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So gießt du Fruchtgemüse richtig: von Tomate und Gurke bis Chili

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Tomaten, Gurken und Zucchini brauchen während der laufenden Fruchtbildung bis zur Ernte durchgehend eine gute Wasserversorgung.
  • Ob Tomate oder Gurke mehr Wasser braucht, lässt sich nicht in Litern je Pflanze sagen; beide brauchen es bis zur Ernte verlässlich.
  • Für einen durchdringenden Gießgang im Gemüsebeet gelten etwa 10–25 l/m² als Orientierung, die du in Teilgaben einsickern lässt.
  • Gurken brauchen gleichmäßig Wasser, weil Mangel zu Knospenabwurf und Blattnekrosen führen kann.
  • Folgt auf heiße Tage Regenwetter, nimmst du bei Tomaten die Zusatzgaben zurück, weil der Wechsel das Aufplatzen fördern kann.
  • Paprika im Kleingewächshaus bekommt wegen ihrer geringen Wurzelmasse häufigere, dafür mengenmäßig kleinere Wassergaben.
  • Hängt eine Pflanze schlaff, prüfst du zuerst die Erde, denn Welke kann auch von Wurzelschäden durch Dauernässe kommen.
Eine junge Gurke hängt an der Pflanze, umgeben von grünen Blättern und gelben Blüten.
Foto: Agung Sutrisno · Pexels License · Quelle ↗

Im Hochsommer gehe ich morgens mit Kanne und Gießstab durch meine Reihen. Bei jeder Pflanze stelle ich mir dieselbe Frage: Braucht sie jetzt Wasser, oder ist die Erde noch feucht genug? Bei Fruchtgemüse haben beide Fehler Folgen. Zu wenig Wasser verringert bei Tomaten, Paprika, Gurken und Zucchini den Ertrag. Anhaltende Überwässerung dagegen kann die Wurzeln so schädigen, dass die Pflanze welkt.

Hier liest du, wie viel Wasser ins Beet gehört und wie du es an die Pflanze bringst. Danach geht es Art für Art um Tomate, Paprika, Aubergine, Gurke, Zucchini und Chili, von der Pflanzung bis zur Ernte.

Tomate oder Gurke: Wer braucht mehr Wasser?

In Litern je Pflanze lässt sich das nicht seriös gegeneinander aufrechnen. Der Wasserbedarf hängt von Art und Sorte ab, aber ebenso von Witterung, Substrat, Sonne und Wind am Standort. Gemeinsam ist beiden: Tomaten und Gurken bilden bis zur Ernte laufend neue Früchte und brauchen in dieser Zeit durchgehend eine gute Wasserversorgung. Fehlt Wasser, sinkt bei beiden der Ertrag.

Der Unterschied liegt darin, worauf du beim Gießen achtest. Gurken brauchen eine gleichmäßige Versorgung, weil Wassermangel bei ihnen Knospenabwurf und Blattnekrosen auslösen kann. Bei Tomaten achtest du zusätzlich auf den Wetterwechsel: Folgt auf heiße Tage Regenwetter, nimmst du die zusätzlichen Wassergaben zurück, weil dieser Wechsel das Aufplatzen der Früchte fördern kann.

Wie viel Wasser gehört ins Fruchtgemüse-Beet?

Verlässliche Mengen gibt es fürs Beet, und zwar je Quadratmeter Fläche. Sie sind Orientierungswerte und ersetzen nicht die Fingerprobe in der Erde.

Situation Orientierung Worauf du achtest
Durchdringender Gießgang im Gemüsebeet etwa 10–25 l/m² kontextabhängige Spanne, in Teilgaben einsickern lassen
Gemüsebeet bei sommerlicher Trockenheit etwa 20–25 l/m² alle 3 Tage in mehreren Gießgängen geben, damit nichts abschwemmt
Häufiger Fehler

Die Literangaben je Quadratmeter als Menge pro Pflanze lesen. Wie viel Wasser nötig ist, richtet sich nach Bodenart und durchwurzeltem Raum, nicht nach der Zahl der Pflanzen im Beet. Gieß deshalb die Fläche, auf der die Wurzeln sitzen, und rechne nicht pro Stück um.

Damit die Orientierung im Alltag etwas taugt, musst du wissen, was aus Schlauch oder Brause tatsächlich ankommt. Ich stoppe dafür, wie lange mein Schlauch eine 10-Liter-Gießkanne füllt, und leite daraus die Gießzeit für meine Beete ab. Die Beetflächen habe ich im Beetplaner eingezeichnet, so weiß ich, wie viele Quadratmeter ich gieße.

