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Gartenwerkzeug planen: kaufen, leihen und ordentlich aufbewahren

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Plane vom Bedarf aus: Was du oft brauchst, kaufst du zuerst, Spezialwerkzeug erst, wenn die Arbeit wirklich ansteht.
  • Ob Mieten oder Kaufen günstiger ist, hängt vor allem davon ab, wie oft und wie lange du ein Gerät nutzt.
  • Leihgeräte findest du etwa über Nachbarschaftsorganisationen, Kleingartenvereine oder Stadtbibliotheken, teils gegen rückzahlbare Kaution.
  • Werkzeug legst du gegen Herabfallen gesichert ab, Schneiden und Spitzen schützt du gegen unbeabsichtigtes Berühren.
  • Aluminium findet an einer gewöhnlichen Magnetleiste keinen Halt, leichte Alu-Geräte brauchen Haken.

Im Baumarkt wirkt jedes Werkzeug nützlich, und im Garten fehlt dann trotzdem die Gartenschere. Ich plane meine Ausstattung deshalb mit drei Fragen: Was brauche ich oft genug, um es zu kaufen? Was leihe ich mir? Und wo bekommt jedes Teil seinen festen Platz? So behältst du Budget und Stauraum im Blick, bevor das erste Gerät im Schuppen steht.

Warum passendes Werkzeug die Arbeit erleichtert und welche Typen es gibt, erklärt der Abschnitt Gartenwerkzeug im Überblick mit Typen, Grundausstattung und Auswahl. Hier geht es um die Planung dahinter: Budget, Leihen und Aufbewahrung.

Was kaufst du zuerst?

Fang bei der Arbeit an, nicht beim Werkzeug. Schreib auf, was in deinem Garten übers Jahr anfällt: umgraben, schneiden, gießen, Laub rechen. Neben jede Arbeit kommt, wie oft du sie erledigst. Was häufig vorkommt, gehört in die erste Kaufrunde, Spezialwerkzeug folgt nach und nach, wenn der Bedarf wirklich da ist.

Welche Teile den Anfang machen, beschreibt der Ratgeber dazu, welche fünf Werkzeuge in die Grundausstattung gehören. Wer vor allem Gemüse anbaut, findet eine eigene Liste mit Werkzeugen für Aussaat, Ernte, Unkraut und Kompost im Gemüsegarten.

Beim Schneiden hilft dir die Astdicke bei der Entscheidung. Als Orientierung gilt: Eine Gartenschere eignet sich für dünnere Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser. Eine Astschere ist für Äste bis etwa 4,5 cm Durchmesser gedacht und kommt erst auf die Liste, wenn bei dir solche Äste anfallen.

Auch die Jahreszeit verschiebt den Bedarf: Im Herbst kommen Laubrechen und Astschere dazu, im Winter vielleicht ein Schneeschieber. Welche Helfer in welcher Saison anstehen, zeigt der Ratgeber zu Gartenhilfsmitteln für jede Jahreszeit.

Jetzt dran

Leg dir eine Bedarfsliste an, bevor du einkaufst. Notiere zu jedem Werkzeug die Arbeit, wie oft sie anfällt und ob du sie über Jahre oder nur für ein Projekt erledigst. Daneben schreibst du, wo das Werkzeug später hängt oder steht. Was keinen Platz bekommt, setzt du auf die Leihliste.

Wo lohnt sich mehr Geld, wo reicht weniger?

Mein Geld gebe ich vor allem für die Werkzeuge aus, die ich oft in der Hand habe, bei mir Spaten und Gartenschere. Spezialwerkzeug für seltene Einsätze kaufe ich in einfacher Ausführung oder leihe es. Woran du Qualität erkennst und wann die günstige Variante genügt, zeigt der Vergleich von teurem und günstigem Gartenwerkzeug. Nimm ein Werkzeug vor dem Kauf in die Hand und arbeite probeweise damit, denn ob es zu Körpergröße und Handform passt, zeigt erst der Versuch.

