Lupinen zur Bodenverbesserung: Wirkung, Anbau und Vergleich mit Klee und Wicken
- Lupinen binden mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff und brauchen bei funktionierender Symbiose keine Stickstoffdüngung.
- Als Gründüngung können sie je nach Standort deutlich mehr als 1 m tief wurzeln; Blaue und Weiße Körnerlupinen sind aber auf Böden ohne Schadverdichtungen und Staunässe angewiesen.
- Die Art richtet sich nach dem Boden: Gelbe Lupine pH 4–6, Blaue Lupine pH 5–6, Weiße Lupine pH 6–7.
- Die Angaben zur Saatmenge reichen bei einjährigen Lupinen von 15–25 g/m², gesät wird 2–3 cm tief.
- Mit Klee und Sommerwicken vertragen sich Lupinen im Beet nicht; als Anbaupause werden 4 Jahre angesetzt.
- Gemäht wird vor der Samenbildung, danach vergehen bis zur Folgekultur meist etwa 2–3 Wochen.

Dein Beet ist sandig, sauer oder nach Jahren mit Starkzehrern erschöpft, und du willst es ohne zugekauften Dünger wieder aufbauen. Lupinen können dabei helfen, weil sie Stickstoff aus der Luft binden und tief wurzeln. Das funktioniert aber nur, wenn die Lupinenart zum Boden passt und die nächste Kultur den Stickstoff aufnimmt. Ich messe deshalb zuerst den pH-Wert des Beets und suche erst danach das Saatgut aus.
Wie verbessern Lupinen den Gartenboden?
Die Bodenverbesserung mit Lupinen läuft über zwei Wege: über Stickstoff aus der Luft und über tiefe Wurzeln. Beide haben Grenzen, die du vor der Saat kennen solltest.
Stickstoff aus der Luft
Lupinen sind Leguminosen. Wie Klee und Wicken binden sie mit Bakterien an ihren Wurzeln Stickstoff aus der Luft, und zwar in organischer Form. Diese Knöllchenbakterien bilden aus Luftstickstoff Ammonium für die Pflanze und erhalten von ihr unter anderem Zucker. Solange die Symbiose funktioniert, brauchen Lupinen keine Stickstoffdüngung. Bekommen sie zu viel Stickstoff angeboten, geht die Fixierung sogar zurück. Deshalb dünge ich das Beet vor Lupinen nicht mit Stickstoff.
Ob die Bakterien arbeiten, sehe ich mir selbst an. Zur Blüte grabe ich eine Pflanze mit der Grabegabel aus und schneide ein Knöllchen auf. Ist es innen rötlich gefärbt, weist das auf aktive Stickstofffixierung hin.
Was die Lupine bindet, kommt nicht vollständig bei der nächsten Kultur an.
Als feldbauliche Orientierungsgröße gelten im landwirtschaftlichen Lupinenanbau im Mittel 150 kg N/ha gebundener Luftstickstoff. Für die Nachfrucht wieder verfügbar werden dort 20–120 kg N/ha angegeben. Beide Werte beschreiben den Acker und sind keine Gutschrift für dein Beet.
Wie viel Stickstoff beim Verrotten frei wird, hängt unter anderem von Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Die Düngung der Folgekultur planst du deshalb weiter nach deren Bedarf und rechnest den Lupinenaufwuchs mit ein.
Damit der Stickstoff im Beet bleibt
Nach Lupinen sollte eine Kultur folgen, die den freigesetzten Stickstoff aufnehmen kann. Arbeitest du den Aufwuchs zur falschen Zeit ein, kann das Nitratfreisetzung und Stickstoffauswaschung verstärken. Im Frühherbst bleibt eine Gründüngung deshalb stehen, statt eingearbeitet zu werden. Wer Lupinen im Frühherbst einarbeitet und das Beet danach leer lässt, riskiert also genau den Stickstoff, für den er sie gesät hat. Plane die Folgekultur schon bei der Aussaat mit.
Tiefe Wurzeln: was sie leisten und was nicht
Als Gründüngung können Lupinen je nach Standort deutlich mehr als 1 m tief wurzeln. Wenn die Wurzeln verrotten, bleiben Kanäle zurück, durch die Wasser und Luft in den Boden gelangen.
