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Werkzeuge für den Gemüsegarten: Aussaat, Gießen, Ernte, Unkraut und Kompost

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 14 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für Aussaat und Pflanzung brauchst du vor allem Rechen, Setzholz, Pflanzschaufel und eine Gießkanne mit feiner Brause.
  • Miss die Füllzeit einer 10-Liter-Gießkanne, dann weißt du, wie lange dein Schlauch für diese Menge laufen muss.
  • Tomaten, Gurken und Zucchini brauchen während der fortlaufenden Fruchtbildung eine gute Wasserversorgung.
  • Wurzelunkräuter stichst du vollständig aus, weil zurückbleibende Wurzelstücke erneut austreiben können.
  • Kranke Pflanzenteile gehören in die kommunale Entsorgung, nicht auf den eigenen Kompost.

Im Gemüsegarten brauchst du Werkzeug für fünf Arbeiten: säen und pflanzen, gießen, ernten, Unkraut entfernen und kompostieren. Mit dem falschen Gerät kann ein harter Wasserstrahl die frische Saat wegschwemmen, und zerhacktes Wurzelunkraut kann aus den Wurzelstücken neu austreiben. Wenn ich ein Beet einsäe, liegen Rechen, Setzholz und die Gießkanne mit feiner Brause schon am Beetrand.

Welches Werkzeug für welche Arbeit im Gemüsebeet

Arbeit Werkzeuge Wofür genau
Aussaat und Pflanzung Rechen, Setzholz, Pflanzschaufel, Brause, Vlies und Kulturschutznetz Saatbett einebnen, Löcher vorstechen, kleine Pflanzlöcher ausheben, behutsam angießen, Saat abdecken
Gießen Gießkanne mit Brause, Gartenschlauch, Tropfschlauch, Olla einzelne Pflanzen gezielt gießen, größere Flächen versorgen, Wasser direkt an die Pflanze bringen
Ernte Gartenschere, Erntemesser, Grabegabel, flacher Korb Fruchtgemüse und Kräuter schneiden, Salat und Spargel bodennah ernten, Wurzelgemüse heben, empfindliche Früchte tragen
Unkraut Unkrautstecher, Gierschgabel, Pendelhacke, Fugenkratzer tiefe Wurzeln ausstechen, Wurzelunkraut ausgraben, Unkraut flach unterschneiden, Fugen säubern
Kompost Mistgabel, Handgrubber, Häcksler Kompost umsetzen, flach einarbeiten, Holzschnitt zerkleinern

Für den Einstieg reicht eine kleine Auswahl guter Werkzeuge, die du mit deinem tatsächlichen Bedarf erweiterst. Welche fünf Werkzeuge zur Grundausstattung gehören und wie du jedes einsetzt, erklärt ein eigener Ratgeber, welche Werkzeuggruppen du wann im Gartenjahr brauchst, ein weiterer. Gartenwerkzeug im Überblick mit Typen, Grundausstattung und Auswahl findest du im Ratgeber zu Werkzeug, Bewässerung und Anzucht-Technik.

Den Boden vorbereiten, bevor gesät wird

Leichte Böden lockerst du im Frühjahr mit der Grabegabel, statt sie umzugraben; Umgraben ist vor allem bei neuen Beeten und sehr schweren Böden sinnvoll. Bearbeitbar ist das Beet, wenn keine Erde mehr an den Gartengeräten haften bleibt, denn auf zu nassem Boden können neue Verdichtungen entstehen. Welches Bodenwerkzeug von der Hacke über den Grubber bis zum Rechen zu welcher Bodenarbeit passt, zeigt der Ratgeber zu Bodenwerkzeugen.

Werkzeuge für Aussaat und Pflanzung

Saatbett und Setzholz

Mit dem Rechen ebnest du die gelockerte Erde ein und bereitest das Saatbett vor. Für Gemüseaussaaten soll der Boden dann mäßig feucht und locker sein, damit die Keimlinge Wasser aufnehmen und atmen können. Ich spanne für jede Reihe eine Schnur und ziehe die Saatrille mit dem Rechenstiel daran entlang. Bevor du die erste Rille ziehst, kannst du Beetflächen und Anbaupausen vorab planen und prüfen, welche Gemüse als Nachbarn zusammenpassen.