Rechne beim Preis die Reparatur mit, denn Ersatzteilversorgung und Instandsetzbarkeit gehören bei der Werkzeugauswahl zu den Prüfkriterien. Bei hochwertigen Gartenscheren lassen sich einzelne Bauteile nachkaufen und austauschen, bei Akkugeräten zählt zusätzlich, ob es Ersatzakkus gibt. Wie du Werkzeug aus recycelten Materialien kaufst, pflegst oder selbst baust, beschreibt der Ratgeber zu Gartenwerkzeug aus recycelten Materialien.

Ob dir Hobby-Werkzeug genügt oder eine Profi-Ausführung sinnvoll ist, hängt von deinem Einsatz ab. Die Unterschiede stehen im Ratgeber dazu, worin sich Werkzeug für Hobbygärtner und Profis unterscheidet.

Bei Motorgeräten lohnt ein zweiter Blick. Für Laub in kleinen bis mittelgroßen Privatgärten sind Besen, Laubrechen oder Harke eine Alternative zu Laubsauger und Laubbläser, ganz ohne Strom und Kraftstoff. Bevor du ein Elektrogerät kaufst, lies nach, was elektrische Gartenwerkzeuge leisten und wo ihre Grenzen liegen.

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Leihen statt kaufen: wann lohnt sich das?

Einen Vertikutierer oder Häcksler brauchst du oft nur zu bestimmten Anlässen im Jahr. Ob Mieten oder Kaufen günstiger ist, hängt vor allem davon ab, wie oft und wie lange du das Gerät nutzt. Wer ein Gerät selten und nur kurz braucht, mietet. Wer es über viele Jahre regelmäßig einsetzt, rechnet den Kauf durch.

Gemeinschaftlich nutzbare Gartengeräte findest du zum Beispiel über Nachbarschaftsorganisationen, Kleingartenvereine oder Stadtbibliotheken. Auch mit Nachbarn lässt sich ein selten gebrauchtes Gerät teilen. Die Mietkosten vereinbarst du mit dem jeweiligen Vermieter, und bei gemeinschaftlichen Leihangeboten kann zusätzlich eine rückzahlbare Kaution anfallen. Bevor ich ein Gerät für einen einzelnen Einsatz kaufe, frage ich in der Nachbarschaft nach.

Bei motorisierten Leihgeräten zählen auch die Ruhezeiten. Motorisierte Gartenhäcksler dürfen in deutschen Wohngebieten im Freien werktags grundsätzlich zwischen 20 und 7 Uhr nicht betrieben werden. An Sonn- und Feiertagen gilt das ganztägig, dazu kommen gesetzliche Ausnahmen und örtliche Zusatzregeln, nach denen du bei deiner Gemeinde fragst. Weil sich die Mietfrage an der Nutzungsdauer entscheidet und der Sonntag für den Häcksler ausfällt, lege ich die Leihzeit auf Werktage und sammle das Schnittgut vorher.

Mini-Checkliste

Bei der Abholung eines Leihgeräts

  • Mietkosten, Leihdauer und Kaution vorher klären.
  • Gebrauchsanweisung mitnehmen und vor dem ersten Start lesen.
  • Gerät auf sichtbare Schäden und einwandfreie Funktion prüfen.
  • Für den Transport Schneiden und Spitzen abdecken.
  • Vor dem Reinigen eines Häckslers den Netzstecker ziehen oder den entnehmbaren Akku herausnehmen.

Wohin mit dem Werkzeug?

Für jedes Aufbewahrungssystem gilt derselbe Maßstab: Werkzeug liegt gegen Herabfallen gesichert, und Schneiden und Spitzen sind gegen unbeabsichtigtes Berühren geschützt. Dazu kommt ein fester Platz für jedes Teil, damit du nicht suchen musst.

Gerätehaus, Schuppen oder Geräteschrank

Ein Gerätehaus bündelt alles an einem wettergeschützten Ort. Groß muss es nicht sein, auch ein kompakter Geräteschrank aus Holz oder Kunststoff erfüllt den Zweck. Wähle dafür einen trockenen, gut belüfteten Platz. Bei einem Holzschrank achte darauf, dass Regen ablaufen kann: Trocken gehaltenes Holz ist gegen Pilzbefall geschützt, und Wasserabläufe und abgeschrägte Flächen helfen, stehende Nässe zu vermeiden.