Jetzt dran

Stell eine 10-Liter-Gießkanne unter den Schlauch und dreh so weit auf wie beim Gießen. Miss die Zeit, bis die Kanne voll ist, und notier sie dir neben dem Wasserhahn. Mit dieser Füllzeit weißt du, wie lange du gießen musst, bis deine Menge im Beet angekommen ist.

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So bringst du das Wasser an die Pflanze

Ich gieße Fruchtgemüse am Fuß der Pflanze und nicht über das Laub. Gießstab und Brause eignen sich dafür, weil du damit einzelne Pflanzen gezielt erreichst. Den Strahl halte ich weich, denn ein harter Strahl kann die Bodenoberfläche verschlämmen oder abtragen.

Sobald Wasser oberflächlich wegschwemmt, gehe ich zur nächsten Pflanze weiter und komme später zurück. So sickert die Menge in Teilgaben ein, statt abzulaufen. Fang außerdem an, solange der Untergrund noch leicht feucht ist, weil vollständig ausgetrockneter Boden Wasser schlechter aufnimmt.

Am liebsten gieße ich morgens. Der Boden ist dann noch kühl, und es geht weniger Wasser durch Verdunstung verloren. Benetzte Blätter trocknen über den Tag ab, was Pilzerkrankungen weniger begünstigt. Gießt du abends, sollten die Pflanzen noch vor der Nacht abtrocknen können.

Hängt eine Pflanze schlaff, greife ich nicht sofort zur Kanne. Zuerst fühle ich mit dem Finger in die Erde, denn Welke kann von Wassermangel kommen, aber auch von Wurzelschäden durch anhaltende Überwässerung. Welche Schäden zu viel und zu wenig Wasser anrichten und wie richtige Bewässerung Pflanzenkrankheiten vorbeugt, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Von der Pflanzung bis zur Ernte: was sich in den Phasen ändert

Fruchtgemüse braucht nicht die ganze Saison gleich viel Wasser. Mit der Blattentwicklung steigt der Bedarf, und sobald die Pflanzen fortlaufend tragen, brauchen sie anhaltend eine gute Versorgung.

Phase Was die Pflanze braucht Handgriff
Pflanzung Guten Kontakt zwischen Wurzelballen und Boden Mit feinem Wasserstrahl angießen
Gefäß mit Wasserspeicher, frisch bepflanzt Wasser von oben, bis die Wurzeln eingewachsen sind Zuerst von oben gießen, das Reservoir erst danach nutzen
Blattentwicklung Steigenden Wasserbedarf Erde fühlen, bevor sie ganz austrocknet
Laufende Fruchtbildung bis zur Ernte Anhaltend gute Versorgung, bei Gurken gleichmäßig Gleichmäßig gießen, Untergrund nicht austrocknen lassen
Tomaten nach heißen Tagen und anschließendem Regen Weniger Zusatzwasser, weil der Wechsel das Aufplatzen fördern kann Zusatzgaben reduzieren, vorher die Erde prüfen

Wie du deinen Garten grundsätzlich gießt, also wie viel, wann und womit, steht in einem eigenen Ratgeber mit den Grundregeln.

Tomaten gießen

Tomaten brauchen eine gute Wasserversorgung, solange sie Früchte bilden, also bis zur Ernte. Wird es zu knapp, sinkt der Ertrag. Ich gieße sie mit dem Gießstab direkt am Pflanzenfuß, damit das Laub trocken bleibt.

Achtung

Folgt auf eine Reihe heißer Tage Regenwetter, kann das Aufplatzen der Tomaten gefördert werden. Gieß dann nicht nach Gewohnheit weiter, sondern reduziere die zusätzlichen Wassergaben und prüfe zuerst die Erde.

Für Topftomaten nehme ich ein Gefäß, das mindestens 10 l fasst. Als Orientierung für den Durchmesser gelten etwa 30 cm. Ein großer Kübel speichert mehr Wasser als ein kleiner Topf und erlaubt dadurch längere Abstände zwischen den Gießgängen.

Blütenendfäule: zwei mögliche Ursachen

Blütenendfäule an Tomaten kann entstehen, wenn der Boden dauerhaft trocken ist oder andere Nährsalze die Kalziumaufnahme behindern. Bei der ersten Ursache setzt du an, indem du die Erde nicht dauerhaft austrocknen lässt, das kann das Risiko senken. Ob ein Nährstoffproblem dahintersteckt, klärt eine Bodenuntersuchung, nach der sich die Düngung richten sollte.