Kurz erklärt

Ein Setzholz, auch Dibber genannt, ist ein angespitzter Holzstab. Damit stichst du gleichmäßige Löcher für Saatgut und Jungpflanzen vor. Aus einem alten Besenstiel machst du es selbst: kürzen und ein Ende anspitzen.

Anzuchtschalen, Töpfe und Pikieren

Gebrauchte Anzuchtschalen reinige ich vor der neuen Saison gründlich. Ich entferne die Erdreste, schrubbe die Schalen mit warmem Wasser, Spülmittel und Bürste, spüle sie klar nach und lasse sie gut trocknen. Diese Reinigung kann Infektionsquellen für Pflanzenkrankheiten reduzieren. Ausgewaschene Joghurtbecher taugen als Anzuchttöpfe, wenn du Löcher in den Boden stichst, denn stehendes Wasser begünstigt Wurzelfäulnis. Ich beschrifte jedes Gefäß, sobald die Saat drin ist.

Bei der Anzucht in Saatschalen pikierst du Tomatensämlinge nach ungefähr 3 Wochen. Danach kommen sie in 10-cm-Töpfe. Zum Pikieren hebe ich die Sämlinge mit einem schmalen Holzstab aus der Schale. Halte die Jungpflanzen danach hell und nicht zu warm, denn zu wenig Licht oder zu hohe Temperaturen nach dem Pikieren begünstigen blasse, dünne und weiche Pflanzen.

Pflanzschaufel, Abhärten und Angießen

Eine Pflanzschaufel eignet sich zum Ausheben kleiner Pflanzlöcher für Gemüsejungpflanzen. Auf den Stiel meiner Pflanzschaufel habe ich Zentimeterstriche gezeichnet, damit ich die Pflanztiefe ohne Maßband ablese. Vorgezogene Gemüsepflanzen aus Zimmer oder Frühbeet härtest du vor dem Auspflanzen ins Freiland ab. Nach dem Setzen gießt du sie mit feinem Wasserstrahl an, damit der Ballen guten Kontakt zum umgebenden Boden bekommt.

Frisch gesäte Paprika und Chili gießt du mit einer zarten Brause an, damit die Saat nicht abgeschwemmt wird. Pflanzt du in Mulchfolie, schneidest du mit einem scharfen Messer Kreuzschnitte von 3–5 cm für die Pflanzen.

Vlies und Kulturschutznetz nach dem Säen

Ein Kulturschutznetz legst du unmittelbar nach Aussaat oder Pflanzung auf und schließt es am Boden dicht ab. Vlies liegt locker auf dem Beet, die Ränder beschwerst du mit Erde, Steinen oder Brettern. Vlies- und Folienabdeckungen eignen sich, um gesäte Radieschen, Möhren und Puffbohnen sowie gepflanzte Salate und Kohlrabi zu verfrühen. Insektenbestäubte, gemischt blühende Gurkensorten dürfen nicht dauerhaft unter geschlossenem Vlies bleiben, weil sie bestäubt werden müssen. Nach der Saison lagerst du Vlies und Folien sauber, trocken, dunkel und mäusesicher.

Zahl im Blick

Bei Salat nimmst du das Vlies ab, wenn die Temperaturen anhaltend bei 20–22 °C liegen. Bei wärmeliebenden Gemüsearten entfernst du es bei anhaltenden Temperaturen ab 25 °C.

Bewässerungswerkzeuge für den Gemüsegarten

Beim Gießen entscheidet das Werkzeug mit, ob das Wasser in den Wurzelraum sickert oder oberflächlich abläuft. Ein harter Strahl kann die Bodenoberfläche verschlämmen oder abtragen, deshalb muss jede Wassergabe zur Aufnahmefähigkeit des Bodens passen.

Gießkanne und Brause für einzelne Pflanzen

Gießstäbe und Brausen eignen sich, um einzelne Pflanzen gezielt zu bewässern. Du gießt mit weichem Strahl direkt in den Wurzelbereich und hältst die Blätter dabei möglichst trocken. Schwemmt das Wasser oberflächlich ab, gießt du zuerst an anderer Stelle weiter und kommst später zurück. Ein kleiner Gießrand aus Erde rund um die Pflanze hält das Wasser an Ort und Stelle, bis es versickert. Kleinere Gebinde können das Heben und Tragen verringern, deshalb nehme ich lieber kleinere Kannen.

