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Gartenfallen im Jahresverlauf: wann du welche Falle aufhängst und wieder abnimmst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion

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Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Apfelmadenfalle ist eine Pheromonfalle für den Apfelwickler und muss hängen, bevor die ersten Falter fliegen; allein mindert sie den Befall nur gering.
  • Vom Apfelwickler befallene Früchte sammelst du schon im Juni und Juli vom Baum.
  • Leimringe gegen den Frostspanner kommen ab Mitte September an den Stamm, werden laufend bis Februar kontrolliert und danach abgenommen.
  • Leimringe und Klebetafeln können Nützlinge, kleine Vögel und Fledermäuse töten, darum hängen sie nur in der Aktivitätsphase des Zielschädlings.
  • Wühlmausfallen versprechen besonders im zeitigen Frühjahr und im Spätherbst bei offenem Boden Erfolg; jede Nagetierfalle kontrollierst du mindestens täglich, idealerweise alle 12 Stunden.
  • Maulwürfe stehen unter besonderem Artenschutz: kein Fangen, kein Töten.

Eine Leimfalle, die das ganze Jahr hängt, kann irgendwann genau die Tiere erwischen, die du im Garten haben willst. Deshalb hängt bei mir jede Falle nur so lange, wie ihr Zielschädling aktiv ist, und kommt danach wieder ab. Das Zeitfenster richtet sich nach der Falle: Apfelmadenfalle, Leimring, Gelbtafel und Wühlmausfalle haben jeweils ihre eigene Saison.

Wann hängst du die Apfelmadenfalle auf?

Die Apfelmadenfalle ist eine Pheromonfalle für den Apfelwickler. Häng sie auf, bevor die ersten Falter fliegen. Pheromonfallen für Obstwickler dienen vor allem dazu, den Flug des Schädlings festzustellen. Den Flugbeginn zeigt dir die Falle also nur, wenn sie schon vor dem ersten Falter am Baum hängt.

Maßgeblich ist deshalb nicht ein Datum, sondern der Flugbeginn in deinem Garten, und genau den soll die Falle dir erst anzeigen. Gegen den Befall selbst bewirkt sie allein nur eine geringe Minderung. Darum gehört Handarbeit dazu: Im Juni und Juli sammelst du vom Apfelwickler befallene Früchte schon vom Baum ab. Ich notiere mir den Tag des ersten Fangs, damit ich weiß, ab wann ich die Äpfel genauer anschaue.

Mythos-Check

Ein Leimring am Stamm hält die Apfelmade fern? Nein. Leimringe gegen den Frostspanner sind keine geeignete Maßnahme gegen den Apfelwickler.

Der Fallenkalender fürs Gartenjahr

Die Tabelle zeigt, wann welche Falle hängt und woran du erkennst, dass ihre Zeit vorbei ist.

Zeitfenster Falle Zielschädling und Zweck Worauf du achtest
Zeitiges Frühjahr Wühlmausfalle Wühlmaus, fangen passend in die Gangöffnung setzen; mindestens täglich, idealerweise alle 12 Stunden kontrollieren
Bevor die ersten Falter fliegen Pheromonfalle (Apfelmadenfalle) Apfelwickler, Flug anzeigen im Juni und Juli befallene Früchte vom Baum sammeln
Bevor die Kirschen gelb werden Gelbtafel Kirschfruchtfliege, überwachen 3 Wochen nach dem ersten Fang abnehmen
Ab Mitte September Leimring am Stamm Frostspanner laufend bis Februar kontrollieren, danach abnehmen
Spätherbst bei offenem Boden Wühlmausfalle Wühlmaus, fangen vorher einen Maulwurf ausschließen

Warum Leimfallen nur in der Aktivitätsphase hängen

Leimringe und Klebetafeln können Nützlinge, kleine Vögel und Fledermäuse töten. Wenn du sie einsetzt, begrenzt du sie deshalb auf die Aktivitätsphase des Zielschädlings, und daraus ergibt sich der Kalender. Leimfallen gegen Fliegen haben draußen wenig Sinn, weil sie laufend weitere Fliegen anlocken und auch andere Tiere festhalten können. UV-Insektenvernichter dürfen im Außenbereich nicht verwendet werden. Wo genau welche Falle hängen muss, damit sie ihren Zielschädling erreicht, erkläre ich in einem eigenen Ratgeber.

Frühjahr: Wühlmäuse fangen, Fresser absammeln

Wühlmausfallen im zeitigen Frühjahr

Wühlmäuse halten keinen Winterschlaf. Fallen gegen sie versprechen besonders im zeitigen Frühjahr Erfolg, und dann wieder im Spätherbst bei offenem Boden. Die Falle muss passend in die Gangöffnung sitzen. Ich stelle eine Wühlmausfalle nur auf, wenn ich sie im nötigen Takt kontrollieren kann.

