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Unkraut ohne Chemie bekämpfen: Jäten, Mulchen und was für Zitronensäure gilt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.de Redaktion

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Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Wurzelunkräuter wie Giersch und Löwenzahn möglichst vollständig ausgraben, denn zurückbleibende Wurzelstücke können wieder austreiben.
  • Unkraut bei feuchtem Boden ziehen, zum Hacken warten, bis die Oberfläche nach Regen leicht abgetrocknet ist.
  • Organischer Mulch liegt im Gemüsebeet normalerweise etwa 2–3 cm dick, Saatrillen und Jungpflanzen bleiben frei.
  • Salz und selbst gemischte Haushaltsmittel wie eine Zitronensäure-Lösung sind auf Wegen und Pflaster kein zulässiges Unkrautmittel.
  • Samentragende Unkräuter und Wurzelunkräuter gehören nicht ins Mulchmaterial.

Du willst Unkraut loswerden, ohne zu spritzen, und stößt dabei schnell auf Zitronensäure, Essig oder Salz. Gerade auf Wegen und Pflaster ist das heikel, denn Salz und selbst gemischte Haushaltsmittel sind auf befestigten Flächen kein zulässiges Unkrautmittel. Ich arbeite im ganzen Garten mit Grabgabel, Hacke, Mulch und Besen und lasse die Sprühflasche im Schrank. Welche Methode in welchen Gartenteil passt und wie du sie richtig anwendest, findest du hier nach Orten sortiert.

Welche Methode passt in welchen Gartenteil?

Ohne Chemie bleiben dir vier Wege: Du ziehst oder hackst Unkraut heraus, deckst den Boden ab, setzt auf befestigten Flächen Hitze ein und beugst vor. Vor jedem Pflanzenschutzmittel haben geeignete nichtchemische Maßnahmen ohnehin Vorrang. Welche Methode passt, hängt vor allem vom Ort ab.

Gartenteil Methode Darauf achtest du
Gemüsebeet Hacken, Mulch gewöhnlich ab etwa 10 cm Pflanzenhöhe, falsches Saatbett Wurzelunkräuter vor dem Hacken samt Wurzeln herausnehmen
Staudenbeet Gezielt ziehen oder ausstechen Nicht flächig hacken, das stört Stauden und Flächenschluss
Rasen Löwenzahn einzeln ausstechen Wurzel möglichst vollständig erwischen
Baumscheibe junger Obstbäume Grasbewuchs entfernen Gilt besonders in den ersten Standjahren
Pflaster und Platten Fugenkratzer, Fugenbürste, Besen Salz und Haushaltsmittel sind tabu, Pflanzenschutzmittel grundsätzlich auch
Kies- und Sandwege Pendelhacke Klinge vor und zurück parallel zum Boden führen

Zitronensäure, Essig, Salz: Was dürfen Hausmittel gegen Unkraut?

Zitronensäure wird oft als Alternative zu Essig empfohlen. Ihr wird nachgesagt, als Säure die Blätter ähnlich anzugreifen. Auf Wegen, Terrassen und Pflaster entscheidet aber zuerst das Recht. Salz und selbst gemischte Haushaltsmittel sind auf befestigten Flächen keine zulässigen Unkrautmittel, und eine angerührte Zitronensäure-Lösung gehört genau in diese Gruppe.

Für den Grundstoff Essig besteht nur eine eng begrenzte genehmigte Anwendung unter verbindlichen Bedingungen. Eine allgemeine Erlaubnis für Essig auf dem Pflaster ist das nicht. Salz darfst du auf Wegen, Terrassen und anderen Nichtkulturlandflächen gar nicht gegen Unkraut einsetzen. Pflanzenschutzmittel sind auf befestigten Freilandflächen grundsätzlich verboten, solange keine behördliche Ausnahme vorliegt.

Im Beet haben nichtchemische Maßnahmen Vorrang, und auf dem Pflaster gibt es mechanische Wege ganz ohne Rechtsfrage.

Mythos-Check

„Was aus der Küche kommt, darf auch aufs Pflaster.“ Das stimmt nicht. Salz und selbst gemischte Haushaltsmittel sind auf befestigten Flächen kein zulässiges Unkrautmittel, auch wenn sie im Haushalt harmlos wirken.