Wie viel Wasser? Messen statt schätzen

Wie viel Wasser dein Beet braucht, hängt von Gemüseart und Sorte, Witterung, Substrat sowie Sonne und Wind am Standort ab. Die Werte in der Tabelle sind deshalb Orientierungen, keine festen Mengen.

Situation Orientierung Worauf du achtest
Durchdringende Wassergabe im Gartenbeet 10–20 l/m² je Wassergabe Grab nach dem Gießen vorsichtig nach und prüfe, ob die Erde 15 bis 20 cm tief durchfeuchtet ist.
Gemüsebeet bei sommerlicher Trockenheit etwa 20–25 l/m² alle 3 Tage Gib die Menge in mehreren Gießgängen, damit nichts abschwemmt.

Fang an zu gießen, solange der Untergrund noch leicht feucht ist, weil vollständig ausgetrockneter Boden Wasser schlechter aufnimmt. Besonders gut eignen sich die Morgenstunden: Der Boden ist noch kühl, sodass weniger Wasser verdunstet, und nasse Blätter trocknen über den Tag ab. Dadurch werden Pilzerkrankungen weniger begünstigt.

Marias Erfahrung

Zu Saisonbeginn stelle ich eine 10-Liter-Gießkanne unter den Schlauch, drehe die Brause ganz auf und stoppe die Füllzeit. Die Sekunden schreibe ich mit wasserfestem Stift auf den Schlauchwagen. So weiß ich, wie lange ich für diese Menge gießen muss.

Mythos-Check

Wassertropfen auf den Blättern wirken in der Mittagssonne wie Brenngläser? Bei den meisten Pflanzenblättern verursachen sie beim Gießen keine Verbrennungsflecken. Den Morgen empfehle ich trotzdem, weil dann weniger Wasser verdunstet.

Gartenschlauch: worauf du beim Kauf achtest

Mit dem Schlauch versorgst du größere Flächen, und auch hier misst du die ausgebrachte Menge, statt sie zu schätzen. Der Betriebsdruck ist der Wasserdruck, für den der Schlauch im Alltag vorgesehen ist; der Berstdruck liegt darüber. Ein zu kurzer Schlauch belastet Kupplungen und Anschlüsse durch dauernden Zug, ein deutlich zu langer knickt leichter und ist schwerer zu handhaben. Die passende Länge richtet sich danach, wie weit deine Beete vom Wasseranschluss entfernt sind. Beim automatischen Aufroller führst du den Schlauch gleichmäßig zurück, damit er nicht unkontrolliert zurückschnellt oder verklemmt.

Mini-Checkliste

Sind Betriebsdruck, Berstdruck, Temperaturbereich und UV-Beständigkeit nachvollziehbar angegeben? Schließen die Kupplungen dicht, passen die Dichtungen, laufen die Gewinde leicht? Steht der Schlauchwagen stabil, und laufen seine Räder leicht?

Tropfschlauch, Olla und Mulch

Ein Tropfschlauch bringt das Wasser gezielt an die Pflanze und kann dadurch Wasser sparen. Weil die Tropfer verstopfen oder verkalken können, braucht das System einen Filter, den du regelmäßig reinigst. Als Vorfilter eignet sich zum Beispiel ein Sieb- oder Scheibenfilter mit 125 µm Maschenweite. Die Bayerische Gartenakademie beschreibt für Haus- und Kleingarten Tropfschläuche mit diesen typischen Werten:

Merkmal Typischer Wert Einschränkung
Abstand der Tropfstellen 30–40 cm typisch für die beschriebenen Tropfschläuche
Wasserabgabe 1–4 l pro Tropfstelle und Stunde je nach Ausführung
Betriebsdruck 0,5–2 bar hängt vom jeweiligen System ab

Lies vor dem Anschluss die Druckangabe des Herstellers. Am Trinkwasseranschluss braucht ein typischer Tropfschlauch einen Druckminderer, der den Versorgungsdruck an den niedrigeren Betriebsdruck anpasst. Für kurze Leitungen auf ebenen Beeten eignen sich nicht druckkompensierte Tropfleitungen, bei größeren Leitungslängen nimmst du druckkompensierte. Plane die Lage vorher, denn ein Tropfschlauch kann das Hacken zwischen den Reihen erschweren. Unter wasserundurchlässiger Mulchfolie verlegst du ihn unter der Folie.