Ich ordne meinen Schrank nach Arbeitsgängen: Schneidwerkzeug zusammen, Bodenwerkzeug zusammen, Gießzubehör an eine Stelle. Plan beim Einrichten eine kleine Arbeitsfläche ein, an der du Schrauben nachziehst, eine Schere ölst oder umtopfst. Auch so ein Pflanztisch gehört zu den Arbeitsmitteln, die du bei der Gartenpflege mit reinigst.

Stehen Akkugeräte im Schuppen, plane den Ladeplatz gleich mit. Lade Akkus nur mit dem vom Gerätehersteller zugelassenen Ladegerät, auf einer nicht brennbaren Unterlage und unter Aufsicht. Für längere Lagerung sollten Lithium-Ionen-Akkus ungefähr 50 % Ladezustand haben. Einen sichtbar beschädigten oder aufgeblähten Akku verwendest du wegen möglicher Selbstentzündung nicht weiter, sondern entsorgst ihn sicher.

Achtung

Pflanzenschutzmittel bewahrst du in der Originalverpackung in einem abschließbaren Schrank auf, außer Reichweite von Kindern und Tieren. Reste gehören zur Schadstoffsammlung, nicht in Ausguss, Gully, Garten oder Hausmüll. Mit Leinöl getränkte Lappen von der Stielpflege können sich selbst entzünden: Lagere sie mit Wasser befeuchtet in einem geschlossenen Metallbehälter.

Wandhalterungen und Aufhängesysteme

An der Wand siehst du alles auf einen Blick, und der Boden bleibt frei. Für fast jedes Werkzeug gibt es eine passende Halterung:

  • Hakenleisten für Langstielgeräte wie Spaten, Schaufeln, Rechen und Harken
  • Magnetleisten für kleine Metallwerkzeuge
  • Schlauchhalter oder Aufroller für Gartenschläuche und Kabel
  • Regale für Töpfe, Saatgut und Dünger

Bei der Magnetleiste lohnt ein Blick aufs Material. Aluminium ist wegen seiner geringen Dichte leicht, bietet einem gewöhnlichen Haftmagneten aber keinen magnetischen Halt. Ein leichtes Alu-Werkzeug hängst du deshalb an einen Haken, sonst landet es auf dem Boden.

Häng Rechen und Harken mit den Zinken zur Wand, damit niemand beim Vorbeigehen hineingreift. Scheren hängst du geschlossen auf. Für Befestigungen in Mauerwerk gibt es kein allgemein anwendbares Patentrezept. Dübel und Schrauben stimmst du auf Untergrund und Belastung ab, denn eine Leiste mit Spaten und Grabegabeln trägt mehr Gewicht als eine mit Handschaufeln.

Herumliegende Schläuche können Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle verursachen. Ein Wandhalter oder Aufroller nimmt sie aus dem Weg. Bei einem automatischen Aufroller führst du den Schlauch gleichmäßig zurück, damit er nicht unkontrolliert zurückschnellt oder verklemmt.

Häng nur sauberes, trockenes Werkzeug auf. Trockene Erde bürstest du ab, fest haftenden Schmutz entfernst du mit Wasser und Bürste und reibst das Werkzeug danach trocken. Schärfen, Ölen und Rostschutz beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Gartenwerkzeuge reinigst, pflegst und reparierst.

Marias Erfahrung

An meiner Werkzeugwand habe ich die Umrisse jedes Geräts mit Kreide nachgezogen. Fehlt abends etwas, sehe ich die leere Stelle und gehe die Beete noch einmal ab.

Ordnung durchs Gartenjahr

Was gerade Saison hat, hängt vorn und griffbereit, der Rest rückt nach hinten. Ich räume zum Saisonwechsel um: Im Herbst wandern die Gießkannen nach hinten und der Schneeschieber nach vorn. Vor dem Winter entleerst du Schläuche, Brausen und anderes wasserführendes Zubehör und lagerst es frostgeschützt. Wiederverwendbare Vliese und Folien kommen sauber, trocken, dunkel und mäusesicher ins Lager.