Wer Tomatenerde ganz austrocknen lässt, hat damit zwei Nachteile. Der trockene Boden kann Blütenendfäule begünstigen, und der nächste Guss dringt schlechter ein, weil ausgetrockneter Boden Wasser schlechter aufnimmt.

Paprika gießen

Auch bei Paprika verringert zu wenig Wasser den Ertrag. Im Kleingewächshaus bekommen Gemüse- und Gewürzpaprika häufigere, dafür mengenmäßig kleinere Wassergaben, weil sie nur eine geringe Wurzelmasse haben.

Marias Erfahrung

Im Kleingewächshaus gieße ich die Paprika getrennt von den Tomaten und nehme dafür die kleine Kanne. So bekommt jede Paprika ihre kleinere Portion, und ich gieße nicht aus Gewohnheit die Tomatenmenge mit.

Im Kübel braucht Paprika Abflusslöcher, weil stehendes Wasser Wurzelfäulnis begünstigt. In Gefäßen mit Ablauflöchern kann zusätzlich eine etwa 3 cm dicke Blähtonschicht als Drainage dienen. Für die Gefäßgröße gilt dasselbe wie bei der Tomate.

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Auberginen gießen

Auberginen verdunsten über ihre großen Blätter viel Wasser, deshalb gießt du sie regelmäßig. Ich setze die Kanne am Pflanzenfuß an und lasse das Wasser in Teilgaben einsickern. Stehen Auberginen im dunklen Kübel, schattiere ich das Gefäß, damit sich der Wurzelbereich nicht stark aufheizt.

Regelmäßig gießen heißt trotzdem nicht, bei jedem hängenden Blatt nachzugießen. Welkende Pflanzen im Kübel können auch unter Dauernässe oder Hitze leiden, und ein zusätzlicher Guss verstärkt die Nässe dann nur. Prüf deshalb zuerst, ob das Substrat noch feucht ist.

Gurken gießen

Gurken brauchen eine gleichmäßige Wasserversorgung. Fehlt Wasser, kann das zu Knospenabwurf und zu Blattnekrosen führen, also zu abgestorbenen Stellen im Blatt. Weil Gurken bis zur Ernte laufend neue Früchte bilden und Wassermangel Knospen abwerfen lassen kann, kostet eine Trockenphase auch Früchte, die erst noch kommen sollten.

Meine Gurken gieße ich am Fuß, mit weichem Strahl und in Teilgaben. Den Untergrund lasse ich zwischen zwei Gießgängen nicht austrocknen. Düngst du Gurken, bringst du den Dünger möglichst auf feuchten Boden aus. Wie du Gießen und Nährstoffversorgung bei Frucht-, Blatt- und Wurzelgemüse zusammenbringst, erklärt ein eigener Ratgeber.

Zucchini gießen

Zucchini gehören zu den Fruchtgemüsen, die während der fortlaufenden Fruchtbildung bis zur Ernte gut mit Wasser versorgt sein müssen. Bekommen sie zu wenig, sinkt der Ertrag. Der Wasserbedarf schwankt mit Sorte, Witterung, Substrat, Sonne und Wind. Für das Beet nimmst du die Orientierung je Quadratmeter aus der Tabelle weiter oben.

Bei meinen Zucchini schiebe ich den Gießstab unter die Blätter und gieße direkt am Pflanzenfuß, damit das Laub trocken bleibt. Schwemmt das Wasser weg, versorge ich erst die Nachbarpflanze und komme dann zurück.

Chili gießen

Für Chili gibt es keine verlässlichen eigenen Mengenangaben, die über das hinausgehen, was für Fruchtgemüse allgemein gilt. Wie viel eine Pflanze braucht, hängt auch hier von Sorte, Substrat, Witterung, Sonne und Wind ab. Verschiedene Chilisorten setze ich deshalb in getrennte Töpfe, damit ich jede nach ihrem eigenen Bedarf gießen kann.

Meine Chilitöpfe gieße ich, solange die Erde in der Tiefe noch leicht feucht ist, und warte nicht, bis der Ballen ganz ausgetrocknet ist. Wie bei der Paprika brauchen die Töpfe Ablauflöcher gegen Staunässe. Willst du nicht jeden Topf von Hand gießen, erlauben Einzeltropfer mit fester oder einstellbarer Abgabe eine angepasste Versorgung einzelner Pflanzen.