Tomaten baut man zum Schutz vor anhaltender Blattnässe unter einem lichtdurchlässigen Dach an. Regner benetzen dagegen auch die Blätter. Für Tomaten passt deshalb ein Tropfschlauch, der das Wasser am Boden abgibt. Frische Aussaaten benetzt eine flächige Überkopfberegnung gleichmäßig, auch wenn sie windanfällig ist und Wasser ungenau verteilen kann.

Teilweise eingegrabene Ollas kannst du als Bewässerungshilfe mit einem Nachfüllabstand von etwa 4–6 Tagen einsetzen. Mulch gehört zu den Maßnahmen, mit denen du auf dem Boden Wasser sparst.

Zahl im Blick

Organischen Mulch trägst du im Gemüsebeet normalerweise etwa 2–3 cm dick auf, feinen Rasenschnitt nur dünn. Du beginnst gewöhnlich erst ab etwa 10 cm Pflanzenhöhe und lässt Saatrillen und Jungpflanzen frei. Bei höherwachsenden Gemüsekulturen kann eine Strohschicht von 5–10 cm über die Saison ausreichen.

Automatisch oder von Hand gießen?

Eine automatische Bewässerung kann deine Beete während Urlaub und Abwesenheit versorgen. Dabei kann sie mehr Wasser verbrauchen als sparsames Gießen von Hand, weil die Pflanzen durchdringender versorgt werden. Eine neu installierte Tropfbewässerung beobachtest du mehrere Wochen und stellst sie bei Bedarf nach, bevor sie unbeaufsichtigt läuft. Vor einer Abwesenheit lässt du sie rechtzeitig probeweise laufen, damit Fehlprogrammierungen und lose Verbindungen auffallen.

Kleine Systeme für einzelne Beete kannst du selbst installieren, für eine komplette Gartenbewässerung empfiehlt sich ein Fachbetrieb. Ein Bodenfeuchtefühler kann die Tropfbewässerung sperren, solange die Erde noch feucht ist. Er misst im Wurzelraum an einer Stelle, die für das Beet repräsentativ ist, und wird auf den Wasserbedarf der Kultur eingestellt. Vor dem Winter entleerst du alle wasserführenden Teile und lagerst sie frostgeschützt.

Kurz erklärt

Ein Tonkegel ist ein Fühler aus Ton, der in der Erde steckt und über einen Schlauch an der Wasserleitung oder einem Vorratsgefäß hängt. Trocknet der Boden, entsteht ein Sog, der das Schlauchventil öffnet, bis die Erde ausreichend befeuchtet ist. So eine Anlage bewässert ohne Strom und Batterie, und mit einem Fühler je Pflanzgefäß stellst du jedes Gefäß nach seinem Wasserbedarf ein.

Beim Gießen von Hand passt du die Menge Beet für Beet an und siehst dabei jede Pflanze aus der Nähe. Steuerung, Einbau und Wartung behandelt der Abschnitt Automatische und smarte Bewässerung im Technik-Ratgeber. Zur Wartung gehören unter anderem das Reinigen der Filter und das Prüfen der Sensoren.

Wasserbedarf nach Gemüseart

Gemüse So gießt du
Tomaten während der fortlaufenden Fruchtbildung gut versorgen; folgt auf heiße Tage Regenwetter, zusätzliche Gaben reduzieren, weil das Aufplatzen gefördert werden kann
Gurken gleichmäßig gießen, denn Wassermangel kann Knospenabwurf und Blattnekrosen verursachen
Zucchini während der Fruchtbildung gut versorgen, denn zu wenig Wasser verringert den Ertrag
Paprika im Kleingewächshaus häufigere, mengenmäßig kleinere Wassergaben, weil die Wurzelmasse gering ist
Auberginen regelmäßig gießen, weil die großen Blätter viel Wasser verdunsten
Buschbohnen in Blüte und Fruchtansatz nicht trockenstehen lassen, Staunässe aber vermeiden
Salate, Knollenfenchel bis zur Ernte gut versorgen
Möhren, Rote Bete in der Abreife kann der Bedarf sinken
Zwiebeln im Wachstum gießen, in der Abreife trockener halten
Salbei, Thymian als mehrjährige mediterrane Kräuter überstehen sie sommerliche Trockenperioden häufig ohne Zusatzwasser

Welkt eine Pflanze, kann das an Wassermangel liegen, aber auch an Wurzelschäden durch anhaltende Überwässerung. Prüf deshalb erst die Bodenfeuchte, bevor du nachgießt.