Zahl im Blick

Fallen gegen Wühlmäuse, Mäuse und Ratten kontrollierst du mindestens täglich, idealerweise alle 12 Stunden.

Achtung

Maulwürfe stehen unter besonderem Artenschutz. Du darfst sie weder fangen noch töten. Bist du nicht sicher, ob ein Gang von einer Wühlmaus stammt, bleibt die Falle im Schuppen.

Raupen und Schnecken: absammeln statt Falle

Nicht jeder Fresser braucht eine Falle. Raupen, Kartoffelkäfer und Schnecken entfernst du durch Absammeln sofort aus dem Beet. Beim Buchsbaumzünsler zeigt dir das Thermometer, wann es losgeht: Überwinterte Raupen werden im Frühjahr ab etwa 7 °C wieder aktiv und fressen. Wird der Befall an Kohl oder Buchsbaum früh erkannt oder ist er gering, kann gezieltes Absammeln ausreichen.

Schnecken sammle ich bei Trockenheit abends ab, denn Spanische Wegschnecken sind dann vor allem morgens, abends und nachts unterwegs. Bei feuchtem Wetter kommen sie auch tagsüber heraus. Weinbergschnecken lässt du sitzen, denn sie sind geschützt und dürfen im Garten nicht gezielt bekämpft werden. Für das Gemüsebeet habe ich aufgeschrieben, wie du Schädlinge mit Mischkultur, Fruchtwechsel und Absammeln fernhältst.

Sommer: Fallen melden, die Hände arbeiten

Kirschfruchtfliege: Gelbtafel mit Ablaufdatum

Gegen die Kirschfruchtfliege hängt die Gelbtafel zur Überwachung. Die Tafel kommt an den Baum, bevor die Früchte gelb werden. Drei Wochen nach dem ersten Fang nimmst du sie wieder ab. Der Wegfangeffekt reicht bei der Kirschfruchtfliege nicht aus, um den Befall wesentlich zu senken, und Klebetafeln können Nützlinge töten. Wer die Tafel länger hängen lässt, gewinnt also keinen Schutz, riskiert aber mehr Beifang.

Wickler-Fallen: zählen und Früchte absammeln

Am Apfelbaum zeigt dir die Pheromonfalle nur den Flug, die befallenen Früchte sammelst du im Juni und Juli von Hand. In der Falle für den Traubenwickler entfernst du ausgezählte Falter. Stark verschmutzte Leimböden tauschst du aus.

Weiße Fliege unter Glas: Gelbtafel als Frühwarnung

Hohe Temperaturen begünstigen die Vermehrung der Weißen Fliege. Ein Kleingewächshaus lüftest du deshalb bei Sonne rechtzeitig und beschattest die Kulturen bei Bedarf. Befallene Beet- und Balkonpflanzen können den Schädling ins Gewächshaus einschleppen. Neue Pflanzen schaue ich mir vorher auf den Blattunterseiten an, denn dort sitzen die Erwachsenen mit vier weißen Flügeln und die flachen, ungeflügelten Larven vor allem.

Gelbtafeln locken mit ihrer Farbe und halten anfliegende Insekten auf einer Leimfläche fest. Unter Glas und am Blumenfenster zeigen sie Weiße Fliegen, Minierfliegen und Trauermücken früh an, für Thripse nimmst du Blautafeln. In kleine Topfpflanzen steckst du einen Gelbsticker, in größere Pflanzen hängst du eine Tafel. Nach einer Pflanzenschutzmaßnahme wechselst du die Tafel, damit neue Fänge zeigen, ob die Maßnahme gewirkt hat.

Bei Trauermücken fangen Gelbtafeln nur die flugfähigen Erwachsenen, gegen die Larven in der Erde werden Steinernema-feltiae-Nematoden eingesetzt. Draußen an Kübelzierpflanzen weisen Gelbsticker und kleine Gelbtafeln einen Befall mit Weißen Fliegen nach. Zur Bekämpfung reichen sie dort nicht aus.

Wespen und Fruchtfliegen zur Erntezeit

Wespenfallen hänge ich nicht auf. Heimische Wespen unterliegen dem allgemeinen Artenschutz, die Europäische Hornisse ist besonders geschützt. Eingriffe an einem Hornissennest müssen behördlich geklärt werden. Soziale Wespen füttern ihre Larven mit tierischer Beute und holen sich Kohlenhydrate unter anderem aus Nektar, Honigtau und süßem Obst.