Was bringen kochendes Wasser und Abflammen?

Kochendes Wasser arbeitet wie das Abflammen mit Hitze. Hitze kann das oberirdische Pflanzengewebe zerstören, ohne sämtliche Samen abzutöten, und verkohlen musst du dabei nichts. Wurzelunkräuter können nach einer Hitzebehandlung wieder austreiben. Auf befestigten Flächen brauchst du deshalb wiederholte Durchgänge, deren Häufigkeit von Standort, Niederschlag und bisheriger Pflege abhängt. Weil Hitze auf das Gewebe über der Erde zielt und Wurzelunkräuter danach neu austreiben können, ist bei Giersch und Löwenzahn im Beet das Ausgraben der direktere Weg.

Achtung

Bei offener Flamme und teilweise auch bei Infrarotgeräten besteht erhöhte Brandgefahr. Bei Trockenheit verzichtest du ganz aufs Abflammen.

Und wenn doch ein Mittel ins Spiel kommt?

Chemie kommt erst ganz zum Schluss infrage und auf befestigten Flächen grundsätzlich gar nicht. Im Beet dürftest du nur Mittel einsetzen, deren Kennzeichnung die Anwendung durch nichtberufliche Anwender ausdrücklich zulässt, und nur in den dort zugelassenen Kulturen. Dann gelten die Gebrauchsanweisung, die darin empfohlene Schutzausrüstung und die Wartezeit bis zur Ernte. Solche Mittel lagerst du in der Originalverpackung im abschließbaren Schrank, außerhalb der Reichweite von Kindern und Tieren. Reste gibst du zur Schadstoffsammlung, nie in Ausguss, Gully, Garten oder Hausmüll.

Richtig jäten: Wann ziehst du, wann hackst du?

Samenunkraut oder Wurzelunkraut?

Schau vor dem Jäten, welchen Unkrauttyp du vor dir hast. Samenunkräuter entfernst du vor der Samenreife, damit sie sich nicht aussäen. Wurzelunkräuter wie Giersch und Löwenzahn ziehst du möglichst vollständig heraus oder gräbst sie aus, weil zurückbleibende Wurzelstücke erneut austreiben können. Giersch breitet sich über unterirdische Rhizome aus, und schon aus kleinen Stücken können neue Bestände wachsen. Ich setze dafür die Gierschgabel ein und lese die Rhizomstücke einzeln aus der gelockerten Erde.

Häufiger Fehler

Ein Beet mit Giersch zuerst durchhacken. Die Hacke zerteilt die Wurzeln, und aus den Stücken können neue Pflanzen entstehen. Hol ausdauernde Wurzelunkräuter deshalb vor dem Hacken samt Wurzeln heraus.

Feucht ziehen, abgetrocknet hacken

Unkraut lässt sich bei feuchtem Boden leichter jäten und ausstechen. Zum Hacken sollte die Bodenoberfläche nach Regen dagegen wieder leicht abgetrocknet sein. Nach einem Regen ziehst du also zuerst die Wurzelunkräuter aus dem feuchten Boden und greifst zur Hacke, sobald die Oberfläche angetrocknet ist. Zu nassen Boden betrittst und bearbeitest du nicht, weil dabei neue Verdichtungen entstehen können.

Tipp

Mach vor der Bodenbearbeitung die Krümelprobe. Nimm einen erbsengroßen Krümel aus etwa 10 cm Tiefe und drück ihn zwischen den Fingern. Zerfällt er, kannst du loslegen, schmiert er, ist der Boden zu nass.

Warum im Staudenbeet ziehen statt hacken?

In Staudenpflanzungen ziehst du Unkraut gezielt oder stichst es aus. Flächiges Hacken stört die Entwicklung der Stauden und den Flächenschluss, also das Zusammenwachsen zu einer geschlossenen Pflanzendecke. Häufige kurze Jätedurchgänge sind dort in der Regel wirksamer als wenige große Pflegetermine. Ich gehe deshalb lieber oft für eine kurze Runde durchs Staudenbeet als selten für einen ganzen Nachmittag.

Welches Werkzeug brauchst du zum Jäten?

