Sind Lupinen bienenfreundlich? Pollen, Artenvielfalt und Gestaltung im Garten
- Körnerlupinen bieten Bienen ein mäßiges bis gutes Pollenangebot, aber je nach Art wenig oder keinen Nektar.
- Wildbienen sind häufig auf wenige oder einzelne Nahrungspflanzen spezialisiert, deshalb setzt du eine Nektarpflanze wie Phacelia dazu.
- Die Russel-Mischung der Vielblättrigen Lupine wird etwa 80–100 cm hoch und gehört in den hinteren Beetteil.
- Schneide Vielblättrige Lupinen nach der Blüte zurück, wenn sie sich nicht selbst aussäen sollen.
- Verwildert können Vielblättrige Lupinen nährstoffarme Lebensräume mit Stickstoff anreichern und deren charakteristische Pflanzen verdrängen.

Du willst mit Lupinen etwas für Bienen tun und planst dafür ein eigenes Beet. Lupinen allein reichen dafür nicht, denn Körnerlupinen liefern zwar Pollen, aber je nach Art wenig oder keinen Nektar. Ich pflanze Lupinen deshalb nie allein, sondern setze immer eine Nektarpflanze dazu. Wer Insekten versorgen will, braucht außerdem eine lange Blütenfolge und Nistplätze.
Sind Lupinen bienenfreundlich?
Ja, vor allem als Pollenquelle. Körnerlupinen bieten ein mäßiges bis gutes Pollenangebot, beim Nektar gibt es je nach Art aber wenig oder keinen. Gemeint sind die einjährigen Arten, die auch als Gründüngung aufs Beet kommen: Blaue, Weiße und Gelbe Lupine. Auf die mehrjährigen Zierformen der Vielblättrigen Lupine lässt sich das nicht ohne Weiteres übertragen.
Ich setze mich während der Blüte ans Beet und schreibe auf, welche Insekten an den Blütenkerzen landen. Mach es genauso, dann siehst du, wer deine Lupinen besucht und wer wegbleibt.
Für die Pflanzung heißt das: Nektar muss von anderen Arten kommen. Erwachsene Hainschwebfliegen nehmen Nektar auf, und davon bieten Körnerlupinen je nach Art wenig oder keinen. Ein Beet nur aus Körnerlupinen versorgt also Pollensammler, während Nektarsucher dort wenig finden.
Warum reicht eine einzelne Blütenart nicht?
Wildbienen sind häufig auf wenige oder sogar einzelne Nahrungspflanzen spezialisiert. Ein einzelnes Blütenangebot versorgt deshalb nicht alle Arten. Dazu kommt die Jahreszeit, denn ein bienenfreundlicher Nutzgarten stellt ein vielfältiges Blütenangebot vom Frühjahr bis zum Herbst bereit. Lupinen decken davon nur die eigene Blütezeit ab, den Rest müssen andere Pflanzen liefern.
Womit ergänzt du Lupinen im Beet?
Mit einer Art, die Nektar liefert und lange blüht. Ich nehme dafür Phacelia, weil ihre blauen Blüten reichlich Pollen und Nektar liefern. Phacelia blüht von Juni bis September und ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt, sodass sie viele Gemüsefruchtfolgen ergänzen kann.
Klee wirkt wie die naheliegende Alternative, denn Honigbienen nutzen den Nektar des Inkarnatklees. Neben Lupinen ist er trotzdem die schlechtere Wahl, weil Klee als unverträglicher Nachbar der Lupine gilt.
Was brauchen Wildbienen und Nützlinge außer Blüten?
Futter allein genügt nicht. Wildbienen benötigen neben Nahrung geeignete, ungestörte Nistmöglichkeiten, zum Beispiel in Totholz oder in Erdhöhlen. Ich lasse deshalb am Beetrand einen Stapel Totholz liegen und spare eine Ecke mit offenem Boden beim Hacken aus.
Bei den Nützlingen ist die Hainschwebfliege ein gutes Beispiel. Die Larven fressen Blattläuse, die erwachsenen Tiere nehmen Nektar auf und die Weibchen zusätzlich Pollen. Blüten direkt bei den Gemüsekulturen unterstützen die erwachsenen Tiere, deren Nachwuchs sich dann von den Blattläusen dort ernährt.
Das klappt nur, wenn du die Beute nicht restlos beseitigst. Nützlinge zu fördern setzt voraus, dass du Blattläuse in begrenztem Umfang duldest und die Nützlinge beim Pflanzenschutz schonst. Sitzen an meinen Lupinen Blattläuse, lasse ich sie zunächst in Ruhe und suche die Triebe nach SchwebfliegenlarvenSchwebfliegenlarven sind die Larven der Schwebfliegen und zählen zu den wirksamsten natürlichen Gegenspielern der Blattläuse im Garten. Sie fressen alle Blattlausstadien und gehören auch zu den natürlichen Feinden verschiedener Milben. ab.
Eine Nektarpflanze wie Phacelia dazusetzen, Blüten vom Frühjahr bis zum Herbst einplanen, Totholz und offene Erdstellen ungestört lassen, Blattläuse in begrenztem Umfang dulden.
Können Lupinen der Artenvielfalt auch schaden?
