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Gartenfallen richtig pflegen: Pheromonfallen, Gelbtafeln und Mausefallen warten und lagern

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Fallen gegen Mäuse und Ratten mindestens täglich kontrollieren, idealerweise alle 12 Stunden.
  • Bei Pheromonfallen Falter auszählen, notieren und entfernen, stark verschmutzte Leimböden tauschen.
  • Leimringe und Klebetafeln nur während der Aktivitätsphase des Zielschädlings hängen lassen, weil sie auch Nützlinge, kleine Vögel und Fledermäuse töten können.
  • Mäusekot nur mit Einmalhandschuhen und angefeuchtet entfernen, nie mit dem Staubsauger.
  • Elektrische UV-Insektenvernichter dürfen im Außenbereich nicht verwendet werden.

Eine Falle, um die sich niemand kümmert, wird schnell selbst zum Problem. Auf der vergessenen Leimtafel kleben Tiere, die du nie fangen wolltest, und in der Mausefalle liegt ein Fang, der längst hätte raus müssen. Ich gehe meine Fallen deshalb immer im selben Ablauf durch: leeren, säubern, Teile prüfen, notieren. Wie das bei Pheromonfallen, Gelbtafeln, Leimringen und Mausefallen aussieht, liest du hier, dazu das Einlagern nach der Saison und der Check im Frühjahr.

Welche Gartenfallen Pflege brauchen

In meinem Garten pflege ich vier Gruppen von Fallen:

  • Pheromonfallen halten Schadschmetterlinge wie Apfel- oder Traubenwickler auf einem Leimboden fest.
  • Gelb- und Blautafeln locken mit ihrer Farbe und halten anfliegende Insekten auf einer Leimfläche fest. Gelbe nutze ich unter Glas und am Blumenfenster zur Früherkennung von Weißen Fliegen, Minierfliegen und Trauermücken, blaue für Thripse.
  • Leimringe legst du gegen den Frostspanner um den Stamm.
  • Schlag- und Lebendfallen fangen Mäuse und Ratten, Wühlmausfallen sitzen direkt im Gang.

Drei Gerätetypen nehme ich gar nicht erst in meinen Pflegeplan auf. Elektrische UV-Insektenvernichter dürfen im Außenbereich nicht verwendet werden. Leimfallen gegen Fliegen sind draußen wenig sinnvoll, weil sie laufend weitere Fliegen anlocken und auch Nichtzieltiere festhalten können. Geräte mit Schall, Ultraschall oder elektromagnetischen Feldern haben sich zur Vertreibung und Bekämpfung von Ratten nach bisherigem Kenntnisstand als wirkungslos erwiesen.

Pheromonfallen pflegen: Falter zählen, Leimboden tauschen

Pheromonfallen gegen Schadschmetterlinge dienen vor allem dazu, den Falterflug zu überwachen. Bei Obstwicklern bewirken sie allein nur eine geringe Befallsminderung. Die Falle zeigt dir also, dass die Falter fliegen, die Arbeit am Baum nimmt sie dir aber nicht ab: Vom Apfelwickler befallene Früchte sammelst du schon im Juni und Juli vom Baum.

Bei der Kontrolle zähle ich zuerst die Falter auf dem Leimboden und schreibe die Zahl mit Datum auf. Danach entferne ich die ausgezählten Tiere, damit beim nächsten Blick nur neue Fänge auf dem Boden kleben. Ist der Leimboden stark verschmutzt, kommt ein frischer hinein. So wird es bei Pheromonfallen zur Überwachung des Traubenwicklers gemacht, und nach demselben Muster pflege ich jede Pheromonfalle im Garten.

Den Lockstoff wechsle ich nach der Frist, die auf seiner Packung steht. Das Datum, an dem ich ihn einsetze, schreibe ich auf einen Klebestreifen an der Falle. Wann du wieder nachsiehst, richtest du nach dem, was du auf dem Leimboden findest.

Tipp

Schreib die Falterzahl auf, bevor du die Tiere vom Leimboden nimmst. Danach lässt sich nichts mehr nachzählen.

Gelbtafeln und Leimringe: wechseln und rechtzeitig abnehmen

Gelbtafeln nutzt du vor allem, um einen Befall zu erkennen. Bei Weißen Fliegen an Kübelzierpflanzen im Freien dienen Gelbsticker und kleine Gelbtafeln dem Befallsnachweis und reichen zur Bekämpfung nicht aus. Auch bei der Kirschfruchtfliege vermindert der Wegfang den Befall nicht wesentlich.

Nach einer Pflanzenschutzmaßnahme tauschst du die Leimtafel gegen eine frische. An den neuen Fängen erkennst du dann, ob die Maßnahme etwas gebracht hat. Am Kirschbaum hat die Gelbtafel eine feste Frist: Drei Wochen nach dem ersten Fang nimmst du sie ab. Den ersten Fang trage ich deshalb sofort mit Datum ein.