Einzelne Wurzelunkräuter im Rasen holst du mit dem Unkrautstecher heraus, mit geeigneten Modellen sogar im Stehen. Wie du einen Unkrautstecher richtig ansetzt, zeigt ein eigener Ratgeber. Junge Samenunkräuter erwischt die Pendelhacke flach, weil ihre bewegliche Klinge vorwärts wie rückwärts parallel zum Boden unterschneidet. Für Hacken werden etwa 150 cm Stiellänge als Ausgangspunkt empfohlen, damit du aufrecht arbeiten kannst. Welches Spezialwerkzeug zu welcher Unkrautart und welchem Einsatzort passt, findest du im Ratgeber zur Sonderausstattung.

Mini-Checkliste

Geschlossene Schuhe mit rutschfester Sohle an, Kniepolster dabei, Grabgabel für Wurzelunkraut und Eimer für Samenkraut bereit. Werkzeug legst du so ab, dass es nicht herunterfällt und Schneiden und Spitzen gesichert sind. Zwischendurch wechselst du zwischen Knien und Stehen.

Wohin mit dem ausgerissenen Unkraut?

Samentragende Unkräuter, Wurzelunkräuter und kranke Pflanzen gehören nicht ins Mulchmaterial. Kranke Pflanzenteile gibst du über die kommunale Entsorgung ab, weil die Eigenkompostierung sie meist nicht vollständig hygienisiert. Was sich für den eigenen Kompost nicht eignet oder übrig bleibt, darf nach den örtlichen Annahmeregeln in die Biotonne.

Marias Erfahrung

Beim Jäten stehen bei mir zwei Eimer. In den einen kommen Wurzelstücke und Kraut mit Samenständen, in den anderen der Rest. Den ersten leere ich nach den Regeln meiner Gemeinde in die Biotonne und nie in den Mulch.

Mulchen gegen Unkraut: Welches Material, wie dick, ab wann?

Mulch deckt den Boden ab und kann aufkommendes Unkraut bremsen. Organische Substanz wie Kompost erhöht zudem den Humusgehalt und verbessert, wie der Boden Wasser aufnimmt und speichert. Ich jäte das Beet gründlich, bevor ich Mulch auflege, und nehme dabei vor allem die Wurzelunkräuter heraus.

Im Gemüsebeet beginnst du mit dem Mulchen gewöhnlich erst bei etwa 10 cm Pflanzenhöhe. Saatrillen und Jungpflanzen bleiben frei, und Neuaussaaten mulchst du zunächst nicht. Bis dahin hacke ich zwischen den Reihen flach mit der Pendelhacke.

Material Wo es passt Schicht und Handgriff
Organischer Mulch Gemüsebeet, gewöhnlich ab etwa 10 cm Pflanzenhöhe normalerweise etwa 2–3 cm dick
Rasenschnitt geeignete bestehende Kulturen angetrocknet, nur dünn bodendeckend, dafür häufiger nachlegen
Stroh höherwachsende Gemüsekulturen 5–10 cm können für die Vegetationsperiode ausreichen
Gesundes Herbstlaub geeignete Beete, Gemüsebeete, unter Hecken in dünnen Lagen
Gehäckselter Baum- und Strauchschnitt als Mulch- oder Kompostmaterial nur gesundes Schnittgut verwenden

Die dickere Strohschicht gilt nur für höherwachsende Gemüsekulturen, nicht für jedes Beet.

Häufiger Fehler

Rasenschnitt als dicke Matte aufs Beet legen. Eine dicke Schicht verklebt zu einer dichten Masse. Lass ihn antrocknen und leg ihn nur dünn, dafür häufiger auf.

Wer Baum- und Strauchschnitt selbst häckselt, hat sein Mulchmaterial im eigenen Garten. Brauchst du den Häcksler nur selten, ist Leihen oder gemeinsames Nutzen eine gute Alternative zum eigenen Gerät.

Achtung

Motorisierte Gartenhäcksler dürfen in deutschen Wohngebieten im Freien werktags grundsätzlich zwischen 20 und 7 Uhr nicht laufen, an Sonn- und Feiertagen ganztägig nicht. Örtliche Zusatzregeln kommen hinzu, frag deshalb bei deiner Gemeinde nach. Vor dem Reinigen ziehst du den Netzstecker oder nimmst den Akku heraus.