Von einem Wespen- oder Hornissennest hältst du mindestens 2 m Abstand. Im Umkreis von etwa 5 m vermeidest du Störungen.

Achtung

Bei Verdacht auf eine anaphylaktische Reaktion nach einem Insektenstich wählst du schon bei ersten leichteren Beschwerden die 112.

Gewöhnliche Fruchtfliegen zieht angestoßenes oder gärendes Obst an, ebenso Bioabfall. Bevor ich über eine Falle nachdenke, decke ich Küchenabfälle auf dem Kompost mit möglichst trockenen Gartenabfällen ab. Anders die Kirschessigfliege: Sie kann ihre Eier auch in äußerlich unbeschädigte, reifende Früchte legen.

Herbst: Leimringe an den Stamm, Nager im Blick

Leimringe gegen den Frostspanner

Ab Mitte September legst du den Leimring um den Stamm. Bis Februar kontrollierst du ihn laufend, danach nimmst du ihn ab. Gegen den Apfelwickler am selben Baum bringt er nichts, dafür ist die Pheromonfalle mit dem Absammeln im Sommer zuständig.

Häufiger Fehler

Der Leimring bleibt nach Februar am Stamm, weil er ja nicht stört. Ohne seinen Zielschädling kann er dann nur noch Beifang festhalten.

Wühlmäuse im Spätherbst

Im Spätherbst bei offenem Boden ist die zweite Zeit für die Wühlmausfalle. Es gelten dieselben Regeln wie im Frühjahr: passend in die Gangöffnung, Kontrolle im genannten Takt, kein Verdacht auf Maulwurf.

Mäuse und Ratten am Gartenhaus

Lebensmittel, Tierfutter, Saatgut und Hausmüll bewahrst du so auf, dass Ratten nicht herankommen. Kot und Urin von Wanderratten können Lebensmittel und Tierfutter mit Krankheitserregern verunreinigen. Wanderratten kommen schon durch Spalten und Löcher von nur 2 cm Durchmesser, solche Lücken am Gartenhaus schließt du deshalb. Geräte mit Schall, Ultraschall oder elektromagnetischen Feldern haben sich gegen Ratten nach bisherigem Kenntnisstand als wirkungslos erwiesen.

Rattengift kann auch Tiere vergiften, die Köder oder bereits vergiftete Nager fressen. Siehst du Ratten, ermittelst du, welche Meldestelle an deinem Ort zuständig ist und wie das Verfahren dort läuft.

Achtung

Kot, Urin und Kadaver von Nagetieren sind ein Infektionsrisiko. Im Gartenhaus lüftest du vor dem Saubermachen mindestens 30 Minuten. Du trägst Einmalhandschuhe und drinnen eine FFP2- oder FFP3-Maske. Die Ausscheidungen feuchtest du an, wirbelst keinen Staub auf und nimmst keinen Staubsauger.

Winter: kontrollieren, einlagern, auswerten

Im Winter bleibt der Leimring unter laufender Kontrolle, bis seine Zeit im Februar endet. Wühlmäuse halten keinen Winterschlaf, und Maulwürfe bleiben auch im Winter aktiv und suchen Nahrung. Frische Gänge im Winter können also von beiden stammen, deshalb gilt die Maulwurf-Regel auch jetzt: Im Zweifel bleibt die Falle im Schuppen.

Fallen, deren Saison vorbei ist, kommen ins Lager. Wie du Fallen reinigst, wartest und lagerst, damit sie über Jahre funktionieren, steht in einem eigenen Pflege-Ratgeber.

Marias Erfahrung

Für jede Falle führe ich im Gartenheft eine Zeile: Tag des Aufhängens, Tag des ersten Fangs, Tag des Abnehmens. Im Winter lese ich die Zeilen durch und plane daraus, wann im nächsten Jahr welche Falle hängt.

Mini-Checkliste

Bevor eine Falle hängt, kläre ich vier Fragen.

  • Ist der Zielschädling bestimmt und gerade aktiv?
  • Steht fest, wann die Falle wieder abkommt?
  • Schaffe ich bei Nagetierfallen die Kontrolle im nötigen Takt?
  • Ist bei Gängen im Boden ein Maulwurf ausgeschlossen?

Fallen sind ein Baustein, kein Konzept

Im integrierten Pflanzenschutz schöpfst du zuerst Kulturmaßnahmen aus, bei weiterem Bedarf haben biologische oder biotechnische Verfahren Vorrang. Einen gewissen Befall lässt du stehen, weil er natürlichen Gegenspielern als Nahrung dient. Wie du einen Befall erst einordnest und dann handelst, beschreibt der Ratgeber zu Nützlingen und Schädlingen.