„Lupinen lockern jeden verdichteten Boden.“ So pauschal stimmt das nicht. Blaue und Weiße Körnerlupinen sind selbst auf Böden ohne Schadverdichtungen und Staunässe angewiesen.
Ich steche deshalb vor der Saat den Spaten ein und achte auf den Eindringwiderstand, das Gefüge und den Geruch der Erde. Stößt du auf eine harte Schicht, untersuchst du zuerst ihre Lage, Mächtigkeit und Festigkeit. Ist eine Tiefenlockerung nötig, kommt sie vor den Lupinen, denn tiefwurzelnde Pflanzen stabilisieren danach das gelockerte Gefüge. Lupinen wurzeln zwar tief, brauchen aber selbst einen Boden ohne Schadverdichtung. Sie sind also eher die Pflanze nach der Lockerung als ihr Ersatz.
Was Lupinen mit jeder Gründüngung teilen
Eine Lupinendecke schützt den Boden wie jede Gründüngung vor Verschlämmung, Verkrustung und Erosion. Ihre Reste bringen organische Substanz ein, die auf leichten Böden die Wasserspeicherung und auf schweren die Durchlässigkeit verbessert. Diese Grundlagen stehen im Überblick dazu, was Gründüngung im Boden leistet.
Welche Lupine passt zu welchem Boden?
Für die Gründüngung werden einjährige Lupinen gesät. Welche Art du nimmst, entscheidet vor allem der pH-Wert deines Bodens.
| Art | Geeigneter pH-Bereich | Bodenart |
|---|---|---|
| Gelbe Lupine | pH 4–6 | leichte Sandböden mit niedrigem pH-Wert |
| Blaue Lupine | pH 5–6 | lehmige Sande bis sandige Lehmböden |
| Weiße Lupine | pH 6–7 | keine engere Angabe |
Ein Sandboden am unteren Ende dieser Skala passt zur Gelben Lupine und liegt für die Weiße unter dem angegebenen Bereich. Die Gelbe Lupine ist für niedrige pH-Werte angegeben, und gekalkt wird ein Gartenboden nur, wenn sein pH-Wert für die Bodenart zu niedrig ist. Auf saurem Sand wählst du also die Art passend zum Boden, statt das Beet für die Lupine aufzukalken.
Beim Licht darf der Platz sonnig bis halbschattig sein. Staunässe schließt du aus, bevor du säst. Welche Gründüngerart sonst auf welchen Boden gehört, vergleicht der Gründünger-Überblick im Abschnitt zu Standort und Boden.
Bitterlupine oder Süßlupine?
Lupinen enthalten von Natur aus Bitterstoffe, die Alkaloide. Züchtungen mit wenig Alkaloiden heißen Süßlupinen; bei der Weißen Lupine zählen verlässlich geringe Alkaloidgehalte zu den zentralen Zuchtzielen. Für den Boden spielt der Unterschied eine untergeordnete Rolle, denn als Gründüngung mähst du den Bestand vor der Samenbildung. Wichtig wird er, sobald Samen ausreifen und jemand an die Küche denkt.
Bittere Lupinensamen können vergiften. Entbittere sie nicht selbst, wenn dir die Sachkunde dafür fehlt. Lupinen können außerdem schwere allergische Reaktionen auslösen, bei Menschen mit Erdnussallergie auch als Kreuzreaktion. Wer Lupinen zu Lebensmitteln verarbeitet, sollte sie vorher auf ihren Alkaloidgehalt untersuchen lassen. Ernte deshalb keine Samen aus dem Gründüngungsbeet für die Küche.
Wie säst du Lupinen als Gründüngung?
Lupinen für die Gründüngung säst du flächig direkt ins Beet. Dabei zählt die Saatmenge je Quadratmeter, nicht der Abstand zwischen einzelnen Pflanzen.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Saatmenge für einjährige Lupinen | 15–25 g/m² |
| Saattiefe | 2–3 cm |
| Keimtemperatur | 16–18 °C |
| Keimdauer | 7–14 Tage |
| Kulturstart | März bis November |
| Licht | sonnig, halbschattig |
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Als Kulturstart sind für Lupinen die Monate März bis November angegeben. Zum Keimen werden 16–18 °C genannt, miss deshalb die Bodentemperatur, bevor du säst. Für eine Gründüngung nach der Gemüseernte gelten allgemein August und September als günstig. Ab Ende September bis Anfang Oktober kommen sonst nur noch wenige robuste Arten wie Winterroggen infrage. Die späten Monate der Liste lese ich deshalb mit Vorsicht. Zum Planen neben deinen anderen Kulturen hilft der Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken.
