerst die jungen Bäume und die frisch gesetzten Stauden und lasse den Rasen ungegossen. Einen Bewässerungsplan für lange Hitzewochen findest du im Ratgeber, wie du deinen Garten durch trockene Sommermonate bringst.

Trinkwasser und Natur schützen

Wassersparen soll weder dein Trinkwasser noch deinen Boden belasten. Diese Punkte gehören zu jeder Planung:

  • Eine Regenwassernutzungsanlage muss mit einer geeigneten Sicherungseinrichtung verhindern, dass Regenwasser ins Trinkwassersystem gelangt.
  • Schließt du eine unterirdische Beregnungsanlage an Trinkwasser an, beurteilt ein Fachunternehmen, welche Sicherungseinrichtung nötig ist.
  • Regenwasser von herbizidhaltigen Bitumendachbahnen nimmst du nicht zur Gartenbewässerung.
  • Von Kupfer- und Zinkdächern kann das Wasser umweltschädliche Metallverbindungen enthalten; einzelne Dachrinnen und Fallrohre aus diesen Metallen sind in der Regel unproblematisch.
  • Bei kleinen Kindern im Garten deckst du Regentonnen so ab, dass die Kinder nicht hineinfallen können.
  • Auf größeren gepflasterten Wegen, Einfahrten und Hofflächen hältst du die Fugen wasserdurchlässig, damit Regen versickern kann.

Häufige Fragen

Was versteht man unter Wassermanagement im Garten?
Wassermanagement heißt, den Wasserverbrauch im ganzen Garten planvoll zu senken, ohne dass die Pflanzen leiden. Dazu gehören ein Blick auf den Bedarf der einzelnen Bereiche, ein Boden, der Wasser gut aufnimmt und hält, gezieltes Gießen und die Nutzung von Regenwasser. Auch die Pflanzenwahl zählt, denn standortgerechte Arten kommen mit weniger zusätzlichem Gießwasser aus.
Welche Pflanzen eignen sich für einen wassersparenden Garten?
Gut geeignet sind Pflanzen, deren Ansprüche zum Standort passen, an sonnigen und trockenen Stellen also hitze- und trockenheitsverträgliche Arten. Mehrjährige mediterrane Kräuter wie Lavendel, Salbei und Thymian überstehen sommerliche Trockenperioden häufig ohne zusätzliche Bewässerung. Stauden wie Phlox paniculata und Rittersporn haben dagegen einen hohen Wasserbedarf. Auch trockenheitsverträgliche Stauden dürfen während der Anwachsphase nicht austrocknen.
Wie lässt sich die Verdunstung im Garten verringern?
Gieß früh am Morgen direkt auf den Boden, weil er dann noch kühl ist und weniger Wasser verdunstet. Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanze und kann gegenüber flächiger Beregnung Wasser sparen. Ein Sonnenschirm kann den Wasserbedarf von Garten- und Kübelpflanzen senken, und große Gefäße trocknen langsamer aus als kleine. Schwarze Mulchfolie mindert ebenfalls die Verdunstung aus dem Boden.
Worin unterscheidet sich Regenwasser von Leitungswasser beim Gießen?
Regenwasser ist weich und eignet sich deshalb besonders für kalkempfindliche Pflanzen. Mit gesammeltem Regenwasser sparst du außerdem Leitungswasser für die Gartenbewässerung. Wasser von herbizidhaltigen Bitumendachbahnen gehört allerdings nicht ins Beet, und von Kupfer- oder Zinkdächern kann es umweltschädliche Metallverbindungen enthalten. Eine Regenwassernutzungsanlage muss mit einer geeigneten Sicherungseinrichtung verhindern, dass Regenwasser ins Trinkwassersystem gelangt.
Welche Bewässerungstechnik passt zu welchem Gartenbereich?
Tropfbewässerung eignet sich für Beete und Kübelpflanzen, Regner versorgen vor allem Rasenflächen. Für Aussaaten taugt eine Überkopfberegnung, weil sie die Fläche gleichmäßig benetzen kann, sie ist aber windanfällig. Einzelne Pflanzen gießt du gezielt mit Gießstab oder Brause, und Einzeltropfer erlauben eine angepasste Versorgung in Kästen und Kübeln.
Worin liegt der Unterschied zwischen Wasserspeicherung und Wassereinsparung im Garten?
Wasserspeicherung hält Wasser für später bereit, etwa in Regentonne oder Zisterne und in einem humusreichen Boden, der Wasser besser aufnimmt und speichert. Wassereinsparung senkt den Bedarf selbst, zum Beispiel durch standortgerechte Pflanzen, gezieltes Gießen auf den Boden und kleinere intensiv gepflegte Rasenflächen. Beides ergänzt sich, denn gespeichertes Regenwasser reicht länger, wenn der Bedarf sinkt.
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