Ein erwachsener Siebenpunkt-Marienkäfer frisst etwa 40 bis 50 Blattläuse pro Tag. Gekaufte Nützlinge kommen überwiegend im Gewächshaus zum Einsatz, im Freiland ist ihr Einsatz teurer und weniger effizient. Marienkäfer und Florfliege stellt derselbe Ratgeber im Abschnitt über Nützlinge im Porträt vor.

Ein Kulturschutznetz mit weniger als 1 mm Maschenweite schützt Gemüse vorbeugend vor zufliegenden Schadinsekten. Es liegt ab Saat oder Pflanzung bis zur Ernte mit dichtem Bodenabschluss auf, im Frühjahr geht auch Vlies, ab dem Frühsommer wird nur noch Netz empfohlen. Mehr dazu steht dort im Abschnitt über Barrieren, Netze und Fallen.

Häufige Fragen

Welche Arten von Gartenfallen gibt es für die verschiedenen Jahreszeiten?
Wühlmausfallen versprechen besonders im zeitigen Frühjahr und im Spätherbst bei offenem Boden Erfolg. Pheromonfallen zeigen den Flug von Apfel- und Traubenwickler an; die Falle für den Apfelwickler muss hängen, bevor die ersten Falter fliegen. Gelbtafeln gegen die Kirschfruchtfliege kommen vor dem Gelbwerden der Früchte an den Baum, Leimringe gegen den Frostspanner ab Mitte September an den Stamm. Jede Leimfalle begrenzt du auf die Aktivitätsphase ihres Zielschädlings, weil Leimringe und Klebetafeln auch Nützlinge, kleine Vögel und Fledermäuse töten können.
Wie funktioniert die Schädlingsbekämpfung mit Pheromonfallen im Garten?
Pheromonfallen gegen Schadschmetterlinge dienen vor allem der Überwachung, denn der Fang zeigt dir, dass die Falter fliegen. Bei Obstwicklern wie dem Apfelwickler bewirken sie allein nur eine geringe Befallsminderung, deshalb sammelst du befallene Früchte im Juni und Juli zusätzlich vom Baum. In der Falle für den Traubenwickler entfernst du ausgezählte Falter und tauschst stark verschmutzte Leimböden aus.
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Einsatz von Lebendfallen im Garten?
Wühlmäuse halten keinen Winterschlaf, und Fallen gegen sie versprechen besonders im zeitigen Frühjahr und im Spätherbst bei offenem Boden Erfolg. Jede Falle gegen Nagetiere, auch eine Lebendfalle, kontrollierst du mindestens täglich, idealerweise alle 12 Stunden. Maulwürfe stehen unter besonderem Artenschutz und dürfen weder gefangen noch getötet werden, also auch nicht in einer Lebendfalle.
Worin unterscheiden sich Gelbtafeln von anderen Klebefallen?
Gelbtafeln locken Insekten mit ihrer Farbe an und halten sie auf einer Leimfläche fest. Unter Glas und am Blumenfenster zeigen sie Weiße Fliegen, Minierfliegen und Trauermücken früh an, während für Thripse Blautafeln eingesetzt werden. In kleine Topfpflanzen steckst du Gelbsticker, in größere Pflanzen hängst du Tafeln. Wie Leimringe können auch Klebetafeln Nützlinge töten, darum hängen sie nur, solange der Zielschädling aktiv ist.
Was ist der Unterschied zwischen mechanischen Barrieren und Lockstoff-Fallen?
Ein Kulturschutznetz mit weniger als 1 mm Maschenweite schützt Gemüse vorbeugend vor zufliegenden Schadinsekten, wenn es ab Saat oder Pflanzung bis zur Ernte mit dichtem Bodenabschluss aufliegt. Fallen mit Lockwirkung, etwa Pheromonfallen oder Gelbtafeln, zeigen dagegen vor allem an, ob ein Schädling unterwegs ist. Bei Obstwicklern, der Kirschfruchtfliege und der Weißen Fliege an Kübelzierpflanzen im Freien reicht der Fang allein nicht aus, um den Befall wesentlich zu senken.
Wie funktioniert das Schädlingsmonitoring mit verschiedenen Fallentypen?
Pheromonfallen überwachen den Flug bestimmter Schadschmetterlinge. Gelbtafeln zeigen unter Glas Weiße Fliegen, Minierfliegen und Trauermücken früh an, Blautafeln die Thripse. Nach einer Pflanzenschutzmaßnahme wechselst du die Leimtafeln, damit neue Fänge zeigen, ob die Maßnahme gewirkt hat. Gegen die Kirschfruchtfliege hängt die Gelbtafel vor dem Gelbwerden der Früchte und kommt drei Wochen nach dem ersten Fang wieder ab.
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