Häufiger Fehler

Tomaten aus Prinzip knapp halten. Während der fortlaufenden Fruchtbildung brauchen sie eine gute Wasserversorgung, und zu wenig Wasser verringert den Ertrag. Blütenendfäule kann unter anderem durch dauerhaft trockenen Boden entstehen.

Werkzeuge für die Ernte

Gartenschere und Erntemesser

Zur Ernte nehme ich Gartenschere, Messer und einen flachen Korb mit ins Beet. Mit der Schere erntest du Zucchini, Gurken und Kräuter, und beim Ausgeizen von Tomaten oder beim Entfernen welker Blätter ist sie ebenfalls dabei. Für grüne, weiche Pflanzenteile passt eine Bypass-Schere, bei der zwei Klingen aneinander vorbeigleiten. Bei der Amboss-Schere trifft die Klinge auf eine feste Auflage, sie ist für trockene, harte Stängel gedacht. Als Orientierung für die Werkzeugwahl eignet sich eine Gartenschere für Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser. Wähle eine Schere, die gut in deiner Hand liegt und sich leicht öffnen lässt.

Ein scharfes Messer brauchst du für Salatköpfe, die du bodennah abschneidest. Grünspargel erntest du, indem du 20–30 cm lange Stangen unmittelbar über dem Boden abschneidest.

Grabegabel für Wurzelgemüse

Für die Ernte von Wurzelgemüse eignet sich die Grabegabel. In steinigem oder klebrigem Boden lässt sie sich leichter einstechen als ein Spaten. Ich steche die Gabel neben der Reihe ein, hebe die Erde an und ziehe das Gemüse dann von Hand heraus.

Erntekörbe und Taschen

Für die Ernte eignen sich leichte, aber stabile Körbe oder Taschen; mit einem Modell zum Umhängen hast du beide Hände frei. Bei der Auswahl achtest du auf diese Punkte:

  • Größe passend zu deiner geplanten Ernte
  • gute Belüftung, damit sich kein Schwitzwasser bildet
  • Material, das sich leicht reinigen lässt
  • bequeme Tragegriffe oder Gurte

Empfindliche Früchte wie Tomaten legst du in flache Körbe oder Schalen, damit sie nicht übereinander liegen. Volle Kisten fahre ich mit einer rollenden Transporthilfe zum Haus, statt sie zu tragen. Achte dabei auf passende Räder, Leichtgängigkeit, Bremsbarkeit und Kippstabilität.

Spezialwerkzeuge gegen Unkraut

Zwischen Gemüsereihen und in Plattenfugen arbeitest du mit schmalen Werkzeugen, die das Unkraut gezielt erfassen. Wurzelunkräuter ziehst du vollständig heraus oder gräbst sie aus, etwa mit einer Gierschgabel, weil zurückbleibende Wurzelstücke erneut austreiben können. Das erledigst du vor dem Hacken, damit die Hacke die Wurzeln nicht zerteilt und so vermehrt. Für tiefwurzelnde Unkräuter wie Löwenzahn nimmst du einen Unkrautstecher. Samenunkräuter entfernst du mechanisch, bevor sie Samen bilden.

Kurz erklärt

Ein Greif-Unkrautstecher hat mehrere Stechdorne. Beim Aushebeln ziehen sie sich zusammen und umfassen den Wurzelstock.

Zum Hacken sollte die Bodenoberfläche nach Regen wieder leicht abgetrocknet sein. Eine Pendelhacke unterschneidet das Unkraut dann parallel zum Boden, vorwärts wie rückwärts geführt.

Für Plattenwege und Steinkanten am Beet nimmst du einen Fugenkratzer, der Unkraut und Moos aus Pflasterfugen und an Mauerkanten holt. Ich kratze Fugen nach einem Regentag aus, weil die Fugenerde dann aufgeweicht ist. In geeigneter Ausführung arbeitest du damit auch im Stehen. Ausgerissene Fugenunkräuter sammelst du auf, weil sie noch Samen verbreiten können. Salz darf auf Wegen, Terrassen und anderen Nichtkulturlandflächen nicht gegen Unkraut eingesetzt werden.