Leimringe gegen den Frostspanner kommen ab Mitte September an den Stamm. Bis Februar kontrollierst du sie laufend, danach nimmst du sie ab. Gegen den Apfelwickler sind Leimringe keine geeignete Maßnahme.

Leimringe und Klebetafeln können Nützlinge, kleine Vögel und Fledermäuse töten. Wenn du sie überhaupt einsetzt, begrenzt du sie auf die Aktivitätsphase des Zielschädlings. Das Abnehmen gehört damit genauso zur Pflege wie die Kontrolle.

Häufiger Fehler

Die Leimfläche bleibt hängen, weil sie ja noch klebt. Dann kann sie weiter Tiere festhalten, die du schützen willst. Nimm Gelbtafel und Leimring ab, sobald ihre Zeit vorbei ist.

Fallen gegen Mäuse, Ratten und Wühlmäuse: kontrollieren und sicher reinigen

Fallen gegen Mäuse und Ratten kontrollierst du mindestens täglich, idealerweise alle 12 Stunden. Das gilt für die Schlagfalle genauso wie für die Lebendfalle. Ich lege meine Kontrollgänge deshalb auf morgens und abends.

Marias Erfahrung

Eine Falle gegen Mäuse stelle ich nur auf, wenn ich selbst vor Ort bin und beide Kontrollen am Tag schaffe. Vor einer Reise baue ich jede Nagerfalle ab.

Nach einem Fang säubere ich die Falle und prüfe Bügel, Feder und Klappe. Rastet etwas nicht mehr sauber ein oder hat der Fallenkörper einen Riss, tausche ich das Teil oder die ganze Falle aus.

Achtung

Mäusekot und tote Mäuse fasst du nur mit Einmalhandschuhen an. Feuchte Kot und Reste vorher an und arbeite so, dass kein Staub aufwirbelt; einen Staubsauger nimmst du dafür nie. In Innenräumen wie Gartenhaus oder Keller lüftest du vorher mindestens 30 Minuten und trägst eine FFP2- oder FFP3-Maske.

Die Handschuhe bleiben auch draußen an. Leptospiren können über kleine Hautverletzungen in den Körper gelangen, wenn Wasser oder Boden mit dem Urin infizierter Nagetiere verunreinigt ist. Beißt dich ein Tier beim Leeren einer Lebendfalle, lass auch eine klein wirkende Wunde so bald wie möglich ärztlich ansehen. Giftköder lege ich nicht aus, denn Rattengift kann auch Tiere vergiften, die den Köder oder bereits vergiftete Nager fressen.

Wühlmausfallen setzt du passend in die Gangöffnung ein, nach einem Fang ebenso. Als Fallen gegen Nagetiere kontrollierst du sie im selben Rhythmus wie die Mausefalle. Bevor eine Falle in einen Gang kommt, muss klar sein, dass es kein Maulwurfsgang ist. Maulwürfe stehen unter besonderem Artenschutz und dürfen weder gefangen noch getötet werden.

Wartungsbuch: was ich zu jeder Falle notiere

Ich nummeriere meine Fallen mit wasserfestem Stift und führe zu jeder Nummer eine Seite im Gartenheft. Dort landet alles, was ich bei einer Kontrolle sehe oder ändere:

  • das Datum, an dem ein neuer Lockstoff oder Leimboden eingesetzt wurde
  • die Zahl der Falter oder anderen Fänge
  • am Kirschbaum den ersten Fang, weil die Gelbtafel drei Wochen später abkommt
  • jede Pflanzenschutzmaßnahme und den Tafelwechsel danach
  • Beifang, also Tiere, die gar nicht gemeint waren
  • Schäden und Teile, die ersetzt werden müssen

Bei Pheromonfallen und Gelbtafeln sind die Fangzahlen vor allem ein Hinweis, ob und wann ein Schädling da ist. Im integrierten Pflanzenschutz schöpfst du zuerst die Kulturmaßnahmen aus und bevorzugst bei weiterem Bekämpfungsbedarf biologische oder biotechnische Verfahren. Wie Monitoring, Fallen und die übrigen Maßnahmen zusammengehören, liest du im Ratgeber zu Nützlingen und Schädlingen.

Nach der Saison: reinigen, prüfen, trocken lagern

Ist die Zeit einer Falle vorbei, nehme ich sie ab und mache sie fürs Regal fertig. Leimboden und Lockstoff kommen heraus, den Fallenkörper säubere ich mit warmem Wasser und einer Bürste. Danach lasse ich alles vollständig trocknen und prüfe Federn, Bügel, Klappen und Aufhänger. Was klemmt oder fehlt, steht anschließend im Wartungsbuch. Die Fallen lagern bei mir trocken im Schuppen, nebeneinander im Regal statt gestapelt.

Mini-Checkliste

Leimboden und Lockstoff entfernen · Fallenkörper säubern · vollständig trocknen lassen · Mechanik und Aufhänger prüfen · Schäden notieren · trocken und ungestapelt lagern.