Schritt für Schritt
- Saatbett vorbereiten: Entferne Erntereste weitgehend. Lockere die Fläche oberflächlich und harke sie feinkrümelig und eben.
- Saatgut impfen: Standen auf dem Beet noch nie Lupinen oder liegt ihr Anbau lange zurück, impfst du das Saatgut mit lupinenspezifischen Knöllchenbakterien. Das geschieht unmittelbar vor der Aussaat und nach den Angaben des Herstellers.
- Säen: Verteile das Saatgut breitwürfig, reche es ein und drücke es an. Die Angaben zur Saatmenge reichen bei einjährigen Lupinen von 15–25 g/m²; verlässlicher Ausgangspunkt ist die Angabe auf der Tüte deiner Sorte.
- Feucht halten: Halte die Saat bis zum Auflaufen feucht. Bei trockener Witterung kann in der Keimphase wiederholtes Gießen nötig sein.
Pflege bis zur Blüte
Nach dem Auflaufen brauchen Lupinen wenig. Solange der Bestand lückig ist, kontrolliere ich auf Unkraut und ziehe es heraus. Verlass dich bei Trockenheit nicht allein auf die tiefen Wurzeln: Länger anhaltende Trockenzeiten können auch bei Blauen Lupinen zu Ertragseinbußen führen. Außerdem verbraucht jeder lebende Bestand beim Wachsen selbst Bodenwasser.
Mähen und Einarbeiten: kurz
Ich mähe meine Lupinen, bevor sich Hülsen bilden, und zerkleinere die dicken Stängel. Die frische Masse arbeitest du nur flach ein, danach vergehen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung meist etwa 2–3 Wochen. Zeitpunkt, Mulch und Wartezeit erklärt der Gründünger-Überblick im Abschnitt zum Mähen und Einarbeiten.
Lupine, Klee oder Wicke: der Vergleich
Alle drei sind Leguminosen und bringen über ihre Knöllchenbakterien zusätzlichen Stickstoff ins Beet. Sie unterscheiden sich bei Boden, Saatgut und Nutzung.
| Merkmal | Lupine | Klee | Sommerwicke |
|---|---|---|---|
| Wurzel | tief, je nach Standort deutlich mehr als 1 m | Inkarnat- und Rotklee tief, Weißklee flach | tief |
| Boden | je nach Art pH 4–6, pH 5–6 oder pH 6–7 | Alexandrinerklee pH 6–8, Perserklee bevorzugt mittlere Böden | nicht für verdichtete, staunasse, kalte und nasse Böden |
| Saatmenge | 15–25 g/m² | Inkarnatklee 3–6 g/m², Perserklee 5 g/m² | 17–18 g/m² |
| Tausendkorngewicht | 156,5 g | Inkarnatklee 3,5 g | 70 g |
| Saattiefe | 2–3 cm | Inkarnatklee und Weißklee 0,5–1 cm | 2–5 cm |
| Keimdauer | 7–14 Tage | Inkarnatklee 14–21 Tage, Weißklee 7–14 Tage | 7–21 Tage |
| Anbaupause | 4 Jahre | Weißklee 3, Inkarnatklee 4, Rotklee 7 Jahre | 4 Jahre |
| Nutzung im Garten | flächige Gründüngung, einjährig | Weißklee als niedrige UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter., Inkarnatklee über den Winter | flächige Gründüngung, auch in Mischungen |
Boden
Zuerst trennt die Bodenreaktion die drei. Lupinen decken je nach Art saure bis neutrale Böden ab, für Alexandrinerklee wird dagegen pH 6–8 angegeben. Auf saurem Sand ist deshalb die Gelbe Lupine eine passende Leguminose. Sommerwicken helfen auf schwierigen Böden nicht weiter, denn verdichtete, staunasse, kalte und nasse Böden sind für sie ungeeignet. Für schwere oder verdichtete Standorte kommen unter anderem Ölrettich, Phacelia und Sandhafer infrage.
Saatgut
Beim Saatgut bestimmt die Korngröße die Menge. Tausend Lupinenkörner wiegen 156,5 g. Beim Inkarnatklee sind es 3,5 g, entsprechend kleiner fällt dort die Saatmenge aus.