Mulchfolie und Mulchvlies: Wann passen sie?

Schwarze Mulchfolie kann Unkraut unterdrücken, beschleunigt die Bodenerwärmung und mindert die Verdunstung aus dem Boden. Eingesetzt wird sie etwa bei Kürbissen, Einlegegurken und Salaten. Vor dem Verlegen bereitest du das Beet vor, düngst bedarfsgerecht und wässerst. Unter wasserundurchlässiger Folie ist eine Tröpfchenbewässerung zweckmäßig, die unter der Folie verlegt ist. Zum Pflanzen setzt du 3–5 cm große Kreuzschnitte.

Bändchengewebe und Mulchvliese eignen sich für mehrjährige Nutzung, dünne PE-Mulchfolien sind weniger lange nutzbar. Zerfallen größere Kunststoffteile, kann sekundäres Mikroplastik entstehen. Weil dünne PE-Folie schneller verbraucht ist, nimmst du sie rechtzeitig und vollständig wieder vom Beet.

Biologisch abbaubare Mulchfolie darf nur in deinen Gartenkompost, wenn sie ausdrücklich als heim- oder gartenkompostierbar gekennzeichnet ist. Ein Nachweis industrieller Kompostierbarkeit reicht dafür nicht.

Wie hältst du Fugen und Wege unkrautarm?

Auf befestigten Wegen beginnst du mit dem mechanischen Jäten im zeitigen Frühjahr, den Altbewuchs holst du schon im Herbst heraus. Fugenkratzen fällt nach Regen leichter, weil die Fugenerde dann aufweicht. Fugenkratzer und Fugenbürsten gibt es in Ausführungen, mit denen du im Stehen arbeitest. Rotierende Wildkrautbürsten aus Stahlzöpfen eignen sich nicht für kratzempfindliche Untergründe. Ausgerissenes Fugenkraut nimmst du auf, weil es noch Samen verbreiten kann.

Ich kratze meine Fugen nach einem Regen aus und fege das Kraut direkt auf die Schaufel. Regelmäßiges Fegen mit einem harten Straßenbesen hilft, kleine befestigte Flächen unkrautfrei zu halten, und fehlenden Fugensand füllst du nach. Ein Hochdruckreiniger spült loses Fugenmaterial aus, das du anschließend wieder auffüllst. Auf größeren Wegen, Einfahrten und Hofflächen sollen die Fugen wasserdurchlässig bleiben, damit Regen versickern kann.

Auf Kies- und Sandwegen eignet sich die Pendelhacke besonders. Für heißes Wasser und Abflammen gilt, was oben steht: Wurzelunkräuter können wieder austreiben, und bei Trockenheit bleibt die Flamme aus. Für einen direkten Vergleich des ökologischen Fußabdrucks der technischen Verfahren fehlen ausreichende Daten. Welche Methoden es außer dem Fugenkratzer gibt, beschreibt der Ratgeber zu Alternativen beim Fugenjäten.

Wie beugst du Unkraut vor?

Kurz erklärt

Beim falschen Saatbett bereitest du das Beet vor wie für eine Aussaat, säst aber noch nicht. Was dann aufläuft, entfernst du, bevor deine Kultur in den Boden kommt.

Die Fläche bereitest du dafür zwei bis vier Wochen vor Aussaat oder Pflanzung vor. Das aufgelaufene Unkraut entfernst du nur oberflächlich, bei trockener Bodenoberfläche mit der Pendelhacke. Ich hacke dabei bewusst flach.

Ein möglichst geschlossen belegtes Beet lässt wenig offenen Boden. Die kulturabhängigen Mindestabstände der Gemüsepflanzen hältst du trotzdem ein. Standortgerechte Pflanzen verursachen außerdem weniger Pflegeaufwand.

Freie Beete lasse ich nicht lange offen liegen. Für freie Beete im September eignen sich Roggen oder Roggen-Leguminosen-Mischungen. Senf und Raps sind bei häufigem Kohlanbau ungünstiger, weil sie mit dem Kohl zur selben Pflanzenfamilie gehören. Wie du speziell das Gemüsebeet mit Gründüngung und Beetplanung unkrautarm hältst, vertieft ein eigener Ratgeber.