Wie du das Gemüsebeet mit Beetplanung und Gründüngung unkrautfrei hältst, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Kompost: Mistgabel, Grubber und Häcksler

Eigenkompostierung ist sinnvoll, wenn du den Kompost im eigenen Garten verwenden kannst. Zum Umsetzen schwerer, langfaseriger Materialien wie Kompost nimmst du eine Mistgabel. Feuchte Abfälle wie Rasenschnitt und trockene wie kleine oder gehäckselte Äste schichtest du abwechselnd auf. Bei anhaltender Trockenheit kann es nötig werden, den Kompost zu wässern, damit die Umsetzung weiterläuft.

Achtung

Kranke oder von Schädlingen befallene Pflanzenteile gibst du über die kommunale Entsorgung ab, weil die Eigenkompostierung eine vollständige Hygienisierung meist nicht gewährleistet. Kunststofftüten und Blumentöpfe trennst du als Fremdstoffe vom Bioabfall.

Biologisch abbaubare Mulchfolie kommt nur auf den eigenen Kompost, wenn sie ausdrücklich als heim- oder gartenkompostierbar gekennzeichnet ist. Ein Nachweis industrieller Kompostierbarkeit belegt keinen ausreichenden Abbau im Gartenkompost.

Als allgemeine Empfehlung für Gartenbeete gelten jährlich 3 l Kompost je m², wobei du bekannte Nährstoffgehalte deines Bodens berücksichtigst. Den aufgestreuten Kompost arbeitest du nur oberflächlich ein, dafür eignen sich Handgrubber und Kultivator.

Holzschnitt und andere grobe Gartenabfälle zerkleinerst du vor dem Kompostieren mit einem Häcksler. Das Häckselgut kannst du als Kompost- oder Mulchmaterial verwenden. Brauchst du den Häcksler selten, ist Leihen oder gemeinsames Nutzen eine Alternative zum eigenen Gerät. Vor dem Reinigen ziehst du den Netzstecker, beim Akkugerät nimmst du den Akku heraus. Motorisierte Häcksler dürfen in deutschen Wohngebieten im Freien werktags grundsätzlich ab 20 Uhr nicht mehr laufen. Das gilt bis 7 Uhr am Morgen, an Sonn- und Feiertagen sogar ganztägig. Frag bei deiner Gemeinde nach Ausnahmen und örtlichen Zusatzregeln.

Rund ums Werkzeug: Pflege, Ergonomie, Sicherheit und Budget

Pflege und Erntehygiene

Nach der Ernte bürste ich die Körbe aus, lasse sie an der Luft trocknen und hänge sie an einem trockenen, luftigen Ort auf. Die Klinge der Gartenschere reinigst du nach jedem Arbeitstag, trockene Erde bürstest du von Handwerkzeugen ab und reibst sie nach dem Abwaschen trocken. Ölen, Schärfen und Winterlager behandelt der Abschnitt Werkzeug pflegen, reparieren und lagern im Technik-Ratgeber.

Ergonomie

Bei bodennaher Arbeit wie Pflanzen und Jäten können regelmäßige Positionswechsel und ein geeignetes Kniepolster die Knie entlasten. Für Harken und Hacken gelten etwa 150 cm Stiellänge als Ausgangspunkt, damit du aufrecht arbeiten kannst, angepasst an deine Körpergröße. Stiele, Griffe und Material behandelt der Abschnitt Qualität, Material und Ergonomie im Technik-Ratgeber.

Sicherheit

Bei der Gartenarbeit trägst du geschlossene Schuhe mit rutschfester Sohle, und Scheren transportierst du geschlossen, gesichert und im Köcher. Kinder halten Abstand, solange geschnitten oder gehackt wird, und bei schweren Verletzungen durch Gartenwerkzeuge wählst du sofort den Notruf 112. Handhabung und Ruhezeiten behandelt der Abschnitt Sicher arbeiten im Technik-Ratgeber.

