Gartenfallen richtig platzieren: welche Falle wann wohin gehört
- Erst klären, ob die Falle fangen oder nur anzeigen soll
- Gelbtafel gegen Kirschfruchtfliegen vor dem Gelbwerden an die Süd-, Südost- oder Südwestseite des Baums hängen
- Leimring gegen Frostspanner ab Mitte September, nach Februar wieder abnehmen
- Wühlmausfalle passend in die Gangöffnung setzen
- Nagetierfallen mindestens täglich, idealerweise alle 12 Stunden kontrollieren
- UV-Insektenvernichter nie im Außenbereich betreiben
Eine Falle am falschen Platz fängt nichts oder die falschen Tiere. Ich gehe deshalb vor jeder Falle dieselben Schritte durch: Schädling bestimmen, Aufgabe klären, Platz und Zeitraum festlegen. So hängt die Gelbtafel an der richtigen Seite des Baums, und die Wühlmausfalle sitzt dort, wo die Wühlmaus tatsächlich läuft.
Der zweite Grund für einen genauen Platz ist der Beifang. Leimringe und Klebetafeln können NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei., kleine Vögel und Fledermäuse töten. Deshalb gehören sie nur so lange an ihren Platz, wie der Zielschädling aktiv ist.
Fangen oder anzeigen: was soll deine Falle leisten?
Viele Gartenfallen bekämpfen einen Schädling nicht, sie melden ihn. Pheromonfallen für Obstwickler stellen vorwiegend fest, ob und wann die Falter fliegen. Allein bewirken sie nur eine geringe Befallsminderung. Bei der Kirschfruchtfliege reicht der Wegfang durch Gelbtafeln nicht aus, um den Befall wesentlich zu vermindern. Gelbsticker an Kübelzierpflanzen im Freien weisen Weiße Fliegen nach, zur Bekämpfung reichen sie nicht.
Anders ist es bei Fallen für Wühlmäuse, Mäuse und Ratten: Die sollen fangen. Bevor ich eine Falle kaufe, schreibe ich mir auf, welchen Schädling ich erwarte und welche der beiden Aufgaben sie übernehmen soll.
Welcher Schädling, welche Falle: die Übersicht
Die Falle richtet sich nach dem Schädling, nicht umgekehrt. Die Tabelle zeigt die gängigen Gartenfallen mit Platz und Zeitraum.
| Falle | Zielschädling | Platz | Zeitraum | Gut zu wissen |
|---|---|---|---|---|
| Gelbtafel | Kirschfruchtfliege | Süd-, Südost- oder Südwestseite des Kirschbaums | vor dem Gelbwerden der Früchte bis 3 Wochen nach dem ersten Fang | überwacht den Flug, senkt den Befall nicht wesentlich |
| Gelb- oder Blautafel, Gelbsticker | Weiße Fliegen, Minierfliegen, TrauermückenTrauermücken sind Mücken, die feuchte Umgebung lieben und ihre Eier auf oder in die Erde legen. Schaden richten vor allem ihre weißen Larven an: Sie fressen an Wurzeln, besonders bei Aussaaten und Stecklingen. (gelb); Thripse (blau) unter Glas und am Blumenfenster | möglichst auf Höhe der Kultur, nicht unmittelbar neben Nützlingsträgern | nach Pflanzenschutzmaßnahmen wechseln | dient der Früherkennung |
| Pheromonfalle | Obstwickler wie Apfel- und Traubenwickler | in der Kultur, die du überwachen willst | vor Beginn des Falterflugs | mindert den Befall allein nur gering |
| Leimring | Frostspanner | rund um den Stamm des Obstbaums | ab Mitte September, laufend kontrolliert bis Februar, dann abnehmen | ungeeignet gegen Apfelwickler |
| Wühlmausfalle | Wühlmaus | passend in der Gangöffnung | besonders Spätherbst bei offenem Boden und zeitiges Frühjahr | mindestens täglich kontrollieren, idealerweise alle 12 Stunden |
| Schlagfalle | Mäuse, Ratten | nur dort, wo du sie mindestens täglich erreichst | bei Befall | idealerweise alle 12 Stunden kontrollieren |
Zwei Dinge fehlen in der Tabelle mit Absicht. Elektrische UV-Insektenvernichter dürfen im Außenbereich nicht verwendet werden. Den Maulwurf darfst du gar nicht fangen, denn er steht unter besonderem Artenschutz. Raupen, Kartoffelkäfer und Schnecken lassen sich ohne Falle direkt absammeln.