Fruchtfolge und Mischkultur gehören zur Beetplanung; gegen Unkraut können sie unterstützen, das Jäten ersetzen sie nicht. Die Grundlagen stehen im Abschnitt zu Gefäßen, Anzucht und Beetplanung unseres Technik-Ratgebers. Anbaupausen rechnest du im Planer für Beete und Fruchtfolge aus, und welche Nachbarn im Beet zusammenpassen, zeigt der Mischkultur-Planer.

Jetzt dran

Im Herbst holst du den Altbewuchs aus Fugen und Wegen. Im zeitigen Frühjahr beginnst du dort mit dem mechanischen Jäten, und vor der ersten Aussaat legst du im Beet ein falsches Saatbett an.

Häufige Fragen

Was versteht man unter Unkrautbekämpfung ohne Chemie?
Gemeint sind Methoden ohne Pflanzenschutzmittel: Jäten, Hacken und Ausstechen, Abdecken mit Mulch oder Mulchfolie, Hitze auf befestigten Flächen und Vorbeugung wie das falsche Saatbett oder regelmäßiges Kehren. Vor jedem Pflanzenschutzmittel haben geeignete nichtchemische Maßnahmen ohnehin Vorrang. Auf Wegen und Pflaster dürfen Pflanzenschutzmittel grundsätzlich nicht angewendet werden, solange keine behördliche Ausnahme vorliegt.
Wie funktioniert die manuelle Unkrautbekämpfung durch Handjäten?
Du ziehst oder stichst Unkraut vorzugsweise bei feuchtem Boden, weil es sich dann leichter jäten lässt. Wurzelunkräuter wie Giersch oder Löwenzahn holst du möglichst vollständig heraus, denn zurückbleibende Wurzelstücke können wieder austreiben. Samenunkräuter entfernst du vor der Samenreife. Zum Hacken wartest du, bis die Bodenoberfläche nach Regen wieder leicht abgetrocknet ist.
Welche besonderen Vorteile bietet Mulchen als präventive Maßnahme?
Schwarze Mulchmaterialien können Unkraut unterdrücken, fördern die Bodenerwärmung und mindern die Verdunstung aus dem Boden. Organische Substanz wie Kompost erhöht den Humusgehalt und verbessert die Wasseraufnahme und Wasserspeicherung des Bodens. Im Gemüsebeet wird organischer Mulch normalerweise etwa 2–3 cm dick aufgetragen.
Welche Fehler passieren beim Mulchen und wie vermeidest du sie?
Mulche im Gemüsebeet nicht zu früh: Gewöhnlich beginnst du erst bei etwa 10 cm Pflanzenhöhe und lässt Saatrillen und Jungpflanzen frei. Rasenschnitt legst du angetrocknet und nur dünn auf, dafür häufiger, damit er nicht zu einer dichten Masse verklebt. Samentragende Unkräuter, Wurzelunkräuter und kranke Pflanzen gehören nicht ins Mulchmaterial.
Darf man Hausmittel wie Zitronensäure, Essig oder Salz gegen Unkraut einsetzen?
Auf Wegen, Terrassen und Pflaster sind Salz und selbst gemischte Haushaltsmittel, also auch eine angerührte Zitronensäure-Lösung, kein zulässiges Unkrautmittel. Für den Grundstoff Essig besteht nur eine eng begrenzte genehmigte Anwendung unter verbindlichen Bedingungen. Im Beet haben nichtchemische Maßnahmen Vorrang, auf Pflaster arbeitest du mit Fugenkratzer, Fugenbürste und Besen.
Wie unterscheidet sich thermische Unkrautbekämpfung von anderen natürlichen Methoden?
Hitze kann das oberirdische Pflanzengewebe zerstören, tötet aber nicht sämtliche Samen ab, und vollständiges Verkohlen ist dafür nicht nötig. Wurzelunkräuter können danach wieder austreiben, deshalb brauchst du auf befestigten Flächen wiederholte Behandlungen, deren Häufigkeit von Standort, Niederschlag und bisheriger Pflege abhängt. Beim Ausgraben entfernst du dagegen die Wurzel mit. Bei offener Flamme und teilweise auch bei Infrarot besteht erhöhte Brandgefahr, bei Trockenheit verzichtest du aufs Abflammen.
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