Nachhaltigkeit

Zur Nachhaltigkeit gehört die Reparierbarkeit: Bei hochwertigen Gartenscheren lassen sich einzelne Bauteile nachkaufen und austauschen. Vor dem Kauf fragst du nach Reparaturmöglichkeiten, Ersatzteilversorgung und Garantiebedingungen. Reparierbarkeit und Wasserquellen behandelt der Technik-Ratgeber in den Abschnitten Qualität, Material und Ergonomie sowie Wasser sparen.

Budget und Leihen

Geräte, die du selten brauchst, musst du nicht besitzen: Ob Mieten oder Kaufen passt, hängt vor allem von Nutzungshäufigkeit und Nutzungsdauer ab. Leihgeräte findest du zum Beispiel über Kleingartenvereine, Nachbarschaftsorganisationen oder Stadtbibliotheken. Wie du deine Ausstattung mit Budget, Leihoptionen und geordneter Aufbewahrung zusammenstellst, zeigt ein eigener Ratgeber, worin sich Werkzeuge für Hobbygärtner und Profis unterscheiden, ein Vergleich.

Häufige Fragen

Welche Gartengeräte benötigt man für die Grundausstattung eines Gemüsegartens?
Für den Anfang reicht eine kleine Auswahl guter Werkzeuge, die du mit deinem tatsächlichen Bedarf erweiterst. Dazu gehören Spaten, Rechen, Pflanzschaufel, Gartenschere und eine Gießkanne mit feiner Brause. Im Gemüsegarten kommen ein Unkrautstecher für Wurzelunkräuter und eine Mistgabel zum Umsetzen des Komposts hinzu.
Was sind die Vor- und Nachteile von automatischen gegenüber manuellen Bewässerungssystemen?
Eine automatische Bewässerung kann deine Pflanzen während Urlaub und Abwesenheit versorgen, braucht aber einen Testlauf und mehrere Wochen Beobachtung, bevor sie unbeaufsichtigt läuft. Dabei kann sie mehr Wasser verbrauchen als sparsames Gießen von Hand, weil die Pflanzen durchdringender versorgt werden. Tropfsysteme brauchen außerdem einen Filter, den du regelmäßig reinigst. Beim Gießen von Hand passt du die Menge Beet für Beet an und siehst dabei jede Pflanze aus der Nähe.
Welche verschiedenen Arten von Gartenscheren gibt es und wofür werden sie verwendet?
Bei der Bypass-Schere gleiten zwei Klingen aneinander vorbei, sie passt für grüne, weiche Pflanzenteile und damit zur Gemüseernte. Bei der Amboss-Schere trifft die Klinge auf eine feste Auflage, sie ist für trockene, harte Stängel gedacht. Eine Gartenschere eignet sich als Orientierung für Zweige bis etwa 2 cm Durchmesser, dickere Äste schneidest du mit der Astschere. Wähle eine Schere, die gut in deiner Hand liegt und sich leicht öffnen lässt.
Wie kann man Gartenwerkzeuge richtig pflegen und lagern?
Trockene Erde bürstest du ab, festen Schmutz entfernst du mit Wasser und Bürste und reibst das Werkzeug danach trocken. Rostanfällige Klingen schützt du mit einem Öl- oder Fettfilm, spröde Holzstiele schleifst du glatt und behandelst sie mit Holzpflegemittel. Mit Leinöl getränkte Lappen können sich selbst entzünden, deshalb bewahrst du sie in einem nichtbrennbaren, luftdicht verschließbaren Behälter auf. Lagere Werkzeuge so, dass sie nicht herunterfallen und ihre Schneiden und Spitzen gegen Berühren gesichert sind.
Stimmt es, dass teure Gartenwerkzeuge immer besser sind als günstige?
Nicht automatisch, denn prüfbare Merkmale sagen mehr als das Preisschild. Werkzeugkopf und Stieltülle sollten einteilig gefertigt oder so verbunden sein, dass die Verbindung auch bei großer Beanspruchung nicht bricht, und unter Belastung darf nichts wackeln. Frag vor dem Kauf nach Reparaturmöglichkeiten, Ersatzteilversorgung und Garantiebedingungen. Eine Garantie ist eine freiwillige Leistung des Anbieters und ersetzt deine gesetzlichen Mängelrechte gegenüber dem Verkäufer nicht.
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