Mythos-Check

Weniger Wasser macht Chilis schärfer, heißt es oft. Eine verlässliche Gießregel, mit der du die Schärfe gezielt steuerst, gibt es nicht. Ich lasse meine Chilis deshalb nicht absichtlich dursten und richte mich beim Gießen nach der Fingerprobe.

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Rund ums Gießen in Kürze

Womit du gießt

Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanze, eignet sich für Beete und Kübel und braucht einen Filter, weil die Tropfer verstopfen oder verkalken können. Regner versorgen vor allem Rasenflächen und benetzen dabei auch das Laub. Wie Schlauch, Tropfschlauch und Regner aufgebaut sind, zeigt der Abschnitt Bewässerungssysteme im Garten-Technik-Überblick.

Hochbeet, Kübel und Gewächshaus

Große Kübel und Hochbeete brauchen seltener Wasser als eine Sammlung kleiner Töpfe, deren Erde schneller austrocknet. Ein Hochbeet erwärmt sich allerdings schneller, und dadurch kann auch seine Erde schneller austrocknen. Wie du im Freiland, im Gefäß und im Gewächshaus grundsätzlich gießt, steht im Ratgeber zu den Grundregeln des Gießens.

Boden und Standort

Sandige oder flachgründige Böden musst du häufiger gießen, und Südlagen brauchen mehr Wasser als Nordhänge oder teilweise beschattete Gärten. Wie Bodenart, Wetter und Standort den Bedarf deiner Gemüsebeete verändern, vertieft der Ratgeber zur Gemüsebewässerung. Wie viel Wasser jede Bodenart speichert, findest du im Abschnitt Gießen des Garten-Technik-Überblicks.

Mulch

Mit Mulch sparst du auf dem Boden Wasser: Organischen Mulch trägst du im Gemüsebeet normalerweise etwa 2–3 cm dick auf, feinen Rasenschnitt nur dünn. Ich mulche erst ab etwa 10 cm Pflanzenhöhe und lasse Jungpflanzen frei. Weitere Wege zum Wassersparen beschreibt der Abschnitt Wasser sparen im Garten-Technik-Überblick.

Häufige Fragen

Wie viel Wasser benötigen Fruchtgemüse wie Tomaten und Paprika?
Eine feste Literzahl pro Pflanze gibt es nicht, weil der Bedarf von Art, Sorte, Witterung, Substrat, Sonne und Wind abhängt. Für einen durchdringenden Gießgang im Gemüsebeet gelten etwa 10–25 l/m² als Orientierung, die du in Teilgaben einsickern lässt. Im Topf sollte das Gefäß für Tomaten und Paprika mindestens 10 l fassen. Hängt eine Pflanze schlaff, prüfst du vor dem Gießen, ob die Erde noch feucht ist.
Welche Bewässerungssysteme eignen sich für Fruchtgemüse im Garten?
Für Beete und Kübel eignet sich Tropfbewässerung, weil sie das Wasser gezielt an die Pflanze bringt und dadurch Wasser sparen kann. Sie braucht einen Filter, denn die Tropfer können verstopfen oder verkalken. Regner versorgen vor allem Rasenflächen, sind windanfällig und benetzen auch die Blätter. Für einzelne Pflanzen reichen Gießstab oder Brause, mit denen du gezielt am Pflanzenfuß gießt.
Warum ist gleichmäßige Bewässerung bei Fruchtgemüse so wichtig?
Tomaten, Gurken und Zucchini bilden bis zur Ernte laufend Früchte und brauchen so lange durchgehend gut Wasser, denn zu wenig verringert den Ertrag. Bei Gurken kann Wassermangel zu Knospenabwurf und Blattnekrosen führen. Bei Tomaten kann dauerhaft trockener Boden Blütenendfäule begünstigen. Nach heißen Tagen kann zudem ein Wechsel zu Regenwetter das Aufplatzen der Tomaten fördern, deshalb reduzierst du dann die zusätzlichen Gaben.
Stimmt es, dass mehr Wasser immer zu besseren Erträgen führt?
Nein. Zu wenig Wasser verringert bei Tomaten, Paprika, Gurken und Zucchini zwar den Ertrag, doch anhaltende Überwässerung kann die Wurzeln schädigen und die Pflanze welken lassen. Im Topf begünstigt stehendes Wasser Wurzelfäulnis, deshalb brauchen Gefäße Abflusslöcher. Hängt eine Pflanze schlaff, prüfst du darum zuerst die Erde, bevor du nachgießt.
Zuletzt geprüft:
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