Gelb- und Blautafeln: Seite, Höhe, Abstand
Gelbtafeln locken mit ihrer Farbe und halten anfliegende Insekten auf einer Leimfläche fest. Damit sie den Zielschädling erreichen, kommt es auf Seite, Höhe und Nachbarschaft an.
Am Kirschbaum
Gegen die Kirschfruchtfliege hängst du die Gelbtafel an die Süd-, Südost- oder Südwestseite des Baums. Der richtige Zeitpunkt liegt vor dem Gelbwerden der Früchte. Die Tafel überwacht nur, denn ihr Wegfang reicht nicht, um den Befall wesentlich zu senken. Ihr wichtigstes Ergebnis ist deshalb der erste Fang: Er zeigt dir, dass die Fliegen unterwegs sind. Drei Wochen danach nimmst du die Tafel wieder ab.
Ich schreibe das Datum des ersten Fangs mit wasserfestem Stift auf den Rand der Tafel. Beim nächsten Kontrollgang sehe ich dann sofort, wann sie abkommt.
Im Gewächshaus und am Blumenfenster
Unter Glas und am Blumenfenster zeigen Gelbtafeln Weiße Fliegen, Minierfliegen und Trauermücken früh an. Für Thripse nimmst du Blautafeln. Häng die Tafeln möglichst auf Höhe der Kultur. Hast du Nützlinge ausgebracht, kommt keine Tafel unmittelbar neben die Nützlingsträger.
Bei kleinen Topfpflanzen steckst du Gelbsticker in die Erde, in größere Pflanzen hängst du Gelbtafeln. Nach einer Pflanzenschutzmaßnahme wechselst du die Tafel. Dann zeigen dir die neuen Fänge, wie erfolgreich die Maßnahme war.
Die Tafel ersetzt nicht den Blick auf die Pflanze. Erwachsene Weiße Fliegen und ihre flachen, ungeflügelten Larven sitzen vor allem auf den Blattunterseiten. Beim Kontrollgang drehe ich deshalb Blätter um und schaue nicht nur auf die Tafel. Bei Trauermücken an Topfpflanzen fängt die Gelbtafel nur die flugfähigen Erwachsenen. Gegen die Larven in der Erde werden Steinernema-feltiae-Nematoden eingesetzt.
Im Freien
Draußen hält eine Leimfläche mehr fest als den Zielschädling. Setz Klebetafeln im Garten deshalb nur ein, wenn du sie wirklich brauchst, und nur während der Aktivitätszeit des Schädlings. Leimfallen gegen Fliegen sind im Außenbereich wenig sinnvoll, weil sie laufend weitere Fliegen anlocken und auch andere Tiere festhalten können.
Leimringe am Obstbaum: nur gegen den Frostspanner
Den Leimring gegen den Frostspanner legst du ab Mitte September um den Stamm. Bis Februar kontrollierst du ihn laufend, danach nimmst du ihn ab. Leimringe können Nützlinge, kleine Vögel und Fledermäuse töten und gehören deshalb nur in die Aktivitätszeit des Zielschädlings. Lass den Ring also nicht über den Sommer am Stamm, auch wenn er noch klebt.
Den Leimring auch gegen den Apfelwickler am Stamm lassen. Gegen den Apfelwickler ist ein Leimring keine geeignete Maßnahme.