Waren Mäuse im Schuppen, lüftest du vor dem Aufräumen mindestens 30 Minuten und arbeitest mit Maske und Einmalhandschuhen, wie im Kasten oben beschrieben. Saatgut und Tierfutter, die dort mitlagern, gehören an einen Ort, an den Ratten nicht herankommen.

Nicht alle Fallen gehen gleichzeitig ins Lager. Wühlmäuse halten keinen Winterschlaf, und ihre Fallen versprechen besonders im Spätherbst bei offenem Boden Erfolg. Die Leimringe gegen den Frostspanner bleiben ohnehin bis Februar unter Kontrolle. Einen Überblick, welche Fallen du in welcher Jahreszeit einsetzt, gibt dir mein Jahresplan für Gartenfallen.

Die Wildbienen-Nisthilfe räumst du dabei nicht mit ein: sie bleibt im Winter draußen an ihrem Platz und wird nicht ausgeputzt.

Frühjahrscheck: bevor die Fallen wieder hinauskommen

Bevor die erste Falle wieder hinauskommt, hole ich alle aus dem Regal und lege das Wartungsbuch daneben. Was im Herbst als defekt notiert wurde, repariere oder ersetze ich jetzt. Jede Schlagfalle löse ich mit einem Stöckchen einmal leer aus, und jede Lebendfalle schließe ich einmal von Hand. So sehe ich, ob die Mechanik greift, bevor ein Tier darin sitzt. Neue Leimböden und Lockstoffe hole ich erst, wenn feststeht, welche Falle wann dran ist.

Wo eine Falle dann hängt oder steht, ist ein eigenes Thema. Wie du jede Falle so platzierst, dass sie den Zielschädling erreicht, zeige ich dir im Ratgeber zur Platzierung. Ich verbinde den Frühjahrscheck mit der Beetplanung und trage die Fallenplätze gleich mit ein; dafür kannst du deine Beete im Beetplaner skizzieren.

Häufige Fragen

Wie oft sollten Gartenfallen gewartet und gereinigt werden?
Fallen gegen Mäuse und Ratten kontrollierst du mindestens täglich, idealerweise alle 12 Stunden, und säuberst sie nach jedem Fang. Bei Pheromonfallen, etwa zur Überwachung des Traubenwicklers, zählst du die Falter aus, entfernst sie und tauschst stark verschmutzte Leimböden. Leimringe gegen den Frostspanner kontrollierst du laufend bis Februar und nimmst sie danach ab. Gelbtafeln gegen die Kirschfruchtfliege kommen drei Wochen nach dem ersten Fang ab.
Welche Sicherheitsmaßnahmen sind beim Umgang mit elektrischen Gartenfallen zu beachten?
Für den Garten gilt vor allem eine Regel: Elektrische UV-Insektenvernichter dürfen im Außenbereich nicht verwendet werden. Draußen stellst du solche Geräte also gar nicht erst auf. Auch Geräte mit Schall, Ultraschall oder elektromagnetischen Feldern haben sich zur Vertreibung und Bekämpfung von Ratten nach bisherigem Kenntnisstand als wirkungslos erwiesen.
Wie dokumentiert man die Fangquoten von Gartenfallen effektiv?
Gib jeder Falle eine Nummer und notiere bei jeder Kontrolle Datum und Zahl der Fänge. Bei Pheromonfallen zählst du die Falter, bevor du sie vom Leimboden entfernst. Nach einer Pflanzenschutzmaßnahme wechselst du die Leimtafel, damit die neuen Fänge zeigen, ob die Maßnahme etwas gebracht hat. Am Kirschbaum notierst du den ersten Fang, weil die Gelbtafeln gegen die Kirschfruchtfliege drei Wochen danach abkommen.
Welche praktischen Schritte sind bei der Wintervorbereitung von Gartenfallen zu beachten?
Nimm Leimböden und Lockstoffe heraus, säubere die Fallen, lass sie vollständig trocknen und prüfe Federn, Bügel und Klappen auf Schäden. Mäusekot entfernst du nur mit Einmalhandschuhen und angefeuchtet, einen Staubsauger nimmst du dafür nie. Nicht alles kommt sofort ins Lager, denn Wühlmäuse halten keinen Winterschlaf und ihre Fallen versprechen besonders im Spätherbst bei offenem Boden Erfolg. Leimringe gegen den Frostspanner kontrollierst du ohnehin bis Februar weiter.
Stimmt es, dass Gartenfallen auch nützliche Insekten gefährden können?
Ja, Leimringe und Klebetafeln können Nützlinge, kleine Vögel und Fledermäuse töten. Setze sie deshalb, wenn überhaupt, nur während der Aktivitätsphase des Zielschädlings ein und nimm sie danach ab. Leimfallen gegen Fliegen sind im Außenbereich wenig sinnvoll, weil sie laufend weitere Fliegen anlocken und auch Nichtzieltiere festhalten können.
Zuletzt geprüft:
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