Nutzung
Klee kann mit dem Gemüse zusammen auf dem Beet stehen. Als Untersaat zwischen Gemüse oder Beerenkulturen eignen sich niedrig wachsende Gelb- oder Weißkleearten, Weißklee wird nur 20–30 cm hoch. Inkarnatklee dient als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. über den Winter, harte, lange, kalte und schneereiche Winter übersteht er jedoch schlecht. Lupinen und Sommerwicken säst du dagegen flächig auf ein freies Beet. Rechne bei Sommerwicken damit, dass sie Unkraut anfangs nur schwach unterdrücken.
Pilzpartner
Unter der Erde unterscheiden sich Klee und Lupine bei den Pilzpartnern. Klee kann arbuskuläre MykorrhizaMykorrhiza ist eine Lebensgemeinschaft zwischen bestimmten Bodenpilzen und Pflanzenwurzeln zum beiderseitigen Nutzen. Die Pilzfäden liefern der Pflanze Wasser und Nährsalze und erhalten dafür einen Teil der Kohlenhydrate, die die Pflanze durch Photosynthese bildet. bilden, Lupinen gehören zu den Nichtwirten. Diese Pilze können die Phosphor- und Wasseraufnahme ihrer WirtspflanzenWirtspflanzen sind die Pflanzen, die ein bestimmter Schädling oder Krankheitserreger befällt und von denen er lebt. Ein Schädling oder Erreger hat oft mehrere Wirtspflanzen, darunter auch verwandte Wildkräuter. verbessern, sie brauchen aber lebende Wirtspflanzen, um zu wachsen und sich zu vermehren. Ein reiner Lupinenbestand ernährt sie also nicht, ein Kleebestand schon.
Mischen
Kombinieren solltest du die drei nicht. Lupinen gelten als unverträgliche Nachbarn von Klee und Sommerwicken, ebenso von Markerbsen, Puffbohnen und Prunkbohnen. Für eine Mischung nimmst du einen Partner aus einer anderen Pflanzenfamilie, zum Beispiel Phacelia, die mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist. Weitere Kombinationen prüfst du im Mischkultur-Werkzeug für Beetnachbarn.
Fruchtfolge und Krankheiten: das Nötigste
Lupinen zählen in der Fruchtfolge zu den Hülsenfrüchten: Sie folgen nicht direkt auf Erbsen, Bohnen, Klee oder Wicken, und als Anbaupause werden 4 Jahre angesetzt. Um spezifischen Wurzelkrankheiten vorzubeugen, sollen Leguminosen im Gemüsegarten höchstens 25 % der wechselnden BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. ausmachen, Erbsen und Bohnen mitgezählt. Als Vorfrucht passen Lupinen vor stark zehrendes Gemüse; wie du sie als Vorfrucht in die Fruchtfolge des Gemüsegartens einbaust, zeigt ein eigener Ratgeber. Die Regeln für alle Gründünger stehen im Gründünger-Überblick unter Fruchtfolge und Mischkultur, und wo die Lupinen standen, hältst du im Beetplaner mit deiner Beetbelegung fest.
Bei der Weißen Lupine gehört Anthraknosetoleranz zu den zentralen Zuchtzielen, die Pilzkrankheit spielt bei der Sortenwahl also eine Rolle. Braune Flecken an Blättern und Stängeln können auf Anthraknose hindeuten; kranke Pflanzenreste gehören nicht in den Mulch, sondern vorsorglich in die Biotonne. Wo die Grenzen einer Bodenkur mit Gründüngern liegen, steht im Gründünger-Überblick im Abschnitt zu Nematoden, Biofumigation und Krankheiten.
Zierlupinen, Familie und Herkunft: kurz ergänzt
Lupinen (Lupinus) gehören wie Erbsen, Bohnen und Klee zur Familie der Hülsenfrüchtler (FabaceaeFabaceae ist der botanische Name der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, die auch Leguminosen heißen. Dazu gehören etwa Erbsen, Bohnen, Linsen, Lupinen und Klee. Sie versorgen sich mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff aus der Luft.). Als Gründünger gelten sie als schwachzehrend und tiefwurzelnd. Angebaut werden sie seit Langem als Bodenverbesserer; als Futterpflanze wurden sie erst mit den bitterstoffarmen Süßlupinen interessant. Wie sich die Lupine neben den anderen Gründüngerpflanzen einordnet, zeigt der Gründünger-Überblick im Abschnitt zu Familien und Wuchsformen.