Pheromonfallen: den Falterflug verfolgen
Pheromonfallen gegen Schadschmetterlinge wie Apfel- oder Traubenwickler dienen vor allem dazu, den Falterflug zu überwachen. Häng sie deshalb in die Kultur, deren Befall du einschätzen willst. Weil die Falle den Flug feststellen soll, muss sie hängen, bevor die Falter fliegen. Eine spät aufgehängte Falle verpasst genau den Beginn, den sie melden soll.
Bei der Traubenwicklerfalle zähle ich die Falter und entferne die ausgezählten, damit beim nächsten Kontrollgang nur neue Fänge auf dem Leim kleben. Einen stark verunreinigten Leimboden tauschst du aus.
Allein mindert die Falle den Befall nur gering. Beim Apfelwickler sammelst du befallene Früchte zusätzlich schon im Juni und Juli vom Baum.
Wühlmausfalle: im Gang und zur richtigen Zeit
Eine Wühlmausfalle muss passend in die Gangöffnung eingesetzt werden. Ich öffne dafür den Gang und setze die Falle so hinein, dass sie genau in die Öffnung passt.
Wühlmäuse halten keinen Winterschlaf. Fallen versprechen besonders im Spätherbst bei offenem Boden Erfolg und dann wieder im zeitigen Frühjahr. Du musst mit der Falle also nicht bis zum Frühjahr warten: Solange der Boden im Spätherbst offen ist, sind die Tiere unterwegs und die Falle lässt sich setzen. Kontrolliere sie mindestens täglich, idealerweise alle 12 Stunden.
Bevor du einen Gang öffnest, kläre, wer ihn gegraben hat. Angefressene Wurzeln deuten nicht auf den Maulwurf hin, denn er frisst keine Pflanzen oder Pflanzenteile. Seine Hügel und seine Wühltätigkeit können trotzdem Schäden verursachen.
Maulwürfe stehen unter besonderem Artenschutz und dürfen weder gefangen noch getötet werden. Setz eine Falle nur in einen Gang, bei dem du dir sicher bist, dass eine Wühlmaus ihn angelegt hat.
Mäuse und Ratten: Falle nur, wo du täglich hinkommst
Schlagfallen gegen Mäuse und Ratten musst du mindestens täglich kontrollieren, idealerweise alle 12 Stunden. Dasselbe gilt für jede andere Falle zur Nagetierbekämpfung, auch für Lebendfallen. Für den Platz heißt das: Stell die Falle an deinen täglichen Weg und nicht in eine Ecke, an die du nur am Wochenende kommst.
Wanderratten kommen schon durch Spalten und Löcher von 2 cm Durchmesser. Sichere Kelleröffnungen deshalb mit engmaschigen Stahlgittern und lass Schäden an Regenfallrohren, Bodenabläufen und Hausanschlüssen beheben. Lebensmittel, Tierfutter, Saatgut und Hausmüll bewahrst du so auf, dass Ratten nicht herankommen.
Ob du eine Rattensichtung melden musst und bei welcher Stelle, ist von Ort zu Ort verschieden. Erkundige dich deshalb, wer bei dir zuständig ist.
Ultraschall vertreibt Ratten? Geräte mit Schall, Ultraschall oder elektromagnetischen Feldern haben sich nach bisherigem Kenntnisstand als wirkungslos erwiesen, zum Vertreiben ebenso wie zum Bekämpfen. Auch Hund oder Katze beseitigen einen vorhandenen Mäuse- oder Rattenbefall in Gebäuden nicht.
Kot und Urin von Wanderratten können Lebensmittel und Tierfutter mit Krankheitserregern verunreinigen. Mäusekot und tote Mäuse beseitigst du nur mit Einmalhandschuhen. In Innenräumen trägst du zusätzlich eine FFP2- oder FFP3-Maske und lüftest vorher mindestens 30 Minuten. Feuchte die Reste an, wirble keinen Staub auf und nimm keinen Staubsauger. Rattengift kann auch Tiere vergiften, die den Köder oder einen vergifteten Nager fressen. Wirst du beim Leeren einer Falle gebissen, lass auch eine klein wirkende Wunde so bald wie möglich ärztlich beurteilen.