Werkzeugwagen und Gartentaschen

Wer von Beet zu Beet zieht, nimmt sein Werkzeug mit, statt ständig zum Schuppen zu laufen. Für Handwerkzeuge, Handschuhe und Bindematerial reicht eine Gartentasche. Praktisch sind Modelle mit verstärktem Boden, die auch im feuchten Gras stehen können. Ein Werkzeugwagen bietet mehr Stauraum und passt zu größeren Gärten, viele Modelle lassen sich bei Nichtgebrauch zusammenklappen. Ich packe die Tasche für jeden Arbeitsgang neu und räume sie danach komplett aus, damit kein Werkzeug im Gras liegen bleibt.

Beim Tragen sicherst du Schneiden und Spitzen, eine Schere kommt nur geschlossen in die Tasche. Wie du Werkzeug unfallfrei trägst und verwahrst und was bei einer Verletzung zu tun ist, erklärt der Ratgeber zum sicheren Umgang mit Gartenwerkzeug. Arbeiten Kinder mit, lies vorher, welche Werkzeuge für Kinder welchen Alters sicher sind.

Kombi-Stiele und smarte Technik: kurz eingeordnet

Auswechselbare oder verstellbare Stiele können den Einsatzbereich deiner Geräte erweitern und Platz bei der Aufbewahrung sparen. Bei Teleskopstielen achte darauf, dass sie sich leicht feststellen lassen und sich während der Arbeit nicht von selbst lösen. Was sich für wenig Fläche eignet, zeigt der Ratgeber zu multifunktionalen und platzsparenden Werkzeugen für kleine Gärten.

Bewässerungscomputer und Bodenfeuchtefühler gehören eher zur Bewässerungstechnik als in den Werkzeugschrank. Ein Bodenfeuchtefühler kann eine automatische Tropfbewässerung sperren, solange die Erde noch feucht ist. Steuerung, Einbau und Wartung solcher Anlagen behandelt der Technik-Überblick im Abschnitt zur automatischen und smarten Bewässerung.

Häufige Fragen

Ist teures Gartenwerkzeug automatisch besser als günstige Alternativen?
Nicht automatisch. Mehr Geld lohnt sich vor allem bei Werkzeugen, die du oft benutzt, etwa Spaten und Gartenschere, während du selten gebrauchtes Spezialwerkzeug einfacher kaufen oder leihen kannst. Prüfe vor dem Kauf, ob es Ersatzteile gibt und ob sich das Werkzeug instand setzen lässt. Arbeite außerdem probeweise damit, denn ob es zu Körpergröße und Handform passt, zeigt erst der Versuch.
Welche praktischen Tipps gibt es für eine ordentliche Werkzeugaufbewahrung?
Lagere Werkzeug trocken und gut belüftet und gib jedem Teil einen festen Platz, etwa an einer Hakenleiste. Sichere es gegen Herabfallen und schütze Schneiden und Spitzen gegen unbeabsichtigtes Berühren, zum Beispiel mit den Zinken zur Wand. Schläuche gehören auf einen Halter oder Aufroller, weil herumliegende Schläuche Stolper- und Sturzunfälle verursachen können. Wasserführendes Zubehör entleerst du vor dem Winter und lagerst es frostgeschützt.
Was kennzeichnet multifunktionale Gartenwerkzeuge gegenüber Einzelwerkzeugen?
Multifunktionale Systeme arbeiten mit auswechselbaren oder verstellbaren Stielen, auf die verschiedene Arbeitsköpfe passen. Das kann den Einsatzbereich erweitern und Platz bei der Aufbewahrung sparen, weil nicht jeder Kopf einen eigenen Stiel braucht. Bei Teleskopstielen kommt es darauf an, dass sie sich leicht feststellen lassen und sich während der Arbeit nicht von selbst lösen. Ein Einzelwerkzeug musst du nicht umbauen, dafür braucht jedes seinen eigenen Platz.
Wie pflege ich Gartenwerkzeuge richtig?
Bürste trockene Erde nach der Arbeit ab, entferne fest haftenden Schmutz mit Wasser und Bürste und reibe das Werkzeug danach trocken. Prüfe dabei, ob Stiele locker, Gelenke schwergängig oder Klingen stumpf sind, und setze Mängel vor dem nächsten Einsatz instand. Rostanfällige Klingen schützt du mit einem Öl- oder Fettfilm. Gründliches Nachschärfen etwa alle 1 bis 2 Jahre gilt für Scheren und Spaten als Orientierung, je nach Nutzung und tatsächlichem Verschleiß.
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