Im Staudenbeet stehen andere Lupinen als im Gründüngungsbeet. Aus der Russel-Mischung der Vielblättrigen Lupine (Lupinus polyphyllus) wachsen mehrjährige Zierpflanzen, die etwa 80–100 cm hoch werden. Ihre Blütenstände gibt es von Weiß über Rosa bis Blau und Violett. Verwildern Vielblättrige Lupinen, können sie allerdings nährstoffarme Lebensräume mit Stickstoff anreichern und die für diese Standorte charakteristischen Pflanzen verdrängen. Dieselbe StickstoffbindungStickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können., die im Gemüsebeet erwünscht ist, wird dort zum Problem. Schneide Vielblättrige Lupinen deshalb nach der Blüte zurück, wenn du ihre Selbstaussaat verhindern willst.
Als BienenweideAls Bienenweide bezeichnet man Blütenpflanzen, die Honig- und Wildbienen reichlich Nektar und Pollen bieten. Auch eine Fläche, die mit solchen Pflanzen bepflanzt oder eingesät ist, heißt Bienenweide. liefern Körnerlupinen eher Pollen als Nektar: Je nach Art bieten sie wenig oder gar keinen Nektar, ihr Pollenangebot ist mäßig bis gut. Wie du mit Lupinen als Bienenweide und Zierpflanze gestaltest, zeigt ein eigener Ratgeber.
Lohnt sich der Anbau? Aufwand und Nutzen
Ob sich eine Zwischenfrucht rechnet, hängt unter anderem von Saatgut, Aussaatverfahren und Arbeitsaufwand ab, außerdem davon, was mit der Biomasse geschieht. Für ein Lupinenbeet im Hausgarten stehen sich diese Posten gegenüber:
| Aufwand | Nutzen |
|---|---|
| Saatgut: 15–25 g/m² | Stickstoff aus der Luft, ohne Stickstoffdüngung für den Bestand |
| Saatbett, Säen, Feuchthalten bis zum Auflaufen | Bodendecke gegen Verschlämmung, Verkrustung und Erosion |
| Mähen vor der Samenbildung, flaches Einarbeiten | organisches Material für Bodenleben und Humus |
| meist etwa 2–3 Wochen Wartezeit vor der Folgekultur | Wurzelkanäle für Wasser und Luft |
| Wasserverbrauch des wachsenden Bestands | weniger Bodenverdunstung unter der geschlossenen Decke |
| 4 Jahre Anbaupause für Lupinen | Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse |
Den Stickstoff kannst du grob beziffern. Als pauschale Rechenhilfe für die Gartendüngung wird einem Gründüngungsbestand je nach Aufwuchshöhe Stickstoff angerechnet:
| Aufwuchshöhe des Bestands | Anrechenbarer Stickstoff |
|---|---|
| unter 5 cm | 1 g/m² |
| 5–14 cm | 2 g/m² |
| 15–30 cm | 4 g/m² |
| über 30 cm | 6 g/m² |
Ich messe deshalb vor dem Mähen die Aufwuchshöhe und notiere sie für die Düngeplanung der Folgekultur.
Zwei Grenzen gehören in die Rechnung. Auch biologisch gebundener Stickstoff zählt zur Stickstoffzufuhr, und Überschüsse können Verluste als Nitrat, Ammoniak und Lachgas begünstigen. Humus speichert regelmäßiger Zwischenfruchtanbau außerdem nur begrenzt zusätzlich, und der Zugewinn kann wieder verloren gehen, sobald du damit aufhörst. Lupinen kehren aber erst nach 4 Jahren auf dasselbe Beet zurück. Für die Jahre dazwischen brauchst du also Gründünger aus anderen Pflanzenfamilien, wenn der Humus bleiben soll.
Passt der pH-Wert zur gewählten Lupinenart? Ist der Boden frei von Staunässe und Schadverdichtungen? Liegt der letzte Anbau von Hülsenfrüchten auf dem Beet lange genug zurück? Folgt danach eine Kultur, die den Stickstoff aufnimmt? Bei viermal Ja passen Lupinen auf dein Beet.