Schnecken: nachschauen, wenn sie unterwegs sind
Bei Schneckenfallen zählt, wann du nachschaust. Spanische Wegschnecken sind bei Trockenheit vor allem morgens, abends und nachts unterwegs, bei feuchtem Wetter auch tagsüber. In trockenen Phasen kontrolliere ich deshalb morgens oder abends. Schnecken lassen sich auch ohne Falle direkt absammeln.
Sitzt eine Weinbergschnecke in der Falle, setz sie wieder frei. Weinbergschnecken sind geschützt und dürfen im Garten nicht gezielt bekämpft werden.
Auf zwei Dinge verlass dich dabei nicht. Dass ausgepflanzter Lavendel oder Rosmarin Schnecken zuverlässig abwehrt, ist wissenschaftlich nicht belegt. Und beim Igel machen Schnecken nur etwa 5 % der Nahrung aus.
UV-Insektenvernichter: nicht im Außenbereich
Elektrische UV-Insektenvernichter dürfen im Außenbereich nicht verwendet werden. Das gilt für den Garten genauso wie für Terrasse und Sitzplatz. Gegen Fliegen in Wohnräumen sind biozidfreie Klebefallen oder Fenstersticker biozidhaltigen Ausführungen vorzuziehen.
Gegen Stechmücken setzt du bei den Brutstellen an. Regentonnen deckst du ab, andere kleine Wasserbehälter leerst du mindestens einmal wöchentlich vollständig.
Fallen im Gesamtplan
Fallen sind ein Baustein unter mehreren. Im integrierten Pflanzenschutz schöpfst du zuerst die Kulturmaßnahmen aus, bei weiterem Bedarf haben biologische oder biotechnische Verfahren Vorrang. Wie du einen Befall einordnest und Maßnahmen der Reihe nach wählst, erklärt der Überblick zu Nützlingen und Schädlingen.
Gegen zufliegende Schadinsekten am Gemüse kann ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. mit weniger als 1 mm Maschenweite vorbeugen. Es liegt ab Saat oder Pflanzung bis zur Ernte auf und schließt dicht am Boden ab. Zur Förderung von Nützlingen gehört auch, einen gewissen Befall als ihre Nahrung zu dulden. MischkulturMischkultur bedeutet, dass verschiedene Gemüsearten nebeneinander auf einem Beet wachsen. So nutzt du die Fläche besser aus, und der Boden bleibt während der Saison weitgehend bedeckt. kann unterstützen, ihre Effekte treten aber nicht unter allen Bedingungen gleich auf; welche Gemüse gut nebeneinander passen, kannst du vor der Pflanzung nachschlagen.
Saison und Winter
Jede Falle hat ihr Zeitfenster, und außerhalb davon gehört sie nicht an ihren Platz. Welche Falle du in welcher Jahreszeit gegen welche Schädlinge einsetzt, steht in einem eigenen Ratgeber.
Im Winter plane ich. Dazu trage ich in meinen Beetplan ein, wo welche Falle hing, was sie gefangen hat und wann sie abkam. So sehe ich im Frühjahr, welche Plätze ich wieder nutze. Wie du Fallen reinigst, wartest und über den Winter lagerst, steht im Pflege-Ratgeber.
Bevor du eine Falle aufstellst
- Schädling bestimmt?
- Aufgabe geklärt: fangen oder anzeigen?
- Platz passend zum Ziel: Baumseite, Kulturhöhe, Gangöffnung?
- Zeitraum mit Abnahmedatum notiert?
- Kontrollgang eingeplant, bei Nagetierfallen mindestens täglich?
- Beifang bedacht: Nützlinge, Vögel, Fledermäuse, geschützte Arten wie Maulwurf und Weinbergschnecke?