Ja, das kann passieren, und zwar dort, wo der Boden mager bleiben soll. Lupinen sind LeguminosenHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. und binden mithilfe von Wurzelbakterien Luftstickstoff in organischer Form. Bei funktionierender Knöllchensymbiose brauchen sie keine Stickstoffdüngung, und ein zu hohes StickstoffangebotDas Stickstoffangebot ist die Menge an Stickstoff, die den Pflanzen im Boden tatsächlich zur Verfügung steht. Fachleute bestimmen diesen pflanzenverfügbaren Stickstoff mit einer Bodenanalyse, der sogenannten Nmin-Methode. verringert die Fixierung. Den Vorgang im Einzelnen erklärt der Beitrag dazu, wie die Stickstoffbindung der Lupine abläuft.
„Lupinen verbessern den Boden, also bringen sie überall mehr Vielfalt.” Für magere Standorte stimmt das nicht: Verwilderte Vielblättrige Lupinen können nährstoffarme Lebensräume mit Stickstoff anreichern und deren charakteristische Pflanzen verdrängen.
Die StickstoffbindungStickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können. nützt also nicht überall. Als Gründüngung macht sie Leguminosen zur geeigneten VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. für stark zehrendes Gemüse, auf einer mageren Wiese wird dieselbe Eigenschaft zum Nachteil. Die Vielblättrige Lupine gehört deshalb ins Beet und nicht an den Rand solcher Flächen.
Wie verhinderst du, dass sich Lupinen selbst aussäen?
Schneide Vielblättrige Lupinen nach der Blüte zurück, wenn du ihre SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. verhindern willst. Ich schneide die abgeblühten Kerzen ab, bevor die Hülsen ausreifen. Für einjährige Lupinen als blühende Gründüngung gilt dasselbe Prinzip: Du beendest den Bestand nach der Blüte, aber vor der SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen..
Sammle keine Lupinensamen aus dem Beet für die Küche. Bittere Lupinensamen können Vergiftungen verursachen, und ohne entsprechende Sachkunde entbitterst du sie nicht selbst. Lupinen können außerdem schwere allergische Reaktionen auslösen, auch als Kreuzreaktion bei Menschen mit Erdnussallergie.
Wie gestaltest du mit Lupinen?
Im Staudenbeet arbeitest du mit den mehrjährigen Zierformen. Die Russel-Mischung der Vielblättrigen Lupine (Lupinus polyphyllus) bildet mehrjährige Zierpflanzen mit etwa 80–100 cm Wuchshöhe. Mit dieser Höhe steht sie bei mir im hinteren Teil des Beets, wo die Blütenkerzen über niedrigere Stauden hinausragen. Als Standort passt ein sonniger oder halbschattiger Platz.
Die Lupine nehme ich als Leitstaude und ordne die Begleiter in Gruppen um sie herum an. Steppen-Salbei und Katzenminze zählen zu den typischen Begleitstauden für solche Pflanzungen. Plane beim Kombinieren zuerst die Blütenfolge und erst danach die Farben, damit auch vor und nach der Lupine etwas blüht.
Begleitstauden wie Steppen-Salbei und Katzenminze stehen im Staudenbeet in Gruppen von 3, 5 oder 7 Pflanzen um die Leitstaude.
Wohin mit einjährigen Lupinen im Nutzgarten?
Am besten direkt an eine Hecke. Einjährige Blühstreifen für Nützlinge wirken besser, wenn sie in mehrjährige Lebensräume wie Hecken, extensive Wiesen und Blühbrachen eingebunden sind. Die untersuchten Streifen bestanden außerdem aus 13–16 Wild- und Kulturpflanzenarten. Eine reine Lupinensaat ist damit nicht vergleichbar, deshalb säe ich Phacelia auf die Nachbarfläche. Wo die Blühfläche Platz hat, legst du fest, wenn du deine Beete im Beetplaner einteilst.
Lass das Blühbeet nachts dunkel. Künstliche Beleuchtung in der Nacht kann die BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. durch nachtaktive Insekten beeinträchtigen.
Was musst du zu Anbau, Boden und Gründüngung wissen?
Lupinensamen legst du 2–3 cm tief und hältst die Saat bis zum Auflaufen feucht. Die Keimung dauert 7–14 Tage. Schritt für Schritt geht es dort weiter, wo du Lupinen als Bodenhelfer anbaust. Die Saattermine liefert der Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken.
Beim Boden unterscheiden sich die Arten: Gelbe Lupinen eignen sich für leichte Sandböden mit niedrigem pH-Wert, Blaue Lupinen bevorzugen lehmige Sande bis sandige Lehmböden. Blaue und Weiße Körnerlupinen brauchen außerdem Böden ohne Schadverdichtungen und Staunässe. Welche Gründüngungsart auf welchen Boden gehört, ordnet der Ratgeber zur Gründüngung ein.
Als Gründüngung säst du einjährige Lupinen flächig, die Saatmengenangaben reichen von 15–25 g/m². Die Wurzeln können dabei standortabhängig deutlich mehr als 1 m tief reichen. Was das für den Boden bedeutet, liest du dort, wo es darum geht, wie Lupinen den Gartenboden verbessern.
In der Fruchtfolge zählen Lupinen zu den Hülsenfrüchten, und andere Leguminosen wie Markerbsen, Puffbohnen, Klee und Sommerwicken gelten als unverträgliche Nachbarn. Nach Lupinen planst du eine Anbaupause von 4 Jahren ein. Passende Nachbarn findest du in der Mischkultur-Übersicht für deine Gemüsearten. Ein eigener Beitrag zeigt, wie du Lupinen als Vorfrucht in den Gemüsegarten einbaust.
Mähen und Einarbeiten, Fruchtfolge sowie Krankheiten behandelt der Ratgeber zur Gründüngung jeweils in einem eigenen Abschnitt.





